„Gemeinschaft“ Patrizia Leitsoni, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 9.2.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gemeinschaft

Interessen

Vielseitigkeit

Ernsthaftigkeit


Positivity

Empathie

Achtsamkeit

Chancengleichheit

Energie


Aufbruch


Charakter

Herz

Akzeptanz

Neues

Comeback

Ehrfurcht


Patrizia Leitsoni, 7.2.2024

Patrizia Leitsoni, Schauspielerin,
Logopädin, Professorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Patrizia Leitsoni, Schauspielerin,
Logopädin, Professorin

Zur Person _Patrizia Leitsoni, Schauspielerin, die gebürtige Kärntnerin absolvierte eine Ausbildung am ehemaligen Konservatorium der Stadt Wien (heute: MUK) im Fach „Musikalisches Unterhaltungstheater“. Außerdem arbeitet sie als freiberufliche Logopädin in eigener Praxis in Wien und gibt ihr fachliches Wissen und praktische Erfahrung als Lehrende an zukünftige Logopäd_innen an der FH Campus Wien weiter. Besonders der Fachbereich Stimme hat es ihr angetan – schlägt dieser doch die Brücke zwischen ihrem künstlerischen, therapeutischen und lehrenden Handeln.

Auf der Bühne ist sie aktuell an der Wiener Staatsoper im „Verfluchten Geisterschiff“ zu sehen, einer speziell für Kinder adaptierten Version des Fliegenden Holländers.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 7.2.2024

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„Empathie“ Florian Birnmeyer, Schriftsteller _ Nürnberg 9.2.2024

Lieber Florian Birnmeyer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite unter der Woche in der Schule und gebe Deutsch als Zweitsprache Unterricht für Migrantinnen und Migranten. Doch nachmittags widme ich mich dem Schreiben, der Literatur, dem Rezensieren, meinem Blog (www.der-leser.net). Natürlich muss ich auch den Unterricht für den nächsten Tag vorbereiten, aber darin habe ich inzwischen eine Routine entwickelt. Es ist so, dass an einem Tag die eine Sache mehr im Vordergrund steht und dann wieder eine andere Sache mehr Aufmerksamkeit bekommt. Das bringt auch Abwechslung.

Florian Birnmeyer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, wir dürfen uns jetzt von den vielen Krisenherden auf der Welt, den vielen Veränderungen und Umbrüchen, die wir erleben, nicht verrückt machen lassen. Es ist eine Zeit, die wir irgendwie bewältigen werden, aber wir sollten uns an die Vernunft halten und jetzt nicht in politische oder gesellschaftliche Affekte verfallen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Es ist wichtig, dass wir weiter an das Gute im Menschen und in den anderen glauben. Empathie ist wichtig, sich in andere hineinzuversetzen. Wir müssten uns mehr mit anderen auseinandersetzen, anstatt zu ghosten, zu blockieren, zu schreien oder zu hetzen. Und Empathie zu lehren, ist eigentlich eine grundlegende Fähigkeit von Literatur und Kunst, weil sie die Sichtweise anderer Menschen vermittelt und andere Lebensentwürfe und Welten aufzeigt.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich „Baumgartner“ von Paul Auster, ein Buch über einen alternden Professor aus New York, das mir sehr gefällt. Sein präziser und genau beobachteter Erzählstil gefällt mir sehr gut. Nebenbei lese ich aber auch andere Bücher, Gedichtbände zum Beispiel.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das einzige Paradies ist das verlorene Paradies“ von Marcel Proust.

Vielen Dank für das Interview, lieber Florian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Florian Birnmeyer, Schriftsteller

Zur Person _ Florian Birnmeyer

Geb. 1990 in Nordschwaben, Bayern, lebt seit 2010 in der Region Nürnberg. Studium der Frankoromanistik und Latinistik (Lehramt). Mehrere Austausche, Auslandsaufenthalte und Praktika (Bibliothek, Radio) in Frankreich, dazu ein einjähriges Auslandsstudium in Paris. Aktuell Tätigkeit als Dozent/Lehrkraft, Literaturkritiker und Rezensent.

Seine Gedichte wurden in den letzten Jahren in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Die erste größere Veröffentlichung ist der Sammelband Auf der Zugspitze, in dem im Anschluss an einen Wettbewerb über 66 eigene Gedichte publiziert wurden. Themen sind Identität, Homosexualität, Liebe, Freundschaft, Natur, Krankheit, Antike, Frankreich, Fernweh u. a. Er hat auch an mehreren Lesungen im Raum Nürnberg teilgenommen.

Seit mehreren Jahren Betreiber eines eigenen Literaturblogs mit Schwerpunkt französischer Literatur im Original und in Übersetzung.

http://www.der-leser.net

Foto_ privat.

Walter Pobaschnig _ 2.2.2024

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„Anna Mahler“ Bildhauerin – Musikerin – Kosmopolitin. Gabriele Reiterer. Molden Verlag.

Anna Mahler _ es ist ein Leben, das zu Beginn des 20.Jahrhunderts seinen Anfang nimmt und auf deren Kindheit der Glanz und Schatten bedeutendster Kulturpersönlichkeiten der Zeit liegt.

Hier der Vater, Gustav Mahler, genialer leidenschaftlicher Komponist, Dirigent und Wiener Operndirektor und dort seine Frau Alma Mahler, die zu einer der wichtigsten Kulturgastgeberinnen (Salon) der Zeit wird.

Und darin und dazwischen ihre Tochter Anna, die schon in der Jugend, nachdem ihr Vater früh verstarb, ihre eigenständigen Lebenswege – sie heiratet mit sechszehn Jahren Rupert Koller – sucht und konsequent verfolgt. Ebenso ihre Wege als Künstlerin, welche sie in Ausbildung und Praxis von Malerei, Bildhauerei nach Rom, Paris und in den politischen bewegten 1930er Jahren wieder nach Wien führt in die Mitte politischer Umbrüche.

Konsequent wird sie zeitlebens ihren künstlerischen Weg weitergehen und doch kommt es erst posthum zu einer ersten Ausstellung ihres umfangreichen Werkes. Ein Leben, von dem es viel zu erzählen gibt….

Gabriele Reiterer, Autorin,
Kunsthistorikerin, Philosophin, Professorin

Gabriele Reiterer, in Südtirol geborene Autorin, Kunsthistorikerin, Philosophin, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wiens, der Technischen Universität Wien und der Bauhaus-Universität Weimar, legt mit „Anna Mahler“ eine beeindruckende weltumspannende biographische Spurensuche vor, die in ihrer kunst- wie gesellschaftshistorischen und familiären Kenntnis und Zuordnung in Wort und Bild wie der verbindenden Erzählgabe begeistert.

Es ist gleichsam ein Mitreisen mit Anna Mahler, deren Leben und Werk hier in der hervorragenden Editionsqualität des Molden Verlages eine ganz besondere Würdigung erfährt.

„Ein Leben im Schatten und eine Biographie, die dieses Dunkel zerreißt und Weg und Werk strahlen lässt.“

„Anna Mahler“ Bildhauerin – Musikerin – Kosmopolitin. Gabriele Reiterer. Molden Verlag.

€ 30,00

Hardcover

15,5 x 22,5 cm; 256 Seiten

ISBN 978-3-222-15093-7

Erscheinungstermin 9/23

€ 24,99

E-Book – EPUB

0 x 0 cm; 256 Seiten

ISBN 978-3-99040-750-9

€ 24,99

E-Book – Kindle

0 x 0 cm; 256 Seiten

ISBN 978-3-99040-751-6

Foto_ Natscha_Unkart_Isabelle_K

Walter Pobaschnig  2/24

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„My daily routine is a loom that intertwines threads of art, study, work, self-care, life“ Lucie Schreiner, artist _ Foz do Iguacu, Brasil 8.2.2024

Hi Lucie Schreiner, what`s your routine at the moment?

My daily routine is a loom that intertwines threads of art, study, work, self-care, and household commitments. I begin my day with the first light of morning, enjoying a comforting coffee beside my husband. At this moment, we share gestures of affection while I lovingly attend to my two adorable cats and carefully water the plants that adorn my space.

Lucie Schreiner, artist

As a student of Architecture and Urbanism, class days transform into an enriching journey at the university. Immersed in studies, I seek to enhance my knowledge, preparing myself for the academic and professional challenges that unfold. This academic journey also serves as a bridge between art and Geography, my initial field of study.

On non-class days, my passion for creating woodcuts comes to life. Each engraving becomes a vivid expression of my thoughts and creativity, providing deep moments of immersion and artistic freedom. These works, often from generous matrices, such as my latest piece measuring 1.40x180cm, reflect my reflections on life, capturing the intersection between the human, especially the feminine, the mechanical, and the divine. Natural elements pulse through the compositions, making each animal and plant a link in the grand symphony of life.

Artist: Lucie Schreiner
 Title: Anthroposophy
 Graphic Image Dimensions: 60x84cm
 Year: 2021
Technical Specifications: Woodcut
Artist: Lucie Schreiner
Title: Untamed Energy
Graphic Image Dimensions: 60x84cm
Year: 2020
Technical Specifications: Woodcut
Artist: Lucie Schreiner
Title: Genesis
Graphic Image Dimensions: 60x84cm
Year: 2017
Technical Specifications: Woodcut
Artist: Lucie Schreiner
Title: Selfie
Graphic Image Dimensions: 60x84cm
Year: 2017
Technical Specifications: Woodcut

The timeless dance between past and present manifests through mechanical and technological elements in my works. Gears, cogs, and both antique and contemporary devices emerge as witnesses to time. The pieces I am currently working on feature an illuminated portal, an epiphany of hope. The radiating light symbolizes the wisdom that guides and illuminates, connecting us to a deeper understanding of the harmonious coexistence among all beings, a lesson that transcends cultural and temporal boundaries.

These works represent an artistic testimony to the urgency of preserving and caring for the life that unites us, encapsulating the essence of all creation.

Detail of the carving in the artwork measuring 1.40×1.80cm

What`s now particularly important for all of us?

It is difficult to mention just a single answer. I present here some things that I consider important for us now: Peace, Love, Knowledge, Justice, and Art.

In a world marked by conflicts and instabilities, peace is fundamental and urgent.

Compassion and mutual understanding are crucial for building inclusive and tolerant societies. Promoting love can contribute to creating a better world, starting in our homes and workplaces with the people around us.

In a context of rapid technological and social changes, knowledge plays a crucial role in addressing contemporary challenges.

Ensuring justice is important to combat inequality and promote more just, free, prosperous, and respectful societies for all forms of life.

Amidst adversities and challenges, art provides inspiration, expression, and reflection. It has the power to transcend cultural barriers, stimulate creativity, and foster empathy. Art can also be a tool for addressing social issues, provoking reflection, and driving positive change.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will art play on society?

We live in an era of profound transformations in various aspects. In this dynamic scenario, art emerges as a beacon amid the storm of the contemporary world. It reveals itself as an authentic and powerful expression, offering us a means to understand and process the complexities that surround us or simply to comfort and provide a respite. As Friedrich Nietzsche once said, „Art and nothing but art! It is the great enabler of life, the great seducer of life, the great stimulant of life.“

The diversity of artistic forms serves as a mirror of society’s emotions, concerns, and aspirations. Art can be sweet, gentle, and beautiful, but above all, it can be rebellious and challenging. This ability to challenge conventional thinking is crucial to instigating change and promoting progress, both individually and collectively.

Art transforms into bridges that connect people in a special way, offering emotional and intellectual support amid transformations. The shared appreciation of art creates common ground to explore experiences and perspectives, generating new ways of thinking and acting. In this context, art inspires and fuels the flame of hope, providing alternative insights, solutions, and reflections in the face of challenges, motivating people to move forward even in the presence of seemingly insurmountable obstacles.

It can be affirmed that art is like the philosopher’s stone, possessing the power of transmutation. Its force propels changes in various aspects, whether in the social or personal sphere. Art plays a crucial role in transformation, whether in appreciation or creation, providing self-expression and self-exploration. It triggers processes of discovery and maturation, allowing people to find new perspectives on themselves and the world around them. New ways of thinking and new paradigms are built and shared by diverse groups, making art a powerful tool to drive social changes.

Thus, during periods of change, art plays a multifaceted role. It is a means of expressing feelings, emotions, and thoughts, as well as a source of human connection, inspiration for hope, and a driving force for transformation. Art enables a new beginning filled with possibilities, showing us that building a better world is in our hands.

What are you reading currently?

At the end of the year 2023, I received as a gift in asecret friend prank the book „The Barefoot Architect“ by Johan Van Lengen, and I am currently immersed in its reading. Johan, an architect and urbanist born in the Netherlands, devoted the majority of his life to Latin America. In 1987, he established residence in Brazil and founded the Institute of Intuitive Technology and Bio-Architecture – TIBÁ, promoting a more integrated architectural approach with nature.

With 369 pages divided into 10 chapters, the book delves into bioarchitecture, explaining and exemplifying traditional and modern housing techniques. Using materials such as earth, bamboo, wood, sisal, as well as less eco-friendly elements like plaster and cement, Johan provides insights into the construction of green roofs, wood-burning stoves, solar heaters, and teaches adobe manufacturing. He also addresses issues related to water and sanitation, all designed according to local climatic characteristics.

The work not only highlights the importance of creating impressive structures, Johan emphasizes that true architecture lies in finding simple, sustainable, and harmonious solutions that naturally integrate with the environment and people’s lives. Johan emphasizes that the manual was created to instill confidence in those who dream of building, offering an understanding of the relationship between housing and its surroundings, exploring limits and possibilities consciously.

Which quote, text will you propose to us?

„The Barefoot Architect“ is a technical book filled with profound teachings about sustainable living, respecting human beings and their surroundings. Therefore, it is challenging to encapsulate its essence in just one sentence, but I believe that through this book, Johan Van Lengen leaves a great legacy. Especially in a time when the Earth is calling for more care. Bioarchitecture practices not only promote efficiency in resource use but also embody a holistic approach that respects and integrates with nature, minimizing the negative impact of construction.

Moreover, Johan Van Lengen’s ideas have significant implications in the context of housing and urban development. By advocating for more conscious architecture, he contributes to the creation of more balanced and resilient communities, considering not only the physical structures but also the social and environmental impact

Thank you very much for the interview, dear Lucie! All the best in life and art!

Vielen Dank für das Interview, liebe Lucie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Lucie Schreiner, artist

Zur Person _ Lucie Schreiner, artist. Born in the state of Paraná, Brazil, Lucie Schreiner is an artist who has merged her background in Geography with her passion for art. Since 2007, she has explored various forms of artistic expression, with a particular focus on printmaking. Lucie Schreiner is currently pursuing studies in Architecture and Urbanism. Her career is enriched with solo and group exhibitions, as well as awards. Her works are now featured in national and international collections. Lucie Schreiner is an artist in constant evolution, pledging to continue inspiring the art world with her dedication and passion.

Fotos_  Lucie Schreiner

Walter Pobaschnig _ 18.1.2024

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„Grotesk die Wahrheit“ Uwe Ittensohn, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Speyer 8.2.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G         rotesk die Wahrheit

I           n Szene setzen und dadurch

V         erständnis

E          rzeugen


P         artei ergreifen,

E          rmahnen,

A         lternativen aufzeigen,

C         hancen erkennen aber stets

E          im Gespräch bleiben


A         ussagen


C         horeographieren und

H         umor

A         ls Gegengewicht zu Hass einsetzen.

N         icht in Grundeinstellungen

C         hangieren, aber

E          rgebnisoffen diskutieren.

Uwe Ittensohn, 6.2.2024

Uwe Ittensohn, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Uwe Ittensohn, Schriftsteller

Zur Person _  Uwe Ittensohn wurde am 20.01.1965 in Landau in der Pfalz geboren.

Er studierte Betriebswirtschaftslehre und arbeitete zunächst im Finanzwesen. Seit 2015 ist er als Schriftsteller tätig.

Sein schriftstellerisches Wirken liegt schwerpunktmäßig im Bereich der Kriminalliteratur. Seine Krimireihe um die Ermittler Sartorius und Achill umfasst mittlerweile sechs Bände.Die Schauplätze seiner Kriminalromane liegen überwiegend in Rheinland-Pfalz sowie in Baden-Württemberg.

Ittensohn verbindet seine fiktiven Geschichten gerne mit realen oder zeitgeschichtlichen Hintergründen. Häufig greift er dabei auch religiöse Themen auf, was ihm in der Rhein-Neckar-Zeitung einen Vergleich zu Umberto Eccos im Namen der Rose einbrachte.

Auf seinen Autorenlesungen geht Ittensohn oft unkonventionelle Wege. So liest er gerne an für Lesungen ungewöhnlichen Schauplätzen (Speyrer Dom, Modehäuser oder in Vinotheken) und geht damit auf seine Leserinnen und Leser zu. In der Regel gestaltet er seine Lesungen szenisch, indem er etwa die Dialekte oder sprachlichen Eigenarten seiner Figuren aufgreift.

Werke:

Kriminalromane:

  • Requiem für den Kanzler, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2019, ISBN 978-3-8392-2386-4
  • Abendmahl für einen Mörder, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2020, ISBN 978-3-8392-2560-8
  • Festbierleichen, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2021, ISBN 978-3-8392-2822-7
  • Klostertod, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2022, ISBN 978-3-8392-0148-0
  • Winzerblut, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2023, ISBN 978-3-8392-0427-6
  • Letzte Lese, Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2024, ISBN 978-3839206096

Sachbuch:

Weinbar.Essbar.Wanderbar. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2022, ISBN 978-3-8392-0209-8

Mitgliedschaften und Jury-Arbeit

Uwe Ittensohn ist Mitglied in der Autorenvereinigung »Das Syndikat e. V.« und Juror in der Jury 2023/24 in der Kategorie »Kurzkrimi« für den GLAUSER-Preis 2024.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 6.2.2024

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„Bewusstsein wird durch Irritation verändert“ Richard Schuberth, Schriftsteller _ Wien 7.2.2024

Lieber Richard Schuberth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr gesetzt. Zwischen sechs und sieben aufstehen, Kleinkram erledigen, Blutorangensaft pressen und Frühstück, dann Gymnastik, dann an den Laptop, und, so ich nicht mit Social Media, den Ärgernissen des Tages und Korrespondenzen aller Art prokrastiniere, Arbeit an meiner Essayserie zu Lord Byron, seltener an meinem Roman („Der Paketzusteller“).

Mittagsschläfchen (zu „StadtLandKunst“ auf arte), weiterarbeiten bis zum Frühabendschläfchen (zu den „Simpsons“), danach arbeiten, lesen oder Leute treffen.

So schaut der ideale Tag aus. Über die meisten, gar nicht idealen schweige ich…

Richard Schuberth, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist, sich selbst wichtig zu nehmen und folglich nicht zu wichtig zu machen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich breche nirgends hin auf und für mich beginnt gar nichts neu. Die neuen Imperative, engagierte und politische Kunst zu machen, haben sehr viel schlechte und mittelmäßige Kunst hervorgebracht. Engagierte Kunst kann auch das Bewusstsein lähmen, einen in dieser folgenlosen Illusion des Kämpferischen wiegen und das Getriebe, das sie zu stören vorgibt, dann doch schmieren. Wirklich subversiv wird sie, wenn sie ihren Warencharakter und ihre Alibifunktionen mitbedenkt und sich der Identitätsstiftung entzieht. Und Unbehagen bereitet – nicht durch billige Tabubrüche oder Unkorrektheit. Das Bewusstsein wird nicht durch Bestätigung, sondern durch Irritation verändert.

Kunst soll, im konkreten Fall Literatur, einfach weitermachen.

Was liest Du derzeit?

Die Jonathan-Swift-Biografie von Leo Damrosh, wieder einmal „Jacques der Fatalist“ von Diderot, „The Siege of Corinth“ von Byron und „1948“ von Benny Morris. Ach ja, immer wieder Gedichte … im Augenblick von Emily Brontë und Michail Lermontow.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wahrer Geist genießt auch das fröhliche Plätschern seichter Gewässer. Während falscher Tiefsinn sogar darin ersäuft.

Vielen Dank für das Interview, lieber Richard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Buch-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Richard Schuberth, Schriftsteller

Zur Person Richard Schuberth (geb. 1968) schreibt Literatur verschiedener Gattungen, auch wissenschaftliche Texte, Songs und gesellschaftskritische Satiren. Er war zudem Cartoonist, Kabarettist, Regisseur und gründete das Musikfestival „Balkan Fever“. Dreimal gewann er den Carl Mayr Drehbuchpreis der Diagonale Graz. 2014 MigAward, 2021 Theodor Kramer Peis für Schreiben im Exil und Widerstand. 2022–24: Elias-Canetti-Stipendium.

2 Romane: „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“ (Zsolnay), „Bus nach Bingöl“ (Drava). 2016: „Karl Kaus – 30 und drei Anstiftungen“ (Klever).

Aktuelle Publikation: „Rückkehr des Dschungels. Essays und andere Texte 2017–2023“ (Drava Verlag). Im Herbst wird im Wallstein-Verlag ein Essayband zu Lord Byron (anlässlich des 200. Todestages) erscheinen (Arbeitstitel: „Lord Byron – der erste Anti-Byronist“).

http://richard-schuberth.com

Fotos_ 1 Jana Madzigon; 2.3 Selfie/Lumikki Nälkäinen-Karhu

Walter Pobaschnig _ 19.1.2024

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„Gib mir ein Gedicht“ Florian Birnmeyer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Nürnberg 7.2.2024

G ib mir ein Gedicht

I n

V ertrauensvoller

E rinnerung an


P eace and

E ndless Love…

A ber das ist Vergangenheit, jetzt singt der

C hor der

E rinnyen


A m Tag, bei Nacht, keine


C hance auf

H offnung?

A ber nein!

N icht weinen, hör den

C hor der

E ndlosen Hoffnung auf

– Frieden.


Florian Birnmeyer, 2.2.2024

Florian Birnmeyer, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Florian Birnmeyer, Schriftsteller

Zur Person _ Florian Birnmeyer

Geb. 1990 in Nordschwaben, Bayern, lebt seit 2010 in der Region Nürnberg. Studium der Frankoromanistik und Latinistik (Lehramt). Mehrere Austausche, Auslandsaufenthalte und Praktika (Bibliothek, Radio) in Frankreich, dazu ein einjähriges Auslandsstudium in Paris. Aktuell Tätigkeit als Dozent/Lehrkraft, Literaturkritiker und Rezensent.

Seine Gedichte wurden in den letzten Jahren in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Die erste größere Veröffentlichung ist der Sammelband Auf der Zugspitze, in dem im Anschluss an einen Wettbewerb über 66 eigene Gedichte publiziert wurden. Themen sind Identität, Homosexualität, Liebe, Freundschaft, Natur, Krankheit, Antike, Frankreich, Fernweh u. a. Er hat auch an mehreren Lesungen im Raum Nürnberg teilgenommen.

Seit mehreren Jahren Betreiber eines eigenen Literaturblogs mit Schwerpunkt französischer Literatur im Original und in Übersetzung.

http://www.der-leser.net

Foto_ privat.

Walter Pobaschnig _ 2.2.2024

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„sich selbst nicht zu verraten“ Juliane Schon, Schriftstellerin _ D 6.2.2024

Liebe Juliane Schon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Derzeit mache ich noch ein FSJ (freiwilliges soziales Jahr, Anm.) in einem Sprachheilkindergarten. Wenn ich nicht gerade auf der Arbeit bin, verbringe ich Zeit mit meiner Familie und suche mir meine täglichen Inspirationen für neue Geschichten oder Bilder in der Natur auf Spaziergängen, indem ich lese, viel Musik höre oder manchmal reicht auch ein aufregender Traum, der spannende Anreize bringt. Dann setze ich mich an meinem Laptop oder vor die Leinwand und schreibe/male los.

Juliane Schon, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In ungewissen Zeiten sollte man immer wieder versuchen, zu sich selbst zu finden, Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen und nicht das aus den Augen zu verlieren, was für einen selbst von Bedeutung ist, worin man seine Motivation und Leidenschaft findet.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Offenheit und Vertrauen in sich selbst ist von großer Bedeutung. Die Gesellschaft verändert sich immer wieder. Genau wie die Wertvorstellungen. Das bedeutet einen gesunden Grad von Anpassung und Treue zu seinem eigenen Charakter zu finden. Sich selbst nicht zu verraten oder das, woran man glaubt, aber eben dennoch Neues auf sich zukommen zu lassen und das beste daraus zu machen.

Kunst, egal in welcher Form ist gewissermaßen eine Reflexion von den zeitgemäßen Verhältnissen, die unterschiedlich interpretiert werden kann. Beispielsweise wenn man ein Gedicht liest, welches an vergangene Kriegszeiten erinnert und warnt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Diese Art der Kunst und Literatur kann möglicherweise für manche eine Gedankenstütze sein oder auch einfach nur eine willkommene Ablenkung und Flucht aus dem Alltag.

Was liest Du derzeit?

Ich lese momentan noch einen Thriller _ ,,Er will sie sterben sehen“ von Carmen Mola.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“This Is Not Yours To Fix Alone. You Act Like You’re All Alone Out There in the World, but You’re Not. You’re Not Alone.” – Stranger Things (Joyce Byers)

Vielen Dank für das Interview, liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Juliane Schon, Schriftstellerin

Zur Person _ Juliane Schon wurde im Jahr 2003 in Hannover geboren. Von dort aus ist
sie dann in eine Kleinstadt gezogen, wo sie mit ihrer Familie und ihrem Hund lebt.

Neben ihren Leidenschaften, Gedanken und Ideen zu Papier zu bringen und den Pinsel über Leinwände zu schwingen, geht sie noch auf ein berufliches Gymnasium.

Ihr Traum, mal Autorin zu werden, entstand schon im Grundschulalter und hat sich nun mit der Veröffentlichung dieses Buches, The Spindle of Time, erfüllt

„Eigentlich sollte die junge Wissenschaftlerin Adeena vor Freude zerspringen, als sie die Nachricht erhält, Teil des Teams der ersten Zeitreisemission im Jahre 2068 zu sein. Was jedoch niemand weiß: Bereits zuvor reist sie, von Neugier getrieben, auf unerklärliche Weise in die beängstigenden Zeiten des Mittelalters, wo sie auf einen geheimnisvollen Mann trifft, der ihr immer wieder aus jeder Notlage hilft und mit dem sie bald eine unerwartete und unbeschreibliche Zukunft teilen wird.

Gemeinsam mit ihm und alten sowie neuen Freunden, erfährt sie nun von Rebellionen, Kriegen, dem Ende der Welt und begibt sich auf eine Reise durch die Zeit und zu sich selbst…“

THE SPINDLE OF TIME
Juliane Schon

Genre: Fiktion                                 Verlag: Europa Buch
Reihe: Universum
Seiten: 615
Sprache: Deutsch

Preis: € 19,90
EAN: 9791220115803

Foto/Portrait_ privat.

Walter Pobaschnig _ 12.1.2024

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„Kunst braucht Leidenschaft und erzeugt Leidenschaft“ Simone Uebelhart, Schauspielerin _ Wien 5.2.2024

Liebe Simone Uebelhart, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Ich habe keinen fixen Tagesablauf. Was auf jeden Fall dazugehört: der Moment für mich allein mit einer Tasse Kaffee oder Tee nach dem Aufstehen und Zähneputzen. Auch Bewegung gehört unbedingt dazu, sei es im Fitnessstudio, zu Hause auf der Yogamatte oder draußen in der Natur.

Als Broterwerb – allerdings empfinde ich es als einen schönen, erfüllenden Broterwerb – unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache. Meine Unterrichtszeiten sind dem Stundenplan der Schauspielschule angepasst, das heißt, sie sind sehr unterschiedlich. Mal unterrichte ich morgens, dann wieder nachmittags oder abends. Auch die Orte und die Teilnehmenden unterscheiden sich. Daneben arbeite ich außerdem als freiberufliche Autorin von Lernmaterialien. Dazwischen habe ich Schauspielunterricht, übe Rollen ein oder recherchiere. Ich genieße dabei die Abwechslung und Flexibilität, verspüre aber hin und wieder auch eine gewisse Sehnsucht nach etwas mehr Routine.

Wenn es mein Stundenplan zulässt, koche ich mir gerne mindestens eine frische Mahlzeit pro Tag. Wichtig ist mir auch der tägliche Austausch mit Menschen, die mir lieb sind, sei es persönlich, per Telefon oder zumindest über Textnachrichten.

Simone Uebelhart, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe. Ich meine damit keine Rosafärberei. Nehmen wir zum Beispiel den Tagesablauf, den ich gerade beschrieben habe. Wenn ich all diese Dinge mit Liebe tue – und dafür muss ich sie nicht alle lieben – aber wenn ich sie bewusst tue und ihren Wert schätze – und Wert haben sie alle, sonst täte ich sie nicht – dann macht das einen Unterschied. In diesem Fall natürlich in erster Linie für mich. Aber wir können diesen Blick, diese Einstellung auf alles anwenden. Dafür müssen wir teilweise langsamer und bedachter werden. Weniger tun, weniger schnell reagieren, uns mehr Zeit lassen, einander zuhören. Dem Tempo um uns herum zum Trotz. Ich stelle mir das bildlich vor: Wenn die Welt um mich herum immer schneller und multipler wird, muss ich einen Gegenpol bilden, damit nicht alles in Entropie versinkt. Dieser Gegenpol wird mit der Welt um ihn herum interagieren und etwas Neues entsteht daraus. Die bunte, hektische, oft überfordernde und manchmal erbarmungslos scheinende Welt um uns herum ist nicht schlecht, sondern trägt genauso zur Entstehung des Neuen bei. Aber wenn ich, wenn wir nicht mit Liebe, Wertschätzung und Bedacht dagegenhalten, dann wird aus uns nichts Neues entstehen. Ich sage bewusst „aus uns“, denn Neues wird auch ohne uns, ohne den Menschen, immer weiter entstehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Tun oder taten wir das nicht immer und zu jeder Zeit? Aber ich mag das Bild des Aufbruchs und Neubeginns und ich denke, man kann sich immer dafür entscheiden, dass genau jetzt der Zeitpunkt dazu da ist. Und dann ist er es auch. Welche Rolle dabei der Kunst zukommt, hängt natürlich davon ab, was man als Kunst definiert. Für mich war Kunst immer etwas, wofür man Leidenschaft braucht, beziehungsweise was Leidenschaft erzeugt. Und etwas, das dem kapitalistischen Streben nach Schneller und Mehr entgegensteht. Ich meine damit weder, dass die Kunst davon abgekoppelt ist, noch, dass sie das Ziel haben soll, das kapitalistische System zu zerstören. Ich meine, dass sie, dadurch, dass sie andere Werte und Maßstäbe hat – ein anderes Tempo, eine andere Struktur – ein hohes Potenzial hat, um Neues zu schaffen, und auch um Menschen zu verbinden. Dies ist meiner Meinung nach besonders wichtig, um einer zunehmenden Polarisierung entgegenzuhalten.

Was liest du derzeit?

„Moral über alles?“ von Michael Lüders

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Es ist wie es ist.

Vielen Dank für das Interview, liebe Simone, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Simone Uebelhart, Schauspielerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Simone Uebelhart, Schauspielerin

Zur Person _  Simone Uebelhart, ich bin am 17. Mai 1980 in Solothurn in der Schweiz geboren. Aufgewachsen bin ich auf dem Land, in Messen, einem 1000-Seelen-Dorf in der Schweiz. Nach der Matura bin ich nach Genf gezogen, wo ich einen Bachelor in Linguistik und Germanistik absolviert habe. Dann führte mich der Wunsch, Cognitive Sciences zu studieren, nach Wien. Ich absolvierte hier ein Masterstudium und arbeitete danach einige Jahre im Sozial- und Bildungsbereich. Ich bildete mich unter anderem im Bereich Theaterpädagogik weiter und kam so wieder mit meinem nie verfolgten Kindheitstraum, auf der Bühne zu stehen, in Berührung. Nach einigen Kursen entschloss ich mich schließlich zu einem Schauspielstudium, das ich im März dieses Jahres abschließen werde.

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 24.1.2024

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Erinnerung an Helena Adler „Sie räumt auf, fegt weg und baut eine neue Welt auf“ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin _ Gleisdorf/AT 5.2.2024

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

 + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Andrea Wolfmayr, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Ich erinnere mich an ihren Anruf bei meiner Tante, der Buchhändlerin Helga Plautz, bei deren Literaturfest sie mitwirken sollte und auch wollte, eine erste Zusage war da – und dann kam diese entsetzliche Mail: dass sie aus Krankheitsgründen leider absagen muss. Der Mailwechsel zwischen Stephanie Helena Prähauser und Helga Plautz war berührend und herzzerreißend.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Die „Infantin“, 2020. Tolles Cover, sehr frech, dachte ich, und sehr, sehr erfrischend! Dann, beim Lesen: „Himmel … was für eine Power!“ Ich dachte sofort an die Lavant. Ebensolche Kraft, dazu dieser Eigensinn, und auch noch Witz …!

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Tiefe, Schönheit, Wucht, Brutalität, Unverblümtheit, Härte, Kompromisslosigkeit – ein Schreiben, das einschlägt wie eine Bombe. Sie macht einen fertig und räumt auf, fegt weg, killt das alte eigene Denken und baut eine neue Welt auf, die ihresgleichen noch nicht gesehen hat.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Ich hab sie ja leider persönlich nicht erleben können, aber aus den Fotos spricht mich so viel Liebe an, so viel Spaß und Lustigkeit und Herzlichkeit – ganz anders als ich sie erlebte beim Lesen. Sie war in Person gelebte Kunst, ohne einen Funken von Arroganz oder Präpotenz.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Obwohl dem Umfang nach nicht groß, so ist ihr Erbe doch unglaublich vielschichtig und spannend – und leider hat es eben genau diesen Spannungsbogen von Person und Werk, der sie kennzeichnete, viel zu früh zerrissen, vielleicht musste er durch und wegen ihres Werks zerreißen … Folgerichtig ist sie nun zum Star, einem hellen Stern in der Literaturlandschaft, einer Ikone geworden. Und das ist gut so (ich seh sie lächeln, von drüben …)

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Als richtungsändernd. Neuland betretend. Wegweisend.

Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Zur Person _Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Wolfmayr, Andrea – Edition Keiper

Foto_privat.

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/ 6.1.2024 

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/ 

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Foto_ Portrait Andrea Wolfmayr: privat

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 26.1.2024

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