„…bald, mein Liebster, bald sehen wir uns, nur mehr 12 Tage, und ich kann an Deiner Brust liegen, anstatt Gedichte aufsagen zu müssen, wir werden furchtbar froh sein…
Deine Ingeborg“
Ingeborg Bachmann an Max Frisch, Frühjahr 1961
Ingeborg Bachmann und Max Frisch bezogen 1960 in der Via Giulia 102 ihre erste Wohnung in Rom. Im Frühjahr 1961 zogen sie in die Via De Notaris 1F.
sdrVia Giulia 102 _ erste gemeinsame Wohnung (1960/61) in Rom von Ingeborg Bachmann/Max Frisch
„Ein Stillstehen. Kein Alarm, keine Sirenen. Es kommt niemand zu Hilfe. Der Rettungswagen nicht und nicht die Polizei.
Es ist eine sehr alte, eine sehr starke Wand, aus der niemand fallen kann, die niemand aufbrechen kann, aus der nie mehr etwas laut werden kann.
Es war Mord.“
Malina, Ingeborg Bachmann. Roman, 1971.
Via Giulia, Rom _ Am Weg zum Wohnhaus/letzte Wohnung Ingeborg Bachmanns Rom _
„Der Wagen fuhr beinahe die ganze Straße entlang, inmitten der alten, grauen, wie schlafend und leer aussehenden Häuser mit den großen, vergitterten Fenstern und den tiefen Vorhallen, durch die man in düstere, brunnenähnliche Höfe blicken konnte (…) Man merkte noch jetzt, dass hier einst das elegante Viertel war; nun war es der Stille und Einsamkeit der Vernachlässigung anheimgefallen und von einer Art klerikaler Ruhe und Verschwiegenheit erfüllt…“ Rom, Emil Zola
Palazzo Sacchetti _ letzte Wohnung von Ingeborg Bachmann (1971-73)
„Das regelmäßige, vom Alter geschwärzte, kahle und massive Haus machte ihn etwas beklommen….Die Fassade, gegen die Straße zu ungeheuer breit und viereckig, bestand aus drei Stockwerken; das erste Stockwerk war sehr hoch, sehr vornehm. Statt jeden Schmucks ruhten die hohen, wohl aus Furcht vor einer Belagerung mit ungeheuren, vorspringenden Gittern versehenen Fenster des Erdgeschosses auf großen Konsolen…“ Rom, Emil Zola
Ingeborg Bachmann wohnte im letzten Stockwerk des Palazzo.
In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 erlitt Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung einen Brandunfall, an dessen Folgen sie am 17.Oktober verstarb.
Hannah Arendt. Es ist ein Leben, das zu Beginn eines Jahrhunderts seinen Anfang nahm, das in seinem unvorstellbaren Grauen die Notwendigkeit neuer Denkwege in Analyse, Kritik und Perspektiven neuer Gesellschaft forderte. Ihr Name ist dabei ein ganz wesentlicher und ihr Leben und Werk ist bis heute Inspiration und Voraussetzung modernen kritischen gesellschaftlichen Denkens.
So umfangreich ihr Werk in gesellschaftsphilosophischen, historischen wie theologischen Themen ist, so herausfordernd ist es auch eine Biographie darzustellen. Wie, wo beginnen? Es gilt auszuwählen.
Thomas Mayer, Philosoph, wählt für seine in Wort und Bild beeindruckende Biographie, den Schwerpunkt der Jahre des Heranwachsens wie der Flucht nach Paris bzw. den USA in den 1930er bis in die 1950er Jahre. Dies ist eine sehr dramatisch-tragische wie auf das Werk bezogene spannende Lebenszeit, in der viele philosophische Grundlagen später Werke zu finden sind.
Der renommierte Autor überzeugt in der Verbindung von Biographie, Zeitgeschichte, Werkentstehung und gut lesbarer Erzähldarstellung, die interessant wie spannend einem ganz besonderen Leben folgen lässt.
Zahlreiche neue Dokumente wie Fotos fließen in diese Biographie ein und stellen damit eine der einflussreichsten Philosophinnen der Moderne eindrücklich vor.
„Eine Biographie als Leseerlebnis einer der bedeutendsten Philosophinnen der Moderne“
Zur Person _ Thomas Meyer wurde an der LMU München promoviert und habilitierte sich auch dort. Nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland lehrt Meyer Philosophie in München. Schwerpunkt seiner Forschungen und Publikationen bildet das 20. Jahrhundert. Er hat mehrere Schriften Hannah Arendts ediert, darunter „Wir Flüchtlinge“ (2015) und „Die Freiheit, frei zu sein“ (2018). Thomas Meyer Bücher & Biografie | PIPER
Hannah Arendt, Thomas Meyer. Die Biografie. Piper Verlag.
Liebe Olga Zhminko, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag ist anders, aber meine morgendliche Routine ist mehr oder weniger dieselbe: den Tag mit einem Glas Wasser beginnen, 5 tibetische Rituale durchführen, duschen und mit meinem Partner frühstücken. Den normalen Arbeitstag verbringe ich entweder im Büro oder zu Hause. Die Abende sind immer unterschiedlich. Es hängt von meinen Plänen, meinem Energiepegel, meinen Verpflichtungen und Inspirationen ab.
Olga Zhminko, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Bewältigen Sie Ihre eigene psychische Gesundheit in diesen turbulenten, unsicheren Zeiten. Seien Sie präsent. Menschlich bleiben.
Olga Zhminko, Phoenix process
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Sich selbst kennenlernen und verstehen – das ist das Wichtigste. Kunst ist ein starker Katalysator, um sich selbst kennenzulernen, wenn man die Zeit nimmt, um die Auswirkungen der Kunst zu beobachten (eigene Emotionen, Reaktionen, Gefühle).
Olga Zhminko, Phoenix process II
Was liest Du derzeit?
On Fire. The Burning Case for a Green New Deal von Naomi Klein.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„There is no planet B“
Vielen Dank für das Interview, liebe Olga, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Olga Zhminko, Künstlerin
Zur Person _ Olga Zhminko (UA/AT)
Geboren in der Nähe von Kyiw, Ukraine. Erlangte ein BBA-Diplom an der International Christian University und der National Tax Academy in der Ukraine. Aufbau einer erfolgreichen Bankkarriere bei internationalen Banken, die 2016 zur Übersiedlung nach Österreich führte. Ich erwarb ein Diplom in Finanzstrategie an der Universität Oxford und ein Zertifikat in Business Sustainability Management an der Universität Cambridge. Jetzt setze ich meinen beruflichen Weg im österreichischen Umweltbundesamt fort, um einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten.
Bis 2020 war sie Autodidaktin; dann besuchte sie Kurse an der Vienna Academy of Visionary Art und dem Wiener Atelier für traditionelle Kunst, um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und hochwertigere Kunstwerke zu schaffen.
Ausgewählte Ausstellungen:
Triptych gallery at Andriivs’ky descent (Kyiv, Ukraine 2015)Artist’s House (Kyiv, Ukraine 20152016)Transformation 2020’s virtual exhibition of visionary art (US 2020)Vienna Art Markt (Vienna, Austria 2021)KreativRaum Gallery (Vienna, Austria 2021)crossart virtuel #2, Galerie SMEND (Köln, Germany 2021)Transition: Art for Regenaissance virtual exhibition by Vision Train (US 2021)Tribute to Frida Kahlo virtual exhibition by Vision Train (US 2021)LOVE-LIEBE-AMOR exhibition at publicartists gallery (Vienna, Austria 2021)ARTBOX SwissExpo exhibition (Zurich, Switzerland 2021)7th Toronto Visionary Art Exhibition (Toronto, Canada 2022)Artbox.Project Venezia 1.0 (Venice, Italy 2022)TWINS International Exhibition by LeoniArt (Sicily, Italy/ Celaya, Mexico 2022)8th Toronto Visionary Art Exhibition (Toronto, Canada 2023)Kunstschaffen Vienna, Peace Exhibition (Vienna, Austria 2022)
Mitgliedschaften: World Art Games – WAG. International Artistic Organization FZA Verein zur Foerderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft _Worte und Taten Kunstverein (https://www.worteundtaten.at/)
Liebe Elise Wilk, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Kein Tag ähnelt dem anderen und das ist auch gut (und spannend) so.
Ich sitze gerade im Zug in Richtung Bukarester Flughafen, von dort geht es weiter nach Berlin. Im Oktober werde ich viel reisen, aber in den letzten zwei Wochen konnte ich es genießen, zu Hause zu sein. Ich schätze die Zeit, die ich in Kronstadt, Siebenbürgen, verbringen kann sehr- mit Familie und Freunden, mit Schwimmen und Wandern, mit Kino und Theater, mit Netflix-Abenden und natürlich auch mit Arbeit. Meine Heimatstadt ist nicht nur wunderschön, sondern auch der perfekte Ort zum Energie-Tanken und Schreiben. In den letzen Tagen hatte ich Besuch, wir waren viel unterwegs in Rumänien- ein Glück, dass der Herbst noch so schön und warm ist.
Elise Wilk, Dramatikerin
Was ist jetzt für uns alle besonderes wichtig?
Aufmerksam gegenüber anderen zu sein. Den uns nahestehenden Menschen sagen, dass wir sie lieben. Leute häufiger anrufen (einfach nur anrufen, um zu sehen, wie es ihnen geht), statt selber auf Anrufe zu warten. Es ist komisch: wir wissen, dass wir all diese Sachen theoretisch tun müssen, und tun sie trotzdem nicht. Anderen aufmerksam zuhören und aufrichtiges Interesse am anderen zeigen- das sollte für uns wichtig sein, in schwierigen wie in glücklichen Zeiten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Dem Theater kommt immer in Zeiten des Aufbruchs eine wichtige Rolle zu. Es sollte wichtige und mutige Themen ansprechen und vertieft bearbeiten und damit zum öffentlichen Diskurs beitragen. Es sollte Denkanstöße liefern, Perspektiven eröffnen, und dabei keine Antworten liefern, sondern eher Fragen stellen. Es sollte weiterhin Geschichten erzählen, und dadurch etwas im Menschen bewirken. Viele sagen, Theater kann die Welt nicht verändern. Doch auch wenn nur ein einziger Zuschauer an einem Abend den Theatersaal anders verlässt, als er ihn betreten hat, dann ist die Welt schon anders als davor.
Was liest Du derzeit?
Ich lese gerade Djinns von Fatma Aydemir. Ich lese immer langsamer, und lege das Buch immer öfter weg, damit es nicht so schnell zu Ende geht. Es ist eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen. (Friedrich Nietzsche)
Vielen Dank für das Interview, liebe Elise, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Elise Wilk, Dramatikerin
5 Fragen an Künstler*innen:
Elise Wilk, Dramatikerin
Zur Person _Elise Wilk ist in Kronstadt, Siebenbürgen zweisprachig (rumänisch-deutsch) aufgewachsen. Sie ist eine der meistgespielten Dramatiker*innen der jüngeren Generation in Rumänien. Ihre Stücke wurden mehrfach preisgekrönt, sowohl in Rumänien als auch im Ausland inszeniert und in 13 Sprachen übersetzt.
Sie nahm an internationalen Programmen wie dem Forum JungerAutorInnen der Theaterbiennale Wiesbaden (2014), dem Dramatiker-Programm Hot Ink in New York (2015), Fabulamundi.Playwriting Europe (ab 2013) oder Galata Perform Instanbul (2021) teil.
Ihr letztes Stück, das dreisprachige (deutsch, englisch, rumänisch) Union Place. Eine kurze Trilogie ist ein Auftragswerk für das Schauspielhaus Salzburg.
Seit 2021 unterrichtet sie Szenisches Schreiben an der Kunstuniversität in Târgu Mureș.
Station bei Bachmann_ Antje-Kathrin Mettin, Schriftstellerin_ Leipzig_ Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien (1946) _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)Station bei Bachmann_ Antje-Kathrin Mettin, Schriftstellerin_ Leipzig_ Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien (1946) _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Antje-Kathrin Mettin, wir sind hier an persönlichen wie literarischen Bezugspunkten der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann in Wien. Ist es auch in Deinem Schreiben so, dass Du Lebensorte als Ausgangspunkte aufnimmst?
Für mein Schreiben spielen Lebensorte immer wieder eine große Rolle, allerdings auf ganz verschiedene Art. Aktuell bin ich etwa mit wichtigen Orten meiner Kindheit befasst, an die ich schreibend zurückkehre – und zwar deshalb zurückkehre, weil ich an diesen Orten Erfahrungen gemacht habe, die mich nie losgelassen haben, die mir immer wieder – beharrlich und unbeabsichtigt – in Erinnerung gekommen sind und von denen ich erst allmählich zu verstehen beginne, dass und warum sie bedeutsam sind. Bedeutsam für mich, aber bedeutsam auch als Erfahrungen, die andere womöglich ähnlich gemacht haben, an anderen Orten. Und doch wieder an ähnlichen Orten, denn so arg unterscheiden sich die vorfindbaren Lebensorte unserer Gesellschaft leider doch oft nicht.
Insofern spielen ›Lebensorte‹ noch in anderer Hinsicht eine ganz zentrale, vielleicht sogar die tragende Rolle für mein Schreiben: im Sinne nämlich einer gewissermaßen kindlichen Suche nach Orten, an denen es sich überhaupt leben lässt. Nach Orten, die entweder anders sind als gewohnt, oder nach ›normalen‹ (Un-)Lebensorten, an denen etwas Neues, Unerwartetes, ›Anormales‹ geschieht und das sie erst auf diese Weise eigentlich zu ›Lebensorten‹ werden lässt.
In diesem letzten Sinne kann für mich eigentlich alles zum Lebensort werden: die Blumen im Topf etwa, auf denen sich Licht in einem Wassertropfen bricht und wodurch das Leben plötzlich wie von Zauberhand reich und üppig wird. Oder Orte wie das Treppenhaus jener kurzzeitigen Bleibe Ingeborg Bachmanns – ein Ort, an dem sie nicht eigentlich ›gelebt‹ hat, aber an dem sie beim Durchqueren doch Empfindungen hatte, ein Ort, der lebendige Empfindungen in ihr verursacht hat – und der durch mein Wissen darum wieder ganz eigenes Leben in Konstellation mit meinen Bachmann-Lektüren in mir hervorruft. In diesem Sinne sind auch Bücher Lebensorte. Schließlich können auch Bücher Orte sein, an denen etwas ganz und gar Lebendiges passiert, nämlich eine Begegnung über Raum und Zeit hinweg, die dennoch ganz physisch ist, durch Bauch, Bein, Nerven und Kopf geht. Von Begegnungen solcher Art, von Lebensorten solcher Art sind meine Texte durchgehend getragen.
Welche Bezüge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann?
Neben Annette von Droste-Hülshoff war Ingeborg Bachmann eine der ersten Schriftstellerinnen, die ich bewusst als weibliche Schriftstellerinnen kennengelernt habe – und von deren Themen und deren Sprache ich sogleich erschüttert war und tief berührt worden bin. Was ich von ihr zunächst gelesen habe – Undine geht, Simultan, Das dreißigste Jahr – war anders, sinnlich, gleichzeitig scharf und auf gewisse Weise klar und kalt, rebellischer als alles, was ich bis dahin kannte. Ingeborg Bachmann ist gewissermaßen eine der ersten schreibenden ›Schwestern‹, denen ich literarisch begegnet bin und denen ich mich verbunden gefühlt habe. Die Suche nach Schwestern nämlich: nach Frauen, denen ich mich auf irgendeine Art nahe, ›verwandt‹ fühle – bestimmte Schriftstellerinnen etwa, bestimmte Zeitgenossinnen, auch mythologische Frauenfiguren – beschäftigt mich stark, es entsteht derzeit ein Gedichtzyklus, der eben diesen ›Schwesternschaften‹ nachspürt und der nicht zuletzt auch an Ingeborg Bachmann adressiert sein wird.
Möchtest Du einen Text Bachmanns hervorheben?
Eines von Ingeborg Bachmanns letzten Gedichten – Delikatessen – arbeitet und arbeitet heftig in mir fort – wohl auch, weil mich die Frage umtreibt, wozu all das Schreiben, wie mit den Worten umgehen, wo doch allenthalben Worte als ein Nichts, als etwas Evidentes, Offenkundiges, auch Gewaltvolles verwendet werden und selten als etwas, das wundern macht und staunen lässt. Worte werden oft für Gewalt verwendet – und an ihnen wird Gewalt verübt. Aber auch Dichtung, Kunst können etwas Gewaltvolles annehmen, zumal, wenn sie eh nur das Bestehende verfestigen helfen und es gar ästhetisieren. In diesem Sinne möchte ich zwei besonders prägnante Stellen des Gedichts zitieren, die diese Spannung – Gewalt an, Gewalt durch Sprache – in schillernder Ambivalenz namhaft machen:
» Soll ich
eine Metapher ausstaffieren
mit einer Mandelblüte?
die Syntax kreuzigen
auf einen Lichteffekt?
Wer wird sich den Schädel zerbrechen
über so überflüssige Dinge – «
» Soll ich
einen Gedanken gefangennehmen,
abführen in eine erleuchtete Satzzelle?
Aug und Ohr verköstigen
mit Worthappen erster Güte?
erforschen die Libido des Vokals,
ermitteln die Liebhaberwerte unserer Konsonanten? «
Was sind Themen in Deinem Schreiben?
Für mein Schreiben ist es essentiell, dem Kleinen und Unauffälligen, dem, was sonst leicht dem Blick und der Wahrnehmung entgeht, meine Aufmerksamkeit zu schenken – und mich über das Unauffällige zu wundern. Man kann das auch als ein Zeitnehmen beschreiben: ich versuche, mir Zeit für das zu nehmen, was sonst selten Zeit geschenkt bekommt. Mich von demjenigen Kleinen zum Innehalten bewegen zu lassen, was bei genauem Hinschauen einen (freudigen) Schauer auszulösen im Stande ist. Die Zeit fürs Kleine ist darum ein wesentliches Thema für mich, oder vielmehr: bedingt die konkreten Themen. Es wird so viel gemeint, es wird so grob gesprochen, es ist so vieles vermeintlich politisch und engagiert – und mir wird dabei oft ganz ungut zumute, denn ich habe das Gefühl, das vermeintlich ›Politische‹, ›Aktuelle‹ ist oft ein Schachzug, Kunstschaffen und Sprachliebe zu rechtfertigen, sie gut zu verkaufen. Das ist natürlich nicht die Schuld eines Einzelnen. Susan Buck-Morss hat es in Bezug auf Walter Benjamin einmal wundervoll auf den Punkt gebracht: das Politische ist nicht unbedingt das, was auch thematisch ›politisch‹ zu sein scheint. Politisch im emphatischen Sinne kann auch das sein, was zur (Re-)Sensibilisierung der Wahrnehmung beiträgt – einer Wahrnehmung, die sich im Laufe der Neuzeit und Moderne mehr und mehr abgedichtet hat, die mehr und mehr ›anästhesiert‹ worden ist. Nur eine sensible Wahrnehmung ermöglicht wirklich menschliches und in diesem Sinne: politisches Miteinander: »He [Benjamin] is demanding of art a task far more difficult – that is, to undo the alienation of the corporal sensorium, to restore the instinctual power of the human bodily senses for the sake of humanity’s self-preservation, and to do this, not by avoiding the new technologies, but by passing through them.«[1] Für mich bedeutet ›Politisches‹ darum vielmehr, lebendige, sinnliche, intensive Momente aufzuspüren – solche Momente, in denen das Erstarrte, ›Wohlgefügte‹, ›Normale‹ und ›Gesetzte‹ durcheinander gerät und in denen sich so etwas wie Lebenslust und Glück Bahn bricht. Ich denke, nur darin liegt überhaupt die Kraft zur Rebellion und zum Verändern, zum Aufsprengen. Nicht im Betonen, dass etwas verändert werden muss und im Aufstellen neuer Glaubenssätze, sondern in der Suche nach den kleinen Ahnungen von dem, was ein glückliches Leben bedeuten könnte und das verteidigt oder auch freigesprengt werden muss. Denke ich an graue Büroräume, an graue Denkräume, an scheinbar unabänderliche Gesetzmäßigkeiten, Vorschriften und Pflichten, verliert sich dagegen aller Lebenswille. Von diesen Dingen versuche ich zu schreiben.
Wie war Dein Weg zur Literatur und welche Schwerpunkte gibt es da?
Die Frage, wie mein Weg zur Literatur war, ist gar nicht so leicht zu beantworten – denn wo beginnt Literatur? Als Kind habe ich, wie wohl im Grunde alle Kinder, Geschichten jeder Art über alles geliebt. Geschichten, die ich an unterschiedlichen Orten aufgeschnappt habe – in der Schule, beim Spielen, auch in der Kirche (ein reicher Geschichtenfundus!), in Filmen und freilich auch in Büchern. Und sehr früh habe ich angefangen (vor dem Lesen), selbst Geschichten zu erdenken und zu erträumen – im Spiel mit anderen Kindern, aber auch still, innerlich. Ich denke heute, auf gewisse Weise war das mein Weg zur Literatur – es lag in all diesen Geschichten eine Ahnung davon, dass die Welt reicher, schöner ist als wie sie den Kindern von den Erwachsenen (meist) gezeigt wird. Insofern habe ich mich immer besonders angezogen von derjenigen Literatur gefühlt, die einer gewissen Schönheit, Andersartigkeit, Fülle nachspürt. Dass ich damit begonnen habe, meine stillen Gedanken und Wortgebilde auch aufzuschreiben, war ein recht später Schritt – und sie auch öffentlich zu machen, noch ein anderer. Ich habe es mir nie vorgenommen, habe mir nie gesagt: Jetzt fange ich zu schreiben an. Es ist einfach irgendwann passiert, nach und nach – und jetzt kann und mag ich nicht mehr aufhören damit. Es ist so, als hätte ich endlich zu etwas gefunden, was ich lange verdrängt, vermisst habe. Manchmal reibe ich mir selbst ganz verwundert die Augen und wundere mich, wie das eigentlich passiert ist. Ich hätte auch niemals gedacht, dass Lyrik mir so nahe steht, scheinbar ist es aber so, sie bildet momentan den Schwerpunkt meines Schreibens, aber ich bin auch mit Erzählungen und Theaterstücken befasst.
Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?
Zur Zeit arbeite ich an vielen verschiedenen Projekten, so dass mir zuweilen etwas schwindelig wird und ich hoffe, ihnen allen auch tatsächlich über kurz oder lang gerecht werden zu können. Verschiedene Gedichtzyklen wachsen derzeit und kommen ihrem Abschluss näher (›Durchbrüche – oder auch: Epiphanien im Bade‹, ›Schwesternschaften‹, ›Farbsuche‹ und ›Mikroskopie : Krustentiere‹), ich schreibe kontinuierlich an meinen ›Mikrogrammen‹ auf Instagram weiter, es ist ein Buch zu Walter Benjamin und seinem Begriff des Erzählens im Entstehen inbegriffen, ein Musiktheaterprojekt wartet auf Fortsetzung, eine Erzählsammlung, die ich vorerst ›Kindliche Oppositionen‹ getauft habe, drängt mich zum Weiterschreiben und ein kleines Theaterexperiment habe ich mir für den Winter vorgenommen, in dem ich zu Texten Paul Scheerbarts mit Licht und Schatten laborieren möchte. Andere Projekte warten auf günstige Gelegenheiten und dürfen momentan noch ruhen.
Welche Bezüge gibt es von Dir zu Wien?
Mit Wien verbindet mich sehr, sehr viel – ich liebe Wien über alles und möchte über kurz oder lang hier auch leben. Es ist eine sehr besondere Stadt, historisch, durch all die vielfältigen Kulturen und verschiedenen Einflüsse, die hier zusammengekommen sind. Ich denke allein schon an Sigmund Freud und die Psychoanalyse, an Schriftsteller wie Joseph Roth, Peter Altenberg, Karl Kraus, an Künstler wie Egon Schiele, Gustav Klimt oder Otto Wagner, an Komponisten wie Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Arnold Schönberg. Und nicht zuletzt wegen der besonderen Theatergeschichte, vor allem der komödiantischen, schlägt mein Herz wie wild für Wien, zum vielgeliebten Johann Joseph Felix von Kurz, genannt Bernardon, möchte ich in den nächsten Jahren dringen ein Buch schreiben. Und dann gibt es hier natürlich einfach ganz und gar bezaubernde, umwerfende Orte en masse – den Prater, den Zentralfriedhof, die Museen, die Kaffeehäuser, die großartigen Jugendstil-Bauten, das Loos-Haus und so fort. Ich könnte lange weiterschreiben, aber kurzum: In Wien verdichtet sich so vieles, was mit allem, das mir wichtig ist, zu tun hat, dass ich mich kaum einer anderen Stadt ähnlich verbunden fühle.
Welche Eindrücke nimmst Du vom Wohnhaus Ingeborg Bachmanns mit?
Es war für mich eine sehr eindrückliche, sehr ›auratische‹ Erfahrung, an einem Ort sein zu können, an dem Ingeborg Bachmann für gewisse Zeit gelebt hat. Ich habe dort etwas empfunden, was auch ihre Texte in mir immer wieder auslösen: Ein extremes, sehr berührendes Spannungsverhältnis von Weite und Enge. Das sich drehende Treppenhaus etwa ging mir besonders nahe: einerseits lädt es zum Springen und Laufen ein, hat etwas Märchenhaftes – und andererseits erinnert es auch an eben jene Türme in den Märchen, die einsperren und denen man zu entkommen versucht, zu entkommen durch Fenster, die zwar die Sicht nach draußen zulassen, aber doch wieder nur auf enge Hinterhöfe blicken lassen. Diese Spannung von Hoffnung und Eingeschlossensein habe ich stark empfunden, insofern waren auch die Nägel an der Wand im Garten, die etwas verlassen wirkenden hinteren Wirtschaftsräume für mich sehr einprägsam. Wie gerne habe ich mir aber auch vorgestellt, wie Ingeborg Bachmann voller Freude, voller Lebenslust die Treppe entlanggelaufen ist, lachend, glücklich, voller Sehnsucht und Lebensmut.
Darf ich Dich abschließend zu einem Ingeborg Akrostichon bitten?
Ich rannte, lief, verzweifelte am
Namen aller Dinge, die in
Geborgenheit /
GEborgenheit,
GeBorgenheit,
GebOrgenheit /
GeboRgenheit |
GeborGenheit der Buchstaben sich harmlos gaben.
Brach ab, die Reihe unsrer Worte : das Benennen, das zwar das
Atmen nur zu gliedern schien, noch nicht das Leben uns zerstörte; doch
Cassandra brauchte ich nicht, zu wissen, dass auch ein
Höllentor in jedem Nennen lauert und
Macht mit Buchstaben auch Menschen frisst.
Arretiert, festgestellt, ausgetilgt – mein
Nein soll alles mächtig
Nennen übertönen, zerbersten wohlgefügten Rhythmus eines nennend Grauens ¯ ‚
Vielen Dank, liebe Antje-Kathrin Mettin, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Ingeborg Bachmann, alles Gute für alle Projekte!
Lieber Walter, einen herzlichen Dank Dir – es war eine wundervolle Erfahrung, gemeinsam mit Dir Ingeborg Bachmann nachspüren zu können, die Hände auf jene Steine, jenes Holz legen zu können, das auch sie angefasst hat. Ich bin ganz berührt davon, wie Du es schaffst, Orte lebendig werden zu lassen, merci beaucoup!
Station bei Bachmann_ Antje-Kathrin Mettin, Schriftstellerin_ Leipzig_ Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien (1946) _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
[1] Susan Buck-Morss, Aesthetics and Anaesthetics: Walter Benjamin’s Artwork Essay Reconsidered. In: October, Vol. 62. (Autumn, 1992), pp. 3–41, hier: 5.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Performance, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Loulou Omer, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?
Wie ein Manifest gegen die patriarchale, erdrückende und sterile Gesellschaft, getragen von einem einzigartigen und einsamen Wesen, einem Mischlingswesen, nicht ganz menschlich, nicht ganz sozial, flüssig, sehr emotional und weiblich. Sie spricht das Manifest, ohne politische Doktrin, ohne ein beschützendes „wir“, aus einer höchst persönlichen Lebenserfahrung heraus und eigenem Schicksal. Vielleicht ist Undine etwa, wie Kassandra, eine Weissagerin, die auch weiß, dass ihr niemand zuhört. Ingeborg Bachmann sagte, dass Undine die Kunst ist. Ich mag sie so sehen.
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
Geändert hat sich wahrscheinlich, dass ich gefragt bin. Noch ändern sollte sich zuerst, überall gleiche Rechte, gleiche Bezahlung und ein Ende der Gewalt. Danach kann man tiefer gehen und versuchen undogmatisch zu denken, ich meine, zu denken.
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?
Diese Macht ist omnipräsent, sie bestimmt nicht nur über Besitz und Verteilung von Geld und bei politischen Entscheidungen, sondern, und das finde ich von höherer Bedeutung, über grundlegende Denkweisen unserer Gesellschaft. Damit meine ich, wie wir die Welt in festen, nicht-zu-hinterfragenden Kategorien für uns ordnen und „das Gute“ mit Kontrolle gleichsetzen. Die Kontrolle über die Natur, über „die anderen“, über die Frauen, über die Krankheiten, über die Zeit, über die Kunst. Ich verstehe es als Ausdruck einer pathologischen Zivilisations-Angst. Die Angst vor der Sinnlosigkeit unseres Da- Seins, die auch die Angst vor dem Tod ist und doch nicht als solche gesehen wird.
Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?
Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob es früher besser war. Das ist doch die große Frage, und die große Aufgabe, wie schafft man Liebe? Durch Gott? Wohltätigkeit? Sozialismus? Yoga? Kunst? Katzenvideos?
Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?
Frei zu sein, meiner Wahrheit zu folgen, auch wenn es einsam ist. Mich in meiner eigenen Art auszudrücken, auch wenn ich riskiere, nicht verstanden zu werden. Kunst als hochwertiges Mittel um die Welt zu verstehen, da sie ein liebevoller Blick ist, auch, und vielleicht, besonders wenn sie die Abgründe berührt.
Was bedeutet Dir Natur?
Schönheit. Liebe. Rätsel.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
Sich vom Irrsinn der Technologie lösen und aus ihr keine Religion machen, die großen Mächte sind überzeugt sie wären Gott. Oder Geld oder sowas. Es kann also nur auf der persönlichen Ebene beginnen…
Lieber Stephan Weiner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ungeordnet. Ich habe meist vormittags und abends Zeit zu schreiben und arbeiten. Drumherum viel Familie und was spontan so anfällt. Und das ist genau richtig so.
Stephan Weiner, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für alle? Schwierig. Für mich? Weniger Ernsthaftigkeit. Weniger Verbissenheit. Mehr laufen lassen. Ja, vielleicht würde das am Ende allen guttun.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Aufbruch und Neubeginn ist im besten Fall immer. Persönlich sowieso und gesellschaftlich meist zeitlich versetzt. Was nicht hilft, ist Panik. Was hilft, ist Neugier und Humor. Das betrifft die Kunst im Allgemeinen und die Literatur im Speziellen.
Was liest Du derzeit?
Mann vom Meer, Volker Weidermann
Napoleon, Adam Zamoyski
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Lest Douglas Adams. Die Welt wird besser, wenn ihr es tut.
Und: “I’d far rather be happy than right any day.” ― Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
Vielen Dank für das Interview, lieber Stephan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Stephan Weiner, Schriftsteller
Zur Person _Stephan Weiner, Studium der Germanistik und Philosophie in Göttingen und Prag, schreibt Literarisches und Essayistisches.
„Ellbogenland“ (2023)
“Kein Ding an sich” (2019)
Anthologie “Zerschlagen” VHV Verlag (2018)
Veröffentlichte des Weiteren im Europabrevier Mannheim, Anthologie Räuber ’77, NRZ, Vigilius Mountain Stories, die EPILOG, Frohmann Verlag, Volksbühne Berlin, books without covers …
Geboren in der Nähe von Kyiw, Ukraine. Erlangte ein BBA-Diplom an der International Christian University und der National Tax Academy in der Ukraine. Aufbau einer erfolgreichen Bankkarriere bei internationalen Banken, die 2016 zur Übersiedlung nach Österreich führte. Ich erwarb ein Diplom in Finanzstrategie an der Universität Oxford und ein Zertifikat in Business Sustainability Management an der Universität Cambridge. Jetzt setze ich meinen beruflichen Weg im österreichischen Umweltbundesamt fort, um einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten.
Bis 2020 war sie Autodidaktin; dann besuchte sie Kurse an der Vienna Academy of Visionary Art und dem Wiener Atelier für traditionelle Kunst, um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und hochwertigere Kunstwerke zu schaffen.
Ausgewählte Ausstellungen:
Triptych gallery at Andriivs’ky descent (Kyiv, Ukraine 2015)Artist’s House (Kyiv, Ukraine 20152016)Transformation 2020’s virtual exhibition of visionary art (US 2020)Vienna Art Markt (Vienna, Austria 2021)KreativRaum Gallery (Vienna, Austria 2021)crossart virtuel #2, Galerie SMEND (Köln, Germany 2021)Transition: Art for Regenaissance virtual exhibition by Vision Train (US 2021)Tribute to Frida Kahlo virtual exhibition by Vision Train (US 2021)LOVE-LIEBE-AMOR exhibition at publicartists gallery (Vienna, Austria 2021)ARTBOX SwissExpo exhibition (Zurich, Switzerland 2021)7th Toronto Visionary Art Exhibition (Toronto, Canada 2022)Artbox.Project Venezia 1.0 (Venice, Italy 2022)TWINS International Exhibition by LeoniArt (Sicily, Italy/ Celaya, Mexico 2022)8th Toronto Visionary Art Exhibition (Toronto, Canada 2023)Kunstschaffen Vienna, Peace Exhibition (Vienna, Austria 2022)
Mitgliedschaften: World Art Games – WAG. International Artistic Organization FZA Verein zur Foerderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft _Worte und Taten Kunstverein (https://www.worteundtaten.at/)
Lieber Gerd Scherm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Da ich körperlich eingeschränkt bin (80% schwerbehindert aG [außergewöhnlich gehbehindert]) bin ich seit zwanzig Jahren sehr häuslich.
Gerd Scherm, freischaffender Schriftsteller und bildender Künstler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich kann nur für mich sprechen. Ich denke, jede und jeder hat seine Prioritäten. Besonders wichtig sind die Basics – ein Dach über dem Kopf, ausreichend Nahrung, Zugang zu Informationen. Genügend Ressourcen, um das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Freier kostenloser Zugang zu Informationen, zu Literatur, zu Bibliotheken und Ausstellungen. Freiheit in Wort und Bild ohne Zensur.
Was liest Du derzeit?
Ich lese immer mehrere Bücher parallel – für Recherche, aus Neugier und um Literatur zu genießen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Verliere nie die Zuversicht!
Vielen Dank für das Interview, lieber Gerd, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Gerd Scherm, Schriftsteller und bildender Künstler
Zur Person _ Gerd Scherm *1950 ist freischaffender Schriftsteller und bildender Künstler, lebt in einem alten Fachwerkgehöft auf der Frankenhöhe. Sein reiches literarisches Spektrum umfasst Theaterstücke, Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten, Satiren, Lyrik und Essays. Mehrere Komponisten vertonten seine Texte von Songs bis zur abendfüllenden Oper.
Zu Gerd Scherms bekanntesten Werken gehören die Nomadengott-Saga und seine Dramen. Er wurde u.a. mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis und dem Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet und war Stipendiat des Auswärtigen Amtes in Italien und Schottland.