„Gedichte klopfen an, wenn sie herein wollen, die Klingel ist kaputt“ Volker Sielaff, Schriftsteller _ Dresden 13.6.2023

Lieber Volker Sielaff, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Am Morgen Kaffee in meiner Lieblingskaffeebar, wo zum Glück auch immer zwei Tageszeitungen ausliegen. Danach bin ich wieder zu Hause am Schreibtisch und dort momentan beschäftigt mit einem Essay über Horaz und Ovid, den ich gern schreiben möchte. Gedichte klopfen an, wenn sie herein wollen, die Klingel ist kaputt. Manchmal weht auch nur eine erste Zeile durchs Fenster herein. Manchmal auch nur eine Wespe oder Hummel. Oder der Duft von Flieder oder das Rufen der Kinder unten im Hof. Überall Welt. Am Abend Freunde und Lektüren.   

Volker Sielaff, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für „uns alle“ zu sprechen fühle ich mich nicht in der Lage. Wer ist „wir“? In „wichtig“ steckt der Wicht, und im Wicht ist ein kleines, verschämtes ich versteckt. Lassen wir sie in Ruhe und gehen unseres Wegs, jeder seinen.    

Es wird jetzt ein Neubeginn sein, von dem wir gesellschaftlich und persönlich stehen werden. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt der Literatur dabei zu?

Die Literatur soll das Schöne bekräftigen, was nicht bedeutet, dass sie schöntuerisch sein sollte. Eine „Rolle“ sollte die Literatur sich aber von nichts und niemandem aufdrängen oder zuschreiben lassen. Sie ist ein rollenloses Genre, gibt sich ihr eigenes „Gesetz“ und bleibt grundsätzlich unberechenbar. Sie handelt nicht „von“ oder „über“ etwas, sondern erkundet die Welt mittels Sprache. So jedenfalls diejenige Literatur, die mich etwas angeht.    

Was liest Du derzeit?

Immer vieles gleichzeitig. Anne Carson: Irdischer Durst; Radmila Petrovic: Meine Mama weiß, was in den Städten vor sich geht; Ralf Rothmann: Theorie des Regens; Ovid: Briefe aus der Verbannung; Franz Hodjak: Gedenkminute für verschollene Sprachen; Roland Barthes: Proust

Welches Zitat, welche Textstelle möchtest Du uns mitgeben?

„Gestern ging mir der Schuh auf. Ich wusste mir aber zu helfen.“ (Mein neuester Einzeiler, hexametrisch. Ich liebe Einzeiler!)

Vielen Dank für das Interview lieber Volker Sielaff, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Volker Sielaff, Schriftsteller

Foto_ Anja Schneider

13.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Passion“ Karin Bottländer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Castrop-Rauxel /D 12.6.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gedanken kreisen in meinem Kopf

In der Ukraine ist kein Frieden

Verbunden mit den Menschen dort

Eisblöcke schmelzen


Passion, die Leidenschaft, sich gegen Krieg einzusetzen

Erleben – die herrliche Natur und die Tierwelt

Alles Mögliche Gute versuchen

Chance für die Ärmsten in der Welt

Einfühlsam für andere Personen sein


Anfangen sich zu ändern


Charisma

Herausforderung annehmen

Akzeptieren andererer Menschen

Nachdenken über dieses und jenes

Chaos vermeiden

Einfach mit dem Leben anfangen

Karin Bottländer, 11.6.2023

Karin Bottländer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Karin Bottländer, Schriftstellerin

Zur Person_Karin Bottländer, 1950 geboren in Castrop-Rauxel (NRW), lebt immer noch in Castrop-Rauxel in einem kleinen Bauerndorf in Merklinde. Sie besuchte die Wirtschaftsschule mit Abschluss und erlernte den Beruf als Industriekauffrau. Einige Jahre später wechselte sie beruflich ins Bankwesen. Nebenbei und ehrenamtlich war sie auch 20 Jahre im Vorstand eines großen Reitvereins. Hier setzte sie sich für die Geschäfte des Vereins und besonders auch für die Jugend (pädagogisches Reiten) ein. 20 Jahre pendelt sie zwischen der Ferienwohnung in Kärnten (Österreich) und ihrem Wohnsitz in Castrop-Rauxel. Nach schwerer Krankheit ihres Mannes (2020) gab sie ihre Tätigkeit im Verein auf und übernahm die Pflege ihres Ehemannes Reinhard.

Für Zeitungen war sie als freiberufliche Journalistin tätig. Schriftsteller Porträts „Sie schreiben im Pott“ und Rezensionen für das „Jugendbuch Magazin“ wurden von Ihr veröffentlicht.

2019 erschienen 2 Pferderomane „Massimo „Eine Pferdegeschichte“ und Turbulente Zeiten“ (Mitautor ihr Ehemann)

2023 wurden die Pferdebücher als Sammelband (Tierbuchverlag Irene Hohe) neu veröffentlicht.

2021 wurden einige Gedichte in mehreren Anthologien veröffentlicht.

In der Anthologie „Die Zeche zahlen“ ist Karin Bottländer (Mitautor ihr Ehemann) mit einer Kurzgeschichte „Grubenpferd oder Spalier für Oskar“ vertreten.

Sie ist Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller NRW“(VS)

Momentan in Arbeit ein Lyrikband und ein Kurzgeschichtenbuch mit Reinhard Bottländer.

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.6.2023

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„Mein Schreiben bewegt sich zwischen Essay und Erzählung“ Waltraud Mittich, Schriftstellerin Bruneck/Südtirol 12.6.2023

Liebe Waltraud Mittich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich schreibe an einem neuen Text.  Weil ich eine Einladung habe zu den Wochenendgesprächen in Innsbruck zum Thema HERKUNFT, auch wegen meines Buches Ein Russe aus Kiew, dessen Thema meine ukrainische Herkunft von Seiten meines Vaters ist, schreibe ich nun  an der Familiengeschichte mütterlicherseits. Das Thema ist umfangreich, die Vorfahren reichen dokumentiert bis ins 16. Jahrhundert. Da bleibt nicht mehr viel Platz für anderes, ausgenommen meine Enkelkinder.

Waltraud Mittich, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich sehe die Spaltung in der Gesellschaft als sehr großes Problem, aber auch die Entwicklung bei der KI sollten wir gut beobachten und entsprechende Gesetze schon jetzt ausarbeiten, das Urheberrecht ect. neu definieren usw.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mein Schreiben bewegt sich zwischen Essay und Erzählung, weil ich glaube, dass ich auf diese Weise am besten politisch, geopolitisch und gesellschaftlich relevante Themen vermitteln kann.

Was liest Du derzeit?

Ich lese“ Lotte in Weimar“ von Thomas Mann und gleichzeitig  seine Biographie von Hanjo  Kesting

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 „Es riecht nach Opfer in deiner Nähe“ lässt Thomas Mann Charlotte Buff zu Goethe sagen bei ihrem Besuch in Weimar. Und meint seine Abgehobenheit, seine Kühle, seine Distanz.

Wir alle sollten diesen Satz  auch auf uns beziehen und teilnehmen, was auch Bereitschaft zu teilen bedeuten muss.

Vielen Dank für das Interview liebe Waltraud, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Waltraud Mittich, Schriftstellerin

Zur Person_

Waltraud Mittich _geboren 1946 in Bad Ischl;
1952 Übersiedlung nach Südtirol;
Studium „Lingue e letterature straniere e moderne“ an der Universität Padua; anschließend Unterrichtstätigkeit.
Lebt in Südtirol.


Bücher:

  • Mannsbilder. Innsbruck: Skarabaeus, 2002.
  • Berühren Sie jedes. Innsbruck: Skarabaeus, 2004.
  • Grandhotel. Erzählung. Innsbruck: Skrabaeus, 2008.
  • Topographien – Topografie. Essay-Saggio. Bozen: Edition Raetia, 2009.
  • Du bist immer auch das Gerede über dich. Annäherung an einen Widerständler. Prosa. Bozen: raetia club, 2012.
  • Abschied von der Serenissima. Roman. Innsbruck: Edition Laurin, 2014.
  • Micòl. Roman. Innsbruck: Edition Laurin, 2016.
  • Ein Russe aus Kiew. Roman. Innsbruck: Edition Laurin, 2022.

Foto_Benno Agreiter

21.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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Die Bienenkönigin. Wilhelm Kuehs. Kriminalroman. Federfrei Verlag.

Da ist das Leben und da ist der Tod. Blitzschnell. Wie ein Bienenstich in Maria Rain. Und so steht es auch in der Kärntner Tagespost:

„…Eine 32-jährige Imkerin wurde offensichtlich während der Arbeit von einer Biene in den Hals gestochen…Als der Notarzt eintraf, stellte er nur noch den Tod fest.“

Der Journalist Ernesto Valenti will dieser knappen Zeitungsmeldung nachgehen und stößt in seinen Gesprächen, Recherchen auf viele Hintergründe und Zusammenhänge im „Bienenstock“ menschlicher Abgründe…

Wilhelm Kuehs legt mit seinem neuen Kärnten-Krimi eine mitreißend spannende wie regional wunderbar eingebettete Geschichte vor, die ein besonderes Lesevergnügen ist!

Der renommierte in Kärnten lebende Autor versteht es wunderbar Situationen, Begegnungen in einmaliger Sprachkraft „bienenstichgleich“ virtuos lebendig werden zu lassen und Leserin und Leser bis zum überraschenden Finale der „Bienenkönigin“ begeistert mitzunehmen.

Die Bienenkönigin. Wilhelm Kuehs. Kriminalroman. Federfrei Verlag.

Taschenbuch, 243 Seiten, € 13,90 (A)

ISBN 978-3-99074-223-5

Walter Pobaschnig

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„carnage“ Theodora Bauer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 11.6.2023

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what to say in the face of all this carnage

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Theodora Bauer, 8.3.2022

Theodora Bauer, Schriftstellerin_Wien

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Theodora Bauer, Schriftstellerin_Wien

Zur Person_ Theodora Bauer *1990 in Wien, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (Magisterium) und der Philosophie (Bachelor) an der Universität Wien.

Publikation des Debütromans „Das Fell der Tante Meri“ (2014) und des zweiten Romans „Chikago“ (2017) im Picus Verlag. Mit ihren Theaterstücken steht Theodora Bauer seit 2016 bei Schultz & Schirm unter Vertrag.

Teilnahme am 20. Klagenfurter Literaturkurs im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises mit dem Manuskript von „Chikago“ (2016). „papier.waren.pospischil“ gewinnt den 1. Preis beim Festival „Die Freiheit des Lachens“ am Salzburger Landestheater (2017) und wird im März 2019 dort uraufgeführt. Theodora Bauer erhält den Anerkennungspreis der Burgenlandstiftung Theodor Kery für „Chikago“ (2018) und das DramatikerInnenstipendium des Bundes für ein in Arbeit befindliches Theaterstück (2018). Die Süddeutsche Zeitung setzt den Roman auf die Liste der „10 Bücher des Jahres“ (2017). Mit „Chikago“ kommt sie ins Finale des Alpha-Literaturpreises 2018. 2019 erhält Theodora Bauer den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien. 2019-2020 verbringt sie zwei Monate am Deutschen Haus der New York University in NYC im Rahmen eines Schreibaufenthaltes. Im Spring Term 2022 ist Theodora Bauer Writer in Residence und Gastdozentin an der BGSU (Bowling Green State University) in Ohio. 2022 erhält sie sowohl das Projektstipendium des Bundes für ihren neuen Roman als auch den rotahorn-Literaturpreis.

Sie moderiert die Literatursendung „literaTOUR“, die im österreichischen Sender ServusTV ausgestrahlt wird.

Aktueller Roman_ „Chikago“. Roman. Wien: Picus Verlag. 2017.

Theodora Bauer, „Chikago“. Roman. Wien: Picus Verlag. 2017.

Einband gebunden

Umfang 256 Seiten

Format 13,5 x 21,0

ISBN 978-3-7117-2052-8

Ersch.Datum August 2017

€24,00kaufen

E-Book €18,99E-Book kaufen

Fotos_Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ 11.6.2023

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Bachmannpreis 2023 _ „Ich hoffe, dass der Bachmannpreis weiter diese Sichtbarkeit bietet und beibehält.“ Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien 11.6.2023

Bachmannpreis 2023   

Station bei Malina _ Interview:

Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien _ nominiert Bachmannpreis 2023

Anna Felnhofer
Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierte 2023,

Wissenschaftlerin.

Herzlich willkommen, liebe Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien, Nominierte zum Bachmannpreis 2023, hier am Romanschauplatz „Malina“ (Ingeborg Bachmann, 1971).

Wie gehst Du als Schriftstellerin und Psychologin auf den Bachmannpreis zu?

Nervös wie alle anderen, glaube ich (lacht). Ich bin sehr gespannt und da ist viel Vorfreude auf diese riesengroße Chance mich weiterzuentwickeln. Es freut mich wahnsinnig, diese Chance zu bekommen. Ich hoffe, dass ich sie gut nützen kann.

Ich möchte den Bachmannpreis gerne als besonderes, positives Erlebnis abspeichern.

Gibt es besondere psychologischen Techniken, die Dir in der Situation der Präsentation, des Wettbewerbes helfen könnten?

Ich weiß nicht, ob dies anderes ist als bei Kollegen und Kolleginnen. Mir helfen etwa Techniken, wie man kognitiv umstrukturieren oder sich entspannen kann. Ob ich das dann wirklich so umsetzen kann, werde ich sehen (lacht).

Ich bin sehr gespannt den Wettbewerb vor Ort zu erleben und bin auch gespannt, ob ich es schaffe, ruhig und gelassen zu bleiben, wenn über meinen Text diskutiert wird.

Ich habe an anderen immer sehr bewundert, wie sie mit einem „pokerface“ nach der Lesung und während der Jurydiskussion dasitzen können und zumindest den Eindruck erwecken, als würde es sie nicht allzu sehr fertigmachen oder tangieren

Kannst Du Dir vorstellen Dich in der Jurydiskussion zu Wort zu melden?

Das kommt natürlich ganz auf die Situation an. Ich habe es jetzt nicht vor und glaube auch nicht, dass es hilfreich und zielführend ist. Ich möchte mich in die Jury-Diskussion nicht allzu sehr einmischen. Der Text ist ja da, um rezipiert zu werden, ohne mein Zutun. Ich kann das schon den Juroren:innen überlassen. Zudem weiß ich, dass Brigitte Schwens-Harrant, die mich einlud, in der Jury sitzt und den Text vielleicht ein Stück weit verteidigen könnte.

Gibt es persönliche Rituale, die Du in Klagenfurt anwenden willst?

Ich werde versuchen, mir positive Dinge vorzusagen, um möglichst auch körperlich entspannt zu sein. Atemtechnik, autogenes Training, progressive Muskelentspannung sind da durchaus gut einsetzbar. Überwältigend wird die Situation bestimmt sein, und Vorbereitung hilft da nur bedingt.

Wie hast Du bisher den Bachmannpreis verfolgt? Warst Du vor Ort?

Vor Ort war ich nicht, ich habe es aber die Jahre hinweg, gut 20 Jahre, medial mitverfolgt. Die Lesungen gesehen, die Texte gelesen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es vor Ort tatsächlich ist.

Ich war letzte Woche per Zufall bei einem Kongress in Klagenfurt und das war auch das erste Mal. Es war sehr nett, etwas vorzuschnuppern (lacht) und die Stadt, den Wörthersee kennenzulernen, zu erleben und sich darauf einzustimmen.

Wir dürfen ja zum Klagenfurter Lesetext inhaltlich nichts verraten. Wie war denn der Entstehungsprozess?

Der Text ist auf Klagenfurt, auf die vorgegebene Lesezeit abgestimmt und konzipiert.

Mit dem Thema, der Idee des Textes beschäftige ich mich schon sehr lange. Am Text selbst habe ich sehr lange gefeilt. Es ist bei mir immer so, dass ich sehr viele Revisionszyklen habe, den Text auch liegenlasse, aus der Distanz lese.

Dein Text wird in Klagenfurt bewertet. Was wünscht Du Dir von der Jury?

Eine faire, wertschätzende, für mich lehrreiche Diskussion. Ich denke, das wird auch so sein.

Ich werde aber sicherlich auch einiges Neues zu meinem Text hören, das ich so nicht erwarte. Ich bin neugierig, wie mein Text rezipiert wird.

Was wünscht Du Dir vom Publikum in Klagenfurt?

Interesse. Aber das werden sie mitbringen, nehme ich an, sonst wären sie nicht da (lacht).

Auch die eine oder andere Rückmeldung. Das war auch eine der schönsten Erlebnisse bei meinem ersten Roman von verschiedenen Personen zu erfahren, was das Buch bewirkt hat, wie sie es gelesen haben und was ihnen aufgefallen ist, weil ich natürlich nicht alles in der Hand habe, ich habe eine Intention, die ich versuche umzusetzen, aber was damit gemacht wird, hängt immer von der Leserin/dem Leser ab. Das sagt viel über die einzelnen Personen aus, aber es hilft mir auch, mich weiterzuentwickeln – darauf wird geachtet, so ist es angekommen – darauf freue ich mich auch in Klagenfurt. Das ist für mich wieder eine Möglichkeit zu lernen.

Wie wirst Du Dich in Klagenfurt selbst auf den Wettbewerb einstimmen? Gibt es eine frühe Anreise?

Ich reise am Dienstag vor der Eröffnung des Bachmannpreises an. Am Dienstagabend gibt es bereits in Klagenfurt eine Veranstaltung für die Autoren:innen. Vielleicht kann ich auch den folgenden Tag nützen, um etwas anzukommen. Das muss reichen (lacht).

Weißt Du schon, wie Du die Zeit um den Wettbewerb in Klagenfurt verbringen willst? Gibt es da schon Pläne für das Kennenlernen der Stadt?

(nickt, lacht) Ja, der Wörthersee und Laufen, den Berg rauf, etwas Kortisol abbauen (lacht). Ich hoffe, dass das Wetter gut ist und es die Möglichkeit gibt, diese wunderschöne Natur in und um Klagenfurt zu genießen und in einen intensiven Austausch mit den Leserinnen und Lesern zu kommen.

Welche Bezüge gibt es von Dir zur Namensgeberin des in Klagenfurt am Sonntag den 2.Juli zu vergebenden Bachmannpreis?

Ich habe Bachmann Texte sehr gerne gelesen und in der „Ingeborg Bachmann“ Phase fast alles von ihr. Das trifft aber auch auf andere Schriftsteller:innen zu.

In meinem ersten Roman („Schnittbild“, Anna Felnhofer, Luftschacht Verlag, Wien 2021, zweite Auflage 2023) ist auch ein Zitat von Ingeborg Bachmann aus Malina vorangestellt („Wenn jemand alles ist für einen anderen, dann kann er viele Personen in einer Person sein.“ Ingeborg Bachmann, Malina. Anm.).

Das Malina Zitat hat die Idee meines Romans sehr gut getroffen.

Wie liest Du den Roman „Malina“ von Ingeborg Bachmann?

Ich lese vermutlich ein Buch wie jede Schriftstellerin und versuche am literarischen Stil, der Form zu lernen. So habe ich auch Malina gelesen. Natürlich ist auch die Psychologin nicht ausgeschlossen und es gibt auch da Inspirationen oder weiterführende Zugänge. Aber ich habe den Roman nicht primär aus klinisch-psychologischer Sicht gelesen.

Was kam bei Dir zuerst? Das Schreiben oder die Psychologie?

Zuerst das Schreiben. Es begann in der Kindheit, Jugend. Ich schrieb immer sehr gerne und es war auch früh der Wunsch da, einmal mehr daraus zu machen. Aber wie es so ist, schreiben braucht seine Zeit, bis sich das passende Thema findet, der Stil entwickelt.

In der Zwischenzeit habe ich studiert, bin zur Wissenschaft gekommen und habe auch daran großen Gefallen gefunden. Ich arbeite primär in der Forschung zum Thema – Virtuelle Realitäten. Das ist bereichernd und inspirierend.

Gibt es für Dich in den Arbeitsprozessen von Literatur und Psychologie Wechselwirkungen, verbinden sie sich auch?

So ganz fremd sind sich ja diese Bereiche nicht, nur vielleicht auf den ersten Blick (lacht). Es gibt viele Querverbindungen und beides macht mich als Schriftstellerin wie auch als Wissenschaftlerin aus.

Grundsätzlich geht es bei beiden um fiktive, narrative Welten, es können Geschichten erzählt werden, die mehr oder weniger komplex sind.

In der Wissenschaft geht es darüber hinaus um Allgemeingültigkeit von Gesetzmäßigkeiten unserer Welt. In der Literatur wird der Einzelfall zum Beispiel für allgemeine Gesetzmäßigkeiten. Realität wird begreifbarer. Wissenschaft und Literatur ergänzen sich für mich sehr gut.

In meinem Beruf als Psychologin habe ich es mit verschiedensten Krankheitsbildern zu tun. Der Mensch in seinen Bedürfnissen, Motivationen, Belastungen ist natürlich auch ein Thema in meinem Schreiben.

Wie wissenschaftlich darf, soll, muss Literatur sein?

Puh (lacht). Ich bin keine Germanistin, aber ich merke beim eigenen Schreiben natürlich, wie mich das wissenschaftliche Arbeiten, diese Sozialisierung, prägt, etwa beim Einarbeiten von Zitaten, der Referenzierung im literarischen Text.

In Deinem aktuellen Roman „Schnittbild“ stehen wie bei „Malina“ Begegnungen, Beziehungen in Mittelpunkt. Wie kam es für Dich zu diesem Thema?

In meinem Roman geht es konkret um Grenzüberschreitungen in menschlichen Beziehungen, primär in der therapeutischen Beziehung, die ja eine ganz spezielle Form von Beziehung ist, die nicht mit Freundschaft, Partnerschaft vergleichbar ist.

Mit der ethischen Perspektive der Therapeutenbeziehung habe ich mich in meinem Studium sehr stark auseinandergesetzt. Wann handelt es sich um eine Grenzüberschreitung? Wann schadet ein Verhalten der Patientin/dem Patienten? Das Spannende daran ist, dass es ja schon „kleine“ Dinge sein können, die große Auswirkungen haben und große Konsequenzen nach sich ziehen. Genau das wollte ich darstellen, wie subtil Grenzüberschreitungen sein und welche dramatischen großen Effekte diese haben können.

Ich habe meinen Roman in vier Episoden mit verschiedenen Patienten:innen und der jeweils selben derselben Therapeutin gegliedert. Es war mir wichtig die Vielfalt an Dynamiken in der therapeutischen Beziehung darzustellen und somit sich vom Eindruck zu lösen, es betreffe nur einzelne Personen. Grundsätzlich können, losgelöst von Demografie, Grenzüberschreitungen in jeder therapeutischen Beziehung auftreten.

Die Frage nach der Autobiographie wird bei Malina ja intensiv gestellt. Wie real wie autobiographisch ist Dein Roman?

Ich habe viele Erfahrungsberichte gelesen und natürlich gibt es in der Ausbildung als klinische Psychologin eine starke Sensibilisierung dafür. Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema als Wissenschaftlerin befasst.

Der Roman Malina hat einen starken Wienbezug. Wie wichtig sind Orte im Schreiben für Dich?

Orte spielen in meinem Schreiben natürlich eine Rolle. Orte, die ich kenne und Orte, in die ich mich hineinversetze, die ich gedanklich bereise.

Meine Texte beginnen oft mit einem Bild einer Situation, einer Person oder einem Detail. Ausgehend von diesem Bild entwickelt sich die Geschichte weiter.

Es kann eine Kleinigkeit sein, die mich inspiriert und an der ich meinen Text aufhänge.

Wie ist Dein Schreibprozess? Gibt es fixe Schreibzeiten?

Nein, fixe Schreibzeiten gibt es nicht. Ich arbeite 40 Std und etwas mehr als Wissenschaftlerin und bin auch in der universitären Lehre tätig. Unter der Woche ist es sehr dicht. Ich versuche am Wochenende zu schreiben oder wenn ich Zeit habe an freien Tagen. Das hat für den Text Vorteile und Nachteile. In der Distanz gibt es immer wieder einen neuen Blick auf den Text, aber natürlich ist es schwer wieder gleich reinzufinden.

Der Roman Malina ist in drei Kapitel geteilt. Es beginnt mit „Glücklich mit Ivan“. Was ist für Anna Felnhofer Glück?

Schwierige Frage (lacht). Ich könnte Glück nicht ad hoc definieren.

Eine generelle Zufriedenheit würde ich da vielleicht als brauchbareres Konzept sehen, weil sie länger andauern kann. Gesundheit und generelles Gleichgewicht.

Mit dem Thema Gesundheit beschäftige ich mich auch in meiner Arbeit als Psychologin. Gesundheit wird ja in der WHO als Abwesenheit jeglicher Krankheit oder Beeinträchtigung idealisiert, was es ja in der Realität nicht gibt.

Wie unterscheidest Du Zufriedenheit und Glück?

Glück ist vielleicht eine Steigerung der Zufriedenheit.

Wie gesundheitsfördernd ist denn Literatur im Schreiben und im Lesen?

Es gibt ja in der Therapie den narrativen Ansatz des Geschichtenerzählens und das macht Literatur unter anderem auch. Das kann heilsam sein. Es ist eine Form, die Sinn ergibt und das Erlebte begreifbar, mittelbar macht.

Wir kennen das ja auch alle, fast alle, vom Tagebuchschreiben, das etwas Therapeutisches haben kann. Es setzt Reflexionsprozesse in Gang und damit mögliche Schritte der Veränderung. Das Schreiben gibt Anstöße.

Führst Du ein Tagebuch?

Es sind eher Notizen, kein klassisches Tagebuch.

Im zweiten Kapitel von Malina „Der dritte Mann“ geht es um Familien-, Gesellschaftsgeschichte. Wie politisch ist Dein Schreiben?

Mein Schreiben ist nicht per se politisch. Es kann sein, dass man gewisse Dinge rauslesen kann, aber meine Texte sind nicht explizit thematisch politisch.

Das letzte Kapitel trägt die Überschrift „Von den letzten Dingen“. Was ist für Dich Sinn?

Sinn ist mehrdimensional. Etwa eine Aufgabe haben, eine Beziehung, Nachkommenschaft.

Kürzlich wurde in einer Studie (Langzeitstudie der Uni Harvard, die über 80 Jahre untersucht hat, was Menschen glücklich macht) festgestellt, dass soziale Beziehungen wesentlich für das Glück-Erleben sind. Dies trifft dann wohl auch für die Frage nach dem Sinn so zu. Wertschätzende Begegnungen, liebevolle Beziehungen, Freundschaften geben im Leben Sinn, Zufriedenheit, mitunter sogar Glück.

Für mich persönlich trifft dies auch so zu und es kommt natürlich das Schreiben, die Wissenschaft hinzu.

Wie siehst Du die Bedeutung des Bachmannpreises heute und in Zukunft?

Der Bachmannpreis war schon da, bevor ich auf der Welt war (lacht) und er hat mich mein Leben lang begleitet. Er hat eine riesenlange Tradition, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es ihn irgendwann nicht gibt (lacht).

Der Bachmannpreis ist eine der wichtigsten Literaturpreise und eine Möglichkeit für jüngere wie arriviertere Autoren:innen sich auszutauschen.

Klagenfurt ist ein Treffpunkt unterschiedlicher Menschen, welche der Literaturbezug stark verbindet. Das finde ich sehr, sehr spannend.

Klagenfurt bringt die Literatur in die Gesellschaft und lässt sie einen Platz einnehmen.

Niemand sagt, Klagenfurt sagt mir gar nichts. Jede/Jeder hat schon mal in den Bachmannpreis reingeschaut. Das ist sehr schön eigentlich.

Ich hoffe, dass der Bachmannpreis weiter diese Sichtbarkeit bietet und beibehält. Auch die Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die vielleicht sonst mit Literatur nicht so viel Kontakt haben.

Was sind Deine derzeitigen Schreibpläne, Projekte?

Ich schreibe an einem Text, Roman. Aber das wird noch dauern, es gibt mehrere Etappen, aber es entsteht stetig.

In gut einem Monat bist Du zurück aus Klagenfurt. Mit welcher Erfahrung möchtest Du wieder in Wien ankommen?

Ich hoffe, mit vielen schönen Kontakten mit Menschen, Kollegen:innen, Juroren:innen, Menschen, die in der Literatur tätig sind, Menschen, die begeistert lesen und zuhören (lacht). Generell Menschen, die sich mit Literatur beschäftigen. Darauf freue ich mich!

Anna Felnhofer
Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierte 2023,

Wissenschaftlerin.

Vielen herzlichen Dank für das Interview, liebe Anna Felnhofer!

Es geht für Dich jetzt vom „Bachmann – Haus“ in der Wiener Ungargasse zum Bachmannpreis in Klagenfurt. Ich wünsche Dir, viele schöne Erfahrungen und viel Freude und Erfolg!

Bachmannpreis 2023    Teilnehmer:innenvorstellung:

Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien

Zur Person_Anna Felnhofer, geb. 1984 in Wien, Studium der Psychologie in Wien und Warschau, Promotion 2015. Arbeitet als Wissenschaftlerin und Klinische Psychologin an der MedUni Wien und ist Gründerin und Leiterin eines Virtuellen Realitäts-Labors (PedVR-Lab) (PedVR-Lab [HYPERLINK: https://kinderklinik.meduniwien.ac.at/paediatrische-psychosomatik/pedvr-lab/]) sowie auch Gründerin und Mitherausgeberin der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift Digital Psychology [HYPERLINK: https://ejournals.facultas.at/index.php/digitalpsychology]. Zu ihrem wissenschaftlichen Werk zählen zahlreiche Publikationen in internationalen Journalen sowie die Herausgabe von vier (Lehr-)Büchern (UTBBELTZ).

Parallel dazu veröffentlicht sie Erzählungen und Kurzprosa in literarischen Zeitschriften. Im Jahr 2018 war sie auf der Shortlist des FM4 Wortlaut Kurzgeschichten-Wettbewerbs und gewann 2020 den Emil-Breisach Literaturpreis der Akademie Graz (2. Platz, Preis der Energie Steiermark AG). Ihr Debütroman „Schnittbild“ (Luftschacht, 2021, [HYPERLINK: https://www.luftschacht.com/produkt/anna-felnhofer-schnittbild/]) erhielt die Buchprämie der Stadt Wien, wurde mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis 2021 ausgezeichnet und für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises Debüt 2021 nominiert. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2023 liest sie auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.

homepage Anna Felnhofer https://www.annafelnhofer.at/

Aktueller Roman_Anna Felnhofer „Schnittbild„. Roman, 336 Seiten. Luftschacht Verlag 2021.

Anna Felnhofer „Schnittbild„. Roman, 336 Seiten. Luftschacht Verlag 2021.

Hardcover
12,8 * 20,8 cm
ISBN 978-3-903081-86-4
€ 24.00 [D], € 24.00 [A]

2. Auflage erschienen am 30. März 2023
1. Auflage erschienen am 30. März 2021 (Vergriffen)

auch als E-Book erhältlich
ISBN 978-3-903081-87-1

ausgezeichnet mit dem
Franz-Tumler-Literaturpreis 2021

nominiert für:
Österreichischer Buchpreis 2021 Debüt

Anna Felnhofer: Schnittbild

Bachmannpreis 2023 _ vom 28. Juni bis 2. Juli finden die 47. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt.

Interview&alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 6/23

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„Kunst soll zum Träumen einladen“ Bernhard Georg Rusch, Schauspieler _ Klagenfurt 11.6.2023

Lieber Bernhard Georg Rusch, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Fast jeder Tag gestaltet sich unterschiedlich. Ich starte mit einem Frühstück, das auf alle Fälle aus einer guten Tasse Tee besteht, denn ich bin wohl einer der wenigen Menschen, die keinen Kaffee trinken.

Danach wird geprobt oder an Ideen, Konzepten, Anträgen gearbeitet. Idealerweise folgt dann etwas zum Auspowern z.b. ein Tennismatch oder eine Yogaeinheit.

Zum Essen schaue ich mir gern eine Folge einer Serie an, in den letzten Woche war das „Seinfeld“.

An manchen Tagen gehe ich in die Werkstatt eines Freundes und wir arbeiten mit Holz an kleinen Möbeln oder ähnlichem. Zurzeit mache ich eine kleine Schachtel für meine Salz- und Pfeffermühlen.

Wenn die Gedanken einmal anstehen, dann hilft eine Wanderung allein durch den Wald oder ich lasse mich in einem Kino, mein zweites Wohnzimmer, in fantastische Traumwelten entführen.

Das Ende ist aber immer gleich: Ich arbeite an meinen Französischkenntnissen, trage die besonderen Gedanken des Tages in mein Tagebuch ein und als Abschluss gestalte ich künstlerisch eine Instagram-Story unter dem Titel #latenightcreativity. So endet jeder Tag, egal was passiert ist, mit einer kleinen kreativen Tätigkeit.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhe und Entspannung. Wir streben alle nach so vielen Wünschen und glauben, alles aus den letzten paar Jahren nachholen zu müssen, dass wir uns da sehr viel Druck auferlegen. So ist es kaum möglich, sich zufrieden und glücklich zu fühlen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ein neues Gefühl der Gemeinschaft, des Zusammenhalts zu erzeugen. Kunst soll für mich die KünstlerInnen und auch die BetrachterInnen/ZuschauerInnen zum Träumen einladen. Sie soll die Menschen aber auch anstacheln, ihnen Ideen für Veränderungen aufzeigen und sie wieder näher zueinander bringen.

Was liest Du derzeit?

Die Gedichte und das Kriegstagebuch von Edward Thomas, einem britischen Schriftsteller zu Beginn des 20. Jahrhunderts, da ich Texte daraus für ein Projekt im Sommer verwenden werde. Und „Foundation“ von Isaac Asimov.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Time exists but just on your wrists so don’t panic!“ Diesem Satz aus dem Lied „Indefinitely“ der Band Travis würde ich selbst gern öfter glauben, vielleicht auch deswegen taucht er immer wieder in meinem Kopf auf. Außerdem ist das Lied selbst ein wunderschönes.

Vielen Dank für das Interview lieber Bernhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernhard Georg Rusch – Schauspieler & freischaffender Künstler

Zur Person_Bernhard Georg Rusch

geboren 1985 in Klagenfurt am Wörthersee. Studierte Schauspiel am Konservatorium der Stadt Wien (Heute: MUK) von 2008-2012. Seine Arbeiten als Schauspieler brachten ihn u. a. ans E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg (2013-2015), zu den Salzburger Festspielen („Kasimir und Karoline“, 2017), an die Neue Bühne Villach und ans Theater der Jugend. Außerdem ist er auch immer wieder in Filmen und TV-Serien zu sehen, u.a. „Klammer – Chasing the Line“ (2021) und „SOKO-Linz“.

Seit einigen Jahren arbeitet er auch als Performer, Regisseur, Autor und Videokünstler, oftmals interdisziplinär. Hierbei entstanden u.a. Projekte wie „Klausen klingt“, ein Alte Musik Festival in Südtirol, das im August 2023 zum zweiten Mal stattfindet, verschiedene Bühnenshows des internationalen Saxophon Quintetts „FIVE SAX“ und „Josephs Diktat“, eine interaktive Kunstinstallation zum Thema Bücherverbrennung und Manipulation. Er ist Gründungsmitglied des KünstlerInnenkolletivs „KunstMeeting – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten“. Seit 2017 Auftritte mit der Lesung „Alles war ganz anders geworden – Aus dem Tagebuch eines Soldaten“, basierend auf dem Kriegstagebuch seines Großvaters.

Unter dem Namen „latenightcreativity“ arbeitet er an eigenen Kunstprojekten.

www.bernhardgeorgrusch.com

Foto _ Theresa Pewal

Walter Pobaschnig _ 7.5.2023

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„Abendstille anraunzen. Ja, eigentlich möcht ich weinen“ Mona Rabofsky, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 10.6.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Greifen möchte

Ich. Nach Fäden. Mich

Verheddern,

Einkuscheln in Menschlichkeit.


Platzhirschen zum Frühstück essen

Eventuell vorher noch ein zeitvertreibendes Zusammenspiel, das wäre schön.

Annäherungen sind schließlich wichtig. Und

Chimären hinterherlaufen möcht ich – Hirngespinsten, ich will ein Recht auf  
  Chimären und sie 

Einfangen wie Schmetterlinge, damit sie sich entpuppen können.


Abendstille anraunzen. Ja, eigentlich möcht ich weinen.


Casten möcht ich die

Heldinnen und Halbgötter, die,

Ahnungslos wie ich, sich auch nicht vorstellen können, was Krieg überhaupt ist.

Nebenbuhler sind das dann im Kampf um Frieden,

Clownesk stell ich mir das vor.

Es ist vertrackt.


Mona Rabofsky, 10.6.2023

Mona Rabofsky, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Mona Rabofsky, Künstlerin

Zur Person_ Meine künstlerische Tätigkeit ist transdisziplinär und Genre-übergreifend. Die Arbeiten vereint die Suche nach Zwischenräumen, Wahrheiten und Grenzen innerhalb verschiedener Felder künstlerischer und kultureller Praxen und Wirklichkeiten sowie Materialien im philosophischen als auch physischen Sinne. https://www.monarabofsky.com/

Foto_Max Böhme

Walter Pobaschnig _ 9.6.2023

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„Menschlichkeit, Liebe! Auszeiten.“ Diana Jahr, Schriftstellerin _ Puderbach/D 10.6.2023

Liebe Diana Jahr, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Oft ähnlich und doch relativ flexibel, denn ich habe das Glück, mir meine Zeit frei einteilen zu können. So viel sei gesagt, wenn möglich, gehe ich jeden Tag zumindest kurz hinaus, in die Natur. Und ich bin eine Nachteule. Dem Schreiben räume ich täglich Zeit ein.

und dann gibt es in meiner welt nichts als einen becher kaffee, ein blatt, einen stift, dichte gedanken an dich und am horizont den kirschbaum im wald / nicht nur, wenn es regnet, sitze ich bei geöffneter tür, beim lauschen rauschen buchstaben aufs papier – spuren verwischen, ein aquarell, himmelgrün, breitet sich aus, und die finger auf der tastatur begleiten eine aufsteigende melodie/ und so schreib ich mir töne von der haut, stimmweise, enharmonisch, in dur und moll, ein pendeln zwischen mir und der welt

Diana Jahr, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Kann man das pauschal beantworten? Immer wichtig sind, so denke ich, Menschlichkeit, Liebe! Auszeiten. Ein Tag im Grünen. Und verschiedene Sichten. Da wären Weitsicht, Nachsicht und Einsicht. Rücksicht, auch Vorsicht. Und: Zuversicht!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist, so denke ich, ein Umdenken, ein gesteigertes Bewusstsein für die Umwelt, die Mitwelt. Dabei sich selbst im Kontext sehen. Die Literatur, die Kunst überhaupt, wird immer wichtig sein, denn sie kann Dinge zeigen, bewusst machen, zum Nachdenken anregen, aufrütteln, bewegen, auf eine Weise, die ganz anders wirkt als die nüchterne Darstellung nackter Tatsachen, weil sie weit darüber hinaus geht, andere Kanäle anspricht, nicht nur den Intellekt, sondern auch auf anderen Ebenen wirken kann. Darin liegt sicherlich eine Chance.

Was liest Du derzeit?

Das Café am Rande der Welt von John Strelecky und Kummer aller Art von Mariana Leky

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Da wähle ich direkt eine der zentralen Fragen aus dem oben genannten Café: Warum bist du hier?

Vielen Dank für das Interview liebe Diana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Den ich gern zurückgebe, danke für die feinen Fragen!

5 Fragen an Künstler*innen:

Diana Jahr, Schriftstellerin

Zur Person_mein Name ist Diana Jahr, ich wurde 1970 in Dortmund geboren, und lebe inzwischen im Westerwald. Ich schreibe hauptsächlich Lyrik und Kurzprosa, und blogge seit zehn Jahren, in literarischer Manier: https://versspruenge.wordpress.com/
Bisher habe ich schon etliche Texte sowohl in literarischen Zeitschriften (zB Wortschau, Dichtungsring) als auch in Anthologien veröffentlicht. Im Jahr 2019 gewann ich zu meiner Freude den ersten Preis beim Kempener Literaturwettbewerb in der Kategorie Songtexte/ Lyrik.

Mein erster eigener Gedichtband und nachts wandern die fledermäuse aus erschien im gleichen Jahr (2019) beim Schillo-Verlag, München; dort dann auch im letzten Jahr (2022) ein volvo voller orangen, lyrische skizzen.

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.4.2023

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„Genuss“ Francis Mohr, Autor _ Give Peace A Chance _ Dresden 9.6.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Genuss

Im

Viertel

Erhoffen


Poesie

Eiskunstbahn

Aquarium

Cello

Eulenrufe


Apfelbäume


Café

Hundegebell

Aussichtsturm

Nationen

Chrysanthemen

Erdbeertorte


Francis Mohr, 8.6.2023

Francis Mohr, Autor

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Francis Mohr, Autor

Zur Person_Francis Mohr wuchs in Leipzig auf, lebt heute in Dresden und schanzt in einer Psychiatrie als Psychologe. Künstlerische Stationen: Pioniertheater, Studentenbühne, Autorenduo Federkrieger Dresden mit Leif Hauswald, Lesebühne Phrase4. Aktuell ist er mit dem Jazzmusiker Micha Winkler oder dem Rock- und Bluesmusiker Tino Z auf der Bühne zu Hause. Seine Genres:  Zeitgenössische Literatur, Roman, Short-Story, Kriminalroman, Dramatik. Zuletzt „Der Alligator“ (zwiebook-Verlag, Dresden, 2022).

www.francis-mohr.de

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 8.6.2023

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