„Gesungen“ Bernd Lüttgerding, Schriftsteller – Give Peace A Chance _ Brüssel 22.8.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gesungen haben wir diese Talmi-Phrase, als Vater Bush gen

  Irak gezogen und ich jung war und dagegen und nicht

  viel darüber wusste, dass Krieg eine Branche und Kriegsgründe oft

  erdacht zur Überzeugung des Publikums von

  PR-Agenturen. Noch nie ist

  einer je für Frieden in den Krieg gezogen,

  auch zum Schutz Bedrängter nicht (siehe geläufige Beispiele); mein

  Credo sind Distanz und Analyse (sollte ich einst Hintergründe kennen), doch, ich ahn

  es, selbst die beiden kann und wird man gegen mich verwenden.

  Ach,

 ach,

ach…– J‘ai rien

   à foutre du discours mercatique.

  Nunherrscht so lang schon Wirtschaftskrieg. Und Friede keine Frage von

Chance“, während Krieg älter als der Mensch ist, ein allzu

  einfacher Motor auf unserer zitternden Welt.


Bernd Lüttgerding, 12.8.2022

Bernd Lüttgerding, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bernd Lüttgerding, Schriftsteller

Bernd Lüttgerding (berndluettgerding.blogspot.com)

Foto_Marie-Françoise Plissart, ca. 1990.

Walter Pobaschnig _ 12.8.2022.

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„Es ist schonungslose Konfrontation“ Peta Klotzberg, Schauspielerin _ acting „Undine geht“ _ Wien 21.8.2022

Peta Klotzberg, Schauspielerin, Sängerin, Klangkünstlerin _
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachmann _ 1961

Liebe Peta, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Ingeborg Bachmann´s „Undine geht“ ist ein sehr moderner text, ich fühle mich direkt angesprochen, und er wirkt heutig auf mich. enttäuschte wut ist die grundhaltung, das Du, der andere, dieser Hans hat Undine´s erwartungen nicht erfüllt.  wobei nicht passive verletzung die stimmung dominiert, auch keine anklage, sondern scharfe, schonungslose konfrontation und ein klares, direktes an- und aussprechen der misslage.

„Undine geht“ wurde vor 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

wenig.  viel. alles. nichts.

ich denke, genau dieses spannungsfeld – das eben jetzt, 2022  die verschiedensten formen und facetten von frau-mann beziehungen möglich sind, ist die antwort. damals, denke ich, waren die menschen auch in ihren beziehungen mehr in  äußeren normen und ideen, wie (privat)leben zu sein hat, festgefahren. heute gibt es alle möglichkeitem der beziehungsgestaltung, sie ist bei allen sozialen und moralischen vorstellungen mehr ins eigenverantwortliche verlagert,  – mit den vor- und nachteilen dieser errungenschaft von freiheit.

Mir begegnen empathische, rücksichtsvolle, reflektierte männer und auch rüpel, besitzergreifend, so richtige machos, alles da.

ändern? Ändern! eine menge, wir sind gerade am beginn einer gleichberechtigungsbewegung, und sehr, sehr deutlich sind die gegenströmungen wahrnehmbar. ich denke, gerade an der gehaltsschere ist natürlich noch einiges zu verbessern, am grundrespekt und dem zugestänis von fähigkeiten, die wir frauen mitbringen und erlernen können und wollen.

andererseits ist da auch eine gewisse verunsicherung bei uns frauen, also, bei mir bemerke ich es, wie ich weiblich zugeschriebene gefühle wie rückzug und heim schaffen, mit dem außen und beruf verbinden, wo die eigenen aufgaben liegen. das ist bei mir permanent im wandel begriffen.

ich erachte es allerdings als glück, in einem land zu leben, wo freie meinungsäußerung und systemkritik ohne freiheitsstrafe (und schlimmeres) endet. deshalb sehe ich es auch als meine aufgabe, den mund aufzumachen. weil ich es kann. weil so viele frauen es nicht können. weil wir es so lange nicht konnten.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

ich empfinde sie als durchwachsen. patriachale macht richtet sich ja zum gleichen teil gegen sich selbst, und dann auch gegen frauen. ich denke, es geht prinzipiell sehr viel um recht haben wollen, um beherrschen, es hat viel mit dem uns anerzogenen mangel-bewusstsein zu tun. das vergleichen, das neid schüren, das gefühl, der, die andere hat mehr, darf mehr, tut mehr und tolleres, das verlernen von zufriedenheit. da reckt man schnell mal die ellenbogen aus. patriachat bedeutet für mich den lebensfokus auf materielles zu richten, auf überbewertung von geld. haben-müssen, besitzen-müssen, dominieren-müssen, bestimmen-müssen. es fällt noch immer schwer, verschiedene denkmuster und kulturen nebeneinander zu akzeptieren, leben und leben lassen.

diese kämpferischen, eroberischen lebensweisen werden, obwohl wohl tief in uns verankert, durch die medien geschürt. auch das internet, die vernetzung kann mensch als übergriffe, als grenzüberschreitungen werten.

leider, und da beginnt der normale lebenskampf ins brutale zu kippen, der den boden für auch femizide, für untergriffige verbale attacken, fürs wegsperren, säureangriffe, vergewaltigungen ebnet, gibt es noch immer auch in unserer breiten die auffassung, MANN sei mehr wert als frau und MANN hat recht und rechte über frauen.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander von Mensch und Mensch im gesellschaftlichen Lebens aus. Welche Auswege siehst Du da?

ja, viel hoffnung lässt der text nicht zu. meiner meinung nach sind funktionierende beziehungen von hoher kompromissfähigkeit beider partner getragen, und einem hohen Grad an Toleranzfähigkeit. aber, ich rede jetzt von dingen, in denen ich selbst nicht gut bin.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?

die klarheit in der benennung von tatsachen, von missständen. es ist ein dogma gegen die schweigekultur, die zum teil zwar ein selbstschutz ist, aber auch gebrochen werden soll. muss. ich denke, wie sehr das im privaten stimmig ist, ist ein anderes kapitel, aber in kunst und politik ist es unendlich zwanzig nach zwölf.

Was bedeutet Dir Natur?

sehr viel. es ist mir das wichtigste überhaupt, um ressourcen aufzutanken, um ideen zu finden, zum durchatmen, atem holen. ich liebe es, einfach zu gehen. ich gehe sehr viel.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

es geht wohl um ein realistisches einschätzen, wie weit das mit all dem gegebene fortschritt tatsächlich möglich ist, und da geht es sehr viel um auf sich selbst hören, die eigene bedürfnisse, und eben die umwelt, mensch wie natur.

wenn mensch einfach seine lebensnotwendigen bedürfnisse deckt, ist das ok.. es macht auch keinen sinn, so zu tun als ob wir nicht kulturellen und sozialen bedingungen ausgesetzt sind, das kind braucht den computer in der schule, und eine heiße dusche ist bei uns usus, nicht luxus. „zurück zur natur“, ein leben als „neue wilde“, das ginge nur in sehr radikaler lebensform eines einzelnen (außer, man zöge diesen stecker… 😉 es gab die erfindung der lok, des flugzeugs, rakete, atomkraftwerk, binnenschifffahrt…das können wir nicht wegträumen, so wir (als mitteleuropäische gesellschaft )wir es auch wollte.wolle wir? es gibt ausplünderung, es gibt immense kapitalistische interessen, es gibt die notwendigkeit, energie und strom zu fördern und es gibt verpackung über verpackung , plastik über plastik im supermarkt und es braucht wirklich kraft und wille, sich (vor allem letzteren) entgegenzustellen und alternativen zu finden, für sich selbst, für die gesellschaft.

das sind jahrelange, jahrzehntelange prozesse der bewusstseinsschaffung, aber es benötigt auch aktive, reale lösungsalternativen, und da mangelt es.

deshalb zieht es mich ja auch in die utopie des theaters – hier kann ich diese lösungen lebendig werden lassen, in einer kleinen momentaufnahme, in einem kleinen kleis der zusehenden.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, zu blühen?

verständnis, achtsamkeit, respekt. und raum, (frei)raum, freiheit.

Was lässt Liebe untergehen?

altlasten, unverarbeitetes, eigene traumata, vorverletzungen, enge und zwänge, überhöhte erwartungen (ein problem gerade unserer zeit des selbst- und fremdperfektionismus, in der überhöhten erwartungen an alles, job, wohnung, partner, kinder, ….) uns nach dingen suchen lassen, die es gar nicht gibt (zum glück!).

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

durchwachsen und verschlungen. von der portraitfotografie in die bildende und performance kunst in diverse schauspielschulen, zur moderation von finanznachrichten, in die performance, zum zircus (ein ganz klein bisschen) und ins tanzen und immer mäandernd hin- und her…

Welche Berührungspunkte/Impulse mit/von Literatur gab es bisher in Deinen künstlerischen Projekten?

ich habe mir zumindest eine basis in dramenliteratur angeeignet, aber im gegensatz zu vielen kolleg*innen oder sonst theateraffinen menschen bin ich da nicht besonders belesen. ich habe grosse ehrfurcht vor diesen zeitreisen, diesen spiegeln, und was ich daraus lernen durfte ist die vergänglichkeit von prinzipien, hierachien, standesvorgaben, moralvorstellungen, gesetzgebungen, kleidungsstilen, werten., wie realtiv das alles ist, wie wandelbar.

Welche Impulse gibt es von der Natur für Dich persönlich?

ich liebe land art. von bildhauen hört man ja auch oft, dass im ausgangsmaterial die figur/skulptur schon vorhanden ist, und dass sie diese sozusagen nur befreien

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

ich empfinde tiefe verbundenheit zu diesem element, nicht umsonst heißt die erde blauer planet und wir sind fast gänzlich wasser, für mich ist es medidationsort, träumort, und ich bin auch „nah am wasser gebaut“.  ich lerne schwimmend (planschend 😉 text, mein klangkollektiv heißt LIQUIDinfinity. schwimmen ist für mich eine schöne möglichkeit, der materie und aller last zu entkommen. es befreit mich, und es macht mich glücklich. wenn man dick auftragen will, könnte man es fast mein lebenselixier nennen.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

ehrlich gesagt ignorierend und durch die stromrechnung erinnert. bzw. durch rituelle feste wie ostern und weihnachten. also, ich bin eher in richtung kälte resistent, warme oder sogar heiße zeiten fordern mich heraus, was stimmung und auch lern- und leistungsfähigkeit betrifft.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

es gäbe so viele nennenswerte stellen, gerade auf den ersten seiten. gut, ich entscheide mich für:

„Nie wart ihr mit Euch einverstanden. Nie mit euren Häusern, all dem Festgelegten. Über jeden Ziegel, der fortflog, über jeden Zusammenbruch, der sich ankündigte, wart ihr froh insgeheim. Gern habt ihr gespielt mit dem Gedanken an Fiasko, an Flucht, an Schande, an die Einsamkeit, die euch erlöst hätten von allem Bestehenden. Zu gern habt ihr in Gedanken damit gespielt.“

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Achrostikon zu „Undine geht“ bitten? (Wortassoziation zu der Buchstabenfolge – U=Stichwort, N=…..)

und

nachher,

danach

in

neuer

einsamkeit

geht

er

heuchlerisch

träumen vom großen glück

Peta Klotzberg, Schauspielerin, Sängerin, Klangkünstlerin _
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachmann _ 1961

Station bei Ingeborg Bachmann_“Undine geht“:

Peta Klotzberg, Schauspielerin, Sängerin, Klangkünstlerin _
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachmann _ 1961

Performance/Choreographie/Kostüm_Peta Klotzberg

Regie_Walter Pobaschnig

Ort_Donau/Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_7/2022.

Walter Pobaschnig 8_22

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„Genauigkeit“ Maxi Obexer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 21.8.2022

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Genauigkeit

Interesse

Verstand

Eigensinn

Punte Plumen

Eckern in Büchern

Austern in Köpfen

Cedern in Köffern

Eiswürfel zu Gletschern

Auch

Campari

Hanf

Anis

Nelken

Credenzen und 

Enießen

Maxi Obexer, 13.8.2022

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Maxi Obexer, Schriftstellerin

https://m-obexer.de/

Walter Pobaschnig _13.8.2022.

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„Resonanz statt Schweigen oder Lärm“ Fenja Lukas, Sopran _ Linz 21.8.2022

Liebe Fenja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich atme ein, ich atme aus.

Es ist Sommerpause.

Eine Auszeit von der Arbeit, dem Alltag, den täglichen Wiederholungen. Ein Durchatmen nach dem Luft anhalten. Ein Luft anhalten ausgelöst durch die Erhabenheit der Musik, überraschende Ereignisse, Rückschläge und Krankheiten und der schlichten Überwältigung des Lebens.

Ich auf der Lebensbühne, ich auf der Theaterbühne. Die Gedanken schweifen zur kommenden Spielzeit und die damit verbundenen Rollen, die mich begleiten, bewegen, fast einnehmen werden. Die Rollen erfüllen meinen Geist, die Melodien erfüllen mein Herz, so wie die Luft meine Lungen füllt.

Ich atme ein, ich atme aus.

Fenja Lukas_Sopran


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Resonanz statt Schweigen oder Lärm. Menschen wurden zurückgelassen in sprachloser Stille, während in den Medien nur mehr lärmendes Schallen stattfand. Wir müssen korrespondieren mit unseren Gegenübern und brauchen dabei gute Ohren und den Willen zu- und hinzuhören. Wenn man kein achtsames Gegenüber hat, welches mit einem resoniert, dann läuft alles ins Nichts. Alle Wünsche, Ängste, Hoffnungen, Ziele verlaufen ins Leere, wenn man solitär im Raum steht – sprachlos und still.

Andererseits, wenn alle laut durcheinander rufen, ohne auf eine sich immer verändernde persönliche und gesellschaftliche Raumakustik zu achten, entsteht eine unübersichtliche Dissonanz. Lärm. Wir dürfen weder in die zermürbende Stille der Abkapslung, noch in den Lärm der Krisen rutschen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Kunst und Musik, in welcher Art auch immer, nehmen einen großen Raum in unser aller Leben ein und somit kommt dieser eine große Verpflichtung zu. Aus der Kunst kann man einerseits Kraft, Energie und Hoffnung schöpfen, auf der anderen Seite kann diese auch den Finger in die Wunde legen und neue Richtungen vorzeigen oder davor warnen.

Die Kunst, besonders auch die darstellerischen Künste, dienen als progressiver Raum um Gedanken und Möglichkeiten durchzuspielen. Wir gehen ins Theater, wir gehen in die Oper um Emotionen zu erleben ohne diese konkret an sich selbst durchleben zu müssen. Man sieht Rollenentwicklungen und Verhaltensentscheidungen, die einem selbst vielleicht fremd sind und kann — wenn man selbst achtsam auf seine eigene Resonanz hört — daraus lernen.

Die Kunst darf emotionsgeladen, düster, naiv, zwanglos, unstrukturiert, sentimental, schwermütig, grob oder zart sein. In der Realität ist es etwas anders. Hier müssen wir aufmerksam und bedacht vorgehen, weil es um unser aller Zukunft geht. Da es
nie wieder so sein kann, wie es war, müssen wir gemeinsam sehen, wie es besser werden kann.


Was liest Du derzeit?

Benjamin Button von F. Scott Fitzgerald als Vorbereitung auf eine kommende Partie im Musiktheater Linz. Es ist eine Uraufführung der gleichnamige Oper. Die Erarbeitung einer Uraufführung ist immer etwas Besonderes, da man einen Charakter und dessen Klang in eine ganz neue Wirklichkeit bringt. Diese Rolle ist noch nie im Kontext einer Oper aufgeführt, gespielt oder gesungen worden. Sie entsteht und vervollständigt sich im Prozess. Man vereint in sich, die verschiedenen Fäden unterschiedlicher Rollenvorstellungen und steht im Knotenpunkt bei dem Primärliteratur, Regie, Dirigent:innen und Bühnenpartner:innen zusammenkommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Ein Traum, den man alleine träumt, ist nur ein Traum. Ein Traum, den man zusammen träumt, wird Wirklichkeit.”
— Yoko Ono

“A dream you dream alone is only a dream. A dream you dream
together is reality.”

— Yoko Ono

Fenja Lukas_Sopran

Vielen Dank für das Interview liebe Fenja, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Fenja Lukas_Sopran

https://www.fenja-lukas.de/

Instagram: fenjalukas_official Facebook: Fenja Lukas Sopran

Fotos_1,2,4 Stefan Weiss; 3 Barbara Palffy

16.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gewalt“ Tanja Wildbahner, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Radenthein/Ktn. 20.8.2022

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Gewalt, Krieg, Zerstörung – allgegenwärtig.

Innerer Frieden?

Verloren gegangen in den Katakomben unserer verletzten Seelen.

Endzeitstimmung ist zum ständigen Begleiter geworden.

Persönliche Lebensziele,

Eigenliebe –

Absurde Vorstellungen einer heilen Welt?

Chaos der Gedanken

Erzeugen einen Tornado der Gefühle.

Ausweglosigkeit mach sich breit.

Charismen führen zu

Hoffnung, gepaart mit

Allumfassender Liebe bilden sie den Gegenpol zu all dem Leid.

Naturverbundenheit ohne Vorbehalte als Draufgabe und die

Chance auf ein friedvolles Miteinander ist

Erhöht – augenblicklich!


Tanja Wildbahner, 11.8.2022

Tanja Wildbahner, Schriftstellerin  

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tanja Wildbahner, Schriftstellerin  

https://www.schriftstellerin-radenthein.com/

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 11.8.2022.

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„Die Kunst wird sich verändern“ Evelyne Frostl, Künstlerin _ St.Pölten/NÖ 20.8.2022

Liebe Evelyne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aktuell arbeite ich an einer neuen Ausstellung, die am 11.9. 2022 in den NV Galerien in St. Pölten startet. Und zusätzlich noch an 36 Kleinformaten, die ein großes zusammenpassendes Bild ergeben werden.

Evelyne Frostl, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Auf das Wesentliche im Leben besinnen. Familie, Freunde, Gesundheit, Liebe und Glück. All das kann man nicht kaufen oder bezahlen, dabei ist es die Essenz, die uns ausmacht.

Evelyne Frostl „Ways of Life“ _ Mixed media auf Leinwand 40 x 120 2009

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Seit März 2020 erlitt die Kunst eine Zäsur. Menschen waren und sind teilweise noch in einem Ausnahmezustand, der sich nicht gebessert hat, da wir nun vor einer Weltwirtschaftskrise stehen, die hausgemacht ist. Menschen leiden.

Evelyne Frostl „Blues of Crete“ Pastellkreiden auf Leinwand Je 40 x 40cm 2022

Die Wahrnehmung ist fokussierter.

Evelyne Frostl 4 Dragons Mixed media auf Leinwand 80×60 cm 2016

Auch die Kunst wird sich verändern. Einerseits die Aufarbeitung der Misere im Ausdruck des Leidens,  möglicherweise auch des Zorns, um den Gefühlen und der Seele etwas Freiheit zu geben. Andererseits Menschen etwas Positives und Liebevolles vermitteln, sollte ebenfalls eine Seite der Kunst sein, denn die Einsamkeit hat viele verzagen lassen.

Evelyne Frostl „Garden Twister“ Mixed media auf Leinwand 70 x 100 cm 2016

Was liest Du derzeit?

Einen wunderschönen Bildband über Griechenland

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. (Aristoteles)

Evelyne Frostl Mermaid and Friends“ Mixed Media auf Leinwand 2016

Vielen Dank für das Interview liebe Evelyne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Vielen lieben Dank auch von mir!

5 Fragen an Künstler*innen:

Evelyne Frostl, Künstlerin

Alle Fotos_Evelyne Frostl

24.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Der literarische Küchenkalender 2023“ Sybil Gräfin Schönfeldt. edition momente

„Gemeinsam geht alles leichter“, sagt ein Sprichwort und in den herausfordernden Zeiten der Gegenwart können wir „auch das Schwere“ hinzufügen. Nicht Alleinsein, einander begegnen, sprechen, zuhören, klagen, lachen und auch feiern ist ganz wesentlich, um Kraft und Perspektive zu gewinnen und dies weiterzugeben.

Und was wäre dazu besser geeignet als Essen und Literatur. Leib und Seele zu stärken im gemeinsamen Genießen von Wort und Küche in allen Unsicherheiten des Morgens…

Wie wäre es etwa mit „Mohnkuchen mit Honig“ wie es Nikolaj Gogol in der Erzählung „Die Johannisnacht“ preist? Oder „Makrönchen“, die Henrik Ibsen in „Nora“ empfiehlt? Oder Theodor Fontanes „Götterspeise“?

Es regt Geist und Appetit an, wenn wir in der weiten Welt der Literatur auch jene der Küche zwischen den Buchstaben sehen und mancherlei entdecken, was den Lese-, Lebens- und Gemeinschaftsgenuss noch reicher macht!

Sybil Gräfin Schönfeldt schafft es mit Ihrer jährlichen Gestaltung des „Literarischen Küchenkalenders“, der literarisch-kulinarisch wie graphisch ein Genuss ist, immer wieder zu begeistern und in die wunderbare Welt der Literatur wie der Küche hineinschweben zu lassen und schwerelos gleich in Wort und Gaumen für Momente durch ein Jahr zu wandeln…

„Ein alljährlich ganz besonderes literarisch-kulinarisches Schmankerl, das Leib und Seele verwöhnt, begeistert und stärkt!“

Walter Pobaschnig 8_22

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„Gedichte“ Noshin Shahrokhi, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Hannover 19.8.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gedichte lese

Ich. Aus der fernen

Vergangenheit, wie

Ein Hauch der Erkenntnis

Prophezeit

Eine Welt, meine Welt

Auf der Reise auf einem

Caravan ohne Halt, ohne

Eine Bleibe

Auf einer

Chaotischen Welt

Haltet mich

Ab

Nachzublicken

Causa der

Ewigen Reise


Noshin Shahrokhi, 10.8.2022

Noshin Shahrokhi, Schriftstellerin  

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Noshin Shahrokhi, Schriftstellerin  

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 10.8.2022.

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„Es ist jetzt Mitgefühl statt Sentimentalität notwendig“ Jutta Sauer, Schriftstellerin _ Osnabrück/D 19.8.2022

Liebe Jutta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich daheim bin, habe ich gern feste Strukturen: Aufstehen gegen 8 Uhr, danach die alltäglichen Notwendigkeiten, eine kurze Gymnastik gegen die Kreuzschmerzen, Folge der Schreibtischarbeit. Zum Frühstück ein belegtes Brötchen und zwei Tassen Kaffee. Es folgt die Zeitungslektüre mit den gleichen Nachrichten, die ich schon vor dem Aufstehen im Radio gehört hatte: der Krieg in der Ukraine hat die Corona-Meldungen längst überholt. Es wird Zeit, eingegangene Post und Mails zu lesen, zu beantworten, vor allem aber die Notizen vom Vortag für ein neues Buchprojekt zu überprüfen und zu ergänzen. Dabei wächst immer mehr die Lust, wieder Gedichte zu schreiben. Fragmente entstehen meist unterwegs, beim Autofahren, Spazierengehen, Einkaufen oder sonst wo. Irgendwann wird daraus dann am Schreibtisch etwas Ganzes.

Am Abend schließlich Gespräche mit Menschen, die mir wichtig sind. Lesen im Bett, bis mir die Augen zufallen und jede Nacht ein neuer Traum, oft Albtraum, der mich bis ins Morgengrauen verfolgt.

Jutta Sauer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für alle zu sprechen, steht mir nicht zu. Vielleicht brauchen jetzt alle aber mehr Demut angesichts des Wandels in unserer Gesellschaft. Die Pandemie und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben das Leben international total verändert. Über allem liegt Melancholie und Unsicherheit, aber auch Ungeduld. Wichtig ist, sich trotzdem nicht selbst zu verlieren, sich nicht vom Chaos besiegen zu lassen. Es ist jetzt Mitgefühl statt Sentimentalität notwendig, daneben auch der starke Wille, sich nicht länger in Schockstarre auszuruhen, sondern jeden neue Tag zu begreifen und zu verstehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die letzten zwei Jahre mit Restriktionen und Eingriffen in das persönliche Leben haben uns alle verändert. Quarantäne und Homeoffice haben zu gesellschaftlichen, aber auch psychischen Veränderungen geführt, bei manchen sogar eine Sozialphobie ausgelöst. Jeder Tag muss wieder ein Neubeginn sein. Ein Aufbruch kann nur geschehen, wenn man dazu bereit ist, jeden Tag als Herausforderung eines langen Lernprozesses zu leben.

Negative Veränderungen haben manchmal auch etwas Positives: mehr Menschen greifen wieder zum Buch und lesen. In der Literatur können sie zumindest eine Gegenwelt finden, sie kann aber auch ein Korrektiv der bestehenden Verhältnisse sein, in denen wir gerade leben müssen.

Was liest Du derzeit?

Wenn ich mich in Klausur, also im Schreibprozess befinde, lese ich am liebsten Sachbücher, um mein Wissen zu erweitern und wie beim Muskeltraining meine geistigen Zellen zu reaktivieren. Dazu gehören aktuell die ukrainischen Lektionen „Entscheidung in Kiew“ von Karl Schlögel, um zu begreifen, was in Europa gerade passiert.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Im Kapitel „Schreiben im Situation Room“ schreibt Schlögel:

„In gewöhnlichen Zeiten kann man sich die Bedingungen seines Schreibens aussuchen…Alles hat seine Zeit, ist überschaubar, machbar. Aber es gibt Augenblicke, Situationen, in denen alles über den Haufen geworfen wird und man sich neu einrichten, sich neu aufstellen muss, will man irgendwie Schritt halten mit der Zeit und sein Gleichgewicht zurückgewinnen.“

Mein um 1995 entstandenes Gedicht „Schwarzes Meer“ erfährt gegenwärtig eine völlig neue Bedeutung:

                        Mein Körper/eine Insel/im Meer

                        Von Sonne/verbrannt/und Salz/zerfressen

                        Kein Ort/für flugmüde/Eismöwen

                        Nachtschwarz/der Himmel/besetzt schon/von Raben

Vielen Dank für das Interview liebe Jutta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jutta Sauer, Schriftstellerin

https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Sauer

Foto_privat.

13.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Marylin Monroe hat sich sehr gelungen ein Image und eine Persona aufgebaut“ Irina Imb, Schauspielerin _ 60.Todesjahr Marylin Monroe _ Wien 19.8.2022

Irina Imb, Schauspielerin_Wien_
reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022

Liebe Irina, welche Bezüge, Zugänge gibt es Dir zu Marylin Monroe?

Ich bin durch meine Schwester relativ früh auf alte Filme aufmerksam geworden. Marylin Monroe war dabei eine von den Schauspielerinnen, die mir besonders ins Auge gestochen ist. Ich glaube, Sie hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung.

Gibt es einen Film von Marylin Monroe, den Du hervorheben möchtest und warum?

Klassisch, aber mein Favorit ist einfach Some like it hot.

Die ganze Besetzung an sich funktioniert extrem gut, aber sie spielt die Rolle als Sugar extrem charmant und überzeugend.

Und ja das Ende ist einfach spitze.

Gab es Berührungspunkte in Deinen bisherigen Schauspielprojekten?

Nein.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Marylin Monroe wie an sich?

Es ist sehr schwierig das als außenstehende Person zu beurteilen. Ich denke Marylin hat sich sehr gelungen ein Image und eine Persona aufgebaut, leider machte genau das es ihr in weiterer Folge schwer als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Wahrscheinlich grundsätzlich ernst genommen zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie dieses Problem auch dann privat hatte – Männer, die ein sehr eindimensionales Bild von ihr hatten. Aber sie war ein Mensch mit vielen Facetten und nicht immer nur das lustig leichte Postergirl.

Ich denke, dass wir nach wie vor oder immer noch in einer Gesellschaft leben, in der du nicht schön und talentiert oder schön und intelligent sein darfst. Geschweige alle drei Dinge zusammen. Du bist schön, das ist dein Talent. Traurig aber leider zu oft wahr.

Was kann eine Schauspielerin von Marylin Monroes Werk und Leben mitnehmen?

Wenn man sich eine Figur für die Öffentlichkeit schafft, sollte man wohl nie aus den Augen verlieren, dass es auch nur das ist – eine Figur und nur ein Bruchteil dessen was du bist und was dich ausmacht.

Was würdest Du Marylin Monroe sagen, fragen wollen?

Ich würde gerne mit Ihr über Ihre Wünsche und Hoffnungen sprechen. Vielleicht was Sie anders machen würde und was Sie genau so nochmal machen würde.

Darf ich Dich abschließend zu einem Marylin Monroe Achrostikon bitten?

Misunderstood

Ausstrahlung

Recognizable

Youth

Lonley

Insecurity

Naive

Irina Imb, Schauspielerin_Wien_
reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022

Vielen Dank, liebe Irina, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

60.Todesjahr Marilyn Monroe (*1.6.1926 Los Angeles/USA +4.8.1962 ebenda) _ Schauspielerin, Sängerin, Filmproduzentin, Model_

_ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Irina Imb, Schauspielerin _ Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien 7_22

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 8_22