Liebe Evelyne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aktuell arbeite ich an einer neuen Ausstellung, die am 11.9. 2022 in den NV Galerien in St. Pölten startet. Und zusätzlich noch an 36 Kleinformaten, die ein großes zusammenpassendes Bild ergeben werden.
Evelyne Frostl, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Auf das Wesentliche im Leben besinnen. Familie, Freunde, Gesundheit, Liebe und Glück. All das kann man nicht kaufen oder bezahlen, dabei ist es die Essenz, die uns ausmacht.
Evelyne Frostl„Ways of Life“ _ Mixed media auf Leinwand 40 x 120 2009
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Seit März 2020 erlitt die Kunst eine Zäsur. Menschen waren und sind teilweise noch in einem Ausnahmezustand, der sich nicht gebessert hat, da wir nun vor einer Weltwirtschaftskrise stehen, die hausgemacht ist. Menschen leiden.
Evelyne Frostl„Blues of Crete“Pastellkreiden auf Leinwand Je 40 x 40cm 2022
Die Wahrnehmung ist fokussierter.
Evelyne Frostl„4 Dragons„ Mixed media auf Leinwand 80×60 cm 2016
Auch die Kunst wird sich verändern. Einerseits die Aufarbeitung der Misere im Ausdruck des Leidens, möglicherweise auch des Zorns, um den Gefühlen und der Seele etwas Freiheit zu geben. Andererseits Menschen etwas Positives und Liebevolles vermitteln, sollte ebenfalls eine Seite der Kunst sein, denn die Einsamkeit hat viele verzagen lassen.
Evelyne Frostl„Garden Twister“ Mixed media auf Leinwand 70 x 100 cm 2016
Was liest Du derzeit?
Einen wunderschönen Bildband über Griechenland
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. (Aristoteles)
Evelyne Frostl„Mermaid and Friends“ Mixed Media auf Leinwand 2016
Vielen Dank für das Interview liebe Evelyne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Vielen lieben Dank auch von mir!
5 Fragen an Künstler*innen:
Evelyne Frostl, Künstlerin
Alle Fotos_Evelyne Frostl
24.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
„Gemeinsam geht alles leichter“, sagt ein Sprichwort und in den herausfordernden Zeiten der Gegenwart können wir „auch das Schwere“ hinzufügen. Nicht Alleinsein, einander begegnen, sprechen, zuhören, klagen, lachen und auch feiern ist ganz wesentlich, um Kraft und Perspektive zu gewinnen und dies weiterzugeben.
Und was wäre dazu besser geeignet als Essen und Literatur. Leib und Seele zu stärken im gemeinsamen Genießen von Wort und Küche in allen Unsicherheiten des Morgens…
Wie wäre es etwa mit „Mohnkuchen mit Honig“ wie es Nikolaj Gogol in der Erzählung „Die Johannisnacht“ preist? Oder „Makrönchen“, die Henrik Ibsen in „Nora“ empfiehlt? Oder Theodor Fontanes „Götterspeise“?
Es regt Geist und Appetit an, wenn wir in der weiten Welt der Literatur auch jene der Küche zwischen den Buchstaben sehen und mancherlei entdecken, was den Lese-, Lebens- und Gemeinschaftsgenuss noch reicher macht!
Sybil Gräfin Schönfeldt schafft es mit Ihrer jährlichen Gestaltung des „Literarischen Küchenkalenders“, der literarisch-kulinarisch wie graphisch ein Genuss ist, immer wieder zu begeistern und in die wunderbare Welt der Literatur wie der Küche hineinschweben zu lassen und schwerelos gleich in Wort und Gaumen für Momente durch ein Jahr zu wandeln…
„Ein alljährlich ganz besonderes literarisch-kulinarisches Schmankerl, das Leib und Seele verwöhnt, begeistert und stärkt!“
Liebe Jutta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wenn ich daheim bin, habe ich gern feste Strukturen: Aufstehen gegen 8 Uhr, danach die alltäglichen Notwendigkeiten, eine kurze Gymnastik gegen die Kreuzschmerzen, Folge der Schreibtischarbeit. Zum Frühstück ein belegtes Brötchen und zwei Tassen Kaffee. Es folgt die Zeitungslektüre mit den gleichen Nachrichten, die ich schon vor dem Aufstehen im Radio gehört hatte: der Krieg in der Ukraine hat die Corona-Meldungen längst überholt. Es wird Zeit, eingegangene Post und Mails zu lesen, zu beantworten, vor allem aber die Notizen vom Vortag für ein neues Buchprojekt zu überprüfen und zu ergänzen. Dabei wächst immer mehr die Lust, wieder Gedichte zu schreiben. Fragmente entstehen meist unterwegs, beim Autofahren, Spazierengehen, Einkaufen oder sonst wo. Irgendwann wird daraus dann am Schreibtisch etwas Ganzes.
Am Abend schließlich Gespräche mit Menschen, die mir wichtig sind. Lesen im Bett, bis mir die Augen zufallen und jede Nacht ein neuer Traum, oft Albtraum, der mich bis ins Morgengrauen verfolgt.
Jutta Sauer, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für alle zu sprechen, steht mir nicht zu. Vielleicht brauchen jetzt alle aber mehr Demut angesichts des Wandels in unserer Gesellschaft. Die Pandemie und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben das Leben international total verändert. Über allem liegt Melancholie und Unsicherheit, aber auch Ungeduld. Wichtig ist, sich trotzdem nicht selbst zu verlieren, sich nicht vom Chaos besiegen zu lassen. Es ist jetzt Mitgefühl statt Sentimentalität notwendig, daneben auch der starke Wille, sich nicht länger in Schockstarre auszuruhen, sondern jeden neue Tag zu begreifen und zu verstehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die letzten zwei Jahre mit Restriktionen und Eingriffen in das persönliche Leben haben uns alle verändert. Quarantäne und Homeoffice haben zu gesellschaftlichen, aber auch psychischen Veränderungen geführt, bei manchen sogar eine Sozialphobie ausgelöst. Jeder Tag muss wieder ein Neubeginn sein. Ein Aufbruch kann nur geschehen, wenn man dazu bereit ist, jeden Tag als Herausforderung eines langen Lernprozesses zu leben.
Negative Veränderungen haben manchmal auch etwas Positives: mehr Menschen greifen wieder zum Buch und lesen. In der Literatur können sie zumindest eine Gegenwelt finden, sie kann aber auch ein Korrektiv der bestehenden Verhältnisse sein, in denen wir gerade leben müssen.
Was liest Du derzeit?
Wenn ich mich in Klausur, also im Schreibprozess befinde, lese ich am liebsten Sachbücher, um mein Wissen zu erweitern und wie beim Muskeltraining meine geistigen Zellen zu reaktivieren. Dazu gehören aktuell die ukrainischen Lektionen „Entscheidung in Kiew“ von Karl Schlögel, um zu begreifen, was in Europa gerade passiert.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Im Kapitel „Schreiben im Situation Room“ schreibt Schlögel:
„In gewöhnlichen Zeiten kann man sich die Bedingungen seines Schreibens aussuchen…Alles hat seine Zeit, ist überschaubar, machbar. Aber es gibt Augenblicke, Situationen, in denen alles über den Haufen geworfen wird und man sich neu einrichten, sich neu aufstellen muss, will man irgendwie Schritt halten mit der Zeit und sein Gleichgewicht zurückgewinnen.“
Mein um 1995 entstandenes Gedicht „Schwarzes Meer“ erfährt gegenwärtig eine völlig neue Bedeutung:
Mein Körper/eine Insel/im Meer
Von Sonne/verbrannt/und Salz/zerfressen
Kein Ort/für flugmüde/Eismöwen
Nachtschwarz/der Himmel/besetzt schon/von Raben
Vielen Dank für das Interview liebe Jutta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Irina Imb, Schauspielerin_Wien_ reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022
Liebe Irina, welche Bezüge, Zugänge gibt es Dir zu Marylin Monroe?
Ich bin durch meine Schwester relativ früh auf alte Filme aufmerksam geworden. Marylin Monroe war dabei eine von den Schauspielerinnen, die mir besonders ins Auge gestochen ist. Ich glaube, Sie hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung.
Gibt es einen Film von Marylin Monroe, den Du hervorheben möchtest und warum?
Klassisch, aber mein Favorit ist einfach Some like it hot.
Die ganze Besetzung an sich funktioniert extrem gut, aber sie spielt die Rolle als Sugar extrem charmant und überzeugend.
Und ja das Ende ist einfach spitze.
Gab es Berührungspunkte in Deinen bisherigen Schauspielprojekten?
Nein.
Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Marylin Monroe wie an sich?
Es ist sehr schwierig das als außenstehende Person zu beurteilen. Ich denke Marylin hat sich sehr gelungen ein Image und eine Persona aufgebaut, leider machte genau das es ihr in weiterer Folge schwer als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Wahrscheinlich grundsätzlich ernst genommen zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie dieses Problem auch dann privat hatte – Männer, die ein sehr eindimensionales Bild von ihr hatten. Aber sie war ein Mensch mit vielen Facetten und nicht immer nur das lustig leichte Postergirl.
Ich denke, dass wir nach wie vor oder immer noch in einer Gesellschaft leben, in der du nicht schön und talentiert oder schön und intelligent sein darfst. Geschweige alle drei Dinge zusammen. Du bist schön, das ist dein Talent. Traurig aber leider zu oft wahr.
Was kann eine Schauspielerin von Marylin Monroes Werk und Leben mitnehmen?
Wenn man sich eine Figur für die Öffentlichkeit schafft, sollte man wohl nie aus den Augen verlieren, dass es auch nur das ist – eine Figur und nur ein Bruchteil dessen was du bist und was dich ausmacht.
Was würdest Du Marylin Monroe sagen, fragen wollen?
Ich würde gerne mit Ihr über Ihre Wünsche und Hoffnungen sprechen. Vielleicht was Sie anders machen würde und was Sie genau so nochmal machen würde.
Darf ich Dich abschließend zu einem Marylin Monroe Achrostikon bitten?
Misunderstood
Ausstrahlung
Recognizable
Youth
Lonley
Insecurity
Naive
Irina Imb, Schauspielerin_Wien_ reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022
Vielen Dank, liebe Irina, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!
60.Todesjahr Marilyn Monroe (*1.6.1926 Los Angeles/USA +4.8.1962 ebenda) _ Schauspielerin, Sängerin, Filmproduzentin, Model_
_ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:
Irina Imb, Schauspielerin _ Wien
Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien 7_22
Das Wort im Hören, Dialog, Fragen und auch Schweigen war ein ganz wesentlicher Paramenter im so umfangreichen wie vielschichtigen Werk des italienischen Filmregisseurs, Dichters und Autors Pier Paolo Pasolini (*1922 Bologna +1975 ermordet in Rom). Dem Interview kommt dabei in verschiedensten Formen eine bedeutende Rolle zu. Für den gefeierten wie angefeindeten Künstler war das klar zur Sprache bringen, was Leben, Gesellschaft, Kunst betrifft und bewegt ganz wesentlich. Die vielen Interviews für Zeitungen, Fernsehen, Radio geben ein beeindruckendes Zeugnis davon. Ebenso auch der Zugang Pasolinis zum Interview als Kunstform in der Selbstbefragung. Pasolini liebte das Wort im Gesagten wie Ungesagten.
Der vorliegende Interviewband gibt nun einen wunderbaren Über- und Einblick in den Künstler Pasolini als Befragten in einem Zeitrahmen von Ende der 1950er Jahre bis zu seinem Tod 1975. Persönliche Zugänge zur Kunst, biographische Stationen, Schwerpunkte künstlerischer Tätigkeit wie gesellschaftliche Stellungnahmen zu Entwicklungen der Zeit bilden dabei den Mittelpunkt und lassen Positionen Pasolinis klar sichtbar werden.
Beeindruckend ist wie offen Pasolini über sein Leben, Familie, Erfahrungen, Wege der Kunst spricht und dabei deutlich macht, wie wichtig Authentizität als Suche nach Wahrheit in Leben und Kunst für ihn war. Es ist ein universeller Wert, dem er sich in Anstrengung und Konsequenz verpflichtet weiß. Der Dialog, ob mit dem Publikum im Kino, den Leser:innen seiner Gedichte, Schriften oder im Interview, ist dabei der entscheidende Angelpunkt von Erkenntnis und Verstehen als Brücke von Kunst und Leben. Pasolini ist auch in der Interviewform sehr direkt und scheut nicht klare Aussagen und Positionen.
„Pasolini im Gespräch, das bedeutet intellektuellen Mut und unendliche Zärtlichkeit für Mensch und Leben.“
Pier Paolo Pasolini in persona“ Gespräche und Selbstzeugnisse. Wagenbach Verlag 2022
Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich wache auf und denke über die Interviewfrage nach, wie mein Tagesablauf aussieht. Und um sie gut zu beantworten, versuche ich, mich auf ebendiesen Tagesablauf zu konzentrieren: zum Beispiel auf das Kochen von Kaffee, auf die Gespräche mit meiner Freundin, die mich erfüllen – ach ja: und mein Geld verdiene ich als Erzieher, ich arbeite mit Grundschulkindern. In den Sommerferien bin ich mit meinen eigenen Kindern zum Haus meiner Kindheit gereist. Sie haben dort aufschlussreiche Entdeckungen gemacht!
Andreas Praller, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für uns alle als Lebewesen ist es natürlich besonders wichtig, die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten zu erhalten – da sind wir uns doch alle einig, oder? Als Individuen ist uns nicht allen dasselbe (gleich-)wichtig – genau deshalb, weil wir Individuen sind.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Was ist denn ein Aufbruch? Etwas bricht auf, was vorher verschlossen war, nicht sichtbar. Das ist ein Geschehnis. Und es ist ein Entschluss und eine Entschließung und eine Öffnung. Und es ist immer wieder etwas Neues.
Und „was wird dabei wesentlich sein“? Wesentlich wird dabei ein Wesen sein (an dem sichtbar wird, was Menschen sein können).
Und die „Rolle der Literatur, der Kunst“? Der Literatur (als Kunst) kommt dabei keine Rolle zu, denn dies ist kein Theater, in dem Rollen verteilt und gespielt werden, sondern das echte Leben. Und darin muss auch die Literatur (als Kunst) nur sie selbst sein, also das Wesentliche ausdrücken: Das Wesen. Ich denke dabei an ein bestimmtes Wesen, und Andere denken an andere Wesen. Individuen ticken nicht synchron – und deshalb gibt es auch keinen kollektiven gesellschaftlichen „Aufbruch und Neubeginn“, wie die Frage suggeriert. Es ist ein punktuelles Phänomen – aber deshalb nicht weniger bedeutsam.
Was liest Du derzeit?
Die Mitteilungen meiner Freundin! Und: Zeitungen, gute Zeitungen. Und: Niklas Luhmann – kommt bei mir immer wieder hervor, seit den Neunziger Jahren schon.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„…Und offenbar gab „es“ eine Zeit, in der Zeit und Raum noch auf eine geradezu minimalistische Weise eins waren. Und davor gab es noch nicht mal nichts, weil es kein Davor gab – genauso wie es nichts gibt, was nördlich vom Nordpol ist. Es gibt offenbar etwas, was sich uns nicht offenbart, was wir nicht ergründen können, weil es keinen Grund hat. Sicher ist jedenfalls, dass Menschen inzwischen ein Gerät konstruiert haben, mit dem sie (also wir) so weit in den Weltraum hinein schauen können, dass dies (aufgrund der Zeit, die das Licht braucht, um uns zu erreichen) zugleich bedeutet, in eine andere Zeit zurück zu schauen, in eine frühe Phase des Universums, als die Elemente entstanden, aus denen alles entstehen würde, also auch wir selbst – eine irritierende Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Was bedeutet das jetzt für unser Leben? Zunächst einmal, dass es einfach erstaunlich ist: Diese Entstehung von letztlich aus Sternenstaub entstandenen Stern-Entstehungs-Beobachtern…“
Vielen Dank für das Interview lieber Andreas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Andreas Praller, Schriftsteller
Foto_privat.
4.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Es ist ein umfassendes, vielschichtiges Werk, welches die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann verfasste und das bis heute vielseitig inspiriert. Die neu erscheinende Werkausgabe Ingeborg Bachmanns bietet dabei stetig neue Einblicke in Textvarianten wie persönlichem Austausch in Briefwechsel wie Dokumenten.
Neue Einblicke bietet auch die vorliegende Studie der litauischen, in Salzburg lehrenden, Literaturwissenschafterin Lina Uzukuauskaite, die mit einer genialen Herausarbeitung ästhetischer Kategorie ein neues innovatives Licht auf die Bachmannforschung wirft, welches begeistert staunen lässt.
Die Autorin, langjährige ausgezeichnete Kennerin des Bachmann Gesamtwerkes, geht in Lyrik, Prosa, Hörspiel und dem Roman „Malina“ den literarischen Spezifika des Schönen in ästhetischer Konzeption und literarischer Komposition ein und eröffnet damit ganz neue Einblicke auf ein Werk, das bisher in den Deutungskategorien zwar vielfältig aber dies bisher noch nicht umfassend in den wissenschaftlichen Blick nahm.
Die kommenden Gedenkjahre an Ingeborg Bachmann bekommen damit einen wichtigen Impuls und es wird mit Aufmerksamkeit und Spannung zu sehen sein, wie dies in der Forschung aufgenommen und fortgeführt werden wird.
Neben FachwissenschafterInnen werden aber auch Lesebegeisterte einen vielseitig besonderen Gewinn aus dieser hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit ziehen können.
„Ein Geschenk für begeisterte Bachmann LeserInnen wie die Literaturwissenschaft“
„Das Schöne im Werk Ingeborg Bachmanns“ Zur Aktualität einer zentralen ästhetischen Kategorie nach 1945. Lina Uzukauskaite. Universitätsverlag Winter.
Liebe Alyssandra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Leben spielt im Rampenlicht, die Bühne bietet mir die Plattform meine Zuseher zu begeistern.
Jeder Tag sieht bei mir derzeit anders aus, u.a. ob bei dem Dreh das Licht des Sonnenaufgangs, normales Tageslicht oder ein Nachtsetting gewünscht ist. Es gibt Tage, da stehe ich bereits um 7:00 morgens im Festsaal, um noch eine letzte technische Probe durchzuführen, bevor die Veranstaltung, bei der ich moderiere, präsentiere oder auf den Aerial Silks performe, um 9:00 startet. Eines der Theaterstücke, bei dem ich demnächst spiele, geht bis kurz vor Mitternacht. Bis ich dann anschließend das Bodypainting, das aufwendige Make-Up und Haarstyling entfernt habe, vergehen meist weiter 1-2 Stunden. Das heißt, es wird 2 Uhr nachts, bis ich endlich ins Bett komme.
Was bei mir an keinem Tag fehlen darf, ist der morgendliche Kaffee, das Beantworten von E-Mails und Nachrichten, das Einlesen in aktuelle wirtschaftliche und Finanz-relevante Geschehnisse, Stimm- und Aerial Silks Training, als auch die Telefonate mit meinen Liebsten. Die Highlights meines Lebens teile ich auch gerne auf meinen Social Media Kanälen und meiner Webseite alyssandra-singh.com .
Wir sind in einer Zeit mit vielen Veränderungen und die Sehnsucht nach Stabilität und schönen Erlebnissen ist bei vielen sehr groß. Diese Stabilität und innere Ruhe finden wir bei uns selbst: Zum Beispiel beim bewussten Genießen der eigenen Lieblingsmusik und Meditationen.
Die schönen Erlebnisse können wir schaffen, indem wir zum Beispiel geliebte Menschen regelmäßig treffen oder wir uns bei einem Theaterstück in eine andere, wunderschöne (Fantasie-) Welt eintauchen.
Wichtig ist gerade in solche Zeiten zu verstehen: Was bereitet uns Freude? Wie kann ich das, was mir Freude bereitet, auch tun und umsetzen? Freude gibt uns die Kraft, um mit den Veränderungen und Situationen umzugehen, die uns fordern.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, all dem was kommt, mit einem Lächeln entgegenzutreten. Es wird Situationen geben, die wird man kaum verändern können. Wir können uns jedoch entscheiden, ob wir diese Situationen mit einem Lächeln annehmen oder mit Hass daran innerlich zerbrechen.
Die Kunst hat die Möglichkeit, die Zuseher zum Lachen zur bringen, ihnen Freude zu bereiten und in wunderschöne Fantasiewelten einzutauchen. Weiters kann die Kunst dabei helfen, die Geschehnisse aus anderen Perspektiven zu betrachten und somit dem oder anderen zu helfen, zum Beispiel, Veränderungen als neue Chancen wahrzunehmen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese derzeit sehr viel tiefgründige Informationen zum Thema Finanzsysteme, Volksökonomie und Rechtssysteme. Mir persönlich ist es wichtig zu verstehen, welche Möglichkeiten und Gefahren es für uns als Gesellschaft gibt und in welche Richtung sich die Politik, Finanz- und Wirtschaftssysteme weltweit entwickeln.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Selbstverantwortung, Empathie und Wertschätzung sind meine persönlichen ,,Schlüssel“ zur Glückseligkeit.
Vielen Dank für das Interview liebe Alyssandra, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!