Da sind das Leben und die Musik. Kompromisslos. Weiter und weiter. Die Bühne ein Raumschiff. Applaus und Einsamkeit. Hotelzimmer. Fragen, Erinnerungen. Und wiederum Scheinwerferlicht. Bis die Nacht alles umschließt. Da wo alles begann. Der Traum. Das Leben. Die Musik….
Hank Williams, Brian Jones, Janis Joplin, Jim Morrison, Amy Winehouse…
Ernst Hofacker, profilierter Musikjournalist legt mit „Live fast, love hard, die young“ ein beindruckendes wie tragisches Mosaik der Rock`n`Roll Epoche vor, das auch mit spannenden Details zu überraschen weiß.
Hofacker versteht es ausgezeichnet musikalische Legenden in Wort und Bild kompakt vorzustellen und so in Leben und Werk einzutauchen wie auch den Todesumständen nahezukommen und so manches Geheimnis zu lüften.
„Eine dramatische wie beeindruckende Zeitreise zu Musiklegenden des Rock`n`Roll“
„Live fast, love hard, die young“ Tragische Geschichten aus Rock und Pop. Ernst Hofacker. Reclam Verlag.
An einem durchschnittlichen Tag helfe ich morgens den Kindern (13 und 8), sich für die Schule fertig zu machen und arbeite die meiste Zeit von Zuhause für die Agentur, in der ich angestellt bin (35 h/Woche). Dabei wechsel ich manchmal zwei bis drei Mal am Tag den Scheibtisch bzw. Platz, je nachdem, wo mein Mann arbeitet und ob die Kinder auch zuhause sind.
Zu Schreiben versuche ich morgens zwischen 8:30 und 9 Uhr und manchmal abends und/oder am Wochenende. Manchmal habe ich Textbeprechungsgruppen abends oder schreibe noch Mails, die im weiteren Sinne mit dem Schreiben zu tun haben.
Ich muss zugeben, dass es mir gerade schwerfällt, die Frage zu beantworten, weil sich jeder Tag unterschiedlich anfühlt und ich jeden Tag kleine Sachen anders mache, ich esse selten zur genau gleichen Zeit, mal gehe ich mehr spazieren, mal weniger, mal verabrede ich mich in der Stadt oder zu Telefonaten, mal mache ich mehr Haushalts- und Gartenarbeit und Dinge mit den Kindern mal weniger. Manchmal schaue ich tagelang abends Serien, dann wieder gar nicht. Alle zwei Monate etwa bin ich eine Woche in Berlin und ich versuche, einmal die Woche in einen Coworkingspace in der Innenstadt von Uppsala zu gehen, weil mir auf Dauer doch die Decke auf den Kopf fällt und ich mich nachmittags, wenn die Kinder auch zuhause sind, schlecht konzentrieren kann.
Eva Brunner, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube, Hoffnung und Freude nicht ganz zu verlieren und das auch an Kinder und Jugendliche zu vermitteln.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass der eigentlich nötige Neubeginn gar nicht kommt. Dass wir alle unter den täglichen Belastungen und der Fülle an schlechten Nachrichten leiden, von den Pandemiejahren geschwächt und nun deprimiert und verunsichert sind. Wir wissen, dass wir so nicht weiterleben können, aber nicht wie wir es als Einzelne oder in kleinen Gruppen verändern können.
Die Literatur und Kunst kann alles Mögliche, ablenken, trösten, inspirieren, verstehen helfen, irritieren, fordern.
Was liest Du derzeit?
Als letze Romane habe ich »Dschinns« von Fatma Aydemir und »Eufori« und »Snö och Potatis«, zwei schwedische Romane, gelesen. Gerade springe ich ein bisschen zwischen der Biografie »Sontag. Her Life and Work« von Benjamin Moser, dem Hörbuch »Against White Feminsm« von Rafia Zakaria und dem Lyrikband »Rückruf« von Marie T. Martin.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
»wie du Halme knickst, wenn du weitergehst / zurück zu den Häusern den Strommasten« (Marie T. Martin)
Vielen Dank für das Interview liebe Eva, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Eva Brunner, Schriftstellerin
Kurzbio
Eva Brunner, *1980 in Siegen, lebt als freie Autorin und Angestellte der Berliner Kreativagentur Henkelhiedl in Uppsala/Schweden. Sie promovierte über „confessional poetry“ und veröffentlichte literarische Texte online, in Anthologien und Zeitschriften. Zuletzt erschienen ihr Lyrik-Debüt „Achtung, die Naht“ (parasitenpresse) und der kollaborative Gedichtzyklus „Die Mandarinenorakel“ zusammen mit Elke Cremer, herausgegeben von GE59. Sie schreibt regelmäßig für „Other Writers Need to Concentrate”, einer Initiative zur Vereinbarung von Autor*innenschaft und Elternschaft.
Foto_Leif Santoso Knobbe
21.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Liebe Christl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Derzeit beschäftige ich mich mit der Bekanntmachung von meinem neuen Lyrikband „berichte von der innenfront“ (Edition Lex Liszt 12, Oberwart). Nach dem Sommerloch geht es jetzt Anfang September heftig los mit Lesungen, die ja auch vorbereitet und beworben werden wollen. Ich arbeite meist abends und nachts, leider, weil tagsüber ständig Dinge dazwischenkommen. Wenn immer möglich, schiebe ich in diese sachlichen Arbeiten kleine Poesie-Phasen ein.
Christl Greller, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Da viele Menschen unter den Pandemie-Restriktionen gelitten haben, ist meiner Meinung nach das Aufarbeiten und Bewältigen der Bedrückungen vorrangig. Nur auf einem gut geglätteten Boden kann man ein stabiles Haus aufbauen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Es gibt aus meiner Sicht zwei Gruppen von Kolleginnen und Kollegen: Die einen – wie ich schon erwähnte – haben eine Leidenszeit hinter sich. Die anderen fanden oft zu ihrer eigenen Überraschung speziell die Lockdown-Zeit als Geschenk für ihre Kreativität. Daraus ergibt sich der jeweilige Aufbruch und Neubeginn: Es gibt keine „freigeschaufelte“ Kreativzeit mehr, und man will ja auch präsentieren, was entstanden ist.
Die Bedrückten müssen sich aus ihrem Tief herausarbeiten und ebenfalls zu ihrem künstlerischen Alltag zurückfinden.
Wobei ALLTAG positiv gemeint ist. Die Kunst schenkt uns ja die Möglichkeit, aus ALLen TAGen etwas Besonderes zu machen. Darin sehe ich auch einen Teil der Rolle der Kunst. Wir sind umzingelt von prosaischen Aufgaben, Banalitäten, Routine-Arbeiten. Gerade jetzt brauchen wir etwas, das uns aus diesem Strudel heraushebt. Literatur tut genau das auf vielfältige Weise, besonders die Poesie. Und die brauchen wir mehr denn je. Poesie ist ein Menschenrecht.
Was liest Du derzeit?
„Sagtest du Liebe?“ von C.H. Huber
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Einen Spruch von Lao Tse:
„Wenn du es nicht in deinem Inneren findest – – wo willst du danach suchen?“
Vielen Dank für das Interview liebe Christl, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Christl Greller, Schriftstellerin
Neuerscheinung:
Foto_Portrait_Renate Ritter
30.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
„Das reicht! So etwas lasse ich mir nicht gefallen!“ …Sie wandte sich kein einziges Mal mehr um…“ Rosa geht.
Und dann klopft es an der Wohnungstür von Jeremias, dem „Ex-Schriftsteller“. Immer wieder kommt ihm „Ex, Ex, Ex…“ nunin den Sinn „Ehemann, Vater, Dienstnehmer…“…sein Leben im Licht und Dunkel und jetzt sitzt er hier in der Küche mit den Vernehmungsbeamten. Und alles an „Ex“ zieht vorbei…
„Kennen Sie eine Person mit Namen Rosalinde Fuchs?“
Ex. Bilder im Kopf. Wege. Erinnerungen. Eine Reise beginnt in das Labyrinth eines Lebens in Rausch, Einsamkeit und Tragödie…
Und dann das Gewehr…
Heinz Kröpfl, mehrfach ausgezeichneter österreichischer Schriftsteller, legt mit „Jagdrausch“ einen Roman vor, der in formaler wie inhaltlicher Raffinesse von Textmontage und Erzählspannung beeindruckt. Der Autor versteht es meisterhaft in gleichsam spielerischer wie selbstbewusster Variation von Perspektivenwechsel Leserin und Leser von Beginn an in eine hintergründige Liebes-, Lebensgeschichte mitzunehmen und bis zur letzten Seite mit fulminantem Finale zu begeistern. Hier verbinden sich literarischer Mut mit einem ausgezeichneten Sinn für Erzählspannung.
„Ein Roman, in dem sich literarischer Mut mit Erzählspannung beeindruckend verbinden.“
Buch: „Jagdrausch“ Heinz Kröpfl. (K)ein Kriminalroman. Anton Pustet Verlag
Liebe Zarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Im ersten Jahr der Pandemie hat sich in London ein Writers‘ Salon gebildet – eine große Gruppe von Schreibenden und Kunstschaffenden trifft sich online, bis zu viermal am Tag, für je eine Stunde, meist über hundert Menschen aus aller Welt. Ich hätte nicht gedacht, dass es etwas für mich ist, aber dieses gemeinsame leise Arbeiten, mit einem inspirierenden Zitat am Anfang und einem Austausch über die Projekte in den Chats hilft mir sehr, dem Schreiben so viel Raum zu geben wie möglich – ich kann es nur empfehlen!
Zarah Weiss, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zuhören und immer weiter lernen. Offen sein, die eigenen Grenzen kennenlernen, sich engagieren. Immer wieder Energie suchen, nach Geschichten Ausschau halten, staunen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Empathie zu schaffen. Literatur und Kunst vermögen vielleicht oft nur im kleinen Raum verändern, aber sie prägen uns doch in allem, was wir sind und sie halten vor allem fest, wer wir sind und in welcher Welt wir uns bewegen. Der Breaking-Bad-Hauptdarsteller Bryan Cranston schreibt in seiner Autobiografie: „Storytelling is the essential human art. It’s how we understand who we are.“ Und das führt zu Empathie: Durch Geschichten sehen wir unsere Komplexität, unsere Schatten, unsere Wünsche und Gefühle, unsere Vielfältigkeit und Diversität. Und verändern vielleicht doch etwas.
Was liest Du derzeit?
„Notes of a Native Son” von James Baldwin
Und immer wieder greife ich für einige kleine Ausschnitte nach Maggie Nelsons „Bluets“ und Rainer Maria Rilkes „Briefe an einen jungen Dichter“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“Do stuff. Be clenched, curious. Not waiting for inspiration’s shove or society’s kiss on your forehead. Pay attention. It’s all about paying attention. Attention is vitality. It connects you with others. It makes you eager.”
– Susan Sontag, Vassar College Commencement Speech (2003)
Vielen Dank für das Interview liebe Zarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Ich gehe morgens joggen oder mache Yoga, dann heißt es Lesen und Schreiben – immer mit Tee in der Tasse vor mir. Vieles läuft international und digital ab, Kanäle wie Zoom sind mittlerweile Standard in unserer Branche. Im Moment bin ich mit verschiedenen Projekten am Start und ab September wieder auf der Bühne. Darauf freue ich mich sehr und bin froh, wenn die Begegnungen dann wieder vermehrt persönlich stattfinden. Das kann das Digitale nicht ersetzen, trotzdem hat es auch seine Vorteile. Es ist nicht mehr so wichtig, wo man sich befindet, das hilft mir als globaler Mensch enorm.
Zoe Hutmacher, Schauspielerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Es ist so viel los in der Welt und aktuell auch grad sehr viel in Europa, positiv bleiben fällt zunehmend schwerer. Aber spontan würde ich sagen: Ruhe bewahren, Zusammenhalt, Akzeptanz!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Jemand hat mal gesagt: Die Schwierigkeit ist nicht, das Neue zu entfachen, sondern das Alte loszuwerden. Ich hoffe, dass viel Neues entsteht in der Post Covid-Ära, in der wir uns nun befinden. Eine Zeit, mit der auch ein neues Sehen und Verstehen verbunden ist, ein Umdenken. Dass z.B. Differenziertheit und Anderssein in Film und Theater nicht mehr groß diskutiert werden, sondern Vielschichtigkeit als selbstverständlich angesehen wird. Das ist das neue “Normal”.
Was liest Du derzeit?
Ich lese oft zwei bis drei Bücher auf einmal. Für meine Seele sind auf jeden Fall immer Comics dabei, im Moment ‘Promethea’, von Moore/Williams/Gray. Dann lese ich noch ‘The Power’ von Naomi Alderman und ‘Tribes Of Mentors’ von Timothy Ferriss.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„There’s a starman waiting in the sky
He’d like to come and meet us
But he thinks he’d blow our minds„
-The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars
Vielen Dank für das Interview liebe Zoe, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Zoe Hutmacher, Schauspielerin
Foto_privat
11.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.