„Musik hilft in schwierigen Zeiten, da sie unsere Emotionen direkt anspricht“ Nicolas Legoux, Sänger _ Wien _ 5.11.2020

Lieber Nicolas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Während dem ersten Lockdown haben wir uns dazu entschlossen einen jungen Hund zu adoptieren. Das wäre davor allein zeitlich nie möglich gewesen. Und seitdem habe ich einen regelmäßigeren Tagesablauf als je zuvor.

Lange schlafen ist zum Beispiel jetzt nicht mehr möglich – wenn Gizmo (inspiriert von „Gremlins“, genau so süß und hat es faustdick hinter den Ohren) raus will, dann will er raus.

Danach teilt sich der Tag in Hund füttern, Fitnesstudio, mit Hund spazieren gehen, Emails bearbeiten, Hund füttern, singen üben und neue Stücke/Partien lernen und Hund füttern und mit ihm spazieren gehen. Wenn der Hund es erlaubt, dann bleibt noch etwas Zeit für japanisch lernen (nur noch online) und Taiji.

Was schmerzt und fehlt sind die Auftritte vor Publikum. Jeder Tag, den ich früher mit einem Konzert, oder als Teil einer Oper beenden durfte war etwas Besonderes und hat unglaublich viel Kraft und Energie gegeben.

Dafür bleibt jetzt etwas mehr Zeit um zu lesen und Filme anzusehen – und die Listen der Bücher und Filme, die ich unbedingt lesen und sehen will werden aktuell zumindest nicht länger.

Nicola Legoux, Sänger_Bass_Bariton

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es ist wichtig, dass wir langsam lernen mit dem Virus zu leben. Zu denken, dass er irgendwann wieder verschwinden wird ist wohl illusorisch – wir werden uns arrangieren müssen, so wie wir es ja auch bisher mit unzähligen Krankheiten und Viren (relativ) problemlos geschafft haben. Dabei hilft aber die ganze Panikmache und das Zerstören der Wirtschaft kein bisschen. Leider ist es mittlerweile ja schon fast unmöglich, herauszufinden, was tatsächliche Fakten sind – die Kehrseite der Medaille der unmittelbaren Verfügbarkeit sämtlicher Informationen und vor allem von Social Media.

Abgesehen davon hilft es sicher auch, wenn wir wieder etwas mehr darauf achten, wie wir uns ernähren. Weniger Junkfood und nicht immer nur das Billigste. Auf einen Markt gehen, regionale Produkte kaufen (das hilft auch der lokalen Wirtschaft). Eine Rückkehr zu Qualität vor Quantität. Es fällt einem gesunden, kräftigen Körper immer leichter, sich gegen Krankheiten zu verteidigen.

Nicola Legoux, Sänger_Bass_Bariton

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Der zweite Lockdown steht vor der Tür, und es geht wieder darum, füreinander da zu sein, anderen zu helfen (z.B. einkaufen gehen für ältere Nachbarn). Aber nicht nur die Erledigungen, vor allem den sozialen Kontakt aufrecht halten. Niemand soll vereinsamen, daher halte ich „social distancing“ für völlig falsch. Wo nötig und möglich Abstand halten, aber man kann sich von Balkon zu Balkon, Fenster zu Fenster oder zur Gasse oder in Parks mit genug Abstand wunderbar unterhalten. Menschen brauchen mehr soziale Nähe, nicht noch zusätzliche Distanz.

Musik, ja Kunst generell wird nach wie vor viel zu gering geschätzt. Es haben schon andere vor mir gesagt, aber es ist wichtig: jeder der denkt, dass Künstler doch besser was „richtiges“ arbeiten und einen „ordentlichen“ Beitrag leisten sollen, der möge doch mal versuchen einen Lockdown ohne Musik, Bücher, Filme, Bilder, Computerspiele, …  länger als einen Tag durchzuhalten. Bei den meisten beginnt die Panik ja schon, wenn das Handy mal keinen Empfang hat.

Literatur ist eine unendliche Quelle an Erfahrungen und Inspiration für unser Leben.

Und gerade Musik hilft in schwierigen Zeiten, da sie unsere Emotionen direkt anspricht. Musik ist Kraft, Musik animiert, hilft bei der Heilung (physisch und psychisch), Musik ist wohl tatsächlich beinahe omnipotent.

Nicola Legoux, Sänger_Bass_Bariton

Was liest Du derzeit?

„Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Edmund de Waal

Eine spannende Geschichte von einer Netsuke Sammlung (Japanische Miniskulpturen-Kunst) die innerhalb der Familie Ephrussi (eine der reichsten Familien der letzten zwei Jahrhunderte) von Paris in der Zeit von Monet und Proust nach Wien in der KuK Zeit bis zum Autor und heutigen Besitzer in London wanderte. Man konnte diese einmalige Sammlung bis vor kurzem in Wien im jüdischen Museum bewundern.

Nicola Legoux, Sänger_Bass_Bariton

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus dem Buch: “Homo Deus: A Bief History of Tomorrow” von Yuval Noha Harari

“In the Middle Ages, the outbreak of a plague caused people to raise their eyes towards heaven, and pray to God to forgive them for their sins. Today, when people hear of some new deadly epidemic, they pick up the phone and call their broker. For the stock exchange, even an epidemic is a business opportunity.”

Zum Nachdenken, wem diese Pandemie nützen könnte…

Vielen Dank für das Interview lieber Nicolas, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Nicolas Legoux, Sänger -Bass/Bariton

http://www.awvk.at/bios/n_legoux.htm

Fotos_Walter Pobaschnig _ Palais Auersperg_Wien 21.10.2020

20.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Ohne Kunst sind wir tot“ ONA-B Künstlerin_Wien 4.11.2020

Liebe ONA-B, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wie immer. Unregelmäßig. Ich bin nachtaktiv – gerne arbeite ich im Bett. Schreiben und konzeptuelle Arbeit ist im Liegen am besten. Manchmal arbeite ich auch schon sehr früh – ab 2h morgens ist es schön still, da wird man wenig von Tagesgeräuschen oder Telefonaten gestört und die Konzentration auf das Wesentliche fällt leicht.

Im Sommer schwimme ich gerne früh morgens oder bei Sonnenuntergang. Leider war der Ort, den ich dafür bevorzuge, sehr frequentiert. Viele machten Ferien in der Nähe und nicht im Ausland. Das wirkte sich auf viele stille Gegenden aus und sie waren nicht mehr still.

Stille ist mir wichtig – auch als Gegensatz zur Musik, die ich mache. (derzeit wieder gemeinsam mit Robert Michael Weiss und ) Ich schlafe und träume sehr gerne, doch wenn mich eine Idee oder ein Traum wach macht, arbeite ich sofort daran weiter. Träume sind wesentlich für mich und fließen in meine Kunst ein.  Im Sommer ist mein Garten mein Wohnzimmer und mein Atelier. Etwas verwildert mit Naturwiese und alten Bäumen. Hier baue ich meine Objekte, male an großen Formaten oder schreibe.

Im Close Down habe ich noch mehr gearbeitet, weil ich nicht abgelenkt war. Zudem konnte ich mein neues Atelier renovieren ohne viel Zeit zu verlieren.

Außerdem habe ich mein Projekt „Cor.ONA Diary Mask 2020 by ONA B.“ reaslisiert. Ich verarbeite damit Lock Down, Corona – Pandemie, Maskenpflicht, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und deren Auswirkungen. Der Identitätsverlust durch die Maske erzeugt Handlungs-bedarf: auf meiner ersten selbst genähten Maske habe ich mit Lippenstift meine Lippen nachgezogen. Das Foto davon – auf Facebook gepostet – führte zu Anfragen von Freunden für die ich anschließend eine eigene Maskenserie mit appliziertem Mund produzierte. Gegen die Anonymität und Sprachlosigkeit.

2020 habe ich wieder meine Arbeit an kurzen Filmen, wie „face 2 face“ und „Second Sight“ fortgesetzt. Derzeit arbeite ich an meinem dritten Film dieses Jahr mit dem Titel „White Shadows“. Es ist eine Trilogie in Rot, Schwarz und Weiß.

Ich denke auch daran meine „Schundnovellen und Rezepte“ wieder fortzusetzen. Es ist herrlich ironisch sein zu dürfen.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freude, Selbstbestimmung. Kontakt mit Freunden. Ein gutes Auskommen. Ideenrealisierung. Zusammenhalt. Die Arbeit. Erholung. Positive Impulse. Wendigkeit. Gelassenheit. Respektvoller Umgang miteinander. Humor. Die Möglichkeit zur Arbeit. Aufmerksamkeit. Wachsamkeit. Unterstützung. Menschlichkeit, Mitgefühl. Zuneigung und Interesse zeigen. Liebe zu sich selbst. Authentisches Leben. Die Natur. Gutes Essen – biologisch am besten. Angenehme Augenblicke genießen. Das Schöne im Kleinen sehen.

 Ich fahre wahrscheinlich dieses Jahr auch nicht ins Ausland. Vor wenigen Tagen ist die Kunstmesse in Thessaloniki wegen einer zweiten Covid – Welle abgesagt worden. Und soeben habe ich erfahren, dass auch die Kunstmesse in der Hofburg nicht stattfinden wird. Noch eine Ausstellung 2020 weniger für mich ! Ich habe das Gefühl, dass den KünstlerInnen immer wieder der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Eigeninitiative und Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Andere Türen öffnen sich. Off – spaces sind aktiv. Künstler und Künstlerinnen stellen sich gegenseitig in ihren Ateliers aus, machen aufeinander aufmerksam. In meinem Atelier werden auch transmediale Ereignisse mit Schauspielern, Schriftstellern, Musikern und bildenden Künstlern stattfinden. Auch am 8.9.2020 abends wird etwas statt finden.

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Meine Kunst und mein Leben sind untrennbar. Ich sehe alles durch die Kunst. Wir alle sind umgeben von Kunst. Viele merken es gar nicht, aber ohne Kunst sind wir tot. Alles ist gestaltet, manches gut, manches schlecht. Musik, Literatur, Filme, Bilder, Architektur umgeben uns. Vieles davon ist so selbstverständlich, dass es nicht mehr wahrgenommen wird. Österreich wird als Kulturnation verkauft und im Ausland auch so wahrgenommen. Der Kultur und den Produzenten der Kultur sollte – jetzt und immer – mehr Aufmerk-samkeit als bisher zukommen! Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle wäre längst fällig. Wenn sich Politiker / Innen nicht dazu durchringen können, dann sollen sie das zumindest für alle Künstler/ Innen ermöglichen! Die Kunst ist der Nerv der Gesellschaft. Und ihr Gewissen. Politiker / Innen  sollten sich von den Künstler/ Innen inspirieren lassen !

Es wurde versucht einen Keil in die Gesellschaft zu treiben und system-relevante von nicht systemrelevanten Berufen zu trennen. Das ist grober Unfug. So wie auch die komplette Isolierung alter und kranker Menschen jedem humanitären Denken widerspricht. Die vermehrte Benützung von Karten statt Bargeld, die vor der Pandemie schützen soll, erhöht die Kontrolle über den Einzelnen. WIr Künstler / Innen haben die Rolle der Aufzeiger, die wachsam auf solche Entwicklungen achten und sie aufzeigen. Wir müssen unbequem sein.

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Was liest Du derzeit?

Nochmals das Floss der Medusa von Franzobel, der vor vielen Jahren mein Ateliernachbar war.  Die Geschichte ist sehr spannend und wirft Fragen auf wie: Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben?“  Und ich lese wiederholt eine unglaubliche Rede von John F. Kennedy aus dem Jahr 1961, die er 2 Jahre bevor er einem Attentat zum Opfer fiel, vor Presseleuten hielt. Ich lese die Kochbücher „Palästina“ und „Jerusalem“ und gerne immer die „Zeit“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Eine Passage aus Kennedys Rede von 1961: Wir haben es mit einer monolithischen und ruchlosen weltweiten Verschwörung zu tun, die ihren Einfluss mit verdeckten Mitteln ausbreitet: mit  Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht statt Armeen am Tag. Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden begraben, nicht publiziert, Andersdenkende werden nicht gelobt, sondern zum  Schweigen gebracht, es werden keine Ausgaben in Frage gestellt, kein Gerücht wird gedruckt, kein Geheimnis wird enthüllt.“

Das hat Kennedy am 27. April 1961 im Waldorf Astoria Hotel in New York City vor Zeitungsverlegern – der American Newspaper Association – gesagt. Ich finde das erstaunlich. Kennedys Rede befasst sich mit einem Thema, das nicht aktueller sein könnte: die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit. Was können und sollen die Medien in einer Gesellschaft leisten und ab wann gehen Grenzen der Berichterstattung in die Einschränkung der Pressefreiheit über?  Kennedy bricht hier mit der Tradition seiner Vorgänger Eisenhower und Truman. Außerdem ist zu bedenken, dass sich die USA im sogenannten „Kalten Krieg“ mit der Sowjetunion befunden hat. Kennedys Vision von der wechselseitigen Zusammenarbeit einer Presse, die die Regierungsarbeit kontrolliert und einer Regierung, die auf Kritik der Presse in angemessener Weise reagiert und ihren Kurs anpasst, sind bis heute in den USA keine Wirklichkeit geworden. Siehe auch die scharfe Verfolgung Edward Snowdens.

Zum Schluss noch etwas von mir: „Ob ich etwas mag, kann ich prüfen, indem ich mich frage: ist es intelligent, elegant, witzig, sexy und bequem? Ob etwas wichtig ist, stellt sich heraus, wenn man es nicht mehr hat und es unbedingt wieder gewinnen will.

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Vielen Dank für das Interview liebe ONA B, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Vielen Dank und alles Gute, ONA!

5 Fragen an KünstlerInnen

ONA_B_Künstlerin

http://www.ona-b.com/

Fotos_Filmstills aus „face to face“ ONA B. 2020/Zusammenarbeit_Beo-Film, Musi: Robert Michael Weiss

21.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Theater ist wichtig: es ist ein Weg das Leben zu diskutieren und zu verstehen“ Joanna Godwin-Seidl_Schauspielerin _ Wien 3.11.2021

Liebe Joanna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Seitdem im Frühling (Anm.) bekannt war, das die Theater wieder öffnen werden, rannte ich von Meeting zu Meeting (mit Social Distancing natürlich) um unser neuestes Stück „Nina Simone: Four Women“ von Christina Ham zu produzieren. Im Sommer fingen die Proben an. Wir öffneten mit 4 Ausnahmetalenten ua. Dorretta Carte am 21. September 2020 im Theater Drachengasse.

Ansonsten: Yoga, dann mit Hund im Wald spazieren, dann bin ich entweder in Meetings oder muss Büroarbeit erledigen.

4 Mal die Woche las ich im Sommer mit meiner Kollegin Saman Giraud von Burton‘s Übersetzung von 1001 Nights immer um 21.45 Dienstag bis Freitag. Es ist auf www.facebook.com/viennatheatreproject anzuschauen. Das machten wir seit März und dem Lockdown, von unseren Wohnzimmern aus. Da wir nicht arbeiten konnten, und alle zu Hause waren, wollten wir was Unterhaltsames bringen, den Menschen einen Ort geben wo sie abschalten und relaxen konnten und so ist „Readings in Isolation“ entstanden. Daraus ist 1001 Nacht entstanden. Wir lesen immer noch, wollen das ganze Buch lesen. Wir haben noch einen weiten Weg..!

Joanna Godwin-Seidl _ Foto -Ine Gundervseen

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für einander da sein. Masken tragen wo es nötig ist, Hände waschen und respektvoll Abstand halten. Freunden und der Familie in finanziellen Schwierigkeiten helfen.

 

Vor einem Aufbruch, Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Die Menschheit vergisst sehr schnell, schauen wir mal. Es gibt ein Spruch „History doesn’t repeat itself, people do.“ Vielleicht küssen sich die Leute traurige weise weiterhin weniger!

Theater ist wichtig: ein weg um das Leben  zu diskutieren und verstehen. Sei es ein Komödie, etwas mit Musik oder ganz was ernstes, es ist ein weg das Leben durch ein Mikroskop zu betrachten und sich zu einigen (oder auch nicht) wofür das alles gut sein soll. Es ist loslassen, geniessen, in das Leben andere für ein paar Stunden einzutreten und den eigenen hinter sich zu lassen. Und gerade in Zeiten wie diesen, wo man Kaum von bestimmten Themen weg sehen kann ist das wichtig. Oder ich kann mir vorstellen ein lustiges Musical oder Sprechtheatre direkt über Pandemis od. was auch immer uns gerade beschäftigt ist auch gut für die Seele. Es einmal nicht alles so ernst nehmen.

 

Was liest Du derzeit?

1001 Arabian Nights (öffentlich Schau mich zu! Mit Kerzen!)

Nina Simone: Four Women!

Noel Coward „Blithe Spirit“ und „Relative Values”

Anders habe ich kein Zeit für ein richtiges Buch aber ich kann absolut empfehlen „Birdsong“ von Sebastian Faulks

Welchen Text-Impuls möchtest Du uns mitgeben?

Für die derzeitige Situation:

“I think my guardian angel drinks.”

Amsonsten was Positives :

“If at first you don’t succeed and your labours are in vein; try, try, try again.”

Vielen Dank für das Interview liebe Joanna, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Joanna Godwin-Seidl_Schauspielerin, Theaterdirektorin

https://www.joannagodwinseidl.com/about

Foto_Ine&Thomas Photography

20.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Effi Briest“ – Lisa Fertner beschenkt das Theaterpublikum Wiens mit einzigartiger Spielkraft, Variation und Ansprache. Off Theater_Wien 1.11.2020.

Sonntagabend. Allerheiligen. Es regnet am Weg zum OFF-Theater in Wien. Der Himmel weint. Morgen schließen die Theater in Österreich. Doch heute Abend wird das Leben noch einmal auf die Bühne gestellt in allen Schattierungen, allem Feuer und aller Tragik…Effi Briest kommt!

Lisa Fertner, Schauspielerin _Hotel Regina Wien.

Als das zahlreiche Publikum in Maske und Babyelefantenabstand Platz nimmt, huscht eine junge Frau zwischen den Kulissen vorbei. Unbeschwertheit. Lachen. Das große Leben mit Tun, Müssen, Dürfen scheint so weit weg. Das Wollen, das Erkunden, Entdecken ist zu spüren. Sehnsucht nach dem Leben. Von ganz Innen. Voll Herz und Seele. Bühne und Leben. Ganz nah beieinander.…

Dann stürmt die Sehnsucht nach vor zur Schaukel. Springt hinauf. Voll Neugier und Wagnis. Voll Mitteilung. Die Sehnsucht nach Leben. Voll Schwung und Balanceversuchen. Immer am Kippen. Aber der Blick immer nach vorgerichtet. Und so viel ist jetzt zu erzählen. Von der Welt. Von den Träumen. Von der Zukunft. Im Garten des behüteten Hauses. Das Schaukeln im Blick der Mutter. Das Vertrauen der Tochter…

Effi Briest_Lisa Fertner_Off Theater Wien 1.11.2020

Das unbeschwerte Bewegen findet seinen Stillstand in der Heirat. Das Gehorchen der Mutter. Jetzt ihr Plan für das junge Leben. Das zu tun was gewünscht wird…

Das neue Leben nun an der Seite des älteren Mannes. Angst und Hoffnung. Das Wort des Ehemannes gilt. Es ist ein ganz anders als das eigene, unbeschwerte. Distanziert und ernst jetzt. Welten prallen da zusammen. Planeten. Doch die Lebensfreude der jungen Frau kämpft, ringt im Sturm ihres neuen Lebens. Auch des neu geborenen Lebens. Versucht Fenster zu öffnen, rauszublicken und den Himmel, ein Stück davon, reinzulassen, zu ergreifen. Zu zweit. Oder allein…

Geist und Körper verlangen Nähe, Aufmerksamkeit. Sie will leben. Leben und nicht Tod. Das Kennenlernen des Liebhabers. Sie will sich zurückholen in die Welt, will Liebe, Lust, Leidenschaft ergreifen. Intensiv, erschütternd, belebend. Nicht mehr das Stumme, Kalte, das sich anfühlt wie das Grab und die verwelkten Blumen darauf. Die Zeit zum Blühen ist immer. Zu jeder Jahreszeit von Zeit und Leben…

Doch dieser Weg wird zum Duell mit Gesellschaft und Konvention. Mit Grenze und Tod. Die Pistolen sind schon geladen. Und das Drama nimmt seinen Lauf. Gnadenlos. Doch sie kämpft weiter bis zum Schluss. Solange die Kräfte reichen. Um Leben, Liebe, die Tochter, um den Morgen, den Tag…auch wenn alles schwindet…

Die in Wien geborene und in München lebende Schauspielerin Lisa Fertner bringt mit Ihrem Solostück Effi Briest (Theodor Fontane) ein Feuerwerk an Lebenslust und Dramatik auf die Wiener Off-Theater Bühne, das in Spieldynamik, Sprachintensität und Ansprache begeistert. Die Bühne brennt, wenn Lisa Fertner in unglaublicher Intensität und Rollenvariation ein Frauenleben zwischen Weg und Mauer in den Raum zwischen Schaukel, Klavier und Stuhl setzt. Die Symbolik der Bühnenkomposition wird zum Sprungbrett einer Textansprache, die das Publikum von Beginn an packt und ergriffen folgen wie staunen lässt. Es verdichtet sich gleichsam die dramatische Situation gesellschaftlicher Gegenwart zwischen Angst und Hoffnung in einem Frauenleben. Wohin wird der Weg führen? Wie geht es weiter? Was wird für mich möglich sein? Diese zeitlosen Fragen der in Freude und Trauer so lebendigen energiegeladenen Bühnenfigur Effi Briest sind auch ganz persönliche Fragen der Gegenwart und Entscheidungen. Lisa Fertner spielt dem Publikum diese intensiv in der Wortkraft des Textes zu. Und das kommt an. Still wie wühlend, arbeitend. Wir nehmen diese auf und mit hinein in ein ungewisses Leben in Angst und Hoffnung.

Lisa Fertner beschenkte die Bühnenbretter Wiens vor dem Lockdown in einzigartiger Spielkraft, Variation und Ansprache. Die junge, so vielseitig talentierte Schauspielerin, bot ein grandioses Theaterfinale in Lust und Leben, Ringen und Dramatik wie es zu Zeit und Stadt nicht besser passen könnte.

Danke, Lisa Fertner, für diese so mitreißende Visitenkarte von Theaterenergie als Kraftquelle zu aller Zeit! Alles Gute und komm` bald wieder!

Effi Briest,

Mit: Lisa Fertner

http://lisa.fertner.com/de/home.html

Regie und Textfassung: Falco Blome

Licht und Ton: Julian Vogel

DAS OFF THEATER, Burggasse 28-32/2, 1070 Wien

Walter Pobaschnig, 2.11.2020   

Fotos_ Lisa Fertner_“Effie Briest“ Off Theater_Wien 1.11.2020

Fotos_Lisa Fertner_Hotel Regina_Wien _2.11.2020

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Big Sur – Geschichte einer unbezähmbaren Küste“ Jens Rosteck. mareverlag.

Big Sur. USA. Kalifornien. Ein Küstenstreifen. Rund 80 Meilen. Ein Sehnsuchtsland zu jeder Sehnsuchtszeit – „Kein Ort – eher eine Gemütsverfassung. So etwas wie ein Codewort für eine ungebrochene, stets erneuerbare Faszination…“.

Eine „Wildnis“, die Ruhe, Einsamkeit und so viel Raum bietet. Für Neubeginn und Begegnung. Wort und Aufbruch. Leben und Vision. Literatur, Musik und Kunst. Es sind Namen wie Henry Miller, Jack Kerouac oder Joan Baez, die für ein Lebensgefühl von Freiheit und Erfahrung der 1960er Jahre stehen und Big Sur wurde für sie zum Anker von Idee und Experiment. Ein Traum von Mensch und Welt gewinnt hier Gestalt und Form. Inspiration und Impuls finden sich hier und lassen neue Wege gehen wie zurückkehren, um wieder Halt und Kraft zu finden – „Die Einsamkeit war genau das Richtige für mich…(Henry Miller)“

Jens Rosteck, promovierter Musik- und Kulturwissenschaftler, Autor mehrerer Städteporträts wie hervorragender Biografien, legt mit „Big Sur“ eine wunderbare Verbindung dieser Schwerpunktinteressen wie -themen vor. Die Liebe und Leidenschaft wie die Kenntnis und Reflexion zu Ort und Mensch, Mensch und Ort, finden im vorliegenden Buch einen persönlichen wie kulturhistorischen Ausdruck, der von der ersten Seite an zu packen und begeistern weiß. Der Aufbau des Buches selbst folgt den Wegen von Landschaft und Mensch und lässt beide zu Wort kommen und so eine rhythmische wie spannende Annäherung an ein Phänomen wie einen Traum von Welt zu, der zu aller Zeit seine Wichtigkeit wie Notwendigkeit hat.

„Ein Buch als spannende kulturgeschichtliche Zeitreise wie als stille, kraftvolle Vision von Mensch und Welt“

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„Erzählungen – solche, die sich einige Tage lang wie ein Filter über die Welt legen, und so dabei helfen, die Dinge neu zu sortieren. Immer und immer wieder“ Seraina Kobler, Schriftstellerin _ Zürich_2.11.2020

Liebe Seraina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Um mich aufzuwecken genügt ein Flüstern. Milope, fordert meine jüngste Tochter mit schlafschweren Augen. So leise, dass man es zuerst kaum hört. Doch ich weiß: Die Forderung schwillt an, kommt man ihr nicht nach. Wenn sie dann an ihrer Flasche mit Hafermilch saugt, strecken wir unter der warmen Decke die Beine aneinander. Ich habe wieder damit begonnen, morgens die Nachrichten zu lesen. Eigentlich hätte ich das gerne anders. Aber ich habe das Gefühl, wachsam sein zu müssen. Nach dem Frühstück bringt mein Mann die beiden jüngeren Töchter in die Kita und den Kindergarten. Die großen Jungs sind meist schon früher weg. Der Stundenplan ist gnadenlos.

Wenn ich Büro machen muss, bleibe ich noch eine Weile Zuhause. Das hat den Vorteil – oder je nach dem auch den Nachteil -,  dass ich «nebenbei» Haushalt machen kann. Ordnung und feste Abläufe beruhigen mich. Das hängt damit zusammen, dass ich schwer konzentrieren kann, wenn nicht alles an seinem Platz ist. Deshalb gehe ich zum Schreiben in mein Atelier im Zürcher Niederdorf. Es liegt in einem Hinterhof. Es gibt Zeichnungen aus dem Mittelalter, da ist das alte Wäschehäuschen schon drauf. Beschattet wird es von der schwarzen Esche, die auch im «Grünen Heinrich» von Gottfried Keller eine Rolle spielt.

Mittags gehe ich entweder Sport machen oder (im Sommer, Anm.) eine Runde im See schwimmen. Seit Corona habe ich viel weniger Sitzungen. Dafür schreibe ich mehr. Nicht nur Literatur. Auch Auftragsarbeiten. Besonders freue ich mich, wenn ich einen Text lektorieren darf, wie kürzlich den Roman einer jungen Autorin. Gegen halb sechs gondle ich mit meinem holländischen Lastenrad den Berg hinauf. Die Kinder abholen. Dann folgt in unterschiedlicher Reihenfolge: Essen kochen. Wäsche abhängen. Hausaufgaben kontrollieren. Wasserkefir abgießen. Sauerteig mischen. Küche aufräumen. Oft hole ich den Laptop nochmals, wenn die Kinder schlafen. Gerade die fiktionalen Texte schreibe ich gerne im Halbdunkel. Nachts, wenn alle schlafen. Wenn es gut läuft, vergesse ich dabei die Zeit. Kurz vor dem Einschlafen kommen mir dann oft noch Dinge in den Sinn, die ich am nächsten Tag tun muss. Erst wenn ich mir selbst eine Mail mit einer Liste und dem Betreff Morgen geschickt habe, schlafe ich ein.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Empathie. Nerven. Ausdauer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich wünsche mir, dass die Literatur das schafft, worin die schnelllebige Medienlandschaft oft versagt: Zusammenhänge erschließen. Nicht mit Fakten, wie das die Wissenschaft tut, sondern mit Erzählungen. Solchen, die wachrütteln. Uns zum Lachen bringen. Und zum Weinen. Die sich einige Tage lang wie ein Filter über die Welt legen, und so dabei helfen, die Dinge neu zu sortieren. Immer und immer wieder.

Was liest Du derzeit?

Ich bin ein Büchermessie. Meine Lesestapel sind in der ganzen Wohnung verteilt. Umgehauen hat mich «1000 Serpentinen Angst» von Olivia Wenzel. Ein beeindruckendes Debüt hat Victor Jestin mit «Hitze» vorgelegt. Ich freue mich auf den Roman «Erdbebenwetter» von Zaia Alexander und natürlich auf die «Hyäne» von Benjamin Von Wyl.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

«Alles ist Wechselwirkung» Alexander von Humboldt, Forschungsreisender

Es ist das Zitat, dass ich auch für den Roman ausgewählt habe. Humboldt war einer der Ersten, der den Klimawandel beschrieben hat. Oder besser gesagt: Die Voraussetzungen dafür. Nichts auf dieser Welt kann isoliert betrachtet werden. Wir sind alle Teile von fragilen Systemen. Das möchte ich gerne in meiner Prosa zeigen: Wie groß die Tragweite unseres Tuns ist.

Vielen Dank für das Interview liebe Seraina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Seraina Kobler, Schriftstellerin

Seraina Kobler ist Journalistin und Schriftstellerin. Im September erscheint  ihr Roman-Debüt «Regenschatten» im Kommode Verlag. Sie hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Zürich.

Rezension:

„Regenschatten“ Seraina Kobler. Roman. Kommode Verlag

Buchtrailer «Regenschatten»

Foto_Annick Ramp

20.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Sehnsucht Kunst zu machen – sich wieder zu verbinden mit dem Archaischen, mit dem Urmenschlichen, mit der Sehnsucht zu leben“ Amèlie Tambour _ Berlin 1.11.2020.

Liebe Amelie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich und mein Mann bringen unsere Kinder zur Schule bzw. in den Kindergarten, im Anschluss fahre ich in mein Studio, unterrichte dort SchauspielerInnen bis 15 Uhr, wir holen die Kinder wieder ab, gehen einkaufen, machen Abendessen, bringen die Kinder ins Bett, setzten uns an den Bürokram, fallen ins Bett. Am nächsten Tag dasselbe. Seit der Coronazeit habe ich so viel Arbeit wie noch nie. Viele Schauspieler, die normalerweise drehen würden, kommen jetzt zu mir in den Unterricht.

Amelie Tambour

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich interpretiere diese Krise als Zurückschlagen der Welt/des Universums gegen die Menschheit, ein Racheakt gegen all die Verbrechen, die wir der Erde antun und insgeheim wünsche ich mir manchmal, dass das Virus nicht aufgeben wird, bis die Menschheit es geschafft hat unser System über den Haufen zu werfen, um Platz zu schaffen für ein menschenfreundliches, lebensbejahendes, umweltfreundliches System. Vielleicht sollten wir alle mehr an Veränderung glauben und diesen Schrei der Welt als ernsthaftes Warnsignal wahrnehmen und nicht darauf warten, bis endlich wieder alles so wird wie früher.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich habe in den letzten Jahren den Zugang zum Theater verloren. Der Eindruck, das Theater beschäftige sich mit vielem, aber nicht mit dem Menschlichen, ermüdet mich. Es ist müßig zu versuchen, die Aufgabe der Kunst und des Theaters zu definieren, aber wenn ich eines darüber sagen müsste, dann ist es, dass Kunst aus dem Bauch kommt und nicht aus dem Kopf. Ich denke, dass die Menschheit sich über die Zeit vergiftet hat, weil wir alle mit dem Kopf durchs Leben gehen und unser Bauchgefühl, das Gefühl für uns selbst, das Gefühl für das was wir brauchen und lieben, verloren haben. Die Rolle der Kunst, des Theaters, die Sehnsucht Kunst zu machen und zu rezipieren, rührt doch aus der Not, aufgeweckt zu werden, sich wieder zu verbinden mit dem Archaischen, mit dem Urmenschlichen, mit der Sehnsucht zu leben. Ich habe aufgehört, mich darüber zu ärgern, dass das Theater sich so weit davon entfernt hat und angefangen selber etwas zu schaffen, was dieser Sehnsucht nach Leben folge leistet.

 

Was liest Du derzeit?

Die Schachnovelle, Stefan Zweig

 

 Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Manchmal muss man sein Herz am Anfang über die Hürde werfen.“ Willy Brandt

Vielen Dank für das Interview liebe Amèlie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Amèlie Tambour, Schauspielerin

Studio Tambour

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20.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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