„Ich schreibe mir die Angst von der Seele“ Melitta L. Roth, Schriftstellerin _ Hamburg 20.11.2022

Liebe Melitta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens um kurz nach sieben weckt mich das Rattern und Quietschen der Bagger von der Abrissbaustelle des Holstenareals. Seit über einem Jahr geht das so. Bis auf zwei Pausen tagsüber begleitet mich wochentags der Lärm bis 18 Uhr. Manchmal bebt unser Haus, wenn wieder riesige Metallpfeiler oder Betonplatten zu Boden stürzen. Zum Glück kann ich an manchen Tagen ich außer Haus arbeiten. Dennoch habe ich oft morgens Zeit, um Radio zu hören, Morgenseiten zu schreiben. Von da an, sehen die Tage unterschiedlich aus.

Lesen, wenn ich nicht erwerbsmäßig arbeite, oder schreiben, wenn ich genug Kraft habe. In den letzten Monaten fielen mir das Schreiben oder Recherchieren allerdings schwer, ich war wie paralysiert von dem erneuten Krieg in der Ukraine. Vor dem 24. Februar habe ich mich mit den Ereignissen in den deutschen Kolonien am Schwarzen Meer um 1942 beschäftigt. Das sollte ein Zeitstrang in meinem Romanprojekt werden, doch seit Beginn des russischen Angriffskrieges war es undenkbar geworden, so weiterzumachen wie bisher.

Im Moment widme ich mich nicht so sehr dem Roman, sondern schreibe mir die Angst von der Seele, in dem ich mir Wege ausdenke, wie man einen Diktator loswird.

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann nicht für alle sprechen, aber was für mich wichtig ist: Sich nicht von Ängsten oder Ohnmachtsgefühlen überwältigen lassen. Den Kopf über Wasser zu behalten, oder immer wieder an die Oberfläche zu schwimmen.

Auch wenn es schwer fällt, ist es jetzt wichtig, sich die Zukunft nicht nehmen zu lassen. Den Gedanken an einen möglichen guten Ausgang beizubehalten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Anders als noch vor drei, vor zwei Jahren, fällt es mir schwer, an einen Neubeginn zu glauben und an Kunst und Literatur als verändernde Kräfte. Die Zeichen stehen so sehr auf ein fatalistisches: es war schon immer so, es wird sich nie was ändern, dass ich nah dran bin, zu verzweifeln. Literatur und Kunst als Spiegel der Zeit? Wohl eher als eine Ablenkung davon. Was gerade passiert, wird erst aus der zeitlichen Distanz klar werden. Jetzt sind wir mittendrin im Strudel und da sind existenzielle Dinge vorrangig. Mein eigenes Schreiben wirkt kopflos, richtungslos, flimmernd. Kann es Antworten geben?

Wir streamen uns in Welten, die mit unserer nichts zu tun haben. Ziehen uns Marveluniversen und Truecrime-Serien rein, hyperbrutal oder phantastisch, aber Hauptsache raus aus dem Hier und Jetzt.

Eine positive Entwicklung, trotz all dem Schrecklichen: der kulturelle Blick hat sich nach Osteuropa ausgeweitet. Waren all diese Länder auf der literarischen Landkarte des Westens immer bloß weiße Flecken gewesen, jetzt bekommen sie Aufmerksamkeit, werden die Stimmen osteuropäischer Autorinnen und Autoren endlich relevant. Osteuropa wird in Sachen Literatur nicht mehr als das rückständige Hinterland betrachtet und wir sind erstaunt, was für schlaue Leute da leben. Die können schreiben. Wow!

Aber musste es erst zu einem Krieg in der Nachbarschaft kommen, damit das passiert? Damit deutlich wird, welche Arroganz und Ignoranz den östlichen Nachbarn gegenüber geherrscht hat. Jahrzehntelang.

Was liest Du derzeit?

Als die Pandemie angefangen hat, konnte ich mich nicht lang genug konzentrieren, um überhaupt ein Buch zu lesen. Dann der Angriff auf die Ukraine. So langsam geht es wieder. Derzeit entdecke ich immer neue Autorinnen und Autoren, die sich mit Themen befassen, an denen ich mich auch abarbeite, wie der Auswirkung von Traumata oder dem Verlust der eigenen kulturellen Identität.
Ich lese Hiromi Gotos „Chor der Pilze“, das bereits 1995 erschienen ist  oder Helga Büsters „Luzis Erbe“ von 2020, das zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat, oder Abdulrazak Gurnahs „Nachleben“, der übrigens ein großartiger Erzähler ist.

Aber auch tiefsinnige SF wie „Piranesi“ von Susanna Clarke, wie gesagt, Ablenkung und sich in andere Welten begeben, das ist was ich viel mache.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es geht, wie ich meine, nicht nur darum, sich zu erinnern.
Sich zu erinnern ist viel zu wenig.
Man muss sich erinnern und verstehen.“
Arsenij Roginskij, Mitbegründer von MEMORIAL

Vielen Dank für das Interview liebe Melitta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke dir, dass ich Teil dieser illustren Runde sein durfte!

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

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Fotos_privat

13.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Romy Schneiders Leidenschaft, Authentizität und Offenheit!“ Nala Helga Oppenauer, Schauspielerin _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 20.11.2022

Nala Helga Oppenauer  _Schauspielerin_ Wien
acting _ Romy Schneider, Schauspielerin (1938 Wien +1982 Paris) _40.Todestag

Liebe Nala Helga, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Als Kind im Volkschulalter, war ich öfters bei einer Nachbarin, die auf mich aufpasste. Sie hatte eine Tochter, die ca. 14 oder 15 Jahre alt war, ich erinnere mich nicht mehr so genau. Sie hatte ein Buch, in dem verschiedene Fotos von Romy Schneider eingeklebt waren. Die meisten Fotos waren von Filmen mit Horst Buchholz. Ich bin mir heute nicht sicher, ob es ihr dabei um Horst Buchholz oder Romy oder beiden ging. Mir jedenfalls gefiel Romy Schneider so gut. Ich fand sie mit meinen Kinderaugen so hübsch und ich wollte auch so aussehen.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum? 

Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich entscheide zwischen „das Mädchen und der Kommissar“ (1971) und „Der Schwimmingpool (1969). Sie sind mir beide in Erinnerung geblieben.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Schauspielerin die Darstellerin Romy Schneider?

Romy Schneider ist und wird für mich immer der Inbegriff für „Wahre Schauspielerin“ sein! Keine andere Charakterdarstellerin hat mich je vollkommen von Ihren gespielten Rollen überzeugen können. Sie war authentisch, hat total aufgemacht und ich fühlte Ihren Schmerz, Wut, Begierde und Verlangen nach Liebe. Jede Ihrer Emotionen sind echt.

Wie nah müssen sich Persönlichkeit und Rolle intensiv verbinden, um diese zu spielen und auch das Publikum erreichen zu können?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage jetzt richtig beantworte, aber wenn ich es auf mich beziehe, dann soll in meiner Rolle auch immer ein wahrer Teil von meiner Persönlichkeit in der Figur zu sehen sein. (so sagt es mein Schauspiellehrer, wenn er mir Unterricht gibt).

Gibt es Momente in einer Darstellung, in der sich gleichsam die Kontrolle über die Rolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Das gibt es sicher, davon bin ich überzeugt. Ich selbst habe es auch schon an mir erlebt. Aber wahrscheinlich in leichterer Form, sodass ich nach einer Vorführung, zu Hause angekommen, sozusagen nur mehr „Nala“ war.

Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?

Oh ja, sehr gerne. Leider habe ich ja noch nie in einem Film mitgespielt. Ich spiele in kleineren Theatern. Also ich bin reine Bühnendarstellerin. Ich glaube, dass ich mich in einer Filmrolle viel mehr gehen lassen könnte. Die Frage warum, weil ich so gerne eine Filmrolle in einem Liebesdrama spielen würde. Am liebsten in einem französischen Spielfilm. (Ich kann nicht französisch). Romy ist darin ein Idol für mich.

Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest? So richtige Fotoserien habe ich nicht gesehen. Eher Fotos und Aufnahmen von diversen Filmen und Porträtfotos.

Sie ist „Romy“ ich sehe da keinen Unterschied auf den Fotos. Vor der Kamera empfinde ich sie in Interviews zerbrechlicher.

Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?

Ich habe mir einiges in Erinnerung geholt in dem ich über Romy intensiver gelesen und mir Videos angeschaut habe.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?

Ach, ich denke für mich gar nicht nach. Ich bin dankbar in dem Ensemble von
Il vero teatro zu sein. Da fühle ich mich sehr wohl und lerne sehr viel dazu.

Wenn Du die Frage allgemein gestellt hast, glaube ich, dass es heutzutage gar nicht so einfach ist. Es gehört dazu viel Engagement, Ausdauer und Geduld dazu. Aber das Wichtigste ist natürlich auch das Talent dazu und Glück, dass dieses Talent entdeckt und anerkannt wird.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel und welche Erfahrungen hast Du in Wien im Schauspielberuf gemacht?

Ich habe sehr spät damit begonnen. Ich suchte eine Schauspielschule mit keiner Altersbegrenzung und habe dann 2 Jahre in der Open Acting Akademie Unterricht in Form von Modulen genommen. Danach habe ich dann fast 2 Jahre am Prayner Konservatorium studiert. Seitdem nehme ich regelmäßigen Schauspielunterricht. Auf der Bühne stehe ich seit 2012. Da hatte ich wirklich sehr viel  Glück. Ein sehr lieber Schauspielfreund, verhalf mir zu meinem ersten Bühnenauftritt und er motivierte mich auch immer und gab mir auch Schauspielunterricht.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Ich bin, wie schon erwähnt sehr dankbar, im Ensemble von Il vero teatro zu sein. Mein Wunsch wäre, zumindest einmal im Jahr ein Rolle in einem Stück zu bekommen.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (30.11.-11.12.2022) im Theatercenter Forum. Darin spiele ich drei verschiedene Rollen.
(Geist der gegenwärtigen Weihnacht, Mrs. Fezziwig, Mrs. Dilber

Komödie für Geister von Noel Coward
12. bis 29. April 2023, im Theatercenter Forum
Ich spiele ein selbsternanntes Medium „Madame Arcarti“

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

Ich würde Ihnen empfehlen, sich nebenbei einen sicheren Job zu suchen. Vielleicht sogar einen Job, der mit Kunst in Verbindung steht.

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Sehr tragisch. Sie hatte sicher sehr viel seelische Schmerzen in Ihrem Leben. Dass sie diese in ihren Filmen ausleben konnte, hat nicht gereicht, damit fertig zu werden. Aber das sind meine Vermutungen.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Ob ich bei Ihr Schauspielstunden nehmen darf.

Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Vor allem, die Leidenschaft, Authentizität, Ausdrucksstärke  und Offenheit!

Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?

Sie war immer sehr ehrlich bei den Interviews, aber eine Aussage von Ihr hat mich besonders berührt.

Zitat: „Ich kann alles im Film, im Leben nichts….“

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

Rote Rosen sind ein Symbol der Liebe.

Ob sie duften, liegt an ihren Arten

Manchmal stechen sie

YOU like also red roses, are you?

Nala Helga Oppenauer  _Schauspielerin-_ Wien
acting _ Romy Schneider, Schauspielerin (1938 Wien +1982 Paris) _40.Todestag

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt_acting Romy Schneider

Nala Helga Oppenauer  _Schauspielerin_Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

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Walter Pobaschnig 11_22

„Gegenwärtig“ Gero Ulbricht, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Berlin 20.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


G egenwärtig

I  m Anblick von Krieg

V ereint die Sehnsucht uns

E s möge Frieden sein

P atriotismus

E iner anderen Art

A ktionen sind gefordert

C haos in unseren Köpfen nicht

E lementares Überleben

A llianzen bilden

C höre der Mahnenden

H allen in die Welt hinaus

A chtsamkeit ist das Gebot der Zeit

N otwendigkeiten schaffen

C hancen für die Menschen

E ine letzte Chance


Gero Ulbricht, 3.11.2022

Gero Ulbricht, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Gero Ulbricht, Schriftsteller

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 3.11.2022.

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„Regenfäden vor dem Fenster zählen, in braune Augen schauen und zwischendurch ein paar Gedanken notieren“ Johanna Sebauer, Schriftstellerin _ Hamburg 19.11.2022

Liebe Johanna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zurzeit nimmt mich mein Hauptberuf, die Wissenschaftskommunikation, sehr ein, daher komme ich leider nicht so viel zum Schreiben. Abseits der Werktätigkeit fällt momentan in meinen Tagen an: Herbstspaziergänge, auf der Couch über mir die Zeitung auffächern, Germteig kneten, hin und wieder auf Lesebühnen Platz nehmen, Telefonate in die Heimat, Übungen für den unteren Rücken, Regenfäden vor dem Fenster zählen, in braune Augen schauen und zwischendurch ein paar Gedanken notieren.

Johanna Sebauer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Krieg in Europa, Energiekrise, Klimakrise, Inflation – wir stehen vor so vielen Ungewissheiten gerade, das macht manchmal ein bisschen ängstlich. In solchen Momenten sind wir bekanntermaßen besonders anfällig für gefährliche Hirngespinste. Also: Sich selbst im Blick haben, auf einander schauen, Ruhe bewahren und den Humor nicht verlieren. Trotz allem.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Literatur ist doch unsere ständige Begleiterin und stille Chronistin von Unbegreiflichem. Weil sie uns in fremde Köpfe schauen lässt, kann sie uns dabei helfen, dass wir das, was uns aktuell noch als großes, ineinander verhaktes Durcheinander erscheint, irgendwann einmal doch verstehen.

Was liest Du derzeit?

„The People in the Trees“ von Hanya Yanagihara und “Über die See“ von Mariette Navarro.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich bin nicht gut mit Zitaten, aber eines meiner liebsten hängt als Wandstickerei im Karl-Ludwig-Haus auf der Rax: „Es gibt nix Bessas, wia wos Guads.“

Vielen Dank für das Interview liebe Johanna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Johanna Sebauer, Schriftstellerin

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Johanna Sebauer, Schriftstellerin

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13.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„in die Datscha bricht der Tag“ Konstantin Hanack, Schriftsteller _ Give Peace A Chance_ Heidelberg 19.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


in die Datscha bricht der Tag

heut aus Kiew kommen zwei

wölbt der Dnipro sich konkav

davor Glück und Wochenende

Sommer alle sonnenschlapp

unser Konsum vor der Wende

kaum im Westen blieb ich da

shoppen Frauen Männer chic

jeder Mord hat hier Methode

echtes Blut wird Coca Cola

Heldentum getan ins Comic

kommt wie Suppe aufn Tisch

nicht für alle auf der Skala

reicht die Kasse bis hierin

Heimat kostet 1000 Parsec

und pro mehr je zwei Tote




Konstantin Hanack, 31.10.2022

Konstantin Hanack, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Konstantin Hanack, Schriftsteller

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Walter Pobaschnig _ 31.10.2022.

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„Auf soziale Weltgerechtigkeit achten“ Anita Hollauf, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wiener Neustadt 18.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gewaltfrei in Konflikte gehen

In sich selber ruh’n

Vertrauensvoll Veränderungen prüfen

Eskalationen zu Deeskalationen führen

Probleme niederlagslos lösen

Emotionen in den Griff bekommen

Andere Hautfarben selbstverständlich respektieren

Charakterfest und authentisch auftreten

Einfaches Kompliziertem vorziehen

Auf soziale Weltgerechtigkeit achten

Chancengleichheit anstreben

Hand in Hand durch schwere Zeiten gehen

Andere ihr Anderssein verwirklichen lassen

Neidlos und ehrlich Gutes anerkennen

Couragiert Grundwerte leben

Einander eine Chance geben

Anita Hollauf, 26.10.2022

Anita Hollauf, Schriftstellerin,
Schreibwerkstattleiterin nach den Methoden der Poesie- und Bibliotherapie

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anita Hollauf, Schriftstellerin, Schreibwerkstattleiterin

Herzlich willkommen in der Textweberei!

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 26.10.2022.

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„world music is extremely important for people“ Dan Styffe, Double Bass_ Oslo/N 18.11.2022

Dear Dan, what’s your routine at the moment?

I am playing principal in Oslo Phil and Professor at the Norwegian Academy of Music. Travelling around the world giving masterclasses and playing solo and chamber music

Dan Styffe, Double Bass

What’s particularly important for us all in these days?

In todays world music and art is extremely important for people. And will be more so in the future.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will music, art play?

Goverments should support this more economically. We should not only relay on private support.

What are you reading currently?

Litt _ Swedish stuff

Music _ New pieces composed f me

Latest by my ex student Rodrigo Mata     Mexico

Which quote, input or text will you please propose us?

Vielen Dank für das Interview lieber Dan, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Dan Styffe _ Bassist

https://danstyffe.com/

Foto_Louise Martinsson

24.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ingeborg Bachmann. Eine Hommage.“ Ausstellung Literaturarchiv Wien 22/23_ Paul Zsolnay Verlag.

Oktober 1946. Die junge Philosophie Studentin Ingeborg Bachmann kommt nach Wien. Eine neue Welt in zerstörter Welt tut und baut sich auf und das Wort, die Literatur ist wesentlicher Teil davon. Auch im Leben der Studentin und Schriftstellerin aus Kärnten, die bald Kontakt zu Kunstkreisen findet und selbstbewusst ihren Weg geht…

Dieser führt nach ersten und weiteren großen Anerkennungen nach München, Berlin, Rom. An diesen Stationen wird Literatur entstehen, die bahnbrechend ist und die Ingeborg Bachmann zu einer der bedeutendsten Schriftsteller*innen der Moderne macht.

Auf diesem Weg, der 1973 in Rom ein tragisches Ende findet, gibt es viele Begegnungen, Ereignisse und Erinnerungen, die Leben und Werk öffnen und Mensch, Zeit und Literatur näherbringen.

Zum 50.Todestag der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*26.Juni 1926 Klagenfurt +17.Oktober 1973 Rom) gibt die Ausstellung des Literaturmuseums Wien (ab 17.11.2022) Einblicke in die Schriftstellerin wie Privatperson Ingeborg Bachmann.

Der Begleitband dieser Ausstellung zeigt literarische wie private Objekte und öffnet in Essays von Schriftsteller*innen wie Literaturwissenschaftler*innen unterschiedliche Perspektiven auf das umfassende literarische Gesamtwerk wie die vielen Lebensstationen und deren Bedeutungsebenen.

„Ingeborg Bachmann. Eine Hommage.“ Ausstellung Literaturarchiv Wien 22/23_ Paul Zsolnay Verlag.

Zum Buch: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ingeborg-bachmann/978-3-552-07291-6/

Ausstellung: https://www.onb.ac.at/museen/literaturmuseum/sonderausstellungen/ingeborg-bachmann-eine-hommage

Walter Pobaschnig  11/22

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„Ehrlichkeit“ Elisabeth Halikiopoulos, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 17.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


G roßzügigkeit,

I ntegrität,

V ertrauen,

E hrlichkeit,

P ositives

E rschaffen

A nstatt

C haos stiften,

E goismus fördern oder

A ngst schüren.

C hapeau! Allen, die ehrliche Innenschau

H alten,

A chtsam den Frieden als ersten Schritt in sich selbst suchen.

N eubeginn

C hancengleichheit

E in möglicher Weg zum Frieden?


Elisabeth Halikiopoulos, 11.9.2022

Elisabeth Halikiopoulos_Schauspielerin, Regisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Elisabeth Halikiopoulos_Schauspielerin, Regisseurin

Foto_Barbara Maria Hutter

Walter Pobaschnig _ 11.9.2022.

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„Kunst braucht Zeit“ Achim Engstler, Schriftsteller _ Hannover 17.11.2022

Lieber Achim, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Der öffentliche Teil meines Tagesablaufs ist uninteressant, der interessante ist intim.

Allgemein kann ich aber sagen, dass ich zunehmend versuche, die Schönheit des Analogen wiederzuentdecken. Besser gesagt, der analogen Dinge. Das sind Dinge, die uns nicht von selbst geben, was wir wollen, sondern Absicht und Anstrengung erfordern. Die Gitarre beispielsweise tut von sich aus nichts. Sie steht da und ist still. Möchte ich Musik haben, muss ich sie spielen. Um sie so spielen zu können, wie ich mir das vorstelle, muss ich üben. Wie ich spiele, hängt allein von mir ab. Für den Topf gilt dasselbe. Der gibt mir nicht auf Knopfdruck oder durch eine Wischbewegung Essen. Ich muss kochen. Es mag seltsam klingen, aber mir gefällt das. Einfach mal wieder selbst etwas tun, mit unbestimmtem Ergebnis. Man muss ja nicht gleich einen Roman schreiben.

Achim Engstler, Schriftsteller 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Unterscheidungen. Realismus. Bescheidenheit, was die Relevanz der eigenen Gedanken und Gefühle angeht. Offenheit für all das, was von meiner oder deiner Auffassung abweicht. Vor allem aber: Nachdenklichkeit. Die wichtigen Geschehnisse sind so vielschichtig, dass man sie nur verfehlen kann, wenn man gleich eine Meinung herausschreit. Lieber mal warten, sich Zeit nehmen, abwägen und den Mut haben zuzugeben, dass man sich über dieses oder jenes auch bei bestem Willen kein klares Urteil bilden kann. Leben ist Grauzone. Handeln müssen wir trotzdem, sollten das aber im Bewusstsein unserer Fehlbarkeit tun. Ob die Welt dadurch besser werden kann, weiß ich nicht. Menschlicher auf jeden Fall.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Um mich zu wiederholen: Nachdenklichkeit, in erster Linie. Die Kunst ist, neben der Philosophie, deren Hüter. Beide sind langsame Zugänge zur Welt. Hegel hat diesen Aspekt für die Philosophie unübertrefflich formuliert: „Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.“ (Grundlinien der Philosophie des Rechts, 1820, Vorrede) In ihrer grellen Präsenz verwirrt die Gegenwart. Wer erkennen will, muss einen Schritt zurücktreten, abwarten, bis die Unruhe sich geklärt hat, die Umrisse deutlicher geworden sind. Für die Kunst gilt meines Erachtens dasselbe. Sie braucht Zeit, und Zeit sollte sie sich lassen, um die andere Gegenwart gestalten zu können, die ihr Metier ist.  

Was liest Du derzeit?

Thomas Bernhard, „Holzfällen“; Čechov, „Die Insel Sachalin“; Yasmina Reza, „Serge“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Zitat: „True to the end.“ (Lebensmotto des Philosophen David Hume)

Textimpuls: „Und ich muss daran denken, wie es war, als ich als kleines Kind nur die natürlichen Zahlen kannte, zum Beispiel die Drei […] und die Fünf wie die Finger an jeder Hand und natürlich die Acht, die schöne Acht. Aber dann, irgendwann, ist mir klargeworden, dass es auch negative Zahlen gibt, die weniger darstellen als nichts, und die Brüche, die eher Verhältnisse von Zahlen sind, und irrationale Zahlen mit ihren nicht enden wollenden Nachkommastellen. Ich hab geweint und geweint, doch das hat nichts genützt, es ist nie wieder so geworden wie vorher. Man kann vielleicht die Regeln und Axiome lernen, aber man kann einfach nicht so tun, als gäbe es kein Pi, keine Wurzel aus Zwei und keine Unendlichkeit. So sehr man es sich auch wünscht.“ (Nikola Huppertz, Schön wie die Acht. München: Tulipan 2021, p. 62)

Vielen Dank für das Interview lieber Achim, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Achim Engstler, Schriftsteller 

Foto_privat.

4.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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