„Grenzen“ Arno Dahmer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Mainz 25.11.2022

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Grenzen

Ideologen

Verdun         

Endsieg

Pazifist         

Ernüchterung

Aggression

Czernowitz

Entrüstung

Aufrüstung

Canaille

Hass

Atombluff

Nuklearkrieg

Casus Foederis

Endzeit


Arno Dahmer, 6.11.2022

Arno Dahmer, Schriftsteller

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Arno Dahmer, Schriftsteller

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Walter Pobaschnig _ 6.11.2022.

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„Gerade greift ein Mädchen die Hand ihrer Mutter“ Nadine Maria Schmidt, Liedermacherin _ Give Peace A Chance _ Leipzig 24.11.2022

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Gerade greift ein Mädchen die Hand ihrer Mutter.

Im Hinterhof fällt Schnee auf eine Bank.

Verheiratet war sie mit Papa nie.

Er musste fort. Von heute auf morgen: Ein Schuster.

„Papa ist jetzt Soldat“, sagte sie damals.

Er hat den Menschen, der er war, hier gelassen.

Am Abend eines Montags.

Chronologisch ordnen sie die Helden.

Ein Täfelchen am anderen.

Am Ausgang gibt es Blumen.

Chronologisch geordnet.

Haare zusammengebunden, dass sie beim Weinen nicht stören.

Am Abend eines Montags.

Nach einem Leben.

Chronologisch eben.

Ergreift ein Mädchen die Hand ihrer Mutter.


Nadine Maria Schmidt, 8.11.2022

Nadine Maria Schmidt, Liedermacherin

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Nadine Maria Schmidt, Liedermacherin

Frontpage

Foto: Susann Prautsch

Walter Pobaschnig _ 8.11.2022.

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„Kunst kann mit dem Möglichkeitsraum anders umgehen als die Politik“ Walter Kratner, Künstler und Kurator _ Graz 24.11.2022

Lieber Walter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die Krankheit einer Angehörigen bestimmt seit Wochen meinen Tagesablauf. Wir leben im selben Haushalt. Schon frühmorgens wäscht, versorgt das mobile Pflegepersonal den alten Menschen. Ein zerebraler Infarkt hat den halben Körper und Gehirnregionen lahmgelegt. Der Körper wird gehoben, geputzt, geschoben, umgebettet und löffelweise ernährt.

In einem anderen Raum lese ich die Tageszeitung. Vor einer Woche beherrschte noch die Pandemie die Medien, in der nächsten Woche Ukraine, in der darauffolgenden Woche die Dissertation von irgendeiner Politikerin, die abgeschrieben haben soll. Das kriegen wir durchaus in unserer kurzatmigen Öffentlichkeit hintereinander. Ich gewinne den Eindruck, dass alles, was geschehen kann, auch geschehen wird.

Walter Kratner, Künstler und Kurator


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

„Träume entlasten in Zeiten des Krieges die Wirklichkeit“, schreibt die ukrainische Künstlerin Kateryna Buchatska über ihre Arbeit. Selbst Albträume seien im Krieg besser zu ertragen, als der morgendliche Blick in den Newsfeed.Krieg bedeutet Not und Elend, Tod und Hunger, Verstümmelung und Vergewaltigung. Ein Krieg betreibt neben der Vernichtungskraft, die er entfesselt, das Geschäft der Angst – auch die Einschüchterung jener, die von ihm nicht direkt betroffen sind. Wer wagt es, aus privilegierter Perspektive sich zu ihm zu äußern? Wer könnte behaupten, zu verstehen, was sich vor unseren Augen ereignet? Inflation. Ich überlege, den Strom für den Boiler zu reduzieren.

Die Fähigkeit, Konflikte auszutragen ist in Österreich nicht besonders ausgeprägt. Über die innenpolitischen Zustände bin ich entsetzt. Elfriede Jelinek schreibt in ihrem Stück zum Lärm unserer Tage: „Alle stehen allen gegenüber und schreien sich an.“ Gleiches gilt für Demokratie und Freiheit, wenn ich sehe, wie Demokratieverständnis und Humanismus korrodiert. Wenn selbst Antifaschismus zu einer peinlichen Pose verkommt. Ich sehe in diesem Bereich die größte Gefahr – und wundere mich fassungslos darüber, dass es die sogenannte „Linke“ bei einem Fokus auf GenderSternchen und Identitätspolitik belässt, während uns ein gewaltbereiter rechter Nationalismus zu überrollen droht. Diese Auseinandersetzung wirkt hierzulande wie ein aus der Zeit gefallener Sonntagsspaziergang.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Der Dämon Krieg ist eine Herausforderung, dass wir unser Unterscheidungsvermögen, unsere Phantasie und unsere Urteilsfähigkeit schärfen. „Die Aufgabe der Kunst ist es, die eigene Sprache zu sprechen“, schreibt die ukrainische Künstlerin Vlada Ralko. Sie zeichne, weil sie nicht sprachlos sein wolle und sei der festen Überzeugung, dass nur jemand, der spreche, „sich dem sadistischen Druck des Aggressors widersetzen kann“. Sie löst die Ereignisse aus der Vergesslichkeit der Medien und führt es in das dauerhafte Gedächtnis der Kunst. Solche und andere Transpositionen sind Aufgabe der Moderne in der Kultur. Schon Goya stellt eine irre Abstraktion des Kriegs vor Augen. Die Grafiken von „Desastres de la Guerra“ machen anschaulich, wenn Geschichte nur mehr monströs wirkt.

Die laufenden Debatten über den Krieg signalisieren Ratlosigkeit und Resignation. Die Kunst kann dabei helfen, die Perspektive zu wechseln und neue Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Wenn die feindlichen Parteien nur noch im Monolog reden, kann die Kunst mit dem Möglichkeitsraum anders umgehen als die Politik und die Menschen in ihrer Lebenswelt. In den Künsten manifestieren sich neue Blickwinkel, weil sie neben die Realität treten dürfen und vielleicht sogar Notausgänge weisen. „Ist das Teleskop oder die Träne der bessere Verstärker des Auges? Die Kunst würde antworten: die Träne. Die Wissenschaft würde sagen, selbstverständlich das Mikroskop, das Fernrohr und die Brille. Beide Antworten sind wahr. Aber um Emotion mit Einsicht zu verbinden, dazu ist Trauer nötig.“  (Zit.: Alexander Kluge)

Was liest Du derzeit?

Ob aus Trauer oder Erschöpfung, im Negativen wie im Positiven: Pier Paolo Pasolinis Texte begleiten mein Leben seit meiner Studien- und Lebenszeit in Florenz. Pasolini ist in seinem Denken, Reden und Handeln kaum zu fassen. In seinen Gedichten erzählt Pasolini von den Krisen und beschreibt die existenzielle Leere, die einerseits vom Neokapitalismus und andererseits vom „revolutionären Widerstand“ herrührt. Pasolini prangerte den Mord an der Kultur des Einzelnen durch Moden und Marken an und reagierte auf politische Ereignisse mit literarischen Interventionen und philosophischen Polemiken. Und manchmal schimmert durch seine Verzweiflungsverse bisweilen auch zarte Ironie.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich habe meine Kräfte verloren.

Ich weiß nicht mehr, was das ist: Vernunft.

Mein Leben versandet

– das Leben eines gefallenen Engels –

verzweifelt, dass die Welt

nur grausam ist

und meine Seele wütet.“

(Aus: Pier Paolo Pasolini, „La religione del mio tempo“, 1961, Garzanti

Vielen Dank für das Interview lieber Walter, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Walter Kratner, Künstler und Kurator

Foto_David Kranzlbinder

2.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geplünderte Länder“ Steffen Marciniak, Schriftsteller _Give Peace A Chance _ Berlin 23.11.2022

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Geplünderte Länder

Geplünderte Länder · Geflüchtete

Im Morast vor den Mächtigen · sehnen sich nach

Verwandlung ihres  Leidensalphabets · in                      

Einen immerwährenden Frieden.

Propheten mit ihren mundlosen Lügen

Erhärten den Glauben an Siege · im Tross von

Ares´ Kohorten · zum letzten Spiel auf

Cellosaiten · bedrohliche Töne für

Einen todverdammten Feind.

Apokalyptische Särge in Menschenblut.

Chöre erschreckter Engel · gekommen zum

Heilen der Wunden ·Trocknen der Wangen ·

Augenlidersenken verbannt Tränen in Seelenstaub ·

Nähe eröffnet den Sanften das Handeln ·

Chancen für das leise Rühren · an

Ein Weltgewölbe aus Liebe.


Steffen Marciniak, 21.11.2022

Steffen Marciniak, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Steffen Marciniak, Schriftsteller

Zur Person_Steffen Marciniak,

Schriftsteller, geb. in Stralsund, lebt in Berlin. Bisher erschienen 3 Prosabände der Reihe „Ephebische Novellen“, Aphaia Verlag, zuletzt „PHAETHON oder Der Pfad der Sonne“ (2020), sowie drei Lyrikbände im Anthea Verlag: „ÄolsHarfenKlänge“ (2018) und „ErzEngelGesänge (2019) sowie „Prinzenverstecke“ (2022) im Verlag der 9 Reiche. Herausgeber der „Entführung in die Antike“ im Verlag PalmArtPress, sowie der Lyrik-Edition NEUN.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steffen_Marciniak

Foto_Luca Kaiser

Walter Pobaschnig _ 21.11.2022.

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„Konstruktiv zu denken und zu handeln“ Jacqueline Thör, Schriftstellerin _ Recklinghausen/D 23.11.2022

Liebe Jacqueline, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vormittags Philosophie und Deutsch als Fremdsprache unterrichten, nachmittags lesen und schreiben.

Jacqueline Thör, Schriftstellerin  

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Eine gesunde Balance zwischen der Sorge um andere (und alles, was diese nach sich zieht) und dem Fokus auf das Gute.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Konstruktiv zu denken und zu handeln – Und demnach auch zu schreiben.

Was liest Du derzeit?

Albert Camus – Der Mythos des Sisyphos

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Absurde macht zwar alle meine Chancen einer Freiheit zunichte, doch gibt es mir eine Handlungsfreiheit wieder und feiert sie. Dieser Verlust an Hoffnung und Zukunft bedeutet für den Menschen einen Zuwachs an Beweglichkeit.“ (Aus dem Mythos des Sisyphos)

Vielen Dank für das Interview liebe Jacqueline, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jacqueline Thör, Schriftstellerin  

Foto_privat

8.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Der ganze Mensch ist wichtig“ Sarah Krampl, Schriftstellerin _ Villach/Ktn. 22.11.2022

Liebe Sarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Für gewöhnlich stehe ich kurz vor 6 Uhr früh auf, trinke einen Kaffee, lese die Zeitung, um 6:15 Uhr wecke ich meinen jüngsten Sohn, richte ihm ein Frühstück und warte, bis er in die Schule gefahren ist.

Am Vormittag erledige ich dann die Hausarbeit, gehe ein bis zweimal in der Woche einkaufen und koche für die Familie. Dreimal in der Woche jogge ich 10 km und ein paar Mal in der Woche lese und schreibe ich am Vormittag.

Nach dem Mittagessen mache ich ein Mittagsschläfchen und am Nachmittag lese ich. Dreimal in der Woche bin ich Nachmittags- Abends im Atelier TART, wo ich Italienisch-Deutsch Konversation und Philosophische Gespräche in der Gruppe anbiete. Seit dem Wintersemester studiere ich Philosophie an der Uni Klagenfurt, sodass eine gute Organisation derzeit sehr wichtig ist.

Sarah Krampl, Schriftstellerin 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gesundheit, Liebe, Vertrauen, Kreativität, Geduld, Distanz.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wenn sich etwas verändert, dann ist es wichtig ruhig zu bleiben, zu überlegen, wie die Zukunft am besten aussehen soll, was jede/r einzelne und aber auch die Gesellschaft gern hätte und versuchen das konstant und kontinuierlich zu ver- bzw. befolgen. Für sich selbst Regeln aufzustellen, die einem Sicherheit geben. Wesentlich ist sich selbst so anzunehmen und zu akzeptieren, wie man ist, als Mensch, mit Stärken und Schwächen und versuchen, den anderen auch so zu sehen, nicht alles zu glauben sondern zu überprüfen, aber dem Anderen auch dieselben Chancen einzuräumen, das heißt gerecht sein gegenüber sich und den anderen. Vertrauensvorschuss ist in diesem Sinne besser als Misstrauen.

Die Literatur und Kunst sind dafür da uns Verstandesgrenzen überschreiten zu lassen, die jedoch keine negative Konsequenz nach sich ziehen. Der Mensch benötigt Sicherheit und diese schafft er sich durch die Ausbildung von Gewohnheiten und eigenen Meinungen. Diese in Frage zu stellen, ja, sogar, ganz andere Ansätze auszuprobieren, andere Gefühle, Gedanken zu denken und zu fühlen, die Kreativität in Gedanken auszuleben, vertreibt die Angst und macht das Leben lebenswerter.

Zu Lesen bedeutet andere Sichtweisen verstehen zu lernen, in dem Tempo und in der Tiefe, die für einen selbst gut sind. Es bildet sich ein großer Raum im Inneren von Menschen, die lesen und künstlerisch aktiv sind, den man zwar nicht sieht, der aber die Menschheit im Ganzen beruhigt. Das Ganze, der ganze Mensch ist wichtig, die heutige Fragmentierung durch soziale Medien und die realen Möglichkeiten des Konsums und Spaß benötigen als Konterpart die Kunst und die Literatur, um nicht an der Oberfläche des eigenen Lebens stehen zu bleiben, die dann doch nur zu Leere führt, weil die Tiefe nicht mehr gesehen und geschätzt wird. 

Eine gesunde Arbeits- und Leistungseinstellung ist im Leben auch vonnöten, um sich erstens frei zu fühlen und zweitens einen Sinn in dieser Freiheit zu sehen. Etwas Sinnvolles für sich und die Gesellschaft zu machen bedeutet harte, konstante, durchdachte und realistische Arbeit, aber auch Mut die Dinge zu sehen, wie sie sind, davon ausgehend, dass die Welt meistens nicht so ist, wie man gern hätte, wie es den eigenen, kleinen, egoistischen Wünschen entspricht. Friedlich mit Konflikten umzugehen kann man nur, wenn man sich bewusst ist, dass man selbst Grenzen hat, wie der andere auch und diese, wenn schon nicht geliebt, respektiert.

Was liest Du derzeit?

Ich lese seit 20 Jahren sehr viel parallel. Hauptschwerpunkt derzeit sind philosophische Bücher. Heidegger und Byung-Chul-Han beschäftigen mich momentan sehr. Fragen der Ontologie und der Probleme der Digitalisierung. Aber auch gute Romane zum Entspannen finden sich auf meinem Nachtkästchen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Der Unterschied zwischen mir und Gott: Er KANN, was ich EMPFINDE.“

(E.M. Cioran: Das Buch der Täuschungen)

Sarah Krampl, Schriftstellerin 

Vielen Dank für das Interview liebe Sarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Sarah Krampl, Schriftstellerin 

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Fotos_privat.

16.10.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„7-9-22-5“ Claudia Schumann, Multimedia Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 22.11.2022

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7-9-22-5    16-5-1-3-5   1   3-8-11-4-3-5

(worauf warten wir noch)

eine nummerische codifizierung des satzes, eine assoziative ebene : eine versuchsanordnung .. ein auszählreim ?

was gibt es zu frieden noch zu sagen außer eine ermutigung auszusprechen

im denken wie tun einen beitrag leisten

ein bemühen anregen .. um die ewige unverständlichkeit von krieg, die scheiternde kommunikation von differenz, die unübersetzbarkeit des du, des anderen .. 

so verstehe ich die rolle der kunst codifizierung recodifizierung codifizierung .. GIVE PEACE A CHANCE : soviele implikationen wie übersetzungen 

Claudia Schumann, 31.10.2022

Claudia Schumann,
Multimedia Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Claudia Schumann, Multimedia Künstlerin

Fotos_ Claudia Schumann, Multimedia Künstlerin

Walter Pobaschnig _ 31.10.2022.

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„morgens meditation, trampolin springen, frühstück“ Naama Isabelle Fassbinder, Schauspielerin _ Wien 21.11.2022

Liebe Naama Isabelle, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

morgens meditation, trampolin springen, frühstück

mittags nachmittags proben für konzerte und theaterstück

abends tanzen gehen, freunde treffen, philosophischer kreis, probe u.a.

ab und zu nachmittags klient/in in meiner kinesiologischen praxis

Naama Isabelle Fassbinder _
Sängerin, Schauspielerin, singer/songwriterin, Moderatorin, Model 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

spaltung überwinden, frieden, kunst

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Musik, der Kunst an sich zu?

kunst spielt dabei eine wesentliche rolle

Was liest Du derzeit?

james redfield die 10 prophezeiung von celestine, stefanie stahl dem kind ein nest geben

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

draußen, jenseits von richtig und falsch, ist ein feld. dort treffen wir uns

Naama Isabelle Fassbinder _
Sängerin, Schauspielerin, singer/songwriterin, Moderatorin, Model 

Vielen Dank für das Interview liebe Naama Isabelle, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mag.Naama Isabelle Fassbinder _
Sängerin, Schauspielerin, singer/songwriterin, Moderatorin, Model
, Kinesiologin/Energetikerin

http://www.naama-isabelle-fassbinder.eu

Fotos_Walter Pobaschnig_ Fotoprojekt acting Romy Schneider 11_22

4.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geboren“ Viviane de Santana, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 21.11.2022

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Geboren 

In dieser Welt 

Voller Veränderungen 

Essenziell für uns alle 

Permanent müssen Verständigung 

Ehrlichkeit und Konsens sein 

Angefangen bei/mit uns selbst 

Charakter und Charaktere 

Elementar 

Allemal 

Crescendo der Vernunft – denn 

Heimat ist das Herz 

Abhängig von der Verbindung mit den anderen

Nah oder fern 

Courage sollen wir haben und 

Empathie schaffen statt Waffen 


Viviane de Santana,
3.11.2022

Viviane de Santana, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Viviane de Santana, Schriftstellerin  

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 3.11.2022.

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„Ich schreibe mir die Angst von der Seele“ Melitta L. Roth, Schriftstellerin _ Hamburg 20.11.2022

Liebe Melitta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens um kurz nach sieben weckt mich das Rattern und Quietschen der Bagger von der Abrissbaustelle des Holstenareals. Seit über einem Jahr geht das so. Bis auf zwei Pausen tagsüber begleitet mich wochentags der Lärm bis 18 Uhr. Manchmal bebt unser Haus, wenn wieder riesige Metallpfeiler oder Betonplatten zu Boden stürzen. Zum Glück kann ich an manchen Tagen ich außer Haus arbeiten. Dennoch habe ich oft morgens Zeit, um Radio zu hören, Morgenseiten zu schreiben. Von da an, sehen die Tage unterschiedlich aus.

Lesen, wenn ich nicht erwerbsmäßig arbeite, oder schreiben, wenn ich genug Kraft habe. In den letzten Monaten fielen mir das Schreiben oder Recherchieren allerdings schwer, ich war wie paralysiert von dem erneuten Krieg in der Ukraine. Vor dem 24. Februar habe ich mich mit den Ereignissen in den deutschen Kolonien am Schwarzen Meer um 1942 beschäftigt. Das sollte ein Zeitstrang in meinem Romanprojekt werden, doch seit Beginn des russischen Angriffskrieges war es undenkbar geworden, so weiterzumachen wie bisher.

Im Moment widme ich mich nicht so sehr dem Roman, sondern schreibe mir die Angst von der Seele, in dem ich mir Wege ausdenke, wie man einen Diktator loswird.

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann nicht für alle sprechen, aber was für mich wichtig ist: Sich nicht von Ängsten oder Ohnmachtsgefühlen überwältigen lassen. Den Kopf über Wasser zu behalten, oder immer wieder an die Oberfläche zu schwimmen.

Auch wenn es schwer fällt, ist es jetzt wichtig, sich die Zukunft nicht nehmen zu lassen. Den Gedanken an einen möglichen guten Ausgang beizubehalten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Anders als noch vor drei, vor zwei Jahren, fällt es mir schwer, an einen Neubeginn zu glauben und an Kunst und Literatur als verändernde Kräfte. Die Zeichen stehen so sehr auf ein fatalistisches: es war schon immer so, es wird sich nie was ändern, dass ich nah dran bin, zu verzweifeln. Literatur und Kunst als Spiegel der Zeit? Wohl eher als eine Ablenkung davon. Was gerade passiert, wird erst aus der zeitlichen Distanz klar werden. Jetzt sind wir mittendrin im Strudel und da sind existenzielle Dinge vorrangig. Mein eigenes Schreiben wirkt kopflos, richtungslos, flimmernd. Kann es Antworten geben?

Wir streamen uns in Welten, die mit unserer nichts zu tun haben. Ziehen uns Marveluniversen und Truecrime-Serien rein, hyperbrutal oder phantastisch, aber Hauptsache raus aus dem Hier und Jetzt.

Eine positive Entwicklung, trotz all dem Schrecklichen: der kulturelle Blick hat sich nach Osteuropa ausgeweitet. Waren all diese Länder auf der literarischen Landkarte des Westens immer bloß weiße Flecken gewesen, jetzt bekommen sie Aufmerksamkeit, werden die Stimmen osteuropäischer Autorinnen und Autoren endlich relevant. Osteuropa wird in Sachen Literatur nicht mehr als das rückständige Hinterland betrachtet und wir sind erstaunt, was für schlaue Leute da leben. Die können schreiben. Wow!

Aber musste es erst zu einem Krieg in der Nachbarschaft kommen, damit das passiert? Damit deutlich wird, welche Arroganz und Ignoranz den östlichen Nachbarn gegenüber geherrscht hat. Jahrzehntelang.

Was liest Du derzeit?

Als die Pandemie angefangen hat, konnte ich mich nicht lang genug konzentrieren, um überhaupt ein Buch zu lesen. Dann der Angriff auf die Ukraine. So langsam geht es wieder. Derzeit entdecke ich immer neue Autorinnen und Autoren, die sich mit Themen befassen, an denen ich mich auch abarbeite, wie der Auswirkung von Traumata oder dem Verlust der eigenen kulturellen Identität.
Ich lese Hiromi Gotos „Chor der Pilze“, das bereits 1995 erschienen ist  oder Helga Büsters „Luzis Erbe“ von 2020, das zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat, oder Abdulrazak Gurnahs „Nachleben“, der übrigens ein großartiger Erzähler ist.

Aber auch tiefsinnige SF wie „Piranesi“ von Susanna Clarke, wie gesagt, Ablenkung und sich in andere Welten begeben, das ist was ich viel mache.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es geht, wie ich meine, nicht nur darum, sich zu erinnern.
Sich zu erinnern ist viel zu wenig.
Man muss sich erinnern und verstehen.“
Arsenij Roginskij, Mitbegründer von MEMORIAL

Vielen Dank für das Interview liebe Melitta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke dir, dass ich Teil dieser illustren Runde sein durfte!

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

https://scherbensammeln.wordpress.com/

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13.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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