„Dasss Kunst nicht zum Selbstzweck wird oder versucht, ausschließlich zu gefallen“ Jennifer Mattes, Regisseurin _ Wien 13.5.2023

Liebe Jennifer Mattes, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Intensiv, aufregend und manchmal stressig. Es passiert viel und man probiert viel aus bis man dann aufgeregt und aufgeladen wieder nach Hause kommt am Abend oder nachts und versucht zu schlafen .. aber es tut sehr gut, soviel zu arbeiten und aktiv zu sein. Es ist erfüllend.

Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir nicht die Nerven verlieren und weiter versuchen, trotz der persönlichen oder politischen Lage nach vorne zu schauen und positiv dabei bleiben.  Es gibt für alles eine Lösung und ich hoffe, dass wir alle daran arbeiten und jede/r seinen Teil dazu beiträgt, ob im Großen oder kleinen – ich glaube, das ist sehr wichtig jetzt.

aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, es ist wichtig, dass die Kunst weiterhin eine Plattform bietet, in der sie die vorherrschenden Verhältnisse spiegeln, hinterfragen oder offenlegen kann. Dass sie nicht zum Selbstzweck wird oder versucht, ausschließlich zu gefallen. Kunst entsteht und ich hoffe, dass es weiterhin möglich sein wird, eben auch unter den widrigsten Bedingungen entstehen zu können, dass es Menschen gibt, die sich in alle Richtungen bewegen versuchen, eben auch jene, die sich Ihnen verschließen und dass diese Menschen gehört werden. Dass wir alle die Hoffnung nicht aufgeben..

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Was liest Du derzeit?

Von Anna Löwenhaupt Zing: der Pilz am Ende der Welt

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Verliere den ganzen Verstand, ein halber verwirrt nur

C.F. Hill

Vielen Dank für das Interview liebe Jennifer Mattes, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jennifer Mattes, Regisseurin

Zur Person_

Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video

1982 in Stuttgart geboren. Studium von Film und Video in Stuttgart und Bildende Kunst und Film bei Harun Farocki und Constanze Ruhm an der Akademie der bildenden Künste Wien. Arbeitet im Bereich Installation und Essayfilm und an der Schnittstelle von dokumentarischen, fiktiven und performativen Prozessen. Zusätzlich verfasst sie Text- und Soundcollagen in ihren Filmen. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien u. a. den Birgit-Jürgenssen-Preis 2014, Diagonale-Preis Innovatives Kino 2019, Stipendium für Bildende Kunst der Kunststiftung Baden-Württemberg 2019, sowie mehrere Ausstellungen wie u. a. in der Národni galerie Praha, Arti et Amicitiae in Amsterdam, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und Ballhaus Ost in Berlin.

www.jennifermattes.com

Aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

Jennifer Mattes (links) | Regie, Bühne, Kostüm, Video _ Ina Jaich | Regie, Schauspiel

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Produktion: Arthur Summereder; Portrait Ina Jaich:  Urban_Ruths; Portrait Ina Jaich und Jennifer Mattes: Sebastian Grimberg

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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Buchmesse Leipzig: „dass es etwas gibt, dass österreichische Gegenwartsliteratur auszeichnet und im positiven Sinne abgrenzt“ Robert Prosser, Schriftsteller _ Wien 13.5.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _Robert Prosser, Schriftsteller _

Robert Prosser, Schriftsteller _
Performance _ Buchmesse Leipzig _ 2023

Lieber Robert Prosser, wie verhält sich ein Gastgeber als Gast zum Gastgeber als Gast im Gastland?

Ruhig, aber nicht zu übersehen, insistierend, aber nicht nervig, vor allem der eigenen Art und Weise vertrauend – sodass der Gastgeber im Gast nicht nur eine Zahl sieht, eine zu absolvierende Aufgabe, sondern selbst etwas von dieser Begegnung mitnehmen und sich bewahren kann.

Was wird Österreich in Leipzig zuerst gefragt?Wie lange bleibst Du?

Eher: Was und wie hast du zu erzählen, abseits von Handke, Jelinek, Bernhard? Bewusst oder unbewusst muss man sich dieser Frage als österreichische*r Autor*in wohl ohnehin stellen, darum gut, dass sie auch mal im Großen verhandelt und durch die Praxis beantwortet wurde.

Warum wird Leipzig Österreich nicht so schnell vergessen?

Etliche österreichische Autor*innen traten abseits des Gastlandauftritts bei unterschiedlichsten Veranstaltungen auf. Dort gab es, meiner Wahrnehmung nach, ein dank des Schwerpunktes verstärktes Interesse an ihnen und ihren Texten. Dieses Interesse wurde nicht enttäuscht, sondern bestätigt und vermehrt. „Leipzig“ wurde in Erinnerung gerufen oder erstmals darauf gestoßen, was die österreichische Gegenwartsliteratur zu bieten hat.

Ist „Meaoiswiamia“ eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

Wie auch vorm Altar und beim Bestatter. Wo fängt das Wir eigentlich an und wo hört es auf?

Was nimmt der Gast Österreich aus Deutschland mit? Offiziell und inoffiziell.

Inoffiziell die Selbstbestätigung, dass es etwas gibt, dass österreichische Gegenwartsliteratur auszeichnet und im positiven Sinne abgrenzt. Dieses Etwas lässt sich nicht benennen – wie viele lebendige Prozesse ist auch das aktuelle Schreiben und Erzählen und Dichten nicht in eine Formel zu zwängen. Offiziell und in schöner Tradition brachten fast alle den berüchtigten Messeschnupfen mit nach Haus.

Herzlichen Dank!

Zur Person_Robert Prosser was born in 1983 in Alpbach in Tyrol, and studied comparative literature and cultural and social anthropology. A writer and a performance artist, his work includes the novels DISAPPEARANCE IN AVALANCHES (Jung und Jung, 2023) and GEMMA HABIBI (Ullstein fünf, 2019). Important for his artistic approach are research and stage-adaptations of his own literary texts in form of recitation or performance. Recipient of various Awards and Scholarships, e.g. Writer-in-Residence One World Foundation in Sri Lanka 2021, Residency Literarisches Colloquium Berlin 2014, Reinhard-Priessnitz-Award 2014. His novel PHANTOMS (Ullstein fünf, 2017) was nominated for the German Bookprize.

http://www.robertprosser.at/en/

Robert Prosser, Schriftsteller

Aktueller Roman_Robert Prosser

Verschwinden in Lawinen, Robert Prosser. Roman. Jung und Jung Verlag. 2023.

Erscheinungsjahr: 2023

192 Seiten, gebunden mit SU
auch als E-Book erhältlich

WG: 1112
ISBN: [978-3-99027-273-2]

Preis: € 22,-

Verschwinden in Lawinen

Fotos_Portrait: Günter Mik; Leipziger Buchmesse/Performance: Katja Gasser.

Walter Pobaschnig 12.5.2023

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„Great individuals“ Alan Burgon, Schauspieler, Autor _ Give Peace A Chance _ Wien 12.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Great individuals

Inspire others and themselves.

Valiant are they who

Endure hardship.


Power corrupts, remember this.

Endeavour to remain humble.

At the end, all that counts are the

Choices we make and the

Example we set for others.


And these too are fleeting.


Conquer your fears and let your 

Humanity shine.

Accountability is

Noble.

Compassion is the true meaning of

Empowerment.


Alan Burgon, 28.4.2023

Alan Burgon,
Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alan Burgon,
Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent

Zur Person_Alan Burgon,

geboren in den schottischen Highlands, seit 2010 in Wien, wo er lebt und arbeitet. Schauspielausbildung erfolgte u.a. am renommierten Royal Conservatoire of Scotland. Danach folgten Engagements am Dundee Repertory Theatre mit Hauptrollen in den Stücken ,,Beauty and the Beast”, ,,Who’s afraid of Virginia Wolf”, ,,Quelque Fleurs” etc. Mit dem National Theatre of Scotland ging er auf eine UK National Tour mit Ibsen’s ,,Peer Gynt” und spielte u.a. im King’s Palace Glasgow, Eden Court Theatre Inverness und The Barbican in London. Weitere Auftritte gab es mit Uraufführungen am Edinburgh Fringe Festival.

In Wien folgten Engagements am International Theatre und Vienna’s English Theatre, bevor er schließlich 2012 mit einer Künstlergruppe die Open House Theatre Company gründete und als Schauspieler und künstlerischer Leiter bis 2019 36 Theaterstücke in englischer Sprache auf die Bühne brachte. Darunter Highlights wie ,,Laurel and Hardy”, ,,A Midsummer Night’s Dream”, ,,The Importance of Being Earnest”, ,,Hedda Gabler” etc.

Seither arbeitet er als Schauspieler und Autor im independent Filmbereich, sowie für TV-Serien (Tatort Mainz und Das Netz) und Kinofilmen (Thank you for bombing und MeWe). Als Voice Actor leiht er u.a. der Hauptrolle The Interviewer in der Fiction Podcast Serie The Amelia Project, die bis dato über 5 Mio. Downloads verbucht hat, seine Stimme.

Foto _ Stefan_Panfili;

Walter Pobaschnig _ 28.4.2023

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„die Sehnsucht der Ich-Erzählerin nach Freiheit und Selbstbestimmung“ Marilies Jagsch, Musikerin_Station bei Malina _ Wien 21.5.2023

Marilies Jagsch, Musikerin_
Station bei Ingeborg Bachmann_Malina_Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Liebe Marilies Jagsch, wir sind hier an Wiener literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann wie auch in unmittelbarer Nähe von biographischen Bezugspunkten der vor 50 Jahren verstorbenen Schriftstellerin. Sind Dir die Orte hier, die Umgebung vertraut?

Da ich hier ums Eck zehn Jahre lang gewohnt habe, kenne ich die Gegend gut. Bachmanns Beschreibung der Ungargasse ist mir sehr nah, auch wenn sie aus einer anderen Zeit stammt.

Du bist Musikerin. Auch Ingeborg Bachmann hatte eine große Liebe zur Musik, komponierte früh und arbeitete später als Librettistin mit Hans Werner Henze zusammen. Wie war Dein Weg zur Musik und welche Stationen gibt es da?

Das Bedürfnis, Musik zu machen, war bei mir immer da. Gitarre spiele ich, seit ich acht bin, und schon als Kind habe ich meine ersten Lieder geschrieben. Mein Ansatz ist aber ein sehr intuitiver, Musiktheorie hat mich nie besonders interessiert, bis heute vermeide ich Noten, weil mir die Musik weniger Spaß macht, wenn ich das Gefühl habe, sie in ein System zwängen zu müssen. Mit 16 habe ich begonnen, in einer Band zu singen, und mit 20, meine eigenen Lieder live zu präsentieren. Dann folgten auch bald meine ersten beiden Alben sowie viele Konzerte und Zusammenarbeiten mit anderen Künstler*innen und Bands.

Was sind Themen Deiner Musik?

Die Lyrics meiner Lieder kreisen um Themen und Gefühle, die in unserer leistungsorientierten Gesellschaft keinen Platz haben. Vielleicht gibt es da einen Konnex zu Bachmanns Erzählkosmos. In meinen Songs geht es vorwiegend um Machtverhältnisse und Gewaltstrukturen, Missbrauch, Verlust und Trauer.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Im September erscheint das Debütalbum meines neuen Projekts MAIIJA, ein großer Schritt für mich, da ich seit 13 Jahren keine eigenen Lieder mehr veröffentlicht habe. Die erste Single haben wir schon im April released, im Juni folgt die zweite. Bald werden auch die nächsten Konzerte verkündet.

Im Roman „Malina“ ist der Hauptschauplatz Wien. Du bist wie Ingeborg Bachmann als Künstlerin nach Wien gezogen. Was bedeutet Dir diese Musik- wie Literaturstadt und welche Erfahrungen hast Du hier als Künstlerin gemacht?

Meine Beziehung zu Wien als Kulturstadt ist gespalten, weil Kultur hier tatsächlich sehr groß geschrieben und gut subventioniert wird, allerdings ist es für alle Kunstsparten, die sich nicht in die Hochkultur einordnen lassen oder für den Tourismus nicht relevant sind, auch nicht viel einfacher als in den meisten anderen europäischen Städten. Dennoch ist Wien eine sehr lebenswerte Stadt und ich schätze die kulturellen Netzwerke hier. Im Untergrund der Wiener Szene habe ich einen starken Zusammenhalt und viel Loyalität erfahren. 

Welche Eindrücke hast Du von den Romanschauplätzen in der Ungargasse?

Die Ungargasse kannte ich ja bereits, aber das Stiegenhaus des Hauses Nummer 6, in dem die Ich-Erzählerin im Roman wohnt, war mir noch neu. Es wirkt fast ein wenig herrschaftlich mit der Statue im Eingang, deutlich weniger beklemmend, als man es sich zur Stimmung des Romans vorstellt. Aber gleichzeitig ist es wohl genau dieses Bürgerliche, mit dem so viele Konventionen und Erwartungen verbunden sind, das sich so erdrückend anfühlt.

Welche Bezüge hast Du zu Literatur? Schreibst Du auch?

Aktuell schreibe ich nur Songs, aber ich habe ein sehr inniges Verhältnis zur Literatur. Als Lektorin und Literaturprogrammleiterin des Verlags Kremayr & Scheriau durfte ich in den letzten Jahren viele Romanprojekte in ihrer Entstehungsphase begleiten. Zurzeit hab ich mir eine Auszeit für meine Musik genommen, aber die Literatur wird in meinem Leben auch in Zukunft eine große Rolle spielen.

Was sind für Dich zentrale Themen und Aussagen des Romans „Malina“?

Am meisten berührt mich die Sehnsucht der Ich-Erzählerin nach Freiheit und Selbstbestimmung in einer von Männern dominierten Welt. Die Abhängigkeit, die sie spürt, fühlt sich für mich sehr grausam an.

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Gerne würde ich wissen, worüber Ingeborg Bachmann heute schreiben würde. Wahrscheinlich würde ich eine Runde mit ihr durch den Stadtpark spazieren und darüber sprechen, was in Österreich momentan alles schiefläuft. 

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

Mein

Anderes

Leben 

Ist 

Nie 

Abkömmlich

Marilies Jagsch, Musikerin_
Station bei Ingeborg Bachmann_Malina_Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Vielen Dank, liebe Marilies Jagsch, Musikerin, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Malina, alles Gute für alle Projekte!

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

im Interview und szenischem Fotoportrait_

Marilies Jagsch, Musikerin_ Wien _

Aktuelles Musikalbum_MAIIJA / Marilies Jagsch

https://www.facebook.com/people/Maiija/100063141973568/

2023 _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Interview und alle Fotos_Romanschauplatz _ Malina_Wien _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 5_23

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„nur eine extraparlamentarische Opposition, die nicht faschistisch gesinnt ist, kann etwas ausrichten“ Christian Kühne, Schriftsteller _ Wien 12.5.2023

Lieber Christian Kühne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Rechnungen zahlen, Strafzettel sammeln, Blumen stehlen, in Kaffeehäusern mit Wildfremden streiten, Schlägereien vermeiden, Schulden begleichen, Hausaufgaben vergessen, die Stromrechnung verdrängen, die Nachbarn um Salz und Milch anschnorren… das übliche halt.

Christian Kühne, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freundschaft. Politik und Wirtschaft nehmen immer menschenverachtendere Positionen ein, da kann nur eine extraparlamentarische Opposition, die nicht faschistisch gesinnt ist, etwas ausrichten. Also solidarisch sein miteinander. Anfangen, sich zu wehren.

Christian Kühne _ Text _ aktuelle Produktion:
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich kann da nur für mich sprechen, wenn ich meinen überdimensionierten und wie ich meine sehr gesunden Hass für das Fachgesimple, die Freunderlwirtschaft, das Bürokratendasein, die Instagrams und Facebooks, die Preise und Auszeichnungen und was es sonst noch alles gibt behaupte. Das Theater war für mich immer ein Ort der Begegnung, in dem sich Menschen begegnen und eine Wirklichkeit verhandeln, die uns alle berührt. Wo man auf die Suche geht, sich gemeinsam auf den Weg macht und drauf pfeift, ob das Endresultat nestroytauglich ist.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Was liest Du derzeit?

Fasching von Gerhard Fritsch, ein großartiges Buch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

« Ich trinke zu viel

Ich rauche zu viel

Ich sterbe zu langsam. »

Zahnfäule in Paris, Heiner Müller

Christian Kühne, Schriftsteller

Zur Person_Christian Kühne

1992 in Wien geboren, wuchs an der italienischen Adria bei Triest auf. Nach seinem Schulabschluss zog es ihn nach Paris, wo er an der Université Paris 1 La Sorbonne Philosophie studierte und erste literarische Texte zu verfassen begann. 2011 gab er mit dem Roman „Ithaka“ sein Debüt als Autor. Seitdem hat er u. a. den Erzählungsband „Tarantole“ veröffentlicht und einen weiteren Roman „Der Schrei“ geschrieben. Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitet er seit 2015 in engem Kontakt mit mehreren internationalen Künstler*innen, darunter der Pariser Maler Arsène Welkin, der Graphiker Simone Ellero und der italienische Regisseur Giovanni Aloi. 2015 wurde ihr gemeinsamer Kurzfilm „E.T.E.R.N.I.T.“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt und das Drehbuch zum Film „La Troisième Guerre“ gewann beim internationalen Kurzfilmfestival Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand.

Als Mitbegründer des theater der sprachfehler zeigt er sich gemeinsam mit Andreas Jähnert seit 2017 für etliche Produktionen im In – und Ausland verantwortlich, im WERK X-Petersplatz ist u. a. in der Spielzeit 2018/19 die Trilogie „Rost“ zu sehen.

Er schreibt auf Italienisch, Deutsch und Französisch.

Aktuelle Produktion _ Text _ Christian Kühne _ „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _

Christian Kühne _ Text _ aktuelle Produktion:
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“
Text / Christian Kühne
Ina Jaich | Regie, Schauspiel (rechts) _ Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video


„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Portrait: Federico Epifanio; Produktion: Arthur Summereder;

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ein begeisternder Theaterabend im beeindruckenden Ensemblespiel“ Premiere „Skriker“ _ Theater Arche Wien 11.5.2023

Skriker _ Theater Arche Wien _
Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

Da ist das Dunkel. Und da ist das Licht. Und dazwischen Mensch und Geheimnis. Macht und Ohnmacht. Und Ausgeliefertsein…


Josie ist nicht allein. Eine dämonische Fee – Skriker – greift nach hier und lässt nicht los. Josie ringt und kämpft und tötet…

Und da ist Lily. Die schwangere Freundin von Josie. Auch sie trägt werdendes Leben in ihr…und die Geister sind auch um sie…

Gibt es einen Weg ans Licht? Oder wird das Dunkel alles verschlingen? Skriker geht um…

Skriker _ Theater Arche Wien _
Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

„Skriker“, ein poetisches Horror-Märchen von Caryl Churchill wird vom Ensemble der Open Acting Academy Wien begeisternd in Szene gesetzt. Das spannende wie herausfordernde Stück der britischen Dramatikerin Caryl Churchills von 1994 wird in dieser Neuinszenierung zu einem expressiven wie hintergründigen Dialog von Welt und Geheimnis, Existenz und Abgrund zwischen Zeit und Dunkelheit. Es gelingt dem Ensemble hervorragend mystische Kosmologie mit existentieller Dichte zu verbinden und Szene um Szene überraschend und ausdrucksstark zu setzen. Bis zum furiosen Finale…

„Ein begeisternder Theaterabend im beeindruckenden Ensemblespiel“

Literatur outdoors 5/23

SKRIKER

ein poetisches Horror-Märchen
von Caryl Churchill

Theater Arche (Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien)
Vorstellungen: 11. – 15. Mai 2023
Eine Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

Regie: Colleen Rae Holmes
Bühne: Arnold Wilfing
Kostümdesign: Colleen Rae Holmes
Lichtdesign: Ricarda Reithner
Musik: Abraham Goldstein
Choreo: Jennifer Gross

BESETZUNG

Skriker: Nadja Kruselburger, Pia Schiel, Matea Novak
Josie: Jasmina Eder
Lily: Julia Wiehart

Passantin: Jennifer Gross
Hexe: Moni Preyhaupt
Totes Kind / Mädchen mit Teleskop: Agnes Ludwig
Verirrtes Mädchen: Gülnur Demirkoca
Frau: Simone Uebelhart
Mann: Matthias Stangl
Kelpie: Valerian Heiss
Schwarzer Hund: Christian Georgita
Brownie / Spriggan: Daniel Tanzberger
Gute / Böse Fee: Marion Steinbach
Grüne Lady: Janika Maria Lucas
Hase: Eva Hütter
Krähe: Mirko Novakovic  

Produktionsleitung: Marion SteinbachNadja Kruselburger
Regieassistenz: Sigrid Redl
Licht: Blue Piska
Ton: Achim Orischnig

Theater Arche
Münzwardeing. 2a, Wien

Weitere Spieltermine: Fr, 12.5. ; Sa 13.5.; So 14.5.; Mo 15.5.; jeweils 19:30

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Auf auf“ Bernhard Georg Rusch, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Klagenfurt 11.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Großartige Gedanken

Intime Momente

Verpasste Chancen

Ehre und Edelmut


Platz für Liebe

Ein Licht, ein Schimmer voll Hoffnung

Aber es gibt so viel Gegenwehr

Chronisch ist der Weg blockiert

Ein Kraftakt wird nötig sein


Auf auf


Chancen gibt es immer wieder

Holt all euren Mut

Aktiv zu werden

Nicht nur zu träumen

Chaos weg

Endlich


Bernhard Georg Rusch, 7.5.2023

Bernhard Georg Rusch – Schauspieler & freischaffender Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bernhard Georg Rusch – Schauspieler & freischaffender Künstler

Zur Person_Bernhard Georg Rusch

geboren 1985 in Klagenfurt am Wörthersee. Studierte Schauspiel am Konservatorium der Stadt Wien (Heute: MUK) von 2008-2012. Seine Arbeiten als Schauspieler brachten ihn u. a. ans E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg (2013-2015), zu den Salzburger Festspielen („Kasimir und Karoline“, 2017), an die Neue Bühne Villach und ans Theater der Jugend. Außerdem ist er auch immer wieder in Filmen und TV-Serien zu sehen, u.a. „Klammer – Chasing the Line“ (2021) und „SOKO-Linz“.

Seit einigen Jahren arbeitet er auch als Performer, Regisseur, Autor und Videokünstler, oftmals interdisziplinär. Hierbei entstanden u.a. Projekte wie „Klausen klingt“, ein Alte Musik Festival in Südtirol, das im August 2023 zum zweiten Mal stattfindet, verschiedene Bühnenshows des internationalen Saxophon Quintetts „FIVE SAX“ und „Josephs Diktat“, eine interaktive Kunstinstallation zum Thema Bücherverbrennung und Manipulation. Er ist Gründungsmitglied des KünstlerInnenkolletivs „KunstMeeting – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten“. Seit 2017 Auftritte mit der Lesung „Alles war ganz anders geworden – Aus dem Tagebuch eines Soldaten“, basierend auf dem Kriegstagebuch seines Großvaters.

Unter dem Namen „latenightcreativity“ arbeitet er an eigenen Kunstprojekten.

www.bernhardgeorgrusch.com

Foto _ Theresa Pewal

Walter Pobaschnig _ 7.5.2023

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„Das Theater muss lebendig bleiben“ Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _ Wien 11.5.2023

Liebe Ina Jaich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vom Bett auf die Yogamatte rollen, meine Glieder auseinanderziehen, Kaffee, schreiben, Musikhören und ab in den vollgestopften 46er ins Theater, Proben, Technikbesprechung, am Petersplatz die Kutschen anschauen, wieder ins Dunkel, weiter. Am Abend nochmal den Text durchgehen und vielleicht noch jemand treffen und eine Runde spazieren. Es ist das erste Mal, dass ich an einem Projekt als Schauspielerin und Regisseurin arbeite. Das ist spannend, aber auch ein ausgefülltes Leben.

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, dass wir den Bezug zu uns selbst nicht verlieren. In uns hineinhören und spüren, was wir wirklich brauchen. Unterscheiden zu dem, was uns vielleicht suggeriert wird, was wir brauchen sollen.

Und realisieren, wenn uns die Angst leitet, die ja auch gerade so viele von uns haben.

Zuzuhören, für einander da zu sein und zu spüren, dass man nicht alleine ist. Das ist immer wichtig.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass es tatsächlich wichtig ist, sich zu positionieren und Stellung zu beziehen. Auch wenn man denkt, dass man selber nichts ausrichten kann und an vielem zweifelt, so wie ich. Es gibt so viele Brandherde gerade und Menschen, die betroffen sind. Wenn man den Missstand benennt und nicht wegsieht, ist es immerhin ein Anfang. Und darin, dass gerade so Vieles offen liegt, besteht auch eine Chance!

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Ich glaube, wir brauchen die Kunst, es ist etwas zu tiefst Menschliches. Den Raum für das Irrationale, die Überforderungen, die ungelebten und unterdrückten Gefühle und Gedanken. Und das in etwas Eigenständiges, Lebendiges zu transformieren. Etwas, das nagt, tröstet oder aufweckt, je nachdem oder alles zusammen.

Das Theater muss lebendig bleiben.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Was liest Du derzeit?

Momentan nur meinen Text, den ich gerade probe. Das ist ein 15 seitiger Monolog, da bleibt nicht viel Zeit für andere literarische Ausflüge.

Die Premiere von „DAIMON. Die Namenlose“ ist am 16.05.2023 im Werk X Petersplatz. 

Danach freue ich mich sehr über Empfehlungen, her damit!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gibt Mama Opa Opium, bringt Opium Opa um.

Einer meiner Lieblingssätze aus unserem Stück, in dem es um Trauma, Isolation aber auch um eine große Lebenslust geht. Bringt mich jedes Mal zum Lachen, ist doch gut!

Vielen Dank für das Interview liebe Ina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person_

Ina Jaich | Regie, Schauspiel

1984 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Schauspielstudium an der akademie für darstellende kunst adk-ulm arbeite sie an verschiedenen Theatern im europäischen Raum, wie HAU – Hebbel am Ufer Berlin, Thalia Theater in Hamburg, Stadttheater Gent / NTGent oder dem WERK X-Petersplatz in Wien und mit Filmregisseur*innen wie Christian Klandt, Rainer Kaufmann, Sophie Linnenbaum oder Alexei Popogrebski. 2020 arbeitete sie mit Luk Perceval und Steven Heene in Gent.

Für ihre Rolle im Kinofilm „Viva Forever“ von Sinje Köhler wurde sie für den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel des Filmfest München nominiert. Sie war Protagonistin des Festivaltrailers der Diagonale’21 – Festival des österreichischen Films unter der Regie von Jennifer Mattes, sowie Dramaturgin 2022 im Rahmen des partizipativen Projektes „Moving the Forum“, das sich kritisch mit der Stiftung Humboldt Forum auseinandersetzte.

Für den rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg konzipierte und spielte sie 2021 die Hörspiel-Performance „Funken der Liebe“ auf Grundlage des Hörspiels „SOS … rao rao … Foyn“ von Friedrich Wolf zum 90-jahrigen Jubiläum des Haus des Rundfunks Berlin.

www.castupload.com/actors/ina-maria-jaich

Aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

Ina Jaich | Regie, Schauspiel (rechts) _ Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video


„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Produktion: Arthur Summereder; Portrait Ina Jaich:  Urban_Ruths; Portrait Ina Jaich und Jennifer Mattes: Sebastian Grimberg

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com/

„Ganz“ Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _Wien 10.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

In

Veilchenblau

Erstarrt


Panzer

Elektroschock

Artillerie

Chlorgas

Eisenstange


Atombombe


Chancen zum Blühen

Haben Veilchen

Ab

Null Grad

Celsius

Etwa ab dem Gefrierpunkt.


Daniel Zipfel, 26.4.2023

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Zur Person_Daniel Zipfel wurde 1983 in Freiburg geboren. Er wuchs in Wien auf, wo er 2007 sein rechtswissenschaftliches Studium abschloss. Im selben Jahr wurde auch seine erste Kurzgeschichte publiziert. Seit 2008 arbeitet er als Jurist im Flüchtlingsbereich und veröffentlicht literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Sein Romandebüt „Eine Handvoll Rosinen“ erschien im Jahr 2015 und wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien und des Bundeskanzleramts Österreich ausgezeichnet. Er ist Absolvent des Instituts für Narrative Kunst und Mitglied der Grazer Autorenversammlung. 

https://www.danielzipfel.at/autor/

Aktuelle Buchneuerscheinung_ Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman. Leykam Verlag. 2023

Ein historischer Roman über Wien während der Türkenbelagerung im Jahr 1683, jenseits von Einordnungen wie Gut und Böse. Ein hochaktueller Roman angesichts aktueller Kriege, der zeigt, wie viele Interessen im Spiel sind.

Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman, 240 Seiten. Gebunden.

€ (A,D) 24,50 I Leykam ISBN 978-3-7011-8259-6

Nichts als Papier

Foto _ Manfred Weis

Walter Pobaschnig _ 26.4.2023

https://literaturoutdoors.com

„Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Machtspielen“ Kristina Krenn, Schauspielerin _Wien 10.5.2023

Liebe Kristina Krenn, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

„Den“ Tagesablauf gibt es bei mir nicht. Ich mag es, wenn sich die Tage, bis auf ein paar Fixpunkte, nicht gleichen. Da überrasche ich mich gerne selber. Routine gibt zwar Sicherheit, stört aber enorm meine Kreativität. Ich mag es, wenn ich in der Früh schreiben kann, was mir an Gedanken kommt. Alles sortiert sich……………………..Ich mag es Yoga zu machen, zu proben, zu spielen, zu musizieren, zu spazieren, Freunde zu treffen und zu lernen. Ich lerne so gerne!

Vormittags biete ich in meinen Mitmachtheaterstücken den Kindern eine Plattform sich auszudrücken, Rollen auszuprobieren und sich zu trauen vor anderen zu sprechen und zu agieren.

Nachmittags begleite ich als Potentialentfaltungscoach Menschen, die mehr aus ihrem Leben machen wollen. Die aus dem Hamsterrad der Bedürftigkeit aussteigen und mehr zu sich und ihren Lebensträumen finden möchten.

Kristina Krenn, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und damit meine ich nicht wer mehr hat, mehr kann,…….sondern, dass wir auf uns selbst, unsere Familie, Freunde und auf unsere Umwelt achten.

Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Profitgier um jeden Preis, Machtspielen und Ende damit die Menschen gegenseitig auszuspielen!

Zurzeit beschäftigt mich auch sehr unser veraltetes Schulsystem. Es gehört dringend überarbeitet! Es geht in der heutigen Zeit um mehr als um bloße Vermittlung alten Wissens. So viele junge Menschen mit enormen Potentialen werden damit frustriert. Sie wollen lernen, das ist in uns veranlagt, aber bitte zeitgemäßer!

Ja, und unsere Umwelt sollte uns allen wichtig sein! Auch wenn es vielleicht an unsere Bequemlichkeit geht, wir nicht jeden Weg mit dem Auto und nicht jede Reise mit dem Flugzeug machen können. Wäre gut, wenn wir endlich vom Reden ins Tun kommen würden!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater, Film und Kunst allgemein zeigen aktuelle Themen auf und konfrontieren das Publikum mit den Eindrücken, Herangehensweisen, Lösungen und Aussagen anderer und regen somit zur Diskussion an. So können sich eventuell neue Sichtweisen und Verbindungen ergeben und dies trägt im besten Fall zu Veränderungen und Verständnis bei.

Was liest Du derzeit?

„Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami und

„Was wir sind und was wir sein könnten“ (Ein neurobiologischer Mutmacher)

von Gerald Hüther

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Bei Murakami mag ich es, die Lieder, die im Text vorkommen gleichzeitig zum Lesen abzuspielen. Fühlt sich dann so authentisch an

„Jede große Veränderung auf der Welt beginnt immer bei dir selbst!“ (Gerald

Hüther)

Vielen Dank für das Interview liebe Kristina viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kristina Krenn, Schauspielerin

Zur Person_Kristina Krenn _ ich bin als Schauspielerin zur Zeit mit meinen Mitmachtheaterstücken in ganz Wien im Einsatz und habe für das Gloria Theater, Kellergassen Compagnie, Sommerfestspiele Weitra, Stadttheater Berndorf, Stadttheater Wiener Neustadt und für Film und Werbung und in vielen freien Produktionen gespielt und lebe in Wien.

Foto _ Stefan Peters

1.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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