„Propofol“ Corinna T.Sievers. Roman. Frankfurter Verlagsanstalt

Schon die erste Seite des dritten Romans der Züricher Schriftstellerin Corinna T.Sievers trifft in aller Kraft von Sprache wie die „Axt“ Kafkas in das „gefrorene Eis“ von Leben, Welt, Zeit.

Da ist Bernard Rohr, Chefchirurg, 65 Jahre. In seinem Beruf geht es täglich um alles. Jetzt steht eine Operation bevor. Die Trennung „siamesischer Zwillinge“. Eine Herausforderung, ein Druck, dem er täglich mehr und mehr ausgesetzt ist. Er versucht im Narkosemittel „Propofol“ wie in der Suche nach Lust abzutauchen unter dieses „gefrorene Meer“ täglicher Anspannung und Überforderung. Und jetzt steht die Operation bevor, in der er alles entscheiden muss…

Corinna T.Sievers, Bachmannpreisteilnehmerin 2018, gelingt es mit Ihrem neuesten Roman brilliant eine literarische Phänomenologie von Mensch und Zeit direkt, schonungslos und hintergründig zu verfassen. Es ist eine Analyse von Rationalität, Emotion, Lust und Sozietät, in Ebbe und Flut zwischen Beruf und persönlicher Glückssuche.

In der Perspektive des Ich-Erzählers wird ein einmaliges literarisches Drama wie Referenzspiel zwischen Sinn, Sehnsucht nach Anerkennung, Liebe und der Angst vor dem Tod, dem Alleinsein entwickelt, in dem alles drin ist – Parabel, Novelle, Komödie, Anekdote – episch, dramatisch, lyrisch in einem.

Es ist Literatur, die Zeit und Gesellschaft packt und ganz nah am Menschen in Grund und Abgrund von Existenz und Sehnsucht ist. Von der ersten Seite an ist es wie ein Sog. Jeder Satz holt mehr hinein in die Lebensgeschichte Bernards und diese Spannung lässt bis zur letzten Seite nicht nach. Ein einmaliges Literatur- und Lesegeschenk!

„Ein moderner schonungsloser Faust Roman, der erschüttert wie begeistert!“

Walter Pobaschnig  10_22

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„Die Zeit steht nicht still und wir auch nicht“ Mischa Vogl, Schauspielerin _ Wien 6.10.2022

Liebe Mischa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Situationsabhängig immer anders.

Generell mache ich fast jeden Tag mein Training (Ballett), Gesang und Atemübungen damit ich fit bleibe. Sonst liebe ich es, im Garten zu arbeiten, da ich von der Natur viel Kraft und Energie schöpfe. Ein Fixpunkt, den ich jeden Tage habe, ist, meine Katzenlady Maureen zu füttern und zu bemuttern.

Mischa Vogl _ Schauspielerin, Musical-Darstellerin,
staatlich diplomierte Ballett- Tänzerin für Bühnentanz

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Ruhe bewahren. Sich die Frage zu stellen, ob ich mit meinem Tun zufrieden bin, und was ich verändern sollte. Auch mal nichts tun, und es einfach kommen lassen. Was gut für einen ist, annehmen.

Jetzt ist eine Zeit, in der wir uns auf uns selbst besinnen sollten, um Altes loszulassen, damit Neues kommen kann.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Literatur, der Kunst an sich zu?

Aufbruch und Neubeginn hat immer einen Zauber des Neuen in sich. Wenn man sich die Geschichte anschaut, 1960er, 70er, 80er und so weiter, waren diese Jahrzehnte nur so geprägt von Umbrüchen, sei es gesellschaftlich, Musik, Mode, nur um einige aufzuzählen.

Die Zeit steht nicht still, und wir auch nicht. Jetzt stehen wir wieder vor großen Veränderungen, das muss nicht schlecht sein. Es ist das Ungewisse, was vielen Angst und Panik macht. Aber sind wir nicht auch in gewissen Maße selbst dafür verantwortlich? Haben wir Dinge nicht eine Zeit laufen lassen, ohne uns Gedanken darüber zu machen? Jetzt müssen wir uns dafür verantworten. Klingt hart, aber eine Veränderung heißt Abschied von festgefahrenen Gewohnheiten nehmen und offen sein für Neues.

Wir haben die Möglichkeit uns weiter zu entwickeln, und wir werden gezwungen sein, an uns selbst zu arbeiten, jede/r auf seine Art und Weise. Und da kann Theater, Literatur und Kunst eine große Rolle spielen. War nicht schon immer Kunst in jeder Form eine Art Sprachrohr der Gesellschaft?

Künstler:innen öffnen uns neue Zugänge und zeigen Perspektiven auf, geben Gedankenanstöße. Wir sind in einer Zeit, in der nicht mehr das Streben nach Oberflächlichkeit angesagt ist. Es geht um Wahrhaftigkeit, um Ehrlichkeit. Wir sollten Veränderungen annehmen lernen.

Mischa Vogl, Bühnenfoto _San Francisco USA, City Hall

Was liest Du derzeit?

Guillaume Musso, Nacht im Central Park

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur.

Vielen Dank für das Interview liebe Mischa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mischa Vogl _Schauspielerin, Musical-Darstellerin, staatlich diplomierte Ballett- Tänzerin für Bühnentanz

Fotos_1 Oliver Petermann; 2 privat.

10.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Kamera“ Elfie Semotan/Ferdinand Schmatz. Residenz Verlag, 2022

Elfie Semotan, in Österreich geborene und international tätige wie in New York und Wien lebende Fotografin beeindruckt über Jahrzehnte in der Originalität, Kreativität und Variation ihrer Fotokunstarbeiten in Mode, Portrait, Reportage und weiteren Stilrichtungen. Ihr so selbstbewusst verfolgter persönlicher wie künstlerischer Weg ist vielseitiger Impulsgeber moderner Fotografie und Kunst.

Ferdinand Schmatz, vielfach ausgezeichneterSchriftsteller, unter anderem mit dem Christine Lavant Preis (1999), Georg Trakl Preis (2004), Literaturwissenschaftler, ehemaliger Juror beim Ingeborg Bachmann Preis, Universitätsprofessor (2012 – 2020 Leiter des Instituts für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien) führt mit Elfi Semotan ein Gespräch über die Faszination und weite Welt des Kamerablickes und dessen ästhetischen Möglichkeiten, Herausforderungen und Überraschungen.

Das Gespräch dieser außergewöhnlichen Kunstpersönlichkeiten, welches von Fotos Elfie Semotans spannend begleitet ist (Kameramodelle, Fotobeispiele), beeindruckt von Beginn im spielerischen Dialog interessanter ästhetischer wie persönlicher Zugänge, Entwicklungen und Positionen. Es ist ein Genuss da gleichsam zuhören zu dürfen und über Form, Inhalt künstlerischer Fotografie im Kontext von individuellem Verständnis wie Anwendung und Perspektive einzigartiges zu erfahren.

„Ein wunderbarer Dialog wie vielseitiger Impuls zur Kunst der Fotografie!“

Walter Pobaschnig 9_22

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„anderswo I“ Sylvia Geist, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Flieth/D 6.10.2022

GIVE PEACE A CHANCE

anderswo I

gehe ich

in mich hinein

verstumme ich

ein mund wie ein briefschlitz als hätte ich

papier zu fressen in der

einzelzelle wo das zahlwort

andere die wahre also kaum besiegbare

chimäre zu mir mutiert ja mich

entsetzt. und doch

abern die botenstoffe meiner zerebralen flucht

chemie mir eine möglichkeitsform mehr ins

herz: wäre ich eine

andere könnte ich es sein

nahe saporischschja in diesen

chrysalidennächten in denen aller anderer orte sich

entpuppen als einer


Sylvia Geist 27.9.2022

Sylvia Geist, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sylvia Geist, Schriftstellerin

https://www.sylviageist.de/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 27.9.2022.

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„Garten zu Friedhof“ Tania Rupel Tera, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ München 5.10.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Garten zu Friedhof

In der selben Erde, wo Gemüse und Blumen Wurzeln schlugen

Vater und Sohn ruhen jetzt. Aber haben sie Frieden?

Einsam, verloren schaut sie sich um

Pechschwarz ihr Kopftuch

Eine Frau erhebt ihre Stimme, erzählt von ihrem Schicksal – in der

Abendreportage

Circa 2 Minuten lang, damit wir hier

Einen Eindruck bekommen

Augenblicklich sperrt ein Kloß meinen Hals

Chaos von Emotionen, Schmerz, Zorn, eigenen Sorgen

Himmel, wer stoppt diesen Wahnsinn? Hört endlich auf

Atem anhalten; Aushalten; Ausdauer …

Noch lange kreisen Worte wie Drohnen im Hirn

Courage, Courage im Halbschlaf weiter. Vielleicht machen sich die Worte auf den Weg und finden das ferne Land, das auf dem ewigen Vulkan steht? Mit ihren unbeirrbaren, stabilen Buchstaben, biegsamen Silben, mit ihren Geistern aus Geduld

Eines Tages vielleicht … In der Nacht surft die Freiheit auf der brennenden Luft und fällt in die Lava hinein




Tania Rupel Tera, 12.9.2022

Tania Rupel Tera _Schriftstellerin und Künstlerin  

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tania Rupel Tera _Schriftstellerin und Künstlerin  

Foto: privat

Walter Pobaschnig _ 12.9.2022.

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„Dass wir Farbe bekennen zu welchen Werten wir stehen“ Edgar Bangert, Schauspieler _ Berlin 5.10.2022

Lieber Edgar, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Chaotisch. Der Morgen beginnt mit einer Tasse Kaffee und zwei Zigaretten. Danach meditiere ich und spreche ein Gebet. Einigermaßen angekommen in der Gegenwart, versuche ich, die unterschiedlichen Aufgaben miteinander abzugleichen: Meinen Job im sozialen Bereich, Theaterproben, Text lernen und schreiben, dazu Sport.

Edgar Bangert_Schauspieler, Theaterregisseur, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es fällt mir schwer, für andere zu sprechen. Ich kann nur wieder geben, was ich in meiner Umgebung wahrnehme, und das ist eine gefährliche Mischung aus Orientierungslosigkeit und Angst. Darum ist Orientierung das Erste, was mir zu dieser Frage einfallen würde. Ich vertrete die Überzeugung, dass Orientierung nur möglich ist durch nüchterne Dialektik und Selbstfürsorge. Und ich behaupte nicht, dass mir das immer gelingt. Viele Debatten werden derzeit extrem emotionalisiert geführt, angefeuert durch soziale Netzwerke und Medien. Einer Frage auf den Grund zu gehen, braucht aber Zeit. Das haben wir vergessen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird sein, dass wir Farbe bekennen und  klar formulieren, zu welchen Werten wir stehen. Die banale Frage, wie wir leben wollen, haben wir – aus welchen Gründen auch immer – einfach nicht gestellt. Die Multikrisen wären niemals ohne Prokrastination entstanden. In Deutschland bin ich ein Kind der Ära Helmut Kohl. Rückblickend betrachtet war das eine Zeit des bequemen Nihilismus, weil wir finanziell abgesichert waren. Unabhängig davon, dass es selbstverständlich sehr engagierte NGO‘ s gegeben hat: Die Sorgen, die wir hatten, waren zum Großteil privater Natur. Das hat sich radikal geändert. Darum hat meine Generation, die der Post 68er gegenüber der nachfolgenden Generation eine besondere Bringschuld. Die Klimakatastrophe hätte verhindert werden können. Wahrscheinlich war meine Generation zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Aber das soll keine Ausrede sein. Der Geist, der damals herrschte, war apokalyptisch. Ich bin ein Post-Punk-Kind. Bis sich das änderte, musste ich das 30. Lebensjahr erreichen.

Zum zweiten Teil der Frage:

Ich glaube, dass Theater, Literatur und Kunst überhaupt keine Aufgabe haben. Das wird manche jetzt verwundern, besonders deshalb, weil ich ein glühender Anhänger des Epischen Theaters bin. Gemeinhin erwarten wir von Kunst, dass sie uns Antworten liefert. Antworten liefert lediglich die Philosophie, und selbst in dieser Disziplin ist es so, dass eine Antwort eine neue Frage voraus wirft (abgesehen von materialistischen Strömungen). Die Kunst gehört erst einmal sich selbst. Jemand schreibt ein Gedicht, weil diese Person ein Gedicht schreiben muss, sie kann rein organisch nicht anders. Etwas in uns will freigelegt werden, abgeschält. Wenn wir uns durch die Pandemie an etwas erinnert haben, dann daran, dass wir Menschen sind, die nach Begegnung lechzen. Diesbezüglich ist das Internet lediglich ein Surrogat.

Um die Frage abzurunden, kann ich aber durchaus sagen, was ich mir von der Kunst erhoffe:

Das ist vor allem mehr Wagemut. Viele Künstlerinnen und Künstler leben knapp über dem Existenzminimum und werden dafür von der Gesellschaft geächtet. Gewiss, niemand in unserem Kulturkreis, der oder die Theater macht, muss heute noch um sein Leben fürchten. Aber eine gewisse Form der Ächtung ist geblieben, wenn jemand von seiner Kunst nicht leben kann, was nicht das Allergeringste über den Wert eines Werkes aussagt. Überhaupt ist Theater wohl die undankbarste Gattung , weil sie endlich ist. Ein Text bleibt, ein Gemälde bleibt, das gleiche gilt für den Film. Darum haben es Theatermacher, erst recht in der Zeit der digitalen Revolution, ganz besonders schwer. Es spielt keine Rolle für mich, dass Inszenierungen aufgezeichnet werden können. Das spiegelt nicht im Entferntesten wider, was auf der Bühne geschieht, zum Beispiel die Atmosphäre einer Aufführung. Was also tun? Pädagogisch lösen wir das Problem jedenfalls nicht. Pädagogik in der Kunst halte ich für einen absoluten Irrglauben. Dafür darf man mich gern kritisieren. Allerdings glaube ich an glückliche Zufälle. Und ein glücklicher Zufall wäre, dass das Theater (ich würde lieber im Plural sprechen, denn es gibt unzählige Formen außerhalb unserer Stadttheaterkultur, welche nicht nur nicht gewürdigt, sondern nicht einmal beachtet werden, mittlerweile haben geschätzte 90 Prozent der Schauspieler und Schauspielerinnen in der freien Szene eine Ausbildung!) einen Weg finden kann, der es dieser Kunst möglich macht, gleichberechtigt existieren zu können neben der Filmkunst und den Angeboten aus dem Internet. Zudem wünsche ich mir eine radikale Entschleunigung in nahezu allen Lebensbereichen. Dafür müssen wir kein Meditationsseminar besuchen. Der Romanautor Karl Ove Knausgard hat dies radikal umgesetzt. Jede Sekunde ist von Bedeutung, obwohl rein gar nichts passiert.

Was liest Du derzeit?

Wundervolle Werke, und zwar:

Lyrik: „In den Pfützen der Stadt wächst ein Stück Himmel“ von Fabian Lenthe.

Prosa: „Tagebücher 1910 – 1923“ von Franz Kafka und „Ahasver“ von Stefan Heym.

Philosophie: „Die Seele des Menschen – Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen“ von Erich Fromm.

Ein großartiges Lehrbuch, mit welchem ich dreißig Jahre verbringen könnte: „Die Kunst des Schauspielers“ von Michael Tschechow.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Für ihre Nahrung und Kleidung arbeiteten sie nur wenig und leicht. Sie kannten weder Streit, noch Eifersucht und wussten nicht einmal, was das bedeutet… Eine ruhige, tiefe, beschauliche Ekstase.“

F.M. Dostojewski

Edgar Bangert_Schauspieler, Theaterregisseur, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview lieber Edgar, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Edgar Bangert_Schauspieler, Theaterregisseur, Schriftsteller

http://www.edgarbangert.de/traum.html

Fotos_1 Jeanne Prager; 2,3 Sven Christian Schramm; 4 Zartelli; 5 Edgar Bangert.

31.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geht es auch anders?“ Fenja Lukas, Sopran _ Give Peace A Chance _ Linz 4.10.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Geht es auch anders?

Ist es das was wir können, was wir tun?

Vergewaltigung, Mord, Hass, Blutvergießen und der ständige Lärm der Zerstörung.

Ein – nein – alle Leben zu entwürdigen?

Passiert uns das immer wieder?

Ein unaufhaltsamer Kreislauf?

Aufbau, Zerstörung, Aufbau, Zerstörung, Aufbau, Zerstörung

Chancen ersticken, Potentiale versiegen, Gesänge verstummen.

Eine Geschichte geschrieben von Historikern.


Aber wir sind nicht so. Du bist nicht so. Ich bin nicht so.


Choräle, Duette, Arien werden geschrieben während sie gesungen werden.

Herauszuarbeiten den Klang unserer Geschichte, diese Aufgabe liegt bei uns.

Alle sind gefragt unsere Lieder mitzuschreiben.

Niemand ist alleine auf dieser Welt, niemand darf verstummen.

Charaktere – verwoben in der Weltmusik.

Es geht auch anders!


Fenja Lukas, 10.9.2022

Fenja Lukas_Sopran

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Fenja Lukas_Sopran

https://www.fenja-lukas.de/

Foto_Stefan Weiss

Walter Pobaschnig _ 10.9..2022.

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„Sich üben im vertrauen“ Martina Stilp, Schauspielerin _ Baden/NÖ 4.10.2022

Liebe Martina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Danke sagen, Tee kochen und meditieren.

Yoga, frühstücken und Ordnung machen. Lesen für mich oder fürs Theater oder proben im Theater. Essen. Im Garten arbeiten, Freunde oder Verwandte treffen oder ruhen. Essen. Abendvorstellung oder Probe oder Kino oder Garten.  Ein guter Wein. Gute Gespräche.

Danke sagen und bewusst entspannen.

Martina Stilp  Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich üben im VERTRAUEN. Ein Grundvertrauen schaffen, das Entspannung und Angstlosigkeit ermöglicht. Was sind meine ganz persönlichen LEBENSFREUDEN? Bei was beginnt mein Herz vor Freude zu hüpfen? Selig, wer das für sich findet und praktiziert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ (Rilke)

Empathie! Miteinander! Konzentration auf das was funktioniert im Leben!

Es ist ja nicht ALLES total bescheuert. Dankbar sein für das, was man hat! Gesundheit, Kinder, warmes Wasser beim Duschen…das ist für jede und jeden verschieden.

Die Rolle, die jetzt das Theater, die Oper, die Kunst überhaupt einnimmt, ist eine ganz wunderbare! Sie wird zu einem wunderbaren „Fluchtort“. Oder einem Ort, der auch ohne dass man gleich zu ihm flüchten muss, mir Regeneration, Ablenkung, Vertiefung, Bereicherung, Lachen, Weinen, Entführung, Unterhaltung, Heilung & Begegnung schenkt. Das ist seeeehr fein.

Ich könnte ohne die vielen wunderbaren Kunstsparten nicht glücklich leben.

Was liest Du derzeit?

Das LOLA-Prinzip

von René Egli

Sommergäste

von Maxim Gorki

Die Alm – Ein Ort für die Seele

von Martina Fischer

und ein Buch über Hildegard von Bingen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Liebe ist der einfachste und wirkungsvollste Prozess zur Vermehrung der Erkenntnis im Universum.“

(René Egli)

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“

(Jesus)

„Liebt das Böse gut“

(Christian Morgenstern)

Martina Stilp  Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Martina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Martina Stilp, Schauspielerin

https://www.martinastilp.at/

Fotos_Moritz Schell

30.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ein brillianter satirisch messerscharfer Theaterabend!“ „Die Hinrichtung“ _ „IL Vero Teatro“ _ Premiere Theater Arche_Wien 3.10.2022

„Die Hinrichtung“ Qualtinger/Merz. „IL Vero Teatro“_Premiere 3.10.2022 _ Theater Arche_Wien

Da ist das Leben in der kleinen Wohnung. Das Kreuz im Winkel und der Wein am Tisch. Vater, Mutter, drei Kinder. Wenn der Vater da ist, soll Ruhe sein…

Und dann ist da plötzlich der Besuch.  Und das große Geld für den Vater winkt – 10 Millionen! – wenn er…das muss jetzt besprochen werden.

Das Angebot der Herren für die festliche Matinee steht bereit. Wie auch das schon lange nicht mehr in Gebrauch stehende…

Aber Personal ist schnell gefunden…Der Fußpflegeberuf ist ja kein Ersatz für früher…und auch anderes Personal findet sich im Dunklen…

Die Zustimmung vom Amt ist auch da…

Der Zahnarztbesuch ist auch absolviert.

Und auch das Pantscherl am Küchentisch…

Zwischendurch Zwischenfälle am Weg zur Matinee…

Aber das Publikum findet sich schon interessiert zum Festakt ein… Jetzt könnte es losgehen…

Und probiert mal….

Und jetzt geht der echte Wiener zum großen, letzten Auftritt, Zutritt, Abtritt…

Oder doch nicht?…

Sehen Sie sich das an!

Das Wiener Schauspielensemble „IL Vero Teatro“ setzt das satirische Drama der vielseitigen wie prägenden Künstler der österreichischen Kabarett-, Fernseh-, und Theaterszene nach 1945 Helmut Qualtinger (1928-1986) und Carl Merz (1906-1979) in einem brillanten tiefschwarz komödiantischen Feuerwerk auf die Bühne, das begeisternd staunen lässt.

Die Neuinszenierung (Uraufführung 1965, Volkstheater Wien) von Veronica Buchecker lässt den schwarzen Humor in rasanten Pointen dieses nicht leicht dramaturgisch zu bauenden Wiener Theaterklassikers eindrucksvoll 2022 lebendig werden.

Die acht Aufzüge werden im ausdrucksstarken, wunderbar direkten wie dialogischen Spiel des hervorragenden Ensembles zum Schauplatz von Seelenabgründen, die Lachen und Gänsehaut verbinden und damit punktgenau Qualtinger/Merz wie Mensch und Zeit treffen. In mitreißender Präsenz im turbulenten Riesenrad von Emotion und Situation schaffen es Inszenierung und Ensemble aus den satirischen Etappen der Grundkonzeption ein Bühnenwerk zu formen, das in bester Theaterkraft ab- und hintergründig unterhält. Die Szenen im variablen bestens abgestimmten Bühnenbild sind getragen von intensiv-variantenreicher Dynamik des satirischen Rhythmus, der bis zum umjubelten Ende großartig funktioniert – Gratulation!

„Die Hinrichtung“ Qualtinger/Merz. „IL Vero Teatro“_Premiere 3.10.2022 _ Theater Arche_Wien

„Eine tiefschwarze Satire, die „IL Vero Teatro“ dramaturgisch messerscharf wie spielerisch begeisternd auf die Bühne bringt!“

„Die Hinrichtung“ Qualtinger/Merz. „IL Vero Teatro“_Premiere 3.10.2022 _ Theater Arche_Wien

Inszenierung: Veronica Buchecker

Ensemble: Nina Batik, Nicole Locker, Julia Manhardt, Nala Helga Oppenauer, Nina Pjanic, Peter Buchecker, Fabian Köll, Jürgen Pfaffinger, Rudolf Pfister, Michael Pockberger, Peter Rothkappel und Alexander Schrei

Weitere Termine: 3. bis 8. Oktober 2022

Beginnzeit: 19:30 Uhr

TheaterArche _ Münzwardeingasse 2A, 1060 Wien

Die Hinrichtung – Il vero teatro


Walter Pobaschnig  10/22

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Diokletian“ Kaiser zweier Welten. Alexander Demandt. Eine Biographie. C.H.Beck Verlag.

Die Wende des 3. zum 4.Jhdt ist eine Zeit der Krise für das römische Weltreich. Kriege sind bestimmend und traditionelle Herrschaftsstrukturen beginnen sich aufzulösen. Soldatenkaiser werden ausgerufen und das „Imperium Romanum“ droht in Ost und West zu zerbrechen, dabei sind auch religiöse Entwicklungen ganz wesentlich. Das Christentum gewinnt Raum und wird von manchen im Reich als Bedrohung gesehen. Wie soll es nun weitergehen?…

Am 20.November 284 wird der aus einfachen Verhältnissen stammende Diokletian, der nun Kommandant der kaiserlichen Garde ist, zum „imperator“ ausgerufen. Die Ereignisse sind von Gewalt und Tod begleitet. Diokletian setzt sich durch und beginnt jetzt das Reich in Militär, Gesellschaft und Religion, Kultur neu zu organisieren. Ein neues Zeitalter beginnt, dass seine prägende wie unerbittliche gnadenlose politische Handschrift tragen wird…

Alexander Demandt, emeritierter Professor für Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin, legt mit seiner Diokletian Biographie eine wegweisende Studie vor, die in ihrem umfassenden Wissen des neuesten Forschungsstandes wie der übersichtlichen und spannend lesbaren Darstellung beeindruckt.

In XIII Kapitel, die von der Quellenlage, über das politische Modell der Tetrarchie, der Christenverfolgung wie Abdankung, Tod, Nachfolge reichen, wird sowohl die Persönlichkeit Diokletians in allem individuellen wie politischen Facettenreichtum wie auch im Kontext der Zeit der Spätantike und deren Entwicklungen erläutert. Zusätzlich finden sich in den Anhängen weiterführende Informationen, die sehr bemerkenswert und hervorzuheben sind.

„Eine wegweisende Biographie Diokletians, die in Fachwissen wie spannender Lesbarkeit begeistert!“

Walter Pobaschnig  9_22

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