„Das Theater muss lebendig bleiben“ Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _ Wien 11.5.2023

Liebe Ina Jaich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vom Bett auf die Yogamatte rollen, meine Glieder auseinanderziehen, Kaffee, schreiben, Musikhören und ab in den vollgestopften 46er ins Theater, Proben, Technikbesprechung, am Petersplatz die Kutschen anschauen, wieder ins Dunkel, weiter. Am Abend nochmal den Text durchgehen und vielleicht noch jemand treffen und eine Runde spazieren. Es ist das erste Mal, dass ich an einem Projekt als Schauspielerin und Regisseurin arbeite. Das ist spannend, aber auch ein ausgefülltes Leben.

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, dass wir den Bezug zu uns selbst nicht verlieren. In uns hineinhören und spüren, was wir wirklich brauchen. Unterscheiden zu dem, was uns vielleicht suggeriert wird, was wir brauchen sollen.

Und realisieren, wenn uns die Angst leitet, die ja auch gerade so viele von uns haben.

Zuzuhören, für einander da zu sein und zu spüren, dass man nicht alleine ist. Das ist immer wichtig.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass es tatsächlich wichtig ist, sich zu positionieren und Stellung zu beziehen. Auch wenn man denkt, dass man selber nichts ausrichten kann und an vielem zweifelt, so wie ich. Es gibt so viele Brandherde gerade und Menschen, die betroffen sind. Wenn man den Missstand benennt und nicht wegsieht, ist es immerhin ein Anfang. Und darin, dass gerade so Vieles offen liegt, besteht auch eine Chance!

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Ich glaube, wir brauchen die Kunst, es ist etwas zu tiefst Menschliches. Den Raum für das Irrationale, die Überforderungen, die ungelebten und unterdrückten Gefühle und Gedanken. Und das in etwas Eigenständiges, Lebendiges zu transformieren. Etwas, das nagt, tröstet oder aufweckt, je nachdem oder alles zusammen.

Das Theater muss lebendig bleiben.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Was liest Du derzeit?

Momentan nur meinen Text, den ich gerade probe. Das ist ein 15 seitiger Monolog, da bleibt nicht viel Zeit für andere literarische Ausflüge.

Die Premiere von „DAIMON. Die Namenlose“ ist am 16.05.2023 im Werk X Petersplatz. 

Danach freue ich mich sehr über Empfehlungen, her damit!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gibt Mama Opa Opium, bringt Opium Opa um.

Einer meiner Lieblingssätze aus unserem Stück, in dem es um Trauma, Isolation aber auch um eine große Lebenslust geht. Bringt mich jedes Mal zum Lachen, ist doch gut!

Vielen Dank für das Interview liebe Ina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person_

Ina Jaich | Regie, Schauspiel

1984 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Schauspielstudium an der akademie für darstellende kunst adk-ulm arbeite sie an verschiedenen Theatern im europäischen Raum, wie HAU – Hebbel am Ufer Berlin, Thalia Theater in Hamburg, Stadttheater Gent / NTGent oder dem WERK X-Petersplatz in Wien und mit Filmregisseur*innen wie Christian Klandt, Rainer Kaufmann, Sophie Linnenbaum oder Alexei Popogrebski. 2020 arbeitete sie mit Luk Perceval und Steven Heene in Gent.

Für ihre Rolle im Kinofilm „Viva Forever“ von Sinje Köhler wurde sie für den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel des Filmfest München nominiert. Sie war Protagonistin des Festivaltrailers der Diagonale’21 – Festival des österreichischen Films unter der Regie von Jennifer Mattes, sowie Dramaturgin 2022 im Rahmen des partizipativen Projektes „Moving the Forum“, das sich kritisch mit der Stiftung Humboldt Forum auseinandersetzte.

Für den rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg konzipierte und spielte sie 2021 die Hörspiel-Performance „Funken der Liebe“ auf Grundlage des Hörspiels „SOS … rao rao … Foyn“ von Friedrich Wolf zum 90-jahrigen Jubiläum des Haus des Rundfunks Berlin.

www.castupload.com/actors/ina-maria-jaich

Aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

Ina Jaich | Regie, Schauspiel (rechts) _ Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video


„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Produktion: Arthur Summereder; Portrait Ina Jaich:  Urban_Ruths; Portrait Ina Jaich und Jennifer Mattes: Sebastian Grimberg

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com/

„Ganz“ Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _Wien 10.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

In

Veilchenblau

Erstarrt


Panzer

Elektroschock

Artillerie

Chlorgas

Eisenstange


Atombombe


Chancen zum Blühen

Haben Veilchen

Ab

Null Grad

Celsius

Etwa ab dem Gefrierpunkt.


Daniel Zipfel, 26.4.2023

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Zur Person_Daniel Zipfel wurde 1983 in Freiburg geboren. Er wuchs in Wien auf, wo er 2007 sein rechtswissenschaftliches Studium abschloss. Im selben Jahr wurde auch seine erste Kurzgeschichte publiziert. Seit 2008 arbeitet er als Jurist im Flüchtlingsbereich und veröffentlicht literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Sein Romandebüt „Eine Handvoll Rosinen“ erschien im Jahr 2015 und wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien und des Bundeskanzleramts Österreich ausgezeichnet. Er ist Absolvent des Instituts für Narrative Kunst und Mitglied der Grazer Autorenversammlung. 

https://www.danielzipfel.at/autor/

Aktuelle Buchneuerscheinung_ Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman. Leykam Verlag. 2023

Ein historischer Roman über Wien während der Türkenbelagerung im Jahr 1683, jenseits von Einordnungen wie Gut und Böse. Ein hochaktueller Roman angesichts aktueller Kriege, der zeigt, wie viele Interessen im Spiel sind.

Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman, 240 Seiten. Gebunden.

€ (A,D) 24,50 I Leykam ISBN 978-3-7011-8259-6

Nichts als Papier

Foto _ Manfred Weis

Walter Pobaschnig _ 26.4.2023

https://literaturoutdoors.com

„Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Machtspielen“ Kristina Krenn, Schauspielerin _Wien 10.5.2023

Liebe Kristina Krenn, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

„Den“ Tagesablauf gibt es bei mir nicht. Ich mag es, wenn sich die Tage, bis auf ein paar Fixpunkte, nicht gleichen. Da überrasche ich mich gerne selber. Routine gibt zwar Sicherheit, stört aber enorm meine Kreativität. Ich mag es, wenn ich in der Früh schreiben kann, was mir an Gedanken kommt. Alles sortiert sich……………………..Ich mag es Yoga zu machen, zu proben, zu spielen, zu musizieren, zu spazieren, Freunde zu treffen und zu lernen. Ich lerne so gerne!

Vormittags biete ich in meinen Mitmachtheaterstücken den Kindern eine Plattform sich auszudrücken, Rollen auszuprobieren und sich zu trauen vor anderen zu sprechen und zu agieren.

Nachmittags begleite ich als Potentialentfaltungscoach Menschen, die mehr aus ihrem Leben machen wollen. Die aus dem Hamsterrad der Bedürftigkeit aussteigen und mehr zu sich und ihren Lebensträumen finden möchten.

Kristina Krenn, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und damit meine ich nicht wer mehr hat, mehr kann,…….sondern, dass wir auf uns selbst, unsere Familie, Freunde und auf unsere Umwelt achten.

Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Profitgier um jeden Preis, Machtspielen und Ende damit die Menschen gegenseitig auszuspielen!

Zurzeit beschäftigt mich auch sehr unser veraltetes Schulsystem. Es gehört dringend überarbeitet! Es geht in der heutigen Zeit um mehr als um bloße Vermittlung alten Wissens. So viele junge Menschen mit enormen Potentialen werden damit frustriert. Sie wollen lernen, das ist in uns veranlagt, aber bitte zeitgemäßer!

Ja, und unsere Umwelt sollte uns allen wichtig sein! Auch wenn es vielleicht an unsere Bequemlichkeit geht, wir nicht jeden Weg mit dem Auto und nicht jede Reise mit dem Flugzeug machen können. Wäre gut, wenn wir endlich vom Reden ins Tun kommen würden!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater, Film und Kunst allgemein zeigen aktuelle Themen auf und konfrontieren das Publikum mit den Eindrücken, Herangehensweisen, Lösungen und Aussagen anderer und regen somit zur Diskussion an. So können sich eventuell neue Sichtweisen und Verbindungen ergeben und dies trägt im besten Fall zu Veränderungen und Verständnis bei.

Was liest Du derzeit?

„Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami und

„Was wir sind und was wir sein könnten“ (Ein neurobiologischer Mutmacher)

von Gerald Hüther

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Bei Murakami mag ich es, die Lieder, die im Text vorkommen gleichzeitig zum Lesen abzuspielen. Fühlt sich dann so authentisch an

„Jede große Veränderung auf der Welt beginnt immer bei dir selbst!“ (Gerald

Hüther)

Vielen Dank für das Interview liebe Kristina viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kristina Krenn, Schauspielerin

Zur Person_Kristina Krenn _ ich bin als Schauspielerin zur Zeit mit meinen Mitmachtheaterstücken in ganz Wien im Einsatz und habe für das Gloria Theater, Kellergassen Compagnie, Sommerfestspiele Weitra, Stadttheater Berndorf, Stadttheater Wiener Neustadt und für Film und Werbung und in vielen freien Produktionen gespielt und lebe in Wien.

Foto _ Stefan Peters

1.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com/

„Mitfühlen, Mitdenken und Mithandeln zu ermöglichen“ Anna Zepnick, Autorin _ Dresden 9.5.2023

Liebe Anna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer zuerst grünen Tee. Dann nach Tagesbedarf kuscheln, essen, arbeiten. Meine Tage variieren, ich mäandere zwischen den Künsten, dem Broterwerb, dem Yoga hin und her. Nicht ohne Struktur, das könnte ich nicht. Aber die Freiräume dazwischen lassen mich atmen, denken, schreiben. Das ist Luxus, ich weiß.

Anna Zepnick, Autorin, Musikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu atmen. Durchzuatmen. Zu schnell sind wir erregt über Dinge, die in der Rückschau oft nur halb so wichtig sind. Zuzuhören. Schon dann hat der andere Mensch das Gefühl, geachtet zu werden. Mitzufühlen. Und schließlich zu handeln. Jeder Mensch dort, wo er es für wichtig hält.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Für mich ist jeder Tag ein Aufbruch, ein Neubeginn. Was gestern war, kann heute noch gelten, muss aber nicht. Dafür sensibel zu sein, sporne ich mich immerfort an. Und davon zu berichten, das kann Kunst, das kann Literatur, das kann Musik, darüber schreibe ich, das versuche ich auszudrücken, wenn ich musiziere. Meine persönlichen menschlichen Erfahrungen in ein Nachvollziehbares zu transformieren, Mitfühlen und Mitdenken und Mithandeln zu ermöglichen. Austausch auf allen Ebenen.

Was liest Du derzeit?

Carlos Franz: Das Quartett der Liebenden, ein Roman über Darwin, einen Maler und eine Frau.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„die Schläfer kommen nicht zur Ruh

die Lichter- und Geräuschkulisse schwillt

die Endgeräte senden immerzu

wir müssen niederknien“

aus GLIMM von Kerstin Becker

Vielen Dank für das Interview liebe Anna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anna Zepnick, Autorin, Musikerin

Zur Person_ Anna Zepnick, geboren, aufgewachsen, beschult und studiert in Dresden. Diplom und Konzertexamen als Pianistin. Arbeitet als Musikerin und Yogalehrerin. Liebt Sprache, seit sie sie beherrscht. Initialbegegnung waren die Bibel und die Grimmschen
Märchen.

Schreibt seit 2012 intensiv. 2007 Drehbuch „Mascha, der Kater und der kleine Elefant“, Balancefilm Dresden 2015 Vertonung „so ist das mit dem glück“ / Etta Scollo, Album „tempo al tempo“, Jazzhaus Records, 2016 Gedichte in „Richtungsding X“, Zeitschrift für Gegenwartsliteratur, Herausgeber J. Laarmann, Düsseldorf,
2020 Hörbuch „und singt ewige lieder“ (gefördert durch ein Denkzeit-Stipendium der
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen) annazepnick.bandcamp.com
2022 Teilnahme an Lyrikwerkstatt von Andreas Altmann, Poesiefestival Vollradisroda
2022 Bühnenpremiere von „und singt ewige lieder“ am Societaetstheater Dresden
https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/und-singt-ewige-lieder/

Foto_privat

4.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Gnade“ Anselm Retzlaff, Dichter _ Give Peace A Chance _ Meißen 9.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gnade

Ist

Vor allem

Eine

Preisung an unser

Eigenes Ich.

Aber auch, wenn wie ein

Crush mit uns selbst

Eine Liebe zum Selbst entflammt:

Aufbegehrung des Unbekannten!

Crush mit dem Absoluten Licht,

Hauch des Göttlichen,

Anfang und Ende aller Dinge;

Niemals festlegbar.

Crush, Liebe, Erwachen:

Ende gut, Alles …


Anselm Retzlaff, 24.4.2023

Anselm Retzlaff, Dichter; Lyriker und Aphoristiker.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anselm Retzlaff, Dichter; Lyriker und Aphoristiker

Zur Person_Anselm Retzlaff wurde 1991 in Radebeul geboren und verbrachte seine Kindheit in Meißen. Er besuchte dortige Schulen und arbeitete danach im Theater Meißen, wo er auch vier Jahre in der Jugendtheatergruppe tätig war. Nach einer Ausbildung zum Ergotherapeuten in Kreischa zog er sich zurück in seine Heimatstadt und arbeitete zwei Jahre für den Hahnemannzentrum Meißen e.V. In dieser Zeit, den Jahren 2020 und 2021 veröffentlichte er seine ersten beiden Gedichtbände: „Chrysalis – bis zur aufgehenden Sonne: Mystische Gedichte und Gedanken“ und „Singsang: Vom Sein des Selbst. Gedichte“ In ihnen, die einen Einblick in sein Schaffen seit seinem zwanzigsten Lebensjahr geben, widmet er sich der Grundfragestellung seines Lebens: „Was ist Liebe, Was ist Erleuchtung, und Wer bin Ich.“

Er ist Sohn des Künstlers Markus Retzlaff und selbst Zeichner und Buchillustrator.

Aktuelle Buchneuerscheinung: Anselm Retzlaff „Elysium“

Anselm Retzlaff „Elysium“ Lyrik, Prosa 2023, Broschur, 12 x 20 cm, 70 Seiten, mit einer Zeichnung von Saskia Metz und einer vom Autor, Notschriften Verlag ISBN  978-3-948935-39-9

In seinem dritten und persönlichsten Band mit Lyrik und Prosa will Anselm Retzlaff nur noch eines: Die eine Wahrheit des absolut göttlichen Selbst vermitteln. Er kommt zu dem Schluss: Wer der Jugend, dem inneren Kind nicht treu bleibt, muss vom Alter Weisheit erlernen. Denn intuitives Ich-Bin ist nicht von Erfahrung abhängig. Er nimmt uns mit auf seine Spur nach dem eigenen Ich – dem Selbst aller Wesen. Ultimativ allein und ungeteilt, Zeuge allen Lebens.

http://www.notschriften.com/epages/61055162.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61055162/Products/AR

Foto _ privat

Walter Pobaschnig _ 24.4.2023

https://literaturoutdoors.com

„Mensch bleiben“ Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin _ Wien 8.5.2023

Liebe Ursula Nocchieri, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es gibt für mich keinen geregelten Tagesablauf, jeder Tag sieht anders aus und das ist schön. Aber normalerweise – wenn in der Früh keine Termine angesetzt sind – stehe ich um etwa 8 Uhr auf, vormittags werden E-Mails beantwortet, Termine vereinbart, meine Social Media Kanäle bedient. Nachmittags habe ich meist Besprechungen oder ich gönne mir einen Plausch mit Freunden. Im Falle eines terminfreien Nachmittags arbeite ich meine administrativen Angelegenheiten ab, bearbeite Regiebücher, erstelle Probenpläne, suche Texte für meine Lesungen, dh ich mache meine „Hausübungen“ für aktuelle Projekte. Abends sind fast täglich Proben angesetzt, oder eigene Auftritte (deren Proben meist vormittags stattfinden). An meinen seltenen freien Abenden gehe ich ins Theater und sehe mir Produktionen von KollegInnen an. Oder ich besuche meine Söhne (24 und 26 Jahre alt), die in einer „Brüder WG“ zusammen ganz in der Nähe meiner Wohnung in Wien wohnen.

Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhe bewahren, allen Lebewesen mit Respekt und Wohlwollen begegnen, sich mit Freunden austauschen, Zeit mit der Familie verbringen, sich in Dankbarkeit üben und vor allem jeden Tag bewusst erleben und genießen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

In Bezug auf die Frage, was in dieser Zeit des Aufbruchs wesentlich ist, kann ich nur nochmals auf meine vorhergehende Antwort hinweisen. Mensch bleiben, nicht zur Maschine oder zu ferngesteuerten, funktionierenden Mitläufern werden. Sich auf das Wesentliche konzentrieren, einen Filter für belastende und Angst machende Nachrichten und Ereignisse aufbauen, ohne dabei unsensibel dafür zu werden. Sich die Frage stellen, was wirklich wichtig ist.

Theater hatte immer schon die Aufgabe, sich unangenehmen Dingen, Missständen sowie politischen wie gesellschaftlichen Themen zu widmen, die in anderen Bereichen schwer oder gar nicht angesprochen werden können. Und sie den Menschen vor Augen zu führen. Abgesehen davon ist natürlich auch die Unterhaltung und die Ablenkung der Menschen von Sorgen und Ängsten mit erheiterndem und humorvollem Programm nicht zu unterschätzende „Therapie“. Gerade in Zeiten der Unruhe und vor anstehenden Veränderungen brauchen die Menschen auch einen Zufluchtsort, an dem sie für ein paar Stunden Distanz zum Alltag und den damit verbundenen Problemen gewinnen können. Oder damit „von außen“, also als Zuseher und nicht direkt involviert, konfrontiert werden und zum Nachdenken oder auch zur Findung von eigenen Wegen angeregt werden.

Was liest Du derzeit?

Ich mache gerade eine Ausbildung im Bereich Kinder- und Jugendtheater und muss über Fachbücher Rezensionen schreiben. Im Moment ist es das Buch „Der poetische Körper“ von Jacques Lecoq.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das „Ich“ ist nebensächlich. Man muss herausfinden, wie die Lebewesen und die Dinge sich bewegen und wie sie sich in uns spiegeln. Man muss der Horizontalen und der Vertikalen, all dem was auf unantastbare Weise außerhalb von einem selbst existiert, den Vorzug geben. Im Verhältnis zu diesen Anhaltspunkten in der äußeren Welt wird die Person sich selbst offenbar.“

Vielen Dank für das Interview liebe Ursula, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin

Zur Person_ Ursula Nocchieri, geb. 1962 in Wien, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin, Ausbildung in der „International School of Humor“ sowie bei internationalen SchauspiellehrerInnen. Schauspiel, Regie, Kabarett, Moderationen, Vorträge und Lesungen. Clown- und Theaterworkshops für Erwachsene, Kinder und Jugendliche und als Motivationstraining für Manager runden ihr künstlerisches Repertoire ab. Vier Jahre Leitung des Lenautheaters Stockerau (www.lenautheater.at). 2020 Gründung des Theatervereins „Il Salottino“ mit Fokus auf Produktion klassischer Theaterstücke. Schauspieltrainerin beim Kindertheater International (www.kindertheater-international.at) sowie in der Musik- und Kunstschule Waidhofen/Ybbstal. Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch.Info: www.uschi-nocchieri.at

Foto_privat

31.3.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Go ahead“ Alexandra Maria Timmel Schauspielerin _ Give Peace A Chance _Wien 8.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Go ahead

Inhale

Verbalize your fear

Exhale



Pay attention

Embrace life

Act responsibly

Change your attitude

Embrace life

Act respectfully

Clear bad thoughts

Heal your fear

Act carefully

Name injustice

Care for strangers

Embrace life


Alexandra Maria Timmel,
29.4.2023

Alexandra Maria Timmel
Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Zur Person_Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Seit 1986 als freischaffende Schauspielerin tätig (u. a. Burgtheater, Theater in der Josefstadt, Volkstheater, Theater der Jugend , Theater Drachengasse, Theater an der Wien,Sommerspiele Kobersdorf, Sommerspiele Melk , Raimundspiele Gutenstein…) diverse TV Produktionen, Dozentin für Rollengestaltung, Musikalische Auftritte mit Timmel&Steiner

http://alexandramariatimmel.com/

Foto _ Fabian Steppan

Walter Pobaschnig _ 29.4.2023

https://literaturoutdoors.com

„Die Unzertrennlichen“, Simone de Beauvoir. Roman. Rowohlt Verlag.

Der Beginn des 20.Jahrhunderts. Die Welt beginnt sich in den Vorboten des Krieges dunkel zu verwandeln. Und da ist das Mädchen. Neun Jahre alt. Das in dieser Dunkelheit aufwächst und nach Licht, Erleben, Luft, Selbstbestimmung ringt…Sylvie.

Doch sie bleibt unverstanden in der Familie. Diese Freiheit persönlichen Weges abseits von Gesellschaft und Norm wird nicht erlaubt. Es gilt zu biegen und brechen…

Sylvie sucht ihre Seele zu bewahren, ihre Gefühle, Träume. Sie lernt Andree kennen. Wie sie, neun Jahre alt. Ein Austausch beginnt, Gemeinsamkeiten, Wege öffnen sich…

Und es gilt die eigene Seele in Gesellschaft und Zeit zu retten…gemeinsam…

Dieser Roman im Nachlasswerk von Simone de Beauvoir, einer der bedeutendsten literarischen, philosophisch-feministischen Stimmen der Moderne, begeistert paradigmatisch in all der Einzigartigkeit ihres Werkes, das Sprache und gesellschaftlichen Anspruch in höchster Perfektion verbindet.

Simone de Beauvoirs Adoptivtochter Sylvie Le Bon de Beauvoir ermöglicht 70 Jahre nach Niederschrift die Veröffentlichung dieses autobiographischen Textes, der auch wesentlich eine hommage an ihre so früh verstorbene Freundin Zaza ist.

Besonders hervorzuheben ist auch der Foto-, Brief- und Faksimileanhang mit erstmals gezeigten sensationellen Fotos von Beauvoir und Lebenszeugnissen der großartigen Schriftstellerin, Philosophin und Aktivistin.

„Die Unzertrennlichen“, Simone de Beauvoir. Roman. Rowohlt Verlag.

Rowohlt Taschenbuch, 144 Seiten

Übersetzt von: Amelie Thoma

Erscheinungstermin: 14.02.2023

ISBN: 978-3-499-00549-7

Walter Pobaschnig 4_23

https://literaturoutdoors.com

Malina _“So viel unerfüllte Sehnsucht und Schmerz“ Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin _ acting Malina _Wien 7.5.2023

Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin, Model, Moderatorin _Wien
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Franzi Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin_Wien _ acting Malina

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

Liebe Franziska Serokina Lindenthaler, welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann?

Ich liebe Gedichte, davon einige von Ingeborg Bachmann.

Wie siehst Du Leben und Werk Ingeborg Bachmanns? Gibt es besondere Gedichte, Text, die Du hervorheben möchtest?

Ich wusste bis vor unserem Shooting nicht sehr viel über ihr Privatleben. Habe mir nun einiges durchgelesen, dabei sind mir sogar die Tränen gekommen.

So viel unerfüllte Sehnsucht und Schmerz.

Das Gedicht, „Abschied von England“ finde ich sehr schön.

Abschied von England

Ich habe deinen Boden kaum betreten,

schweigsames Land, kaum einen Stein berührt,

ich war von deinem Himmel so hoch gehoben,

so in Wolken, Dunst und in noch Ferneres gestellt,

daß ich dich schon verließ,

als ich vor Anker ging.

Du hast meine Augen geschlossen

mit Meerhauch und Eichenblatt,

von meinen Tränen begossen,

hieltst du die Gräser satt;

aus meinen Träumen gelöst,

wagten sich Sonnen heran,

doch alles war wieder fort,

wenn dein Tag begann.

Alles blieb ungesagt.

Durch die Straßen flatterten die großen grauen Vögel

und wiesen mich aus.

War ich je hier?

Ich wollte nicht gesehen werden.

Meine Augen sind offen.

Meerhauch und Eichenblatt?

Unter den Schlangen des Meers

seh ich, an deiner Statt,

das Land meiner Seele erliegen.

Ich habe seinen Boden nie betreten.

Ingeborg Bachmann, Abschied von England,

Du bist wie Ingeborg Bachmann als Künstlerin von Salzburg nach Wien gezogen. Was bedeutet Dir Wien und welche Erfahrungen hast Du hier als Künstlerin gemacht?

Ich wohne mittlerweile schon seit fast 11 Jahren in Wien und bin fast verwundert darüber, dass ich immer noch hier bin. Anfangs hatte ich Startschwierigkeiten und musste mich erst mal einfinden. Wien kann sehr unfreundlich und grau sein, das hat mich oft an meine Grenzen gebracht, mir aber auch geholfen, mich weiterzuentwickeln. Mittlerweile liebe ich Wien und kenne auch die Sonnenseiten.

Gab es in Deinen Schauspiel-, Kunstprojekten bisher Berührungspunkte zu Ingeborg Bachmann?

Leider noch nicht, ich würde mich aber sehr darüber freuen.  Mir hat es sehr gefallen, während unseres Shootings ein bisschen in ihre Welt einzutauchen.

Unser Shooting Ort Schönbrunn ist auch für seine Konzerte berühmt. Ingeborg Bachmann schätzte Musik auch sehr, begann früh mit dem Komponieren und arbeitete später an Librettis. Was bedeutet Dir Musik und welche Projekte gibt es da? Schreibst Du auch?

Musik ist und war für mich immer schon ein sehr großer Teil meines Lebens. Ich habe damals mit 5 Jahren mein erstes Radiogerät, mit integriertem CD-Player geschenkt bekommen. Danach habe ich immer wieder die CD Sammlung meiner Eltern geplündert. Sally Oldfield, Randy Crawford und Eric Clapton bilden sozusagen den Soundtrack meiner Kindheit. Ich höre extrem viel Musik, bin täglich am Musik entdecken und schreibe selbst auch Songs und Gedichte, die ich bis jetzt noch nicht veröffentlicht habe. Da kommt aber bestimmt noch was J

Was sind für Dich zentrale Themen, Aussagen der Literatur Bachmanns?

Unterdrückung durch fremdbestimmte Rollenbilder, die Suche nach der eigenen Identität, Umgang mit traumatischen Erlebnissen, Projektion der eigenen Wünsche auf andere Personen und eine ständige Suche nach dem Glück.

Welche Bedeutung kommt dem Werk Ingeborg Bachmanns heute zu?

Ich glaube, dass jede Person, ganz individuelle Dinge, aus ihren Werken für sich mitnehmen kann. Es gibt so viel zu finden.

Der Roman „Malina“ (1971) spielt in Wien. Wie siehst Du das Konzept des Romans?

So tragisch die Geschichte ist, finde ich es interessant, wie sie die äußeren und inneren Schauplätze beschreibt. Ich mag außerdem die ungewöhnliche Auf- und Einteilung der Handlung und Themen.

Wie siehst Du die Prozesse von Frausein und Identität heute?

Ich denke, dass es immer noch viel zu viel Unterdrückung, fremdbestimmte Rollenbilder und ungerechte Erwartungshaltungen gegenüber Frauen gibt.

Die Suche nach der eigenen Identität ist sehr individuell. Ich glaube, dass wir oft unbewusst das Gefühl haben, uns irgendwelchen Begriffen fügen zu müssen.  Auf der anderen Seite helfen uns diese Begriffe auch dabei, uns zu orientieren.  

Ich persönlich habe bei meiner Identitätssuche immer sehr viel Fragen an mich selbst. Mehr als Antworten, aber da bin ich im Laufe der Zeit draufgekommen, dass schönerweise, manchmal auch Antworten kommen, ohne dass ich mich etwas gefragt habe.

Ich denke, manchmal is es auch einfach auch völlig okay, mal keine Antworten auf seine eigenen Fragen zu haben, denn diese allein sind oft auch schon ein schöner Weg.

Wie siehst Du das Ende des Romans „Es war Mord“?

Da muss ich gestehen, dass ich ihn noch nicht gelesen habe. Steht jetzt auf meiner Liste J

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Natürlich! Sehr gerne sogar. Ich denke wir würden mit einem Besuch, in einem alten Kaffeehaus starten und dann durch die Stadt spazieren und uns sehr viel unterhalten.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Bald wird man meine Stimme wieder im Radio hören, Näheres darf ich bald bekannt geben. Ansonsten darf ich aktuell keine genaueren Infos verraten aber so viel kann ich schon mal sagen; heuer werden ein paar schöne Projekte veröffentlicht, auf die ich mich schon sehr freue J

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

Motor

TodesArten

BewäLtigung

Ich- Suche

Nein

Annahme

Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin, Model, Moderatorin _Wien
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Vielen Dank, liebe Franziska Serokina Lindenthaler!

Franziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin_Wien _ acting Malina

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

2023 _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Interview und alle Fotos_Romanschauplatz _ Malina_Wien _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 4_23

https://literaturoutdoors.com

„Das Theater / die Kunst ist und bleibt das kritische Auge auf unsere Gesellschaft.“ Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin _ Wien 7.5.2023

Liebe Alexandra Maria Timmel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan sieht mein Tagesablauf folgendermaßen aus:

Frühmorgens mit meinen beiden Hunden in den Wald, vormittags Proben von „KASSANDRA“ von Magda Woitzuck in der Regie von Christina Gegenbauer – ich spiele die Hekabe – für die Sommerspiele Melk.

Nachmittags Proben mit meinen Student:innen der Filmacademy für die Abschlussproduktion im Theater Drachengasse von „ Wir sind die Guten“ von Mark Ravenhill (Ich führe Regie)

Abends eine große Runde mit meinen beiden Hunden, zwischendurch Konzept-Vorbereitung für eine Musikrevue, die ich mit Laien im Herbst erarbeiten werde.

Alexandra Maria Timmel
Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Was wohl für uns alle immer wichtig ist: Über den Tellerrand schauen, emphatisch sein und bleiben, den Humor nicht verlieren, durchatmen, immer wieder innehalten, aufmerksam sein!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Theater / die Kunst ist und bleibt das kritische Auge auf unsere Gesellschaft. Die äußerliche Bedrohung unserer Existenz hat sich zu den Jahren 2020/21 geändert. Nun ist es nicht mehr die Pandemie, die uns fordert, sondern der Krieg in nächster Nähe und die damit verbundenen Auswirkungen auch auf unser Leben. Die Herausforderungen sind groß geblieben. Der Rechtsruck in Europa macht dies deutlich! Ein wacher, aufmerksamer Blick und damit ein kritischer Kommentar bleibt unerlässlich!!

Was liest Du derzeit?

Meine Textbücher und damit verbunden Sekundärliteratur. Zwischendurch freue ich mich über ein Gedicht von Mascha Kaleko, Rainer Maria Rilke, Erich Kästner , Rupert Henning , Kurt Tucholsky, Johanna Amort….

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.

Alexandra Maria Timmel
Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Alexandra Maria, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Zur Person_Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Fotos_Fabian Steppan

30.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com