Zur Person_Anna Zepnick, geboren, aufgewachsen, beschult und studiert in Dresden. Diplom und Konzertexamen als Pianistin. Arbeitet als Musikerin und Yogalehrerin. Liebt Sprache, seit sie sie beherrscht. Initialbegegnung waren die Bibel und die Grimmschen Märchen.
Schreibt seit 2012 intensiv. 2007 Drehbuch „Mascha, der Kater und der kleine Elefant“, Balancefilm Dresden 2015 Vertonung „so ist das mit dem glück“ / Etta Scollo, Album „tempo al tempo“, Jazzhaus Records, 2016 Gedichte in „Richtungsding X“, Zeitschrift für Gegenwartsliteratur, Herausgeber J. Laarmann, Düsseldorf, 2020 Hörbuch „und singt ewige lieder“ (gefördert durch ein Denkzeit-Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen) annazepnick.bandcamp.com 2022 Teilnahme an Lyrikwerkstatt von Andreas Altmann, Poesiefestival Vollradisroda 2022 Bühnenpremiere von „und singt ewige lieder“ am Societaetstheater Dresden https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/und-singt-ewige-lieder/
Liebe Claudia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aktuell bin ich mit den Proben und der Entwicklung unserer kommenden Produktion Fürsorgliche Städte. Utopien zum Mitnehmen beschäftigt und erfreue mich an der Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Team und den Mitarbeiter:innen des Nordico Stadtmuseum Linz. Die Schlussphase einer Produktion ist immer eine sehr intensive Zeit, viele Entscheidungen sind zu treffen. Das grundlegende Gefühl ist eine freudige Erwartung auf das Zusammentreffen unserer Gedanken und Überlegungen mit dem Publikum. Es sind also sehr arbeitsintensive Tage, die wenig Zeit für Privates und erholsame Pausen zulassen. Wenn sich dann dennoch ein Spaziergang oder ein kurzer Aufenthalt in der Natur ausgeht, freue ich mich sehr darüber.
Claudia Seigmann, Regisseurin, Schauspielerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Herausforderung liegt wohl auch darin, gut auf sich und auf die Mitmenschen zu schauen und acht zu geben. Uns gegenseitig zu unterstützen und zu fördern. Gesamtgesellschaftlich und auch im Kulturbereich sind wir gefordert, uns mit mehr Solidarität und einem konstruktiven Miteinander zu begegnen. Weniger Konkurrenz, mehr Kooperation. Ich finde, das ist bereits spürbar, dass wir uns anders begegnen – behutsamer, wertschätzender, solidarischer.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst schafft Räume, in denen der Umbruch, das Neue, die Herausforderungen verhandelt und erfahrbar gemacht werden können. Wir alle brauchen positive, ermächtigende und Mut machende Geschichten und Erzählungen, die uns aktivieren und uns zu einem anderen Miteinander, zu einem konstruktiven und fürsorglichen Blick auf die Welt einladen. Ich erlebe mehr denn je, wie kraftvoll und wichtig Kunst für uns als Gesellschaft ist: die transformative Kraft, die ihr innewohnt, ist nicht zu unterschätzen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese Bücher gern parallel und da die Recherche für die aktuelle Produktion nun schon hinter mir liegt, erfreue ich mich an Lektüre, die sich auch mal nicht mit Zukunftsbildern und Utopien beschäftigt… J
Das sind gerade Irene Solá, Singe ich, tanzen die Berge; Birgit Birnbacher, Wovon wir leben; Verena Rossbacher, Mon Chéri und unsere demolierten Seelen und Bernardine Evaristo, Mr. Loverman.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Il y a assurément un autre monde, mais il est dans celui-ci“. Freilich gibt es eine andere Welt, aber sie ist in dieser. Paul Eluard
Vielen Dank für das Interview liebe Claudia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Claudia Seigmann, Regisseurin, Schauspielerin
Zur Person_Claudia Seigmann.
Als freie Regisseurin, Schauspielerin und künstlerische Co-Leiterin von theaternyx* produziert sie seit knapp zwanzig Jahren zeitgenössisches Theater vorwiegend in Österreich und Deutschland. Sie arbeitet multidisziplinär im Schnittfeld von Theater, Performance und sozialer Praxis. Seit 2004 ist der öffentliche Stadtraum wiederkehrend Anlass und Schauplatz für orts- und community-spezifische Stückentwicklungen. Mit ihren Inszenierungen war sie zuletzt am Landestheater Linz, am Stadttheater Neuburg, bei der SOMMERSZENE Salzburg, WUK performing arts, Posthof Linz, dem OK im OÖ Kulturquartier, dem Museumsquartier Wien und beim Festival Wien Modern zu Gast.
Studium Schauspiel in Linz und Tanz- und Choreografie Ausbildung in Salzburg. Zahlreiche Auszeichnungen u.a. STELLA Nominierung herausragende Produktion für Jugendliche 2017, Kunstuniversität Linz Forum Stipendium Preis 2015, Bühnenkunstpreis des Landes OÖ Anerkennungspreis 2009.
Jetzt die Krawatte für Tom. Wieder geht es um eine Bewerbung. Das Leben hat für den jungen Studenten eine Wendung genommen. Der Tod des Vaters, seine Schulden, stellt die Welt auf den Kopf…
Und jetzt antwortet er auf die Announce zur Nachlassordnung in der Tageszeitung. Bindet die Krawatte und macht sich auf den Weg…
Zu Dr.Stotz, ehemaliger Politiker, Geschäftsmann, der jetzt an das Ende seines Lebens sieht. Doch nicht nur an das Ende…
Auch zurück. An Tage der Liebe. Die große Liebe. „Melody“….
„Melody lächelte geheimnisvoll und hob fragend ein wenig die Schultern. Auch etwas: das ich nie vergessen werde: dieses Lächeln und die leicht angehobenen Schultern. Ich habe immer wieder versucht, es zu malen, doch es ist mir nie gelungen…“
Und jetzt beginnt für Dr.Stotz und Tom eine gemeinsame Reise zu Wegen, Geheimnissen, Wundern und Verhängnissen der Liebe…
Martin Suter, international erfolgreicher Autor, legt mit „Melody“ einem Roman vor, der wiederum all die Qualitäten eines „Suter Roman“ beeindruckend zu einem mitreißenden Leseerlebnis formt. Höchste Erzählkunst in Sprachkunst, Raffinesse, Abgründigkeit und Humor. Das beginnt mit dem ersten Satz und lässt das Buch auf der letzten Seite mehrmals (erfolglos) weiterblättern, um noch weiter in diesem Sog von Spannung verbleiben zu können…
Es ist sicherlich einer der literarischen Höhepunkte des Jahres und ein Lesegeschenk ganz besonderer Qualität!
„Ein Roman über Liebe, Leben und Verhängnis, der begeistert und mitreißt!“
„Melody“ Martin Suter. Roman. Diogenes Verlag.
Hardcover Leinen, 336 Seiten, erschienen am 22. März 2023
Lieber Jörg, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Seit meinem Fahrradunfall letzten August bin in täglich ein paar Stunden beschäftigt mit Übungen, mein Handgelenk wieder hinzubekommen. Dazu bis jetzt zweimal die Woche zur Ergo- und Physiotherapie. Es hat schon auch was, an sich körperlich zu arbeiten, sich Gutes zu tun. Dann, fast nebenbei, arbeite ich am neuen Buch, die größte Aufgabe ist dabei einen guten Titel zu finden, es erscheint im Mai, also hop hop. Dann gibt es noch weitere, kleinere Projekte, an denen ich dran bin, das Wichtigste ist wie ich finde, Freunde zu treffen. Sonst noch klassisch 2x am Tag kochen und essen, nachts schlafen.
Jörg Zemmler,Schriftsteller & Musiker
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wenn ich das wüsste, wäre ich ein Trainer oder ein Guru. Ich bin aber beides nicht. Mir hilft Musik hören.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Auf einen Aufbruch und Neubeginn warte ich sehnsüchtig und auch schon lange. Kunst und Literatur können viele Sachen, finde ich. Von Trösten über Aufrütteln, Alternativen zeigen, Mut machen zum Beispiel. Außerdem schätze ich die Stille sehr, bei Ausstellungen beispielsweise, aber auch vor einem Konzert oder einer Lesung. Ich denke, wir brauchen alle mehr Stille. U. a.
Was liest Du derzeit?
Marlene Streeruwitz, Nachwelt. Ein Roman.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich habe nachgesehen – das letzte, das ich mir angestrichen habe im Buch ist auf Seite 75. „Weil es eine solche Verschwendung war, in dieser grauenhaften Welt eine Liebe zu haben und keine Zeit dann.“ Wunderbar und wunderbar viel auf einen Punkt gebracht.
Vielen Dank für das Interview lieber Jörg, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Und jetzt schreckt er aus dem Schlaf. Ein Traum, der mit Pfirsichduft und freundlichen Gesichtern beginnt und sich dann plötzlich dreht. In der Bank, in der Detektiv Leopold „Lemming“ Wallisch gerade 14 000EUR beheben will, doch dann stürmen die „Daltons“ herein, maskiert, Banküberfall. Dann schon die Polizei und die greift zu…
Auf den Lemming. Den Unmaskierten. „Unmaskierte Bankkunden werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht.“ Und dann wacht er auf…Erinnerungen.
Und jetzt gilt es sich wieder zu finden. Zu verreisen etwa – zu Tante Wilma in Amsterdam. Frau und Sohn tun es. Doch Lemming bleibt hier. Der Beruf muss wieder ins Laufen kommen…
Ein Auftrag ist auch schon da. Ein Mops wird im Büro überreicht und Maria lässt den Lemming damit allein…
Jetzt beginnt sich die Welt zu drehen und in allen Farben zu schimmern…hell und dunkel…geheimnisvoll und abgründig…und mittendrin der Lemming…und ein Mops…
Stefan Slupetzky, Wiener Autor und Musiker, legt mit „Lemmings Blues“ einen weiteren Band der „Lemming“ Reihe vor und begeistert in Sprachakrobatik wie -witz und einer raffinierten story, die ein phantastisches Verwirrspiel entfesselt, das in den Bann zieht und staunen lässt.
„Ein weiterer Lemming-Roman, der in Sprachkunst, Phantasie und Überraschung begeistert.“
„Lemmings Blues“ Stefan Slupetzky. Kriminalroman. Haymon Verlag 2023
Mario Kuttnig, Schauspieler,singer-songwriter, Autor sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Mario Kuttnig, Schauspieler,singer-songwriter, Autor sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Zur Person _
Meine Lebens-Kunst ist es, Dinge zu erschaffen! Jedoch muss unser Leben größer sein als unsere Kunst. Julia Cameron
Deshalb braucht meine persönliche Kunst immer die Möglichkeit zur Neudefinition, um meine Talente ausleben zu können. So habe ich vielseitige Schaffenskreise wie meine Tätigkeit als Entertainmentmanager, Moderator, Singer/Songwriter, Schauspieler, Autor sowie Trainer & Coach und schenke damit allen meinen Talenten Beachtung. Meine Ideen sind grenzenlos. Bei jeder Gelegenheit strukturiert meine Kunstseele neue Kapitel, meine Prioritäten liegen jedoch beim Publikum und der Möglichkeit, mich auf Bühnen präsentieren zu dürfen, welcher eine bereits 30jährige Erfahrung vorauseilt.
Das bin ich, Mario Kuttnig.
Persönliche Daten geboren am 15. März 1969 in Klagenfurt, österreichische Staatsbürgerschaft verheiratet, Führerschein A, B
Schul- und Weiterbildung 1975-1979 – Volksschule in Klagenfurt 1979-1985 – Gymnasium in Klagenfurt 1985-1988 – Berufsschule in Klagenfurt – Großhandelskaufmann 1995-1996 – Universitätslehrgang für Export und intern. Geschäftstätigkeit 1998-1999 – Berufsreifeprüfung – Matura Seit 2005 – NLP Practitioner, Dipl. Burnout Prophylaxe Trainer, Trauerredner Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater
Künstlerischer Lebenslauf 2022 – SCHAUSPIEL PARITÄTISCHE PRÜFUNG 2021 – REGIEASSISTENZ & ACTOR – NEUE BÜHNE VILLACH 2020 – ZERTIFIZIERTER TRAUERREDNER 2016 – 2018 ENTERTAINMENTMANAGER UND MODERATOR AIDA CRUISES 2016 – WORKSHOP „MAKE THEM LAUGH“ MIT PETER SHUB IN HAMBURG 2015 – SPRECHTECHNIK – STIMMSCHULUNG BEI ANIA KONARZEWSKI (ORF) 2012 – PHYSICAL COMEDY & IMPRO WS MIT P. SHUB UND J. HUDSON, D 2011 – TV-MODERATION WDR „WUNDERSCHÖN – KÄRNTEN“ 2010 – IMPROWORKSHOP MIT VOLKER QUANDT IN TÜBINGEN 2010 – CLOWNWORKSHOP MIT BARBARA THONHAUSER 2008 – TV-MODERATION WDR „EM-STADTPORTRAIT KLAGENFURT“ 2008 – SOMMERTHEATER „DIE RÜPEL IN SHAKESPEARES KOMÖDIEN“ 2007 – SOMMERTHEATER UNTER DER LEITUNG VON REINHARD WINTER 2007 – REGIESEMINAR MIT REINHARD WINTER 2000 – 2023 VERANSTALTUNGS & MARKETINGAGENTUR 1989 – DRESSMAN – AUSBILDUNG GESELLSCHAFTSSCHULE ORTNER
Rollen 2023 „Jack Black“ – Der Tod auf PR Tour Regie: Prof. Michael Weger 2022 „Große Reden – Großer Frauen“ Rolle: Beatrice Fihn, Regie: Prof. Michael Weger 2022 „Die Reise der Verlorenen“ Rolle: Dr. Spanier, Robert Hoffmann, Autor: Daniel Kehlmann 2021 „Synchronisation in Birkenwald“ Rolle: Philosoph Sokrates, Autor: Viktor E. Frankl 2020 „Gerechtes Geld“ – Satire – SOLO Rolle: RG-Win Autor: Michael Yates Crowley Seit 2019 „Krimi Dinner“ Rolle: Autopilot, Der Pate Autor: J. Zimmer Seit 2015 „Jössas Maria und Gabriel“ – SOLO Weihnachtskabarettkomödie mit Musik Text und Idee: Mario Kuttnig Seit 2013 „Butterbrot“ – SOLO Rolle: Martin, Autor: Gabriel Barylli Bühnenfassung: Mario Kuttnig Seit 2011 „Romeo & Julia“ – SOLO Rolle: 8 Rollen Autor: Uli Boettcher 2010 „i feel Good“ – SOLO Reflexion einer Krise eines Mannes ü40 Idee und Text: Mario Kuttnig 2009 „ka Ahnung“ – SOLO Kommunikationschaos zw. Mann und Frau Idee und Text: Mario Kuttnig 2009 „Miles Gloriosus“ Rolle: Palästrio (Hauptrolle) Autor: Titus M. Plautus Szenische Lesung 2015 „Sag JA zum Wahnsinn“ mit Ania Konarzewski Autor: Konarzewski und Kuttnig 2014 „Der alltägliche Beziehungswahnsinn“ mit Ania Konarzewski Autor: M. Merten und Pierre Frankh TV 2021 Fahndung Österreich Servus TV Rolle: Steuerberater Huber
Regie Assistenz 2023 Katharina Schmölzer fast Land 2022 Christine Wiplinger Marlene Dietrich – Blaue Engel 2022 Michael Weger Große Reden – Großer Frauen 2022 Doris Dexel Morast 2021 Mercedes Echerer Die Reise der Verlorenen Musik/SingerSongWriter 2023 „Ans Licht“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2022 „Vergiss mein nicht“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2021 „Ich bin wieder ich“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2019 „Ganslhautalarm“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2017 „Mach mal Urlaub“ Text und Idee: Mario Kuttnig
Buch/Autor ODE an den JAKOBSWEG Gefühlvolles und Humorvolles 2022 Verlag – Buchschmiede ODE an die TRAUER Gefühlvolles und Humorvolles 2021 Verlag – MyMorawa Sonstiges 2007 – 2022 Organisator „Klagenfurter Kleinkunstpreis Herkules“ 2009 – 2015 Vorstand und Organisation Kammerlichtspiele Klagenfurt Seit 2003 Obmann (2014-2017) und Vorstand Theater Service Kärnten 2000 – 2004 Organisation und Durchführung Altstadtzauber Klagenfurt
Es ist eine der spektakulärsten Ausstellungen des internationalen Kunstjahres, die am 31.3. des Jahres in der Berliner Gemäldegalerie eröffnet wird _ Hugo van der Goes _ Zwischen Schmerz und Seligkeit _31.03.2023 bis 16.07.2023 _ Gemäldegalerie | Home (smb.museum)
Hugo van der Goes (um 1440–1482/83) ist als der bedeutendste niederländische Künstler der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts zu bezeichnen, einer Gesellschafts- und Kunstepoche, die von Herausforderungen und Umbrüchen am Vorabend der Reformation geprägt ist.
Das Werk Hugo van der Goes, das in Berlin erstmals in seiner beeindruckenden Bandbreite von Gemälden, Zeichnungen, Skizzen als internationale Gesamtausstellung gezeigt wird, ist in seiner Ausdrucks-, Präsenz-, wie Leucht-,/strahlkraft der figuralen Portrait- wie Sujetdarstellung einzigartig. Der Künstler erzeugt in seinen vorwiegend monomentalen Gemälden wie Zeichnungen eine fesselnde narrative Stimmung, die ausgehend vom biblisch-religiösen Duktus gleichsam in psychologische Innenwelten führt, die über die unmittelbare Darstellung weit hinausgehen. Damit wird der Künstler wegweisend zu weiteren Entwicklungen der Kunst in den folgenden Jahrhunderten.
Der Ausstellungskatalog, im renommierten Münchner Hirmer Verlag erschienen, besticht wie gewohnt in seiner sensationellen Qualität der bildlichen wie wissenschaftlichen Darstellung und Zusammenschau. In umfassenden Essays werden kunsthistorische, biographische Voraussetzungen, Details geöffnet und erläutert und geben so spannende Einblicke in Leben und Werk wie deren vielfältige Vernetzungen und Nachwirkungen.
Der Katalogteil lässt gleichsam in Bilddarstellung und Bildbeschreibung die Ausstellung wieder unmittelbar vor Augen führen und wird zum Bucherlebnis, das begeistert.
Ausführliche Informationen finden sich im Anhang mit Bibliografie, Abbildungsverzeichnis.
„Eine Ausstellungssensation des Jahres als bibliophiles Ereignis in Bild und Wort!“
„Zwischen Schmerz und Seligkeit“ Hugo van der Goes. Ausstellungskatalog Gemäldegalerie Berlin. Hg. Erik Eising, Stephan Kemperdick. Hirmer Verlag 2023, 304 Seiten, 250 Abbildungen.
Einen immergleichen Tagesablauf gibt es bei mir zurzeit nicht. Ich befinde mich aber gerade in einer so genannten „produktiven Phase“, zeichne und male täglich wie eine Wahnsinnige und habe unverschämt viel Spaß dabei. Zwischenzeitlich flowt es einfach, man ist voll von Ideen und Leidenschaft und das sollte man dann nutzen so gut es geht.
Laura Schürmannn (folgende) _Just a few seconds before he broke up / 2015/ Kugelschreiber und Marker auf Papier, digital überarbeitet
Zwischendurch werfe ich meinem flehenden Körper was zu fressen hin, jogge um den Block, treffe mich mit Freunden zur Besprechung von Liebe und Leben auf Kaffee oder Wein.
Wasted Berlin / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet
I enjoy being a woman / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet
Dramatic Posing (part2) / 2023/ Kugelschreiber und Graphit auf Papier, digital überarbeitet
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Was für „uns alle“ jetzt besonders wichtig ist, kann ich wirklich nicht sagen. Wir meinen ständig, die Welt sei so immens im Wandel und alles würde jetzt -mal wieder- so ganz anders werden. Ich fühle das überhaupt nicht. Auch unsere Bedürfnisse und Wünsche scheinen mir stets unverändert zu bleiben: Das Streben nach Bedeutung in dieser Welt, Liebe, Anerkennung, Familie. Und genau darum sollten wir uns einfach weiterhin kümmern. Die Dinge in unserem eigenen kleinen Radius voranbringen und im Gleichgewicht halten. Die Welt wäre glaube ich eine sehr viel bessere, wenn jeder mehr bei sich selbst bliebe. An dem, was für uns alle besonders wichtig ist, hat sich in der Vergangenheit nicht viel geändert und wird es glaube ich auch in Zukunft nicht.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Ich halte den sogenannten Aufbruch der Gesellschaft, den großen Wandel im Großen und Ganzen wie gesagt für eine Illusion. Übrigens bleibt das „Wesentliche„ für mich auch stets dasselbe, egal wie sehr die Welt sich auch wandeln mag. Tatsächlich bleibt mir bei dem kläglichen Versuch, Tag für Tag meine eigene kleine begrenzte Welt in Ordnung zu halten auch gar keine Zeit mehr, mir den Kopf über weltliche Zusammenhänge zu zerbrechen und ich frage mich auch oft, wie all die anderen das zeitlich hinkriegen, die „am Weltgeschehen Interessierten“. Ich meine, etwas muss da doch auf der Strecke bleiben. Möglicherweise das eigene Leben?
Clubbing Couple/ 2022 / Graphit auf Papier, digital überarbeitet
Auch die Rolle der Kunst wird hoffentlich dieselbe bleiben und das ist übrigens eine sehr schöne Rolle, wie ich finde: Sich in der Kunst eines anderen, einem Satz, der Atmosphäre in einem Bild, einer Melodie gewissermaßen schockartig wiederzuerkennen und zu merken, dass man ja doch gar nicht so verdammt allein ist mit seinen Gedanken, Gefühlen, Empfindungen in dieser großen weiten Welt. Mit einem Mal verschwindet das Gefühl von Einsamkeit. Dafür ist Kunst meiner Meinung nach von jeher da gewesen: Zur Eliminierung jener Einsamkeit, zu der vor allem wir Menschen ja irgendwie verdammt sind.
Katerblau-Club Berlin/ 2015 / Verschiedene Zeichnungen, digital collagiert
Messy Table Scene / 2022 / Kugelschreiber auf Papier, digital überarbeitet
Was liest du zurzeit?
Schändlich, aber wahr: Im Moment tatsächlich nichts. Mir fehlt auch einfach im Moment die Zeit. Der letzte, wirklich gute Autor, den ich gelesen habe war Wolfgang Herrndorf, der der „Tschick“ geschrieben hat. Seit seinem Tod kam leider nichts Vergleichbares mehr nach.
Reading while it´ s snowing outside / 2023 / Digitale Zeichnung
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„We are eternal, all this pain is an illusion“ ist eine immer wiederkehrende Zeile aus dem Songtext von Tools „Parabola“.
Untiteled / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet
Vielen Dank für das Interview liebe Laura, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Laura Schürmann, Malerin, Zeichnerin und Grafikern
Laura Schürmann, Malerin, Zeichnerin und Grafikern
Zur Person_Laura Schürmann, 1985 geboren und aufgewachsen in Witten im Ruhrgebiet, gelernte Gestaltungstechnische Assistentin und Mode-Journalistin, lebt und arbeitet seit 2006 als freie Künstlerin in Berlin. Inspiration für ihre teils düster anmutenden Gemälde, Zeichnungen, Kollagen, Grafiken und Digital Drawings (die sich häufig um die Körperlichkeit des Menschen, seine Sexualität, Aussenseitertum, Hedonismus und Zerstreuung in der Hauptstadt drehen) holt sie sich gerne im Berliner Nachtleben. Neben ihrer freien Kunst entwirft sie auch Plakate und Flyer, unter anderem 2015 für den prominenten Berliner Techno-Club Berghain.