„Romy Schneiders Spiel hat eine tiefe realistische Nähe“ Mariana De Meo, Pantomimin _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 17.12.2022

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider
Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider

Liebe Mariana, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Zuhause hatten wir ein großes Romy Schneider Fotoalbum. Ich war ein Schulmädchen, als mein Vater es mir zum Geschenk machte. Ich hatte noch nie eine so schönere Frau gesehen. Ich habe Stunden damit verbracht, es immer wieder durchzublättern. Von ihrer Ausstrahlung konnte ich nicht genug bekommen.

Sie war eine großartige Schauspielerin, sie beherrschte alles, von Komödie bis Drama und sie war darin immer sehr gut.

Das Magische an Romy Scheider war ihre Fähigkeit die Rollen-Charaktere in eine tiefe realistische Nähe zu führen und lebendig werden zu lassen. Das ist einzigartig.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

All ihre Filme mit Michel Piccoli.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Künstlerin die Darstellerin Romy Schneider in Ihrem Kunstgenre?

Ich habe meinen Abschluss in Pantomime an der Akademie für Theater- und Filmkunst in Sofia, Bulgarien absolviert. Obwohl ich Pantomime studierte, sagten mir alle, ich sehe aus wie Romy Schneider.

Was ist als Schauspielerin wesentlich, um das Publikum erreichen, berühren und begeistern zu können?

Es ist wichtig, sich selbst zu vergessen. Mit seiner Rolle zu verschmelzen, Ego und Vorurteile zu vergessen.

Gibt es Momente in der Kunst, in der sich gleichsam die Kontrolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Wenn du nicht zurückkannst, dann bist du nicht für diesen Beruf gemacht. Dann riskierst du, verrückt zu werden. Klappe, fang an und du bist es nicht. Klappe, Ende und das Leben geht weiter, wo du es verlassen hast. Es ist wunderbar, wie eine Zeitreise.

Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?

Besonders gefallen mir ihre Schwarz-Weiß-Fotos

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich im Kunstberuf?

Der Mangel an persönlichem Raum, an einem Privatleben, war für sie erschreckend. Ich habe Aufnahmen von der Beerdigung ihres Sohnes gesehen und die Veröffentlichung des Bildes ihres toten Kindes im Krankenhaus war für sie ein Schock. Auch ihre anschließende Krankenhauseinweisung wurde ausspioniert. Ja, vielleicht ist das das richtige Wort Spionage. So etwas kann man kaum ertragen.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er Jahren das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Kunstberuf?

Sie selbst sagte, dass Frankreich ihr das bietet, was sie braucht. Deshalb sind ihre besten Filme und Jahre dort anzusiedeln. Nicht jeder Künstler muss Länder oder Genres wechseln, um erfolgreich zu sein. Mir ist ein Paradoxon passiert. In Bulgarien habe ich nach meinem Abschluss an der Akademie keine Pantomime gemacht. Ich habe 23 Jahre lang pausiert. Als ich in Wien ankam, kehrte ich zu dieser Kunst zurück.

Wie war Dein Weg zur Pantomime und welche Erfahrungen hast in Wien gemacht?

Ich habe die Pantomime kennengelernt, als ich 10 Jahre alt war. In den kommunistischen Ländern gab es Pionierheime, in denen Kinder verschiedene kostenlose Kurse besuchen konnten. Ich bin zufällig auf einen Pantomime Kurs gestoßen und geblieben. Westliche Filme und Fernsehprogramme waren verboten. Das heißt, es gab keinen Ort, um Pantomime zu sehen und zu studieren. Viel später konnte ich Marcel Marceau beobachten. Ein Stück von Samy Molcho „Vogel und Jäger“ hat mich inspiriert und mir bei den Academy-Prüfungen geholfen.

25 Jahre später hatte ich die Ehre, ihn, für mich den größten Pantomimen, kennenzulernen und sogar mit ihm zusammenzuarbeiten. Samy Molcho ist der Mentor der Vorstellung, die ich gerade mit meinem Kollegen und seinem Schüler Roman-Maria Müller darstelle.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Ich würde gerne mindestens eine weitere Show in Inspiration und Kooperation mit Samy Molcho machen.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Ich werde versuchen, finanzielle Förderung zu bekommen und ein Pantomime Festival zu organisieren. Ich werde die besten Mimen einladen. Samy Molcho sagt: „Diese Kunst stirbt, wird aber jedes Mal wiedergeboren, wenn jemand sie gut spielt“

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

Sei nicht eitel.

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Noch immer kann niemand beweisen, ob es Selbstmord war oder nicht.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Es bleibt mir unerklärlich, wie es ihrer kleinen Tochter nicht gelingt, ihren Lebenswillen wiederherzustellen. Die Depression, in die sie nach dem Tod ihres Sohnes verfiel, konnte sie trotz eines weiteren Kindes nicht überwinden. Ich würde sie fragen: „Warum ist ihre Tochter nicht so wichtig?“

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Ihre Natürlichkeit.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

R         Raster

O         Orchidee

M        Meer

Y         yesterday

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt_acting Romy Schneider

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _Wien

https://www.pantomima.eu/mariana-de-meo

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 12/22

„miteinander im Austausch zu bleiben, zu reden und zuzuhören“ Nora Winkler, Theatermacherin/Schauspielerin _ Graz 17.12.2022

Liebe Nora, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag beginnt mit einem Espresso und einer Tasse grünen Tee, die ich beide am Balkon trinke. Zu jeder Jahreszeit. Momentan muss ich mich ein bisschen dazu zwingen, aber ich hab einen sehr warmen, übergroßen Pullover, fast wie eine Decke, und es zahlt sich dann doch immer aus. Ich mag Rituale. Meine Tage verlaufen immer sehr unterschiedlich, weil ich in so vielen verschiedenen Projekten arbeite. Proben, Vorstellungen, Aufbau, Abbau, Besprechungen, dazwischen 517 Mails, Zugfahrten, Projektabrechnungen und wieder Proben für ein anderes Stück. Einmal hatte ich in drei Tagen fünf Vorstellungen von drei verschiedenen Stücken in drei Städten. Das war arg, aber kommt auch nicht jede Woche vor. Und notfalls kann man den Tee ja auch mal in einer Thermoskanne mitnehmen.

Nora Winkler_Theatermacherin/Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich merke es bei mir selbst, dass ich manchmal so vom Weltschmerz übermannt werde, dass ich mich nur noch zurückziehen will und mich in Gedanken vergrabe. Wenn ich dann doch darüber rede, geht es mir viel besser, und gleichzeitig merke ich, dass es den anderen auch so geht. Es ist so wichtig, miteinander in Austausch zu bleiben, zu reden und zuzuhören. Und den Mut nicht zu verlieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Im Theater kann Raum geschaffen werden, gemeinsam zu reflektieren, zu fantasieren und neue Denkmuster zu erproben. Das kann natürlich nützlich sein oder überhaupt nicht, was weiß man schon.

Was liest Du derzeit?

“Die Party” von Ulrike Haidacher.

 Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das ist kein Zitat, sondern paraphrasiert: Kurz vor 1900 dachte man, London werde in wenigen Jahren in drei Meter Pferdemist untergehen, dann kam das Auto. Man sollte also mit dem Unvorhersehbaren rechnen. Ob das jetzt positiv oder negativ zu bewerten ist, weiß ich nicht, aber es beruhigt mich irgendwie.

Vielen Dank für das Interview liebe Nora, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nora Winkler_Theatermacherin/Schauspielerin

Foto_Clemens Nestroy

12.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Dass niemand in der Kunst auf einen wartet“ Mareike Fee Ruhmann, Schauspielerin _ Wien 16.12.2022

Liebe Mareike Fee, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag besteht meistens daraus, dass ich schaue was der Tag so zu bieten hat. Nach Corona hab` ich aufgehört zu planen. Ich stehe auf und schau erstmal wie es mir heute geht, dann mache ich meist etwas Yoga um körperlich wach zu werden und dann schreibe ich an meinem eigenen Projekt, denn was ich gelernt habe ist, dass niemand auf einen wartet und wenn man was Tolles machen will, muss man das manchmal selbst in die Hand nehmen, auch wenn’s schwer ist.

Den Rest des Tages verbringe ich am Liebsten mit Freunden oder ganz entspannt zuhause mit einer tollen Serie oder einem Film.

Mareike Fee Ruhmann,
Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Meiner Meinung nach, ist es für uns noch wichtiger geworden, aufeinander zu achten und füreinander da zu sein. Und unsere körperlichen und seelischen Grenzen zu sehen und zu pflegen. Wir sind keine Maschinen und sollten auch keine sein. Jeder ist anders, und mit mehr Mitgefühl und Kommunikation könnten wir alles erreichen, ohne dabei über Leichen zu gehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst, egal in welcher Form, wird oft als selbstverständlich hingenommen. Doch das ist sie nicht! Viele, auch ich, standen/stehen vor der Entscheidung, ob sie Ihre Kunst weiterverfolgen wollen, weil es ein Bereich ist, der unglaublich unsicher ist und Künstler*innen nicht wirklich Unterstützung erhalten.

Das wesentliche meiner Meinung nach ist, das Theater, Schauspieler*innen und Künstler*innen eine Sicherheit erhalten, so wie sie in anderen Berufen bereits vorhanden ist. UND das die Theater endlich mal Stücke spielen, wo es mehr Frauen Rollen gibt, weil es einfach viel mehr Frauen in diesem Bereich gibt! Es kann ja nicht sein, das immer noch 20 Männerrollen vergeben werden, aber nur 2 Frauenrollen. Weil auch Frauen können Männerrollen verkörpern. Ich hoffe, dass das dies bald gesehen wird und es einen Umschwung gibt.

Mareike Fee Ruhmann in „Inhumanity“ Film
Mareike Fee Ruhmann in „Ein Heldinnenepos“ Theater Arche/Wien _
folgendes

Was liest Du derzeit?

Ich lese gerade wieder die Bücherreihe „Game of Thrones“. natürlich auf englisch. Diese Bücher haben alles was ich mir von einer guten Geschichte wünsche. Spannung, Emotionen, Menschlichkeit und starke Charaktere. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich möchte gerne das Zitat aus Kung fu Panda mitgeben, weil es mir immer wieder den Stress nimmt und zeigt das alles zur richtigen Zeit kommt:

„yesterday is history, tomorrow is a Mystery but today is a gift.

That’s why we call it the present” -master oogway

Mareike Fee Ruhmann,
Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Mareike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mareike Fee Ruhmann, Schauspielerin

Fotos_1/5 Martin Jordan; 2/3/4 Mareike Fee Ruhmann/Theater Arche.

11.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Ene mene muh“ Ana Drezga, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 16.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Google weiß nichts davon

Insider also:

Viele werden es (nicht) getan haben

Ene mene muh

PS:

Ein Hund ist kein Wolf

Außer vielleicht

Chao sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt

Ene mene muh und raus bist du

Anders gesagt:

Chapter X

Haters und Fuckers

Alleanderen sind unter 18 

No one aber wird innocent sein, so oder so

C wie Chance? eher aber Chaos

Ene mene muh und raus bist du noch lange nicht



Ana Drezga, 11.12.2022

Ana Drezga, Schriftstellerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ana Drezga, Schriftstellerin 

Zur Person_ANA DRZEGA 1984 in Bosnien geboren, in Oberösterreich aufgewachsen. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften an der Universität Wien. Ihre Theaterstücke waren u.a. im Volkstheater Hundsturm und am Deutschen Staatstheater Timisoara zu sehen. 2016 gewann sie den Hauptpreis der Exil Literaturpreise, 2017 den Wiener Werkstattpreis; Sonderpreis der Stadt Wien und 2020 war sie Finalistin des Irseer Pegasus.

Foto_Josef Diermair

Walter Pobaschnig _ 11.12.2022.

https://literaturoutdoors.com

„In jedem Menschen steckt ein Kind“ Zehava Khalfa, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 15.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Lieber Walter, Hier ist mein kleines Lied. Mein Bruder ist im Krieg gefallen. Das Lied wurde aus dieser Sicht geschrieben.


In jedem Menschen steckt ein Kind

Bete für seinen Papa

Er soll heute kommen

Er soll heute Abend zurückkommen

Der Krieg wird bald vorbei sein, sagt Mama jeden Tag

Er soll heute kommen

Lies mir eine Geschichte vor, nimm mich in den Arm

Und ich warte auf ihn

Jeder Mensch ist ein Kind

Ein kleiner Fötus

Im Bauch der Mutter

Das Äußere ist eine Lüge

Wir sind Kinder, die noch spielen wollen

Lass den Krieg enden

Lasst die Kinder wachsen

Lasst uns umarmen

Und Geschichte schreiben


Zehava Khalfa,
22.11.2022

Zehava Khalfa, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Zehava Khalfa, Schriftstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 22.11.2022.

https://literaturoutdoors.com

„nicht vergessen uns selbst etwas Gutes zu tun“ Caroline Hecht, Schauspielerin _ Wien 15.12.2022

Liebe Caroline, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Derzeit tatsächlich wie im Bilderbuch. Ich stehe auf, mache mich fertig, mache Yoga, frühstücke und mache mich an die Arbeit. Abends meist nochmals Sport, Abendessen und ein gemütlicher Abend auf der Couch oder ein spaßiges Abendprogramm oder ein Abend auf der Bühne.

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gelassen zu bleiben, Dinge, die sich nicht ändern lassen versuchen so zu nehmen, wie sie sind und nicht vergessen uns selbst etwas Gutes zu tun.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke ein gesunder Optimismus ist sicher hilfreich. Ich denke aus künstlerischer Sicht wird immer mehr möglich und vom Publikum positiv aufgenommen. Ein Aufschwung der Kreativität ist immer toll.

Was liest Du derzeit?

Im Antlitz des Bösen von Christl Lieben

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat, das mir schon in vielen Lebenssituationen geholfen hat:

Wo ein Tal ist, muss auch ein Berg sein.

Vielen Dank für das Interview liebe Caroline, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Musicalprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Foto_privat

2.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Oooh (s)he is so emotional!“ Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ Station bei Falco _ Wien 15.12.2022

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _
acting Falco _
65.Geburtstag Falco _Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Liebe Mara, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)?

Die erste „Begegnung“ mit Falco an die ich mich erinnere war 1998 als ich als Kind mit meiner Mutter im Auto gefahren bin und der Radio lief – dann plötzlich die Meldung „Falco ist tot! Autounfall“. Daraufhin wurde das Lied „Out oft the dark“ gespielt. Eine Tragödie für viele Leute, das bemerkte ich schnell. Hier war ein Mensch gestorben, der sehr viele in seinen Bann gezogen hatte. Falco war in den darauffolgenden Jahren für mich immer ein Bestandteil der österreichischen Musikszene gewesen – den kennt ma‘ halt. „Amadeus“, DER Erfolg weltweit – weiß ma‘ halt. Darüber hinaus hat mich seine Musik ehrlich gesagt lange nicht näher interessiert. Erst im Zuge einer Chorperformance in der Schauspielschule zum Thema „Falco“ begann ich intensiver zu recherchieren und war mehr und mehr fasziniert von seiner Wortgewandtheit und seinem ganz eigenen Stil mit der Stimme umzugehen.

Nun ein paar Jahre später an seinem letzten Wohnhaus in Wien angelangt, ist ein weiterer Bezugspunkt geschaffen. Ein wunderschönes Haus und sehr nette, offene Nachbarn, die einiges zu erzählen haben. Hier trifft man auf Hans Hölzel.

Was macht für Dich den Künstler Falco aus?

Seine Texte, seine Stimme, sein Rap, seine ganz eigene Körperlichkeit. Man muss ihn einfach ansehen – er zieht die Blicke auf sich. Zumindest in seinen Musikvideos und aufgenommenen Performances. Live konnte ich ihn leider nie zu Gesicht bekommen.

Gibt es Lieblingssongs Falcos für Dich?

Wiener Blut, Jeanny (1), Vienna Calling

Falco hatte hier seinen letzten Wohnsitz. Welche Eindrücke hast Du von diesem Ort und dessen Umfeld? Ist Dir dieses vertraut?

Die Wohnung hat natürlich eine super Lage, mitten im 7. Bezirk – würde ich auch nehmen😉. Man fühlt sich in diesem Haus sofort wohl, ich mag die Altbauatmosphäre. Außerdem durften wir auf zwei sehr nette Nachbarinnen stoßen, das hat bestimmt zum Wohlfühlen beigetragen. Diese Damen haben Falco „hautnah miterlebt“ und können einiges erzählen. Ich kann mir richtig vorstellen wie Falco in diesem Haus aus- und eingegangen bzw. oftmals vermutlich auch getorkelt ist. Bei dem ganzen Angebot von Lokalen in der unmittelbaren Umgebung, war Falco bestimmt viel unterwegs… Denn selbst gekocht hatte er angeblich selten. Mich würde vor allem einmal sein Musikstudio interessieren, welches er sich in der Wohnung eingerichtet hatte – wie es aussieht und die Akustik. Auf alle Fälle ist es spannend zu wissen, dass auch heute namhafte Künstler in diesem Haus (ja, sogar in seiner Wohnung) leben und somit ein gewisser kreativer Geist weiterexistiert.

Dieser Ort ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?
Die Kunstfigur Falco und die Person Hans Hölzl unterschieden sich stark voneinander, wie ich es durch diverse Erzählungen heraushören durfte. Falco bekannt als ein arroganter Gockel – selbstverliebt und unverwundbar. Hans Hölzel angeblich sehr ängstlich, perfektionistisch und mit tiefen inneren Abgründen. Er muss unter einem enormen Druck gestanden haben – Erfolg hat seine Schattenseiten. Zusätzlich dürfte seine (verbitterte) Mutter ihm das Leben auf keinen Fall leichter gemacht haben. Es gab also wie es scheint mehrere Abhängigkeiten in Falcos Leben, nicht nur den Alkohol. Wobei Falco hier bestimmt keine Ausnahme war. Geht es doch so vielen von uns ähnlich… Innere und äußere K(r)ämpfe… Wie damit umgehen? Bei Stars wird dies nur sichtbarer.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Eine weitreichende Frage…

Träume, sei es bei Tag oder Nacht, können mir helfen Rollen zu entwickeln bzw. können Inputs für einen kreativen Prozess liefern. Bei einigen sogenannten Lebensthemen bin ich noch dabei Strategien zu entwickeln, um einen besseren Umgang zu finden…  Angst z.B. ist eine besonders hartnäckige Weggefährtin die so viele Gesichter hat… Manchmal gelingt es mir bereits, dass ich sie für mich persönlich und meine künstlerischen Projekte nutzen kann (- manchmal aber nur manchmal…). Das sind dann besondere Momente und die Motivation etwas Neues anzugehen steigt.

„Oooh (s)he is emotional“!

Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?

Eine gewisse Selbstironie. Spaß an der Sprache. Mich nicht in einer eigens kreierten Kunstfigur zu verlieren. Meine eigene Körperlichkeit zu finden.

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Famous

Amadeus sings

Lovesongs for

Cocaine

Over and over

Vielen Dank, liebe Mara Christine, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _
acting Falco _
65.Geburtstag Falco _Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Station bei Falco_

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_acting Falco_

65.Geburtstag_Falco _ Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 12_22

„Genickschuss geht, wenn es einen Soldaten trifft“ Matthias Kröner, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Lübeck 14.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Genickschuss geht, wenn es einen Soldaten trifft

In den Bauch schießen nur, wenn es auf dem Feld geschieht

Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschehen nicht im Kampf

Ein Kopfschuss ist möglich, sofern es einen Heckenschützen erwischt

Panzer dürfen Städte und Dörfer einnehmen

Ein kriegsstrategischer Hinterhalt ist in Ordnung

Außer wenn er aus Heimtücke stattfindet

Chaotische Zustände sind unvermeidbar

Ein Gefangener hat Rechte, weshalb ungern Gefangene gemacht werden

Alles völlig logisch

Chemiewaffen sind verboten

Haben ja andere Möglichkeiten, die nicht verboten sind

Alle Soldaten wissen um diese Regeln

Niemand vergisst sie während des Einsatzes

Chinaböllerlautstarke Flächenbombardements sind legal

Eigentlich gibt es nichts zu beanstanden

Matthias Kröner, 23.11.2022

Matthias Kröner, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Matthias Kröner, Schriftsteller

Home – fairgefischt.de

Foto_Alex Lipp

Walter Pobaschnig _ 23.11.2022.

https://literaturoutdoors.com

„Man muss die Oper wieder auf die Füße stellen, klar und energisch“ Thomas Weinhappel, Heldenbariton _ Wien 14.12.2022

Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich probe derzeit in Bremerhaven an der Nordsee meine erste dramatische Baritonrolle, den Kaspar im Freischütz und beschäftige mich deshalb sehr viel damit, was Menschen dazu treibt, böser und böser zu werden, wie dies bei Kaspar der Fall ist, wie die Umwelt mit ihnen und sie mit der Umwelt umgehen. Da entwickeln sich enorm viele Gedanken, die mir tagtäglich durch den Kopf gehen und mich sicher auch noch nach der Premiere am 25.12.2022 nicht so schnell loslassen werden.

Bei all diesen doch sehr düsteren Gedanken ist es ein großes Glück, dass wir hier am Stadttheater Bremerhaven ein sehr positiv denkendes, grandioses Team haben, von den Kollegen über den Regisseur bis zur Dramaturgie sowie dem Orchester und dem Chor sind alle unglaublich engagiert und beschäftigen sich sehr tiefgehend mit ihren Aufgaben. Hier wird es einem Künstler – vielleicht mehr als sonst – ganz leicht gemacht, seinen Beruf zu lieben!

Thomas Weinhappel, Heldenbariton

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, dass es nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer besonders wichtig für uns alle ist, für einander da zu sein. Empathie, Rücksicht und etwas weniger Egoismus täten uns ebenfalls gerade jetzt wirklich gut.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Für mich ist Kunst – und da im Speziellen die Oper – nicht irgendwas neben dem eigentlichen Leben, sondern vielmehr wunderbarer Bestandteil unseres Seins, dh. man kann sie nicht abkoppeln, sondern muss sie wieder auf die Füße stellen, klar und energisch – für das Publikum, um es sehr ehrlich zu berühren und Empfindungen zu evozieren.

Gerade in schwierigen Zeiten ist dieses echte Berühren für KünstlerInnen und Publikum ganz besonders wesentlich, weil es von den vielen schwierigen, ungelösten Problemen weg- und zu wunderbaren Erfahrungen hinführt. Und diese Erfahrungen können Impulse dafür geben, Aufbruch und Neubeginn neu zu definieren und besser für uns alle zu gestalten.

Was liest Du derzeit?

Die Welt nach Wagner: Ein deutscher Künstler und sein Einfluss auf die Moderne von Alex Ross, Rowohlt Verlag, 2020

und Viva Verdi: Ein biografischer Opernführer von Georg Titscher, Amathea Verlag, 2012

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen!

Vielen Dank für das Interview lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Weinhappel, Heldenbariton

Zur Person:

https://www.thomasweinhappel.com/index.php/de/

https://www.thomasweinhappel.com/index.php/de/thomas/biografie

https://stadttheaterbremerhaven.de/musiktheater/programm/der-freischuetz/

Foto_Elena Prokhorova


30.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„eine Herausforderung nicht aus Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der Menschen unsere Menschlichkeit aufzugeben“ Berni Wagner, Kabarettist _ Wien 13.12.2022

Lieber Berni, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan ist mein Leben etwas stressig – ich hab während der Pandemie einen Job als Wissenschaftler angenommen und den mache ich aus Freude daran nach wie vor, auch wenn meine Auftritte inzwischen wieder alle stattfinden können. Also üblicherweise stehe ich auf, frühstücke – eine Banane – mache etwas Sport und fahr dann zur Arbeit. Auf dem Weg beantworte ich E-Mails die meine künstlerische Arbeit betreffen und betreue mein Social Media.

Dann arbeite ich sechs Stunden am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wenn ich damit fertig bin fahre ich entweder nach Hause und versuche dort noch etwas halbwegs Lustiges zu schreiben oder fahre zu einem anstehenden Auftritt. In den letzten Tagen war ich aber krank also hab` ich hauptsächlich geschlafen und Tee getrunken.

Berni Wagner, Kabarettist

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Darauf hab ich jetzt keine allgemein gültige Antwort… aber ich denke es wird wohl zunehmend eine Herausforderung nicht aus Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der Menschen unsere Menschlichkeit aufzugeben. Dabei wünsche ich uns allen viel Glück.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Kabarett, der Kunst an sich zu?

Dem Kabarett die Eröffnung neuer Perspektiven und die Versöhnung mit dem Scheitern. Der Kunst die Erhaltung der Uneindeutigkeit des menschlichen Erlebens.

Was liest Du derzeit?

Zum Zeitpunkt des Interviews stehe ich tatsächlich exakt zwischen zwei Büchern, das letzte war Alice in Wonderland von Lewis Carroll, gestern fertig gelesen. Das nächste wird „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor E. Frankl – beides Bücher die ich schon sehr lange lesen wollte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“And the moral of that is—’Oh, ‘tis love, ‘tis love, that makes the world go

round!’”

“Somebody said,” Alice whispered, “that it’s done by everybody minding their

own business!”

“Ah well! It means much the same thing”

Vielen Dank für das Interview lieber Berni, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kabarettprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Berni Wagner, Kabarettist

Zur Person _ Berni Wagner (Jg. 1991) kommt ursprünglich aus Oberösterreich. 2010 nach Wien übersiedelt gewann er mit Auszügen aus seinem ersten Programm “Schwammerl” 2013 den Grazer Kleinkunstvogel (Jury- und Publikumspreis) und steht seither auf Kabarettbühnen in Österreich und Deutschland. Von 2015 bis 2017 war er Ensemblemitglied in der “Langen Nacht des Kabaretts”. Inzwischen ist er auch immer wieder im Fernsehen zu sehen, neben aufgezeichneten Bühnenauftritten bei „Pratersterne“, „Im Vereinsheim“, dem „ORF Sommerkabarett“ oder dem „Kabarettgipfel“ auch im Rateteam der ORF Sendung “Was gibt es Neues?” oder als Außenkorrespondent in “Tagespresse aktuell”. Außerdem schrieb er für Comedy- und Kabarettformate auf Radio FM4 („Das magische Auge“) , Radio Ö3 und Ö1 Campus.

Im Juni 2021 hatte er im Wiener Kabarett Niedermair Premiere mit seinem vierten Soloprogramm “Galápagos”, und geht damit auf seine bisher größte Tournee. 2022 erhielt Berni für „Galápagos“ den Programmpreis des Österreichischen Kabarettpreises.

Home

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 8.12.2022.

https://literaturoutdoors.com