„Mauern“, Paul Auer. Roman. Septime Verlag 2022

Paul Auer, legt mit seinem dritten Roman „Mauern“ ein Meisterwerk moderner Literatur vor, das selbstbewusst hintergründig wie spielerisch variantenreich mit Form und Inhalt geistesgeschichtlicher Tradition wie gegenwärtiger Lebenswelt balanciert und in Sinn und Abgründe der Welt unvergleichlich blicken lässt.

Joshua, über Jahre existentiell ringender Schriftsteller tritt ein Erbe an und veröffentlicht sein erstes Buch. Jetzt steht er auf der Terrasse seiner neuen Dachgeschoßwohnung in Wien, Cognac in der Hand und den Blick zur roten Olivetti Schreibmaschine wie über die Stadt gerichtet. Eine neue Zeit beginnt und diese wird zum Karussell der Liebe, Leidenschaft und der Arbeit an dem „Weltbuch“…

„Der Teufel ist gegangen und ich werde gottgleich sein.“

Der in Wien und Kärnten lebende Schriftsteller spannt in „Mauern“ einen eindrücklichen Bogen moderner Lebenssituationen, in denen Träume, Begegnungen, Herausforderungen und Perspektiven in Sonne, Regen, Nebel der Tage ein- und auftauchen und verschwinden…

Die sprachliche Raffinesse und Schönheit, in der hier Erzählebenen gesetzt werden ist einmalig. Diese Sprachvirtuosität trägt famos die unerträgliche Leichtigkeit einer Generation in ihrer Lebensgeschwindigkeit von Existenz-, Sinn- und Moralfragen, die hier ganz außergewöhnlich in tiefgründigen Sprachkompositionen mitreißend in allen Dur- Molltönen von Traum, Wirklichkeit und Überraschung klingen

„Paul Auer ist ein virtuoser Sprachkomponist, der Leben, Sinn und Geheimnis einmalig klingen lässt.“

„Mauern“, Paul Auer. Roman. Septime Verlag 2022

Walter Pobaschnig 9/22

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„Wir dürfen die Menschen um uns herum nicht vergessen“ Marlou Düster, Schauspielerin _ Hamburg 25.9.2022

Liebe Marlou, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe das große Glück, direkt nach den ersten Lockerungen wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Mein Tagesablauf sieht dann so aus, dass ich morgens nach dem Aufwachen erst einmal versuche bei mir und meinem Körper „einzuchecken“. Zu erfahren: Wie geht es mir heute? Wofür bin ich heute dankbar und was /wer möchte ich heute sein?

Meist folgt darauf ein kleines Sportprogramm. Gerne eine Runde an der frischen Luft laufen, eine Yogasession oder ein intensives Home Workout. Je nachdem wie viel Zeit ich habe.

Nach dem Morgensport gönne ich mir eine Tasse Kaffee und ein ausgewogenes Frühstück. Erst dann kann der Tag so richtig starten.

Bin ich gerade in einer Probenphase, geht es für mich direkt danach weiter ans Theater zum Proben. 10:00-14:00 Uhr finden die Morgenproben statt und 18:00-22:00 Uhr die Abendproben.

Dazwischen ist dann Zeit für etwas Büroarbeit. Emails wollen bearbeitet und beantwortet werden. Deadlines für neue Bewerbungen müssen eingehalten werden. Oder neue Auditions/Vorspechen vorbereitet werden. Auch neues Vorsprechmaterial will erlernt werden. Eigentlich ist hier immer etwas zu tun.

Nach den Abendproben, fahre ich nach Hause und versuche vor dem Schlafen gehen den Tag noch etwas Revue passieren zu lassen.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mich direkt nach der Pandemie wieder so in meiner Passion ausleben darf. Gleichzeitig habe ich manchmal das Gefühl, dass seit dieser Zeit alles auf einmal gekommen ist. Was ich vor der Pandemie mit einer Selbstverständlichkeit gemacht habe, herumreisen, drei Projekte gleichzeitig erarbeiten und noch für die nächsten Engagements vorarbeiten, scheint jetzt oft viel auf einmal. Es entsteht das Gefühl, dass ich die ganze Zeit hinterherrenne und kein Moment des Durchatmens entsteht.

Ich denke, es wird seine Zeit dauern, bis man wieder zu seinem alten Rhythmus findet. Oder einen neuen entwickelt hat.

Marlou Düster, Schauspielerin,
Musicaldarstellerin, Tänzerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir dürfen nicht die Menschen um uns herum vergessen. Wir sollten achtsam und wach bleiben, um auch die Gefühlszustände der Anderen mitzubekommen. Ich habe das Gefühl, viele sind seit den Lockdowns sehr auf ihren Alltag und ihr „Weitermachen“ fokussiert, zu lange wurden uns Dinge verboten. Wobei sie dann oft nicht merken, wie sie mit Mitmenschen umgehen oder sprechen. Gerade jetzt sollten wir doch ein Miteinander schaffen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Bühne war für mich immer ein Zufluchtsort, ein Ort an dem ich mich Zuhause gefühlt habe. Dieses Gefühl möchte ich an die Menschen weitergeben und mit ihnen für einen Moment auf eine Reise in eine andere Welt gehen. Das war auch schon mein Bedürfnis vor der Pandemie. Seit dieser ist dieses Gefühl jedoch noch mehr gewachsen. Kunst hat die Kraft, Menschen in deren dunkelsten Momenten zu verstehen, sie zu begleiten und sie wieder auf einen glücklicheren, helleren Weg zu führen. Ich habe das große Geschenk, dass ich ein Teil davon sein darf.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich zwei Bücher:

„Wiedersehen im Café am Ende der Welt“ von John Strelecky

 – zum Reflektieren

&

„Madame Bovary“ von Gustave Flaubert

– aus Neugierde

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wir verwenden einen Spiegel, um unser Gesicht zu sehen. Wir brauchen die Kunst, um unsere Seele zu sehen.“ – George Bernard Shaw

Vielen Dank für das Interview liebe Marlou, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke dir! 🙂

5 Fragen an Künstler*innen:

Marlou Düster, Schauspielerin, Musicaldarstellerin, Tänzerin, Sängerin

https://marlouduester.de/

Fotos_Tom Bünning

12.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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“Green, it’s green” Andrea Scrima, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 25.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

“Green, it’s green,” I shouted at the taxi driver when the downtown traffic began honking

In rage behind us. I remember the

Velvet layer of reflected light on the dark street shift from red to green; I remember his

Eyes in the rearview mirror.

“Please,” he said, and at first I thought he was asking me to get out of the cab. An

Eternity, or a moment later, I heard the announcement on the radio

And understood.

Chapman was the name we’d read in the papers the next day; he’d stalked them at the Dakota.

Eventually, of course, they

Arrived home.

Catastrophe was something we’d grown accustomed to, but this

Horrible night, this horrible news, seemed to portend some new thing. They’d made  

A direct appeal to common sense, a seemingly naïve request. A chance—

No one would dare say it today without irony, without scare quotes drawn in the air. A

“Chance”—does anyone still believe that we have a chance to give, to anything?

Each time I think of it, I marvel that we once found this plausible, and self-evident, and wise.



Andrea Scrima, 6.9.2022

Andrea Scrima_Schriftstellerin, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andrea Scrima_Schriftstellerin, Künstlerin

https://andreascrima.com/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.9.2022.

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„Kommen Sie wieder ins Theater! Seit Corona bleiben zu viele Plätze frei…“ Theresa Martini, Schauspielerin _ Wien 24.9.2022

Liebe Theresa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer anders! Letzten Mittwoch den 21.9. hatten wir mit der österreichischen Erstaufführung von Maya Arad Yasurs „Amsterdam“ Premiere. Es war ein schöner Erfolg und danach haben wir die harte Arbeit der letzten Wochen erstmal ergiebig gefeiert. „Amsterdam“ war meine sechste und auch letzte Premiere seit Beginn des Jahres, denn im November und Dezember möchte ich mich einem eigenen Projekt widmen.

Theresa Martini, Schauspielerin  

Während man bei einigen Produktionen nur sechs Stunden pro Tag im Block probt, verlangen andere Projekte eine Probenaufteilung von vier Stunden am Vormittag und, nach einer Pause, noch mal vier Stunden am Abend. Mitunter bis 22:30! In der Freizeit gilt während einer Theaterproduktion allgemein: Text lernen. Dass dabei neben Kochen, Essen, Schlafen und von A nach B fahren nicht mehr viel Zeit übrigbleibt, ist einer der Stressfaktoren dieses Berufes. Umso wichtiger ist es für mich, immer wieder Ruhepole in meinem Tag zu finden. Meine Instrumente als Schauspielerin sind mein Körper, meine Stimme und Konzentration – wenn ich diese zu großem Stress aussetze, spüre ich das sofort. Auch meinen Schauspielschüler*innen sage ich immer: Gesundheit geht vor!

Jetzt, wo die Premiere geschafft ist, beginnt die Spielserie bis Ende Oktober. Diese Zeit mag ich immer sehr gerne – die „richtige“ Arbeit beginnt: Das Spielen vor Publikum. Ab und zu werden Freunde und Bekannte zu einer Vorstellung kommen und danach auf ein Getränk bleiben. Außerdem werde ich wieder mehr Zeit für meine anderen Aufgaben haben: Bewerbungen schreiben, mich meinem nebenberuflichen Studium der Psychotherapie widmen, ins Theater gehen und schauen, was kulturmäßig sonst noch so los ist in Wien. Aber das Wichtigste natürlich: zu Hause mit meinem Verlobten und selbstgebackener Pizza auf dem Sofa knotzen und wieder richtig Energie tanken.

Theresa Martini, in „Amsterdam“, Theater Hamakom, Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde in dem Pluralismus von Meinungen, Werten und Weltanschauungen, mit dem wir uns als Gesellschaft seit Corona verstärkt konfrontiert sehen, besonders wichtig, dass wir uns auf bestimmte Grundwerte einigen. Dazu gehören für mich die Menschenrechte, aber auch das Vertrauen in die Wissenschaft. Außerdem müssen wir meines Erachtens ein Verständnis für andere Lebensrealitäten entwickeln – und zwar global. Das gilt sowohl für Interaktionen zwischen zwei Personen als auch zwei Nationen. Und das geht nur dadurch, einander zuzuhören und im Dialog zu bleiben. Statt dem Trennenden das Verbindende suchen. Den anderen nicht verurteilen, sondern seine Sicht verstehen wollen.

Die Rolle der sozialen Medien dabei sehe ich kritisch: durch sie bewegen wir uns vermehrt in Bubbles. Das ist schade, weil man dadurch immer nur mit dem konfrontiert ist, was einem eh schon bekannt ist. Besonders als Theaterschaffende versuche ich daher, immer wieder mit Leuten zu sprechen, die nicht in meiner Bubble sind. Einen Eindruck zu bekommen, was sie antreibt, wovor sie Angst haben, für was sie kämpfen. Theater sollte ein Spiegel der Welt sein, nicht ein Spiegel seines selbst.

Theresa Martini, in „Amsterdam“, Theater Hamakom, Wien

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe auf einen Neubeginn, ein Umdenken – könnte mir aber vorstellen, dass wir schnell in alte Muster zurückfallen. Dass die reduzierten Co2-Emmissionen 2020/21 beispielsweise einen positiven Effekt auf unseren Planeten hatten, wird hoffentlich Anstoß geben, gesamtgesellschaftlich noch viel vehementer in diese Richtung zu gehen. Dass wir gesehen haben, wie leicht unser Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt, sollte ebenfalls eine Neustrukturierung nach sich ziehen. An alle Menschen, die in der Pflege arbeiten: großer Respekt vor euch und eurer immens wichtigen Tätigkeit!

Schauspiel und Theater können etwas leisten, dass Netflix & Co nicht können: in den Dialog gehen. Ich sehe die Zukunft des Theaters in immersiven Formaten, in denen die Zuschauer*innen in das Geschehen eintauchen, daran aktiv teilnehmen oder mitdiskutieren können. Es gibt viele Möglichkeiten: Bürgerbühnen, Projekte mit Profis und Amateur*innen, Stationentheater, Projekte mit neuen Medien oder anschließenden Workshops.

Ein Appell an das Publikum: kommen Sie wieder ins Theater! Seit Corona bleiben zu viele der Plätze frei…

Was liest Du derzeit?

Ich lese im Moment das Buch meines Verlobten Roi Shternins. Es heißt „Revolution From My Bed: Regain Control of Your Life as a Patient“ und handelt von seiner persönlichen Geschichte als chronisch krankem Menschen. Es ist keine leichte Kost, denn ihm wurden vom Gesundheitssystem – so paradox es klingen mag – auf dem Weg zur Besserung viele Steine in den Weg gelegt. Er hat es schließlich aus eigener Kraft geschafft, sich aus vielen Jahren der Bettlägerigkeit wieder emporzukämpfen und möchte mit diesem Buch Patient*innen helfen, dasselbe zu tun.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist.– Paul Watzlawick

Im Theater ist das wunderbar, da es im Theater immer um ein Problem oder einen Konflikt geht, der zur Untersuchung auf den Tisch gebracht wird. Im echten Leben ist es das Fehlen davon, was unlösbare Konflikte wie Trennungen oder gar Kriege verursacht. Wenn wir unserem Gegenüber die eigene persönliche Wirklichkeit zugestehen, ist schon viel gewonnen!

Theresa Martini, Schauspielerin  

Vielen Dank für das Interview liebe Theresa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Theresa Martini, Schauspielerin 

Kurz-Bio: Die Wienerin Theresa Martini absolvierte ihr Schauspielstudium an der Theaterakademie August Everding München sowie an der LAMDA London. Erste Wegstationen danach waren das Maxim Gorki Theater Berlin, das Metropoltheater München und das UT Connewitz in Leipzig. Ihr Erstengagement führte sie ans Stadttheater Pforzheim, wo sie zwei Jahre lang in Schauspiel-, Musical-, Operetten- und performativen Produktionen zu sehen war. 2017 folgte der Start in die Freiberuflichkeit: Arbeiten mit Filmregisseurin Barbara Albert, dem ehem. Gorki-Leiter Volker Hesse, „Outstanding Artist“ Ingrid Lang, dem mit dem Nestroy ausgezeichneten Kollektiv toxic dreams und dem Komponisten Moritz Eggert. Ihr Spielfilmdebüt Fuge erhielt den Förderpreis Neues Deutsches Kino, ihre Projektidee „It´s been a while – now I´m here“, die Theresa Martini mit dem Israeli Roi Shternin realisieren wird, das Sonderstipendium der Akademie der Künste. Sie lebt in Wien und arbeitet im deutschsprachigen Raum. http://www.theresa-martini.com

Fotos_1, 3 Philine Hofmann; 2 Marcel Köhler.

22.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gehen“ Gerda Prantl, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 24.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE



G ehen

I mmer weiter und noch viel weiter

V ergeh(b)en, vergessen, erinnern

E infach die Augen schließen und einschlafen, hattest du mir einmal gesagt. Heute erinnere ich mich wieder daran.

P asse – port“, wiederholte der Pförtner nun schon merklich lauter als zuvor.

E inen Durchgang, eine Tür passieren“, denke ich und fahre also weiter so schnell ich nur kann. Direkt am Wächter vorbei und dabei nicke ich ihm noch freundlich zu, im Vorbeiziehen.

A lle Pforten habe ich ihm offen stehen gelassen, sperrangelweit, sodass er nicht stolpere oder gar aufgehalten würde, während seiner von Blitzen begleiteten Fahrt.

C ortex cerebri: Sprach- und andere mit unsichtbarer Tinte vermerkte Muster hinterlassen tiefere Spurrinnen in seinen Furchen, als jedes noch so verchromte Fahrrad. Stetig im Kreis, noch viel tiefer, bis in die limbischen Gewinde. Das Zeitalter der Gaslampen war definitiv und endgültig vorüber.

E ntschälen, „to shell“, von hier aus ist es auch zur Muschel nicht mehr weit, andererseits bezeichnet diese Begrifflichkeit auch ein „mit Granaten beschießen“. Einen „Bombardierschock“ also, der sich selbst erklärt und als eben jenen Schockzustand enttarnt. Eine korrektere deutsche Übersetzung wäre wohl das „Kriegszittern“.

A lternativlos.

C ortex cerebri: Kunst könnte werden zur Hand, ihre Tyrannei endet

H ier – steckengeblieben, stecknadelfein zwischen die Finger gepinnt, eingestochen, elfenbeindüster untermalt – font obscure, but still Victory Peace. Victory giving in for Peace.

A chance. Grabbing it.

N oone will, when the human face has disappeared.

C ortex cerebri: (Now.)

E nd

Gerda Prantl, 26.8.2022

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Gerda Prantl, Künstlerin 

https://gerdaprantl.tumblr.com/

Fotos_Gerda Prantl

Walter Pobaschnig _ 26.8.2022.

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„Ein mitreißender Theaterabend!“ Helden reloaded. Premiere _Theater Forum Schwechat _ 23.9.2022

Die vom irischen Dramatiker, Satiriker und Literaturnobelpreisträger (1925) George Bernhard Shaw, (*1856 Dublin +1950 Ayot Saint Lawrence/England), verfasste Komödie „Helden“ („Arms and the Man“ _Uraufführung 1894 im Londoner Avenue Theatre) spielt während des Serbisch-Bulgarischen Krieges im Jahre 1885 und stellt nationalistischen wie persönlichen Heldenpathos in aller Absurdität und höchster Theaterkunst auf die Bühne.

Den Stationen des Stückes in der österreichischen Theatergeschichte (1921, Schönbrunner Schlosstheater; 1972 Theater an der Wien, Musical von Udo Jürgens mit Michael Heltau und Gabriele Jacoby), folgt nun eine Neufassung des Theater Forum Schwechat „Helden reloaded“ in Text und Regie von Marius Schiener.

Krieg, Eitelkeit, Liebe werden anhand hervorragend tragisch-komischer Dialoge und Situationen zum komödiantischen Feuerwerk, welches das großartige Ensemble in Wort wie beeindruckendem Körperspiel in Treffsicherheit zu setzen weiß. Von Beginn an ist das Publikum in der Welt des Krieges und dessen allzumenschlichen Eitelkeiten, Wirrungen und persönlichen Enthüllungen mittendrin.

Regisseur Marius Schiener nimmt in seiner mitreißenden Inszenierung das begeisterte Publikum auf eine komödiantische Reise in Lachen wie Nachdenklichkeit einmalig mit und das großartige spielfreudige Ensemble zaubert Situations-, wie Dialogkomik in Wort wie Gestik/Mimik genial auf die Bühne. Auch ist das detailreiche, wunderbare Bühnenbild hervorzuheben wie Musik/Gesang.

Walter Pobaschnig, literaturoutdoors 9/22

Interview Regie/Ensemble:

Wie kam es zu dieser Stückauswahl und was sind Schwerpunkte der Neuinszenierung?

Die Programmierung beginnt üblicherweise ein Jahr vor der Premiere. Vor einigen Jahren ist aus dem Theaterherbst mit Standort Zwettl ein Programmpunkt im Herbst des Spielplanes des Theaters Forum Schwechat geworden. Das Ziel: jedes Jahr ein anderes EU-Partnerland anhand einer Komödie vorzustellen. Heuer wäre das Irland, daher Shaw und Helden. Eigentlich auch mit dem Hintergedanken, dass es leider immer Kriege gibt. Nun ist leider ein europäischer im allgemeinen Blickpunkt, viele andere gewalttätige Konflikte in aller Welt sind es nicht.

(Marius Schiener, Regisseur)

Was macht das Stück zeitlos?

Die Grundthemen: Eitelkeit, Gewinnsucht, Prahlerei. Die Relation Mann Frau ist es auch, wenn gleich sie in dem Stück etwas altbacken wirkt. Dennoch bricht Raina, die weibliche Hauptfigur, aus dem klassischen Rollenbild aus, entlobt sich und begehrt auf. Der Impetus Shaws als Katholik mit dem Dogma: du sollst nicht töten und somit als Moralist war es, ein Plädoyer gegen den Krieg zu verfassen, in einer vergnüglichen Form, die selbst Brecht als Vertreter des Theaters als Medium, das unterhalten soll, goutiert hat. Denn der Schritt von Schokolade statt Patronen zu stell dir vor, es ist Krieg und Keiner geht mehr hin, ist ein kleiner, doch leider ein zu großer und unmöglicher für die Menschheit.

(Marius Schiener)

Was sind die Herausforderungen in der Stückerarbeitung für Regie und Ensemble?

Einerseits sich die etwas ältlich, aber feine Sprache des Übersetzers Trebitsch zu Eigen zu machen, um damit die Charaktere zu kreieren, sie gegen die reine Bedeutungsebene zu benutzen und mit ihr zu spielen, andererseits in der Stückbearbeitung zu kürzen, ohne wesentliche Handlungsteile zu streichen und Stereotype von damals auf heute umzulegen. Interessant am letzteren: die angegebenen Charakterzüge, die in diesem Werk verlacht werden sollen, sind zeitlos und noch immer vorhanden: angeben, um mehr zu scheinen als andere und sich von ihnen abzugrenzen ist allzu menschlich.

(Marius Schiener)

Theater ist ein Prozess und somit auch die Stückentwicklung – es erfordert Mut, Offenheit, Geduld und Lust! Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten treffen aufeinander und die Herausforderungen bestehen darin, Stärken herauszufiltern, Ideen und Vorstellungen auszuprobieren und umzusetzen und dem gemeinsamen ,,Wachsen“ Raum zu geben. MITEINANDER entsteht ein kreatives und authentisches Gesamtwerk! 

(Michelle Haydn, Schauspielerin)

Inwieweit fließen aktuelle Ereignisse in das Stück ein und wie formt dies den Probenprozess?

„Unsere Inszenierung zelebriert das Changieren zwischen Freuden- und Trauertränen, betont genau dieses Wechselspiel als Stärke des Stückes, das auch über das Thema Krieg und Frieden hinaus wohlgesetzte Hiebe zwischen den Zeilen oder durch szenische „Nebenhandlungen“ zu versetzen vermag. Das Thema ist zeitlos und somit aktuell zugleich, ohne Bedarf an konkreten Anspielungen. Beim Proben, bei der Auseinandersetzung mit dem Inhalt werden natürlich erschütternde Realitäten des Krieges bewusst und sofern möglich etwas nachempfunden, Shaws Humor bietet da aber immer auch „Rettungsanker“ an die man sich halten kann.“ 

(András Sosko, Schauspieler)

Was kann Theater/Kunst dem Krieg entgegensetzen?

Die Kunst dient unter anderem auch dazu, gesellschaftliche Konflikte in Form von einer eigenen künstlerischen Interpretation zu kritisieren beziehungsweise in Frage stellen. Im Endeffekt kann man Menschen indirekt dazu bewegen, gewisse Dinge sein zu lassen oder auch zu inspirieren, diese zu tun. In dem Sinne kann man Menschen dazu bewegen, keine Kriege mehr zu führen. Jedoch hat man leider direkt keinen Einfluss darauf. Aber man kann seinen Mitmenschen sehr wohl Hoffnung, Mut und Lebensfreude mit der Kunst schaffen.

(Aleksander Fahrner, Schauspieler)

Ein Feindbild bekommt Sprünge, sobald man sich selbst darin sehen kann. Die Bühne ist ein besonders geeigneter Ort, um solche Bilder auszuleuchten, weil auf ihr Dinge passieren- jetzt in diesem Moment mit Menschen, die man anfassen könnte (bitte nicht)- diese Direktheit hat eine unvergleichbare emotionale Schlagkraft. Hier kann Menschen ein Gesicht, eine Geschichte gegeben werden, die zwar beides schon haben, aber in der öffentlichen Wahrnehmung sonst nur Zahlen sind oder Fremde oder Karikaturen oder eben Feinde. Wie will man sich der Menschlichkeit der „Anderen“ entziehen, wenn man sich selbst in ihnen erkannt hat?

(Linda Pichler, Schauspielerin)

Welche persönliche Erfahrungen wurden/werden im Probenprozess gemacht?

Die persönlichen Erfahrungen im Probenprozess sind zumindest für mich immer zweierlei Natur: Zum Einen Erfahrungen, die ich mit mir und meiner zumindest temporär angenommenen Unfähigkeit als Schauspieler mache und zum Anderen Erfahrungen, die sich aus der Beschäftigung mit dem jeweiligen Stoff des Stückes ergeben.

Letzteres war in diesem Fall besonders interessant, weil in Helden Reloaded zu Beginn sowohl der Kriegseifer als auch der pragmatische Zu- bzw. Umgang mit der Katastrophe Krieg vorübergehend gleichberechtigt oder zumindest unkommentiert neben einander stehen. Im Verlauf der Geschichte weicht der Kriegseifer aber letztlich auch dem Pragmatismus. So bleibt am Ende wieder einmal die Erkenntnis, dass die abstrakten Ziele eines Krieges nur für diejenigen von Wert sind, die den Krieg beginnen. Für alle anderen bleibt nur der Pragmatismus.

(Kevin Krennhuber, Schauspieler)

Welchen Wunsch gibt es an das Publikum?

Wir hoffen, dass wir unser Publikum gut unterhalten mit dem Stück und sie ihre Sorgen und Probleme vergessen können und dass wir gemeinsam viel Spaß haben. Mögen wir alle erkennen, dass Krieg und Gewalt nie der richtige Weg sein kann und wir nur weiterkommen, wenn wir alle zusammenhalten und den großen Spalt in unserer Gesellschaft wieder schließen.

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam eine schöne Zeit erleben und die Welt ein bisschen bunter und fröhlicher machen.

(Manuela Seidl, Schauspielerin)

Dass das Publikum  zahlreich strömt und  sich gut unterhält.

(Bruno Reichert, Schauspieler)

Produktionsteam/Ensemble_mit Regisseur Marius Schiener (vierter von rechts, zweite Reihe), Regieassistentin Amy Parteli (ganz links), Technik_Werner Ramschak (dritter von links, hintere Reihe).

„Ein mitreißendes reload eines komödiantischen Klassikers, das rundum begeistert und fasziniert. Zweifellos das Stück der Zeit.“

Walter Pobaschnig, literaturoutdoors

Ensemble (von links): Michelle Haydn, Bruno Reichert, András Sosko, Aleksander Fahrner, Kevin Krennhuber, Linda Pichler und Manuela Seidl,

„Helden Reloaded“ Premiere_22.9.2022 _ Theater Forum Schwechat

„Helden reloaded“ oder „lieber Schokolade statt Krieg“_Komödie von G.B. Shaw, in einer Neufassung. Eigenproduktion Theater Forum Schwechat

Regie: Marius Schiener

Mitarbeiterin der Regie: Amy Parteli

Ensemble: Michelle Haydn, Linda Pichler, Manuela Seidl, Aleksander Fahrner, Kevin Krennhuber, Bruno Reichert und András Sosko

Kostüme: Sigrid Dreger

Technische Leitung:  Werner Ramschak

Bühne: Thomas Fischer, René Knierim, Werner Ramschak und Daniel Truttmann

Premiere_22. September 2022, 20:00

ca. 2 Stunden, eine Pause

WEITERE TERMINE: 24., 27., 28., 29., 30., September und 2.; 5.; 6.; 7.; Oktober 2022, 20:00 _ Beginn 20:00

Ausstellung im Foyer: Kriegerisches

Karikaturen von Stefanie Grüssl, Dorthe Landschulz, Elisabeth Semrad, Ham Bengen, Axel Bierwolf, BURKH, Teja Fischer, Eggs Gildo, Alois Jesner, Daniel Jokesch, Johann Mayr und Reiner Schwalme

Theater Forum Schwechat, Ehrenbrunngasse 24_2320 Schwechat

Spielplan – Theater Forum Schwechat

Walter Pobaschnig 9_22

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Ein außergewöhnliches sinnliches Erlebnis!“ „We had a lot of bells“ Uraufführung _ Schauspielhaus Wien _ 22.9.2022

Der interessierte Blick des Publikums fällt zu Beginn auf Glocken in unterschiedlichen Größen, die an Seilen, Ketten hängend den Bühnenraum strukturieren. Damian Rebgetz, Regisseur von „We had a lot of bells“, Schauspieler, Autor und Komponist, tritt auf und öffnet das Thema der Glockenklänge in persönlichen Zugängen und historischen wie kulturgeschichtlichen Referenzen. Dann beginnt eine narrative Reise in Klang, Musik, Erinnerungen, Gespräch und Ausblick, die von SchauspielerInnen, MusikerInnen getragen ist und das Publikum einlädt mit allen Sinnen zu folgen.

Und das gelingt. Es ist ein beeindruckender variantenreicher Abend, der in ästhetischer Komposition, Verbindung wie Überraschung zu begeistern weiß. Regie und Ensemble, MusikerInnen gelingt es ausgezeichnet das Publikum zu den verschiedenen Stationen in Geschichte, Kultur, persönlichen Erinnerns, Erleben mitzunehmen und hineinzuversetzen.

Das Buch des französischen Historikers Alain Corbin, „Die Sprache der Glocken. Ländliche Gefühlskultur und symbolische Ordnung im Frankreich des 19. Jahrhunderts” (1994) bildet den Ausgangspunkt dieses Abends, der interessante Details der gesellschaftlichen Funktion der Glocke in Lebensbewegungen und Ereignissen wie der Musik-, Kulturgeschichte öffnet und dies in multiästhetischen interaktiven Dialogen sehr lebendig und unmittelbar zu einem besonderen Bühnenereignis werden lässt.

„Ein besonderer interaktiver Bühnenabend, der vielseitig sinnlich anspricht und begeistert!“

„We had a lot of bells“ Uraufführung_ Schauspielhaus Wien 22.9.2022

Regie, Text & Musik: Damian Rebgetz
Deutsche Übersetzung: Ann Cotten

Kostüme: Veronika Schneider

Musik-Performance: Maiken Beer (Studio Dan), Cornelia Burghardt (Studio Dan), Theresa Dinkhauser (Studio Dan), Viola Falb (Studio Dan), Sachiko Hara, ‘Session in her room’ Benjamin Saeed, Raihana Saeed, Ramy El Borollossy

Mit Musik von: Damian Rebgetz, Robert Schwarz, ‘Session in her room’ Benjamin Saeed, Raihana Saeed, Ramy El Borollossy

Dramaturgie: Lucie Ortmann

Regie- und Ausstattungsassistenz: Anna Rumpler Dramaturgieassistenz: Hannah Salentinig

Weitere Termine: 22., 24., 27., 28.September_5., 6., 7., 8., 11., 12.Oktober 20h, 100 min ohne Pause

Schauspielhaus Wien

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Walter Pobaschnig 9_22

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„Den inneren Zustand der Welt aufzeigen, dafür ist die Kunst zuständig “ Ingrid Walter, Schriftstellerin _ Offenbach am Main 23.9.2022

Wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meine Tage sehen oft sehr unterschiedlich aus, manchmal fahre ich zu Interviews oder Recherchen nach Offenbach oder Frankfurt, manchmal arbeite ich im Heimbüro. Ich stehe gern früh auf, nehme die Frische des Morgens mit in den Tag. Ein paar Yoga-Übungen, ein grüner Tee am Küchentisch und dabei 10 Minuten mit der Hand schreiben, spüren, wie es mir geht, gelenkig werden im Kopf, fokussieren auf den Tag. Dann nehme ich Termine wahr oder setze ich mich an den Laptop und beginne mit dem Schreiben, meist von Artikeln für verschiedene Magazine oder Kommunikationskonzepten und Planungen für Coachings. Gegen Mittag ein leichtes Essen, in einem Buch lesen, einen Espresso trinken. Am späteren Nachmittag arbeite ich an eigenen Texten, Kurzgeschichten und meinem neuen Romanprojekt. Abends ein Spaziergang – manchmal fällt mir dabei ein Gedicht aus dem Kopf.

Ingrid Walter, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt und Menschlichkeit, sich gegenseitig unterstützen, einander helfen, Freundschaften pflegen. Eifersüchteleien, Neid und Rivalität bringen uns nicht weiter. Wir Menschen sollten endlich kapiert haben, dass wir alle in einem Boot sitzen, und dieses Boot heißt Welt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir Künstler:innen sollten zusammen arbeiten, unsere Talente bündeln und uns gegenseitig die Steigbügel halten. Nur dann können wir uns als Kraft in der Gesellschaft stärker positionieren, Inspiration und Energie einbringen, die wichtig sin für Neuanfänge. Für mich sind Künstler:innen Seismografen der Gesellschaft. Wir müssen feinfühlig den Zustand unserer Welt erspüren und sozusagen ausschlagen mit Worten, mit Bildern mit Kunst in jeglicher Form. Medien können nur berichten, was äußerlich passiert (ist) – den inneren Zustand der Welt aufzuzeigen, dafür ist die Kunst zuständig.

Was liest Du derzeit?

Ich habe die schlechte Angewohnheit, immer mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Im Moment:

„Erinnerung eines Mädchens“, Ernie Ernaux

„Atemschaukel“, Herta Müller

„Schreiben“, Marguerite Duras

Welches Zitat, welche Textstelle möchtest Du uns mitgeben?

Marguerite Duras: „Schreiben heißt auch, nicht zu sprechen. Heißt, zu schweigen. Heißt, lautlos zu schreien.“

Ingrid Walter, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Ingrid, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Ingrid Walter, Schriftstellerin

www.walter-wortware.de

Fotos_Marlene Heinzinger

23.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gigantische Gier Grauton“ Ingolf Max Libuschewski, Künstler _ Give Peace A Chance _ Osnabrück/D 23.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


G  Gigantische Gier Grauton

Irre Idiotie Infektion Indigoblau

Verdächtiger Verzicht

Endlos Erdacht Erbton

P  Panik Puls Purpurrot

Elegant Erbleicht

Alles Anders Angedacht Aschfahl

C  Caligula Casting Cobaltrot

E  Erneuerte Endeffekte Erdfarben

A  Allumfassend Ausgesetzt Antrazit

C  Cerebrales Chaos

H  Halt Heiß Handeln

Ansicht Andersrum

N  Neutral Nüchtern Neongelb

C  Cremefarben

E  Einmalig Erdacht Endlos


Ingolf Max Libuschewski, 5.9.2022

Ingolf Max Libuschewski, Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ingolf Max Libuschewski, Künstler

http://libuart.de/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 5.9.2022.

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„Wir müssen mit unserer Kunst hinausgehen“ Angela Olbrich, Künstlerin _ Wien 22.9.2022

Liebe Angela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Was für mich wichtig ist, obwohl das oft anfangs Überwindung kostet, sind alltägliche Tätigkeiten und Handgriffe. Diese Erden und geben mir das Gefühl der Unmittelbarkeit und Handlungsfähigkeit. Es gilt diese Balance zu Halten zwischen den Eingebungen aus einer Anderswelt dem Kunstraum und den ebenso wichtigen Rollen als Mutter, Frau, Freundin, Schwester, Tochter, Haushaltsjongleurin etc. Dazwischen dann noch in Beziehung sein mit den unterschiedlichsten Menschen, als Kunsttherapeutin.

Aus dieser Vielfalt im Erleben, schöpft dann wieder die Kunst.

Unerlässlich sind für mich aber außerdem Auszeiten und All-einSein, vor allem in der Natur. In diese Zeiten nährt sich die Seele, kommt die Kraft und Inspiration zurück, für neue Projekte und nicht zuletzt entsteht so die Kunst.

Angela Olbrich, ganzheitliche Künstlerin, ganzheitliche Kunsttherapeutin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir müssen uns verabschieden von alten Strukturen, Rollenbildern, wirtschaftlichen Annahmen und überholten Vorstellungen. Wir befinden uns in einer revolutionären Zeit des Wandels und wir haben bereits erfahren, wieviel Veränderung eigentlich möglich wäre. Wichtig wäre nun, die eigenen Kompetenzen wahrzunehmen und ins konstruktive Handeln zu finden. Wir können so viel, wenn jede/jeder einzelne einen kleinen Part übernimmt. Eigentlich hätte die gesamte Menschheit die Voraussetzung, satt, gesund und zufrieden im Paradies zu leben. Leider ziehen immer noch, wie spätestens seit dem Mittelalter, die gleichen destruktiven Kräfte auf der anderen Seite: Machtgier, Neid, Maßlosigkeit.

Ich frage mich oft, was nötig wäre, diese Kräfte zu transformieren? Und mein Wunsch ist, dass dieses mit Hilfe der Kunst teilweise gelingen kann.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass Kunst sowie die Wissenschaft das Potential hat, das Unmögliche zu erschaffen. Eigentlich würde ich noch darüber hinaus gehen, denn im unendlichen Raum der Kunst ist einfach alles, wirklich alles möglich. Ich wünsche mir eine Kunst, die neben den wichtigen Aufgaben von Kritik, Provokation, Aufrütteln auch ihr Potential einer konstruktiven, inspirierten und aktiven Rolle wahrnimmt. Wir müssen mit unserer Kunst hinaus gehen und die Menschen motivieren, ihr eigenes Leben und damit unsere Welt schaffend und schöpfend zu gestalten, im Einklang mit unserer ursprünglichen Bestimmung und Achtung der Natur. Es können so kleine Dinge sein, die oft unbemerkt große Wirkung haben.

Was liest Du derzeit?

Juicy Gray – Plädoyer für einen Atlas der Kreativität (Bernhard Zünkeler),

Es existiert (Johannes Huber),

Hamster im hinteren Stromgebiet (Joachim Meyerhoff)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Finde das Schöne in deinem Herzen, auf dass du es in jedem Herzen entdeckst. (Rumi)

Vielen Dank für das Interview liebe Andrea, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Angela Olbrich, ganzheitliche Künstlerin, ganzheitliche Kunsttherapeutin

http://www.kunstpflege.at/

Foto_privat.

22.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com