„Wir brauchen zwingend mehr kitschige Sonnenaufgänge“ Sybille Lengauer, Schriftstellerin _ Haltern am See/D 10.4.2023

Liebe Sybille, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich mich seit ein paar Monaten durch eine depressive Episode quäle, ist mein Tagesablauf recht monoton. Ich gehe zur Arbeit, kümmere mich um Haushalt und Tiere und verbringe sehr viel sinnentleerte Zeit auf dem Sofa. Ich esse ungesund, schlafe schlecht, sehe mir dummes Zeug im Internet an und schreibe zu wenig.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchatmen und einen kühlen Kopf bewahren. Unsere Welt ist komplex. Wir müssen nicht zu allem, immer eine Meinung haben.

Wir brauchen zwingend mehr kitschige Sonnenaufgänge.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Es ist alles ein ständiger Aufbruch und Neubeginn, das letzte Jahrhundert war voll davon und dieses wird nicht anders sein. Wir leben in interessanten Zeiten. Ich sehe Literatur und Kunst in vielfältigen, begleitenden Rollen. Von der Verarbeitung gesellschaftlicher Traumata bis hin zur klassischen Trivialunterhaltung – alles wird gebraucht, um uns durch die kommenden Krisen zu bringen.

Was liest Du derzeit?

„Die Brüder Karamasow“ – Dostojewski

„Flying Dutch“ – Tom Holt

„Farbatlas Nutztierrassen“ – H.H. Sambraus

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Leg die Waffe aus der Hand, Bruder.“

Vielen Dank für das Interview liebe Sybille, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Sybille Lengauer, Schriftstellerin

Zur Person_Sybille Lengauer, Jhg. 1980, Schwerpunkt Gedichte und Kurzgeschichten, Letzte VÖ „Ziemlich schlechte Nachrichten“ bei Rodneys Underground Press.

HP: hirnwichsen.wordpress.com

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 4.3.2023

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„Granatwerfer am Morgen“ Katrin Bernhardt, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Bad Fischau-Brunn/AUT 10.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Granatwerfer am Morgen

Irrsinn der Zeit

Verlorene Leben, verlorene Träume

eines ganzen Volks, zweier Völker


Pflichtbewusst schreiten sie ins Feld

Eilen ihrem Ende entgegen und nicht in die

Arme ihrer Geliebten, ihrer Mütter

Chimäre des Krieges

Ebenbild des Todes


Albtraumhaftes Wesen


Chaos unter seiner Herrschaft

Hufe aus

atomaren Waffen

Niederlege ich dich, Kind, zwischen Polyestertüchern mit

Camouflagemuster und aufgebrochenen

entzweiten Häuserreihen


Katrin Bernhardt, 29.3.2023 

Katrin Bernhardt, Schriftstellerin, Musikerin, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Katrin Bernhardt, Schriftstellerin, Musikerin, Künstlerin

Zur Person_

geb. 1982, Studium der Klassischen Archäologie und Philosophie an der Universität Wien, Promotion. arbeitete als PR-Assistentin, Archäologin, Lehrerin an einer Mittelschule und Projektentwicklerin

seit 06/ 2022 Fokussierung auf die Arbeit als Schriftstellerin und bildende Künstlerin

Literatur

Preise&Nominierungen

2023 Österreichische Gesellschaft für Literatur, Writer in Residence, Casa Litterarum, (geplant für 2025)

2022 Arbeitsstipendium Illustration, Bilderbuch „Dori Dachs ist heute faul“, BMKOES

2022 Artist in Residence im Künstleratelier Paliano / Italien, Land Burgenland

2005 FM4 Wortlaut, Longlist (Top 3 %)

2000 Jugendkulturpreis des Landes Burgenland

1998 Förderungspreis der Burgenlandstiftung Theodor Kery, Bereich Literatur und Publizistik

1997 Förderungspreis des Jugendliteraturwettbewerbs des Landes Burgenland

Publikationen

Derzeit Verlagssuche für den Roman „Verleumdungen“ (gefördert durch das Land Burgenland) und das selbstillustrierte Bilderbuch „Dori Dachs ist heute faul“ (gefördert durch das BMKOES)

Monographien

„Aufbrechen“, Lyrik, edition lex liszt 12, 2020.

„Auf bittere Haut geschrieben“, Lyrik, edition lex liszt 12, 2013.

„Die Gesichtslosen“, Erzählungen, Verlag Bibliothek der Provinz, 2000.

„Fluchtplan lebt nicht mehr“, Lyrik, Verlag Bibliothek der Provinz, 1998.

„Fallen ohne Aufprall“, Lyrik, Eigenverlag, 1995.

in Anthologien, Zeitschriften, im Rundfunk und Internet (Auswahl)

Literarisches Österreich. Zeitschrift des Österreichischen Schriftsteller/innenverbands, 2022, S. 12-18.

literaturhaus.at und literaturhausnö.at, Aktion „Stimmen gegen den Krieg“, 2022.

ORF, Radio Burgenland, Sendung Extra – Kunst und Kultur, 26.11.2020.

Poesiegalerie.at, mehrere Gedichte, 2020-2022.

R. Prosser, Ch: Szalay (Hrsg.), wo warn wir? ach ja: Junge Österreichische Gegenwartslyrik, Limbus, 2019.

Bibliothek deutschsprachiger Gedichte (Hrsg.), Ausgewählte Werke XXII, 2019.

ORF, Ö1, Nachtbilder, 2018.

Lichtungen – Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik Nr. 151/XXXVIII, 2017.

Landesschulrat Burgenland (Hrsg.), „Lesen ab 10. Gedankenplätze. Ein burgenländisches Lesebuch für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe“, edition lex liszt 12, 2017.

Mitgliedschaften

PEN-Club Austria

Österreichischer Schriftsteller/innenverband

IG Autorinnen Autoren

Literar-Mechana

BILDENDE KUNST

Performances, Versuchsanordnungen und Installationen zu den Themenfeldern Ritual und Gender

Malerei in Misch- und Acryltechnik auf Leinwand, Leintuch und Papier

Preise&Nominierungen

2022 Förderpreis für Bildende Kunst, Land Burgenland, shortlist

2022 Compass Festival, Leeds / UK, shortlist (Top 30)

2021 Viertelfestival NÖ 2022, Projektförderung

Ausstellungen

11/2023 Interaktive Versuchsanordnung und Ausstellung „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Schloss Bad Fischau (in Planung)

06/2023 Ausstellung, Pumpenhaus, Thermalbad Bad Fischau-Brunn (in Planung)

2022 Förderpreis für Bildende Kunst 2022, Kulturzentrum Mattersburg

2022 NÖ Tage der Offenen Ateliers, Bad Fischau-Brunn (solo)

2022 „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Ziegelmuseum Ziersdorf (solo)

2022 „Finde die Frau“, Ordination Dr. Winhofer-Stöckl, Mattersburg (solo)

2022 „Lockdown“, FORUM Bad Fischau-Brunn, Schloss Fischau

2022 „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Schloss Jedenspeigen (solo)

2012 „Kunstspinne“, NN-fabrik, Oslip

2010 „schik IV – Family“, schikaneder, Wien

Mitgliedschaften

Bildrecht

Kulturvernetzung Niederösterreich

Musik

2004–2013 Gründungsmitglied, Sängerin und Texterin der Band Xenesthis

Zahlreiche Supportshows für internationale Acts, Festivalauftritte und Konzerte in Österreich (u. a. Hauptbühne des Nova Rock Festivals 2009), Deutschland, Slowenien, Italien

Reviews und Interviews in internationalen und nationalen Magazinen

Musikvideo “Reflections” mit über 286.000 views

Veröffentlichungen

2011 “Thou shalt not”, LP, Come Clean Records

2010 “Chaos”, EP

2007 “Sick of pitch-black”, LP, noiseheadrecords

2006 “Shades”, EP

2006 “Straight to Infinity”, EP

2005 “Immanis”, EP

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Walter Pobaschnig _ 29.3.2023

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„Kunst als ehrlicher Ausdruck meiner Wahrnehmung und meines Empfindens“ Phobe Violet, Violinistin _ Station in Schönbrunn _ Wien 9.4.2023

Phoebe Violet_Violinistin, Sängerin, Komponistin, Malerin _ Wien _
Station in Schönbrunn
Phoebe Violet_Violinistin, Sängerin, Komponistin, Malerin _ Wien _
Station in Schönbrunn

Liebe Phoebe Violet, wir sind hier an einem strahlendem Frühlingsmorgen im Wiener Schloss Schönbrunn. Welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu diesem zentralen Wiener Bezugspunkt? Was schätzt Du hier besonders?

Ich bin mehrmals die Woche in Schönbrunn, meistens aus sportlichen Gründen. Ich nehme hier die Jahreszeiten wahr und die dadurch erzeugte fabelhafte Farbpalette der Natur. Die ständige Veränderung ist für mich sehr inspirierend.


Ist es auch ein Ort der künstlerischen Inspiration für Dich?

Oh ja, und wie!


Könntest Du Dir vorstellen hier im Schloss zu leben?

Nein.


Was schätzt Du am Frühling?

Die fantastische Hoffnung, dass der Winter doch ein Ende hat.


Du hast wieder einen wunderbaren Style in den Farben rot/schwarz für das Fotoshooting gewählt. Welche Überlegungen hattest Du da?

Ich dachte an die gelbe Fassade mit den dunkelgrünen Jalousien des Schlosses. Da war Rot ein guter Kontrast. Und schwarz mit goldenem Schmuck, alles leicht überdimensioniert, so wie dieser Ort. Monarchie bedeutet für mich nur das Stehlen und Ausbeutung anderer Menschen, Kulturen. Ich repräsentiere diesen Ort nicht mit Stolz, sondern eher in Form von Trauer.


Was bedeutet Dir Mode?

Ein tägliches Theaterspielen. Ich liebe es.


Es ist hier ein Ort mit viel Geschichte, persönlicher wie weltgeschichtlicher. Wie siehst Du das Leben und den frühen Tod von Kaiserin Elisabeth „Sissy“?

Ihre Geschichte ist mit viel Mythos verbunden. Ich habe mich bis jetzt nur auf oberflächlicher Art mit ihrem Leben beschäftigt. Ich glaube aber, wenn eine Person in so einem Umfeld geboren wird und aufwächst, bedeutet es kein schönes Leben. Viel Gewicht, viel Vergangenheit, viele Verhaltensregelungen. Und dann noch dazu, was es politisch bedeutet, in so einem Kreis existieren zu müssen. Für mich einen Alptraum.


Was macht für Dich Liebe, Leben aus?

Alles.


Was sind Deine kommenden Projekte?

Ich nehme Ende März mein nächstes Album auf, worauf ich mich schon sehr freue. Ein neues Stück für das großartige Ensemble “Kammerfunk” habe ich komponiert und wird am 11. April in Niederösterreich uraufgeführt, darauf freue ich mich auch sehr! Ich versuche meine neueste Komposition “Agua”, eine musikalische Tanz Performance ohne Tänzer*innen – klassische Minimalismus mit Einflüssen von Ritual und Yoruba Musik -, auf der Bühne zu bringen. Und in meiner Malerei-Welt arbeite ich gerade an einer neuen Bilderserie mit Ölfarben aus Wasserlandschaften, die meisten in Dämmerung. Das sind ungefähr meine Haupt Ankerpunkte gerade, die mir sehr viel Freude bereiten.


Welche Themen sind Dir in Deiner Musik, Kunst wichtig?

Das ändert sich ständig, je nach Projekt. Was ich immer erreichen möchte, ist ein ehrlicher Ausdruck meiner Wahrnehmung und meines Empfinden.


Wäre dies hier auch ein Ort für ein Konzert für Dich?

Ja. Der große Saal im Schloss ist wirklich wunderschön. Früher habe ich immer wieder mit Schönbrunner Schloss Orchester in dem Saal gespielt und es war jedes mal ein besonderes Gefühl. Auch in der Orangerie. Obwohl ich nicht mag, was dieses Gebäude politisch repräsentiert, kann ich auf jeden Fall die Arbeit und Energie schätzen, die hineingesteckt wurde, um so einen majestätischen Ort zu schaffen.

Was würdest Du Franz Joseph und Elisabeth von Österreich sagen, fragen wollen?

Ob sie mich kurz nach Frankreich bringen könnten, um Claude Monet und Claude Debussy kennenzulernen – ich gehe davon aus, dass ich diejenige bin, die zurück in die Zeit reist.

Darf ich Dich abschließend zu einem Schönbrunn Akrostichon bitten?

So

sChön, soll es

Heißen. Ich warte auf die

TÖne

eiNer

Blütezeit

deR

Unendlichen

friedeN der

MeNschheit

Phoebe Violet_Violinistin, Sängerin, Komponistin, Malerin _ Wien _
Station in Schönbrunn

Station in Schönbrunn_

Phoebe Violet_Violinistin, Sängerin, Komponistin, Malerin

https://www.phoebeviolet.com/news

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_3.2023

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Walter Pobaschnig 3_23

„Gib mir, was mir gehört, sagt der eine“ Bastian Kresser, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Koblach/Vbg. 9.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


G ib mir, was mir gehört, sagt der eine.

I ch will nicht, sagt der andere. Es gehört dir nicht.

V erbale Drohungen. Zuerst. Dann

E skalation.


P raktiziert Gewaltlosigkeit, heißt

E s im Hinduismus oder im Buddhismus. Habe ich irgendwo mal gehört.

A ber wen interessiert das noch?

C haos und

E goismus sind in.


A ltruismus ist out. So macht es zumindest oft den Anschein.


C ome together, right now, sangen die Beatles und meinten damit den Frieden. Vielleicht.

H ate leads to suffering, sagt Yoda und er hat recht damit.

A ngst – vor Krieg, Leiden, Menschensterben und Elend.

N ein sagen zum Krieg. Ja zum Frieden. Es klingt so einfach.

C ome together. Right Now.

E in Wunsch. Mein Wunsch. Unser Wunsch. Bitte. Bitte.


Bastian Kresser, 26.3.23

Bastian Kresser, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bastian Kresser, Schriftsteller

Aktueller Roman_“Als mir die Welt gehörteBastian Kresser. Braumüller Verlag 2023.

„Als mir die Welt gehörteBastian Kresser. Braumüller Verlag 2023.

Man ist, wer man beschließt zu sein. Victor Lustig, bekannt als „der Mann mit den tausend Gesichtern“, erfand sich sein Leben lang neu. Vom Taschendieb mauserte er sich zu einem
der berühmtesten und kreativsten Trickbetrüger, Geldfälscher und Hochstapler der Geschichte. Neben seinem größten Coup, dem erfolgreichen „Verkauf“ des Eiffelturms an einen Schrotthändler, gelang es ihm unter anderem, Al Capone übers Ohr zu hauen sowie dermaßen viel Falschgeld drucken und in Umlauf bringen zu lassen, dass er beinahe das gesamte amerikanische Finanzsystem aus den Angeln hob. Doch was passiert, wenn der scheinbar unverwundbare Charmeur beschließt, sich nicht länger an seine eigenen Regeln zu halten? Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem FBI und dem Secret Service – und das Netz zieht sich langsam zu …

„Als mir die Welt gehörteBastian Kresser. Braumüller Verlag 2023.

ISBN-13: 978-3-99200-340-2

erschienen: 30.03.2023

Seiten: 368

Format: 12,40×20,50

Ausgabe/Einband: Buch / gebunden

Bastian Kresser

Foto_Stefan Wilfinger

Walter Pobaschnig _ 26.3.2023

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„die Wut zum Weitermachen“ Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin _ Langenau/ D 9.4.2023

Liebe Fee, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es gibt die Brotjobtage, die gehören nicht mir. Das ist ein fremder Tagesablauf, nicht meiner.

Der Eigene hingegen, an den anderen Tagen, sieht so aus: Aufstehen, Kaffee trinken und dabei in den Büchern von KollegInnen lesen. Ich zelebriere das regelrecht, im Winter mit pinkfarbener, brennender Mittelfingerkerze, im Sommer draußen im Freien. Anschließend sitze ich am Rechner und arbeite. Zuallermeist an einem Manuskript, manchmal an Konzepten für Veranstaltungen oder Medienpräsenz. Dass ich auch irgendwas essen muss, merke ich oft erst am späten Nachmittag.

In den übrigen Stunden passiert sehr wahrscheinlich etwas hiervon: Zeichnen, malen, Computer spielen, in Laufschuhen um den Block traben, Kapitalismus und Patriarchat verfluchen, im Internet surfen, Filme schauen, schneidern, soziale Kontakte und meine paar wenigen Hinterhofpflanzen pflegen.

Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wer sind alle? Falls Menschen im Kunst-, Literatur-, Kulturbetrieb gemeint sind: Es ist ein Bereich, in dem die vielfältigen Krisen sehr schnell und sehr direkt spürbar sind. Die Polster sind für viele sehr dünn. Insofern wünsche ich uns am besten vermutlich zwei Dinge: Starrsinn, zum einen. Die Energie, die Ausdauer, die Wut zum Weitermachen. Und zweitens, ganz schlicht und ergreifend: Geld.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Schon wieder: Alle? Ich habe den Eindruck, dass es gesellschaftliche Kräfte gibt, die nichts lieber wollen als die Regeln, nach denen gespielt wird, beim Alten zu belassen. Auch wenn das bedeutet, dass Landschaften austrocknen oder fortgespült werden, reale wie metaphorische. Für Aufbruch und Neubeginn ist es wesentlich, widerspenstig zu bleiben oder zu werden, Widerspruch zu wagen und zu dulden, sei es persönlich oder in Kunst und Gesellschaft.

Was liest Du derzeit?

Wie unfair, ich würde hier am liebsten Werbung für so viele KollegInnen machen, und die aktuell Gelesenen sind ja eher zufällig, nämlich Teresa Präauer mit »Oh Schimmi« und Leona Stahlmann mit »Diese ganzen belanglosen Wunder«. Deshalb nenne ich noch zwei zusätzliche Werke, in die ich immer wieder hineinschauen kann: Lisa Kränzlers »NOON« und Stefanie Sourliers »Das weiße Meer«.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Dienstanweisungen, Druckmittel und Dauerschleifen hebelt das Malen aus. Kein Katzbuckeln, kein Einstecken, kein Runterschlucken heute, in die Tonne mit der Freundlichkeit, der Glattheit, den Geschmeidigkeitsposen, das wird kein Vorbild, sondern ein Gemälde.« Das Zitat stammt aus einem Text, an dem ich gerade arbeite.

Vielen Dank für das Interview liebe Fee, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin, Künstlerin

Zur Person_Fee Katrin Kanzler,

1981 in Ulm geboren, studierte Philosophie und Anglistik in Tübingen und Stockholm. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, erhielt den Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm und ein Jahresstipendium für Literatur vom Land Baden-Württemberg. Ihr Roman »Die Schüchternheit der Pflaume« (Frankfurter Verlagsanstalt, 2012) war für den »aspekte«- Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt des ZDF nominiert. 2016 erschien ihr Roman »Sterben lernen«. 2020 und 2022 war sie Finalistin beim Irseer Pegasus.

Auf https://www.fairy-club.de ist auch ihre bildkünstlerische Arbeit zu sehen.

Foto_privat

24.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Für uns stand fest, dass ein Atomkrieg oder ähnliches das Leben früher als gedacht/erhofft beenden würde“ Roland Adelmann, Schriftsteller _ Ruhrpott/D 8.4.2023

Lieber Roland, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr diszipliniert. Bin ich früher auch mal so gegen 15./16.00 Uhr aufgestanden, geht es bei mir mittlerweile spätestens ab 7 Uhr morgens los.

Zurzeit schreibe ich in der Regel 3-4 Gedichte in der Woche, manchmal auch am Tag, ansonsten nimmt mich der Verlag den gesamten Tag über in Beschlag. Übrigens auch am Wochenende, wenn nichts anderes ansteht.

Seit Corona habe ich so praktisch 3 Jahre durchgearbeitet, und durchgearbeitet bedeutet in diesem Zusammenhang auch durchgearbeitet, also einschließlich Weihnachten, Silvester, Neujahr. In meinen jungen wilden Jahren habe ich dagegen gern die Arbeit schleifen lassen, schlicht und ergreifend deshalb, weil ich mir nicht ausmalen konnte, was ich als Rentner machen sollte. Das Ziel meiner Elterngeneration, Arbeiten, Fleißigsein, Sparen und dann das Rentnerleben genießen, hat sich mir nie erschlossen. Für uns stand fest, dass ein Atomkrieg oder ähnliches das Leben früher als gedacht/erhofft beenden würde, und deshalb wollten wir im Moment leben. Dafür bin ich heute sehr dankbar. Denn die 1980er waren die geilsten Jahre der Menschheitsgeschichte (sic!). Das kann dir niemand zurückgeben. Und arbeiten kann man unter Umständen schließlich bis ultimo, was ich zumindest vorhabe. Andere spielen sogar noch mit 80 Präsident. Und ich glaube auch nicht, dass es unbedingt ein Ziel sein sollte, am Lebensabend mit Kreuzfahrtschiffen die Umwelt umzupflügen.

Roland Adelmann, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Endlich mal den Kopp wieder aufmachen und mehr Bücher lesen. Ich gehöre bestimmt nicht zu den Leuten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Sozialen Medien verteufeln. Ich mein, wenn wir vor die entscheidende Frage gestellt werden: Internet – ja oder nein?, würde ich sie mit nein beantworten, aber das hat andere Gründe. Es gibt ne Menge positive Aspekte, die die digitale Welt mit sich gebracht hat, obwohl ich sie gerne in meinen Texten aufs Korn nehme. Aber die SM verleiten auch dazu, einen Haufen Mist aufzusaugen, der das Gehirn dermaßen vermüllt, dass immer mehr Menschen, ich sag es mal so, den Durchblick verlieren lässt. Die Inhalte werden immer weiter verkürzt, sodass bald viele nicht mehr in der Lage sind, sich wirklich mit einem Thema grundlegend auseinanderzusetzen. Und dazu ist oftmals nicht ein Buch ausreichend, sondern möglicherweise 3, 4 oder mehr – zu einem Thema wohlgemerkt. Das ganze Zusammenspiel ist äußerst komplex, aber es wird permanent versucht, alles in einem oder zwei nichtssagenden Sätzen zu erklären. Kurze, schnelle Botschaften, die die Welt erklären sollen und womit sich viele zufrieden geben, weil bequem und einfach und vor allem genügend Zeit für die eigenen Hobbys lassend. So wird das bestimmt nie etwas mit einer direkten Demokratie, die gerade im digitalen Zeitalter machbar wäre, und ermöglichte, dass leidige Parteiensystem mit ihrer Klientelpolitik abzuschaffen und das Volk direkt an den Entscheidungen teilnehmen zu lassen. Wir brauchen keine Führer, die uns immer wieder ins Verderben marschieren lassen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das ist so eine Sache mit der Literatur. Im Grunde trifft sie ja nur auf Gleichgesinnte, trifft also nur auf fruchtbaren Boden, sofern sie keinen kommerziellen Zwecken dient, und erreicht eben nicht die, die einem Aufbruch respektive Neubeginn im besten Fall skeptisch gegenüberstehen. Ich sehe die einzige Chance, dahingehend etwas zu ändern, nur in den Schulen. Die noch unbeeinflussten Kinder wieder an die Literatur, an Bücher heranzuführen. Nur befürchte ich, geht die Entwicklung gerade da ausgerechnet in die andere Richtung, eben in die digitale Welt, was sicherlich auch vonnöten ist. Aber was früher schon oft nicht funktioniert hat, die Buchmuffel ans Lesen zu bringen, wird heute erst recht nicht klappen. Insgesamt wird die Literatur bzw. das Lesen zukünftig einen schweren Stand haben, neue Impulse zu setzen, stattdessen mehr und mehr zur Unterhaltung verkommen. Die Kunst im weitesten Sinne trifft dagegen auf eine breitere Masse, einem Event-Publikum, dass weniger kulturinteressiert ist. Ich erinnere mich da an eine Ausstellung im Oberhausener Gasometer, die sich um das Thema Klimawandel und Umweltzerstörung drehte. Mir war das zwar zu publikumswirksam und vorhersehbar in Szene gesetzt, aber dem überwiegenden Teil des Publikums schien es zu gefallen und hat sich davon beeindrucken lassen. Aber da sind wir schon wieder bei den einfachen Botschaften, eben Bilder von Naturkatastrophen und Umweltzerstörung -in diesem Fall zum Glück die richtigen, aber ich weiß nicht, ob das reicht. Ohne die grundlegenden Zusammenhänge zu erkennen und auf sich zu beziehen, wird sich langfristig gravierend nichts ändern. Ich kann zum Beispiel ein Abnehmen des Autoverkehrs, das immens wichtig wäre für eine nachhaltige Wende, nicht erkennen. Und wenn wie jetzt wir von einer Krise in die nächste jagen, dann werden die zaghaften Ansätze schnell über Bord geworfen.

Was liest Du derzeit?

In meiner Freizeit lese ich am liebsten Sachbücher, durch die Arbeit bin ich ja den ganzen Tag mit Literatur konfrontiert. Zurzeit ist das das Buch „Kaiserdämmerung“ von Rainer F. Schmidt, das besonders die Ursache des 1. Weltkriegs beleuchtet und insofern topaktuell ist. Vor allem ist es spannend zu sehen, dass damals schon mit den Mitteln des Populismus und der Falschmeldungen versucht wurde, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Im Übrigen zitiere ich gerne aus solchen Büchern in meinen so genannten Cutpoemen und stelle sie in Kontext mit aktuellen Ereignissen, was oft zu der Erkenntnis führt, dass sich scheinbar so viel im Denken nicht verändert hat. Im Gegenteil, ich hab vielmehr den Eindruck, dass wir uns dem alten, konservativen eher wieder annähern, nachdem wir uns sukzessive im Laufe der spießbürgerlichen Nachkriegszeit davon zu lösen schienen. Ganz aktuell will Virginia zum Beispiel das Auswerten von Menstruationsdaten verbieten. Wie gesagt, es geht irgendwie oft in die falsche Richtung, obwohl klar sein müsste, wohin die Reise gehen sollte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Dann zur Abwechslung ein Negativ-Zitat aus dem Cutpoem „Dieses Training macht uns stärker“ (was übrigens einer Fernsehreportage entsprang):

Und ich genieße meine Tränen ganz egal
ganz egal diese schwule Propaganda
                                                           zerstört
unsere Kultur
                     unsere Gesellschaft
                                                    unsere Werte
Männer und Frauen verlieren ihre Orientierung
& werden immer schwächer all diese gefährlichen
äußeren Einflüsse in der Welt und die Alltags
Probleme können uns so einfach brechen da
ist es auch egal wer du bist deine Werte werden
dadurch komplett verdorben dieses Training
dagegen macht uns stärker härter der Geist
wird zu neuem Leben erweckt und wir sind
                                                                     unzerstörbar
tönt es aus dem Box Club Ural Renaissance

Vielen Dank für das Interview lieber Roland, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Roland Adelmann, Schriftsteller

Zur Person_ Roland Adelmann, geb. 1965 in Krefeld, lebt seit über 3 Jahrzehnten im Ruhrpott. Erste Veröffentlichung im letzten „Gasolin 23“ (1986); schlug Ende der 1980er auf Sessions der KünstlerInnengruppe „Flown“ im Rahmen seiner Performance „Wollt ihr den Totalen Müll“ auf Mülltonnen ein und beschmiss das Publikum mit Abfall. Mitherausgeber der richtungsweisenden Underground-Anthologien „Downtown Deutschland“ (1992) und „Asphalt Beat“ (1994); zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: „Die Zukunft stirbt zuerst“, Roman 2021, Edition Outbird / „Bürger-Arrest“, Cut-Poems, 2022, RUP. Seit 1992 Betreiber des Vertriebs und Verlags „Rodneys-Underground-Press (RUP)“ (www.undergroundpress.de).

Foto_privat

27.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gerne“ Sonja Browne, Tänzerin _ Give Peace A Chance _ Wien 8.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gerne

Im

Verein

Eine


Protestierende

Einzigartige

Aktion

Centriert

Erschaffen,


Am


Centralen

Hindernis

Ansetzen,

Niemals

Contra die Dominierenden

Erschlaffen.


Sonja Browne, 27.3.23

Sonja Browne, Tänzerin _
Am Foto: Violetta Höhn und Sonja Browne

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sonja Browne, Tänzerin

Zur Person_ 

Sonja Browne
geboren in Wien. Private Tanzausbildung, Studium der Sozialarbeit und
der Theaterwissenschaft. Tänzerin bei Editta Braun, Willi Dorner, Hubert
Lepka, Olivier Gelpe. Unterrichtstätigkeit und Tourneen in Deutschland,
Frankreich, Japan, Ungarn, Luxemburg, Schweiz, Ecuador. Gründung der
beiden inklusiven Tanzensembles danse brute (1999) und tanzMontage
(2013). Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tanz-Archiv Wien/MUK unter
der Leitung von Dr. Andrea Amort. 

www.sonjabrowne.at

Foto_Nick Mangafas

Walter Pobaschnig _ 27.3.2023

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„Haltung“ Roland Freisitzer, Schriftsteller _ Wien 7.4.2023

Lieber Roland Freisitzer wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unter der Woche beginnt mein Tag normalerweise sehr früh, so gegen 5 oder 5:30. Eine gemütliche Tasse Kaffee (die Zeit muss sein), dann der erste Spaziergang mit Yuki. An vier Tagen in der Woche gehe ich meiner Tätigkeit als stellvertretender Schulleiter der Friedrich Gulda School of Music in Wien nach, wo ich mit einem großartigen Team zusammenarbeiten darf. Am späteren Nachmittag bin ich wieder daheim, Spaziergang mit Yuki, private Mails, sonstige Verpflichtungen. Da der dritte Roman in den ersten Ideen steckt und ich auch noch nicht an einer Übersetzung arbeite (die nächste aber bald beginnen werde), versuche ich, so viel Zeit wie möglich mit Büchern zu verbringen. An den Abenden verbringe ich Zeit mit meiner Frau. An den Wochenenden ist, sofern wir beide nicht an einem Text / Musikwerk arbeiten müssen, Freizeit angesagt…

Roland Freisitzer, Schriftsteller, Komponist, Dirigent

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Haltung. Meiner Meinung nach ist Haltung immer, aber vielleicht gerade jetzt besonders wichtig. In einer Zeit, in der viele Menschen mit großen Problemen konfrontiert sind, ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass z.B. die Menschen in der Ukraine, in Syrien oder an anderen Orten dieser Welt viel größeres Leid durchmachen, als wir. Ein Leid, das wir uns in Wahrheit gar nicht wirklich vorstellen können. Dabei ist es nur allzu leicht, den billigen Provokationen und Verlockungen diverser populistischer Politiker auf den Leim zu gehen, die uns versprechen, dass es uns besser gehen würde, wenn wir unsere Haltung aufgeben. Dass es uns, wenn wir zuerst oder gar nur an uns denken, besser gehen würde. Vielleicht im ersten Moment, doch die Folgeschäden wären katastrophal. Noch nie hat es einer Gesellschaft gutgetan, nur an sich zu denken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich befürchte, dass wir leider an einer sehr gefährlichen Kreuzung in unserer Geschichte stehen. Gesellschaftlich betrachtet. Zu gefährlich sind diverse Tendenzen, zu leicht könnte das, was unsere Gesellschaft im Kern eigentlich ausmacht, kippen. Viele sozialen Errungenschaften, die uns bisher geprägt haben, werden in Zukunft vielleicht nicht mehr als Stütze fungieren. Die Kluft zwischen Reich und Arm wird vermutlich immer größer werden, und das Interessanteste daran ist, dass immer mehr der unter dieser Entwicklung leidenden Menschen die Parteien wählen, die genau diese Entwicklung vorantreiben.

In einer kapitalistisch orientierten Welt, in der es locker möglich ist, Fussballstars Millionengehälter zu zahlen, Topdirigenten Wahnsinnsgagen erhalten, Topmanager irre Prämien/Belohnungen dafür erhalten, schmerzhafte Einsparungen in der Belegschaft und bei den Gehältern der jungen Generation durchgesetzt zu haben, aber gleichzeitig ein Orchester wie z.B. das RSO erneut angezählt ist, läuft Vieles falsch.

Die Literatur hat es da ein wenig leichter als die zeitgenössische Musik (die mir ja auch sehr nahe ist…), weil einfach viel mehr Menschen lesen, als sie Konzerte mit klassischer (und noch weniger, mit zeitgenössischer) Musik besuchen. Weil grundsätzlich jeder Mensch das zum Genuss eines Buches notwendige Handwerk (die Lesefähigkeit) mitbringt. Wichtig wäre eine viel stärkere Unterstützung für die kleinen Indieverlage, die für die Vielfalt in der Literaturlandschaft stehen. Nicht nur durch diverse Fördergeber, sondern auch durch die Buchhandlungen (vor allem auch die freien Buchhandlungen, indem sie vermehrt Bücher der kleinen Verlage gut sichtbar auflegen).

Die Literatur hat, meiner Meinung nach jedenfalls, eine sehr gewichtige Rolle, weil sie nicht nur in fremde Welten entführt, sondern auch so viel in uns verändern kann. Uns Kraft geben, Augen öffnen, zum Träumen verführen und uns auf Abenteuer, in vergangene oder zukünftige Welten mitnehmen kann, die wir sonst nie erleben (oder überleben) könnten. Und das Schöne ist, dass es für jeden Menschen Literatur gibt, die ihn oder sie fesseln wird. Man muss nur finden, was man braucht. Das kann Thomas Mann oder Margaret Atwood, Philip K. Dick oder James Tiptree Jr., aber auch Jo Nesbo oder Tove Alsterdal sein. Ebenso schön ist es, dass man sie überall und auch alleine genießen kann. Ohne Literatur (oder Musik, oder Kunst per se) wäre unser Leben jedenfalls so viel ärmer…

Was liest Du derzeit?

Den Debütroman meines Verlagskollegen Arad Dabiri „DRAMA“ (erschienen bei Septime Verlag Wien)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich bin kein Sammler von Zitaten, ich vergesse sie meistens viel zu schnell wieder, bzw. habe sie nur ungenau in Erinnerung. Ein sehr schönes Zitat, aber, dass mich künstlerisch schon lange inspiriert, ist der folgende Ausschnitt aus Louis MacNeices Gedicht „Snow“.

World is suddener than we fancy it. World is crazier and more

of it than we think, incorrigibly plural.

Vielen Dank für das Interview, lieber Roland, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Roland Freisitzer, Schriftsteller, Komponist, Dirigent

Zur Person_

1973 in Wien geboren, wuchs Roland Freisitzer in Moskau, Warschau, Kapstadt und St. Pölten auf, bevor er sich 1989 erneut nach Moskau begab, um Komposition zu studieren. Der Komponist und Dirigent ist Dozent im Bereich der zeitgenössischen Musik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien sowie stellvertretender Schulleiter an der Friedrich Gulda School of Music in Wien.
2021 erschien sein Debütroman Frey bei Septime Verlag. 2023 erscheint sein zweiter Roman Die Befreiung und mit Emily Maguires Ein Einzelfall auch seine erste Romanübersetzung bei Septime

https://www.rolandfreisitzer.com/

Foto_Bojidara Kouzmanova-Vladar

12.3.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gehen wir doch gemeinsam“ Peter Nitsche, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Wien 7.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


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Peter Nitsche, 26.3.2023

Peter Nitsche, Schauspieler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Peter Nitsche, Schauspieler

Foto_Walter Pobaschnig _ acting „Ganz Wien“ 25.Todesjahr Falco 3/23

Walter Pobaschnig _ 26.3.2023

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„Wer anderen eine Grube gräbt, der hat viel Dreck.“ Marco A. Rauch, Schriftsteller, _ Langensendelbach/D 6.4.2023

Lieber Marco, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Geschäftig, das Leben will verwaltet werden. In der heutigen Zeit muss man Manager sein.

Marco A. RauchSchriftsteller, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhe bewahren, differenziert auf die Dinge sehen, achtsam sein und bleiben.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur hatte immer die Aufgabe zu unterhalten, aber auch Denkansätze zu produzieren. Wesentlich wird weiterhin sein, wie wir mit uns und anderen umgehen.

Was liest Du derzeit?

Ich habe aktuell keine Zeit zum Lesen. Das letzte Buch hieß Geheimbund mit Dame von Mira Stern.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wer anderen eine Grube gräbt, der hat viel Dreck.

Vielen Dank für das Interview lieber Marco, und viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Marco A. RauchSchriftsteller, Künstler

Zur Person_

Marco Anders Rauch wurde 1976 in Erlangen geboren. In der Vergangenheit hat
er für Verbraucherportale Produktrezensionen verfasst, nebenberuflich Texte für
ein IT-Unternehmen geschrieben und sie ins Englische übersetzt. Der gelernte
Fotolaborant hat später eine Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert und einige
Jahre in dem Bereich gearbeitet. Seit 2010 beschäftigt er sich im Bereich der
Medizintechnik mit kranken Menschen und verwebt seine Eindrücke aus der
Praxis gerne mit in die Geschichten.

Bücher:
April 2021: Romandebüt „Hinter deiner Wirklichkeit“.

Webseite: https://www.hinter-deiner-wirklichkeit.de/

Foto_privat

28.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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