„Zwischen Schmerz und Seligkeit“ Hugo van der Goes. Ausstellungskatalog Gemäldegalerie Berlin. Hirmer Verlag.

Es ist eine der spektakulärsten Ausstellungen des internationalen Kunstjahres, die am 31.3. des Jahres in der Berliner Gemäldegalerie eröffnet wird _ Hugo van der Goes _ Zwischen Schmerz und Seligkeit _31.03.2023 bis 16.07.2023 _ Gemäldegalerie | Home (smb.museum)

Hugo van der Goes (um 1440–1482/83) ist als der bedeutendste niederländische Künstler der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts zu bezeichnen, einer Gesellschafts- und Kunstepoche, die von Herausforderungen und Umbrüchen am Vorabend der Reformation geprägt ist.

Das Werk Hugo van der Goes, das in Berlin erstmals in seiner beeindruckenden Bandbreite von Gemälden, Zeichnungen, Skizzen als internationale Gesamtausstellung gezeigt wird, ist in seiner Ausdrucks-, Präsenz-, wie Leucht-,/strahlkraft der figuralen Portrait- wie Sujetdarstellung einzigartig. Der Künstler erzeugt in seinen vorwiegend monomentalen Gemälden wie Zeichnungen eine fesselnde narrative Stimmung, die ausgehend vom biblisch-religiösen Duktus gleichsam in psychologische Innenwelten führt, die über die unmittelbare Darstellung weit hinausgehen. Damit wird der Künstler wegweisend zu weiteren Entwicklungen der Kunst in den folgenden Jahrhunderten.

Der Ausstellungskatalog, im renommierten Münchner Hirmer Verlag erschienen, besticht wie gewohnt in seiner sensationellen Qualität der bildlichen wie wissenschaftlichen Darstellung und Zusammenschau. In umfassenden Essays werden kunsthistorische, biographische Voraussetzungen, Details geöffnet und erläutert und geben so spannende Einblicke in Leben und Werk wie deren vielfältige Vernetzungen und Nachwirkungen.

Der Katalogteil lässt gleichsam in Bilddarstellung und Bildbeschreibung die Ausstellung wieder unmittelbar vor Augen führen und wird zum Bucherlebnis, das begeistert.

Ausführliche Informationen finden sich im Anhang mit Bibliografie, Abbildungsverzeichnis.

„Eine Ausstellungssensation des Jahres als bibliophiles Ereignis in Bild und Wort!“

„Zwischen Schmerz und Seligkeit“ Hugo van der Goes. Ausstellungskatalog Gemäldegalerie Berlin. Hg. Erik Eising, Stephan Kemperdick. Hirmer Verlag 2023, 304 Seiten, 250 Abbildungen.

Hugo van der Goes: Zwischen Schmerz und Seligkeit | Hirmer Verlag

Walter Pobaschnig 3_23

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„Mit einem Mal verschwindet in der Kunst das Gefühl von Einsamkeit“ Laura Schürmann, Malerin _ Berlin 3.4.2023

Wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Einen immergleichen Tagesablauf gibt es bei mir zurzeit nicht. Ich befinde mich aber gerade in einer so genannten „produktiven Phase“, zeichne und male täglich wie eine Wahnsinnige und habe unverschämt viel Spaß dabei. Zwischenzeitlich flowt es einfach, man ist voll von Ideen und Leidenschaft und das sollte man dann nutzen so gut es geht.

Laura Schürmannn (folgende) _Just a few seconds before he broke up / 2015/ Kugelschreiber und Marker auf Papier, digital überarbeitet

Zwischendurch werfe ich meinem flehenden Körper was zu fressen hin, jogge um den Block, treffe mich mit Freunden zur Besprechung von Liebe und Leben auf Kaffee oder Wein.

Wasted Berlin / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet
I enjoy being a woman / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet
Dramatic Posing (part2) / 2023/ Kugelschreiber und Graphit auf Papier, digital überarbeitet

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Was für „uns alle“ jetzt besonders wichtig ist, kann ich wirklich nicht sagen. Wir meinen ständig, die Welt sei so immens im Wandel und alles würde jetzt -mal wieder- so ganz anders werden. Ich fühle das überhaupt nicht. Auch unsere Bedürfnisse und Wünsche scheinen mir stets unverändert zu bleiben: Das Streben nach Bedeutung in dieser Welt, Liebe, Anerkennung, Familie. Und genau darum sollten wir uns einfach weiterhin kümmern. Die Dinge in unserem eigenen kleinen Radius voranbringen und im Gleichgewicht halten. Die Welt wäre glaube ich eine sehr viel bessere, wenn jeder mehr bei sich selbst bliebe. An dem, was für uns alle besonders wichtig ist, hat sich in der Vergangenheit nicht viel geändert und wird es glaube ich auch in Zukunft nicht.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich halte den sogenannten Aufbruch der Gesellschaft, den großen Wandel im Großen und Ganzen wie gesagt für eine Illusion. Übrigens bleibt das „Wesentliche„ für mich auch stets dasselbe, egal wie sehr die Welt sich auch wandeln mag. Tatsächlich bleibt mir bei dem kläglichen Versuch, Tag für Tag meine eigene kleine begrenzte Welt in Ordnung zu halten auch gar keine Zeit mehr, mir den Kopf über weltliche Zusammenhänge zu zerbrechen und ich frage mich auch oft, wie all die anderen das zeitlich hinkriegen, die „am Weltgeschehen Interessierten“. Ich meine, etwas muss da doch auf der Strecke bleiben. Möglicherweise das eigene Leben?

Clubbing Couple/ 2022 / Graphit auf Papier, digital überarbeitet

Auch die Rolle der Kunst wird hoffentlich dieselbe bleiben und das ist übrigens eine sehr schöne Rolle, wie ich finde: Sich in der Kunst eines anderen, einem Satz, der Atmosphäre in einem Bild, einer Melodie gewissermaßen schockartig wiederzuerkennen und zu merken, dass man ja doch gar nicht so verdammt allein ist mit seinen Gedanken, Gefühlen, Empfindungen in dieser großen weiten Welt. Mit einem Mal verschwindet das Gefühl von Einsamkeit. Dafür ist Kunst meiner Meinung nach von jeher da gewesen: Zur Eliminierung jener Einsamkeit, zu der vor allem wir Menschen ja irgendwie verdammt sind.

Katerblau-Club Berlin/ 2015 / Verschiedene Zeichnungen, digital collagiert
Messy Table Scene / 2022 / Kugelschreiber auf Papier, digital überarbeitet

Was liest du zurzeit?

Schändlich, aber wahr: Im Moment tatsächlich nichts. Mir fehlt auch einfach im Moment die Zeit. Der letzte, wirklich gute Autor, den ich gelesen habe war Wolfgang Herrndorf, der der „Tschick“ geschrieben hat. Seit seinem Tod kam leider nichts Vergleichbares mehr nach.

Reading while it´ s snowing outside / 2023 / Digitale Zeichnung

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„We are eternal, all this pain is an illusion“ ist eine immer wiederkehrende Zeile aus dem Songtext von Tools „Parabola“.

Untiteled / 2015 / Tusche und Aquarell auf Papier, digital überarbeitet

Vielen Dank für das Interview liebe Laura, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Laura Schürmann, Malerin, Zeichnerin und Grafikern

Laura Schürmann, Malerin, Zeichnerin und Grafikern

Zur Person_Laura Schürmann, 1985 geboren und aufgewachsen in Witten im Ruhrgebiet, gelernte Gestaltungstechnische Assistentin und Mode-Journalistin, lebt und arbeitet seit 2006 als freie Künstlerin in Berlin. Inspiration für ihre teils düster anmutenden Gemälde, Zeichnungen, Kollagen, Grafiken und Digital Drawings (die sich häufig um die Körperlichkeit des Menschen, seine Sexualität, Aussenseitertum, Hedonismus und Zerstreuung in der Hauptstadt drehen) holt sie sich gerne im Berliner Nachtleben. Neben ihrer freien Kunst entwirft sie auch Plakate und Flyer, unter anderem 2015 für den prominenten Berliner Techno-Club Berghain. 

https://instagram.com/laura_schuermann_art?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Alle Fotos _ Bilder: Laura Schürmann

Foto Portrait: privat

16.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Scheitern ist“ Judith P. Fischer, Bildende Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 2.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Judith P. Fischer, 24.3.2023

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Judith P. Fischer, Bildende Künstlerin

www.judith-​p-fischer.info

Zur Person_Judith P. Fischer, in Linz geboren. Aufgewachsen in Linz und Niederösterreich. Lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.

AUSBILDUNG
Studium der Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien (Prof. Wander Bertoni)  
Studium für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Studium der Kunstgeschichte
1990 Diplom für Gesang
1991 Diplom für Bildhauerei (Mag. art.)

PREISE|ANERKENNUNGEN|FÖRDERUNGEN
(Auswahl)

1997 Trakl- Förderpreis des Landes Salzburg (Ausstellung und Katalog)
1998 Pfann-​Ohmann-Preis für interdisziplinäre Kunst im öffentlichen Raum
1998/99 Paris Stipendium des Bundeskanzleramts, Kunstsektion des Bundes/A
2000 Kulturpreis für bildende Kunst (Anerkennung) des Landes Niederösterreich
2018 1. Preis Kunst-​am-Bau Wettbewerb Wohnhausanlage Salzburg

WERKE IM ÖFFENTLICHEN RAUM
(Auswahl)

1996 skull, Flughafen Wien/Schwechat/NÖ
2004 cascade, Handelsakademie Korneuburg/NÖ
2011 Schöpfung.Gerechtigkeit.Frieden, 3 Glocken für die Pfarre Liechtenberg/OÖ
2013 gate, Stahlskulptur für das Wirtschaftszentrum N/ St. Pölten/NÖ
2015 mutiara, Gedenkraum und Objekt, Pfarre Schönau im Mühlkreis/OÖ
2019 together Wohnhausanlage Glanbogen, Salzburg/S
2022 STEP BY STEP, Kunstschaufenster Nespresso Atelier/Kooperation Künstlerhaus u. Nespresso (temporär)
2022 Ha(SHE)tech, Skulptur für ÖBB INFRA/Praterstern Wien (curated by: zs art)

Aktuelle Ausstellung_Wien

AUSSTELLUNG ÖBV: JUDITH P. FISCHER | RÉFLEXION bis 21. April 2023

MONOGRAFIE:

• JUDITH P. FISCHER LINIE FORM RAUM/LINE SHAPE SPACE

Wer noch auf der Suche nach einem Kunstbuch ist (als Geschenk oder ganz einfach aus Freude am Thema), dem lege ich mein heuer erschienenes Buch ans Herz, das im Buchhandel, ONLINE, im LENTOS KUNSTMUSEUM, in der zsart Galerie Wien und im KÜNSTLERHAUS WIEN erhältlich ist. Die Herausgabe des Buches war eines der Highlights des heurigen Jahres und eine schöne Zusammenarbeit mit der Herausgeberin Theresia Hauenfels, dem Grafiker, dem Verlag De Gruyter, der Universität für Angewandte Kunst Wien sowie allen Autor*innen. Die Publikation ist in der Buchreihe der Universität für angewandte Kunst Wien erschienen: Edition Angewandte! Das Buch wurde unterstützt von ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH.

Verlag DE GRUYTER, ISSN 1866-248X , ISBN 978-3-11-054250-9 , e-ISBN (PDF) 978-3-11-076986-9 , © 2022 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Foto_Jana Madzigon

Walter Pobaschnig _ 25.3.2023

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„Hoch- und Subkultur der Gesellschaft kommen sich hier sehr nahe“ Station bei Falco – Wien Karlsplatz _ Leon Bernhofer, artist_ Klagenfurt 2.4.2023

Leon Bernhofer, Photographer, Videographer and Designer.

Lieber Leon Bernhofer, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)?

Falco war schon immer ein interessanter Charakter in der österreichischen Musikszene. Jeder hört einmal im Leben die Lieder „Rock Me Amadeus“ oder „Mutter der Mann mit dem Koks ist da“. Aber er wär auch weit über die Musik hinweg eine Persönlichkeit, die man in Österreich kennen muss.

Was macht für Dich den Künstler Falco aus?

Wien. Eleganz. Drogen. 80er Pop. Provokation. Sub- und Hochkultur vermischen.

Gibt es Lieblingssongs?

Rock Me Amadeus sang ich schon mit 10 Jahren beim Karaoke.

Falco hat den U Bahn Knotenpunkt Wien-Karlsplatz als Mitte des Songs „Jeanny“ und „Ganz Wien“ gewählt Welche Eindrücke hast Du von diesem Ort und dessen Umfeld?

Die Wiener Elite trifft auf den Untergrund. Hoch- und Subkultur der Gesellschaft kommen sich hier sehr nahe. Und oft sehen hier die mittel- und hochverdienenden Klassen in ein zukünftiges Spiegelbild (in das sie manchmal durch Drogen, Glücksspiele und andere Süchte rutschen).

Wien ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?

Ein geheimnisvoller Mensch, der sich in vielen Kreisen bewegte und viel erlebt haben muss. Eine große Karriere als Musiker, die wahrscheinlich viel Druck auf ihn persönlich auswirkte.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Alles fließt in meine Arbeit. Gesellschaftliche so wie persönliche Themen werden oft in Projekten von mir behandelt.

Im Falco Song „Junge Römer“, dessen Video 1984 im nahen Palais Auersperg im Rosenkavaliersaal und auf der Feststiege gedreht wurde, geht es um  Lebensfreude, Lebenslust. Was bedeutet dies für Dich heute?

In den letzten Jahren hat sich vieles auf der Welt verändert. Doch die Menschheit hinkt den Problemen, die sie selbst geschaffen haben, hinterher. Im Leben ist es mir wichtig Probleme zu lösen, Projekte zu verwirklichen und zu beenden, was zu beenden ist.

Du bist Designer, Videokünstler, Fotograf. Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco vorstellen können und wenn ja, welches?

Ich bin immer offen mit anderen kreativen Menschen tätig zu werden. Es wäre eine Ehre gewesen mit Falco zusammenzuarbeiten. Wahrscheinlich hätte ich mich einfach darauf eingelassen, welche Ideen ihm in den Sinn kommen und diese dann mit meiner Art und Weise umgesetzt.

Es ist ein großartiger Style, den Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Was bedeutet Dir Mode, Style?

Der Körper (und auch die Kleidung) ist unsere erste Möglichkeit unsere Seele nach außen zu tragen. Was ich in mir bin, bin zu einem gewissen Teil auch außen. Auffallen, darüber reden, provozieren sind Themen die ich auch durch die Mode erreichen möchte.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Die Straßengalerie weiterentwickeln. Die Kulturszene in Kärnten (und vor allem Klagenfurt) stärken und aus der Ausbeutung befreien. Projekte im Tanz, Theater, Performancebereich und mit anderen Kunst- und Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Eigene Projekte wie Ausstellungen, Filme, Ausschreibungen uvm.

Was kannst Du als Künstler von Falco mitnehmen?

Ich beschreibe mich ungern als Künstler, aber seine Musikstücke so wie der Charakter, den er erschaffen hat, haben eine Energie, die mich motiviert.

Darf ich Dich abschließend zu einem Falco-Akrostichon bitten?

Fast

Alles

Lässt

Cultur

Obligatorisch

Vielen Dank, lieber Leon, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Zur Person _ My name is Leon Bernhofer, a fit Photographer, Videographer and Designer. I currently live in Klagenfurt, Austria. I went to school in the CHS in Villach, focusing on communication- & mediadesign. Now I do comission work, freelance art & my own projects. I adore to dance and am always open minded for new stuff.

https://leon.bernhofer.net/?page_id=37

Leon Bernhofer, Photographer, Videographer and Designer

Station bei Falco_Karlsplatz Wien

Leon Bernhofer, Photographer, Videographer and Designer _ Klagenfurt _

acting „Ganz Wien“ (Falco, 1981), „Jeanny“ (1985) _80thies/Falco

2023 _ 25.Todesjahr Falco _ Sänger, Musiker _
*19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_3.2023

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Walter Pobaschnig 3_23

„den Boden unter den Füßen spüren“ Veronika Bauer, Schriftstellerin _ Niederösterreich/AT 2.4.2023

Liebe Veronika, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Tee, Kaffee & E-Mails lesen. Danach überarbeite ich eine Stunde lang den Text, den ich am Vortag geschrieben habe und schreibe etwa drei Stunden am Manuskript weiter. Zwischen 12:00 und 13:00 Uhr bereite ich ein Mittagessen zu und esse. Dann schreibe ich bis 18:00 Uhr, im Winter bis 17:00 Uhr. Am Abend folgt eine Runde laufen oder Radfahren, um den Kopf freizubekommen und mich vom Schreibtisch zu erholen. Das Gefühl festzusitzen, hemmt mich beim Arbeiten, ich brauche die Vorwärtsbewegung, damit die Sätze fließen können. Abends sitze ich dann noch etwa zwei Stunden an meinem Manuskript, überdenke die Struktur, korrigiere, feile an Formulierungen. Später lese ich.

An den Wochenenden schreibe ich nur ein bis zwei Stunden täglich. Dafür mache ich ausgedehnte Radausflüge (zu jeder Jahreszeit, nur bei Glatteis fallen die Touren aus), bei denen mir häufig neue Ideen kommen. Unterwegs bespreche ich die Figuren und den Plot mit meinem Freund, der zum Glück diesbezüglich sehr offen und geduldig ist. Mich im Wandel der Jahreszeiten durch die Natur zu bewegen, macht mich ruhig und gibt mir neue Kraft.

Veronika Bauer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Resilienz. In einer Zeit der Unsicherheit finde ich es essenziell, sich zu erden. Das klingt esoterisch, ich meine das aber ganz sachlich – im Sinne von auf dem Boden ankommen, den Boden unter den Füßen spüren. Das mag für jeden etwas anderes bedeuten. Für mich gehören dazu: Draußen sein, den Wind und den Regen spüren. Die Buchstaben hinter den Worten sehen, die Worte hinter den Sätzen, alles für einen Augenblick verschwimmen lassen, um es dann wieder zu einem Wunder zusammenzusetzen. Ich sage mir: Meine Füße tragen mich – wenn es sein muss um die ganze Welt. Und der Strom an Worten, der aus mir sprudelt, versiegt nicht. Solange ich lebe, werde ich Geschichten erzählen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

In meinen Augen ist es wesentlich, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Während der letzten zwei Jahre hat sich eine große Unzufriedenheit aufgestaut und die Menschen haben begonnen, einander mit Misstrauen zu begegnen. Das muss sich wieder ändern. Kunst und Literatur sind wie Seismografen, die die Erschütterungen, die in der Gesellschaft stattfinden, sichtbar machen. Anhand dieser Aufzeichnungen wird es leichter, darüber zu reden.

Was liest Du derzeit?

László Krasznahorkai „Melancholie des Widerstands“ und Haruki Murakami „Wilde Schafsjagd“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Als Dreizehnjährige habe ich Rilke geliebt. Bis heute spuken mir seine Gedichte im Kopf herum, vor allem, wenn ich durch die Straßen gehe. Ich mag den Rhythmus seiner Lyrik.

Folgender ist mein Lieblingsvers ist:

du gehst wie lauter lichte Rehe,
und ich bin dunkel und bin Wald

(Du kommst und gehst, Das Stunden-Buch, Rainer Maria Rilke, 1899)

Rilke war der Kirche gegenüber sehr skeptisch. Ich bin Atheistin. Trotzdem fasziniert mich sein Stundenbuch, das die Gebete eines Mönchs enthält. Der Dichter sucht darin nach dem Sinn des Lebens und führt einen Dialog mit einer Art pantheistischem Gott. Die Zwiegespräche, die Versenkung, ja das Beten haben für mich viel mit dem Schreiben zu tun, das meinen Tag strukturiert. In dem oben erwähnten Vers spüre ich, wie die Gedanken, die Ideen, ja das Leben durch mich hindurchgehen. Jedes Mal wieder lassen mich diese Worte mit dem Gefühl zurück, dass alles auf seine eigene Weise gut ist, ganz gleich, was passiert.

Vielen Dank für das Interview liebe Veronika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Veronika Bauer, Schriftstellerin

Zur Person_Veronika Bauer arbeitet als freie Schriftstellerin und lebt in Niederösterreich. Ehemals Grafikerin hat sie sich mehr und mehr dem Texten zugewandt und der Werbung schließlich ganz den Rücken gekehrt. Unter einem Pseudonym schreibt sie heute Krimis und Thriller, unter ihrem Klarnamen Romane – und zu ihrem Vergnügen Gedichte.

Foto_privat.


11.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„La Luz“ Sensationeller Flamenco Abend von und mit Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin _ Off Theater Wien 1.4.2023

„La Luz“ _ Flamenco Abend von und mit Andrea Narten – Tanz; Luis Cristóbal – Gitarre; Mónica Clavijo – Gesang; (von rechts)

„Was ist Licht für Dich?“


„Was lässt Dich leuchten?


„Was lässt Dich im Rhythmus von Dunkel und Licht Deine Kraft, Deine Poesie, Deine Liebe und Leidenschaft finden und festhalten?“…

Andrea Narten, Tänzerin, Choreografin, Autorin, internationale Flamenco Ausbildung wie Bewegungs- und tanzpädagogisches Studium, schenkt in einer wunderbaren Flamenco Konzeption in der Verbindung von Tanz, Musik, Style, Poesie und Dialog alle Faszination, Leidenschaft und Zauber dieser Kunstform dem begeisterten Publikum, das sich mit langanhaltendem Applaus für dieses einzigartige Tanz-, und Kunsterlebnis bedankt.

Die in Wien lebende Tänzerin und Choreografin, Andrea Narten, die in ihrem Flamenco- Tanz-, und Bewegungsprojekten eine fixe wie großartige Institution im Wiener wie internationalem Tanzbereich ist und immer wieder in Innovation und einzigartiger Kreativität überrascht, tritt an diesem Abend in einen mitreißenden Dialog mit der einmaligen Flamencosängerin Mónica Clavijo wie dem begeisternden Flamenco-Gitarristen Luis Cristóbal. Dies ergibt ein famoses Flamenco-Trio, das in großer Aufmerksamkeit einen faszinierenden Bogen der Flamenco Traditionen über Tango und poetischen Texten wie Interviews spannt und damit das Publikum mit allen Sinnen von Beginn an mitreißt.

„Ein Flamenco Abend als einzigartig sinnliches Publikumsgeschenk in höchster Tanz- Musikperfektion!“

Flamenco Show „La Luz“ („Das Licht“) _ Off Theater Wien 1.4.2023

Besetzung: Andrea Narten – Tanz; Mónica Clavijo – Gesang; Luis Cristóbal – Gitarre

Zu den Personen:

Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin

‚Ihr Tanzstil ist von großer schöpferischer Energie geprägt und spannt einen weiten Bogen zwischen emotionaler Tiefe und kraftvoller Expressivität.'(Isabel Karich) Andrea Narten absolvierte ihre Flamenco Tanz-Ausbildung bei renommierten Flamenco-Lehrern wie Joaquín Grilo, Patrícia Guerrero, Rafaela Carrasco, Belén Maya, Juan Polvillo, Antonio el Pipa, Chloé Brulé, Angeles Gabaldon. Neben der Flamencotanz-Ausbildung hat Andrea das Personal Coach- und Bewegungs- und tanzpädagogisches Studium abgeschlossen. Seit 2001 unterrichtet sie Flamenco Kinder und Erwachsene. Seit 2014 realisiert Andrea ihre Theater-Tanz-Produktionen und Shows in mehreren österreichischen Theatern.

Weitere Informationen: http://www.narten.net

 Mónica Clavijo, Sängerin

Die im spanischen Jerez de la Frontera geborene Mónica Clavijo lernte den Flamenco in ihrer Kindheit kennen, da ihr Vater ‚Chiriva del Valle‘ selbst ein preisgekrönter Flamencosänger war. Die Teilnahme an seinen Konzerten und das Hören von Flamenco waren für sie eine Selbstverständlichkeit. Erst später fühlte sie sich dazu berufen, den Flamencogesang zu einem Teil ihres Lebens zu machen. Sie vertiefte ihr Wissen in der weltweit bekannten Flamenco Stiftung „Christina Heeren“  und bei bekannten Flamencosängern wie Ezequiel Benítez aus Jerez, María José Pérez aus Almería und Manuel Romero und Esperanza Fernández aus Sevilla. Als Sängerin ist sie international tätig. Alle Informationen: http://www.monicaclavijo.com

 Luis Cristóbal, Flamenco Gittarrist

Luis Cristóbal stammt aus Málaga, Andalusien und begann bereits mit 8 Jahren Flamencogitarre zu spielen. 2019 begann er seine Ausbildung in der bekannten „Fundación de Arte Flamenco Cristina Heeren“, in der er aufgrund seine außergewöhnlichen Begabung mit zahlreichen Förderungen bedacht wurde. Zu seinen Lehrmeistern zählen Flamenco-Gitarrengrößen wie Pedro Sierra, Paco Cortés, Pedro Barragán, Salvador Gutiérrez, Antonio Carrión, Carmelo Picón und Diego del Morao.

https://www.off-theater.at/info–laluz.html

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„Ach Courage“ Nora Lachmann, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _Berlin 1.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gegeneinander

Irren

Viele

Erfahren nichts



Plappern ins Leere

Ein ums

Andere Mal

Chaos auf

Erden



Ach Courage


Chiffren finden

Halten in

Anderen

Nächste sehen im

Chor der Stimmen

Einheit erfahren

Nora Lachmann, 22.3.2023

Nora Lachmann, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Nora Lachmann, Schriftstellerin

Zur Person_Nora Lachman, geboren in Berlin. Ummauert aufgewachsen — erst Bücher und dann die Ferne entdeckt. Immer zurückgekehrt. 2014 erschien der Roman „Die Quintessenz von Staub”. Seit 2019 im Vorstand des Netzwerks Freie Literaturszene Berlin. Passionierte Fahrtenseglerin und Reisende mit dem Blog Positionsmeldung:

https://noralachmann.de/

Foto_Claudia Haarmann


Walter Pobaschnig _ 22.3.2023

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„der Geist sehnt sich nach Sorglosigkeit und Schönem“ Rebekka Damjani, Sängerin _ Wien 1.4.2023

Liebe Rebekka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag verläuft anders – als selbstständige Künstlerin hat man zeitgestalterisch viel Freiraum, nur ist das auch eine Hürde an sich. Gute fünfzig Prozent ist für mich „Büroarbeit“. Organisatorische und künstlerische Vorbereitung, Kundenakquise, Buchhaltung und Telefonate. Die anderen fünfzig Prozent sind dann das Proben und die tatsächlichen beruflichen Tätigkeiten, wie Konzerte und Aufführungen nachmittags und abends, sowie untertags Sprechertätigkeiten im Studio oder Unterrichten. Einiges kommt auch ziemlich spontan, sodass man anfangs der Woche oft nicht weiß, wie diese konkret aussieht. Freiräume oder freie Tage muss man fix planen, sonst werden sie „befüllt“.

Rebekka Damjani, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr ich die letzten Jahre hindurch weniger Zeit mit Menschen bzw einer Gruppe von Menschen verbracht habe.Und da ich überzeugt bin, dass der Mensch den anderen braucht um auch psychisch und gesellschaftlich stabil zu bleiben, setze ich dieses Jahr bewusst dort einen Schwerpunkt. In den Ausstausch mit lieben Freunden ganz gleich, ob sie meiner Meinung sind oder nicht – es ist sogar gut, wenn diese unterschiedlich sind, denn dann verlernt man nicht richtig tolerant zu bleiben und man nimmt sich selbst auch nicht so wichtig. Das fehlt leider immer mehr… Es ist auch recht traurig, wie sehr der Individualismus uns hier abgestumpft hat.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Musik und Kunst kommuniziert auf einer fühlbaren Ebene, die man nicht sieht. Sie berührt Menschen da, wo oft ein gesprochenes Wort oder offenes Ohr nicht hinkommt. Musik und Kunst ist Schönheit und was Schönes sieht und hört man sich gern an. Man freut sich, man füllt diese Tanks wieder auf und kommt dadurch auch mal wieder in Kontakt mit faszinierenden und positiven Dingen. Es ist schlimm was um uns alle passiert, das möchte ich nicht klein reden, aber der Geist sehnt sich auch nach Sorglosigkeit und Schönem.

Was liest Du derzeit?

Im Moment lese ich täglich kurze Inputs am Morgen, die mir gute Gedanken mit in den Tag geben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Freue dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“ Prediger 7,14

Rebekka Damjani, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin

Vielen Dank für das Interview liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Rebekka Damjani, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin

Zur Person_ Die gebürtige Mödlingerin ist momentan als Sängerin in verschiedenen Jazz und Popformationen im östlichen Österreich tätig. Auf der Bühne hatte sie 2022 die Rolle der „Vera“ in Agatha Christie’s Stück „und dann gab’s Keines mehr“ inne. Ebenso hört man sie seit einigen Jahren in diversen Radio-, TV- und Onlinewerbungen sowie in vielen anderen Formaten. Bekannt ist sie wohl den Meisten als „Stimme der österreichischen Post“.

https://www.rebekkadamjani.com/

Fotos_privat

8.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Horchen, warten, nicht zu schnell Bescheid wissen. Zuhören.“ Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin _ Salzburg 31.3..2023

Liebe Gudrun, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Um 5:45 aufstehen und bald in die Arbeit fahren. Auf dem Weg dorthin von einer bald kommenden Zeit mit wieder mehr Freiraum träumen, bin dennoch froh in meiner Schule, wo ich kreatives Schreiben unterrichten kann und viele wunderbare und neugierige Schüler*innen habe. Wir reden stundenlang übers Schreiben, über Bücher, über alles Mögliche. Wir experimentieren. Ihre und meine Wachheit beflügeln einander, das funktioniert fast immer. Fühl mich oft privilegiert mit dieser Möglichkeit.

Wenn ich schreibe, schreibe ich morgens ab ca 8:00 und dann nochmals am Nachmittag, wenn ich die Kraft hab. Viel aus dem Fenster schauen und Runden im Wald drehen. Kein Internet, kein Garnix, wenn möglich. Laut lesen, was ich geschrieben hab, viel streichen. Wenig reden.

Beim Recherchieren ist es anders, da bin ich bienenfleißig und arbeite lange Stunden am Stück. Ich mag beides.

Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Kann nicht für andere klug sein, gerade mal ab und zu für mich selbst.

Horchen, warten, nicht zu schnell Bescheid wissen. Zuhören. Nicht zu schnell schubladisieren. Neugierig bleiben, nicht nur so tun als ob. Das möchte ich von mir selbst. Und auch von anderen. Die flotten Bescheidwisser*innen langweilen mich, aber ich verstecke manchmal wie sehr.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ach, die Kunst. Ein Buch kann vielleicht etwas verschieben im Bewusstsein. Etwas öffnen, weit machen. Wenn man es lässt. Es ist aber ein leiser und intimer Prozess, der mit dem Markt nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

Was liest Du derzeit?

Silvia Pistotnigs starken Roman „Die Wirtinnen“, in dem wie in den „Libellen im Winter“ auch drei Frauen im Mittelpunkt stehen. Fein erzählt und unprätentiös, auf zurückhaltende Art poetisch. Mag ich sehr gerne. Und K.P.Ließmanns „Lauter Lügen“. Geht mir manchmal gegen den Strich, auf so kluge Art. Ich liebe gescheiten Widerspruch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“There is nothing either good or bad, but thinking makes it so” 

Shakepeare, Hamlet.

Ich liebe das. Es entfaltet eine große Radikaltität, wenn man es konsequent weiterdenkt und landen lässt.

Vielen Dank für das Interview liebe Gudrun, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin

Zur Person_Gudrun Seidenauer

geboren 1965 in Salzburg, lebt in Adnet, Studium der Germanistik und Romanistik. Autorin und Lehrerin am Musischen Gymnasium Salzburg für Deutsch und Kreatives Schreiben. 1991-2018 Erwachsenenbildnerin, Leiterin von Schreibwerkstätten für Erwachsene und Jugendliche

Romane:

Aktuell_ Libellen im Winter. Jung und Jung Verlag (2023)

„Libellen im Winter“ Gudrun Seidenauer. Roman. Jung und Jung Verlag.

Was wir einander nicht erzählten. Milena Verlag (2018)

Zuvor drei Romane im Residenz Verlag: Der Kunstmann (2005)

Aufgetrennte Tage (2009), Hausroman (2013)

Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien

Preise und Stipendien: u.a. österreichisches Staatsstipendium für Literatur, Rauriser Förderungspreis, Lyrikpreis des Landes Salzburg und Jahresstipendium des Landes Salzburg

Foto_Barbara Klein

28.3.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Genügend Leben müssen der Macht weichen“ Anna Herzig, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Salzburg 31.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE


G enügend Leben müssen der Macht weichen

I mmer wieder toben sie sich aus, die Kinder

V iele von ihnen weder geliebt noch geborgen

E inige jedoch durchzogen von Hass und Schmerz


P ost 2020 möchte ich nicht mehr weinen, alle Tränen sind infektions geworden

E rst als ich die Kinder sah, wie sie alle versammelt vor meiner Türe standen

A ufgebracht und um Einlass baten, dachte ich daran, grundlegendes zu ändern

C höre voller Untergangsszenarien mäandern durch die Nachrichten, Reizüberlutung

Endloser Wahn


A bseits von jedem Gespräch und jeder Hilfslieferung: Jene Kinder, die beschützt werden müssen, vor denen, die in zu großen Körpern feststecken


C hiffrieren tun nur die oberen, zum Spielen sind wir nie eingeladen

H at schon irgendjemand irgendwann einmal gedacht, dass Geld nicht existiert

A lles, was der Mensch erfunden hat, ist aus Staub gemacht

N ichts was der Mensch geopfert hat, passt in eine Währung

C hancengleichheit ist eine Illusion, die Kinder sind nur am Spiel interessiert

E ndlose Liebe, für ihn, meinen Sohn


Anna Herzig, 19.3.2023

Anna Herzig, Schriftstellerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anna Herzig, Schriftstellerin 

Zur Person_Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren. Ihr Fokus zentriert sich auf Menschen, Makel und Abgründe, besondere
Momente und: Begegnungen, die sich einbrennen.
Die Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Künstlerin forscht und schreibt nah am Leben.
Meistens irgendwo in Österreich. Gern auch in Europa. Zwischen dem was neu und dem, was bekannt ist.

https://www.annaherzig.com/

Publikationen:
„Suchen, Auswandern, Heimkommen“ Roman (in Arbeit, 2026)
„Pawel´s Eltern/Geisterschienen“ Roman (in Arbeit, 2025)
„Zwölf Grad unter Null“ Roman (Haymon Verlag, März 2023)
„Die dritte Hälfte eines Lebens“, Roman (Otto Müller Verlag, Februar 2022)
„Bauchschmerzen“ Kurzgeschichte (Literaturzeitschrift Lichtungen 163/2020)
„Tauchgänge“ Kurzgeschichte (Literaturzeitschrift Büchergilde 3/2020)
„Herr Rudi“ (Voland & Quist, Februar 2020)
„Drei Leben und eine Spinne“ Kurzgeschichte (Literaturzeitschrift Lichtungen 156/2018)
„Sommernachtsreigen“ (Voland & Quist, März 2018)


Stipendien & Auszeichnungen:
Sommer 2024 Bundesländer Atelier Paliano, Italien (Aufenthaltsstipendium, Literatur)
Dezember 2023 Stipendiatin Anita Pichler Wohnung/Venedig (Literar Mechana)
01/2023 Arbeitsstipendium BMKOES („Pawel´s Eltern/Geisterschienen“, Roman)
09/2022 Arbeitsstipendium BMKOES („Suchen, Auswandern, Heimkommen“, Roman)
07/2022 Reisestipendium BMKOES (Die vielseitigen Wechselwirkungen der Gebrüder Fiedler, Roman)
07/2022 Arbeitsstipendium BMKOES (Die vielseitigen Wechselwirkungen der Gebrüder Fiedler, Roman)
12/2021 Arbeitsstipendium BMKOES (12 Grad unter Null, Roman)
10/2021 Arbeitsstipendium BMKOES (12 Grad unter Null, Roman)
08/2021 Literaturstipendium Stadt Salzburg (12 Grad unter Null, Roman)
08/2021 Reisestipendium BMKOES (12 Grad unter Null, Roman)
05/2021 – 10/2021 Dortmunder Stadtschreiberin 2021
12/2020 – Arbeitsstipendium Literatur Land Salzburg (Die dritte Hälfte eines Lebens, Roman)
08/2020 – Aufenthaltsstipendium Stadt Villach BUCH13 Literatur:im:Süden
04/2020 – KEP Literaturstipendium Stadt Salzburg (Die dritte Hälfte eines Lebens, Roman)
bis dato – Dramaturgische Projekte:
Drehbuchentwicklung „Herr Rudi“/ Kinofilm (in Arbeit)
Theaterstück „Das Mikado Prinzip“ (in Arbeit)
bisherige, lehrende Tätigkeiten:
Dozentin – Creative Writing Workshop/VHS Tirol
Dozentin – Creative Writing Workshop/VHS Leoben
Dozentin – Creative Writing Workshop/VHS Dortmund
Dozentin – Creative Writing Workshop/VHS Salzburg
Dozentin – Creative Writing Workshop /Literaturhaus Salzburg
Programmleitung Literatur – Zwischenräume Festival Salzburg

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 19.3.2023

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