I don’t really have a particular routine, as my schedule changes from day to day. What I wish my daily routine to be: quick morning swim in the sea (cold shower will do too…), long coffee, functional training / yoga, artistic research /rehearsals, catching up with friends and family, then little bit of nothing and in the evening performing or watching performances.
Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin
What`s particularly important for us all at this moment?
Healing – finding new, less painful solutions.
New start, new beginning. What will be essential and which roles will dance/theatre and art play in society?
Theater is my reality. It’s this parallel universe that helps us survive the one we’re in. I believe it is essential in our society. Word “essential” was in recenttimes detached from art and dance. But being physically active and socializing is essential. Dance is a form of political activism – artists expressing, exploiting, demonstrating with their own bodies. Dance has the power to spread awareness, motivate, heal and empower.
What are you reading currently?
“The Road to Happiness” by Jorge Bucay
Which quote, text will you propose to us?
As I’m reading Bucay now, one from him: “Stories help children sleep but also to wake up adults.”
Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin
Vielen Dank für das Interview liebe Ivana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz- Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin
Choreographie&Tanz&Styling _ Ivana Orsolic,
Zur Person _ Ivana Orsolic, born in 1996 in Zagreb, Croatia, Ivana started her professional dance education at early age. After graduating Art Schools Silvija Hercigonja and Franjo Lučić, she spent one year at Academy of Dramatic Arts Zagreb. In 2020 she graduated from Music and Arts University of the City of Vienna (MUK), receiving a Bachelor of Art in contemporary dance and ballet. During her studies she intensely worked with choreographers such as Esther Balfe, Eldad Ben Sasson, Alberto Franceschini, Chris Haring and Mani Obeya, as well as spending her internship in Scottish Dance Theater and Croatian National Theater Rijeka. As a freelance dancer Ivana works between Austria and Germany and has performed on stages such as MuTh, Theater an der Wien, Volksoper, Werk X, Theater Arche, Theatre Patraix and Staatstheater Augsburg. She is a dancer and artistic assistant for platform Choreoloop, based in Augsburg, German
Fotos_Walter Pobaschnig 4_23 _ Schloss Schönbrunn/Gloriette
„In Arbeit“ Uraufführung E3 Ensemble Wien _ OFF Theater Wien 4.5.2023
Da ist der Mensch. Die Menschen. Und da ist die Erde. Die Natur. Das Wasser. Das Leben. Oder was noch da ist…
Und wie ist es bei Dir? Wie gehst Du mit Energie, Ressourcen, Verantwortung um? Zuhause und überhaupt? Und wie ist es in der der Gesellschaft, in unserer Stadt? Wie funktioniert Mülltrennung (nicht)?…
Und was macht diese Zeit mit Dir? Innerlich. Wer bist Du (noch) Mensch? Wer wirst Du sein? Nicht-Sein?…
Sprich mit mir. Halt mich fest. Gemeinsam. Auf den Flecken dieser Welt im Sturm…
Wie spät ist es schon? Im Dunklen…Weißt Du es? Willst Du es wissen?…
Das E3 Ensemble Wien begeistert mit seiner aktuellen Produktion “In Arbeit“!
Es ist ein atemberaubender Theaterabend, der alles und mehr an Faszination, Begeisterung zu bieten hat, was Bühne in Staunen, Lachen, Reflexion zu leisten vermag. In unglaublicher Sprach- und Körperdynamik wird das Publikum in den gesellschaftlichen Brennpunkt der Klimakrise mithineinkatapultiert und folgt gebannt dem einzigartigen Schauspieluniversum des E3 Ensemble, das Szenenpräsenz und Pointe messerscharf zu setzen weiß und bis zum furiosen Finale mitreißt.
Das E3 Ensemble ist einzigartig im spielerisch existentiellen – sprachlichen wie körperlichen – Jonglieren von Alltagsebenen und Kritik im Wahrnehmen, Erkennen, Problemlösen und Scheitern, welches das Publikum paradigmatisch in persönliche Erfahrungen, Diskussionen mithineinnimmt und dann mit Impuls und Anstoß wieder entlässt. Diese Achterbahn des Lebens in den Herausforderungen der Zeit so auf den Punkt, Szene, Wirkung zu bringen, ist höchste Theaterkunst, die ohne Zweifel zum Besten der Gegenwart gehört.
Es ist modernes Theater der absoluten Spitzenklasse, das die künstlerische Kommunikation auf und zwischen Bühne und Publikum mit jeder weiteren Vorstellung zur höheren Perfektion bringt. Und dies im wunderbaren Zusammenspiel mit Musik und Bühnenbild. Ein geniales begeisterndes Gesamtkonzept und Gesamtkunstwerk des E3 Ensembles, das mit langanhaltendem Applaus belohnt wird.
Happy Birthday und vielen herzlichen Dank E3Ensemble für diesen Theaterabend als einzigartiges Ereignis und Fest der Sprache, des Körpers, der Sinne und der Reflexion!
Die ausverkaufte Premiere und das 10 jährige Ensemblejubiläum war ein Treffpunkt für langjähriges begeistertes wie neues Publikum und Kolleg:innen
Martin Gruber_Leitung, Regie (links im Bild)_ aktionstheater ensemble, Martin Ojster, Dramaturgie, Produktion, kaufmännische Leitung – aktionstheaterensembleLeonie Wahl, Choreografin, Tänzerin(rechts im Bild) _ Tamara Stern, Schauspielerin, Sängerin
Wir befinden uns inmitten der Klimakrise. Wir alle. Der Wind fetzt uns Hoffnungsfrohen so sehr um die Ohren, dass wir uns nur noch an unsere Rechtfertigungen und Entschuldigungen klammern. Denn: Man tut, was man kann. Und trotzdem ist es nicht genug. Sehnsuchtsvoll erinnern wir uns an früher und begreifen nicht, wie wir angeblich die weitest entwickelte Spezies sein sollen.
mit Isabella Jeschke, Rina Juniku, Leon Lembert, Gerald Walsberger,
Musik: Dominik Essletzbichler, Daniel Neuhauser, Tobias Pöcksteiner,
Liebe Zoe Gudović, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Es ist sehr interessant, dass ich derzeit an einer Veranstaltung mit dem Titel „Rest is Resistance /Ruhe ist Widerstand“ arbeite und ständig aktiv bin und im Grunde brauche ich eigentlich wirklich eine Pause. Durch die Folgen der Korona fühle ich mich sehr müde, und es scheint, dass meine Energie nicht erneuert, sondern nur verschwendet wird. Ich kann also nur sagen, dass meine derzeitige Routine paradox ist. Jeden Tag arbeite ich, dann habe ich Widerstand gegen die Arbeit, also hänge ich mit meinen beiden Katzen Fibi und Kasja ab, die mir Ruhe und Freude schenken. Ich bin auch sehr aufgeregt, weil am 6. Mai die Veranstaltung Rest is Resistance in Floridsdorf stattfinden wird, die ich in Zusammenarbeit mit Olympionik*innen Productions und im Rahmen von SHIFT, einem Förderprogramm der Stadt Wien, organisiert.
toilet art, Jukebox, ph. Đorđe Tomić FotokratijaZoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Unterstützung, Liebe, Verständnis, Zuhören und Anhören sind jetzt und immer wichtig. Ich habe den Eindruck, dass wir in diesen sehr unsicheren Zeiten, in denen wir von allen Seiten Angst um die Existenz, um den Planeten, um das Leben als solches verspüren, beginnen, uns zu isolieren. Ich denke, es geht darum, für uns selbst zu sorgen, aber noch wichtiger ist es, uns gegenseitig zu unterstützen. Als Einzelne können wir Ideen haben, und wir können Fortschritte machen, aber ohne eine Gruppe von Menschen können wir nichts verändern. Und deshalb ist das Zitat von Margaret Mead für mich immer wichtig: „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe aufmerksamer, engagierter Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich ist das das Einzige, was jemals geschehen ist.“
Ich glaube, wir müssen die Angst durch gemeinsame Aktionen überwinden.
Zed Zeldich Zed, Queer respirator, ph. Branko Starčević
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich habe den Eindruck, dass es immer einen neuen Anfang und ein neues Ende gibt. Wir verändern uns ständig und lernen natürlich auch. Derzeit passen wir uns auf neue Mischformen an: Sprache, Natur und Körper. Es ist ein ständiger Aufbau von etwas, das wir verändern, sehen und erreichen wollen. Der Anfang kann auch bedeuten, dass wir die Geschichte, die Vorfahren, die Menschen an der Peripherie, am Rande und die Unterdrückten nicht vergessen. Der Anfang lehrt uns, die Vergangenheit zu erfassen, die Gegenwart zu leben, in diesem Moment präsent zu sein, zu versuchen, uns selbst zu verändern und damit auch die bestehenden sozialen Muster, die uns zugewiesen wurden, nämlich die koloniale, patriarchalische, kapitalistische Matrix.
Die Kunst nimmt, wie das Leben selbst, hybride Formen und Formate an. Was mich immer wieder erstaunt, ist, wie Menschen durch Kunst Trost, Zugehörigkeit, Liebe und Lernen finden und wie manche Menschen Kunst als gefährlich empfinden. Der wachsende konservative Trend und das Erstarken rechter Ideologien halten Kunst für gefährlich, also haben wir wieder ein großes Problem mit der Drag- und Queer-Kultur, und wieder müssen und sollten wir die Menschen daran erinnern, dass Kunst viele Bereiche der Unwissenheit eröffnet, und wir sagen ganz klar: DRAG IS NOT A CRIME. Wenn wir es realistisch betrachten, ist alles, was wir derzeit erleben, eher ein Verbrechen.
Queer respirator, Sorbet Of Sadness, ph.Branko Starčević
Was liest Du derzeit?
Ich lese gerade “All about love” von bell hooks, und das Buch “Rest is Resistance” von Tricia Hersey.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Zu wissen, wie man allein sein kann, ist von zentraler Bedeutung für die Kunst des Liebens. Wenn wir allein sein können, können wir mit anderen zusammen sein, ohne sie als Mittel zur Flucht zu benutzen“ – bell hooks
Vielen Dank für das Interview liebe Zoe, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Zoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin
Zur Person _ zoe gudović ist eine lesbische Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin. Sie wurde in Belgrad, Jugoslawien geboren und lebt seit Oktober 2021 in Wien. Sie ist Redakteurin und Moderatorin der Radiosendung Ženergija. Seit dem 2022 können wir ihre Sendung einmal pro Woche live auf ORANGE 94.0 hören.
Friede entsteht, wenn die beiden Komponenten Licht und Leben, bzw. Geist/Verstand und die allgemeinen Alltagsbedürfnisse einen Weg finden, zusammenzukommen. Leider ist diese Polarität von Licht und Leben auf der ganzen Welt mehr als gestört. Nicht nur in der Ukraine, auch bei uns. Licht ist auf der anderen Seite nicht nur Harmonie, sondern kann auch das Böse bedeuten, irgendeinen geistigen Anspruch, welchen auch immer.
Kristian Kühn, 22.5.2022
Kristian Kühn, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Kristian Kühn, Schriftsteller
Zur Person:Kristian Kühn, Drehbücher, Prosa, Lyrik. Essays. Seit 2010 Mitorganisator des Lyrikpreises München. Seit 2013 Herausgeber des Online-Magazins Signaturen. https://signaturen-magazin.de/ Wohnt in München.
Liebe Mieze Medusa, wie verhält sich ein Gastgeberland als Gast zum Gastgeber als Gast im Gastland?
Höflich.
Wie lange bleibst Du? – wird Österreich in Leipzig dies zuerst gefragt?
Nein. Österreich wird in Leipzig nicht als Österreich erkannt. Ein Beispiel: Markus Köhle und ich sind zu Fuß am abreisenden Bundespräsidenten und dem von Leipzig gestellten Polizeikordon vorbeigekommen und redeten mit einem der Polizisten: „Staatsbesuch.“ „Ah, unser Präsident.“ „Nein, der österreichische Präsident.“ „Sag ich ja, unser Präsident.“ Fazit: Wenn es ein Machtgefälle gibt, funktioniert das Mitgemeintsein einfach nicht. Nicht beim nur männlichen Gendern und auch bei Literatur auf deutsch sind wir nur mitgemeint, wenn es eine deutschsprachige Literatur ist und wir sehr laut sagen: Es gibt uns auch.
Warum wird Leipzig Österreich nicht vergessen?
Weil wir interessant sind und Menschen neugierig. Außerdem hat Österreich das Poetry Slam Länderbattle gewonnen und jetzt sind 8 Bäume in unserem Namen in Sachsen gepflanzt worden. Was für ein schöner Preis.
Wer ist uns? Markus Köhle, Elias Hirschl, Precious Nnebedum und ich. Juhui.
Ist „Meaoiswiamia“ eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?
Ich habe zum Glück keinerlei Erfahrung mit Scheidungsrichter*innen.
Was nimmt der Gast Österreich aus Deutschland mit? Offiziell und inoffiziell.
Ich hab die Buchmesse genützt um mich bei den Ständen der kleinen Verlage aus Deutschland und der Schweiz umzusehen. Aber klar, bei uns Ösis hab ich auch vorbeigeschaut.
Herzlichen Dank!
Zur Person_ Mieze Medusa, geboren 1975, heißt im bürgerlichen Leben Doris Mitterbacher und lebt in Wien. Sie steht als Rapperin und Spoken Word Performerin seit 2002 auf internationalen Bühnen und hat ihren MC-Namen in die Prosa mitgenommen. Ihr Debütroman „Freischnorcheln“ erschien 2008, seitdem hat sie Prosatexte, aber auch Sammlungen von Poetry Slam Texten und Tonträger des HipHop-Duos „mieze medusa & tenderboy“ publiziert sowie Theaterarbeiten und musikalisch-experimentelle Projekte realisiert. Zuletzt erschienen: „Du bist dran“ (2021), „Was über Frauen geredet wird“ (2022).
Liebe Marlies, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich wache aus Träumen auf, die ich in Stücken erinnere und mit geschlossenen Augen rückwärts versuche wieder aufzufädeln. Ein Kinderfuß im Gesicht unterbricht mich. Ich stopfe kleine hungrige Mäuler und bringe sie weg. Dann kommt ein Zeitfenster für mich, in dem ich an mehreren Projekten zugleich arbeite: Text, Bild, Film. Für einen Moment erkenne ich einen roten Faden, der meine gesamte Arbeit durchzieht. Ich kann ihn greifen, ziehe ihn fester zusammen, es entsteht ein gutes Gefühl von Sinn. Dann entgleitet er mir wieder und ich fahre die Kinder abholen.
Marlies Pahlenberg, Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Verbindungen eingehen. Den Mut haben sich zu zeigen. Laut lachen. Laut weinen. Das Menschliche, das Imperfekte, das Widersprüchliche ertragen üben. Das Unvorhergesehene tun. Großzügig sein. Sich in die Augen schauen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich finde die Kunst lehrt uns das scheinbar Widersprüchliche zu ertragen, sie lehrt uns Toleranz. Mit der Kunst können wir das Unbekannte und Unvorhergesehene, auch das Utopische, erproben und bislang vielleicht noch ungefühlte Gefühle fühlen. Wir können die Frage „Was wäre, wenn…“ in alle möglichen Richtungen zu Ende denken. Wir können das, was wir noch nicht verstehen, die Lücke, ertragen üben und „Ja“ sagen zum Unbekannten, offen sein und Komplexes wirken lassen, ohne es vorher rational verstehen zu müssen. Durch Kunst können wir die Erfahrung machen, dass Mehreres, vielleicht auch Widersprüchliches, zugleich möglich ist und dass das Gefühl der Hilflosigkeit beim Nicht-Verstehen ok ist. Und während wir so die Enge des rationalen Verständnisses erfahren, können wir unseren Gedankenraum dehnen und beobachten wie etwas Neues aufsteigt, eine andere Art Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, ein tieferes Verständnis.
Was liest Du derzeit?
Unter Stunden Album 1, von Robert Stripling
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
dazwischen
(wo es noch nicht benannt ist
und alles erstmal
unter den Namen von nebenan
gestopft wird grob und ungefähr
unters gleiche Wort)
da sind Geflüchtete
beige Blutkörperchen
die Wachschutz wegspülen
und an Grenzen Schorf bilden
anschwellen und hinüberheilen
ins Ähnliche
da wo das eine endet
hat das andere längst begonnen
(Aus „Gedanken über Grenzen“, Marlies Pahlenberg)
Vielen Dank für das Interview liebe Marlies, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Marlies Pahlenberg, Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)
Kurzbio:
– 1988 geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin
– seit 2022 Meisterschülerstudium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee
– 2014-2022 Studium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Abschluss Diplom
– 2019-2020 DAAD Auslandsjahr am Instituto Superior de Arte (ISA), Havanna, CU
– 2009-2013 Studium der Spanischen Sprache und Literatur an der Universidad Complutense de Madrid, ES, Abschluss Bachelor
Zoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Zoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin
Zur Person _ zoe gudović ist eine lesbische Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin. Sie wurde in Belgrad, Jugoslawien geboren und lebt seit Oktober 2021 in Wien. Sie ist Redakteurin und Moderatorin der Radiosendung Ženergija. Seit dem 2022 können wir ihre Sendung einmal pro Woche live auf ORANGE 94.0 hören.
Interview _ Barbara Kadletz, Schriftstellerin_Wien
Barbara Kadletz, Schriftstellerin_Wien
Liebe Barbara Kadletz, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?
Ja, ich fürchte wir haben jetzt in Leipzig schon alle Liegen mit unseren Büchern reserviert, aber die deutschen Sommergäste können ja immer noch ihre Handtücher drüberlegen, das ist Brutalität.
Was charakterisiert einen österreichischen Gast?
Hm, vielleicht auf die Spritzwein-Bestellung zu bestehen, auch wenn man deswegen für einen kulinarischen Barbaren gehalten wird?
Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?
Tja, das müsste man wohl den Edi Finger der Literaturbranche fragen, nur wer könnte das sein? Nachdem das Leipziger Stadion aber ohnehin schon nach einem österreichischen Energiegetränk benannt ist liegt der Verdacht einer Literaturbetriebsübernahme cordobaischen Ausmaßes wohl ziemlich nahe…
Aber im Ernst, wenn der Gastlandauftritt dazu führen würde, dass beispielsweise die großartige Arbeit diverser österreichischer Verleger*innen auch abseits des Mainstream in Zukunft breiter wahrgenommen wird, dann wäre das ein echt schöner Erfolg dieser Messe.
Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten oder als Kritik am Literaturbetrieb?
Um beim Fußball zu bleiben, ist „mia san mia“ nicht eigentlich der Slogan des FC Bayern München? So hätten wir dieses unsympathische Ego-Problem auch erfolgreich an die deutschen Nachbarn ausgelagert. Ansonsten gilt natürlich nach wie vor das wunderbare Tocotronic-Zitat: „wer Ich sagt hat noch nichts gesagt.“
…oder eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?
Da muss ich passen, ich kenn mich weder mit der Ehe noch mit Rechtswissenschaften aus.
Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?
Die Zahlen zur Alphabetisierungsrate beider Länder sind mir gerade nicht geläufig, aber wenn mit der Frage gemeint ist, wer besser VORlesen kann, dann definitiv Deutschland, denken Sie nur an die unfassbar grandiosen Live-Lesungen von Rocko Schamoni, Heinz Strunk oder Sven Regener.
Was Hörbücher betrifft, kann Österreich allerdings mit Sophie Rois zurückschlagen, der besten Hörbuch-Leserin aller Zeiten.
Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland immer mit? Offiziell und inoffiziell.
Bestimmt das eine oder andere schöne Wort, wie „bräsig“ oder „derbe“ beispielsweise. Und ich persönlich habe früher immer bei meinen Hamburg-Besuchen „Club Mate“ in ungesunden Mengen nach Wien importiert, da es das zu meinem Unglück hier lange Zeit nicht zu kaufen gab.
Herzlichen Dank!
Zur Person_
Barbara Kadletz, geboren 1981, lebt und arbeitet als Buchhändlerin in Wien. Wenn sie nicht die Bücher anderer verkauft, schreibt sie an ihren eigenen Texten oder spricht über Literatur als Moderatorin, Rezensentin oder in ihrem wöchentlichen Blog »Das Buch zum Wochenende«. Bisher Veröffentlichungen von Theaterstücken und Kurzgeschichten. 2. Platz beim FM4-Literaturwettbewerb Wortlaut 2018, Shortlist für den Buchblog Award 2019 & 2020. Bezirksschreiberin Mariahilf 2021.
Liebe Daniela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf ist sehr individuell abgestimmt auf die künstlerische Arbeit, ich verwirklichen will und die Aufgaben, die zu erledigen sind. Was immer gleich ist: Ich schreibe gleich nach dem Aufstehen 3 A4Seiten mit der Hand auf glattem Papier. Die Technik der „Morgenseiten“ verfolge ich seit 2012 und habe ich aus „Der Weg des Künstlers“. Seit diesem Jahr meditiere ich danach, um mich halbwegs ruhig dem Tag zu öffnen.
Meistens stehe ich um 7.30/ 8.00 auf. Die Zeit vor 11 Uhr ist für Teaminterne Telefonate (zB. Mit meiner Bookerin) und zum Üben reserviert.
Danach gehe ich mit dem, was vor mir liegt: Einer Zeichnung, der Auftrittsvorbereitung, Betreuung meiner Soicalmedia-Kanäle, Beantworten von Nachrichten und natürlich – meistens Abends – das Spielen von Auftritten.
Ich bin auch sehr gerne draußen und hole mir Stimmen aus der Umgebung: Sobald ich außer Haus gehe, spreche ich mit allen möglichen Menschen und werde inspiriert und berührt von den Geschichten und Eindrücken. Es ist eine Herausforderung, die Balance zu halten zwischen dran/ fokussiert bleiben und mit dem zu gehen, was sich spontan ergibt. Meine Lieder kommen zu den unterschiedlichsten Zeiten zu mir. Manchmal beim Duschen, manchmal wache ich Mitten in der Nacht auf. Manchmal im Zug. Ich bin allzeit bereit, meine Schürze aufzuhalten und die Sternschnuppen, die auf mich herunterfallen, aufzufangen und herauszubringen. Da kann es auch mal passieren, dass ich mir Nächte um die Ohren schlage.
Studiotage mit meinem Produzenten Hartmut in Bayern sind ganz besonders für mich. Ich mache meine Morgenroutine inklusive einem kleinen Training für meinen Körper und trinke einen Café mit meiner Freundin aus Deutschland, bei der ich für die Studiozeit wohnen darf. Dann treffen Hartmut und ich uns um 10.00 oder spätestens 11.00 und frühstücken zusammen. Wir stimmen uns beim Frühstück emotional auf die Arbeit ein und machen einen groben Plan und besprechen unsere Ideen. Dann wird gesungen, gespielt, geweint und editiert. Es ist ein sehr tiefgreifende Prozess der Menschwerdung. Das ist wirklich eine Gnade.
Mein Alltag ist also bunt und vielfältig. Kein Tag ist wie der Andere. Und ich bin genauso am Durchwursteln wie die Meisten gerade.
Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Was für uns alle jetzt besonders wichtig ist, kann ich nicht sagen. Ich möchte nur für mich sprechen: Für mich hat sich herausgestellt, dass es mir wichtig ist, nach einer Ethik der Liebe zu leben und die eigene Liebesfähigkeit zu kultivieren. Die anderen Menschen wirklich zu SEHEN und sich im Gegenzug auch zu ZEIGEN, auch, wenn das manchmal panische Angst machen kann.
Auch, wenn man es vielen Menschen nicht ansieht: Jede:r hat sein Päckchen zu tragen. Ich nenne dieses Päckchen „trotz wegen allem“ und habe auch ein Lied darüber gemacht. Hättest Du gesehen, dass ich eine Narbe am Herz habe, manchmal sehr traurig und sehr verletzlich bin? Oder hätte ich gesehen, dass die wunderschöne Frau vor einigen Wochen noch mit ihrem Körperbild gehadert hat und eine Essstörung überwunden hat? Oder dass die beeindruckende Frau mit psychisch kranken Eltern aufgewachsen ist und schon viel zu früh die Verantwortung der ganzen Familie getragen hat? Nein, das sehen wir nur, wenn wir uns wirklich öffnen, zeigen, zuhören und berührbar werden und bleiben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ja, das denke ich auch. Die Rolle der Kunst ist in meinen Augen genauso vielfältig, wie die Künstler:innen selbst. In meinen Augen wesentlich ist das kritische Begleiten des gesellschaftlichen Geschehens, das Erhalten und Ausbauen von gesellschaftlichen Errungenschaften (zB. Frauenrechte), Mut machen, zur Entspannung beitragen und das Teilen von Lebensfreude. Etwas ungewöhnliches Wagen. Den originären Ausdruck suchen und rausbringen. Eine Inspiration sein!
Was liest Du derzeit?
Ich lese zur zeit „Bell Hooks – alles über Liebe“ und „Der Distelfink von Donna Tartt“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Sehr gerne teile ich mein aktuelles Lieblingszitat mit Euch. Es ist aus Bell Hooks Ethik der Liebe und es ist die Zusammenfassung ihrer Definition der Liebe. Denn erst, wenn wir den Mut haben, „Liebe“ zu definieren, können wir uns ihrem Mangel in unseren Leben stellen und Wunden heilen: „Wenn wir lieben, bringen wir offen und aufrichtig Fürsorge, Zuneigung, Verantwortung, Respekt, Hingabe und Vertrauen zum Ausdruck.“ (Alles über Liebe, Bell Hooks)
Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin
Vielen Dank für das Interview liebe Daniela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin
Zur Person _ Daniela Flickentanz
Von goldenen Löffeln und der Kebapschule
Ich bin mit sehr viel Liebe, selbstgeschriebenen Gedichten meiner Mutter zum Einschlafen und ohne Klavier und Hausbibliothek aufgewachsen. Wir sind oft umgezogen.
Die längste Zeit haben wir im Gemeindebau im 5. Bezirk verbracht, zur Schule gegangen bin ich in ein Gymnasium, das unter Junglehrer*innen liebevoll „die Kebapschule“ genannt wird, weil rund um die Schule außer Beton viele Kebapbuden sind. Was es außer Kebap dort noch gab, war ein toller Chor, eine Schulband und eine Musikwoche im Sommer, in denen ich alles rund um mich aufsaugen konnte und extrem viel durch abschauen lernen durfte.
„Du wurdest bestimmt schon früh gefördert.“ Höre ich manchma Leute sagen. Oder „Naja, Du hast ja bestimmt schon sehr früh das richtige Umfeld gehabt.“ Ja. Wenn Yamaha Früherziehung Gruppenunterricht als Beiwerk der kleinen Schwester, die ich war, schon als Förderung zählt, dann wurde ich gefördert. Meine erste Klavierstunde hatte ich mit 17, bezahlt von meinem gesparten Taschengeld, meine erste Gesangsstunde hatte ich mit 23 Jahren. Gitarre habe ich jeweils eine Woche im Sommer am Gössenberg gelernt und den Rest des Jahres alleine weiter gemacht. Die erste Stunde hatte ich mit 32.
Den Rest habe ich „on the fly“ in Freifächern gelernt. Ich habe mich an jedem Strohhalm, den ich finden konnte, weitergehangelt.
Mein erstes Lied habe ich für meine Mama zum Muttertag geschrieben. Zu meinem ersten großen Liebeskummer mit 18 sollte es richtig losgehen und von dort an hat es begonnen, dass die Lieder auf mich heruntergehagelt sind.
Und zuhause? Nein, da war kein Klavier, kein Bücherschrank. Da war Chaos, Emotion und ich als Wildwuchs mitten drin. Nicht wissend, was dieser laute Ruf in mir ist und dieses „heiß werden“ war, wenn ich Leute mit glitzernden Augen auf einer Bühne sah.
Aber weißt Du, was? Es ist egal, woher man kommt. Das Dranbleiben, das Commited-sein zum eigenen Traum trennt die Spreu vom Weizen und nicht das Umfeld, in das man hineingeboren wird.
Ich habe viel in mich investiert und auf viel verzichtet, um diese Investitionen zu tätigen. Vielleicht hätte ich auf weniger verzichten müssen, wenn ich mehr, den anderen, doch endlich den „richtigen“ Background gehabt hätte. Aber Blut, Schweiss und Tränen, das haben alle gleich, die es bis auf die Bühne geschafft haben, mehr als einmal auftreten und die wirklich ihr spüren könnt. Vielleicht hatte ich einen Vorteil dadurch, dass ich mit meiner künstlerischen Entwicklung weitgehend „in Ruhe gelassen“ wurde. Vielleicht war ich manchmal alleine damit. Aber wann sind die Umstände schon perfekt?
Nein, da war kein goldener Löffel in meinem Mund und auch keine Eislaufeltern. Abgeraten haben sie mir, weil sie wussten, dass ich als Künstlerin mit einem Bein im Prekariat stehen werde und dass sie mir nur sehr begrenzt helfen können, wenn ich nicht mehr kann.
Nein, ich hatte lange nicht den „richtigen Background“. Aber welcher Background ist schon der „richtige“?
Der einzige Grund, warum ich heute da bin, wo ich bin, ist, dass ich einmal mehr aufgestanden bin, als ich hingefallen bin.