„Romy Schneiders Spiel hat eine tiefe realistische Nähe“ Mariana De Meo, Pantomimin _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 17.12.2022

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider
Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider

Liebe Mariana, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Zuhause hatten wir ein großes Romy Schneider Fotoalbum. Ich war ein Schulmädchen, als mein Vater es mir zum Geschenk machte. Ich hatte noch nie eine so schönere Frau gesehen. Ich habe Stunden damit verbracht, es immer wieder durchzublättern. Von ihrer Ausstrahlung konnte ich nicht genug bekommen.

Sie war eine großartige Schauspielerin, sie beherrschte alles, von Komödie bis Drama und sie war darin immer sehr gut.

Das Magische an Romy Scheider war ihre Fähigkeit die Rollen-Charaktere in eine tiefe realistische Nähe zu führen und lebendig werden zu lassen. Das ist einzigartig.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

All ihre Filme mit Michel Piccoli.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Künstlerin die Darstellerin Romy Schneider in Ihrem Kunstgenre?

Ich habe meinen Abschluss in Pantomime an der Akademie für Theater- und Filmkunst in Sofia, Bulgarien absolviert. Obwohl ich Pantomime studierte, sagten mir alle, ich sehe aus wie Romy Schneider.

Was ist als Schauspielerin wesentlich, um das Publikum erreichen, berühren und begeistern zu können?

Es ist wichtig, sich selbst zu vergessen. Mit seiner Rolle zu verschmelzen, Ego und Vorurteile zu vergessen.

Gibt es Momente in der Kunst, in der sich gleichsam die Kontrolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Wenn du nicht zurückkannst, dann bist du nicht für diesen Beruf gemacht. Dann riskierst du, verrückt zu werden. Klappe, fang an und du bist es nicht. Klappe, Ende und das Leben geht weiter, wo du es verlassen hast. Es ist wunderbar, wie eine Zeitreise.

Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?

Besonders gefallen mir ihre Schwarz-Weiß-Fotos

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich im Kunstberuf?

Der Mangel an persönlichem Raum, an einem Privatleben, war für sie erschreckend. Ich habe Aufnahmen von der Beerdigung ihres Sohnes gesehen und die Veröffentlichung des Bildes ihres toten Kindes im Krankenhaus war für sie ein Schock. Auch ihre anschließende Krankenhauseinweisung wurde ausspioniert. Ja, vielleicht ist das das richtige Wort Spionage. So etwas kann man kaum ertragen.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er Jahren das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Kunstberuf?

Sie selbst sagte, dass Frankreich ihr das bietet, was sie braucht. Deshalb sind ihre besten Filme und Jahre dort anzusiedeln. Nicht jeder Künstler muss Länder oder Genres wechseln, um erfolgreich zu sein. Mir ist ein Paradoxon passiert. In Bulgarien habe ich nach meinem Abschluss an der Akademie keine Pantomime gemacht. Ich habe 23 Jahre lang pausiert. Als ich in Wien ankam, kehrte ich zu dieser Kunst zurück.

Wie war Dein Weg zur Pantomime und welche Erfahrungen hast in Wien gemacht?

Ich habe die Pantomime kennengelernt, als ich 10 Jahre alt war. In den kommunistischen Ländern gab es Pionierheime, in denen Kinder verschiedene kostenlose Kurse besuchen konnten. Ich bin zufällig auf einen Pantomime Kurs gestoßen und geblieben. Westliche Filme und Fernsehprogramme waren verboten. Das heißt, es gab keinen Ort, um Pantomime zu sehen und zu studieren. Viel später konnte ich Marcel Marceau beobachten. Ein Stück von Samy Molcho „Vogel und Jäger“ hat mich inspiriert und mir bei den Academy-Prüfungen geholfen.

25 Jahre später hatte ich die Ehre, ihn, für mich den größten Pantomimen, kennenzulernen und sogar mit ihm zusammenzuarbeiten. Samy Molcho ist der Mentor der Vorstellung, die ich gerade mit meinem Kollegen und seinem Schüler Roman-Maria Müller darstelle.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Ich würde gerne mindestens eine weitere Show in Inspiration und Kooperation mit Samy Molcho machen.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Ich werde versuchen, finanzielle Förderung zu bekommen und ein Pantomime Festival zu organisieren. Ich werde die besten Mimen einladen. Samy Molcho sagt: „Diese Kunst stirbt, wird aber jedes Mal wiedergeboren, wenn jemand sie gut spielt“

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

Sei nicht eitel.

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Noch immer kann niemand beweisen, ob es Selbstmord war oder nicht.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Es bleibt mir unerklärlich, wie es ihrer kleinen Tochter nicht gelingt, ihren Lebenswillen wiederherzustellen. Die Depression, in die sie nach dem Tod ihres Sohnes verfiel, konnte sie trotz eines weiteren Kindes nicht überwinden. Ich würde sie fragen: „Warum ist ihre Tochter nicht so wichtig?“

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Ihre Natürlichkeit.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

R         Raster

O         Orchidee

M        Meer

Y         yesterday

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 +1982) _

40.Todesjahr Romy Schneider

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt_acting Romy Schneider

Mariana De Meo, Pantomimin, Schauspielerin _Wien

https://www.pantomima.eu/mariana-de-meo

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 12/22

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