„Wir müssen mit unserer Kunst hinausgehen“ Angela Olbrich, Künstlerin _ Wien 22.9.2022

Liebe Angela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Was für mich wichtig ist, obwohl das oft anfangs Überwindung kostet, sind alltägliche Tätigkeiten und Handgriffe. Diese Erden und geben mir das Gefühl der Unmittelbarkeit und Handlungsfähigkeit. Es gilt diese Balance zu Halten zwischen den Eingebungen aus einer Anderswelt dem Kunstraum und den ebenso wichtigen Rollen als Mutter, Frau, Freundin, Schwester, Tochter, Haushaltsjongleurin etc. Dazwischen dann noch in Beziehung sein mit den unterschiedlichsten Menschen, als Kunsttherapeutin.

Aus dieser Vielfalt im Erleben, schöpft dann wieder die Kunst.

Unerlässlich sind für mich aber außerdem Auszeiten und All-einSein, vor allem in der Natur. In diese Zeiten nährt sich die Seele, kommt die Kraft und Inspiration zurück, für neue Projekte und nicht zuletzt entsteht so die Kunst.

Angela Olbrich, ganzheitliche Künstlerin, ganzheitliche Kunsttherapeutin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir müssen uns verabschieden von alten Strukturen, Rollenbildern, wirtschaftlichen Annahmen und überholten Vorstellungen. Wir befinden uns in einer revolutionären Zeit des Wandels und wir haben bereits erfahren, wieviel Veränderung eigentlich möglich wäre. Wichtig wäre nun, die eigenen Kompetenzen wahrzunehmen und ins konstruktive Handeln zu finden. Wir können so viel, wenn jede/jeder einzelne einen kleinen Part übernimmt. Eigentlich hätte die gesamte Menschheit die Voraussetzung, satt, gesund und zufrieden im Paradies zu leben. Leider ziehen immer noch, wie spätestens seit dem Mittelalter, die gleichen destruktiven Kräfte auf der anderen Seite: Machtgier, Neid, Maßlosigkeit.

Ich frage mich oft, was nötig wäre, diese Kräfte zu transformieren? Und mein Wunsch ist, dass dieses mit Hilfe der Kunst teilweise gelingen kann.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass Kunst sowie die Wissenschaft das Potential hat, das Unmögliche zu erschaffen. Eigentlich würde ich noch darüber hinaus gehen, denn im unendlichen Raum der Kunst ist einfach alles, wirklich alles möglich. Ich wünsche mir eine Kunst, die neben den wichtigen Aufgaben von Kritik, Provokation, Aufrütteln auch ihr Potential einer konstruktiven, inspirierten und aktiven Rolle wahrnimmt. Wir müssen mit unserer Kunst hinaus gehen und die Menschen motivieren, ihr eigenes Leben und damit unsere Welt schaffend und schöpfend zu gestalten, im Einklang mit unserer ursprünglichen Bestimmung und Achtung der Natur. Es können so kleine Dinge sein, die oft unbemerkt große Wirkung haben.

Was liest Du derzeit?

Juicy Gray – Plädoyer für einen Atlas der Kreativität (Bernhard Zünkeler),

Es existiert (Johannes Huber),

Hamster im hinteren Stromgebiet (Joachim Meyerhoff)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Finde das Schöne in deinem Herzen, auf dass du es in jedem Herzen entdeckst. (Rumi)

Vielen Dank für das Interview liebe Andrea, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Angela Olbrich, ganzheitliche Künstlerin, ganzheitliche Kunsttherapeutin

http://www.kunstpflege.at/

Foto_privat.

22.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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