„Galileo Galilei“ Sascha Schicht, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Wien 19.2.2025

Sascha Schicht (vorne links), Schauspieler in „Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“ Josef Maria Krasanovsky _
am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

GIVE PEACE A CHANCE

G alileo Galilei

I saac Newton

V incent van Gogh

E rnst Barlach


P laton

E lisabeth von Österreich

A nna Frank

C ai Lun

E uklid


A nton Tschechow


C harlie Chaplin

H einrich Heine

A ngela Merkel

N elson Mandela

C aspar David Friedrich

E lisabeth I



Sascha Schicht, 19.2.2025

Sascha Schicht, Schauspieler

GIVE PEACE A CHANCE

Sascha Schicht, Schauspieler

Zur Person/über mich: Ich bin Sascha Schicht. Geboren in Berlin, studierte Schauspiel am Michael Tschechow Studio Berlin mit Abschluss 2021. Spielte bei ein paar Kurzfilmen mit und einer Mini Serie. Stand auf ein paar Bühnen, wie zum Beispiel am Theater an der Josefstadt in Wien.

Aktuelle Produktion mit Sascha Schicht:

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“

Josef Maria Krasanovsky

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Gastspiel im Rahmen der Theaterallianz

Vorstellungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten

Siegerstück des Autor:innen-Preises der Theaterallianz Österreich 2023

Aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz 2023 mit dem vorgegebenen Thema „Deal or no deal“, angelehnt an Carl Maria von Webers Der Freischütz, ging Josef Maria Krasanovskys Mondmilch trinken als Siegerstück hervor.

Eine Koproduktion des klagenfurter ensemble, Theater KOSMOS in Bregenz und der Bregenzer Festspiele.

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“ von Josef Maria Krasanovsky

Schauspiel: Claudia Carus, Johanna Hainz, Sophie Hewig, Benjamin Kornfeld, Sascha Schicht, Valentin Späth

Regie, Bühne & Kostüm: Josef Maria Krasanovsky

Video Design: Dominika Kalcher

Lichtdesign: Stefan Pfeistlinger

Choreografie: Silvia Salzmann

Tondesign: Konrad Überbacher

Regieassistenz: Kerstin Haslauer

Produktionsleitung: Susanne Buchacher   

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Schauspielhaus Wien

Fotos _ Portrait: privat.; Produktionsfotos: Anja Köhler.

Walter Pobaschnig 19.2.2025

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„Offen bleiben für Veränderung, das Herz nicht verschließen“ Sophie Hewig, Schauspielerin _ München/Wien 19.2.2025

Liebe Sophie Hewig, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen, Sport machen und im Winter vor allem jeden Sonnenstrahl genießen.

Sophie Hewig, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Offen bleiben für Veränderung, das Herz nicht verschließen durch den Überfluss vermeintlich schlechter Nachrichten und für die eigenen Überzeugungen und Prinzipien einstehen. Und sich trotz allem immer wieder hinterfragen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Auch hier halte ich es für wichtig, offen für Neues zu bleiben, sich selbst und die eigene Arbeit zu hinterfragen. Ansonsten: interessante Geschichten erzählen sowie denen Raum bieten, die sonst nicht zur Sprache kommen.

Was liest Du derzeit?

Vergissmeinicht von Kerstin Gier. Der dritte Teil einer Fantasy Trilogie. Ein Wohlfühlbuch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Publikum würde verstehen, dass es Geheimnisse gäbe. Davon lebe die Poesie – humanistää!

Vielen Dank für das Interview, liebe Sophie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Sophie Hewig, Schauspielerin

Zur Person/über mich: Geboren 2002 in Nürnberg, absolvierte Sophie Hewig 2020 bis 2024 ihr Schauspielstudium an der Athanor Akademie in Passau.

Nach ihrem Abschluss im Juni 2024 tritt Sophie Hewig ihr Erstengagement im Klagenfurter Ensemble für das Stück „Mondmilch trinken“ von Josef Maria Krasanovsky an.

Aktuelle Produktion mit Sophie Hewig:

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“

Josef Maria Krasanovsky

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Gastspiel im Rahmen der Theaterallianz

Vorstellungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten

Siegerstück des Autor:innen-Preises der Theaterallianz Österreich 2023

Aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz 2023 mit dem vorgegebenen Thema „Deal or no deal“, angelehnt an Carl Maria von Webers Der Freischütz, ging Josef Maria Krasanovskys Mondmilch trinken als Siegerstück hervor.

Eine Koproduktion des klagenfurter ensemble, Theater KOSMOS in Bregenz und der Bregenzer Festspiele.

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“ von Josef Maria Krasanovsky

Schauspiel: Claudia Carus, Johanna Hainz, Sophie Hewig, Benjamin Kornfeld, Sascha Schicht, Valentin Späth

Regie, Bühne & Kostüm: Josef Maria Krasanovsky

Video Design: Dominika Kalcher

Lichtdesign: Stefan Pfeistlinger

Choreografie: Silvia Salzmann

Tondesign: Konrad Überbacher

Regieassistenz: Kerstin Haslauer

Produktionsleitung: Susanne Buchacher   

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Schauspielhaus Wien

Fotos _ Portrait: privat.; Produktionsfotos: Anja Köhler.

Walter Pobaschnig 18.2.2025

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„Informiert bleiben, wachsam sein“ Valentin Späth, Schauspieler _ Wien 18.2.2025

Lieber Valentin Späth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich versuche jedem Tag Struktur zu geben. Es funktioniert nicht immer.

Valentin Späth, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Informiert bleiben, wachsam sein, indem wir unserer Zeitgeschichte bewusst werden. Keines der heutigen Probleme kommt aus dem Nichts. Alles hat seinen Grund, seine Ursache.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Dem Theater/der Kunst kam schon immer die Aufgabe zu, die Realität abzubilden. Diese Rolle beizubehalten, beziehungsweise wieder aufzunehmen, ist was es braucht.

Was liest Du derzeit?

Orwell, Lovecraft, Zweig

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Vergessen du musst, was früher du gelernt.“ – Yoda, Episode V, Star Wars

Vielen Dank für das Interview, lieber Valentin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person/über mich: Valentin Späth wurde 1989 in Breisach am Rhein in Baden-Württemberg geboren. Nach seinem Studium an der Freiburger Schauspielschule war er fünf Jahre festes Ensemblemitglied an der deutschen Abteilung des Nationaltheaters Radu Stanca in Sibiu, Rumänien und anschließend vier Jahre Ensemblemitglied am Theater der Jugend in Wien. Aktuell ist er in „Mondmilch trinken“, dem Siegerstück des Autorenpreises der Theaterallianz Österreich, zu sehen.

Aktuelle Produktion mit Valentin Späth:

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“

Josef Maria Krasanovsky

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Gastspiel im Rahmen der Theaterallianz

Vorstellungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten

Siegerstück des Autor:innen-Preises der Theaterallianz Österreich 2023

Aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz 2023 mit dem vorgegebenen Thema „Deal or no deal“, angelehnt an Carl Maria von Webers Der Freischütz, ging Josef Maria Krasanovskys Mondmilch trinken als Siegerstück hervor.

Eine Koproduktion des klagenfurter ensemble, Theater KOSMOS in Bregenz und der Bregenzer Festspiele.

„Mondmilch trinken immer und jetzt. Dein Solarplexus ist mir egal.“ von Josef Maria Krasanovsky

Schauspiel: Claudia Carus, Johanna Hainz, Sophie Hewig, Benjamin Kornfeld, Sascha Schicht, Valentin Späth

Regie, Bühne & Kostüm: Josef Maria Krasanovsky

Video Design: Dominika Kalcher

Lichtdesign: Stefan Pfeistlinger

Choreografie: Silvia Salzmann

Tondesign: Konrad Überbacher

Regieassistenz: Kerstin Haslauer

Produktionsleitung: Susanne Buchacher   

am 21. und 22.02.25 im Schauspielhaus Wien

Schauspielhaus Wien

Fotos _ Portrait: Barbara Hutter.; Produktionsfotos: Anja Köhler.

Walter Pobaschnig 17.2.2025

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„Aus vollem Herzen“ Iracema Engel, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 18.2.2025

GIVE PEACE A CHANCE

G roßherzigkeit

I nnigkeit

V ertrauen

E hrlichkeit


P oesie

E in Lachen

A us vollem Herzen

C lownerie

E uphorie


A ufbruch


C reatives Chaos

H ilfsbereitschaft

A usdauer

N eubeginn

C ircus

E kstase



Iracema Engel, 17.2.2025

Iracema Engel, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Iracema Engel, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Iracema Engel ist Traumtänzerin, Tagediebin, schreibende Poetin und Liebende. Geboren und aufgewachsen im Waldviertel, wollte sie schon als kleines Kind Schriftstellerin werden. Nach ihrem Schulabschluss ging sie nach Wien, wo sie am Institut für Romanistik an der Universität Wien Französisch studierte. Mit der Veröffentlichung ihres Debütromans Negomi erfüllte sie sich ihren Kindheitstraum. Iracema Engel lebt, liebt und schreibt in Wien.  

http://iracema-engel.com   

 (957) Iracema Engel – YouTube

Aktuelle Buchneuerscheinung von Iracema Engel:

Negomi, Iracema Engel. Roman.

Wien, 2010: Die 18jährige Negomi hat gerade die Schule abgeschlossen und zieht vom Land in die Großstadt, um sich ihren Mädchentraum zu erfüllen: Schauspielerin zu werden! Sie lernt in dem 44 Jahre älteren Schauspieler, Quergeist und Pleitier Felix die Liebe ihres Lebens kennen und erlebt eine körperliche, geistige und seelische Revolution. Sie beginnt, Fragen zu stellen, und stößt in ihrer sozialdemokratischen Familie auf Lügen, Gewalt, Rassismus und korrupte Machenschaften, die eng mit den dunkelsten und skandalösesten Kapiteln der österreichischen Zeitgeschichte verwoben sind. Plötzlich macht es einen lauten Knall, und Negomi taucht in ihre Kindheit im Waldviertel ab, um zu finden, was sie sucht, ohne zu wissen, was es ist und ob sie es finden wird. (Klapptext)

“Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schreiben.” Vorspruch zum Buch.

Mit ihrem autofiktionalen Debütroman Negomi setzt Iracema Engel ihrer Kindheit und Jugendzeit ein Denkmal und hält ein literarisches Plädoyer für eine außergewöhnliche Liebe. (Buchinfo)

Negomi, Iracema Engel. Roman.

Seiten: 592 _ Softcover

ISBN: 978-3-384-32358-3

24,99 €

https://shop.tredition.com/booktitle/Negomi/W-364-135-117

Fotos _ privat; Buchcover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 17.2.2025

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„Gib mir“ Christine Keller, Autorin _ Give Peace A Chance _ Horn/Bodensee 15.2.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Christine Keller, Collage _ Architektenfolien auf Glas plus Folienbilder des Hauptbahnhofs Zürich.


G ib mir

I n meinem Herzen

V ergiss es bitte nicht

E in wenig Frieden


P antherblicke

E inhorntritte

A ffenschreie

C hamäleonfarben

E s spielt die ganze Welt verrückt…


A bartig mühsam ist die Suche nach Glück


C hancen gibt es viele

H immel oder Hölle

A uszuwählen, doch wisse:

N icht wenige sind nur

C himären ,Trophäen, Aaskrähen

E r liegt in dir selbst, dein Frieden!




Christine Keller, 14.2.2025

Christine Keller,
Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Christine Keller,
Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin

Zur Person/über mich: Christine Keller (*1959) ist eine künstlerische Wundertüte. Neben ihrem Status als Familienfrau und Wanderlehrerin malte und realisierte sie von 1987-2006 viele Ausstellungen. Sie studierte an der Universität Zürich, arbeitete als Lebensberaterin und forschte über Farben. Seit 2010 schreibt sie Bücher in verschiedensten Genres, die sie zum Teil selbst illustriert

Ich, Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin, wohne in 9326 Horn am Bodensee(Schweizer Seite) vorher lebten mein Mann und ich 25 Jahre am Zürichsee (Stäfa) – unweit des Gasthauses Krone welches einst Goethe beherbergte.

Aktuelle Buchneuerscheinung von Christine Keller:

Viel leicht Liebe

60 Liebesgedichte

von Christine Keller

76 Seiten, Taschenbuch

€ 7,20

Viel leicht Liebe

Fotos _ privat.

Walter Pobaschnig 14.2.2025

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„wir dümpeln so weiter mit unserer Besessenheit nach persönlicher Wichtigkeit“ Christine Keller, Autorin _ Horn/Bodensee/D 15.2.2025

Liebe Christine Keller, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sorry, aber ich muss gleich bei der ersten Frage passen. Das ist privat. Jeder Tag nimmt seinen individuellen Lauf. Ich kann dazu nur sagen, dass ich trotz grosser privater Herausforderungen, immer das Beste aus diesen 24-Stunden-Zeitgeschenken zu machen versuche. „Das Beste“ in dieser Lebensschule ist für mich, wenn Herz, Verstand und Hand sich einig sind, so wie es der große Schweizer Pädagoge Pestalozzi einmal formulierte.

P.S :So viel kann ich zu meinem Tagesablauf verraten, dass ich ein sehr spontaner Mensch bin und zwischen Arbeitsphasen auch meine meditativen Auszeiten brauche.

P.P.S. Stichwort Arbeit: diese geht mir auch nicht aus, wenn ich, Jahrgang 1959, in Rente bin

Christine Keller,
Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Jedes JETZT ist wichtig und für jeden ist in jedem JETZT etwas anderes wichtig. Ich bin absolute Gegnerin von Plänen, die dann doch nicht eingehalten werden. Wie die Akrostichonaufgabe betont, ist Frieden ein alter Menschheitstraum, um welchen wir innerlich und äußerlich kämpfen. Dabei ist der berühmte Frieden, wie ich in meinem Gedicht beschreibe, meist die Antwort auf eine Bitte zu Gott (oder ans Universum/das große Geheimnis/das Schöpfungsprinzip) Frieden kann nicht erzwungen werden….Also WENN ich etwas wichtig fände für die heutige immer noch sehr materialistische Zeit, dann den Machbarkeitswahn loszulassen, sonst haben wir bald kein großes Geheimnis mehr sondern Milliarden „Götter“, die diesen Planenten regieren wollen. Wir müssen wieder auf universellen Empfang gehen. Nicht nur TUN, auch ZUHÖREN. Das hängt mit dem heute fehlenden Respekt für das Leben (Natur) und alle Lebewesen zusammen. HABEN ist eben immer noch wichtiger als SEIN, Gruß an Erich Fromm. Weiter wünsche ich mir mehr Balance zwischen Individualismus und der Zusammenarbeit im globalen Rahmen. Hier steht VIEL Arbeit an, um die Probleme unseres Planeten zu lösen. 

Christine Keller, Collage _ Architektenfolien auf Glas plus Folienbilder des Hauptbahnhofs Zürich.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Aufgebrochen ist das Leben und die menschliche Gesellschaft schon  seit 100 000den von Jahren. Was neu ist, ist das planetarische Zerstörungspotential, welches sich die Menschheit erarbeitete. Nach meiner auch intuitiv-medialen Sicht wird kein wirklicher Neuanfang stattfinden. Die Menschheit war schon immer dem Trägheitsprinzip unterworfen. Ich denke wir dümpeln so weiter mit unserer Besessenheit nach persönlicher Wichtigkeit, bis uns die Natur mitten in die weltweiten Kriegsszenarien (auf Waffen- und Wirtschaftsebene) den Gong geben wird. Ich glaube eher daran, dass die Erde ein Lernplanet unterster Stufe ist.

Nochmals zur Rolle der Kunst: Ich warte drauf, dass in der Kunstarena KI-Gladiotoren Wettbewerbe austragen und wir faul nur noch zusehen….Oder dass die Literatur abgeschafft wird durch personalisierte Ki-Software, die nach Eingabe von Stichworten und Lebensläufen und Auswertung persönlicher Daten individuelle Romane schreiben wird. (Ich hoffe nicht, dass einer der Tech-Giganten dieses Interview liest….grins ).

Was liest Du derzeit?

Mein sogenannter SUB: Fritjolf Capra (DasTao der Physik),Jamie Sams(die 13 OriginalClanmütter) Sophie Kinsella (Schau mir in die Augen Audrey) und hier und da Kästner oder Lindgren, um zu entspannen.

Kinsella lese ich, weil sei für mich DIE begnadete gescheit-lustige Klassikerin unserer Zeit ist und mich inspiriert sprachlich locker zu bleiben.

Mehr als 50% meiner Lesezeit befinde ich mich aber in den sozialen Medien. Ich denke, dass diese einen Grossteil unserer Kommunikations-Energie schlucken.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Life is but a dream. (aber wir können trotzdem dran glauben, ans Leben und an die Träume….im Sinne meines neuesten Gedichtbandes «Glaube fest an deine Träume»)

Vielen Dank für das Interview, liebe Christine, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Christine Keller,
Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin

Zur Person/über mich: Christine Keller (*1959) ist eine künstlerische Wundertüte. Neben ihrem Status als Familienfrau und Wanderlehrerin malte und realisierte sie von 1987-2006 viele Ausstellungen. Sie studierte an der Universität Zürich, arbeitete als Lebensberaterin und forschte über Farben. Seit 2010 schreibt sie Bücher in verschiedensten Genres, die sie zum Teil selbst illustriert

Ich, Autorin in verschiedenen Genres und Malerin/Illustratorin, wohne in 9326 Horn am Bodensee(Schweizer Seite) vorher lebten mein Mann und ich 25 Jahre am Zürichsee (Stäfa) – unweit des Gasthauses Krone welches einst Goethe beherbergte.

Aktuelle Buchneuerscheinung von Christine Keller:

Viel leicht Liebe

60 Liebesgedichte

von Christine Keller

76 Seiten, Taschenbuch

€ 7,20

Viel leicht Liebe

Fotos _ privat.

Walter Pobaschnig 14.2.2025

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„Die Grundsätze der Inuit sind völlig konträr zum westlichen Wachstumswahn“ Franzobel, Schriftsteller _ Romanneuerscheinung _ „Hundert Wörter für Schnee“ Roman. Zsolnay Verlag _ Wien 14.2.2025

Franzobel, Schriftsteller _ Wien_
Bachmannpreisträger 1995
_
Fotos_Prater Wien 5/2022 folgende

Romanneuerscheinung: Franzobel, Hundert Wörter für Schnee. Roman. Zsolnay Verlag _ Erscheinungsdatum: 18.02.2025

Lieber Franzobel, in Deinem aktuellen Roman geht es um den Forschungswettlauf zum Nordpol gegen Ende des 19.Jahrhunderts. Der US-Amerikaner Robert Peary gewinnt diesen und nimmt auf der Rückreise auch 6 Inuit Ureinwohner mit. Einer davon, Minik, überlebt und ist nun einer modernen Zivilisation tragisch ausgesetzt.

Wie kam es zu diesem Thema und wie gestaltete sich der Schreib- bzw. Rechercheprozess dazu?

Geschichten aus der Polarregion haben mich schon immer fasziniert. Während der Wettlauf zum Südpol recht bekannt ist, weiß man von der Nordpoleroberung wenig. Auf Minik bin ich zufällig gestoßen. Mich hat vor allem sein Bild gepackt. Die Recherche war nicht ganz einfach, die umfangreichste Darstellung über Miniks Leben gibt es nur auf Dänisch, das ich nicht beherrsche. Durch etwas Glück habe ich eine der weltweit besten Inuit-Expertinnen kennengelernt – Verena Traeger, die mir sehr geholfen hat. Sie hat mich auch nach Nordgrönland begleitet, mir viel erzählt, und so sind wir auch in Kontakt mit Einheimischen gekommen.

Minik erleidet ein tragisches Schicksal im Zusammenprall mit der modernen Zivilisation. Wie wäre es denn im Gedankenspiel umgekehrt Peary&Crew ergangen, wenn sie in der Polarregion im Volk der Inuit hätten leben müssen. Wie groß wäre ihre Überlebenschance gewesen?

Peary hat viele Jahre in der Arktis gelebt, konnte also mit den technischen Mitteln der Zivilisation (Gaskocher, Ofen, etc.) ganz gut überleben. Er hat viele Methoden der Einheimischen kopiert (Schlittenhunde, Kleidung), aber trotzdem sind immer wieder welche wahnsinnig geworden. Während einer früheren Expedition soll es sogar zu Kannibalismus gekommen sein.

Auch heute ist die Polarregion, Grönland wieder im Mittelpunkt politischer Begehrlichkeiten. Was sollten wir da alle aus dem Stoff Deines Romans gelernt haben bzw. müssen wir lernen?

Die Grundsätze der Inuit „Nimm dir nur so viel, wie du brauchst, sei dankbar und teile“ oder „Du darfst am Lauf der Welt teilhaben, ihn aber nicht verändern“ sind völlig konträr zum westlichen Wachstumswahn. Die Lebensweise dieser Leute ist immer noch bewundernswert und könnte ein Vorbild für viele sein.

„Irgendwann bleib i dann dort“ – ist die Polarregion für Franzobel auch ein Sehnsuchtsort bzw. was macht diese Region für Dich spannend?

Mich hat Nordgrönland sehr fasziniert, und sowohl ich als auch meine Freundin, die Künstlerin Ramona Schnekenburger, wollen da unbedingt wieder hin. Es ist eine atemberaubende Gegend, die Menschen sind großartig.

Darf ich Dich abschließend bitten, den Satz zu vervollständigen – „Ein Buch lesen ist…

wie Serie schauen, nur sehr viel intensiver.“

Vielen Dank für das Interview, lieber Franzobel, viel Freude und Erfolg für Deinen aktuellen Roman!

Franzobel, Hundert Wörter für Schnee. Roman. Zsolnay Verlag.

Erscheinungsdatum: 18.02.2025

528 Seiten Zsolnay Hardcover

ISBN 978-3-552-07543-6

Deutschland: 28,00 €

Österreich: 28,80 €

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/franzobel-hundert-woerter-fuer-schnee-9783552075436-t-5516

Franzobel, Schriftsteller _ Wien_
Bachmannpreisträger 1995
_
Fotos_Prater Wien 5/2022

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 2/25

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„Schreiben ist Freiheit“ Mario Wurmitzer, Schriftsteller _ Romanneuerscheinung „Tiny House“ Aufbau Verlag _ Wien 13.2.2025

Mario Wurmitzer, Schriftsteller _ Wien

Interview _ Mario Wurmitzer     11.2.2025

Romanneuerscheinung „Tiny House“, Aufbau Verlag

Erscheinungsdatum 12.3.2025

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Mario Wurmitzer, Schriftsteller 
am Wohnort von Ingeborg Bachmann _

Wien, Beatrixgasse _ 6/2023 _ folgende

Lieber Mario, gratuliere zu Deiner kommenden Buchneuerscheinung „Tiny House“!

Du hast mit einem Textauszug davon bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2023 (Bachmannpreis) für Aufsehen gesorgt. Was hat Dich zu diesem Romanprojekt inspiriert und wie hast Du die Lesung und Erfahrung in Klagenfurt in Erinnerung?

Ich könnte sagen, ich hätte gelesen, dass ein österreichischer Politiker über die Moderation einer Satire-Fernsehsendung gesagt hat, sie sei „intellektuell und moralisch degeneriert“, und das hätte mir sehr zu denken gegeben. Dann hätte ich mir „Eat, pray, love“ angesehen und mir gedacht, was wäre, wenn man nicht eine wunderbare Schauspielerin wie Julia Roberts auf eine Selbstfindungsreise schickt, sondern einen neurotischen Österreicher? Aber wenn ich ehrlich bin, tue ich mir mit dem Konzept von Inspiration ein bisschen schwer. Natürlich fließt unweigerlich alles, was man hört, sieht, liest in die eigenen Texte ein. Eine konkrete Inspirationsquelle zu benennen, käme mir jedoch willkürlich vor. Allerdings will ich selbstverständlich Texte schreiben, über die gewisse Leute urteilen, dass sie „intellektuell und moralisch degeneriert“ sind.
Wobei: Die Diskussion über die angebliche Lücke im Lebenslauf eines ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers, die vor vielen, vielen Jahren geführt wurde, fand ich dann doch sehr inspirierend, denn das Interessanteste passiert ja immer in der Zeit, die als Lücke im Lebenslauf zurückbleibt. An diese angebliche Lücke im Lebenslauf des Ex-Kanzlers musste ich während des Schreibprozesses häufiger denken. 


In Klagenfurt fand ich vor allem die Begegnung mit vielen anderen literaturinteressierten Menschen schön.

Mario Wurmitzer _
Lesung _ Bachmannpreis 2023/Klagenfurt _ folgende _

Im Mittelpunkt Deines Romans steht Emil, der zunächst in einer Tiny House reality show seine Tage per Live-stream verbringt und nach einem Brand online und sozial real weiterzieht und sich mit existentiellen und politischen Heraus(Über)forderungen konfrontiert sieht. Ist Emil Prototyp des modernen städtischen „Nomaden“-Menschen im Sog und Strudel von sich laufend verändernden gesellschaftlichen Realitäten, die reale Wohn-Seßhaftigkeit wie seßhafte Identität nur mehr bruchstückhaft und fluktuativ zulassen?

Das zu beurteilen, ist schwierig für mich. Ich habe schon gesagt bekommen, Emil Rinderknecht litte an einer hochfunktionalen Depression. Dabei habe ich ihn eher als fröhlichen, gemütlichen Charakter erlebt. Mir wurde von Leuten, die den Roman bereits gelesen haben, gesagt, Emil sei eine Mischung aus Hermes Phettberg und dem braven Soldaten Schwejk. Das ist sicherlich zu viel des Lobs, der großartige Hermes Phettberg bleibt eine singuläre Lichtgestalt, wobei man von seinem Werk schon viel lernen kann. Ich muss zugeben, ich hab den Roman auch nicht so genau gelesen, kurz vor Abgabe hab ich dann ChatGPT den Rest erledigen lassen. Das Ende wird auch für mich noch eine echte Überraschung. Der Text ist immer klüger als der Autor, davon bin ich überzeugt. In diesem Fall gilt das in ganz besonderem Maße.

Was hält Emil im Lebenskarussell aufrecht, was gibt ihm Halt und Sinn?

Er liest gerne, interessiert sich für Literatur. Das finde ich immer toll, wenn ich Leute treffe, die sich für literarische Texte begeistern können. Ansonsten schläft er gerne lange. Alles in allem ist er absolut kein jähzorniger Mensch, das finde ich sympathisch.

Wie siehst Du die Zukunft von Gesellschaft und Literatur, Kunst in den sich verändernden politisch-gesellschaftlichen Konstellationen in Österreich wie europa- und weltweit?

Selbstherrliche, populistische Politiker sind weltweit gesehen in vielen Ländern auf dem Vormarsch und die mögen Kunst in aller Regel nicht. Sie haben auch Angst davor, lächerlich gemacht zu werden. Das sind ja Männer eines gewissen Typs mit einem beachtlichen Minderwertigkeitskomplex, die zur Therapie gehen sollten, aber das nicht tun und stattdessen den lieben, langen Tag ziemlich viele debile Ideen in die Tat umsetzen wollen. „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin ist deshalb so gelungen, weil er bereits 1940 die tiefe Lächerlichkeit und Hilflosigkeit von Führerfiguren aufzeigt. Er ist ein Plädoyer für Frieden, Menschlichkeit und Demokratie. Obwohl Faschisten sehr lächerlich sind, was man auch unbedingt zeigen sollte, sind sie selbstverständlich trotzdem gefährlich. Armin Thurnher hat vor kurzem im Falter geschrieben: Österreich ist kein Naziland, wie Stefan Weber unvergessenerweise sang. Österreich ist ein Wurschtland, es legt permanent das glühende Bekenntnis ab, dass ihm alles wurscht ist.
Zweifellos ein korrekter Befund. Vielleicht wird eines Tages alles so wurscht sein, dass es auch schon wurscht ist, wenn man wirklich etwas verändert?

Was bedeutet Dir Literatur, Schreiben und wo und wie schreibt Mario Wurmitzer zwischen den persönlichen Anforderungen und Herausforderungen?

Literatur bedeutet mir sehr viel, sie hat meinen Blick auf die Welt entscheidend geprägt. Literatur fördert Empathie, kritisches Denkvermögen, Offenheit. Schreiben ist Freiheit. Eine sehr pathetische Antwort, sorry not sorry. Ich schreibe abends, wenn meine Tochter und mein Sohn schlafen. Wie lange das noch so gehen wird, weiß ich nicht. Ich bin ja auch nicht mehr so jung, ich würde gerne selbst mehr schlafen. Meine Tochter besucht zurzeit die 1. Volksschulklasse, sie kann schon ziemlich viele Buchstaben korrekt schreiben, bald schon wird sie besser schreiben können als ich. Die Zeit verfliegt so schnell, das Leben ein Traum.

Darf ich Dich abschließend bitten diesen Satz zu vervollständigen – 

„Ein Buch lesen ist…“

… in aller Regel deutlich besser als Tik-Tok-Videos anzuschauen.

Herzlichen Dank für das Interview, lieber Mario, viel Freude und Erfolg für Deinen Roman „Tiny House“!

Mario Wurmitzer, Schriftsteller _ Wien

Romanneuerscheinung von Mario Wurmitzer:

„Tiny House“ Mario Wurmitzer. Roman. Aufbau Verlag.

Veröffentlichung: 12.03.2025

Hardcover mit Schutzumschlag

Seiten 221

Sprache: Deutsch

ISBN 978-3-351-04231-8

22,00 €

https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/tiny-house/978-3-351-04231-8
 

Interview & alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig  2/25

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Station bei Doderer_ „Ruhelos / Unter der Haut“ Sandra Schoessler, Schriftstellerin _ Wien _Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern _ Wien 12.2.2025

Station bei Doderer_
Sandra Schoessler, Schriftstellerin _ Wien _
Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern _
performing „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre„, Roman, Heimito von Doderer, 1951. _
Wien _ Originalschauplatz 1/25
Sandra Schoessler, Schriftstellerin _ Wien _
Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern _

Im Interview: Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern_

Lieber Martin Meyer, herzlich willkommen hier am Romanschauplatz „Strudlhofstiege“/Heimito von Doderer (Schriftsteller * 5.9. 1896 in Hadersdorf/NÖ † 23.12.1966 in Wien). Welche Zugänge gibt es von Dir zu diesem Roman?

Martin: Zunächst einen biografischen. Meine Großmutter mütterlicherseits stammte aus dem Böhmerwald. Mehr noch als sie pflegte meine Großtante das Deutsch der Donaumonarchie, die in unserer Familie erst mit ihrem Tod im Jahre 2000 beendet war.

Ich fühle mich der österreichischen Literatur sehr eng verbunden. Heimito von Doderer ist mir als Autor seit meiner Jugendzeit bekannt, auch die Titel seiner Bücher. Ich las damals aber eher Friedrich Torberg, Joseph Roth sowie Stefan Zweig.

Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern _
aktueller Roman: „Die Orgelbauerin“ Gmeiner Verlag

Der Roman spielt konzentriert im Stadt- und Lebensumfeld entlang der Liechtensteinstraße im 9.Wiener Bezirk mit dem zentralen Mittelpunkt der Strudlhofstiege. Welche Eindrücke hast Du von diesem literaturgeschichtlich so bedeutsamen Schauplatz Wiens?

Info: „Die Strudlhofstiege stellt in der Strudlhofgasse, die zwischen der Währinger Straße und der wesentlich tiefer gelegenen Liechtensteinstraße verläuft, eine Verbindung für Fußgänger her. Sie wurde unter Karl Lueger nach einem Entwurf von Theodor Johann Jaeger (1874 – 1943) im Abschnitt der Gasse zwischen Boltzmanngasse und Pasteurgasse erbaut und am 29. November 1910 zur Benützung freigegeben. Die Kosten beliefen sich auf 100.000 Kronen.“  https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Strudlhofstiege   9.1.2025

Martin: Trotz der dort angebrachten Gedenktafel mit von Doderers kurzem Gedicht könnte dieser literarische Ort gut noch etwas mehr ins Rampenlicht gerückt werden. Man könnte doch im 9. Bezirk einen Heimito-von-Doderer-Weg mit Stationen an der Stiege und in den Gassen, Plätzen und Gebäuden anlegen, die in seinen Büchern vorkommen.

Im Roman stehen Liebe, Gesellschaft an den Gründen und Abgründen der Vergangenheit und der herausfordernden Gegenwart der 1920er Jahre im Mittelpunkt. Wie aktuell ist der Roman in gegenwärtig herausfordernden gesellschaftlichen Zeiten?

Martin: Der Untergang der Donaumonarchie wurde von vielen Menschen als Zeitenwende empfunden, ja oftmals auch als Verlust empfunden und erlitten. Verlusterfahrungen waren zu jeder Zeit ein starker Antrieb zu schreiben. Auch der heutige Mensch erlebt das Gefühl, Verlusten ausgesetzt zu sein, ja gar von Kontrollverlust sind wir in dieser Zeit betroffen. Große Literatur erwächst gern aus solchen Abstürzen.

Im Mittelpunkt unseres Fotoshootings stehen die Romanfiguren Mary und Melzer, welche Ihr darstellt am Romanschauplatz. Herzlichen Dank für die großartige Performance und alle Bemühungen um das großartige Styling der Zeit. Welche Überlegungen hattest Du zu Styling und zu den Figuren im Vorfeld? Was charakterisiert Mary und Melzer?

Martin: Zunächst zum Styling: von vornherein mit Hut. Dazu einen möglichst langen Mantel. Den bisweilen verpeilten und unentschlossenen Blick brauche ich nicht erst einzustudieren. Mag sein, dass ich auf mein Äußeres mehr Wert gelegt habe, als es Melzer getan hätte. Irgendwie dachte ich bei ihm auch oft an Musils „Mann ohne Eigenschaften“, und manchmal komme ich mir ja auch selbst vor wie ein bisserl aus Raum und Zeit gefallen.

Was ist Liebe? Was lässt Liebe wachsen, was Liebe untergehen?

Martin: Zu Liebe ist schon zu viel Kluges gesagt, als dass ich dazu noch Neues beitragen wollte. Irgendwo stieß ich auf einen schönen Aphorismus dazu, der mich anspricht, von woher er auch immer stammen mag: Liebe, die sich nicht verschwendet, verschwindet.

Melzer rettet Mary am „21.September 1925“ bei einem Straßenbahnunfall, bei dem sie das rechte Bein verliert, das Leben. Hast Du schon einmal jemand in einer (lebens)gefährlichen Situation gerettet und was hatte dies für persönliche Folgen?

Martin: Selbst habe ich noch niemanden aus Lebensgefahr gerettet, aber ich wurde selbst in einer solchen Situation vor Schlimmerem bewahrt. Ich glitt als Kind in einem See von einer Luftmatratze ins Wasser und konnte noch nicht schwimmen. Die Szene steht mir bis heute noch vor Augen und lässt mich im Innern frösteln.

Wir haben diese dramatische Unfallszene am Romanschauplatz unfallfrei inszeniert. Wie hast Du die Performance dieser Romanschlüsselszene in Erinnerung?

Martin: Ich bin für Stunts nicht zu gebrauchen, ich hatte da eher die in diesem Moment herannahende Straßenbahn im sinnenden Augenwinkel, als dass ich mich auf Szene und Rolle konzentriert hätte. Leider.

Wie musikalisch/rhythmisch schreibt Doderer? Wie würdest Du seinen Stil beschreiben?

Martin: Er hat schon etwas Einzigartiges. Er mäandert stets, von Hirnwindung zu Hirnwindung, rührt an tiefe Bewusstseinsschichten. Nur wenige Minuten zu Fuß entfernt von dem gewiss prominentesten Wiener des 9. Bezirks, Sigmund Freud, wird Doderers an sich nur kleines Grätzel literarisch zu einer abgründig tiefen Wanderung durchs alte Wien. Freud schrieb geradliniger, knapper und nüchterner. Schon von daher war Freud (nicht nur von Geburt) kein wirklicher Wiener. Freud schrieb Psychogramme, Doderer Wimmelbilder. Wien lebt und klingt aber in beiden fort, und es wäre nicht Wien, fügte es den Bildern nicht immer noch unterschwellige Melodien dazu, wie Doderer es in allen Romanen aus seiner Feder tat. Seine Sprache ist auch Musik, oft sanft sich verströmend und urplötzlich ein Paukenschlag. Wie bei Joseph Haydn. Auch Sigmund Freud verstand mehr von Musik, als er selbst und seine Texte uns haben preisgeben wollen.

Was hast Du mit Doderer gemeinsam?

Martin: Doderers Belesenheit und Genauigkeit. Und seinen Sinn für Klang und Musik. Nur dass ich mich wesentlich kürzer fasse.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig und was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Martin: Wien ist ein Sehnsuchtsort auch für neue Projekte. Immer wieder reizt mich der Gedanke, einen Roman dort anzusiedeln. Derzeit versuche ich, Ideen zu Romanen reifen zu lassen, auch kürzere Projekte und mein Engagement in Autoren-Verbänden fordern mich. Und es reizt mich, auch journalistisch tätig zu sein. Seit Kurzem schreibe ich als freier Mitarbeiter für eine nahe Bamberg erscheinende Kultur-Zeitung.

Lieber Martin Meyer, herzlichen Dank für Dein Interview! Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Schatten

Totverlebter Jahre,

Ruhelos

Unter der Haut.

Dielenknarzen,

Lange, wollene Mäntel,

Hofburg im Dämmer,

Offene Wunden,

Frierende Glieder, spazierend,

Seufzer der Strudlhofstiege.

Trauernde Liebe,

Irrsal im Herzen.

Existenzfrösteln,

Grummeln und Raunzen,

Erzählt vordem fiebernd durchwacht.

Herzlichen Dank, liebe Sandra und lieber Martin, für das wunderbare Fotoshooting & Interview auf den literarischen Spuren Heimito von Doderers in Wien!

Viel Freude und Erfolg für Eure großartigen Literaturprojekte und auf bald wieder in Wien!

Station bei Doderer_
Sandra Schoessler, Schriftstellerin _ Wien _
Martin Meyer, Schriftsteller _ Bayern _
performing „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre„, Roman, Heimito von Doderer, 1951. _
Wien _ Originalschauplatz 1/25

Sandra Schössler, Schriftstellerin _ Wien.

Martin Meyer_ Schriftsteller, Musiker_ Franken/Bayern.

www.sprachklangwelten.de

Aktueller Roman von Martin Meyer:

Weimar, 1919. Paula, Tochter eines Orgelbau-Unternehmers, will unbedingt selbst Orgelbauerin werden. Sie geht bei Hans Meichelbeck, der sich im Streit von Paulas Vater getrennt und eine eigene Orgelbauwerkstatt gegründet hat, in die Lehre. Inspiriert vom Weimarer Bauhaus, denken Hans und Paula das alte Handwerk neu. Paula freilich sieht sich als weit und breit einzige Frau im Orgelbau insbesondere mit familiärem Widerstand konfrontiert. Kann sie dem Gegenwind trotzen?

320 Seiten, 13,5 x 21 cm, Paperback

Print 18,– € / E-Book 13,99 €

ISBN 978-3-8392-0687-4

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-orgelbauerin.html

Zur Person: Martin Meyer: Martin Meyer, geboren 1967, studierte Jura und war in Bamberg als Staatsanwalt und Richter tätig. Nach seinem Ausscheiden aus dem Justizdienst im Jahr 2007 öffnete er sich seinen literarischen Begabungen und schreibt seither Romane, Kurzgeschichten und Gedichte. Aufgrund seiner vielfältigen Interessen wandelt er dabei auch zwischen den Genres.
Sein juristisches Fachwissen gibt er heute als Dozent in Workshops für Autorinnen und Autoren weiter. Vor allem aber spielt er im Nebenamt Orgel und Posaune. Seine Liebe zur Orgel und zur Musik hat ihn zu diesem Roman inspiriert. Martin Meyer lebt mit seiner Frau im Herzen Frankens.

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/1277-martin-meyer.html

Lesetermine _ Martin Meyer:

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/1277-martin-meyer.html

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig _ Wien _ literarischer Originalschauplatz _ 1/25

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 2_25

Station bei Jeanny _“Macht, Begierde, und die dunklen Seiten der Liebe“ Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien 11.2.2025

Station bei Falco/Jeanny _
Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien
Jeanny _ 40 Jahre _ 1985 _
Fotos _ Originalschauplatz _ Wien.
Station bei Falco/Jeanny _
Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien
Jeanny _ 40 Jahre _ 1985 _
Fotos _ Originalschauplatz _ Wien.

Station bei Falco/Jeanny _

Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien

Jeanny _ 40 Jahre _ 1985

Falco, Sänger, Musiker * 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik

Fotos _ Originalschauplatz _ Wien

Liebe Claudia, welche Zugänge gibt es von Dir zum Song „Jeanny“/Falco, der vor vierzig Jahren erschien und die Hitparaden stürmte?

Der Song „Jeanny“ von Falco ist ja ein sehr vielschichtiges Werk, das unterschiedliche Zugänge und Interpretationen zulässt.

Ein wichtiger Aspekt ist sicher die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen. Der Song kann als Anstoß dienen, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und sich der Realität solcher Gewalt bewusst zu werden, aber auch bestimmte Situationen in der eigenen Biografie noch einmal genauer zu hinterfragen. Es ist auf jeden Fall nach wie vor wichtig, sich kritisch mit dem Songtext auseinanderzusetzen, da er auch als Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen verstanden werden kann. Gleichzeitig kann „Jeanny“ aber auch als Ausdruck der Solidarität mit anderen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, verstanden werden. Gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, nicht allein zu sein, sind von großer Bedeutung. Ich denke, es wichtig auch im eigenen Leben immer etwas die Augen und Ohren offen zu haben, für das, was sich in unserer Umgebung abspielt.

Ein weiterer Zugang zum Song ergibt sich aus der schauspielerischen Perspektive. „Jeanny“ ist ein unglaublich theatralischer Song. Der Song setzt sich mit dunklen Themen auseinander, wie dem Bösen in der menschlichen Natur und den Abgründen der Psyche. Diese Thematiken sind ja für uns Schauspieler*innen darstellerisch oft besonders spannend.

Was macht für Dich die Qualität dieses songs aus?

„Jeanny“ war seiner Zeit weit voraus. Die Kombination aus Pop, Rock und Rap war damals revolutionär. Falcos Musik kann dazu inspirieren, neue musikalische Wege zu gehen und  mit verschiedenen Genres zu experimentieren. Seine Texte sind voller Wortwitz und Ironie. Er spielt mit der deutschen Sprache, kreiert Bilder und Stimmungen. Als Musikerin fasziniert mich das. Man kann von ihm lernen, wie man mit Sprache umgehen und Geschichten erzählen kann. Außerdem ist „Jeanny“ ein Lied, das auch heute noch relevant ist. Es geht um Macht, Begierde, und die dunklen Seiten der Liebe. Diese Themen sind zeitlos und universell. Als Musikerin möchte auch ich Songs schreiben, die Menschen berühren, dann mal wieder leicht sind, zum Nachdenken anregen und auch mal ganz tief in die Magengrube greifen.

Wie schon erwähnt, hat das Lied viele Kontroversen ausgelöst hat. Einige warfen Falco vor, Gewalt gegen Frauen zu verherrlichen. Andere sahen in dem Song eine Abrechnung mit der Sensationslust der Medien. Ich denke, dass „Jeanny“ ein komplexes Kunstwerk ist, das viele unterschiedliche Interpretationen und Diskussion zulässt.

Gibt es etwas typisch Wienerisches darin?

Der Song „Jeanny“ von Falco ist ja ein Paradebeispiel für die Wiener Popkultur der 1980er Jahre. Falcos Gesang ist stark vom Wiener Dialekt gefärbt, was dem Lied eine authentische und lokale Note verleiht. Der Song erzeugt eine düstere und melancholische Atmosphäre, die oft mit der morbiden Seite Wiens in Verbindung gebracht wird. Text und Musikvideo enthalten Anspielungen auf Wiener Originale, die im Wien der 1980er Jahre bekannt waren. „Jeanny“ thematisiert auf provokante Weise soziale Probleme und Tabus der damaligen Zeit, was typisch für die Wiener Kunst- und Kulturszene ist. Der eingängige Pop-Sound des Liedes ist typisch für die 1980er Jahre, einer Zeit, in der Wien eine lebendige Musikszene hatte. Der Song ist ein wichtiger Teil der österreichischen Popkultur und ein Beispiel für die typisch wienerische Art, mit Klischees und Tabus zu spielen.

Was macht für Dich den Musiker, Künstler Falco aus?

Falco gilt als Pionier des Austropop und war einer der ersten, der Rap-Elemente in die deutschsprachige Musik integrierte. Sein Musikstil war eine Mischung aus Pop, Rock, New Wave und Funk, gewürzt mit einer Prise Punk und Hip-Hop. Seine eingängigen Melodien und rhythmischen Beats waren charakteristisch für seine Musik. Die Texte seiner Lieder waren oft ironisch, gesellschaftskritisch und humorvoll. Er sprach über das Leben in Wien, über Liebe, Exzess und den „American Way of Life“. Dabei verwendete er oft eine Mischung aus Deutsch und Englisch, was seinen Liedern einen internationalen Touch verlieh. Falcos Gesangsstil war einzigartig. Er sprach, sang und rappte mit einer markanten Stimme und einem Wiener Dialekt. Seine Bühnenpräsenz war exzentrisch und charismatisch. Er trug auffällige Kleidung und präsentierte sich selbstbewusst und manchmal auch arrogant auf der Bühne.

Gibt es weitere Lieblingssongs?

Out of the Dark. Egoist. Der Kommissar. Rock me Amadeus…

Falco hat den U Bahn Knotenpunkt Wien-Karlsplatz als Bezugspunkt des Songs „Jeanny“ gewählt. Modernität, Aufbruch, Begegnung aber auch Tragik der 80er Generation findet sich am 1978 eröffneten Kreuzungspunkt der Stadt hier wieder. Wir fotografierten hier vor Ort. Welche Eindrücke hast Du von diesem Ort und dessen Umfeld heute?

Der Karlsplatz in Wien ist ein Ort mit vielen Gesichter. Ein Ort der Vielfalt. Er dient als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem täglich zahlreiche Menschen unterschiedlicher Herkunft, sozialer Schicht, kulturellen Hintergrunds und ethnischer Zugehörigkeit, zusammenkommen. Es ist ein Ort des Aufbruchs und der Begegnung, ein Gefühl, das der berühmte Song „Jeanny“ von Falco eindrücklich beschreibt. Diese Atmosphäre ist bis heute spürbar.

Gleichzeitig ist er mit dem angrenzenden Resselpark und der Karlskirche eine Oase der Ruhe und Entspannung.

Die 1980er Jahre in Wien waren für die junge Generation von Brüchen und Widersprüchen geprägt. Wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Veränderungen und politische Spannungen kennzeichneten diese Zeit des Wandels. Die Ölkrise und die darauffolgende Rezession führten zu hoher Arbeitslosigkeit, was den Aufbau einer stabilen beruflichen Existenz erschwerte. Der Kalte Krieg und die Angst vor einem Atomkrieg erzeugten ein Gefühl der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit. Umweltprobleme, deren sich die Menschen in den 1980er Jahren immer stärker bewusst wurden, verstärkten die Zukunftsängste der Jugend.

Ereignisse wie der Fall des Eisernen Vorhangs und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union, eröffneten aber auch neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Die Themen, die die 80er Generation in Wien bewegten, haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Ungleichheit und Zukunftsängste sind auch in der jetzigen Zeit präsenter denn je – und zwar erschreckender Weise momentan fast überall – weltweit – wo man so hinschaut und hinhört…

Wien ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?

Falco war ein Pionier der deutschsprachigen Popmusik. Er kombinierte Elemente aus Pop, Rock, Funk und Rap und schuf so einen einzigartigen Sound. Seine Texte waren oft doppelbödig und ironisch, und er scheute sich nicht, auch kontroverse Themen anzusprechen. Falco war ein exzentrischer Künstler, der mit seinem extravaganten Stil und seinen provokanten Auftritten polarisierte.

Ich denke, Falco war ein komplexer Mensch, der sowohl von seinen Erfolgen als auch von seinen persönlichen Problemen geprägt war. Er war ein Perfektionist, der hohe Ansprüche an sich selbst stellte und oft unter Druck stand. Falco hatte mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen und suchte immer wieder nach Anerkennung und Liebe. Ein Laster, dass viele Künstler*innen mit sich tragen…

Auch nach seinem Tod ist Falco in Österreich und darüber hinaus weiterhin präsent. Seine Musik wird immer noch gehört und seine Lieder sind Teil des kollektiven Gedächtnisses. Falco wird oft als ein Rebell und ein Visionär dargestellt, der seiner Zeit voraus war. Er war ein Künstler, der sich nicht dem Mainstream anpassen wollte und seinen eigenen Weg ging, das braucht Mut, Biss und ne gute Prise Selbstvertrauen…

Und natürlich hat Falco ein beeindruckendes musikalisches Erbe hinterlassen. Seine Lieder sind zeitlos und seine Musik inspiriert noch immer viele Künstler*innen.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie verarbeitet der Sänger, Texter Falcos dies in seinen Songs?

Falcos Lieder waren oft autobiografisch und verarbeiteten persönliche Erfahrungen und Emotionen.

Falco war ein Meister der Selbstinszenierung und schuf mit seinen Songs eine Kunstfigur, die sowohl faszinierend als auch tragisch war. Er verstand es, universelle Themen wie Liebe, Verlust, Angst und Sehnsucht anzusprechen, mit denen sich viele Menschen identifizieren konnten.

Wie hast Du Dich auf das Jeanny-Shooting vorbereitet? Wie siehst diesen 80er-Hit und seine Interpretations- und Wirkungsgeschichte?

In der Vorbereitung aufs Shooting, habe ich mich vor allem modisch an den 80er Jahren orientiert und mir natürlich nochmal ein paar Videos angesehen und mich ganz gezielt mit Song „Jeanny“ beschäftigt.

„Jeanny“ ist ein Lied, das zu den größten Skandalen in der Geschichte der deutschsprachigen Popmusik führte. Der Text des Liedes war von Anfang an umstritten und löste eine breite öffentliche Debatte über pädophile Neigungen und sexuelle Gewalt aus. Zahlreiche Radiosender boykottierten den Song, und es gab sogar Demonstrationen gegen Falco.

Falco selbst betonte wohl immer wieder, dass „Jeanny“ ein Antikriegslied sei, das die dunklen Seiten der menschlichen Natur thematisiert. Er habe lediglich auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam machen wollen. Wie der Song von Falco wirklich „gemeint“ war, würde wohl nur er selbst beantworten können. Ich persönlich finde es wichtig, dass Kunst bewegt oder Bewegung entstehen kann, in welche Richtung auch immer. Und das ist mit „Jeanny“ auf jeden Fall passiert!

Trotz der Kontroversen wurde der Song zu einem der größten Hits von Falco und verhalf ihm zu internationaler Bekanntheit. Er war ein wichtiger Teil der Neuen Deutschen Welle und gilt heute als ein Klassiker der deutschsprachigen Popmusik.

Im Falco Song „Junge Römer“, dessen Video 1984 im nahen Palais Auersperg im Rosenkavaliersaal und auf der Feststiege gedreht wurde, geht es um Lebensfreude, Lebenslust. Was bedeutet dies für Dich heute?

Der Songtext von „Junge Römer“ von Falco ist bis heute aktuell und regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Lebensfreude und Lebenslust an. In einer Welt, die oft von Stress, Leistungsdruck und Zukunftsängsten geprägt ist, kann es wichtig sein, sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren, um das Leben dennoch in vollen Zügen genießen zu können.

Die Botschaft des Liedes ist zeitlos: Lebe im Hier und Jetzt, genieße den Moment und verschwende keine Zeit mit Sorgen über die Zukunft oder Grübeleien über die Vergangenheit. Sei du selbst und verstelle dich nicht, um anderen zu gefallen, sondern lebe dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen. Umgib dich mit positiven Menschen, suche die Gesellschaft von Menschen, die dich glücklich machen und dich unterstützen. Tue, was dir Spaß macht, verfolge deine Leidenschaften und Hobbys und lass dich nicht von anderen davon abbringen. Sei dankbar für das, was du hast, konzentriere dich auf die positiven Dinge in deinem Leben und sei dankbar für sie.

„Junge Römer“ ist ein Lied, das uns daran erinnert, dass das Leben zu kurz ist, um unglücklich zu sein. Es ist eine Aufforderung, das Leben in vollen Zügen zu genießen und sich von den Widrigkeiten des Alltags nicht unterkriegen zu lassen.

Das Lied wurde in den 1980er Jahren geschrieben, einer Zeit des Kalten Krieges und der Angst vor einem Atomkrieg. In diesem Zusammenhang kann das Lied als ein Ausdruck von Lebensfreude und Rebellion gegen die Unsicherheit der Zeit gesehen werden. Der Text des Liedes deutet auch eine Kritik an der Konsumgesellschaft an, in der es oft nur um Materialismus und Status geht. Die „Jungen Römer“ wollen sich davon abgrenzen und ihr Leben nach ihren eigenen Werten gestalten.

Du bist Schauspielerin, Sängerin. Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco vorstellen können und wenn ja, welches?

Puuuh, viele seiner Songs und Alben bieten eine breite Palette an Charakteren und Geschichten, die darstellerisch spannend sein können. Ein konkretes Projekt kann ich da jetzt gar nicht benennen. Aber wenn er mich gefragt hätte, hätte ich auf jeden Fall „JA“ gesagt!

Es ist ein großartiger variantenreicher 80thies Style, den Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Welche Schwerpunkte hast Du da gesetzt und was bedeutete Mode, Style in den 80er Jahren und was dieser Modestil heute?

Ich bin ja ein totaler 80er Fan! In den 1980er Jahren war Mode ja ein Ausdruck von Individualität und Rebellion. Es gab eine Vielzahl von Stilen, die von Punk über New Wave bis hin zu Glam Rock reichten. Also Schulterpolster, Leggins, knallige Farben, Locken – das liebe ich!

Und die Mode der 80er Jahre ist ja auch heute wieder im Kommen. Viele der ikonischen Trends aus dieser Zeit sind wieder modern und werden neu interpretiert. Ob übergroße Blazer, Leggings oder Neonfarben – die 80er sind zurück und machen mir persönlich einfach Spaß und gute Laune! Ist wie nen mentaler Kleiderschrank.

Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?

Falco ist ein Meister der stilistischen Vielfalt. Er kombinierte verschiedene Musikstile zu einem einzigartigen Sound. Seine Fähigkeit, musikalische Grenzen zu überschreiten und mit Genres zu experimentieren, kann als Inspiration für andere Künstler*innen dienen. Seine ironischen und witzigen Texte verliehen seiner Musik eine besondere Note und regten das Publikum zum Nachdenken an. Falco nutzte seine Stimme, um gesellschaftliche Themen anzusprechen und zu kritisieren, was dazu ermutigt, die eigene Stimme für Veränderungen zu nutzen. Seine Kunstfigur war faszinierend und kontrovers zugleich und zeigte, wie man die eigene Persönlichkeit und Identität künstlerisch zum Ausdruck bringen kann. Falcos Mut, neue Wege zu gehen und Risiken einzugehen, kann als Beispiel dienen, mutig zu sein, neue Ideen auszuprobieren und den eigenen Weg zu gehen. Seine Kreativität, Innovationsfreude und Fähigkeit, Menschen zu berühren, inspirieren mich sowohl als Mensch, als auch als Musikerin.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel, zur Musik?

Meine Mutter war Tänzerin, mein Vater technischer Leiter am Theater. Ich bin also quasi in die Theaterwelt rein geboren worden. Schon als Kind waren es die besonderen Momente, wenn ich am Abend mal mit zu einer Vorstellung ins Metropol Theater Berlin (heute Admiralspalast) durfte und Theaterluft schnuppern konnte. Am Schönsten fand ich es, hinter der Bühne in den Kulissen herumzulaufen – alles war so groß, eine ganz andere Welt und es hat so gut moderig geduftet – und danach im Sessel in der Garderobe zwischen all dem Gewusel einzuschlafen. Das hat mich irgendwie total beruhigt. Ich muss sagen, dass ich das große Glück hatte, dass mich meine Mutter künstlerisch von klein auf gefördert und unterstützt hat. Das ist ja echt nicht selbstverständlich. Ich war schon früh im Tanzunterricht, habe im Chor gesunden, war in einer Musicalcompagnie, Theatergruppen, auf einem Musik Gymnasium, hatte später dann die ersten Bands… Und zum Glück wurde ich nicht in den klassischen Tanz gedrängt. Meine Mutter selbst, war ja auf der Berliner Ballettschule und wusste nur zu gut, wie schlimm es ist, wenn der Körper irgendwann abbaut und man als Tänzerin ab einem bestimmten Alter einfach von der Bildfläche verschwindet. Wie verbrauchte Ware. Und erst Recht, wenn man aus der DDR kam. Das ist sehr schmerzhaft. Ich weiß, dass sie bis zum Schluss noch oft vom Tanzen geträumt hat… Da war es fast eine Erleichterung, dass ich mich schon sehr früh eher für die Schauspielerei interessiert habe – also seit ich 9 Jahre alt war, war das dann eigentlich sonnenklar – dass ich Schauspielerin werden möchte und dass es da auch keinen anderen Weg für mich gibt. Und so ist es ja dann auch gekommen: Schauspielstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, Erstengagement am Salzburger Landestheater und dann auf ins Freelancer Leben mit allen Feinheiten, Verrücktheiten, Hindernissen, Überraschungen, neuen Begegnungen, Tücken, hellen und grauen Tagen…

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Als Schauspielerin stehe ich noch bis März in der Produktion „“Mondmilch trinken, immer und jetzt / Dein Solarplexus ist mir egal“ (Gewinnerstück der Österreichischen Theaterallianz 2023 – Koproduktion der Bregenzer Festspiele mit dem klagenfurter ensemble und dem Theater KOSMOS Bregenz, in Kooperation mit der Österreichischen Theaterallianz) am Schauspielhaus Salzburg, Schauspielhaus Wien und im Theater am Lend auf der Bühne. Darauf freue ich mich schon sehr! Außerdem arbeite ich zur Zeit an meinem musikalischen Soloprojekt „CARUS“. Obwohl, so ganz solo ist es nicht, weil ich das Glück habe mit dem wunderbaren Musiker Bernhard Hammer und Produzenten Julian Hruza von Hruza Labels zusammenzuarbeiten. Im Februar sind die ersten Studioaufnahmen und ich bin schon sehr gespannt, wo die Reise hingeht…

Mit meinem Verein „Fiese Matenten Kollektiv“ bin ich gerade in der Projektplanung für eine dokumentarisch-performative Stückentwicklung, welche die tödliche, neurologische Krankheit ALS ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken soll und tiefgreifenden Missstände und Lücken im Gesundheits- und Wertesystem unserer Gesellschaft aufgreift. Ein Herzensprojekt, da meine Mutter 2021 den Kampf gegen diese furchtbare Krankheit verloren hat. Das Projekt liegt jetzt schon länger auf der Pipeline und wir hoffen sehr auf finanzielle Unterstützung, um es 2026 endlich zu realisieren um zum Leben erwecken zu können. Neben meiner künstlerischen Arbeit, gebe ich Workshops als Mentaltrainerin im Einzel- und Gruppensetting und habe eine „NÜCHTERN?“ Gruppe gegründet, in der ich den Konsum von Alkohol thematisiere – diese Arbeit ist für mich sehr erfüllend und ein toller Ausgleich – mal raus aus dieser Kunst-Theater Blase. Nebenher mache ich noch mein Zertifikat als Trauerbegleiterin am Hospiz in Salzburg.

Na und ansonsten hoffe ich auch noch auf ein paar weitere Engagements als Schauspielerin – da darf dieses Jahr gerne noch was dazu kommen 😉

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

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Abenteuerlustig

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Natürlich

Yin & Yang

Station bei Falco/Jeanny _
Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien
Jeanny _ 40 Jahre _ 1985 _
Fotos _ Originalschauplatz _ Wien.

Vielen Dank, liebe Claudia, für Deine Zeit in Bild, Style und Interview bei Falco/Jeanny, viel Freude und Erfolg für alle Projekte 2025!

Claudia Carus und Walter Pobaschnig beim „Jeanny“ Fotoshooting am Original-Videoschauplatz „Jeanny“ 1985 _ Wien/Karlsplatz 1/25

Aktuelle Produktion mit Claudia Carus:

„MONDMILCH TRINKEN – immer und jetzt / dein Solarplexus ist mir egal“



Schauspielhaus Salzburg
14. & 15. Februar 2025



Schauspielhaus Wien
21. & 22. Februar 2025



Theater am Lend
28.02. & 01.03. 2025

https://www.claudia-carus.com/

Station bei Falco/Jeanny _

Claudia Carus, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien

Jeanny _ 40 Jahre _ 1985

Falco, Sänger, Musiker * 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik

Fotos _ Originalschauplatz _ Wien

Walter Pobaschnig, alle Fotos&Interview 2_25

https://literaturoutdoors.com