Geschichte wird gemacht, das ist Alltag, so wie Tote im Berufsverkehr. In die fleischlose Zeit befiehlt ein zynischer Diktator einen Angriffskrieg und plötzlich ist die Welt eine andere. Auf allen Kanälen ist Krieg, das Ende aller Sicherheiten. Welttheater schon zum Frühstück. Ein Albtraum aus dem wir nicht entkommen. Schon jetzt an Herz und Seele wund. Wenn zukünftige Archäologen sich durch Schutt und Leichenberge gegraben haben, werden sie eine Wahrheit finden: Es war zu wenig immer wieder nur NIE WIEDER zu sagen statt aus Geschichte zu lernen und mit sich in Frieden zu leben.
Christoph Kleinhubbert, 23.3.2022
Christoph Kleinhubbert, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Christoph Kleinhubbert, Schriftsteller_Emscherdelta/D
New York. Jetzt geht er in den Park, wie immer vor dem Abendessen. In der Stille setzt er die Schritte. Zwischen Himmel und Erde, Sonnenuntergang und Mondlicht. Der Morgen ist weit. Dunkelheit und Sterne. Ein Jahrhundert geht zuende…und auch das Leben…
Doch ein neues Jahrhundert beginnt und der Weg zu Freiheit und Leben nimmt neuen Anlauf…oder?
Die Dunkelheit nimmt zu…Krankheit, Pandemie…die Zeit…
Die Jahrhunderte ziehen und es gilt zu erzählen…vom Leben…vom Tod…vom Paradies…
Der Bestsellerautorin Hanya Yanagihara gelingt mit dem Roman „Zum Paradies“ ein ganz besonderer zeit- wie sprachgewaltiger Wurf von Reflexion und Ereignis der Weltgeschichte. Einzigartig wie die Autorin Zeitgeschehen wie Fiktion in Erzählspannung verdichtet. Da ist Überraschung und Staunen im biographischen wie dystopischen Öffnen von Mensch und Welt. Eine Reise, der sich Leserin und Leser begeistert anvertrauen.
„Ein einzigartiges Erzählen über Utopie und Dystopie von Welt und Mensch – spannend und erschütternd“
Da ist Roswitha und der Arbeitskollege, der beim ersten Date in der Champagnerbar seine Geldtasche vergisst. Danach kein Kuss und auch dann nichts weiter. Dann die Nachricht, dass Sascha nicht mehr in der Firma ist. Roswitha liest in seinem Notizbuch im Büro, dass er auch Geld aus ihrer Kaffeekasse genommen hat. Und dann sieht sie ihn wieder…
Und da ist Mathilde und Paulus. Im Urlaub. Doch jetzt will Mathilde nicht mitgehen am Weg. Und Paulus geht allein, weiter und weiter, bis er zurückkehrt und alles anders ist…
Da war Milli und drei schöne Tage…
Und dann die Erinnerung an die Gruppenreise mit den Eltern zu Ostern nach Ägypten. Und da war Christine. Und das Gartenfest…und…
Daniel Wisser, österreichischer Schriftsteller und Musiker, ausgezeichnet 2018 mit dem Österreichischen Buchpreis, legt mit „Die erfundene Frau“ einen Erzählband mit 22 Kurzgeschichten vor, die in ihrer direkten, rasanten Sprachform wie der Variation begeistern.
Wisser öffnet Erfahrungsrealitäten von Begegnung, Beziehung und Liebe in schonungsloser Offenheit und Abgründigkeit menschlicher Sehnsucht und dessen Scheiterns. Es ist ein Bild des Menschen in aller Zerbrechlichkeit wie auch Einmaligkeit. Die Liebe wird zum Spielbild von Fülle und Leere eines Lebens. Einer Bewegung, in der nichts sicher aber alles möglich ist, in Licht und Schatten. Der Mensch und die Liebe sind was sie sind. Und Daniel Wisser erzählt unvergleichlich davon.
„Daniel Wisser zerfetzt die dichten Romantikschleier der Liebe und rettet sie damit – vielleicht.“
Neophytischer Niedergang, notständiges No Man´s Land, so
carry me
„Engelhäuser‟ –
So nannte ich die Häuser, die mir in E. begegneten, als ich noch keine vier Jahre auf der Welt war. Zuvor war ein Urteil gefällt worden. Wir waren zurückgekehrt in die Geburtsstadt meiner Mutter, zurück in der DDR. Ich fühlte mich entführt aus dem Paradiesgarten meiner Großeltern, der mein ganzes kindliches Sehnen und Wachsen bestimmte. Es waren die Häuser am so genannten „Ring“, die mir meine Mutter gleich zu Anfang zeigte mit all den reichen Stuckgesichtern und mein Ich war sich sicher: darin müssen Engel wohnen, Menschen dürfen das nicht. Meine erste Erinnerung profunder Zerstörung ist mit diesen nun jenseitigen Engelhäusern, die ich, sooft ich nur konnte, zu sehen verlangte, bis heute verbunden. So nahm mich meine Mutter auch mit, sie alle anzusehen, als sie abgerissen wurden. Die Abrissbirne schwang über ihnen und zerschmetterte die liebgewonnenen steinernen Engel-Gesichter, meinen Halt in der fremden Stadt. Am nächsten Tag sollte ich mit anderen Kindern des Kindergartens das Lied „Überall, wohin man schaut, wird aufgebaut“ singen. ̶
Ich weigerte mich.
Julia Kulewatz, 26.3.2022
Julia Kulewatz _Schriftstellerin, Literaturwissenschafterin, Verlagsleitung bei kul-ja! publishing
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Julia Kulewatz _Schriftstellerin, Literaturwissenschafterin, Verlagsleitung bei kul-ja! publishing