„Free your mind and your ass will follow“ Mary Jo Fakitsa, Schriftstellerin _ Berlin 29.11.2022

Liebe Mary Jo, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Also, ich bin nicht nur neugeborene kann man sagen (auch mit der Mithilfe, Unterstützung und Engagement von meinem Stiefvater, der auch Schriftsteller ist, Steffen Marciniak) Schriftstellerin, sondern auch Studentin von Sport- und Bewegungstherapie. Ich bin auch ein Fitnessfreak! Also, Schule, Arbeit, Haus, Studieren und wenn es Zeit gibt, lesen und schreiben!

Mary Jo Fakitsa, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich komme aus einem Land (Griechenland), indem die Freiheit eingeschränkt ist. Die jetzige konservative Regierung versucht die Meinungsfreiheit zu begrenzen. Vom Abhörskandal 15,000 Bürgern (inkl. politischen Gegnern) und Polizeigewalt an Unis und Proteste bis Abschiebungsstrategien im Ägäis Meer und vieles mehr. Also, für uns das Erste und Wichtigste ist die Sehnsucht nach der Wahrheit und Freiheit. Diese beide Voraussetzungen sind lebenswichtig und erlauben es uns, uns als Menschen zu bezeichnen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst allgemein sind die Faktoren, in und mit denen die Menschheit sich ungestört (in demokratischen Ländern) freiwillig, grenzenlos entwickelt, z.b. vom antiken Griechenland an, der Aufklärung, dem Jugendstil bis zu Punk und Grunge, Rave und Techno, die Menschheit braucht Kunst und Literatur, Styles (Punk, Grunge) Queer, um immer wieder ein Stück weiter zu gehen. Manchmal kostet das Blut, Leben und sehr sehr viel menschliches Leid, aber ganz am Ende werden die „Empfindsamen“ gewinnen!

Was liest Du derzeit?

Justine von Marquis De Sade. Grundsätzlich lese ich gerne Phantasie-Geschichten, Mangas, Biographien, meines Stiefvaters Bücher! Ich habe ein ganzes Antiquariat überall um mich! Ich soll es aber richtig ausnutzen!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Free your mind and your ass will follow…

Vielen Dank für das Interview liebe Mary Jo, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mary Jo Fakitsa, Schriftstellerin

Foto_privat

5.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Rebellin _ Lou Andreas-Salome“ Therese Lambert. Roman. Aufbau Verlag

Es ist ein Leben voller Neugierde, Entdeckungen und Aufbrüchen. Und es sind Begegnungen, die ihr Leben begleiten, bereichern, verwandeln und auch in dunklen Schatten zurücklassen…

Da ist die Literatur, die Philosophie, die Kunst, die Psychoanalyse, welche die in St. Petersburg geborene Tochter zeitlebens inspirieren, begeistern und die sie auch selbstbewusst mit wesentlichen Beiträgen und Perspektiven weiterentwickelt und akzentuiert. Als Wegbegleiter in Kultur und Leben sind Namen wie Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und vor allem auch Rainer Maria Rilke zu nennen.

In all diesem Kosmos des Wissens und auch der Liebe bleibt sie eine „Rebellin“, die selbstbewusst ihren Weg geht an allen Stationen, Begegnungen ihres so vielseitigen Lebens…

Die Autorin Thérèse Lambert lässt in ihrem Roman über die Philosophin, Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé eine Welt und Kultur wiedererstehen, die faszinierend eintauchen lässt in Wege einer Frau in Zeit und Gesellschaft.

Es ist eine wunderbare Zeitreise zum Leben, den Träumen und dem so starken Willen einer mutigen Frau, die in so vielem Beispiel und Vorbild geworden ist bis zur Gegenwart.

„Ein Roman, der mitreißend wie inspirierend ein beindruckendes Frauenleben zu erzählen weiß.“

„Die Rebellin _ Die Freiheit bedeutet ihr alles, dann begegnet Lou Andreas-Salomé ihrer ersten großen Liebe – Rilke“ Thérèse Lambert. Aufbau Verlag 2022

Walter Pobaschnig 11_22

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„Wer Angst hat vor Geistern, dem werden Geister begegnen“ Omar Khir Alanam, Autor, Künstler _ Graz 28.11.2022

Lieber Omar, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Dadurch dass ich nicht nur der Schreiber bin sondern Künstler, der für Workshops, Perfomances durchs ganze Land reist und auch einen dreijährigen Sohn hat, sieht mein Tag jeden Tag anders aus. Ich habe nicht die klassischen Wochentage und ich kenne kein Wochenende. Manchmal ist der Montag das Wochenende, manchmal der Donnerstag und manchmal kein Tag in der Woche. Was ich aber jeden Tag mache, ist ein warmes Glas Wasser zu trinken mit einem Löffel Honig und meinem Sohn zu sagen, dass ich ihn liebe und seiner Mama, dass sie großartig ist.

Omar Khir Alanam, Schriftsteller, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dankbarkeit. Nicht nur jetzt sondern immer.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich bin der Meinung, dass Kunst und Literatur auch diesen Aufbruch in eine positive Richtung führen könnten und das ist es, was die Kunst von der Politik unterscheidet. Kunst sorgt für mehr Verständnis.

Was liest Du derzeit?

Als Kafka lachte von Artem Zolotarov

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wer Angst vor Geister hat, dem werden Geister begegnen

Omar Khir Alanam, Schriftsteller, Künstler

Vielen Dank für das Interview lieber Omar viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buch-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Omar Khir Alanam, Autor, Künstler

https://www.omarkhiralanam.com/

Fotos_ 1 Marija Kanizaj; 2 Siegrid Cain.

27.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Erfindung der Eleganz“ Knipp, Kersten. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens. Reclam Verlag.

Es ist eine Welt im Umbruch. Die europäische Welt strukturiert sich nach den langen wie verheerenden Kriegsjahren im 17.Jahrhundert neu. Die Kunst der Diplomatie gewinnt Raum und dieser Raum ist auch einer der Eleganz – der Möglichkeiten der Begegnung, des Gesprächs, des Miteinanders in Etikette und Rolle. All das gibt eine Sicherheit und ist auch eine Norm, nach der Mann und Frau sich zu richten hat. Frankreich ist dabei ein Mittelpunkt neuer Horizonte und Perspektiven in Begegnung und Verhältnis der Geschlechter.

Es kommt zu Gründungen von Salons, von Treffpunkten, in denen der Kultur, der Bildung wie der Politik eine besondere Bedeutung zukommt. Bildungseinrichtungen etablieren sich, die Mode kommt in den Blick und zu einer Hochblüte, ebenso die Präsentation und die Subjektivität in philosophischer Reflexion wie gesellschaftlicher Kommunikation.

Viele Entwicklungen, Trends der folgenden Jahrhunderte bis in die Gegenwart sind von diesen kulturpolitischen Grundlagen des 17.Jahrhunderts und den Horizonten, Perspektiven der Eleganz bestimmt und die Auseinandersetzung hält bis zur Gegenwart an.

„Ein Buch, das europäische Kulturgeschichte spannend wie variantenreich öffnet!

„Die Erfindung der Eleganz“ Knipp, Kersten. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens. Reclam Verlag. 2022

Walter Pobaschnig 11_22

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„Gib dem Peace deine Superpower“ Matthias Santiago Staehle, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Ostfildern/D 28.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Friedensfindung – Peace out or in?


Gib dem Peace deine Superpower.

Integriere Patience & gierige Patienten.

Victory oder Victoria, interessiert noch Moria?

Existiert alles zuerst auf dem Papier oder andersrum?

Peace ist Liebe ohne Krieg im Getriebe.

Empathie ist notwendiger als Sympathie.

Angst ist ein Affe und Mut eine Waffe.

Charakter ist ein Akt und Wut ein Fakt.

Entsprechen oder widersprechen ist beknackt?

Aller Anfang ist nackt oder schwer und schreit nach mehr.

Charakterlich sind viele verwandt mit einer Betonwand.

Hoffnung ist nach oben hin offen.

Angriff ist keine Verteidigung.

Nichts sagen ist keine Vereinigung.

Charmant sind nicht die Wände, sondern unsere Hände

Erfindenden alles ohne bisher den Frieden zu finden.


Matthias Santiago Staehle, 16.11.2022

Matthias Santiago Staehle, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Matthias Santiago Staehle, Schriftsteller

www.santiagostaehle.de

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 17.11.2022.

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„Romy Schneider spielte sehr ehrlich und ausdrucksstark“ Ines Klary, Schauspielerin _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 27.11.2022

Ines Klary, Schauspielerin _Wien_
acting Romy Schneider _
40.Todesjahr Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)
Ines Klary, Schauspielerin _Wien_
acting Romy Schneider _
40.Todesjahr Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)

Liebe Ines, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Romy Schneider begegnete mir das erste Mal in Filmen, die meine Eltern im Fernsehen angesehen haben als ich ein Kind war. Damals aber noch sehr unbewusst. Später als ich mich mehr und mehr mit Schauspiel auseinandersetzte, wurde ihr Name immer präsenter. Bis heute kenne ich allerdings mehr Dokumentationen über sie als Filme mit mir, da ich in einer anderen Zeit aufgewachsen bin. Dennoch ist Romy Schneider für mich eine sehr inspirierende, starke und einzigartige Schauspielerin.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Wie oben genannt kenne ich nur wenige Filme von ihr. Darunter natürlich die Sissi Filmreihe, Swimming Pool und Mädchenjahre einer Königin.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Schauspielerin die Darstellerin Romy Schneider?

Die Filme, die ich von Romy Schneider kenne, finde ich sehr ehrlich und ausdrucksstark gespielt. In einer Dokumentation von ARD wurde erwähnt, dass ab der Filmproduktion von Swimming Pool ihre Rollen immer sehr nahe an ihr Leben anknüpften. Das sieht man auch in ihrem Schauspiel. Mit dem Verlassen der „niedlichen“ Sissi Rolle entwickelte sich ihr Schauspiel weiter. Ich denke besonders hervorzuheben sind Ihre Authentizität und Natürlichkeit im Spiel.

Müssen Mensch und Rolle sich immer ganz nah, intensiv, berühren, um diese zu spielen und auch das Publikum erreichen zu können?

Wenn mit ganz nah hier gemeint ist, dass die eigene Lebensgeschichte, der, der Rolle sehr ähnlich sein muss, finde ich nicht, dass das der Fall sein muss. Für mich ist der springende Punkt das Entdecken von Gemeinsamkeiten zwischen der Rolle und dir selbst. Wenn eine Rolle beispielsweise den Verlust eines Elternteils durchlebt, heißt das nicht, dass es nur Schauspielende spielen können, die das ebenfalls erlebt haben. Jedoch hat jede*r schon einmal einen schweren Verlust erlebt und weiß wie sich das anfüllt. Anhand solcher Gemeinsamkeiten kann man sich einer Rolle nähern und dann von dieser Basis aus weiterentwickeln. Ganz oft lerne ich in Rollenerarbeitungen ganz neue Dinge über mich selbst, die ich vorher gar nicht kannte. Durch diesen Prozess der Rollenerarbeitung bin ich einer Rolle dann nicht nahe oder berühre sie, sondern ich spiele durch sie hindurch und sie umhüllt mich, da ich sie mir von innen nach außen aufgebaut habe.

Gibt es Momente in einer Darstellung, in der sich gleichsam die Kontrolle über die Rolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Ja, die gibt es und es sind die aller spannendsten Momente! Ich würde es allerdings nicht als ein „Kontrolle verlieren“ bezeichnen, sondern eher als ein „fallen lassen“. Wenn die Rolle so stark und klar ist, dass man sich in sie fallen lassen kann, passieren unerwartete und unplanbare Dinge, die die Rolle dann wirklich zum Leben erwecken. Ein „Zurückholen“ oder „Aussteigen“ kann auf verschiedene Arten passieren. Da hat jeder Schauspielende, wie auch in der Rollenerarbeitung, seine/ihre eigenen Techniken, die auch variieren können. Bei mir sind es ein tatsächliches zur Seite treten, tiefes Durchatmen oder ein kräftiges Ausschütteln.

Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?

Ich denke, ich kenne leider zu wenige Filme, um diese Frage gut beantworten zu können. Allerdings würde ich eher zu nein tendieren aufgrund der Art und Weise wie Frauen in den 50er und 60er Jahren in Filmen dargestellt wurden.

Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?

Ich kenne eine Fotoserien von Helga Kneidl über Romy Schneider. In dieser Serie sieht man sehr private und unbekümmerte Momente von Romy Schneider. Ich finde sie ist ein toller Kontrast zu all den Skandalen und Geschichten, die man aus den Medien kennt. Gerade in den Fotos mit ihrem Sohn kommt sehr viel Liebe und Unbekümmertheit rüber, die mir sehr an dieser Serie gefallen.

Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera? Ist sie da Schauspielerin oder Privatperson oder beides?

In den Serien, die ich kenne sind es zwar private Momente, die gezeigt werden, ich kann mir aber vorstellen, dass man nie ganz „privat“ ist, sobald man weiß, dass man von einer Kamera beobachtet und festgehalten wird. Ich denke, dass immer beides zutrifft.

Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?

Ich habe mir viele Fotos und Screenshots aus Filmen von Romy Schneider angesehen, da sie wie oben erwähnt eine starke Entwicklung durch gemacht hat. Anhand dieser Eindrücke habe ich mir dann überlegt, welche Seite von Romy Schneider ich in meinem Fotoshooting herausarbeiten möchte. Ich wollte auf keinen Fall Fotos nachstellen oder versuchen ihr sehr ähnlich zu sein, sondern eher Momente und Gefühle einfangen, die sie vermutlich auch durchlebt hat. Ich habe mich dafür entschieden mich auf die rebellische Seite von Romy Schneider zu konzentrieren. Konkreter gesagt mit dem Abschnitt ihres Lebens, in dem Sie zum ersten Mal nach Frankreich gegangen ist, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?

Im Falle von Romy Schneider hat sich ein wirklich sehr starkes Spannungsfeld aufgebaut. In vielen Dokumentationen wird hervorgehoben wie belastend die ständige öffentliche Präsenz für sie war. Private Momente gab es nur sehr wenig. Ich denke, dass es ab einem gewissen Punkt im Schauspielberuf sehr schwierig ist Öffentliches und Privates zu trennen, da man mit dem Beruf selbst ständig in der Öffentlichkeit steht. Der Schauspielberuf an sich ist ja gewissermaßen von der Öffentlichkeit abhängig, da es ja darum geht beispielsweise Filme zu produzieren, die die Öffentlichkeit spannend findet. Ich denke also, dass es immer ein starkes Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und dem Schauspielberuf geben wird und daher eher wichtig ist wie man damit umgehen kann.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?

Für mich macht die Möglichkeit einer großen persönlichen Weiterentwicklung den größten Reiz des Schauspielberufs aus. Man hat ständig die Möglichkeit sich mit neuen Inhalten, Figuren, Spannungsverhältnissen, Leuten auseinanderzusetzten. Ich finde das äußerst spannend. Auf der anderen Seite braucht das natürlich sehr viel Mut, den Romy Schneider auf alle Fälle besaß.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel und welche Erfahrungen hast Du in Wien im Schauspielberuf gemacht?

Das klingt zwar wie die 0815 Story, die an aus Filmen kennt, aber Schauspiel begleitet mich tatsächlich schon mein ganzes Leben lang. Ich hab in der Volksschule meine erste Hauptrolle in der Schulproduktion gespielt und seitdem auch nicht mehr aufgehört. Nach meinem Schulabschluss schaffte ich dann die Aufnahme zu einer Schauspielausbildung in Wien und konnte meine langjährige Leidenschaft nun zu meinem Beruf machen. Ich habe erst vor kurzem meine Schauspielausbildung abgeschlossen, daher kann ich noch nicht so viel darüber sagen. Ich komme aber Stück für Stück in die Theaterkreise Wiens. Denn eines weiß ich bereits: In dieser Szene kennt jeder jeden.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Ich wünsch mir vom Schauspielberuf ein ständiges Neuentdecken, Schaffen, Erforschen und Ausprobieren. Und damit verbunden auch eine ständige persönliche Weiterentwicklung.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Ich bin derzeit noch auf der Suche.

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

Hört nie auf Neues entdecken zu wollen!

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Dazu hab ich leider zu wenig Informationen.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Ob sie wenn sie auf ihr Leben zurück blickt nochmal Schauspielerin werden würde.

Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Wie stark man sich schauspielerisch entwickeln kann, welche Schwierigkeiten der Schauspielberuf mit sich bringen kann, Authentizität und Stärke.

Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?

„Was ist deine Wahrheit?“ – Romy: „Ich bin noch auf der Suche.“

«Talent ist nichts weiter als Liebe zur Sache.»

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

R ebellisch

O ffen

M ittendrin

Y aaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Ines Klary, Schauspielerin _Wien_
acting Romy Schneider _
40.Todesjahr Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt_acting Romy Schneider

Ines Klary, Schauspielerin _Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_10.2022

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Walter Pobaschnig 11_22

„Gehen“ Kerstin Fischer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Bremen 27.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gehen

 In

Vorsichtiger

Empathie


 Permanent

 Entwickeln

An

Cremefarbenen

Engeln


An


Chimärenfernen

Hängen

Anderswo

Niemand

Creation

Enfant

Kerstin Fischer   14.11.2022

Kerstin Fischer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Kerstin Fischer, Schriftstellerin

https://kerstinfischer-poesie.com/

Foto_Christine Schwarze

Walter Pobaschnig _ 14.11.2022.

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„die grundlegenden Werte dürfen nicht verloren gehen!“ Tania Rupel Tera, Schriftstellerin und Künstlerin _ München 27.11.2022

Liebe Tania, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Lieber Walter, zuerst möchte ich mich bei Dir bedanken. Dein Blog ist eine tolle Idee, es versammelt so viele verschiedene Stimmen und Blicke auf unsere Gegenwart, es bereichert uns.

Zurück zu mir: Unter der Woche stehe ich um 6:30 Uhr auf, bereite schnell das Frühstück vor und ein paar Sachen für den Tag. Oft habe ich noch Traumfetzen vor meinem inneren Auge und wenn noch Zeit ist (und sie spannend sind) notiere ich mir was, dann radle ich zur Arbeit. Nicht selten denke ich mir – könnte ich ein wenig früher los fahren, dann wäre der Weg ein Genuss, besonders bei schönem Wetter. Denn er führt durch zwei Parks und das ist ein Geschenk. Im Winter natürlich sieht es ein wenig anders aus:). Dennoch liebe ich diese Freiheit und bin sehr dankbar dafür. Wir sind fast 90% mit den Räder unterwegs und das tut gut. Der Umwelt ebenso.

Nach einer Arbeit kommt die nächste. Jeder Tag ist ein Balancieren zwischen Kunst und ganz normalen, lästigen bürokratischen Aufgaben am PC, Alltagserledigungen, Einkaufen, Haushalt, Kochen und so weiter – was traditionell jede/r  kennt. Durch den Tag mache ich mir immer wieder Notizen, versuche die Gedanken über das neue künstlerische Projekt, das ich zur Zeit habe, zu ordnen, nicht zu verlieren. Und doch, verliere ich so viel. Ich schreibe langsam, male eher schnell und eigentlich habe ich keine bestimmte Zeit dafür. Es gab z. B. eine großzügige, schöne Phase, in der ich fast nur nachts malen konnte …

So oder so kommt unser Abendbrot ständig ungesund spät zu uns, danach sind die süßen Träume an der Reihe. Nicht selten bei mir eher das lange Warten. Wenn sich mein TraumGrafSchlaf wieder mal als unzuverlässig erweist, dann lese ich oder höre klassische Musik. So sind einige Stunden doch noch gerettet.

Tania Rupel Tera _Schriftstellerin und Künstlerin  

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht leicht für alle zu sprechen, dennoch mein Gefühl: Jetzt dürfen wir auf keinen Fall die Führung der Angst überlassen. Sicher, die Lage ist sehr kompliziert, alles ist miteinander verflochten. Beim Nachrichten schauen empfinde ich manchmal eher Scham, mir noch  Sorgen zu machen. Ja, es ist nicht leicht, trotzdem denke ich mir – etwas zu sparen und zu verzichten ist nicht unmöglich. Ich versuche, nicht zu vergessen, wofür ich dankbar bin. So viele angeblich selbstverständliche Sachen – hat jemand irgendwo überhaupt nicht mehr oder sogar nie hatte. Angesichts solcher unfassbaren Tapferkeit – wie diese der Menschen in der Ukraine, der Protestierenden in Iran, Russland und überall, wo das verboten ist und so hart bestraft wird, ist es mir peinlich, einzig an mich zu denken.

Für mich persönlich ist es auch wichtig, den Humor nicht zu verlieren. Sogar wenn ich die Nerven kurz verliere, wenn ich eine blöde Phase habe, dann muss der ironische Blick darauf folgen, mit seiner Schärfe, zugleich zwinkernd und hinterfragend. Die Kunst, Musik und Gedichte helfen mir, die dunklen Abschnitte zu überstehen. Musik kann heilen. Sie erreicht eine Tiefe in uns, aus welcher ein Geist der Besinnung, des Friedens mit uns selbst und die Welt nach oben steigt. Manchmal schafft das auch eine unerwartete Geste der Güte,  sicherlich die Natur auch. In schwierigen Momenten versuche ich mich an Verse zu erinnern, die Hoffnung und Trost spenden. Strophen, wie diese von Christine Lavant sind zur Formel geworden: „Angst, leg dich schlafen, / Hoffnung, zieh dich an, / du musst mit mir gehen … „

Tja, hin und wieder schmunzle ich, bin neidisch auf die Angst. Sie darf so oft schlafen, und ich frage mich: Wieso bleibe ich wach? … Zeilen wie die von Hilde Domin: “Die schwersten Wege / werden alleine gegangen …“ ; Besonders: „ Nicht müde werden …“ … Oder: „Aber solange ich atme / auch was / auf der Hand liegt / muss ich / aus der Hand zu geben / bereit sein …“ von Erich Fried … So ist einfach das Leben. C’est la vie.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Aufbruch, Neubeginn – das alles klingt irgendwie positiv, zurzeit haben wir natürlich ein ganz anderes Gefühl. Seit Februar hat Europa keinen Frieden mehr. Es ist Krieg. So nah, dass wir nichts mehr verdrängen können. Die Klimakrise ist auch riesig. Eins ist sicher – mit „weiter so machen“ wird es nicht mehr gehen, auf dem persönlichen und politischen Niveau.

Die Kunst wird weiter auf ihre Weise die Welt erfassen, und doch neu entstehen lassen, bewegen. Durch ihre besondere Kraft, ihre konzentrierte Schönheit ( die nicht selten sich so hässlich und schmerzhaft anfühlt), durch ihre Weisheit. Früher, als ich noch jung war, fragte ich mich eine Weile – wie viel Waffen werden pro Tag produziert? Und wie viel Kunst und Kreatives entsteht in derselben Zeit auf dem ganzen Planet? Davon zu schweigen, wie viel von der existierenden Kunst wieder und wieder mal irgendwo auf unserer Erde gerade betrachtet, gehört und erlebt wird. Es ist so eine unmögliche Statistik, so ein Gedanke über die Energie und die Möglichkeiten der Kunst und Kunstschaffenden … Mir ist längst die Romantik vergangen, es ist klar: Kein Krieg wird von einem Buch oder einem Ballett aufgehalten. Die Prioritäten in unseren Gesellschaften liegen offensichtlich woanders. Die menschliche Natur ist so, wir beweisen es immer wieder. Wir schaffen, können fast alles und lernen doch nichts dazu. Das ist ein Rätsel, ist absurd, lustig und tragisch gleichzeitig. Trotzdem dürfen die grundlegenden Werte nicht verloren gehen!

Die Kunst ist „eine Metapher für das Unsterbliche“ – hat ein kluger Mann gesagt. Wer war er? Mein Gedächtnis lässt mich jetzt im Stich, egal; er war ein Maler, Musiker … Eine Dichterin dagegen weiß: „ Jeden Tag lernen wir die Kunst des Verlierens“. Ja, das ist auch unsere Kunst, Tag für Tag. Auf jeden Fall habe ich ihren Namen ebenso verloren:).

Was liest Du derzeit?

„Der Sommer vor der Dunkelheit“ von Doris Lessing, plus unzählige Gedichte, kreuz und quer durch die alte-neue WeltPoesie. Zuletzt die Anthologie Versnetze 2022, gerade auch Pablo Neruda und Michael Krüger. Diese Mischung hat sich wie ein Kontrapunkt gefühlt, inspirierend.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Nun bin ich dankbar, mein Gedächtnis schenkt mir doch noch ein vollständiges Zitat! Diese wenigen Worte von Alberto Giacometti sagen so viel: „Man macht nur Fortschritte, wenn man nicht mehr weiter weiß.“ Also hoffen wir …

Vielen Dank für das Interview liebe Tania, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Tania Rupel Tera, Schriftstellerin und Künstlerin 

Foto_privat.

22.10.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst ist da, um mit Stärke, Schönheit, Freiheit, Unverletzlichkeit zu glänzen“ Tatjana Gromaca, Schriftstellerin _ Pula 26.11.2022

Liebe Tatjana Gromača, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Moj uobičajeni radni dan počinje obiteljskim i kućanskim obavezama, slušanjem radijskih emisija, glazbe.. Često ujutro vježbam, šetam psa, nakon čega se okrećem poslu. Odlazim u svoj „atelje“, kako zovem sobu u kojoj pišem, i radim. Uvijek ima više započetih stvari, pa ovisno o danu, o raspoloženju, osjećaju koji u meni prevladava, odlučujem na kojem ću tekstu raditi. Već i sat i pol, dva sata u mom „ateljeu“ bude mi dovoljno za jedan dan. Gledam da održavam kontinuitet. To je što se tiče kreativnog rada. Ako je u pitanju intelektualni rad, čitanje, istraživanje, pisanje bilježaka ili već rad na konkretnom eseju, ogledu, kritici, to traži više vremena i uzme mi gotovo cijelo vrijeme do povratka kćeri iz škole i supruga sa posla. Na večer, kada završim sa svim obavezama, često čitam. Vikendi su rezervirani za obitelj, ali kako smo u obitelji svi kreativci, suprug je također pisac, kćer puno i rado crta, tako se katkada i vikendom volimo na sat, dva povući i zaokupiti svatko sa svojim interesom.

Mein gewöhnlicher Arbeitstag beginnt mit Familien- und Haushaltspflichten, dem Hören von Radiosendungen, Musik… Ich mache morgens oft Sport, gehe mit dem Hund spazieren und wende mich danach der Arbeit zu. Ich gehe in mein „Atelier“, wie ich den Raum nenne, in dem ich schreibe und arbeite. Es gibt immer mehr Dinge zu beginnen, also entscheide ich je nach Tag, Stimmung, Gefühl, das in mir vorherrscht, an welchem ​​Text ich arbeite. Schon anderthalb, zwei Stunden in meinem „Atelier“ reichen mir für einen Tag. Ich versuche, Kontinuität zu wahren. Darum geht es bei der kreativen Arbeit. Wenn es sich um intellektuelle Arbeit handelt, Lesen, Recherchieren, Notizen schreiben oder Arbeit an einem konkreten Aufsatz, einer Kritik. Das nimmt fast meine gesamte Zeit in Anspruch, bis meine Tochter von der Schule und mein Mann von der Arbeit zurückkommen.

Abends, wenn ich alle meiner Pflichten erledigt habe, lese ich oft. Wochenenden sind der Familie vorbehalten, aber da wir alle kreativ in der Familie sind, der Mann auch Schriftsteller ist, die Tochter gerne und viel zeichnet, ziehen wir uns am Wochenende auch mal gerne für ein, zwei Stunden zurück und beschäftigen uns mit unseren eigenen Interessen.

Tatjana Gromača, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? 

Uvijek je posebno važno za svakoga biti zdrav, koliko je to moguće,brinuti za održanje ravnoteže u svome životu, biti što više u suglasju, ravnoteži sa zbiljskom prirodom vlastitoga bića. Težiti harmoniji, sam sa sobom, i kroz odnose sa drugima. Osluškivati sebe, poznavati sebe, biti budan nad sobom, nad svojim mislima, riječima, akcijama. Nastojati sagledavati dublje motivacije. Ne strahovati pred otvaranjem bolnih pitanja, jer iza susreta sa boli stoji mogućnost iscjeljenja. Biti odvažan, usuditi se misliti, i biti uvijek blizu pitanja vlastitog srca, jer tu su pohranjene najvažnije stvari svakog života. Biti vrijedan, pokušavati u svemu dati najbolje od sebe. Gledati da ostvarujemo vlastitu svrhu.

Es ist für jeden immer besonders wichtig, möglichst gesund zu sein, sich um die Balance in seinem Leben zu kümmern, möglichst im Einklang, im Gleichgewicht mit der wahren Natur des eigenen Wesens zu sein. Streben Sie nach Harmonie mit sich selbst und durch Beziehungen zu anderen. Höre auf dich selbst, erkenne dich selbst, sei dir deiner selbst bewusst, deiner Gedanken, Worte, Taten. Versuchen Sie, tiefere Motivationen zu sehen. Scheuen Sie sich nicht, schmerzhafte Fragen zu stellen, denn hinter der Begegnung mit dem Schmerz liegt die Möglichkeit der Heilung. Mutig zu sein, zu denken und immer nah an den Fragen des eigenen Herzens zu sein, denn dort sind die wichtigsten Dinge eines jeden Lebens gespeichert. Fleißig zu sein, zu versuchen, in allem sein Bestes zu geben. Zu sehen, dass wir unseren eigenen Zweck erreichen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu? 

Umjetnost je tu da svijetli, snagom, ljepotom, slobodom, neprikosnovenosti, vrsnoćom svoje izvedbe, svoga stila i svoje misli.

Kunst ist da, um mit Stärke, Schönheit, Freiheit, Unverletzlichkeit, der Exzellenz ihrer Leistung, ihres Stils und ihres Denkens zu glänzen.

Was liest Du derzeit?

Bavila sam se ovih dana proučavanjem djela španjolskog pisca i filozofa, mislioca, Miguela de Unamuna. Od njegove proze, za koju uviđam da je izvršila utjecaj na otvaranje modernijih mogućnosti pisanja proze u španjolskoj književnosti, na početku 20. stoljeća, puno me se je više dojmilo njegovo glasovito filozofsko djelo „O tragičnom osjećanju života“. Uvidjela sam kroz to širu važnost i utjecaj ovoga filozofa na oblikovanje zapodnoevropske samosvojne i slobodoumne, emancipirane liberalne misli, koja se opire uplivima ideologija. Čitala sam nedavno i kratak roman Marguerite Yourcenar, „Oproštajni udarac“, veoma lirsku, rafiniranu prozu o ljubavi, strasti, prelijepo napisanu i punu mudrog, dostojanstvenog poznavanja čovjeka.

Trenutno čitam dnevničke proze najvećeg majstora hrvatske literature, Miroslava Krleže. Riječ je o vrhunskoj literaturi koju mnogi čitaju i kao povijesni i politički dokument, a Krleža impresionira, osim raskošnim talentom, jednako takvom i erudicijom. Svako toliko uzmem u ruke knjigu razgovora, dijaloga koje su svojevremeno vodili Marguerite Duras i Jean – Luc Godard. Volim ovu neobičnu knjigu jer je vrlo oslobađajuća, lucidna, zbog samosvjesnosti protagonista tih razgovora, neuvjetovanosti okvirima i standardima, i jer Duras i Godard vode razgovor na jednoj rijetko podudarnoj razini dvoje umjetnika i intelektualaca koji se susreću u doba svojih životnih zrelosti, sa puninama svojih individualnih iskustava i što je još važnije, umjetničkih ostvarenosti.

In diesen Tagen studiere ich die Werke des spanischen Schriftstellers, Philosophen und Denkers Miguel de Unamun. Von seiner Prosa, die meines Erachtens einen Einfluss auf die Eröffnung modernerer Möglichkeiten des Prosaschreibens in der spanischen Literatur hatte, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dadurch sehe ich die umfassendere Bedeutung und den Einfluss dieses Philosophen auf die Bildung des westeuropäischen unabhängigen und freigeistigen, emanzipierten liberalen Denkens, das sich dem Einfluss von Ideologien widersetzt. Neulich habe ich einen Kurzroman von Marguerite Yourcenar gelesen, „The Farewell Blow“, eine sehr lyrische, raffinierte Prosa über Liebe, Leidenschaft, schön geschrieben und voller weiser, würdevoller Menschenkenntnis.

Ich lese gerade die Tagebuchprosa des größten Meisters der kroatischen Literatur, Miroslav Krleža. Es ist ein großartiges Stück Literatur, das viele Menschen sowohl als historisches als auch als politisches Dokument lesen, und Krleža beeindruckt nicht nur durch sein großartiges Talent, sondern auch durch seine Gelehrsamkeit. Hin und wieder greife ich zu einem Buch mit Gesprächen, Dialogen, die Marguerite Duras und Jean-Luc Godard einst geführt haben. Ich liebe dieses ungewöhnliche Buch, weil es sehr befreiend und klarsichtig ist, wegen der Selbsterkenntnis der Protagonisten dieser Gespräche und nicht wegen der Rahmenbedingungen und Maßstäbe, und auch weil Duras und Godard ein Gespräch auf einem selten erreichten Niveau zwischen zwei Künstlern und Intellektuelle führen, die sich in der Zeit ihrer Reife begegnen, mit der Fülle ihrer individuellen Erfahrungen und, was noch wichtiger ist, ihrer künstlerischen Leistungen.

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„Ne čitajte kao što čitaju djeca, da se zabavite, niti kao što čitaju ambiciozni ljudi, da nešto naučite. Ne, čitajte da biste živjeli.“, Gustave Flaubert, iz jednog pisma, pisanog 1857. godine.

„Lesen Sie nicht, wie Kinder lesen, um sich zu unterhalten, und wie ehrgeizige Menschen lesen, um etwas zu lernen. Nein, lesen Sie, um zu leben“, Gustave Flaubert, aus einem Brief von 1857.

Vielen Dank für das Interview liebe Tatjana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Tatjana Gromača, Schriftstellerin 

Foto_Radenko Vadanjel

Romanneuerscheinung _ Tatjana Gromača, Die Göttlichen Kindchen _Aus dem Kroatischen von Will Firth_STROUX edition 11_2022

Auf sehr poetische Weise erzählt Tatjana Gromača vom Zerbrechen ihrer Mutter in der Zeit der Wirtschaftskrise, des wütenden Nationalismus und des Krieges in Kroatien in 90er Jahren. Sie verknüpft die Diagnose des Zustands ihrer Mutter bzw. ihrer Eltern mit einer bisweilen drastischen und ironisch-witzigen Beschreibung der durch den Bürgerkrieg zerstörten „kranken“ Gesellschaft.

Tatjana Gromača erhielt für ihren Roman den „Vladimir Nazor Preis für Literatur“ und den „Jutarnji Preis als Roman des Jahres 2013“ in Kroatien.

https://stroux-edition.de/#aktuell

22.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gewalt im Nacken“ Josef Golderer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Köln 26.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gewalt im Nacken

In Tastkörpern Deiner Haut

Verfängt sich ihr Gift

Elendig lang auch nach deren Tod

Plötzlich jedoch, zuweilen – wenn

Ein mildes Morgenlicht Dir Tatkraft verheißt,

Abendstille dich weich werden lässt,

Caféduft den Rattengestank des Kriegs übertönt,

Ein Zauber sich über Deine Höllenwelt sanft legt,

All diese Momente unendlicher Wirklichkeit

Chiffren einer neuen Sprache, die

Heilung und Lösung verspricht, ein Fingerzeig nur,

Andere Wege zu gehen.

Nichts wirkt dann mehr unmöglich im

Crescendo steigenden Lebens

Einige mögen es wohl Frieden oder auch Liebe nennen


Josef Golderer, 12.11.2022

Josef Golderer, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Josef Golderer, Schriftsteller

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 12.11.2022.

https://literaturoutdoors.com