Buchcountdown_“Die erste Veröffentlichung bewegt sehr unterschiedliche Lebensbereiche“ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _Romanneuerscheinung „feuchtes Holz“ _Wien 3.8.2023

Liebe Sophia Lunra Schnack, der countdown für die Veröffentlichung Deines ersten Romans läuft. Am 23.August erscheint „feuchtes holz“ im Otto Müller Verlag.

Wie erlebst Du diese Tage jetzt, welche Vorbereitungen gibt es noch und wie gehst Du auf die Veröffentlichung zu?

Ich werde langsam richtig nervös, aber es ist eine positive Nervosität. Eine immer mehr Freude werdende Vorfreude, die sich mit ein bisschen Angst vermischt. Momentan arbeite ich noch an meinen Lesevideos, die in wenigen Tagen vom Verlag gepostet werden, also eines pro Woche. Und ich habe das erste Mal in meinem Leben das Bedürfnis, meine Wohnung richtig zu räumen, zu entrümpeln, zu putzen. Ich weiß nicht, womit das genau zusammenhängt (und es ist keine Reaktion auf den heurigen Bachmannsiegertext!); aber wohl damit, vor der Veröffentlichung noch ordentlich zu entschlacken. Ohne spirituell werden zu wollen, aber auch privat und familiär versuche ich das gerade so sehr wie noch nie. Die erste Veröffentlichung bewegt sehr unterschiedliche Lebensbereiche, damit hatte ich nicht gerechnet.

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _
Romanneuerscheinung „feuchtes holz“ 23.8.2023 Otto Müller Verlag

Wie kam es zum Thema des Romans und wie gestaltete sich der Schreibprozess?

Das Thema hat schon sehr lang in mir geschlummert, aber in völlig ungeschriebener Version. Als nicht materielle Präsenz, sozusagen. Ich habe dann in den 2010er Jahre ab und zu etwas notiert, aber wieder verworfen. Konkret habe ich mich dann im Dezember 2019 an das Thema herangeschrieben, mit dem Text „Crescendo, decrescendo“, der 2021 in den manuskripten erschienen ist. Im Februar 2021 habe ich dann begonnen den Roman zu schreiben. Innerhalb eines halben Jahres habe ich drei zweiwöchige Schreibaufenthalte für den Roman eingelegt, dabei ging es relativ schnell. Eben weil es schon so lang geschlummert hat, war es wie ein Loslassen, ein von-der-Leine-lassen.

Dein Roman „feuchtes holz“ ist eine Reise zu Kindheit, Erinnerungen, Familie, Menschen und Orten „bleibender Bilder“. Welche Bedeutung und Wirkmächtigkeit haben Orte für Dich?

Ich bin davon überzeugt, dass uns Orte genauso prägen wie Personen. Gerade dann, wenn wir sie mit Personen verbinden, mit denen wir dort waren. Ich spreche auch an einer Stelle von „Gesichtern einer Landschaft“: vertraute Gegenden, vor allem Gegenden der Kindheit, bekommen für mich fast menschliche Züge: da kann ein Gebäude einen schon ansehen, entgegenwerfen, wohin man sich verändert hat seit dem letzten Besuch. Und das ist dann auf jeden Fall ehrlich bis schonungslos. Oder ein Baum, der schon immer da war, um den hat man Angst, der darf auf keinen Fall verschwinden.

Was unterscheidet für Dich Erinnerung und Abschied?

Die Erinnerung ist eine Konsequenz von Abschied. Sobald eine Phase, eine Beziehung zu jemandem endet, ein Lebensort sich verschiebt, setzt Erinnerung ein. Ohne dieses Abschiedserlebnis, ist sie nicht notwendig, nicht möglich. Ich kann sehr schlecht mit Abschied umgehen, vor allem, wenn ich mich selbst dazu entschließen muss. Ich denke, es gibt auch zwei Arten von Abschieden. Einen, auf den man sofort mit dem Wunsch reagiert, alle Erinnerungen zu beleben, festhalten zu wollen, präsent zu halten, nichts zu verlieren. Und eine Form von Abschied, wo man versucht, versuchen muss, möglichst nicht präsent zu halten, nicht zu halten, zu vergessen. Erst wenn das Vergessen da gelungen ist, erinnert man sich wieder gern. Das wäre zumindest das aktive Erinnern, das für mich meist positiv besetzt ist; das passive überrumpelt, überfordert oft. Und kommt eher, wenn Abschied nicht wirklich stattgefunden hat.

Das Erinnern, Zurück-Gehen ist in Deinem Roman etwas sehr sinnlich Erfahrbares. Welche Bedeutung kommt dem Körper, den 5 Sinnen im Prozess des Erinnerns wie des Abschied-Nehmens, Weitergehens des Lebens zu?

Der Körper ist meiner Meinung nach immer schlauer und schneller als der Verstand. Ich schreibe und denke nicht primär rational, das Rationale entwickelt sich aus dem Sinnlichen, Körperlichen. So entsteht zwischen Erinnerung und Gegenwart auch etwas Organisches: die Erinnerung geht vom gegenwärtigen Körper aus, wird von Sinneseindrücken geweckt, dann aktiv aufgerufen und weitergesponnen. Bei einem einschneidenden Abschiedserlebnis, ist mein Denken Zuschauer der körperlichen Filme, Bilder in mir. Ich kann diese nur beschreiben und so Verbindung zu meinen Reflexionsprozessen herstellen. Dabei werden meine Gedanken über Geschehenes automatisch zu Gedanken über Jetziges, über Kommendes. Das heißt, es werden aus den körperlichen Filmen, dann dem aktiven Erinnern, letztlich Möglichkeiten von Gegenwart beziehungsweise Zukunft abstrahiert.

Erinnerung ist in Deinem Roman wesentlich mit dem Prozess des Fragens zur persönlichen Existenz, Sinn, Weg verbunden. Wie siehst Du diesen inneren Lebens-Dialog?

Ich glaube, dass wir die Grenzen zu Vergangenem manchmal viel zu strikt zeichnen, zeichnen wollen. Und wir damit etwas abwürgen, das aber Raum braucht. Dann staut es, bricht vielleicht einmal heraus, frisst jedenfalls Energie. Wenn das Vergangene seinen gegenwärtigen Raum bekommt, kann erst die Frage nach der eigenen Lebenslinie Sinn bekommen. Und Lebenslinie bedeutet, eine kontinuierliche Linie, die nicht so genau zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft unterscheidet. Sie setzt sich immer fort, bricht nicht ab, beginnt auch nicht neu. Das funktioniert nicht. In diesem Sinne ist der Lebensdialog, von dem Du sprichst, immer ein erinnernder und Zeiten übergreifender.

Im Roman sprichst Du von „Schichten von Stille“ am Weg zurück. Welche Bedeutung hat Stille für Dich persönlich und als Schriftstellerin?

Ja, Schichten von Stille. Bei der erwähnten Romanstelle geht es darum, dass die Erzählerin sich erst an die Stille, die sie an ihrem persönlichen Erinnerungsort antrifft, gewöhnen muss. Schicht für Schicht erlegt sie die Stille zunächst, überfordert sie sogar. Bis sie sich in einer neuen Art von Geräuschkulisse einfindet. Eben der Geräuschkulisse, aus der Stille besteht. Beim Übergang von der einen zur anderen Wahrnehmungsebene gibt es einen kurzen Moment, wo sie meint, nichts zu hören. Und dann setzen diese Schichten von Stille ein: ein Wasserplätschern, ein Windhauch, ein Kiesel, der sich unter Zehen verschiebt. Diese Art von Stille, in der eine andere Art von Gehörsinn geweckt wird, brauche ich sehr stark für mein Schreiben. Sie hat auch mit gewählter Langsamkeit zu tun, die Töne nicht zielgesteuert filtern muss, sondern warten und dann alles nehmen darf.

Du verbindest in Deinem Roman verschiedene Textebenen, Prosa und Lyrik, in denen sich das Thema öffnet. Diese ganz spezifische Textform umfängt schon zu Beginn ganz intensiv und lässt begeisternd bis zum Ende nicht los. Wie kommt es diesem ganz besonderen Stil?

Das war keine bewusste Entscheidung, dieser Stil hat sich schon in den ersten Seiten aufgedrängt. Ich habe gemerkt, dass ich so viel mit Tempo, Verlangsamung und Beschleunigung spielen kann. Dass es mir manchmal zu schnell geht, Worte, die in einem Satz aneinandergereiht sind, untergehen, fast verschwinden können. Das wollte ich vermeiden. Das heißt, zu den lyrischen Passagen kommt es insbesondere dann, wenn es dem Text unmöglich wird, weiterzulaufen. Wenn eine Stimmung, ein Bild, ein Wort sich ausdehnen sollen. Sprache nachtropfen soll.

Wo wirst Du Deinen Roman demnächst vorstellen?

Die ersten Termine sind bei der Literaturmeile in Wien, im Stifterhaus in Linz und im Literaturhaus Wien. Meine Lesetermine werden übrigens alle auf der Verlagsseite von Otto Müller (Sophia Lunra Schnack | Otto Müller Verlag Salzburg (omvs.at)) und meiner Homepage (Lesungen (sophialunraschnack.com) ) regelmäßig aktualisiert.

Welchen Platz bekommt der erste Roman in der Wohnung einer Schriftstellerin?

Ich weiß gerade nicht, wie ehrlich ich jetzt sein soll. Momentan steht jedenfalls noch der Versandkarton mit den Freiexemplaren unter meinem Couchtisch, genau unter Mayröckers 1 Nervensommer. Mein persönliches Leseexemplar liegt gerade entweder am Nachtkästchen oder auf dem CD-Player. Und wird hoffentlich noch oft die Wohnung in seinem weißen Seidentäschchen verlassen!

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _
Romanneuerscheinung „feuchtes holz“ 23.8.2023 Otto Müller Verlag

Liebe Sophia, vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg für Deinen wunderbaren Roman!

Der Debütroman „feuchtes holz“ von Sophia Lunra Schnack erscheint am 23. August 2023 im Otto Müller Verlag.

„feuchtes holz“ Sophia Lunra Schnack. Roman. Otto Müller Verlag   

Veröffentlichung: 08/2023

ISBN: 978-3-7013-1308-2

320 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Preis: € 26

E-Book: € 21,99

feuchtes holz

Zur Person_ Sophia Lunra Schnack (*1990) lebt und schreibt überwiegend in Wien. Sie verfasst Lyrik und (lyrische) Prosa, die bisher u.a. in den Manuskripten, in der Poesiegalerie, in Das Gedicht oder in den Signaturen publiziert wurden. 

Ihre Texte rücken Materialität, Musikalität und Sensualität von Sprache ins Zentrum. 

Die Autorin schreibt sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch. Immer wieder sucht sie eine klanglich-atmosphärische Annäherung zwischen beiden Sprachen.

2022 erhält sie den rotahorn-Förderpreis.

Im August 2023 erscheint im Otto Müller Verlag ihr Debütroman „feuchtes holz“.

https://www.sophialunraschnack.com/

Interview&alle Fotos Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig   8/23

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„Gather, don’t separate“ Marko Markus, Komponist _ Give Peace A Chance _ Wien 2.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gather, don’t separate

Inspire, don’t hide

Value diversity, don’t discriminate

Express love and joy



Pray for peace and love

Educate yourself

Appreciate, don’t be greedy

Create, don’t ruin

Embrace your true self



Aspire to strong values



Care about your planet

Help contribute to its recovery

Agitate, don’t turn your back

Never stop hoping

Change for the better

Enjoy life

Marko Markuš, 24.7.2023

Marko Markuš, Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer _
Station Bei Malina _ Romanschauplatz Wien

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Marko Markuš, Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer

Zur Person _ Marko Markuš (*1990) ist ein in Wien lebender kroatischer Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer.

Markuš studierte Komposition bzw. Medienkomposition und angewandte Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Beide Studienrichtungen schloss er mit
Auszeichnung 2015 und 2016 ab.

Seine Werke, für die er mehrere Preise und Stipendien erhielt, wurden auf renommierten
Festivals aufgeführt – darunter Wien Modern, Grafenegg Festival, Muzički Biennale Zagreb, Glazbena tribina.

Außerdem organisiert er Konzerte zeitgenössischer Musik mit Uraufführungen hauptsächlich jüngerer Generationen. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit unterrichtet er Instrumentation am Institut 1 der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und musiktheoretische Fächer an der Amadeus Music & Arts Academy.

Er ist Mitglied des Österreichischen sowie des Kroatischen Komponistenbundes.

Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Malina 6/23.

24.7.2023_Walter Pobaschnig

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„Kunst ist unsere geistige Nahrung“ Linde Waber, Künstlerin _ Wien 2.8..2023

Liebe Linde, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer viele Termine!

Linde Waber, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Menschlichkeit, an andere denken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater, der Kunst an sich zu?

Die Gesellschaft verändert sich total, immer wichtiger wird dadurch das Geistige… Kunst ist unsere geistige Nahrung.

Was liest Du derzeit?

Immer mehrere Bücher: Bodo Hell, Omnibus; Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete; Gertraud Klemm, Muttergehäuse; Robert Kraner, Kreide

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Alles ist unerhört spannend“

Vielen Dank für das Interview liebe Linde, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Linde Waber, Künstlerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Linde Waber, Künstlerin

Zur Person_Linde Waber, lebt freischaffend in Wien, Zwettl und auf Reisen.

Biografie

Foto_privat

„Gewachsen“ Irmgard Gottschlich, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Rehlingen/D 1.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gewachsen

Im

Vertrauen

Eine


Prächtige

Erdbeere

Aaf

Cäcilie`s

Erde


Aufgesammelt


Cabrio

Hält

Auch

Nach

Cola

E

Irmgard Gottschlich, 26.7.2023

Irmgard Gottschlich, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Irmgard Gottschlich, Künstlerin

Zur Person_Irmgard Gottschlich, Künstlerin

1939 geboren in Hamburg

1970 –76 Studium der Malerei und Grafik in Hamburg

1993- 2013 Initiierung von Ausstellungs- und Werkstattgesprächen

Juroren- und Kuratorentätigkeit für  die Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein

2013 Projektentwicklung „Amelinghausener Kunststücke“ ( Sculpturen im Lopaupark) zusammen mit Harald Finke

wiederkehrend Konzeptentwicklung und Kuratorentätigkeit

ab 2017 Jurymitglied im KV Buchholz

ab 1977 Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. Hamburg, Lübeck, Kiel, Berlin, Mannheim, Dortmund, Trier, Norköpping, Erfurt, Magdeburg, Ahrensburg, Soltau, Buchholz, Brunsbüttel, Bonn, Freiburg, Essen, Kirchberg an der Jagst

www.irmgardgottschlich.de

www.tischdecken-kunst.de

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 26.7.2023

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„Literatur und Kunst können in utopischer Kraft Wegweiser sein“ Waltraud Zechmeister, Schriftstellerin _ Wien 1.8.2023

Liebe Waltraud Zechmeister, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Kreativ, spontan manchmal einfach da sein, dann wieder nach Plan und Struktur, bin in Pension, kann lang schlafen und spät ins Bett oder umgekehrt, lesen, malen, schreiben, Haushalt….

Waltraud Zechmeister, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Frieden, Achtsamkeit, Respekt, Liebe

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst können Probleme aufdecken, aber auch einfach Utopien als Wegweiser darstellen.

Was liest Du derzeit?

Kingsbridge von Follett

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Stell dir vor

Es ist Frieden

Und jeder poliert seine Möbel

(Waltraud Zechmeister)

Vielen Dank für das Interview liebe Waltraud, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Waltraud Zechmeister, Schriftstellerin

Zur Person_Waltraud Zechmeister wird  am 9.5.1958 in Wien geboren. Von 1976 bis 1980 studiert sie Germanistik und Romanistik für das Lehramt. Von 1985 bis 2020 unterrichtet sie am BORG 1. Neben Familie und Beruf widmet sie sich immer mehr der Kunst, die Dichtung begleitet sie seit ihrer Pubertät, zur Malerei und Fotografie kommt sie durch Kunstkurse in Zakynthos und in Wien. Ab 2010 geht sie mit ihren literarischen und bildnerischen Werken an die Öffentlichkeit:  Zahlreiche Publikationen in Literaturzeitschriften, Lesungen und Vernissagen folgen.Herzlich willkommen in dem Kunstuniversum von Waltraud Zechmeister – waltraud-zechmeisters Webseite!

2015 und 2016 erscheint jeweils ein Buch von Waltraud Zechmeister im arovell Verlag (siehe Publikationen)

9.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„wir sollten die Menschen wieder zum Theaterbesuch „verführen“.“ Edda Petri, Schauspielerin _ Saarbrücken 31.7.2023

Liebe Edda Petri, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Weil mein Beruf ja ein sehr abwechslungsreicher ist, ist auch mein Tagesablauf -Gott sei Dank! 😊– nie gleich. Im Moment habe ich viele Einsätze als Synchronsprecherin für den deutsch-französischen TV-Sender arte. Auch betreue ich ein Soziokulturprojekt mit benachteiligten Kindern und inszeniere mit ihnen Kindermusicals. Daneben kommt natürlich auch meine Tätigkeit als Bühnenkünsterin nicht zu kurz. Ich spiele aktuell das Stück „Peggy Guggenheim-Woman before a Glass“ von Lanie Robertson, das ich selbst übersetzt habe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meinen Kindern, ich habe 2 Söhne, und mache lange Spaziergänge mit meinem Hund (einem Collie).

Edda Petri, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir müssen mit Entschiedenheit antidemokratischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegen treten und wieder zu mehr WIR-Gefühl kommen. Ich beobachte mit Sorge, wieviel rauer und auch intoleranter der Ton in Diskussionen geworden ist. Ich wünsche mir von allen Seiten ein besseres Zuhören können.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater war immer ein Raum des Zusammenrückens und der Auseinandersetzung und Konzentration auf Themen, die uns alle angehen. Ich glaube aber, dass es wichtig und richtig ist, dass die Institutionen Theater/Museen/Festivals sich mehr öffnen, also mehr aktiv auf die Menschen/Besucher zugehen und sie auch .B. in Jugendtheater-Clubs integrieren und an Entstehungsprozessen lassen. Der Theaterbesuch gehört nicht mehr „automatisch“ zur Freizeitgestaltung von heute mit dazu, sondern wir sollten die Menschen wieder dazu „verführen“.

Was liest Du derzeit?

John Irvings Roman: „Der letzte Sessellift“ und Robert Seethaler:“Das Café ohne Namen“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Schauspieler sollen die Zuschauer nicht belehren, sondern berühren.“

Vielen Dank für das Interview liebe Edda, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Edda Petri, Schauspielerin

Zur Person _ Edda Petri absolvierte ihre Schauspielausbildung in München. Parallel hierzu erhielt sie Gesangs- und Tanzunterricht. Schon während ihrer Ausbildung spielte sie an den Münchner Kammerspielen in Dieter Dorns Faust. Nach einem ersten dreijährigen Festengagement am Pfalztheater Kaiserslautern, spielte sie erneut an den Kammerspielen in München, diesmal in der Uraufführung von Herbert Achternbuschs „Auf verlorenem Posten“ an der Seite von Edgar Selge und Lambert Hamel. Im Anschluss hieran wirkte Edda Petri auch in zwei Kinofilmen von Achternbusch mit. Von 1991-1995 war sie Ensemblemitglied am Saarländischen Staatstheater; bis 1996 spielte sie dort noch als Gast. Seit 1996 arbeitet sie freischaffend. Sie war Mitglied der Geschäftsleitung der Musik & Theater Saar GmbH und Dramaturgin und Programmchefin der „Oper im Zelt“ in Merzig. Edda Petri ist bekannt aus zahlreichen Film- und TV-Produktionen (u. a. Tatort, Ein Fall für 2, RTL Stadtklinik, Balko, Zeit der Monster) und spielte an zahlreichen Theatern wie dem Grand Theâtre Luxemburg, dem Theater Trier, dem Theâtre des capucins, Kaleidoskoptheater und   dem Mierscher Kulturhaus in Luxemburg,dem Admiralspalast Berlin, am Theater 11 in Zürich und im Museumsquartier in Wien.

Seit 2013 arbeitet sie auch im Bereich Musiktheater und war Musicaldarstellerin u.a. als Audrey in „Der kleine Horrorladen“, Janet und Magenta in der „Rocky Horror Show“, Jenny in Bertholt Brechts „Dreigroschenoper“, Velma van Tussle in „Hairspray“, Fürstin Anhilte in „Die Csardasfürstin“,  sowie Violet in der deutschen Erstaufführung von Dolly Parton’s Musicalkomödie „9 TO 5“. In der Rolle der Morticia ging sie mit der „Addams Family“ mehrere Jahre auf Tour. 2016 sang und spielte sie unter der Regie von Claude Mangen, die Hauptrolle der Sally Adams in Irving Berlins Musical „Call me Madam“ in englischer Sprache.2022 wr sie Mitglied des Korso.Op. Kollektivs und spielte das Stück“Bang,Bang Tender“in Saarbrücken. Aktuell tourt sie mit dem Solostück „Peggy Guggengeim- Woman before a glass“ durch Deutschland.

Darüber hinaus ist Edda Petri auch als Sprecherin für Hörfunk / Hörspiele sowie als Synchronsprecherin  für arte tätig.

Foto_privat

20.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Es ist Ende Juli. Ich bin in Berck sur Mer“ Nasima Razizadeh, Schriftstellerin _ Köln 30.7.2023

Liebe Nasima Razizadeh wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ein guter Zufall, gerade jetzt gefragt zu werden, und ich befürchte andererseits schon vorab, die eigentliche Frage in der Frage zu verfehlen. In der Gegenwart, hier, jetzt, geht der Tag zwar zügigen Schrittes, läuft jedoch, endlich einmal wieder, weder bloß ab noch davon, und so hefte ich mich ihm ohne nachzudenken an die Fersen und allerlei huscht vorüber und umhüllt dennoch jeweils so gänzlich, dass man meinen könnte, es stemme sich Einer irgendwo gegen den – den! – Minutenzeiger und die Zeit müsse sich also aufstauen, sodass die Augenblicke von Stunde zu Stunde eine höhere Konzentration an aufgestauter Zeit enthalten.

Wie sieht das aus? Grelles kreisendes gefiedertes Gekreische von schräg oben (und dabei bin ich schon hoch oben im Dachgeschoss) und gedämpftes Licht morgens, wenn der Vorhang noch zugezogen ist, drei Schritte hinüber zum Wasserkocher tappen, kleine rasche Schlucke eigentlich noch zu heißen Kaffees, Melange aus Noch-Müdigkeit und Schon-Ungeduld, Buch im Bett, Notizheft neben dem Kopfkissen, Notizheft in der Hand, Buch in der Hand, Augen beim Wiederzuklappen erwischen, zwei oder drei Tassen Kaffee später: ans Meer gehen, augenblicklich ruhiger, beinah als hätte zuvor die Sorge bestanden, jemand könne es zwischenzeitlich weggenommen haben, gleißendes sanftes Licht unten am Wasser, Stille, ab und zu gerufene Worte in fremder Sprache, kaum Konturen, fast nur Flächen, durch die Gezeiten abwechselnd breite lange Flächen, blasse Farben, Rhythmen, Spuren, Sprache, das andere Buch mit Sand zwischen den Seiten, lichttrunken, sprachtrunken, Notizheft, lesen, schreiben, kritzeln, korrespondieren, aufsehen, durchstreichen, weiterlesen, anstreichen, emphatisch einkringeln, Tinte, Kugelschreiber, Bleistift, Daumen, weitergehen, im Kopf formulieren, Rätsel aufgebende Objekte am Strand betrachten, über den Himmel flackerndes auf der Wasseroberfläche schimmerndes beinahe kicherndes Licht, Vergessen des Vorformulierten, an einen Fels lehnen, an den Sand schmiegen, zeugenlos, Sandkörner auf der Haut und Kleidung wie unzählige winzige blinde Passagiere dulden, ins Meer gehen, im Meer taumeln, im Meer schwimmen, Sirenen hören aber nicht gehorchen, das Licht nun zu einer kleinen runden weißen Scheibe verdichtet, zu frieren beginnen, die Uhrzeit nicht kennen, an den Ein oder Anderen denken, zerzaust und fröstelnd „nach Hause“ stapfen abends, von Katzen am Straßenrand angestarrt werden, freundlich zurückstarren, Blickkontakt sonst meist meiden, Stille, Kirschbier hin und wieder, Pfirsiche aus dem Carrefour Express Supermarkt an der Rue de l‘Impératrice, Fleur de Sel, Sprache, Halbdunkel, Musik, rotes Blinken des kleinen neuerdings immerzu Akkunotstand simulierenden Lautsprechers, Minztee, ruhiges schwarzes Tropfen draußen, es regnet verlässlich jede Nacht, Sprache, vergessener lauwarmer Minztee, Dunkel, gute Erschöpfung. Alles ist einfach. Einfacher. Was nicht einfach ist, das tägliche Sich-Verlaufen, entzieht sich hier, wie sonst, dem Tagesablauf. Das zufällig getroffene Zeitfenster, aus dem heraus ich diesen präferierten, leider aber atypischen Tagesablauf beschreibe, ist, gemessen an der Festung eines ganzen Jahres, kaum mehr als eine Scharte, doch während ich nun schreibend hindurchblinzle durch meine schmale opake Sommer-Scharte, löst sich die restliche Jahresfestung auf und ganz kurz ist alles Fenster, ohne Glas.

Es ist Ende Juli. Ich bin in Berck sur Mer.

Nasima Sophia Razizadeh, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Von Zeit zu Zeit allein wegzufahren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich könnte als Leserin, Betrachterin, Beobachterin antworten, allerdings bin ich mir da keines anderen Aufbruchs und Beginns bewusst als des Aufbruchs und des Beginns, die Literatur und Kunst immer waren und immer aufs Neue auf die alte Weise sind.

Ich antworte also als Schreibende. Das Geschriebene ist eine Entscheidung für das Wort an sich und für die jeweils konkreten Worte, ist, allen vorangehenden Unsicherheiten zum Trotz, letztlich: Entschiedenheit. Ich erlebe hierin statt eines Aufbruchs eine nicht enden wollende Kaskade an Einbrüchen zurzeit, wohlwissend, dass dieses zurzeit zu allen Zeiten genutzt worden ist und genutzt werden wird, und mein Erleben durch intentionale Ignoranz sicherlich übersäht ist von blinden Flecken. Die Literatur scheint mir aber hier ein Exempel statuieren zu können, zu müssen, indem sie sich für die Wortwahl, den Wortwillen, das Wortwagnis, für Gewähltheit und Gewandtheit, mal für Zugewandtheit, mal für Abwendung, entscheidet. Das Wort ist kostbar. Das Wort, wie so vieles andere Verkannt-Kostbare, will, scheint mir, viel häufiger, und sei es bloß spielerisch, auf die Goldwaage gelegt werden.

Literatur muss nicht nur geschrieben, sondern auch gedruckt werden. Hierbei darf doch der Betrieb nicht vergessen, dass er nicht nur die Verantwortung trägt, den Nachttisch mit neuer (guter) Lektüre zu beliefern, sondern auch dem Schreibtisch die abgeschlossenen (guten) Manuskripte abzunehmen und also Raum zu schaffen für neue Texte. Das Herzstück dieses Kreislaufs bleibt aber der phantasierende, Worte wählende, sie verwebende, und ihnen, indes, in seiner Wildnis, auf eigene Kosten, Wohnraum gewährende Kopf.

Und Literatur muss nicht nur geschrieben und gedruckt, sondern auch gelesen werden, denn das Schreiben nährt sich davon, vom Gelesenwerden, wenn auch nur behutsam, wie in Spurenelementen. Dem Leser ist der Autor also ohnehin und auf alle Zeiten verbunden, zärtlich verbunden. Vielleicht sollte, dennoch und deshalb, der Graben wieder größer werden zwischen der Seite, auf der das Schreiben stattfindet, und der, auf der das Lesen stattfindet. Das Stimmengewirr ist allzu betäubend manchmal, und am wenigsten noch für die Ohren. Und gerad durch Rückzug, Distanz, Trennung würde womöglich der ungeheure Reiz von Begegnungen, Berührungen, Irritationen und Gesprächen anlässlich des Texts, des geschriebenen und des gelesenen, im Leben wieder spürbarer. Es hat schließlich das Schreiben, zumindest nicht allen Lesarten gegenüber, keine Entenfedern, die Erfahrung perlt nicht gänzlich an ihm ab. Das ergibt einen Anspruch, vor dem sich der Leser nicht verstecken kann. Primär aber ist es ein tröstlicher Gedanke, denn die Sprache kann sich doch auch manchmal ganz unantastbar geben, als sei sie fernes, fremdes Mondgestein in uns. Es gibt nichts Wesentlicheres, scheint mir, als dass keine Müdigkeit vorgetäuscht und dieses tropfnasse Mondgestein immer wieder aufs Neue aufgebrochen und behutsam ausgegossen wird.

Was liest Du derzeit?

Hölderlins Hyperion – weil es dieses spezifische, intensive und sanfte, Licht hier braucht, ein wunderschön unverhüllt bedürftiges Buch.

Und zum zweieinhalbsten Mal, aber, endlich, zum ersten Mal in der Übersetzung von Swetlana Geier, Strafe und Verbrechen, und zum ersten Mal, und nur deshalb erwähne ich es hier, habe ich die Mordszene unter freiem Himmel gelesen, am Strandrand, und fing in der Tat an, mich selbst schuldig und leicht paranoid zu fühlen, und hatte gleichzeitig vorübergehend Schwierigkeiten Raskolnikow nicht mit Meursault zu verwechseln, weil das fiktive Sankt Petersburg, die vierte Etage, die Schlaufe im Mantel, die blutige Socke und der reale Hochsommer, das Meer, die Sonne, die Schatten sich kurzzeitig verwirrend vermischten beim Lesen. Eine Empfehlung – oder Warnung!

Derzeit im weiteren Sinne:

Letztes Jahr zur genau gleichen Zeit am genau gleichen Ort: Celans Briefe an Diet Kloos-Barendregt – nur erwähnt, weil die Erwähnung so lohnenswert erscheint.

Kurz vor der Abreise: dekarnation von Eva Maria Leuenberger, draußen, nachmittags, und Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft von Antonin Artaud, drinnen, abends.

Bald: den neuen Roman von Patrick Modiano, Unterwegs nach Chevreuse, der, noch nicht aufgeschlagen, doch immer griffbereit liegt, auch jetzt. Man weiß ja bei Modiano schon im Vorhinein, was man lesen wird, und liest es gerade daher so ungemein gern.

Und, immer wieder mal, T.S. Eliot, parallel zu der Zeit.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„And indeed there will be time” (T.S. Eliot)

Vielen Dank für das Interview liebe Nasima Sophia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Nasima Sophia Razizadeh, Schriftstellerin

Zur Person_ Nasima Sophia Razizadeh, geboren 1991 in Frankfurt a.M., studierte Biologie und war seither in Forschung und Lehre tätig, um die Arbeit am Eckschreibtisch, die zentral und Enklave zugleich ist, zu schirmen. Nennenswerte Lebensorte sind bzw. waren Köln, Heidelberg, Wien und Edinburgh. Ihre Texte wurden durch die Literaturhäuser Salzburg (H.C.-Artmann-Stipendium), Stuttgart und Wuppertal ausgezeichnet und waren u.a. in den Zeitschriften poet und mosaik zu lesen. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheint bei Matthes & Seitz Berlin/ Rohstoff ihr Debüt Sprache und Meer.

https://www.nasimarazizadeh.de/

Foto_privat

27.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Lee Miller, Fotografin zwischen Krieg und Glamour“ Hg. Kathrin Baumstark. Hirmer Verlag 2023

Es ist ein schillerndes, dramatisches, geheimnisvolles wie faszinierendes Leben, das am 23.April 1907 in New York seinen Anfang nimmt und um die ganze Welt in Krieg und Frieden führen sollte. Immer dabei die Kamera. Zunächst selbst vor der Kamera als gefeiertes Model für Vanity Fair und Vogue und dann hinter der Kamera als Bildreportern an den Kriegsschauplätzen des II.Weltkrieges in Europa und der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau. Ihre Kriegsreportagen für die Vogue etablierten ihren Status als eine der renommiertesten Fotografen:innen. Ein Leben mit der Kamera in aller Vielfältigkeit, allem Glamour und aller eindrücklichen erschütternden Dokumentation.

Ihr Name: Lee Miller, Model, Kriegsreporterin, Journalistin, Künstlerin.

Der vorliegende Ausstellungskatalog der aktuellen Präsentation (in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gestaltung Zürich und den Lee Miller Archives) im Hamburg_Bucerius Kunst Forum 10.06.2023 – 24.09.2023 bietet einen fundierten – einführenden wie vertiefenden – Überblick über das fotografische Werk Lee Millers. Anhand von 150 ausgestellten Werken, entstanden im Zeitraum von 1929 bis 1951, wird sowohl die Künstlerin wie auch die zahlreichen Kooperationen, Inspirationen, Einflüsse und damit ihr ästhetisches Profil und ihr Werdegang präsentiert und in Verbindung von biographischen Stationen erläutert.

„Das Leben und Werk Lee Millers ist eines der faszinierendsten Zeugnisse moderner Kunst, Fotografie und Reportage.“

„Lee Miller, Fotografin zwischen Krieg und Glamour“ Hg. Kathrin Baumstark. Hirmer Verlag 2023

Beiträge von A. Bouhassane, E. Bronfen, K. Gimmi, C. Hug, K. Menzel-Ahr

240 Seiten, 186 Abbildungen in Farbe und S/W

22,5 x 28 cm, gebunden

ISBN: 978-3-7774-4132-0

Walter Pobaschnig   7/23

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„Literatur lässt wieder aufatmen“ Eva Jirsa, Schriftstellerin _ Kärnten 29.7.2023

Liebe Eva, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Während der Arbeitswoche beginnt der immer mit ein paar Minuten Sport, damit ich munter werde, ehe ich ins Auto steige, um damit zum Zug, zum Rad und weiter zur Arbeit zu kommen. Da berate ich die Kunden, die es wünschen, und fahre am Abend dann mit dem Rad zum Zug, zum Auto und damit nachhause.

Wenn ich frei habe, startet mein Tag irgendwann zwischen neun Uhr morgens und ein Uhr nachmittags bei einem feinen Kaffee und etwas Gutem zum Lesen.

Eva Jirsa, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir wirklich zuhören, ist meiner Meinung nach wichtiger denn je! Weil ich merke es jeden Tag in der Arbeit, dass die Leute sich geistig mit zig Sachen gleichzeitig beladen und gar nicht einmal mehr registrieren, dass ihre Frage schon zweimal beantwortet wurde. Es würde auch sehr vielen Missverständnissen vorbeugen, das bewusste Zuhören.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird dabei sein, dass wir alle endlich überreißen, dass wir uns gerade selbst wie ein Virus verhalten (Erderschöpfung) und unseren Lebensraum, gar die Erde zerstören. Wir brauchen nicht so viel, wie es uns vorgelebt wird oder es zeitweise begehren. Gerade wenn man „Aussteiger“ befragt, die ihre gut bezahlten Bank- oder Managementjobs hinter sich gelassen haben und auf einmal Bauern wurden, sagen diese oft, dass dieses härtere und spärlichere Leben sich besser anfühlt. Und wer braucht schon ein Haus, wenn er / sie dafür nur noch länger arbeiten muss und es dadurch nicht genießen kann?

Die Literatur ist da dann essenziell, finde ich, weil sie unsere „gestressten“ Gedanken auf etwas lenkt, wo sie verloren gehen, und jeden Menschen wieder aufatmen lässt. Sei es eine phantastische Welt, in der man mit einer fremden Person mitfiebert, oder einfach nur ein Gedicht, in dem der Herbst gepriesen wird, all diese Werke helfen den seelischen Frieden wiederzufinden.

Was liest Du derzeit?

Ui… Eigentlich etwas, das sonst nicht meinem Geschmack entspricht: „Die Wahrheit über Eva“ von van Schaik und Michel. Es ist quasi ein Sachbuch, aber sehr interessant geschrieben! Normalerweise nehme ich sonst Fantasy- und New Adult-Romane.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn es eines sein soll, das auch mein Wesen beschreibt, wäre es Goethes Mephistopheles‘ mit „Allwissend bin ich nicht, doch Vieles ist mir bewusst.“

Sonst würde ich sagen einfach optimistisch bleiben oder im Kärntnerisch-Bayrischen ausgedrückt: „Schau ma mal, dann seh ma schon!“

Vielen Dank für das Interview liebe Eva, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Eva Jirsa, Schriftstellerin

http://hausrose.at

Foto_privat

22.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Kunst bekommt Bedeutung durch ihr Engagement, ihr Vorangehen“ Dietmar Gnedt, Schriftsteller _ Petzenkirchen/A 28.7.2023

Lieber Dietmar Gnedt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als Sozialpädagoge bin ich seit 5 Jahren in Pension. Als Schriftsteller ist in diesen 5 Jahren vieles passiert. Ein Theaterstück erlebt seine Uraufführung in Italien, ein Roman ist auf Verlagssuche, ein zweiter Roman geht derzeit durchs Lektorat. Viele Lesungen… Freude!

Dietmar Gnedt,
Schriftsteller, Bibliothekar und Sozialpädagoge

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weg vom Neoliberalismus, um die brennenden Probleme zu lösen: Armut, Erderhitzung, Gleichstellung der Frauen, Bildung, Gesundheit, Kultur, …

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Notwendige Veränderungen bedürfen engagierter Künstler:innen. Sie bilden ab, was passiert, geben Visionen Raum und Farbe. Kunst ist nicht ihrer selbst wichtig, sie bekommt Bedeutung durch ihr Engagement, ihr Vorangehen.

Was liest Du derzeit?

Ich lese Ivan Turgenev, Aufzeichnungen eines Jägers.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wir alle sind Flüchtlinge in dieser Welt!“ Zu hören beim Bühnenprojekt „Durchreisende“.

Vielen Dank für das Interview lieber Dietmar Gnedt, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Dietmar Gnedt, Schriftsteller, Bibliothekar und Sozialpädagoge

Zur Person_Dietmar Gnedt, geb. 13.6.1957 lebt in Petzenkirchen (NÖ), Schriftsteller, Bibliothekar und Sozialpädagoge.

Zahlreiche Veröffentlichungen (siehe Publikationsliste im Anhang). Übersetzungen ins Italienische, Slowenische und Serbische.

„Wiener Werkstattpreis“ 2000: Dritter Platz der Publikumswertung.

„Literaturpreis Forum Land“ 2011: Veröffentlichte Arbeit

2014: Auszeichnung durch den italienischen „Mario-Rigoni-Stern-Preis“

Diverse Stipendien (Arbeits-, Reise-, Projektstipendien), Bühnenprojekte und Lesungen in Österreich, Italien, Serbien und Deutschland. Zusammenarbeit mit Milo Dor: Projekt „aqua mediterran“.

2014: Bühnenprojekt: DER NACHLASS DOMENICO MINETTIS gemeinsam mit Gandalf (www.gandalf.at).

2018/19: Bühnenprojekt BALKANFIEBER (Marko Živadinović, Nenad Vasilić).

2021 Bühnenprojekt DURCHREISENDE gemeinsam mit Cornelius Obonya und Martina Poel.

Texte für Sendungen im ORF, ERF und Radio Africa. Rezensionen in verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften.

www.gnedt.net

Foto_ privat

13.6.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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