„Gerne wäre ich frei“ Antje Schmidt, Autorin und Künstlerin _ Give Peace A Chance _Guntersdorf/NÖ 29.1.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gerne wäre ich frei

In einer sorglosen Welt

Von Wundern umgeben

Ein Mensch mit Flügeln


Planlos, ziellos, schwebend

Einige Federn lautlos fielen

Auch schwarze wären dabei

Carpe diem, ja ich nutzte ihn

Eine Reise um die ganze Erde


Am Anfang stand die Botschaft

Chancen auf Frieden gab es viele

Hab ich sie selbst stets genutzt?

Alle rufen Frieden aber bekriegen

Noch haben wir die Wahl

Chancen ohne Ende, Herz, Seele

Ein Wunder könnte geschehen


Antje Schmidt (Zellmer) _22.11.2022

Antje Schmidt (Zellmer), Autorin und Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Antje Schmidt (Zellmer), Autorin und Künstlerin

Fotos: das gemalte Bild und alle Fotos – Antje Schmidt. Das Bild ist mit Acrylfarbe gemalt, 30 x 40 cm groß. Der Phönix wurde von Antje Schmidt in Marmor gemeißelt, es wurde ein halbes Jahr mit mehreren Pausen dran gearbeitet.


Walter Pobaschnig _ 22.11.2022.

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Literatur Fotonovel _ „Meine Existenz ist eine andere“ 50.Todesjahr Ingeborg Bachmann _ acting Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _Wien 29.1.2023

Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ acting
Fotonovel _ „Meine Existenz ist eine andere“

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973)


„Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe,



ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe,



ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. […]



Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt,



es ist etwas verdammt daran.


„Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. […] Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran.“   

Ingeborg Bachmann, Rede _ Anton Wildgans Preis  1971


Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ acting
Fotonovel _ „Meine Existenz ist eine andere“

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973)


Literatur im Bild_Fotonovel

Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ actingMeine Existenz ist eine andere“ Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973), Rede Anton Wildgans Preis 1971

50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (1926 – 1973)

Idee _ Walter Pobaschnig

Inszenierung/Regie _ Yvonne Brandstetter/Walter Pobaschnig

Darstellung_Yvonne Brandstetter

Kostüm/Style_Yvonne Brandstetter

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Herzlichen Dank an das Mercure Grand Hotel Biedermeier Wien für die freundliche Kooperation!

Walter Pobaschnig 1_23

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„dass sich Theater radikal öffnet und der Gesellschaft hautnah begegnet“ Sarah Plattner, Schauspielerin _ Würzburg 29.1.2023

Liebe Sarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders, aber der Tag beginnt meistens mit den „Morgenseiten“ schreiben und Kaffee. Als Freischaffende gibt es nicht wirklich Alltag, aber Routinen, die ich möglichst beibehalten will, egal wo ich bin oder was gerade ansteht. Routinen sind zb. Sport, lesen, Mails schreiben und beantworten..

Sarah Plattner,
Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacherin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu verstehen, dass das Leben und jeder Mensch enorm vielseitig ist und genau das zu wertschätzen. Empathie und sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, verstehen zu lernen, sich verbinden,- sind wichtige Qualitäten die wir in dieser Zeit besonders pflegen sollten. Sich über seine individuellen Prioritäten, Anschauungen und Besonderheiten klarwerden, um Grenzen, die vielleicht keine sind, zu überwinden. Ich appelliere an die emotionale Intelligenz!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Tanz, Schauspiel,  der Kunst an sich zu?

Geschichten, Bilder, Worte, Bewegungen haben die Macht das Denken und Handeln zu verändern und ja, sind Teile unserer Identität, des Mensch-Seins. Vielleicht verfolgt mich der dringliche Wunsch, dass all die Theater, die sich hinter tausend Stäben, hohen Mauern, Privilegien, Subventionen und Machtkämpfen und der „Hochkultur“ verbarrikadieren, sich radikal öffnen und der Gesellschaft hautnah begegnen und wieder zu einem gemeinsamen Ort für ein zutiefst menschliches Bedürfnis werden: Begegnung.

Was liest Du derzeit?

Oh, mehrere Bücher gleichzeitig:

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs

The King Kong Theory von Virginie Despentes;

Mädchen, Frau ETC. von Bernardine Evaristo;

Bei uns in Schilda von Ottfried Preussler

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Man muss sich etwas vorstellen können, um es in die Tat umzusetzen.

Sarah Plattner,
Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacherin

Vielen Dank für das Interview liebe Sarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Tanz-, Performanceprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Danke dir!

5 Fragen an Künstler*innen:

Sarah Plattner,
Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacheri
n

Zur Person_

Sarah Plattner, gebürtige Tirolerin, arbeitet als Freischaffende in Österreich und Deutschland. Ihr Fokus konzentriert sich auf die Schnittstellen zwischen Schauspiel, Tanzimprovisation, Performance und interdisziplinären Projekten. Schauspielausbildung an der Tiroler Schauspielschule Innsbruck und an der Athanor Akademie Passau. Weiterbildungen in den Bereichen Tanz und Kulturmanagement.

„Mich bewegt und interessiert das “Dazwischen”, die Überschneidungen zwischen den Disziplinen. Mein künstlerisches Schaffen ist die Suche nach der Sprache für den Ausdruck in Verbindung mit den Themen, die mich beschäftigen. In Projekten lege ich einen starken Fokus auf den physischen Ausdruck. Bewegung, Tanz und Spiel sind unmittelbar verbunden. Ich verorte mich in der darstellenden Kunst und verstehe Schauspiel als interdisziplinären Akt.“

Derzeit wohnhaft in Sulzfeld am Main, Nähe Würzburg.

Website: https://www.sarahplattner.com/

Instagram Sarah Plattner

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Fotos_David Schermann

26.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Das wachsende digitale Zeitalter, das Kunst und Literatur gerne als kostenlos vorhanden behandeln möchte“ Eva Reichl, Schriftstellerin _Ried/Riedmark 28.1.2023

Liebe Eva, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist eigentlich ganz banal. Morgens geht es unter die Dusche, damit ich wach werde, ohne dem geht gar nichts. Mit einer ersten Tasse Tee beantworte ich E-Mails, die mit meiner schriftstellerischen Tätigkeit zu tun haben, oder betreue meine Sozial Medias. Dann fahre ich mit dem Zug in die Arbeit, wo ich teilzeit als Controllerin tätig bin (auch mit vielen Tassen Tee), und wenn ich nach Hause komme, schreibe ich an meinem aktuellen Buchprojekt. Der Abend gehört der Familie mit gemeinsamem Essen und Austausch, was der Tag so alles gebracht hat. Außer an den Tagen, an denen ich Lesungen abhalte. Dann komme ich meist nach Hause, wenn schon alle schlafen.

Eva Reichl, Schriftstellerin  

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe und Geborgenheit. Menschen, die einen verstehen und in den Arm nehmen. In der herausfordernden Zeit mit wenig vertrauenserweckenden Zukunftsaussichten brauchen wir Menschen um uns, denen wir vertrauen können, die uns helfen, die für uns da sind. Die uns unsere Menschlichkeit nicht vergessen lassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst ist leider oftmals jenes Gut, auf das die Menschen, wenn es ihnen schlecht geht, als Erstes verzichten können. Dazu kommt das wachsende digitale Zeitalter, das Kunst und Literatur gerne als kostenlos vorhanden behandeln möchte. Erste Romane werden von KIs geschrieben, erste Gemälde von KIs gemalt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie die Zukunft mit der Literatur und der Kunst umgehen wird, welche Rolle ein von Menschen geschaffenes Werk dann noch haben wird. Doch bis es so weit ist, kommt ihnen die Aufgabe zu, die Menschen zu unterhalten, sie in andere, vielleicht bessere oder schlechtere Welten zu entführen, oder den Finger auf die Wunde der Menschheit zu legen. Und im Augenblick gibt es so viele Wunden wie schon lange nicht mehr.

Was liest Du derzeit?

Als Krimiautorin natürlich einen Krimi, von Bernhard Aichner „Brennweite“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In den herausfordernden Zeiten, in denen wir uns gerade befinden und die noch auf uns zukommen werden:

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“

Winston Churchill

Vielen Dank für das Interview liebe Eva, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Eva Reichl, Schriftstellerin

Zur Person:

Zur Person_Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und neben ihrer Beschäftigung als Controllerin entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat, das wunderschöne Mühlviertel, in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah.

www.eva-reichl.at

Foto_Lisa Reichl

Neuerscheinung 8.2.2023: RACHEDORF

Der 2. Band mit Diana Heller


14.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die beste Möglichkeit für Frieden und Freiheit ist Bildung und Kommunikation“, Franz Josef Danner, Schauspieler _Give Peace A Chance _ Wien 28.1.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Franz Josef Danner, Schauspieler 


Wer Frieden will muss für den Krieg bereit sein.


So zumindest noch weitgehend der international politische Konsens. Wer Frieden will, muss für den Krieg bereit sein.


Ich persönlich befürchte hinter der Wappnung zum Krieg, um den Frieden zu bewahren, dass dies als Equivalent von Waffenbesitz, um das eigene Heim zu schützen, die Chance erhöht, dass man mit der eigenen Waffe erschossen wird.

Aber natürlich sind diese Gleichnisse vom kleinen Haushalt auf die Weltpolitik schwer hinkend.

Ich denke, die beste Möglichkeit für Frieden und Freiheit ist Bildung und Kommunikation, somit wären Schulen, Schulsysteme, Lehrer und Pädagogen im Allgemeinen ein tatsächlich wichtigerer Einfluss auf den Weltfrieden als man sich anfänglich einbilden möchte.

Aber auch hier spielen Ereignisse und Einflüsse außerhalb des Klassenzimmers eine genauso wichtige und auch wichtigere Rolle im Gesamtkonstrukt der Entwicklung des menschlichen Charakters.

Ich denke und weiß nicht, habe den Eindruck und nicht das faktische Wissen, die Vorstellung und nicht die absolute Wahrheit…

Dass wir grundsätzlich mehr miteinander reden könnten, auch wenn wir nicht einer Meinung sind, da kommt immer mehr dabei raus als davor und sei es nur das Wissen, um die Unterschiede, auch die sind oft Gold wert.

Und das passiert auf der politischen Weltbühne wesentlich öfter als unter Nachbarn.


Franz Josef Danner, 8.12.2022

Franz Josef Danner, Schauspieler 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Franz Josef Danner, Schauspieler 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Malina_7/21

Walter Pobaschnig _ 8.12.2022.

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„Go sit on a dick:“ Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Langenau/D 27.1.2023

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Go sit on a dick:

Inselfunk, spruchreife Wut

Vervielstimmigt, in die Arschfalten der Macht gelauncht

Eingeflucht ins Besetzerfleisch


Poesie extraordinär

Erbricht Gastro-

Acid gegen

Cheatende Eliten und

Ewig Gestrige


All just a little bit of history –


Crack das Welthirn weit auf

Hämmer’ diesen Wunsch hinein

Auch wenn es am Anfang

Nur Wort, nur Welle

Circ’ dich bis in den pisswarmen Hypothalamus

Ein Fluch ist ein Zauberspruch


Fee Katrin Kanzler, 25.1.2023

Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin 

Zur Person_Fee Katrin Kanzler,

1981 in Ulm geboren, studierte Philosophie und Anglistik in Tübingen und Stockholm. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, erhielt den Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm und ein Jahresstipendium für Literatur vom Land Baden-Württemberg. Ihr Roman »Die Schüchternheit der Pflaume« (Frankfurter Verlagsanstalt, 2012) war für den »aspekte«- Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt des ZDF nominiert. 2016 erschien ihr Roman »Sterben lernen«. 2020 und 2022 war sie Finalistin beim Irseer Pegasus.

Auf https://www.fairy-club.de ist auch ihre bildkünstlerische Arbeit zu sehen.

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 25.1.2023

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„Wir brauchen Literatur und Kunst, um am nächsten Tag weiterzumachen“ Elisabeth Klar, Schriftstellerin _ Wien 27.1.2023

Liebe Elisabeth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Arbeit im Büro, danach laufe ich von einem Termin zum anderen, weil zwischen Schwangerschaft, Übergabe in der Arbeit und Buchpublikation einfach viel zu tun ist. Wenn ich daheim bin, schlafe ich ein, sobald ich mich auf die Couch lege.

Elisabeth Klar, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir leben in einer extrem dynamischen Zeit, in der sich die Welt um uns rapide verändert, und dabei nicht unbedingt freundlicher wird. In solchen Zeiten ist es verlockend, entweder alles zu ignorieren, was um uns so vor sich geht, oder an überholten Gewohnheiten und Vorstellungen festzuklammern, mit dem Gedanken, dass wir uns so vor diesen furchterregenden Veränderungen retten können. Es ist auch leicht, in Schwermut zu verfallen. Wie mit all dem umgehen? Ich habe auch keine endgültige Antwort, natürlich nicht, auch wenn ich mich immer wieder in meinen Texten damit auseinander setze.

Ich denke aber, dass es in solchen Zeiten wichtig ist, genauer darauf zu schauen, was ich beeinflussen kann und was auch nicht, wofür ich Verantwortung übernehmen kann und muss, und wo ich mit geschichtlichen Ereignissen konfrontiert bin, die größer sind als ich.

Ich bin auch überzeugt davon, dass unsere beste Chance immer noch mit einer Menschenwelt einhergeht, die in vieler Hinsicht von weniger Machtungleichheit geprägt ist. Denn ja, die multiplen ökologischen Krisen sind von Menschen verursacht – aber eben nicht von allen Menschen gleich viel. Und es sind auch nicht alle Menschen gleich stark von den Konsequenzen betroffen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst sind Auseinandersetzung mit der Welt, ein Akt des Verstehens, Denkens, Urteilens (im Sinne Hannah Arendts), und zugleich bereits eine Transformation. Es sind ganz wichtige Werkzeuge, die Menschen immer schon verwendet haben, um mit schwierigen und hochkomplexen Situationen und Problemen fertig zu werden. Und dann sind Literatur und Kunst auch einfach Katharsis, Rausch, Freude, Lust, Eskapismus. Und beides ist notwendig, wenn die Lebensumstände widrig werden – sich mit der Welt zu auseinander zu setzen, und ihr dann wieder für eine Weile zu entfliehen. Das brauchen wir wie wir den Schlaf brauchen, um am nächsten Tag weiterzumachen.

Was liest Du derzeit?

Das Institut, von Lisa Spalt, daneben Angabe der Person von Elfriede Jelinek und Unser Deutschlandmärchen von Dinçer Güçyeter.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus Es gibt uns, das gerade eben erschienen ist:

„Du hast Sorgen, sei es diese, sei es jene?“, fragt der Chor.

Die Menge antwortet: „Ins Theater!“

„Du hast zerrissene Stiefel?“

Und wieder tönt es: „Ins Theater!“

„Du hast nichts zum Tauschen und doch Hunger?“

„Ins Theater!“

„Du legst Vorräte an und versteckst sie gut?“

„Theater!“

Immer lauter wird die Menge, bis sie schreit, sich das Zögern aus dem Leibe schreit, bis sie sicher ist, dass das die Antwort auf alles ist: „Theater!“

Elisabeth Klar, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Elisabeth, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Elisabeth Klar, Schriftstellerin

Fotos_privat.

Zur Person_Elisabeth Klar, geboren 1986 in Wien, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Transkulturellen Kommunikation. Elisabeth Klar hat zahlreiche Preise erhalten, u. a. war der Text „An den vielen Ecken“ im Finale des FM4-Wettbewerbs Wortlaut (2013). Das gefeierte Debüt „Wie im Wald“ erhielt den Förderpreis der Stadt Wien und stand auf der Shortlist des Rauriser Literaturpreises 2015, 2017 erschien der Roman „Wasser atmen“ und 2020 der Roman „Himmelwärts“. Zuletzt erschienen: „Es gibt uns“ (2023).

Aktueller Roman_Elisabeth Klar „Es gibt uns“ Roman. Residenz Verlag 2023.

Ein posthumanistischer Utopieroman, ekstatisch und unglaublich hellsichtig.

In Anemos, einer postapokalyptischen verstrahlten Stadt, hat sich eine prekär ausbalancierte Gemeinschaft aus Mischwesen und Mutant*innen gebildet – für das gemeinsame Überleben braucht es die Leuchtqualle Oberon, die die Wasserversorgung der Stadt sicherstellt, aber auch die geweihbewehrte Titania, die für die wilden Feste der Stadt sorgt. Doch eines Jahres endet das Fest Walpurgis mit Oberons Tod im Liebesspiel – und das kleine Schleimtierchen Müxerl muss Oberons Aufgaben übernehmen. Denn: Was du kaputt machst, musst du richten, so verlangt es das Gesetz von Anemos. Was, so fragt Elisabeth Klar, kommt nach dem Anthropozän? Und welche Gesetze kann sich eine Gesellschaft geben, um unter widrigen Umständen nicht nur zu überleben, sondern auch leben zu wollen?

https://www.residenzverlag.com/buch/es-gibt-uns

25.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Film&Musik wird es immer geben“ Christian Heschl, Filmmusikkomponist _ Wien 26.1.2023

Lieber Christian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag beginnt in der Regel um etwa 8:30 morgens im Studio. Neben dem Kaffee arbeite ich meist meine Emails und Social Media Nachrichten ab. Ich bin ein Morgenmensch und daher auch am Vormittag am Kreativsten. Speziell da arbeite ich an Hauptthemen, Leitmotiven, Signature Sounds etc für meine soundtracks. Nachmittags beginnt eher das Ausorchestrieren und Produzieren der Mock-ups , Korrekturschleifen abarbeiten von den Regisseuren bzw Produzenten. Ich versuche mittlerweile nicht mehr bis spät in die Nacht zu arbeiten, wie wir aber wissen ist das in der Film & Musikbranche leider nicht immer möglich 😉

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt, Ruhe, Verständnis und sich bei Gelegenheit immer mal wieder aus dem ganzen negativen Massen-Informations-Chaos ausklinken. Allgemein, mehr miteinander reden, das tut gut.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Die Pandemie hat uns glaube ich allen gezeigt, wie wichtig die Kunst und im Speziellen die Musik als Kunstform ist. Nach fast 2 Jahren sehnten sich alle wieder nach LIVE Konzerten, die, wie nun zu beobachten ist randvolle Hallen und Stadien bescheren (z.B.: Coldplay, Ed Sheeran, Hans Zimmer Live, etc…). Musik bietet immer die Möglichkeit abzuschalten, sich zu entspannen, zu freuen oder beim Sport als Motivationsfaktor zu inspirieren.

Das Medium Film & Musik wird es immer geben, Konzepte und Genres werden sich ändern, aber in unserer Gesellschaft wird dieses Medium immer einen hohen Stellenwert haben, speziell in Krisenzeiten wie zb: der Pandemie in der die Bevölkerung Zuhause unterhalten werden möchte.

Was liest Du derzeit?

Bin nicht der große Leser; aber derzeit ein Drehbuch für den nächsten Film den
ich vertonen darf.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

I think to be successful at anything you have to put in a hell of a lot of effort.
Pick your battles. I picked music, put in a lot of effort, and it’s worked.
– Ed
Sheeran

Christian Heschl, Filmmusikkomponist

Vielen Dank für das Interview lieber Christian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Christian Heschl, Filmmusikkomponist

http://www.heschl-music.com

https://www.linkedin.com/in/christian-heschl

Fotos_privat.

21.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ich könnte weinen und schreien“ Katia Tangian, Schriftstellerin, Malerin _ Give Peace A Chance _ Hannover 26.1.2023

Katia Tangian (geboren in Moskau, Mitte) mit Schwester Nina (links) und ihrer ukrainischen Freundin Lesja, Kiew, ca. 1983

GIVE PEACE A CHANCE

Lieber Walter,

ich habe mich dran gesetzt und ich habe versucht, zu „Give Peace a Chance“ ein Akrostichon zu schreiben, aber es geht nicht.

Dieser Krieg in der Ukraine nimmt mich zu sehr mit. Mir fehlen komplett die Worte, wenn ich nur in diese Richtung denke. Wie du vielleicht gesehen hast, komme ich ursprünglich aus Moskau. Auch wenn ich seit dem 14. Lebensjahr im Westen lebe, habe ich weiterhin einige Kontakte nach Russland UND Ukraine, viele meiner russischen Freunde hier und da stehen genauso ratlos und schockiert in Anbetracht der Ereignisse, die seit bald einem Jahr vor aller Augen stattfinden, ohne dass der Einzelne dagegen etwas tun kann. Ich könnte weinen und schreien, aber ein Akrostichon dazu schreiben kann ich leider nicht. Wohl weil ich zu nah dran bin. Und es meine persönlichsten Wunden aufreißt.

Das Thema ist für mich aktuell so emotional aufgeladen, dass ich nicht einmal in unserem Familien-Fotobuch, das ich Jahr für Jahr mache, darüber schreiben konnte, sondern den Ukraine Wikipedia-Text per Copy and Pace hineinkopiert habe. Ist es zu glauben? Dass mir eines Tages die Worte fehlen, hätte ich nicht für möglich gehalten…

Katia Tangian _ 16.1.2023  

Katia Tangian, Schriftstellerin, Malerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Katia Tangian, Schriftstellerin, Malerin

www.katiatangian.de

Persönliches

„Im Alter von 14 Jahren bin ich mit meiner Familie von Moskau nach Deutschland umgezogen. Gleich bei unserer Ankunft begegnete uns eine überwältigende Welle von Gastfreundschaft und Empathie. Von wegen, die Deutschen seien kalt, pragmatisch und auf Effizienz bedacht! Ganz im Gegenteil. Immer wieder trafen wir auf Menschen, die mehr taten, als sie mussten: pensionierte Lehrer, die uns Deutschunterricht erteilten; Jugendheim-Leiter, die uns nicht nur beherbergten, sondern zur Schule fuhren, unsere Wäsche mitwuschen und mit uns „zu Abendbrot“ aßen – ein ganzes Jahr lang. Und ja, natürlich gab es auch weniger schöne Begegnungen und in der Fläche viel Misstrauen und Desinteresse. Doch die Hilfsbereitschaft einzelner Menschen hat sie einfach überstrahlt.

Gerade in unserem ersten Jahr in Deutschland, als unser Heimweh am größten und wir am verlorensten waren, hat uns die Unterstützung dieser einzelnen Menschen enorm viel bedeutet. Dank ihnen hatten wir von Anfang an das Gefühl, willkommen zu sein, als Individuen wahrgenommen zu werden: als jemand, der der Gesellschaft nicht etwas wegnehmen, sondern ihr auch etwas zurückgeben würde. Es sind immer einzelne Menschen, die in Erinnerung bleiben. Menschen, die helfen, die Mut machen, die mehr tun, als sie müssen. Wir alle können diese Menschen sein. Lasst uns gleich damit anfangen!“

Als der Krieg losging und die ersten ukrainischen Kinder an die deutschen Schulen strömten, habe ich in meinem Blog http://www.artsetc.de den Blogbeitrag „Welcome, Ukraine! Für einen guten Start an deutschen Schulen“ verfasst. Eigentlich geht es in meinem Blog um (junge) Kunst; aber es war mir ein Bedürfnis, meinen Beitrag zur Integration und dem Willkommens-Gefühl der ukrainischen Kinder und Jugendlichen zu leisten. Diesen Beitrag haben über 30.000 Leute gelesen, hauptsächlich Lehrer-Kollegen und somit Multiplikatoren. Ich höre von vielen Schulen, dass sie mit meinen (und den von mir weiterempfohlenen) Materialien täglich arbeiten. Das macht mich ein bisschen stolz. Aber noch besser wäre es gewesen, wenn ich diesen Blogbeitrag nicht hätte verfassen müssen.

https://www.artsetc.de/post/welcome-ukraine-links-rund-um-die-schule-für-einen-besseren-start

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 20.1.2023

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„Gorkaja prawda“ Elizaveta Kuryanovich, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Frankfurt/Main 25.1.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gorkaja prawda

Is this [war] necessary?

Victories require victims

Equilibrium lost

Pust wsegda budet solntse

Especially now when

A voice is a void is in vain

Choices are crafted

Earned in honor

Attitudes to shift

Can we treasure lives?

Hostility is so fossil

Armed forces are our future?

No, if we want to thrive

Can we evolve?

Earnestly, we should 

give it a chance


Elizaveta Kuryanovich, 8.1.2023

Elizaveta Kuryanovich, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Elizaveta Kuryanovich, Schriftstellerin

https://www.elizaveta-kuryanovich.de/

Foto_Daria Murashko 


Walter Pobaschnig _ 8.1.2023

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