„Gehgestirne o weh gradaus wie schön“ Elisabeth Wandeler-Deck, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Zürich 7.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gehgestirne o weh gradaus wie schön

Irrig ach was woher das woher das

Vag die aussicht worauf warte nur warte

Esse fresse zwanzig staben auch mehr


Palaver. wie schön und nochmals eine

Elster um elster am dachrand zaust ein

Akrostichon zinkt innig gestimmte

Clique so schön entklickt verdickt bestückt mit

Einzig diesen fellen einlass ausgescharrt


Ach sagen ach sprechen sagen ach was zu sagen


Cut. schnitt. ach hasch dich doch, hasch mich, da

Hach da, lach, da, ein rasches gelächter

Abermals ach grauslich und frohes dattern

Nun doch und nun gleich flitterts vom dach

Casting, ja, es wird gecastet die elster, der pirol, die

Egal nein wieder nicht, dann wird’s wohl werden


Elisabeth Wandeler-Deck, 1.5.2023

Elisabeth Wandeler-Deck, Schriftstellerin
improvisierende Musikerin (Klavier, Gitarre, Wörter)

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Elisabeth Wandeler-Deck, Schriftstellerin
improvisierende Musikerin (Klavier, Gitarre, Wörter)

Zur Person_Elisabeth Wandeler-Deck

geboren 1939, aufgewachsen in Zug, lebt in Zürich-Affoltern und anderswo. Schriftstellerin improvisierende Musikerin (Klavier, Gitarre, Wörter). Viele Buchveröffentlichungen, zuletzt „attacca holdrio“, Lyrik, edition sacré, Zürich 2020; versionenlust ECHO, edition Howeg, Zürich 2022; Antigone Blässhuhn Alphabet so nebenher, Ritter Verlag Klagenfurt 2022. Bildtextarbeiten im Netz. Mitglied des Improvisationsquartetts bunte hörschlaufen. Basler Lyrikpreis 2013, Werkjahr der Stadt Zürich 2017, Writer in Residence in Maggia TI 2023.

Aktuelle Buchneuerscheinung Elisabeth Wandeler-Deck:

Elisabeth Wandeler-Deck, Antigone Blässhuhn Alphabet so nebenher. Ritter Verlag

Das Blässhuhn: es taucht unter, kommt an unerwartetem Ort und Zeitpunkt wieder zum Vorschein, so auch Antigone, als volatile Figur, Fragestellung, Projektionsfläche. Als widersetzliches Mädchen trägt sie, der Etymologie ihres Namens nach, ein „Gegen“ in
sich wie auch „Geburt“ und „Abstammung“, zieht Spuren nach verwandtschaftlichen
Banden und durchkreuzt literarische Felder. Ein Ordnungsprinzip von A bis Z steckt den täuschend klaren Rahmen ab für Prosaminiaturen, Gedichte, Notate und Listen, Thesenhaftes oder in Zeitungen Vorgefundenes zu Affoltern und Baden, den lokalen Koordinaten einer für Reflexion, Theorie und Traumhaftes ebenso wie für Konkret-Soziales durchlässigen Textur.

Durch das fragile alphabetische Raster hindurch bricht sich das Diskontinuierliche, Wilde und Chaotische der Erscheinungen, Beobachtungen und Gedanken Bahn – von Elisabeth Wandeler-Deck virtuos zum Ausdruck gebracht in immer wieder neuen Formfindungen, die ihre Qualität gerade aus der Apperzeption von Sprüngen, Unterbrechung und Kontamination beziehen. Antigone Blässhuhn Alphabet so nebenher ist ein ästhetisch wie politisch brisantes Buch: ein flirrendes Dokument von Selbstverortung und präzises Modell kalkulierter Überschreitung.

Antigone Blässhuhn Alphabet so nebenher

Elisabeth Wandeler-Deck, Antigone Blässhuhn Alphabet so nebenher. Ritter Verlag

ISBN: 978-3-85415-646-8

Preis: €19,00

184 Seiten, brosch., erschienen 2022

Foto _ Dirk Skiba

Walter Pobaschnig _ 1.5.2023

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„Wir werden neben der KI im Theater bestaunt werden, wie jetzt die Tiere im Zoo“ Barbara Gassner, Schauspielerin _ Wien 6.5..2023

Liebe Barbara Gassner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Diese Woche war sehr abwechslungsreich. Inhaltliche Vorbereitung einer Rede mit jemandem, die auf einem Kongress sprechen muss. Proben für eine Aufführung in der Regie Beate Thalbergs, in der ich im Juni Natalie Bauer-Lechner spiele, eine spannende Musikerin und aufmüpfige Gefährtin Gustav Mahlers. Es ist der 2. Anlauf nach einer Absage im letzten Jahr wegen Corona. Wir haben Zeit gewonnen.

Barbara Gassner, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann sagen, was für mich wichtig ist. Mir nahe Menschen sehen, mich mit ihnen austauschen und uns ermutigen. Überrascht werden von neuen Begegnungen. In meiner nächsten Umgebung mitkriegen, ob und wie sich ein respektvolles Miteinander abbildet. Hinschauen! Frohsinn wird unterschätzt!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wesentlich bleibt der Mut.

Das Theater wird überrannt werden. Wir werden neben der KI bestaunt werden, wie jetzt die Tiere im Zoo. Ein einziges Fest der Lebenden.

Was liest Du derzeit?

Birgit Birnbacher. „Wovon wir leben“

Jetzt will ich alles von ihr lesen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich mag keine Zitate. Sie sind sehr formbar. Vielleicht kenn ich aber einfach keine richtig Guten.

Vielen Dank für das Interview liebe Barbara, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Barbara Gassner, Schauspielerin

Zur Person_Barbara Gassner hat in Graz an der Hochschule ihre Ausbildung zur Schauspielerin gemacht und ihr erstes Engagement am Stadttheater Aachen angetreten.

Sie hat seither in Deutschland, der Schweiz und Österreich in zahlreichen Produktionen mitgewirkt. In Wien hat sie nach vier Produktionen im Theater Hamakom zwei eigene Projekte realisiert. Die andere Hälfte des Himmels und Sagt man eigentlich noch Indianer. Beide Projekte kamen im Volkskundemuseum Wien zur Aufführung und hatten die wechselvolle Geschichte ihrer VorfahrInnen zum Inhalt.

Sie spricht für den ORF / Ö1.

Im Kino ist sie demnächst in Veni Vidi Vici von Daniel Hoesl zu sehen. Außerdem demnächst im TV in Zwei gegen die Bank in der Regie von Clara Stern.

Foto_Severin Koller

28.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gently“ Deborah J.Gzesh, Schauspielerin, Sängerin _ Give Peace A Chance _ 6.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Deborah J.Gzesh _ Odeon Theater Wien



Gently

In

Very

Easy


Plain

English

Are we,

Creatively

Energizing


A


Collective

Hope

And

Not

Claiming

Everything for oneself!


Deborah J.Gzesh, 26.4.2023

Deborah J.Gzesh _ Schauspielerin, Sängerin,
Produktionsleiterin, culture manager

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Deborah J.Gzesh _ Schauspielerin, Sängerin,
Produktionsleiterin, culture manager

Fotos _ privat.

Walter Pobaschnig _ 26.4.2023

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„Geheimes Immergrün“ Luise Kloos, Bildende Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Graz 5.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

G         eheimes

I           mmergrün

V          ersprüht

         mpathie


P          feil

         ines

A         ufbruchs

         horäle

         feu


A         maryllis


         ha Cha Cha

H         eilsame

A         lchemie

        ächst

C          hrysolith

         cce Homo


Luise Kloos, 24.4.2023

Luise Kloos, Bildende Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Luise Kloos, Bildende Künstlerin

Zur Person_Luise Kloos, bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Graz. Arbeiten in Zeichnung, Malerei, Objekte, Installationen und Performances

www.luisekloos.at

www.nextkunst.at

www.zeichenimpulse.at

Foto _ privat

Walter Pobaschnig _ 24.4.2023

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„Dance has the power to spread awareness“ Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin _ Wien 5.5.2023

Hi Ivana, what`s your routine at the moment?

I don’t really have a particular routine, as my schedule changes from day to day. What I wish my daily routine to be: quick morning swim in the sea (cold shower will do too…), long coffee, functional training / yoga, artistic research /rehearsals, catching up with friends and family, then little bit of nothing and in the evening performing or watching performances.

Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin

What`s particularly important for us all at this moment?

Healing – finding new, less painful solutions.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will dance/theatre and art play in society?

Theater is my reality. It’s this parallel universe that helps us survive the one we’re in. I believe it is essential in our society. Word “essential” was in recenttimes detached from art and dance. But being physically active and socializing is essential. Dance is a form of political activism – artists expressing, exploiting, demonstrating with their own bodies. Dance has the power to spread awareness, motivate, heal and empower.

What are you reading currently?

“The Road to Happiness” by Jorge Bucay

Which quote, text will you propose to us?

As I’m reading Bucay now, one from him: “Stories help children sleep but also to wake up adults.”

Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin

Vielen Dank für das Interview liebe Ivana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz- Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ivana Orsolic, Tänzerin, Choreographin

Choreographie&Tanz&Styling _ Ivana Orsolic,

Zur Person _ Ivana Orsolic, born in 1996 in Zagreb, Croatia, Ivana started her professional dance education at early age. After graduating Art Schools Silvija Hercigonja and Franjo Lučić, she spent one year at Academy of Dramatic Arts Zagreb. In 2020 she graduated from Music and Arts University of the City of Vienna (MUK), receiving a Bachelor of Art in contemporary dance and ballet. During her studies she intensely worked with choreographers such as Esther Balfe, Eldad Ben Sasson, Alberto Franceschini, Chris Haring and Mani Obeya, as well as spending her internship in Scottish Dance Theater and Croatian National Theater Rijeka. As a freelance dancer Ivana works between Austria and Germany and has performed on stages such as MuTh, Theater an der Wien, Volksoper, Werk X, Theater Arche, Theatre Patraix and Staatstheater Augsburg. She is a dancer and artistic assistant for platform Choreoloop, based in Augsburg, German

Fotos_Walter Pobaschnig 4_23 _ Schloss Schönbrunn/Gloriette

Walter Pobaschnig _ 23.4.2023

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„Ein Theaterabend als einzigartiges Ereignis und Fest der Sprache, des Körpers, der Sinne und der Reflexion!“ In Arbeit_Uraufführung E3 Ensemble _ Off Theater Wien 4.5.2023

„In Arbeit“ Uraufführung E3 Ensemble Wien _
OFF Theater Wien 4.5.2023

Da ist der Mensch. Die Menschen. Und da ist die Erde. Die Natur. Das Wasser. Das Leben. Oder was noch da ist…

Und wie ist es bei Dir? Wie gehst Du mit Energie, Ressourcen, Verantwortung um? Zuhause und überhaupt? Und wie ist es in der der Gesellschaft, in unserer Stadt? Wie funktioniert Mülltrennung (nicht)?…

Und was macht diese Zeit mit Dir? Innerlich. Wer bist Du (noch) Mensch? Wer wirst Du sein? Nicht-Sein?…

Sprich mit mir. Halt mich fest. Gemeinsam. Auf den Flecken dieser Welt im Sturm…

Wie spät ist es schon? Im Dunklen…Weißt Du es? Willst Du es wissen?…

Das E3 Ensemble Wien begeistert mit seiner aktuellen Produktion “In Arbeit“!

Es ist ein atemberaubender Theaterabend, der alles und mehr an Faszination, Begeisterung zu bieten hat, was Bühne in Staunen, Lachen, Reflexion zu leisten vermag. In unglaublicher Sprach- und Körperdynamik wird das Publikum in den gesellschaftlichen Brennpunkt der Klimakrise mithineinkatapultiert und folgt gebannt dem einzigartigen Schauspieluniversum des E3 Ensemble, das Szenenpräsenz und Pointe messerscharf zu setzen weiß und bis zum furiosen Finale mitreißt.

Das E3 Ensemble ist einzigartig im spielerisch existentiellen – sprachlichen wie körperlichen – Jonglieren von Alltagsebenen und Kritik im Wahrnehmen, Erkennen, Problemlösen und Scheitern, welches das Publikum paradigmatisch in persönliche Erfahrungen, Diskussionen mithineinnimmt und dann mit Impuls und Anstoß wieder entlässt. Diese Achterbahn des Lebens in den Herausforderungen der Zeit so auf den Punkt, Szene, Wirkung zu bringen, ist höchste Theaterkunst, die ohne Zweifel zum Besten der Gegenwart gehört.

Es ist modernes Theater der absoluten Spitzenklasse, das die künstlerische Kommunikation auf und zwischen Bühne und Publikum mit jeder weiteren Vorstellung zur höheren Perfektion bringt. Und dies im wunderbaren Zusammenspiel mit Musik und Bühnenbild. Ein geniales begeisterndes Gesamtkonzept und Gesamtkunstwerk des E3 Ensembles, das mit langanhaltendem Applaus belohnt wird.

Happy Birthday und vielen herzlichen Dank E3Ensemble für diesen Theaterabend als einzigartiges Ereignis und Fest der Sprache, des Körpers, der Sinne und der Reflexion!

Die ausverkaufte Premiere und das 10 jährige Ensemblejubiläum war ein Treffpunkt für langjähriges begeistertes wie neues Publikum und Kolleg:innen

Martin Gruber_Leitung, Regie (links im Bild)_ aktionstheater ensemble,
Martin Ojster, Dramaturgie, Produktion, kaufmännische Leitung – aktionstheaterensemble
Leonie Wahl, Choreografin, Tänzerin (rechts im Bild) _ Tamara Stern, Schauspielerin, Sängerin

Warteschlange vor Beginn an der Theaterkasse…

„In Arbeit“ Uraufführung
Koproduktion E3 Ensemble/ perflux/ DAS OFF THEATER Wien
4., 6., 7., 10., 11., 12. Mai 2023 um 20:30 Uhr
WHITE.BOX im DAS OFF THEATER
Kirchengasse 41, 1070 Wien
17€ normal / 12€ ermäßigt*
Karten gibts unter 0660 52 52 532, karten@e3ensemble.at und eventjet.at
zum Facebook-Event

Wir befinden uns inmitten der Klimakrise. Wir alle. Der Wind fetzt uns Hoffnungsfrohen so sehr um die Ohren, dass wir uns nur noch an unsere Rechtfertigungen und Entschuldigungen klammern. Denn: Man tut, was man kann. Und trotzdem ist es nicht genug. Sehnsuchtsvoll erinnern wir uns an früher und begreifen nicht, wie wir angeblich die weitest entwickelte Spezies sein sollen.

mit Isabella Jeschke, Rina Juniku, Leon Lembert, Gerald Walsberger,

Musik: Dominik Essletzbichler, Daniel Neuhauser, Tobias Pöcksteiner,

Dramaturgie: Thomas Bischof

Kostüm: Pia Stross

Künstlerische Beratung: Susanne Brandt

Bühne/Presse: Sebastian Spielvogel

Technik: Tom Bechter

Foto/Plakat: Thomas Steineder

 

Walter Pobaschnig 5/23

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„dass Kunst viele Bereiche der Unwissenheit eröffnet“ Zoe Gudovic, Künstlerin _ Wien 4.5.2023

Liebe Zoe Gudović, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist sehr interessant, dass ich derzeit an einer Veranstaltung mit dem Titel „Rest is Resistance /Ruhe ist Widerstand“ arbeite und ständig aktiv bin und im Grunde brauche ich eigentlich wirklich eine Pause. Durch die Folgen der Korona fühle ich mich sehr müde, und es scheint, dass meine Energie nicht erneuert, sondern nur verschwendet wird. Ich kann also nur sagen, dass meine derzeitige Routine paradox ist. Jeden Tag arbeite ich, dann habe ich Widerstand gegen die Arbeit, also hänge ich mit meinen beiden Katzen Fibi und Kasja ab, die mir Ruhe und Freude schenken. Ich bin auch sehr aufgeregt, weil am 6. Mai die Veranstaltung Rest is Resistance in Floridsdorf stattfinden wird, die ich in Zusammenarbeit mit Olympionik*innen Productions und im Rahmen von SHIFT, einem Förderprogramm der Stadt Wien, organisiert.

Info : https://basiskultur.at/projekte_shift_v/

toilet art, Jukebox, ph. Đorđe Tomić Fotokratija
Zoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin,
Produzentin und Organisatorin.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Unterstützung, Liebe, Verständnis, Zuhören und Anhören sind jetzt und immer wichtig. Ich habe den Eindruck, dass wir in diesen sehr unsicheren Zeiten, in denen wir von allen Seiten Angst um die Existenz, um den Planeten, um das Leben als solches verspüren, beginnen, uns zu isolieren. Ich denke, es geht darum, für uns selbst zu sorgen, aber noch wichtiger ist es, uns gegenseitig zu unterstützen. Als Einzelne können wir Ideen haben, und wir können Fortschritte machen, aber ohne eine Gruppe von Menschen können wir nichts verändern. Und deshalb ist das Zitat von Margaret Mead für mich immer wichtig: „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe aufmerksamer, engagierter Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich ist das das Einzige, was jemals geschehen ist.“

 Ich glaube, wir müssen die Angst durch gemeinsame Aktionen überwinden.

Zed Zeldich Zed, Queer respirator, ph. Branko Starčević

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich habe den Eindruck, dass es immer einen neuen Anfang und ein neues Ende gibt. Wir verändern uns ständig und lernen natürlich auch. Derzeit passen wir uns auf neue Mischformen an: Sprache, Natur und Körper. Es ist ein ständiger Aufbau von etwas, das wir verändern, sehen und erreichen wollen. Der Anfang kann auch bedeuten, dass wir die Geschichte, die Vorfahren, die Menschen an der Peripherie, am Rande und die Unterdrückten nicht vergessen. Der Anfang lehrt uns, die Vergangenheit zu erfassen, die Gegenwart zu leben, in diesem Moment präsent zu sein, zu versuchen, uns selbst zu verändern und damit auch die bestehenden sozialen Muster, die uns zugewiesen wurden, nämlich die koloniale, patriarchalische, kapitalistische Matrix.

Die Kunst nimmt, wie das Leben selbst, hybride Formen und Formate an. Was mich immer wieder erstaunt, ist, wie Menschen durch Kunst Trost, Zugehörigkeit, Liebe und Lernen finden und wie manche Menschen Kunst als gefährlich empfinden. Der wachsende konservative Trend und das Erstarken rechter Ideologien halten Kunst für gefährlich, also haben wir wieder ein großes Problem mit der Drag- und Queer-Kultur, und wieder müssen und sollten wir die Menschen daran erinnern, dass Kunst viele Bereiche der Unwissenheit eröffnet, und wir sagen ganz klar: DRAG IS NOT A CRIME. Wenn wir es realistisch betrachten, ist alles, was wir derzeit erleben, eher ein Verbrechen.

Queer respirator, Sorbet Of Sadness, ph.Branko Starčević

Was liest Du derzeit?

Ich lese gerade “All about love” von bell hooks, und das Buch “Rest is Resistance” von Tricia Hersey.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Zu wissen, wie man allein sein kann, ist von zentraler Bedeutung für die Kunst des Liebens. Wenn wir allein sein können, können wir mit anderen zusammen sein, ohne sie als Mittel zur Flucht zu benutzen“ – bell hooks

Vielen Dank für das Interview liebe Zoe, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zoe Gudović ist Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin,
Produzentin und Organisatorin

Zur Person _ zoe gudović ist eine lesbische Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin, Produzentin und Organisatorin. Sie wurde in Belgrad, Jugoslawien geboren und lebt seit Oktober 2021 in Wien. Sie ist Redakteurin und Moderatorin der Radiosendung Ženergija. Seit dem 2022 können wir ihre Sendung einmal pro Woche live auf ORANGE 94.0 hören.

Aktuelle Veranstaltung:

https://basiskultur.at/projekte_shift_v/

Dissociation, toilet art, KloHäuschen, ph.Anja Uhlig

Fotos_Portrait – privat; weitere _am Foto genannt.

30.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gib dem Frieden“ Kristian Kühn, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ München 4.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

G  Gib dem Frieden eine Möglichkeit,

I  In dir zu wachsen

V  Verdräng den Eindruck

E Eine Welt in Hoffnung ist zu spät


P  Pax Eirene Kleiderschrank

E  Ein Leben ohne Hoffnung ist zu spät

A  Alle reden über Flucht Geschosse Grausamkeit

C  Cerebral-Enteignung Licht

E  Eine Ansicht ohne Hoffnung ist zu spät


A   Alle reden über Flucht Geschosse Grausamkeit


C  Cereal-Enteignung Hunger

H  Hass auf Apps und Weizen nach Kamtschatka

A  Alle reden über Krieg Bestrafen Untergang

N  Nuckeln Saugen Partystop

C  Chip-Enteignung Lebenswut

E  Ein Harren ohne Hoffnung ist zu spät

Friede entsteht, wenn die beiden Komponenten Licht und Leben, bzw. Geist/Verstand und die allgemeinen Alltagsbedürfnisse einen Weg finden, zusammenzukommen. Leider ist diese Polarität von Licht und Leben auf der ganzen Welt mehr als gestört. Nicht nur in der Ukraine, auch bei uns. Licht ist auf der anderen Seite nicht nur Harmonie, sondern kann auch das Böse bedeuten, irgendeinen geistigen Anspruch, welchen auch immer.

Kristian Kühn, 22.5.2022

Kristian Kühn, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Kristian Kühn, Schriftsteller

Zur Person: Kristian Kühn, Drehbücher, Prosa, Lyrik. Essays. Seit 2010 Mitorganisator des Lyrikpreises München. Seit 2013 Herausgeber des Online-Magazins Signaturen. https://signaturen-magazin.de/ Wohnt in München.

Foto _ Ulrich Schäfer-Newiger

Walter Pobaschnig _ 22.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „dass wir in der deutschsprachigen Literatur sehr laut sagen: Es gibt uns auch.“ Mieze Medusa, Schriftstellerin _ Wien 3.5.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview  Mieze Medusa, Schriftstellerin, Poetry Slammerin, Rapperin_Wien

Mieze Medusa, Schriftstellerin, Poetry Slammerin, Rapperin_Wien

Liebe Mieze Medusa, wie verhält sich ein Gastgeberland als Gast zum Gastgeber als Gast im Gastland?

Höflich.

Wie lange bleibst Du? – wird Österreich in Leipzig dies zuerst gefragt?

Nein. Österreich wird in Leipzig nicht als Österreich erkannt. Ein Beispiel: Markus Köhle und ich sind zu Fuß am abreisenden Bundespräsidenten und dem von Leipzig gestellten Polizeikordon vorbeigekommen und redeten mit einem der Polizisten:
„Staatsbesuch.“
„Ah, unser Präsident.“
„Nein, der österreichische Präsident.“
„Sag ich ja, unser Präsident.“
Fazit: Wenn es ein Machtgefälle gibt, funktioniert das Mitgemeintsein einfach nicht. Nicht beim nur männlichen Gendern und auch bei Literatur auf deutsch sind wir nur mitgemeint, wenn es eine deutschsprachige Literatur ist und wir sehr laut sagen: Es gibt uns auch.

Warum wird Leipzig Österreich nicht vergessen?

Weil wir interessant sind und Menschen neugierig. Außerdem hat Österreich das Poetry Slam Länderbattle gewonnen und jetzt sind 8 Bäume in unserem Namen in Sachsen gepflanzt worden. Was für ein schöner Preis.

Wer ist uns? Markus Köhle, Elias Hirschl, Precious Nnebedum und ich. Juhui.

Ist „Meaoiswiamia“ eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

Ich habe zum Glück keinerlei Erfahrung mit Scheidungsrichter*innen.

Was nimmt der Gast Österreich aus Deutschland mit? Offiziell und inoffiziell.

Ich hab die Buchmesse genützt um mich bei den Ständen der kleinen Verlage aus Deutschland und der Schweiz umzusehen. Aber klar, bei uns Ösis hab ich auch vorbeigeschaut.

Herzlichen Dank!

Zur Person_ Mieze Medusa, geboren 1975, heißt im bürgerlichen Leben Doris Mitterbacher und lebt in Wien. Sie steht als Rapperin und Spoken Word Performerin seit 2002 auf internationalen Bühnen und hat ihren MC-Namen in die Prosa mitgenommen. Ihr Debütroman „Freischnorcheln“ erschien 2008, seitdem hat sie Prosatexte, aber auch Sammlungen von Poetry Slam Texten und Tonträger des HipHop-Duos „mieze medusa & tenderboy“ publiziert sowie Theaterarbeiten und musikalisch-experimentelle Projekte realisiert. Zuletzt erschienen: „Du bist dran“ (2021), „Was über Frauen geredet wird“ (2022).

http://www.miezemedusa.com/

Aktueller Roman_„Was über Frauen geredet wird“ Mieze Meduse. Roman. Residenzverlag. 2022.

„Was über Frauen geredet wird“ Mieze Meduse. Roman. Residenzverlag. 2022.

Hardcover, 256 Seiten, Format: 125 x 205

ISBN: 9783701717606 Erscheinungsdatum: 13.09.2022

€ 25,00 inkl. MwSt.

https://www.residenzverlag.com/buch/was-uber-frauen-geredet-wird

Foto_Corina Antl

Interview_Walter Pobaschnig 3.5.2023

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„die Kunst lehrt uns das scheinbar Widersprüchliche zu ertragen“ Marlies Pahlenberg, Künstlerin _ Berlin 3.5.2023

Liebe Marlies, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich wache aus Träumen auf, die ich in Stücken erinnere und mit geschlossenen Augen rückwärts versuche wieder aufzufädeln. Ein Kinderfuß im Gesicht unterbricht mich. Ich stopfe kleine hungrige Mäuler und bringe sie weg. Dann kommt ein Zeitfenster für mich, in dem ich an mehreren Projekten zugleich arbeite: Text, Bild, Film. Für einen Moment erkenne ich einen roten Faden, der meine gesamte Arbeit durchzieht. Ich kann ihn greifen, ziehe ihn fester zusammen, es entsteht ein gutes Gefühl von Sinn. Dann entgleitet er mir wieder und ich fahre die Kinder abholen.

Marlies Pahlenberg,
Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Verbindungen eingehen. Den Mut haben sich zu zeigen. Laut lachen. Laut weinen. Das Menschliche, das Imperfekte, das Widersprüchliche ertragen üben. Das Unvorhergesehene tun. Großzügig sein. Sich in die Augen schauen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich finde die Kunst lehrt uns das scheinbar Widersprüchliche zu ertragen, sie lehrt uns Toleranz. Mit der Kunst können wir das Unbekannte und Unvorhergesehene, auch das Utopische, erproben und bislang vielleicht noch ungefühlte Gefühle fühlen. Wir können die Frage „Was wäre, wenn…“ in alle möglichen Richtungen zu Ende denken. Wir können das, was wir noch nicht verstehen, die Lücke, ertragen üben und „Ja“ sagen zum Unbekannten, offen sein und Komplexes wirken lassen, ohne es vorher rational verstehen zu müssen. Durch Kunst können wir die Erfahrung machen, dass Mehreres, vielleicht auch Widersprüchliches, zugleich möglich ist und dass das Gefühl der Hilflosigkeit beim Nicht-Verstehen ok ist. Und während wir so die Enge des rationalen Verständnisses erfahren, können wir unseren Gedankenraum dehnen und beobachten wie etwas Neues aufsteigt, eine andere Art Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, ein tieferes Verständnis.

Was liest Du derzeit?

Unter Stunden Album 1, von Robert Stripling

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

dazwischen

(wo es noch nicht benannt ist

und alles erstmal

unter den Namen von nebenan

gestopft wird grob und ungefähr

unters gleiche Wort)

da sind Geflüchtete

beige Blutkörperchen

die Wachschutz wegspülen

und an Grenzen Schorf bilden

anschwellen und hinüberheilen

ins Ähnliche

da wo das eine endet

hat das andere längst begonnen

(Aus „Gedanken über Grenzen“, Marlies Pahlenberg)

Vielen Dank für das Interview liebe Marlies, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Marlies Pahlenberg, Künstlerin (Film, Poesie, Malerei)

Kurzbio:

– 1988 geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin

– seit 2022 Meisterschülerstudium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee

– 2014-2022 Studium der Freien Kunst / Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Abschluss Diplom

– 2019-2020 DAAD Auslandsjahr am Instituto Superior de Arte (ISA), Havanna, CU

– 2009-2013 Studium der Spanischen Sprache und Literatur an der Universidad Complutense de Madrid, ES, Abschluss Bachelor

www.marliespahlenberg.com

Foto_privat

1.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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