G roße Erschütterung, Krieg, es ist wieder Krieg in Europa
I n Reichweite, Retraumatisierung für die Alten dort
V iele neue Wunden, Kinder, Eltern, Nachbarn
E ine Erinnerung an die alte Schuld, wir Deutschen, diesmal gut
P rachtvoll sind die Namen, Odessa, Mariupol, Touristin sein
E ine Reise in Friedenszeiten gemacht haben, zu spät
A lles kaputt, irreparabel, ein Theater dem Boden gleich
C haotisch, allzu, wirkt es nicht, die Flucht geht schnell
E ine Vernetzung ist gegeben, das Internet, Bekannte überall
A ber ein Zuhause, eine Sprache, ein Leben – zersprengt
C hancen im Schock, Kräfte mobilisieren, überleben
H ilfe annehmen müssen, gute Miene machen
A lles andere kommt später, Angst, all die Trauer
N ie wieder Krieg, so riefen wir, so lernten wir
C hronik eine Umdenkens, Aufrüstung, neue Blöcke
E ine Krise neben der nächsten, kein weiter so
Eva Brunner, 22.5.2022
Eva Brunner _Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Eva Brunner _Schriftstellerin
Kurzbio
Eva Brunner, *1980 in Siegen, lebt als freie Autorin und Angestellte der Berliner Kreativagentur Henkelhiedl in Uppsala/Schweden. Sie promovierte über „confessional poetry“ und veröffentlichte literarische Texte online, in Anthologien und Zeitschriften. Zuletzt erschienen ihr Lyrik-Debüt „Achtung, die Naht“ (parasitenpresse) und der kollaborative Gedichtzyklus „Die Mandarinenorakel“ zusammen mit Elke Cremer, herausgegeben von GE59. Sie schreibt regelmäßig für „Other Writers Need to Concentrate”, einer Initiative zur Vereinbarung von Autor*innenschaft und Elternschaft.
Lieber Thomas Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Meinen »Tagesablauf« erlebe ich als ständige Wanderung – Wochenenden, Urlaube und Arbeitstage im klassischen Sinn gibt es nicht mehr, ich lebe in Jahreszeiten. Das alles ist primär ein Privileg meines Lebensabschnittes und einer großen Portion Glück.
Ich bewege mich in Dreiecken: zwischen meinen Orten Wald, See und Stadt und zwischen den Rollen »Dichter und Liedermacher«, Kurator und Berater.
Pandemie und der absurde Krieg in der Ukraine haben mir meine Reiselust geraubt.
Thomas Andreas Beck _ Dichter, Liederrmacher, Kurator
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wichtig ist, was wir alle eigentlich längst schon hätten erledigen müssen: Unser Innenleben zu pflegen. Aber die Mehrheit von uns war ja die letzten Jahrzehnte mit Ablenkungen und Empörung beschäftigt.
Im Endeffekt sind deshalb drei Aspekte wichtig: meine Freundschaften pflegen, Ängste beherrschen und Fantasie ausüben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich glaube, es geht darum, echt zu sein. Unverstellt, unverschwendet und berührbar. Jede, jeder muss für sich diese lächerlich wenigen Lebensjahre voll und ganz ausschöpfen, seine größte Kraft herausverpflichten! Nicht nur allein und schon gar nicht einsam, sondern gemeinsam. Kunst und Rituale sind dafür Blaupause, Horizont, Dünger und Boden.
Was liest Du derzeit?
Seit einigen Monaten lese ich mich durch die Bibliothek meines verstorbenen Mentors, dem Sozialwissenschaftler Prof. Ernst Gehmacher. Die Erkenntnisse daraus fließen in mein nächstes Album »Ernst« ein. Aktuelles Buch: Ihr werdet es erleben Kahn, Herman und Anthony J. Wiener. Eine 1963 für das Jahr 2000 verfasste Zukunftsprognose.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
»Rechne mit dem Schlimmsten aber freu dich darauf.« – Prof. Gehmacher
Vielen Dank für das Interview lieber Thomas Andreas, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Thomas Andreas Beck _ Dichter, Liedermacher, Kurator
Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Er beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Anschließend folgt meist die „Bürozeit“ – Emails beantworten und alles, was so zu Büroarbeit gehört. Dann geht‘ s meist weiter am Schreibtisch mit Lesen oder Schreiben. Schön ist auch die Trias Kochen – Mittagessen – Kaffee. An den Tagen, an denen ich als persönlicher Assistent arbeite, gehe ich assistieren, ansonsten geht‘ s meist weiter mit Lesen, Schreiben, Hausarbeit, Einkaufen und all diesen Dingen. Viele Tage sind recht unspektakulär und gehen auch so zu Ende.
Andreas Pavlic, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke mir, dass es die Gestaltung des gesellschaftlichen Transformationsprozesses sein wird, in dem wir uns befinden, und der noch heftiger werden wird. Die Frage ist, wie man sich einzeln und kollektiv darin verhält. Ich gehe davon aus, dass die Klimaerwärmung und der Angriff auf die ökologischen und biologischen Lebensgrundlagen durch den Menschen zu globalen, weitreichenden sozialen Veränderungen führen wird. Ich denke mir, neue Beziehungen zwischen Natur und Menschen und zwischen Menschen zu schaffen ist und wird wichtig.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Das ist schwierig, da Kunst (zumindest im globalen Westen) einen ebenfalls durchkapitalisierten gesellschaftlichen Sonderbereich hat, mit all seinen wunderbaren Nischen und Ecken. Dort kann man zwar (fast) alles machen und sagen, aber dennoch wird die Kunst wahrscheinlich keine allzu große Rolle spielen. Die Probleme und Krisen der Gegenwart resultieren ja nicht aus einem Mangel an Information und Wissen, sondern aus einer Denk- und Wirtschaftsweise. Letztere basiert auf Eigentum, Konkurrenz und ist antidemokratisch. Es würde wohl reichen, wenn die Kunst für die gegenwärtige Politik nicht den Stimmungshochhalter spielt, sondern bei dieser Denkweise ansetzt und vielleicht auch, wenn sie darüber zu erzählen versucht, dass es andere Beziehungs- und Verbindungsweisen gibt. Und Künstler:innen würden versuchen diese andere Praxis zu leben und darüber zu berichten, was vielleicht einmal als unsere Revolution bezeichnet werden wird.
Was liest Du derzeit?
Abwechselnd folgende drei:
Kae Tempest, Verbundensein. Dank einer Empfehlung von Ilse Kilic.
Kaśka Bryla, Die Eistaucher. Ein packender Roman über Solidarität und Liebe.
David Graeber, David Wengrow, Anfänge. Vielleicht können uns andere Anfänge auch für Wege in eine andere Zukunft inspirieren.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Bini Adamczak schreibt in Beziehungsweise Revolution: „Die Revolution schafft nicht aus dem Nichts, sie verknüpft bisher Unverbundenes in neuer Weise.“
Kae Tempest schreibt in Verbundensein: „Kreativität fördert das Verbundensein. Und das Verbundensein mit einem wahren, unbequemen Selbst erlaubt uns, Verantwortung dafür zu übernehmen, wie wir andere beeinflussen, anstatt blind, abgekoppelt und wie benommen von einem Tag zum nächsten durchs Leben zu gehen, aus jeder Begegnung mitzunehmen, was wir können, ohne weiter zu denken als an mein Überleben, das Überleben meiner Kinder, mein Überleben, das Überleben meiner Kinder.“
Vielen Dank für das Interview lieber Andreas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Andreas Pavlic, Schriftsteller
Foto_privat.
11.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Da ist das Weiß. Der leere Raum. So beginnt es. Für alle. Da und dort.
Und dann kommen die Menschen. Suchen ihren Platz. Zum Da-Sein. Da und dort.
Doch wo hinsetzen? Wo war ich gestern? Wo ist heute? Da und dort.
Dann die Worte. Das Sehnsüchtige, Verzweifelte und Unverstandene. Lass mich erzählen. Da und dort.
Und dann die Gewalt. Plötzlich. Das Blut. Es färbt das Weiß. Da. Zwischen uns. Die Worte, die Fäuste, die Waffen zwischen uns. Tag um Tag. Da.
Am Himmel die Bilder des Krieges. Dort.
Es gibt kein Weiß mehr.
Wo fängt es an? Vielleicht in der Lüge? Im Miteinander. Da und dort.
Jetzt gilt es zu suchen. Weiterzusuchen. Im Dunkel. Da und dort. Bis die Musik endet.
Da und dort….
Mit seiner neuesten Produktion gelingt dem Aktionstheater Ensemble eine großartige Verbindung des gesellschaftlichen wie individuellen belastenden Panoptikums der Gegenwart in Herausforderung, Ratlosigkeit, Scheitern und Hoffnung mit einem geschichtsphilosophisch-existentiellen Entwurf der Frage des Grundes und der Wiederkehr von Gewalt und des Scheiterns im Miteinander.
Der Ausgangspunkt dieser Fragestellung, die schonungslose Darstellung der Realität der Existenz in Sehnsucht, Lüge und Gewalt, wird dabei in einzigartiger Darstellungskunst gleichsam auf die Bühne geschmettert – so ist der Mensch – „der Wille zur Macht“, der Fuchs, der alle tötet, aus Lust. Eine Lust, die einen Anfang hat. In der Kindheit, im Trauma. Im scheinbar „Kleinen“. Und im Großen. Der Verdrängung von Geschichte und deren Wiederkehr.
Und wie kommt es nun zur Formulierung der Frage nach dem Ursprung von Gewalt?
Der geniale Kunstgriff der Inszenierung wie Darstellung ist, dass es um Aufmerksamkeit für das Leben, das alltägliche Leben, geht und das eben in dieser Aufmerksamkeit für den Menschen in Wort, Bewegung, Moment, die in tiefster Sehnsucht eine Suche nach dem Platz in der Welt sind, diese Frage täglich gestellt wird. Gleichsam „in der Hölle des Anderen mit mir“. Die Frage nach dem Grund von Gewalt und Krieg ist immer eine nach dem alltäglichen mitmenschlichen Krieg, der dann im bewaffneten „Gemetzel“ an die Oberfläche der Gesellschaft tritt. Wie es auch Ingeborg Bachmann formulierte – „Es herrscht Krieg, alltäglicher Krieg.“ Die Inszenierung öffnet hierfür eine schonungslose Aufmerksamkeit und Analyse in unglaublich intensiven Theatermomenten und es ist einzigartig wie der ausverkaufte Saal ganz still wird und man sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören könnte.
Das Aktionstheater Ensemble begeistert einmal mehr mit einem Stück, das in einzigartiger existentieller Wucht packt und in seiner Dynamik, im rasanten Wechsel von Ansprache, Bewegung und Stille, wie großartiger Musik in variantenreicher Akzentuierung, begeistert.
Genial ist auch die Sichtbarmachung der Zerbrechlichkeit wie Zartheit des Menschen in seinem inneren Anspruch von Selbstbewusstsein und der Unsicherheit dieses Versuches. Wie dies auf der Bühne in Sprache, Gestik, Mimik, Bewegung von Händen und Körpern im dialogischen Spiel ausgedrückt wird, ist höchste Inszenierungs- und Darstellungskunst. Diese existentielle Ambivalenz von Mitteilung, Öffnen wie Verbergen, Zurückzuziehen ist feinste Psychoanalyse von Körper und Geist – einmalig!
Es ist bestes Theater, das unbändig mitreißend spielt, zum Lachen und Weinen bringt und schonungslos Fragen nach Mensch und Gesellschaft, Krieg und Frieden mit dem Zeigefinger nach innen stellt.
Danke für diesen Theaterabend!
Lüg mich an und spiel mit mir
Pension Europa 02
Uraufführung von Martin Gruber und aktionstheater ensemble
Eine Produktion des aktionstheater ensemble in Koproduktion mit dem Bregenzer Frühling der Landeshauptstadt Bregenz und dem Vorarlberger Landestheater. In Kooperation mit Werk X
Do. 2. Juni 19:30 Uhr Premiere
Fr. 3., Sa. 4., So. 5., Di. 7., Mi. 8. Juni jeweils 19:30 Uhr
Unterschiedlich. Gerade bereite ich das Erscheinen und die Buchpräsentation meines ersten Gedichtbandes „Spielfeld“ vor. Abgesehen davon bin ich vielen verschiedenen Projekten verpflichtet und versuche gleichzeitig, davon und von den politischen Ereignissen und Umwälzungen nicht überwältigt zu werden. „Do nothing, feel everything“ hieß eine tolle Ausstellung die im Frühling in der Wiener Kunsthalle war. Ich versuche dieses Prinzip so gut wie möglich zu leben. Und die großartige multi-mediale Künstlerin Anna Kohlweis sagte einmal „meine Kunst ist ein asymmetrisch aufgespannter Schirm“. Ich schirme mich mit meinen unregelmäßig und eifrig sich streckenden künstlerischen und wissenschaftlichen Projekten gegen das Nicht-Fühlen.
Olja Alvir, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die selben Dinge wie immer. Solidarität. Zu verstehen, dass alles was um uns und in uns geschieht, in einem historisch-politischen Kontext steht. Ein entschlossener Blick auf die Zukunft in einer politischen Sprache, die die Zukunft als Ort der unbändigen Möglichkeiten denken kann.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wir stehen immer vor einem Aufbruch oder Neubeginn. Das Gesellschaftliche ist das Persönliche und umgekehrt. Das Wesentlich dabei ist, welche Schlüsse wir aus diesen zwei Dingen ziehen. Die Rolle der Literatur und Kunst ist immer jene, die sie sich selbst zuschreiben will. Mir persönlich gefällt Kunst als ein Ort des Auslotens von Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem, als Ort der überraschend möglich gemachten Kommunikation über Grenzen und Erwartungen hinweg, als Ort der wahnwitzigen Vorschläge für eine lebenswerte Zukunft für alle. Ich mag es, wenn Kunst politisch und gleichzeitig verspielt ist. Deshalb habe ich meinen Gedichtband auch Spielfeld genannt; einerseits als Anspielung auf das Spielen, und andererseits als Hinweis auf die Gewalt, die in der Willkür der Grenze liegt.
Was liest Du derzeit?
Ich verwende ein Script, mit dem ich jeden Tag ein zufällig ausgewähltes Gedicht auf poetryfoundation aufrufe. Auf lyrikline gibt es einen eigenen Button, über den man zu einem zufälligen Gedicht geleitet wird. Ansonsten lese ich gerade „Second Place“ von Rachel Cusk, „Mars“ von Asja Bakić und „Die verschissene Zeit“ von Barbi Marković.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Etwas eigenes, frevelhafterweise:
wir werden es in diesem leben zu nichts bringen außer zu einander
Vielen Dank für das Interview liebe Olja, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Magdalena, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Die Pandemie hat meinen Alltag entschleunigt. Ich gehe entspannter einem Brotjob nach, setze mich mit meinem Dasein als Alleinerziehende eines mittlerweile 9-jährigen Sohnes auseinander, lese, gehe zwischendurch ins Fitnessstudio und schreibe, oft draußen, in Cafés und Parks. In geschlossenen Räumen halte ich es nicht lange aus. Irgendwie klaustrophobisch. Ich mache lange Spaziergänge und sinniere vor mich hin, sortiere die Wörter in meinem Kopf.
Magdalena Jagelke, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Check your privilege!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Trotz der Pandemie und des Krieges in der Ukraine geht es denjenigen, die in den privilegierten Regionen der Welt leben, immer noch gut. Das Reisen oder kostenlose Corona-Schnelltests sind einige der Privilegien. Es gibt viele andere. Texte, die außerhalb gängiger Strukturen entstehen und diese aufgreifen, interessieren mich. Autor*innen, die gegen Strukturen anschreiben.
Was liest Du derzeit?
Ich lese andauernd, auch, wenn ich schreibe. Zur Zeit Silvia Federici, „Die Welt wieder verzaubern“, Audre Lorde, „Sister Outsider“ und die Vogue. Ich liebe Ohrringe.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ein Zitat aus „Die Geschichte von Blue“ von Solomonica de Winter, einem meiner absoluten Lieblingsromane: „Mein Buch ermöglicht mir das Träumen. Das tut es noch immer. Ich habe mein wunderschönes, spannendes Buch, das mir hilft; ich habe meine eigene Welt, in die ich eintauchen kann, wann immer ich will.“
Magdalena Jagelke, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview liebe Magdalena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Magdalena Jagelke, Schriftstellerin
Fotos_privat.
9.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Lieber Luzian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aufstehen, frühstücken und dazu Radio hören, duschen, zum Theater radeln, proben, essen, proben, essen oder trinken oder beides, Nachrichten schauen, schlafen und dann alles wieder von vorne.
Luzian Hirzel, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Balance zu finden, uns die Hilflosigkeit und die Überforderung einzugestehen und miteinander, immer wieder aufs Neue, nach Auswegen und uns zu suchen.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Es wird wesentlich sein, dass wir, wie bereits gesagt, eine Balance finden und diese zu halten versuchen, wobei sich diese Balance immer wieder erneuern und verändern wird. Dabei sollten wir uns nicht versteifen und verkrampfen und einengen, sondern offen und beweglich bleiben. Und bei all diesen Dingen können das Theater und die Kunst als Katalysator, als Lupe, als Verstärker oder als Beschleuniger dienen.
Was liest Du derzeit?
Monika Helfer „Löwenherz“ und davor Ronja von Rönne „Ende in Sicht“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Im Sinne des Stücks „Lüg mich an und spiel mit mir – Pension Europa 02“, welches ich gerade probe ein Zitat von Tom Waits: „I tell you all my secrets but I lie about my past.“ (Tango Till They Sore / Rain Dogs)
Vielen Dank für das Interview lieber Luzian, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Luzian Hirzel, Schauspieler _Bregenz
Alle Fotos_Anja Köhler
Aktuelle Produktion mit Luzian Hirzel:
Lüg mich an und spiel mit mir _Pension Europa 02
Uraufführung von Martin Gruber und aktionstheater ensemble