„Chaos“ Jürgen Polinske, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Berlin 17.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gebeutelt die Griechen, das Land in seiner Geschichte

Im fernen Früher einst, wie heute

Vergingen sie sich aneinander

Einig aber vertrieben sie die Perser, lebten lange Zeit in Frieden


Penelope, wie ihr Mann so klug

Erhielt sich den Frieden im Haus, begann

Abends aufzutrennen, was sie tagsüber gewirkt

Chancenlos die wüsten Freier und

Einig war sie sich mit ihrem Personal


Am Beginn der Welt war doch Frieden,


Chaos[1] kannte nicht Kampf noch Krieg, nicht

Heere, geordnet vergeudete Energie, auch

Angst nicht, Elend und grausigen Tod

Nieder alle Waffen,

Chaos – alle sind Menschen einer Welt

Einigkeit, wechselseitiges Vertrauen hilft, wie damals schon


[1] Ist das ungeordnete energiesparendste System in dem alles in ihm Enthaltene alle Freiheitsgrade hat, es also keine Konflikte geben kann, das in der Vorstellung der Griechen noch vor den Göttern und Menschen bestand

Jürgen Polinske, 6.4.2023

Jürgen Polinske, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jürgen Polinske, Schriftsteller

Zur Person: Jürgen Polinske, 1954 in Potsdam geboren, 1973 Abitur NVA, Kristallographiestudium (nicht beendet), Dienst an der Staatsgrenze der DDR Fachschulstudium, Bibliotheksfacharbeiter, verheiratet, zwei Kinder. Von 1990 bis April 2018 Obermagaziner der Zentralen Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, jetzt Rentner

Werke:

„in guter Gesellschaft“

 „stürmische Umarmung“

„Infinitamente Azul y Sabor a Cacao / ursprüngliches Blau und Geschmack von Kakao“

“Am Ende der Siesta / AlFinal de la Siesta“

„Erborgtes Licht mit geborgten Worten von den Brüdern Humboldt“ Gedichte / mehrsprachig

„Dos huellas en el agua / zwei Spuren im Wasser ; collección Plegar orillos2

Frühe Veröffentlichungen und erste Artikel schon in der Schulzeit; Später verstärkt Lyrik in Zeitschriften wie „neues leben“, in verschiedenen Anthologien während der Armeezeit, in diversen Zeitungen wie z.B. „Hellersdorfer“, „Humboldt“

Seit 1998/99 öfter in Anthologien u.a.

– Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, ausgewählte Werke

– der Anthologie der Frankfurter Bibliothek der Brentanogesellschaft

– die Literareon Lyrik Bibliothek

– „seltenes Spüren“, „So weit so grün“

sowie in spanischsprachigen Anthologien: „palabras de la tierra“ ; „El abrazoo del Nogal de Daimuz / Antologia Lorquiana“; „Letras de Babel 4“ ; für das 1. Internationale Festival der Poesie für den Frieden in Paris vom 19.09. bis 23.09.2007 miterarbeiteten Anthologie „… am Leben gewinnen wir“ des Karlshorster Dichterkreises

Herausgeber    mehrerer Anthologien zur internationalen Dichterbegegnung „Cita de la Poesia“; „was wir zu sagen haben“, „Arboretum“; „Dulcinea lebt, Herr Quijote“ ; „brennen auf den Nägeln und der Seele“; „LiebeSünde – Amor Pecado“; „Unter Kiefern und Königspalmen – Entre Pinos y Palmeras“ (dt.-kubanische Anthologie); „Ich will alles von der Welt“ zur 25. Cita und für Elisabeth Hackel, ihren letzten Gedichtband; „Tage ohne Geländer“; „Interrogantes del viento _ Fragen des Windes“ für Maria Nancy Sanchez Perez,

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.4.2023

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Anti, Lisei Luftvogel. Roman. Tredition.

1970er Jahre. Ruhrgebiet. Das Leben in Generationen. Wie gehabt…

Aber da gibt es auch andere, neue Lebensentwürfe. Leben, Liebe, Kinder. Neue Modelle, neue Wege…

Und jetzt beginnt für Maja, die Tochter von Dora und Dieter, die Schule. Form, Struktur und starres Verständnis von Gesellschaft treffen jetzt aufeinander…

„Die Schule ist doof…und Frau Wiemers versteht gar nichts…“

Die Eltern stehen jetzt vor der Aufgabe Welt und Wege zu verbinden. Ich und Wir als Entwurf zu leben und zu ermöglichen…

Und Maja macht ihre Erfahrungen und sucht sich ihre Welt im Erleben, Protestieren, Verändern und Weitergehen. Versucht mit Konfrontationen umzugehen und Stellung zu beziehen…

Maja geht ihren Weg. Nicht allein…

Lisei Luftvogel lädt mit ihrem Roman „Anti“ zu einer mitreißenden Zeitreise einer Kindheit und Jugend in 1970er Jahren und begeistert dabei in Sprachvirtuosität, Erzählspannung und feiner wir kritischer Psychologie und Gesellschaftskritik.

Die direkte Erzählform, welche die Autorin, meisterhaft beherrscht, hat eine außerordentliche Anziehungskraft, die gleichsam mit Maja Weg und Herausforderungen begeistert miterleben lässt. Zudem überrascht Kreativität, Phantasie und Reflexionsimpuls, die das Lesen zum Erlebnis wie zum kritischen Reflexionsimpuls werden lässt.

„Ein wunderbares Romandebüt, das in Erzähl-, Sprachkraft wie kritischen Reflexionsimpulsen begeistert!“

Anti, Lisei Luftvogel. Roman. Tredition.

Veröffentlichungsdatum: 01.05.2023

ISBN: 978-3-347-87791-7

Sprache: Deutsch

Buchtyp: Hardcover

Seiten: 120

Zur Person: Lisei Luftvogel, 1971 in Essen geboren, lebt und arbeitet in Ferrara als Deutsch- und Feldenkrais-Lehrerin. Abschluss des Philosophiestudiums in Perugia. Mitwirkung an der Jahreszeitschrift für Ästhetik Davar, Reggio Emilia mit Artikeln über W. Benjamin, R.M. Rilke und M. Basho. 2021 erschien in der Jahresanthologie der Textmanufaktur der Anfang dieses Romans.

Walter Pobaschnig 4_23

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Bachmannpreis _ Rückblickinterview: „Als Autorin war die Teilnahme nichts weniger als ein Glücksfall.“ Romana Ganzoni, Schriftstellerin _ Bachmannpreisteilnehmerin 2014 _Celerina/CH 18.4.2023

Liebe Romana Ganzoni, Du hast 2014 am Bachmannpreis in Klagenfurt teilgenommen. Wie kam es zu Deiner Teilnahme und wie gestaltete sich Deine Vorbereitung? Welche Erwartungen hattest Du?

Eine befreundete Autorin wies mich auf den Bachmannpreis hin, das wäre doch etwas für dich, sagte sie, und ich dachte, ja, warum eigentlich nicht?, dann habe ich einen Text geschrieben – er kam als Eruption – und ihn an eine Jurorin geschickt, die mich daraufhin nach Klagenfurt eingeladen hat.

Als Vorbereitung traf ich einen befreundeten Schauspieler, der mir während einer Stunde beibrachte, wie ich den Text dramatisieren kann, was sich in Klagenfurt als Fehler erwies, die Jury hatte meinen Text offensichtlich gerne gelesen, mit meiner Lesung konnte sie aber nichts anfangen und ließ mich das wissen. Niemand setzte sich für den Text ein, und ich dachte, wow.

Meine Erwartung wurde trotzdem erfüllt, es war mir gelungen, einen ersten Schritt in die Welt der Autorinnen und Autoren zu machen. Ich war glücklich.

Romana Ganzoni, Schriftstellerin, Bachmannpreisteilnehmerin 2014 _
Fotos ORF Archiv (alle folgenden)

Im Verlauf der Bachmannpreisgeschichte gibt es immer wieder Veränderungen im Setting und des Ablaufes. Wie war es damals bei Dir und wie hast Du das Ankommen, die organisatorische und kollegiale Begleitung erlebt?

Ich kam am Bahnhof an, bezog das Hotel und begab mich zu einem kleinen Empfang, bei dem ich gleich von einer Person belästigt wurde, zum Glück kam kurz darauf der Autor aus der Schweiz dazu, in seiner Nähe fühlte ich mich sicher.

Gab es im Vorfeld der Veranstaltung Kontakte zu den Mitlesenden und der Jury und wie war der Kontakt (Kontaktmöglichkeiten) vor Ort?

Kontakt hatte ich in Form einer informellen Begrüßung der Jurorin, die mich eingeladen hatte und später, am See, leider abermals mit der Person, die mich (erneut) belästigte, aber vor allem und zum Glück gab es viele Gelegenheiten, mit den anderen Autorinnen und Autoren zu sprechen, wir spazierten miteinander durch die Stadt, saßen am Wasser, gingen aus, schauten uns gemeinsam Lesungen an, dabei lernte ich verschiedene Interessierte und Habitués kennen sowie Verlags- und Agenturleute.

In bester Erinnerung habe ich auch den eleganten Empfang auf Schloss Maria Loretto, es war ein Abend mit viel Austausch, dort sah ich erneut die jüngere Frau, von der ich erst Ende Woche erfahren sollte, dass sie in offizieller (Schweizer) Mission in Klagenfurt war, sie hatte mich konsequent gemieden, bestimmt weil sie davon ausgehen durfte, mich nie wieder zu sehen, ihre Einschätzung meines Marktwertes und meines baldigen Untergangs als Autorin war damals bestimmt realistisch, so hätte es tatsächlich gehen können, ich war schon älter (47 Jahre), eine Frau, aus einer Randregion, vielsprachig, ohne Buchpublikation, nicht in der Literatur-, Kultur- und Medienszene verankert, ohne Kontakte, mit anderen Worten: völlig unbedeutend.

Die jüngere Frau war mir bereits früh aufgefallen, wie sie begeistert mit den männlichen Autoren und Juroren sprach. Als ich erfuhr, um wen es sich handelt und sie – trotz hohen Peinlichkeitspotentials – auf ihr Verhalten ansprach, sagte sie nach einer (wie befürchtet: schrecklich peinlichen) Pause, falls Sie einmal ein Buch haben sollten, schicken Sie es mir, ich schaue, was ich für Sie tun kann.

In welchem Hotel und wie war die Unterbringung und an welche Begleitveranstaltungen erinnerst Du Dich?

Ich war im Hotel Goldener Brunnen untergebracht. Was für ein poetischer Name!

Wie gestaltete sich die Auswahl für die Lesungstermine und wann hast Du gelesen?

Ich habe am Freitagnachmittag gelesen, und das Timing hätte schlechter nicht sein können.

Wie hast Du Dich unmittelbar auf Deine Lesung vorbereitet? Gab es da eine organisatorische Begleitung?

Unmittelbar vor dem Auftritt habe ich etwas Wasser getrunken, kontrolliert, ob Taschentuch und Hustenbonbon griffbereit sind, einen Blick in den Spiegel geworfen, Frisur sitzt, Maskara nicht verschmiert, los!

Eine organisatorische Begleitung im engeren Sinne gab es nicht. Gerne erwähne ich jedoch an dieser Stelle den eben hart abservierten Moderator Christian Ankowitsch, der besonders freundlich und angenehm war.

Der Umgang mit ihm erinnert mich an denjenigen mit der wunderbaren Daniela Strigl im Anschluss an die Bachmanntage 2014, Strigl war bereits als Jury-Vorsitzende ernannt, als ihr unverhofft eine andere Person vor die Nase gesetzt wurde.

Welchen Text hast Du in Klagenfurt vorgestellt?

Mein Text hieß Ignis Cool. Das ist der reale Name eines Autos, der sich großartig widerspricht: kaltes Feuer. In diesem Auto sitzt eine Frau, sie kommt nicht mehr vom Fleck auf der verlassenen Passstraße, plötzlich erscheint ihre Mutter auf dem Rücksitz, packt ein Käsebrot aus und fordert die Tochter auf, sich in die Luft zu sprengen.

Ein klarer Fall von Auto-Aggression, wie eine Kritik festhielt.

Wie gestaltete sich die Jurydiskussion zu Deinem Text. Wie hast Du diese persönlich erlebt und wie beurteilst Du diese? Hast Du Dich auch in der Diskussion zu Wort gemeldet?

Ich wurde runtergemacht und habe dies wortlos über mich ergehen lassen. Es war ja keine Überraschung, dass so etwas passieren kann. Für mich war es nicht angenehm, aber auch keine Katastrophe, denn die Diskussion hatte mit der Qualität des Textes wenig zu tun. Der Truppe missfiel vor allem, wie ich vorgelesen hatte. Das ist ihr Recht.

Mit welchem Feedback und persönlichen Emotionen hast Du den Lesungsort danach verlassen?

Das Feedback lautete vielleicht: Vergrab dich!

Ich aber war zufrieden und hungrig. Der Blick in den Spiegel zeigte, die Frisur war bulletproof, sie hätte noch eine weitere Runde mitgemacht, aber ich wurde nicht mehr gerufen.

Natürlich hatte ich mir eine positive Jury-Diskussion gewünscht, gleichzeitig war mit allem zu rechnen, das wusste ich, das wissen alle, die lesen, es spielen so viele Faktoren in die Wertungen hinein, Taktik, Selbstdarstellung und Gesichtswahrung, manchmal eine kleine Rache, viel Persönliches halt, wie überall, wo es zur Sache geht und so richtig unterhaltsam wird für das Publikum, auch Hick-Hack unter den Jury-Leuten, eine unübersichtliche, aber immerhin nicht langweilige Situation.

Wie hast Du die Zeit unmittelbar nach der Lesung verbracht und was war für Dich da wichtig? Gab es Gespräche danach mit Jury, Mitlesenden?

Es gab sofort viel Aufmunterung, Witze und ein paar lustige, aber auch ernsthafte Gespräche, an die ich mich gerne erinnere. Danach wurde ich zu einem Radio-Interview gebeten, das ich mir vor Kurzem wieder angehört habe, ich staunte über meine gute Laune, der Tenor ist genau gleich wie in diesem neusten Interview, dazwischen liegen neun Jahre.

Im Anschluss hatte ich einen erhellenden Email-Verkehr mit zwei Jury-Mitgliedern und anderen Beteiligten, der nicht unwesentlich zu der abschließenden Beurteilung der Abläufe beitrug.

Welche Reaktionen gab es nach Deiner Lesung und wie gestalteten sich für Dich die weiteren Lesungstage und die Preisverleihung?

Meine Familie war irritiert, weil meine Lesung am heimischen Bildschirm mittendrin unterbrochen wurde, was dem Timing des Senders geschuldet war, um 16.30h war Schluss mit der Übertragung. Unsre Kinder waren damals 16, 13 und 8 Jahre alt, sie sahen nur das Schlimmste, deshalb rief mein Mann früher als vereinbart an, er wollte wissen, ob ich noch lebe. Ich konnte ihn beruhigen.

Den Rest der Veranstaltungen habe ich als entspannte Zuschauerin verfolgt.

Eine gute Lektion war die mediale Berichterstattung zu den Lesungen, die ich in ihrer Breite erst wahrnahm, als ich wieder zu Hause war. Streckenweise harsch, gerne hämisch und mit einigen Sachfehlern versehen zeigte sie auf, was Leute, die sich der Öffentlichkeit stellen, unter Umständen erwartet. Seither habe ich mehr Sinn und Mitgefühl für alle, die auftreten, sich exponieren, etwas wagen oder sich kontrovers äußern. Mit schnellem Verurteilen bin ich deshalb oft zurückhaltend.

Berührend waren die Reaktionen der Leute in Dorf und Tal. Viele hatten gesehen, wie es mir ergangen war und hatten Lust, etwas Tröstliches zu sagen oder, dass es ihnen leid tue, wenn wir uns auf der Straße, in Kino, Zug oder Coop begegneten. Das gab neue Verbindungen und eine noch stärkere Verankerung in meiner Heimat.

Welche Erinnerung hast Du in Abstand und Resümee an den Bachmannpreis? Welche Erfahrungen hast Du da gemacht?

Es gab sehr viele schöne Begegnungen, ich knüpfte neue Freundschaften und hatte zu allen Autorinnen und Autoren ein herzliches Verhältnis, einige Kontakte pflege ich bis heute.

Gleichzeitig war es die patriarchalste, sexistischste und rassistischste Erfahrung, die ich bis dahin gemacht hatte, mit anderen Worten: sehr lehrreich.

Über die rassistischen Übergriffe berichte ich nicht, weil sie nicht mir galten, ich war lediglich wütende Zeugin. Diese Erfahrung hat meinen Blick für das Thema Rassismus geschärft, mich sensibilisiert und dauerhaft verändert.

Wie hat die Teilnahme am Bachmannpreis Deine weitere schriftstellerische Laufbahn beeinflusst?

Die Teilnahme hat mich – die ältere, mehrsprachige Frau aus der Randregion ohne Kontakte und ohne Buch – sichtbar gemacht. Das war wunderbar.

Als Autorin war der Bachmannpreis nichts weniger als ein Glücksfall.

Gibt es noch Kontakt zu Mitlesenden, Jury, Journalisten*innen oder Bezugspersonen in Klagenfurt?

Ja, wie oben gesagt, ich pflege mit einigen Autorinnen und Autoren einen freundschaftlichen Kontakt, würde aber alle, auch die, die ich nicht mehr gesprochen habe seit Klagenfurt, sofort und gerne zum Kaffee treffen. Das gilt auch für mindestens ein halbes Dutzend anderer Leute, die ich seit Klagenfurt kenne und schätze.

Würdest Du noch einmal am Bachmannpreis teilnehmen?

Ja, klar.

Was wünscht Du Dir für den Bachmannpreis?

Gute Texte.

Was möchtest Du den aktuellen Teilnehmer*innen mitgeben?

Schreibt über das, was euch umtreibt, ich möchte es hören und lesen. 

Welche Erinnerung hast an den Lesungsort Klagenfurt und welche Aktivitäten hast Du in der Stadt unternommen?

Das Studio war sehr sauber und die beiden Damen, die Make-up und Frisur gemacht haben: zauberhaft!

Klagenfurt also: Sauberkeit, Glitzerpuder, Lockenstab. Außerdem: schöne Speisekarten, große Portionen, süffiger Weißwein.

Welche aktuellen Projekte gibt es derzeit für Dich?

Ich schreibe an einem neuen Roman.

Vielen Dank für das Interview, liebe Romana Ganzoni!

Ich habe zu danken, lieber Walter Pobaschnig.

Romana Ganzoni, Schriftstellerin, Bachmannpreisteilnehmerin 2014 _

Bachmannpreis _ Rückblick _Interview:

Romana Ganzoni, Schriftstellerin, Celerina/CH  _ Bachmannpreisteilnehmerin 2014

Zur Person _ Romana Ganzoni, geboren vor dem Zvieri. Es war ein Dienstag. Es war April und Scuol. 1967. Der Kopf glänzte zwetschgenblau. Später Matura in Ftan et cetera. Im Wesentlichen unverändert. Blaue Handtasche. Darin etwas zum Schreiben. Immer wieder Arbeit am Roman. Erzählungen, Gedichte, Essays. Kommentare und Kolumnen in verschiedenen Zeitungen und Blogs.

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Aktueller Roman_ „Magdalenas Sünde“ Romana Ganzoni. Diogenes Verlag

Taschenbuch
128 Seiten
erschienen am 23. November 2022

978-3-257-24656-8
€ (D) 12.00 / sFr 16.00* / € (A) 12.40

https://www.diogenes.ch/leser/titel/romana-ganzoni/magdalenas-suende-9783257246568.html

Fotos_Bachmannpreis 2014 _ ORF Archiv

Foto_Portrait_Anna Positano

Walter Pobaschnig, Interview 12.3.2023

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„Maria Callas ist unglaubliche Eleganz gepaart mit Temperament“ Michaela Khom, Sängerin _ 100.Geburtstag Maria Callas _ Wien 16.4.2023

Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas
Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas

Liebe Michaela Khom, welche Bezüge gibt es von Dir zu Maria Callas?

Früher hat mir ihre Stimme überhaupt nicht gefallen, aber jetzt, wo ich mich mehr mit dem klassischen Gesang auseinander setze, erkenne ich die Qualität einer Callas. Ihre Stimme war so farbenreich und dicht, das hört man nicht alle Tage…

Was machte für Dich die Aura der „Callas“ aus?

Maria Callas ist unglaubliche Eleganz gepaart mit Temperament und einer Selbstsicherheit, von der man sich gerne ein Stück abschneiden würde. Ich finde es immer sehr bewundernswert, wenn Leute genau wissen, was sie können und ganz selbstverständlich dazu stehen- ohne eine große Egonummer abziehen zu müssen.

Gibt es ein bestimmtes Musikstück, das Du hervorheben möchtest und warum?

Casta Diva (Norma)

Sie versucht nicht zu beeindrucken, sie ruht in sich und das hört man in der Stimme. 

Maria Callas und die Liebe. Kunst und Leben. Wie sieht da die Wechselwirkung aus?

Ich glaube Maria Callas’ große Liebe war der Gesang. Ob da jemals ein Mann diesen Stellenwert erreicht hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Kunst und Leben kann man nicht trennen. Wenn man KünstlerIn ist, kann man gar nicht anders, als zu schaffen und zu gestalten, dann vereinnahmt und gestaltet die Kunst das ganze Leben. Dazu braucht es nicht mal eine Entscheidung. Wozu es aber eine Entscheidung braucht, ist, der Liebe im Künstlerdasein Raum zu geben. Auch umgekehrt ist es wichtig, einen Partner zu haben, der der Kunst Raum gibt.

Was lässt Liebe gelingen?

Liebe ist nicht etwas, was man schaffen oder bewältigen kann. Entweder man liebt, oder nicht. Und wenn man liebt, kann man alles schaffen, dann kann „Beziehung“ gelingen, dann nimmt man auch alle Schwierigkeiten in Kauf und tut gerne alles dafür, diese zu bewältigen.

Menschen in meinem Umfeld sind oft erstaunt, dass mein Partner und ich nach so langer Zeit noch immer so liebevoll miteinander sind, aber wir können gar nicht anders. Wenn man jemanden gern hat, dann tut man doch nichts lieber, als es demjenigen auf alle möglichen Arten zu zeigen.

Was kannst Du von Maria Callas auf Deinen künstlerischen Weg mitnehmen?

In den letzten Jahren hat sich mein Verhältnis zu meiner Stimme verändert. Ich bin nun mehr auf der Suche nach meinem Klang und versuche nicht meine Stimme wohin zu drängen, wo sie nicht zuhause ist. Ich glaube Maria Callas hatte ihren Klang sehr früh gefunden, das ist ein Glück und hängt wesentlich mit Faktoren zusammen, wie zB den körperlichen Voraussetzungen, dem Umfeld und den LehrerInnen die man hat. Und wenn man da in allen Punkten den Jackpot erwischt, wird man vielleicht eine Maria Callas. Wenn nicht, bleibt man halt so lange dran, bis man sich und seine Stimme gefunden hat. Das kann dauern, ist aber auch unglaublich spannend!

Was sind Deine kommenden Projektpläne?

Momentan probe ich wieder für ein Musical, dann steht die Premiere mit dem zweiten Musikkabarett meiner Band „Die Duetten“ an. Ab Herbst gibt es wieder eine Operette und eventuell auch wieder eine moderne Oper, Konkretes kann ich bald berichten.

Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas

Vielen Dank, liebe Michaela, für das wunderbare gemeinsame Projekt in Bild&Wort und viel Freude und Erfolg weiterhin!

100. Geburtstag Maria Callas _ 2023

Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien __acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris)

https://www.michaelakhom.at/

Herzlichen Dank an das Grand Mercure Biedermeier Hotel Wien für die freundliche Kooperation!

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig

https:literaturoutdoors.com 2_23

„dass viele Menschen sich Theater leider oft nicht mehr leisten können“ Sarah Hobl, Musicaldarstellerin _ Wien 16.4.2023

Liebe Sarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nun, mein jetziger Tagesablauf variiert immer ein wenig. Da ich neben meiner Tätigkeit als Künstlerin noch arbeite, ist mein Tag oft ziemlich vollgepackt. Aufstehen, vorkochen für den Tag, ab in die Arbeit und danach steht meist noch eine Probe oder eine Tanzstunde für den Ausgleich an!

An einem halbwegs freien Tag mache ich Sport oder Yoga und arbeite an meinem Programm für die nächsten Auditions, nehme Songs auf oder mache eigene Choreos 🙂

Sarah Hobl, Musicaldarstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde, dass gerade der Zusammenhalt im Moment eine große Rolle spielt! Es ist wieder alles frei zugänglich und die Menschen strömen nur so nach draußen, ins Kino, in die Natur und vor allem ins Theater. Man merkt, dass die Leute wieder unterhalten werden und das Leben wieder genießen wollen. Das ist für uns Künstler die Bestätigung, dass die Leute uns einerseits unterstützen und uns auch schätzen.

Für mich spielt aber neben dem Zusammenhalt auch der respektvolle Umgang miteinander eine ganz große Rolle! Jeder hat eigene Erfahrungen gemacht, Verschiedenes erlebt und jeder hat andere Stärken und Schwächen, vor und hinter der Bühne! Gerade da kann man gemeinsam etwas Großes schaffen, wenn man nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeitet.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass das Theater den Menschen weiterhin ein Ort sein wird, an dem sie in eine andere Welt eintauchen und den Alltag für einen Moment vergessen können. Natürlich ist auch das Theater von Teuerungen betroffen und man bekommt mit, dass viele Menschen sich das leider aber oft nicht mehr so leisten können wie früher. Ich hoffe, dass es in Zukunft aber dennoch weiterhin für alle möglich ist, ins Theater zu gehen, um einen magischen Abend zu erleben.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich „Le Cid“, eine französische Tragikkomödie in 5 Akten von Pierre Corneille. Ich bin sehr Französisch-interessiert und habe selbst ein halbes Jahr in Paris gelebt. Ich fühle mich mit Frankreich sehr verbunden und habe einige französiche Werke zuhause, sowohl modern als auch die französischen Klassiker. Generell lese ich sehr gerne historische Romane oder Krimis. Es ist so wie auf der Bühne: es eröffnet sich eine ganz andere Welt, in die man eintaucht und erlebt die erzählte Geschichte auf seine eigene Art und Weise.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Träumst du noch oder lebst du schon?

Gerade heute finde ich es wichtig, dass man seine Träume nicht aufgibt, denn oft lohnt es sich, dafür zu kämpfen. Auch wenn es hart ist und viele Rückschläge auf einen zukommen werden, ist es manchmal das Erfüllendste, seine eigenen kleinen Fortschritte zu bemerken und verfolgen und irgendwann wird man die ersten kleinen Erfolge feiern, die einem weiterhin die Motivation und den Ansporn geben, weiter für diese Träume zu arbeiten!

Sarah Hobl, Musicaldarstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Sarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musical-, Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Sarah Hobl, Musicaldarstellerin

Zur Person_ Sarah Hobl, Musicaldarstellerin, in St. Pölten geboren, wohnhaft in Wien & St. Pölten, bereits gespielte Produktionen:

Into the Woods: Rolle Aschenputtel

Musicalkonzert mir Drew Sarich im Stadttheater Baden: Rolle Solistin/Ensemble

Werbespot für StarsFitness

Aktuell bei der Glöckner von Notre Dame im Wiener Ronacher

Derzeit Schauspielerin bei Mörderdinner

Fotos_Aylin Martinović

Walter Pobaschnig _ 12.4.2023

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„Gerade eben“ Marlies Pahlenberg, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 16.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gerade eben

Ist mir etwas heruntergefallen

Vielleicht ein Gedanke

Er zerfiel in Erinnerungen


Passierende

Erinnerungen

An Ahnen an Ahnungen an alle

Chroniken

Ehe wir vergessen dass


Alles verbunden ist durch


Chaos durch den dunklen

Humor

Alle möglichen Antworten

Nichtwissend

Collagiertes Leben

Erlebtes neu aufkrempeln


Marlies Pahlenberg, 1.4.2023

Marlies Pahlenberg,
Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Marlies Pahlenberg, Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)

Kurzbio:

– 1988 geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin

– seit 2022 Meisterschülerstudium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee

– 2014-2022 Studium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Abschluss Diplom

– 2019-2020 DAAD Auslandsjahr am Instituto Superior de Arte (ISA), Havanna, CU

– 2009-2013 Studium der Spanischen Sprache und Literatur an der Universidad Complutense de Madrid, ES, Abschluss Bachelor

www.marliespahlenberg.com

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 1.4.2023

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„Verflucht seien die Elstern“ Sarah Beicht, Autorin _ Give Peace A Chance _Mainz 15.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Verflucht seien die Elstern

G         ehen wir gemeinsam

I           n unbekannte Wälder und folgen den

V         ögeln, ich glaube, es sind

E          lstern.


P         eng! fällt

E          in Schuss und

A         ch! noch ein zweiter.

C         haos im Wald, alles wegen der

E          lstern.


A         ber.


C         ollagen aus Blättern, Zweigen und Blut

H         aben den Wald in Wüste verwandelt. Von

A         llen Seiten

        ähern sich Tiere, helfen dem Wald und nutzen die

        hance. Verflucht seien die

E          lstern.


Sarah Beicht, 31.3.2023

Sarah Beicht_Autorin, Moderatorin, Veranstalterin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sarah Beicht_Autorin, Moderatorin, Veranstalterin

Zur Person_Sarah Beicht, geboren 1993 in Mainz, ist freie Autorin, Moderatorin und Veranstalterin. 2021 erschien ihr erster Erzählband „Ein Kreis aus Salz“ im Rhein-Mosel-Verlag, 2023 folgt die Novelle „Weiße Kreidekreuze“ im Verlag Brot&Kunst. Ihre Texte wurden mehrfach ausgezeichnet. Sie moderiert regelmäßig literarische Veranstaltungen im ganzen Rhein-Main-Gebiet. Gemeinsam mit Ingo Bartsch betreibt sie „die Leselampe – eine Lesebühne in Mainz“, für das Literaturhaus Wiesbaden kuratiert sie die Lesebühne „Textkontor“.

Weitere Infos unter www.letterwald-mainz.de.

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 31.3.2023

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„unsere Egozentrierung zu verlassen und für andere da zu sein“ Olav Amende, Schriftsteller _ Lepzig 15.4.2023

Lieber Olav Amende, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Fast jeder Tag beginnt für mich mit einem guten Frühstück, Radio hören und zehn Minuten Schreiben. Über die Woche verteilt gehe ich neben meiner Lohnarbeit regelmäßig Laufen und zum Boxen, beschäftige mich mit Sprachen, verbringe (zu viel) Zeit mit Büroarbeit, lese, schaue Filme, gehe (zur Zeit zu selten) ins Theater und treffe mich mit Lieben. Fast jeden Tag beschließe ich damit, dass ich mir einen einprägsamen – zumeist schönen – Moment notiere. Neben diesem „Alltag“ versuche ich mir möglichst oft Zeit freizuschaufeln, um dann fast nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag zu schreiben.

Olav Amende, Schriftsteller,
Regisseur und Performancekünstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Bei all dem, was schief läuft, um es gelinde zu sagen, und von dem wir wissen, dass es schief läuft, weiß ich gar nicht, an welchem Ende zuerst zu ziehen. In einem ersten Versuch, diese Frage zu beantworten, habe ich eine Seite geschrieben und war mir der Antwort noch längst nicht sicher. Ich denke, ein wichtiger Punkt oder vielleicht ein Neuanfang von allem könnte der Versuch sein, unsere Egozentrierung – und ich nehme mich da nicht aus – zu verlassen und für andere da zu sein (so auch für andere Arten); gerade dann, wenn wir persönlich nichts davon haben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass es allerhöchste Zeit für die Veränderung im Denken ist, von der wir alle sprechen. Kunst kann diese Veränderung in Gang setzen. Sie kann Werte in Frage stellen. Sie muss keine Antworten liefern, nichts beweisen. Sie stellt unser Denken in Frage, indem sie ist. Sie folgt einer anderen Logik. Und von dieser können wir uns in unserer Realität anstecken lassen.

Was liest Du derzeit?

Gerade eben ausgelesen habe ich „Rache“ von Fabian Bernhardt – eine, wie ich finde, wirklich umfassende, sachliche Analyse, die einen interessanten Blick auf Rache/Strafe/Vergeltung ebenso wirft wie auf unsere Sehnsucht nach Super-Helden und auf unsere Art des Wirtschaftens. Nun habe ich mit Ulrike Draesners Gedicht „Doggerland“ begonnen und schätze es, weil es an eine andere Logik der Gesellschaft erinnert und weil es sprachgeschichtlich wunderbar oszilliert. Und parallel dazu lese ich Essays von Tom McCarthy, die dazu führen, dass ich mir noch mehr Bücher bestelle …

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Auf welche Weise wird man Gedanken los. Indem man sie denkt. Denkt und wieder denkt. Durchdenkt. Zu Ende denkt. Gäbe es einen Apparat, der alle Hoffnung, die noch in der Welt ist, bündelt und wie einen Laserstrahl gegen diesen Horizont aus Stein richtet, ihn aufschweißt, durchbricht.“ (Christa Wolf – Was bleibt)

&

„Stell dir vor, du bist ein Handy in der Nacht / Die Liebe hält dich wach.“
(Pauls Jets – Die dunklen Prinzessinnen der Nacht)

Vielen Dank für das Interview lieber Olav, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur, Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Olav Amende, Schriftsteller, Regisseur und Performancekünstler

Zur Person_Olav Amende (*1983 in Berlin) ist Schriftsteller, Regisseur und Performancekünstler. Er hat Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (MA) an der Universität Leipzig studiert.

Er schreibt und inszeniert Theaterstücke (u. a. „Das Versprechen“ – Cammerspiele Leipzig, „Die Ungeliebten“ – Die Bühne Dresden, „Im Arrest“ – Neues Schauspiel Leipzig, „Führ‘ mich ans Licht!“ – Anhaltisches Theater Dessau) und veröffentlichte Texte in diversen Literaturmagazinen (u. a. „metamorphosen“, „Maulkorb“, „mosaik“, „GYM“, „apostrophe“). Sein Gedicht „Phantasie in Eile“ wurde im Rahmen der „Superpreis-Anthologie“ der „metamorphosen“ veröffentlicht.

Im Sommer 2021 brachte er sein Theaterstück „Zwischen Dingen“ am Anhaltischen Theater Dessau zur Uraufführung. Im Sommer 2022 erschien sein Langgedicht „abwesenheiten“ im Kölner Lyrik-Verlag „parasitenpresse“. Im Herbst 2022 produzierte er seinen ersten Dokumentarkurzfilm, der 2023 erscheint.

Derzeit arbeitet er an einem weiteren Langgedicht für die „parasitenpresse“.

Foto_Mim Schneider

7.3.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Abendwind kommt auf, wird schwärzer, wird“ MirASchmitt, Wortausgräber_ Give Peace A Chance _ Hausen/D 14.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Generalfeldmarschall Keitels

Infanterie

Verteidigt heldenhaft den Großraum Berlin…

Ereifert sich die metallische Stimme des Lügners vom Dienst.


Pankow IV: Nachtigallen überschluchzen den Audio-Guide

Erinnern mich an die hiesigen Toten, in deren Alleen

Astern und

Chrysanthemen schon überständig sind/ und, ach, ein Geruch von

Eberraute aufsteigt, der mir die Sepia-Zeit zurückbringt…


Admiral Dönitz … Nachfolger des Führers… spratzelt`s ein letztes Mal.


Carl von Ossietzky aber ruht

Hier! Und in Frieden!

Abendwind kommt auf, wird schwärzer, wird

Nachtwind, der in den Bäumen rauscht, und dazwischen flüstert´s:

Ciao, mein tapfrer Freund, in tausend Sprachen, zusammenfließend zu einer

Elegie, dem Esperanto aller Friedseligen dieser Welt.


MirASchmitt, 1.4.23

MirASchmitt,

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

MirASchmitt, Wortausgräber

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 1.4.2023

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Bachmannpreis 2023_“ich wünsche mir Lesende, Jury und Publikum in einem Raum“ Klaus Kastberger, Bachmannpreisjuror _ Graz 14.4.2023

Lieber Klaus Kastberger, herzliche Gratulation zum Österreichischen Staatspreis 2023 für Literaturkritik!

Deine Auszeichnung wurde Ende März des Jahres verlautbart. Wann und wo hast Du davon erfahren und wie hast Du darauf spontan reagiert?

Ich habe vorab eine Mail des zuständigen Abteilungsleiters erhalten, dem der Scan eines Briefes der Staatssekretärin beigelegen ist. Dieser Brief hat, um materiell in Graz einzutreffen, dann mehr als drei Wochen gebraucht. So ist das in Österreich mit der Zentralgewalt. Ich kenne das jetzt seit acht Jahren in Graz: Da bekommt man leicht das Gefühl, man wird in der Provinz von der Hauptstadt glatt vergessen.

Preisverleihung _Bachmannpreis 2022 (folgendes)_Preisträgerin Ana Marwan, Klaus Kastberger, Einladender der Preisträgerin, Juror seit 2015 (rechts), Christian Scheider, Bürgermeister Klagenfurt/Preisstiftung (25 000 EUR)_ORF Kärnten Studio (folgende)

Erinnerst Du Dich an Deine erste Literaturkritik? Worum ging es da und würdest Du diese heute wieder so verfassen?

Ja, das war eine Besprechung von Friederike Mayröckers „mein Herz mein Zimmer mein Name“ im falter. Ich habe damals unter dem Pseudonym Harry Hirsch geschrieben, weil ich meinen wahren Namen für die Wissenschaft rein halten wollte. Der Autorin hat der Text „über die Maszen gefallen“, es kam ein Brief von ihr mit der Anrede „Lieber Harry Hirsch!“

Welche drei Kriterien machen eine gute Literaturkritik aus?

Sie muss Power haben, gepaart mit Sensibilität. Soll Urteilskraft zeigen und wissen, was sie tut.

Würdest Du auch gerne als Lesender beim Bachmannpreis teilnehmen? Wenn ja, wer wäre dann in Deiner Wunschjury?

Helena Adler, Ana Marwan, Jury Steiner, Wiebke Porombka, Stefan Gmünder, Michael Wiederstein und Franz Schuh.

Preisträger BKS Publikumpreis Elias Hirschl; Einladender Klaus Kastberger; Mag. Dr. Herta Stockbauer (links stehend), Vorstandsvorsitzende BKS Bank (Preisstiftung, 7000 EUR); Cécile Schortmann, Moderation (rechts stehend); Christian Ankowitsch, Moderation (rechts vorne sitzend)

Es gibt heuer zwei neue Bachmannpreisjuror:innen, Mithu Sanyal und Thomas Strässle, bist Du bzw. die Jury in Neu-/Umbesetzungen eingebunden?

Nicht direkt, aber es gibt derzeit ein sehr gutes Gesprächsklima zwischen den Veranstaltern und der Jury, das bis hin zu solchen Fragen reicht.

Welches setting für Lesende/Jury/Publikum wünscht Du Dir für den Bachmannpreis 2023?

So wie früher: Alle zusammen in einem Raum.

Bachmannpreis 2015_Klaus Kastberger, Juror _ erste Teilnahme als Juror _
sitzend ganz links,
Lesung Sharon Dodua Otoo, Bachmannpreisträgerin 2016
Publikum – Jury _ Bachmannpreis 2016
Publikum – Jury _ Bachmannpreis 2019
Jury _Lesende _screen _ Bachmannpreis online 2020
Lesung _ Jörg Piringer _ Wien
Bachmannpreis online 2020
Ziehung Lesereihenfolge _ Garten _ Jury im Studio _
Bachmannpreis 2022
Garten_Lesebühne mit Publikum _ Jury screen _im Studio _
Lesung: Juan S. Guse, KELAG Preis (10 000 EUR)_ Bachmannpreis 2022
Christian Ankowitsch, Moderator (links); Michael Wiederstein, Juror;
Gespräch im Garten nach der Preisverleihung _Bachmannpreis 2022
Christian Ankowitsch _ Bachmannpreismoderation _ 2013 – 2022

Zwei Gedankenspiele bitte noch. Du darfst Dir Schriftsteller:innen der Literaturgeschichte für Klagenfurt als Lesende wünschen. Welche wären dies und warum?

Thomas Bernhard, weil er die Sache gerockt hätte. Und Ingeborg Bachmann, weil die Scham sie überlebt.  

Du hast eine „wildcard“ (Berechtigung, an einem Turnier oder Wettkampf teilzunehmen, ohne die dafür geltende formelle Qualifikation zu erfüllen; Anm.) für Klagenfurt zu vergeben. Welche/n nationale/n, und internationale/n Künstlerin/Künstler würdest Du zum Lesen einladen?

Wir haben ja eigentlich jedes Jahr zwei Wildcards, ich würde sofort wieder die eigenen Kandidatinnen und Kandidaten nehmen.  

Du feierst auch einen runden Geburtstag heuer. Herzliche Gratulation!

Vielen Dank für das Interview, lieber Klaus Kastberger! Bis dann in Klagenfurt!

Klaus Kastberger, Juror Bachmannpreis seit 2015, mit Jurykolleginnen Mara Delius (rechts) und Brigitte Schwens-Harrant (ganz rechts) _ Jury im Studio _ Lesende im Garten _
Bachmannpreis 2022

Bachmannpreis 2023_Interview:

Klaus Kastberger, Bachmannpreis Juror, seit 2015

Zur Person_ Klaus Kastberger, geboren 1963 in Gmunden (OÖ),

seit März 2015 Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz.

Von 1996 bis 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und Privatdozent an der Universität Wien.

Arbeit als Literaturkritiker u.a. für Falter, Die Presse, ORF und Zeitonline. Kuratierung von Ausstellungen und Veranstaltungsreihen, Leitung mehrerer FWF-Forschungsprojekte, darunter http://www.handkeonline.onb.ac.at.Zahlreiche Bücher, Aufsätze und Vorträge vor allem zur österreichischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe Ödön von Horváths (ab 2009 bei de Gruyter, als Leseausgabe bei Reclam),

seit 2015 Juror beim Bachmannpreis. Er erhielt 2023 den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik.

Zuletzt : (Hg. gem. m. David J. Wimmer): Gegenwart bei Clemens J. Setz (2021), Alle Neune. Zehn Aufsätze zur österreichischen Literatur (Sonderzahl 2023).

Klaus Kastberger | Literaturhaus Graz (literaturhaus-graz.at)

Walter Pobaschnig 13.4_2023

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