Liebe Gudrun Pöltl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Bei mir dreht sich alles ums Tanzen. Ein regulärer Wochentag beginnt mit Tanz- und Fitntraining am Vormittag. Danach habe ich eine kurze Mittagspause, bevor das Unterrichten beginnt. Danach folgt das Abendtraining oder die Arbeit im Tanzstudio InDancity, das hängt vom Wochentag ab. Zu Hause am Abend folgen dann meistens noch gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen.
Gudrun Pöltl, Tänzerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube, dass wir uns selbst verloren haben. Wir leben zwar in einer Welt, die sehr schnell ist und uns viele Dinge erleichtern kann, jedoch geht das zu Lasten anderer. Wir leben, als hätten wir einen zweiten Planeten zu Hause im Kasten hängen. Wir sind abgestumpft uns laufen mit Scheuklappen durch die Welt, ohne das Leid der anderen Lebewesen um uns herum wahrzunehmen. Das ist natürlich auch ein Selbstschutz, da die Wahrheit überfordernd sein kann. Da nehme ich mich auch gar nicht aus. Ich glaube, dass es jetzt gerade besonders wichtig ist, das eigene Dasain und Handeln zu reflektieren und wieder zu beginnen, rücksichtsvoll miteinander umzugehen und wieder Mitgefühl zu entwickeln.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Das ist eine gute Frage. Veränderungen machen Angst und die wissen einige geschickt auszunutzen. Deshalb glaube ich, dass es die Achtsamkeit sein wird, die uns durch diese Zeiten bringt. Im Tanz beschäftigen wir uns jeden Tag damit. Die Rolle der Kunst, ganz gleich, welche Spate, versucht immer, dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, gewisse Lebenssituationen von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten und so zum Nachdenken anzuregen. Es werden Themen aus allen Lebensbereichen angesprochen. Manche davon lösen positive Gefühle aus, andere sind vielleicht nicht immer einfach zu verdauen. Dadurch, dass wir diese Themen nur von außen betrachten, treten wir einen Schritt zurück und können uns in Achtsamkeit üben. Achtsamkeit lässt uns unsere Gefühle reflektieren, resilienter und mitfühlender gegenüber anderen und uns selbst werden.
Was liest Du derzeit?
Zur Zeit versuche im mich an Ulysses von James Joyce.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Martha Graham hat angeblich gesagt: „Stand up, keep your backs straight! Remember that this is, where the wings grow!”
Vielen Dank für das Interview liebe Gudrun, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanzprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Gudrun Pöltl, Tänzerin
5 Fragen an Künstler*innen:
Gudrun Pöltl, Tänzerin
Fotos_ Walter Pobaschnig 1=/23
3.10.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Lieber Thorsten Pütz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich lebe so oft es geht so hoch es geht. In den Bergen und im Kopf. Ganz unten ist immer sehr schwer. Sein vor allem.
Thorsten Pütz, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Güte und Empathie. Meine Güte, wie empathisch.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Stuckrad-Barre hat ja letztens im „Hotel Matze“ Podcast gesagt: „Eindeutigkeit ist der Feind der Poesie.“ Stimmt ja total. Weg mit allen Eindeutigkeiten also. Das kann die sogenannte Rolle der Literatur, Kunst oder auch eines Insta-Reels sein.
Was liest Du derzeit?
Text + Kritik, Jan Wagner, Heft 210
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
heller als heute morgen. du
Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Thorsten Pütz, Schriftsteller
Zur Person _
in Eschweiler in Deutschland wurde Thorsten Pütz am 5. November 1981 geboren.
Nach der Schule nahm er in Köln ein Studium der Medienökonomie auf. Daneben arbeitete er für verschiedene Printtitel und später für sehr große Werbeagenturen in Deutschland, Österreich, Schweiz und England. Vielleicht ist hierin der Hauptgrund für seine fast schon beängstigende Medienversiertheit zu finden.Danach begann er zu reisen – durch Südostasien ebenso wie nach Südamerika oder durch Nordafrika.
Pütz schreibt Lyrik, Erzählungen und Romane.
Aktuelle Bucherscheinung _
Thorsten Pütz – meta verse
Gedichte. TEXT/RAHMEN 2023. Mit Bildern von Leonie Gaida
Wie fühlt sie sich an, die Hyperrealität? Zwischen WWW und Web 3 und 4 Punkt 0 – und diesem life aus Fleisch und Blut? Sie lässt sich schon erahnen, die Zigarettenglut, die den Himmel in Brand steckt. Wie fühlt es sich an, wenn KI eine neue Gesellschaftsordnung designt und Chatbots im großen Weltenrennen die besseren humans werden? Und während kontext framing auch mal gern sein mind game spielt, brennt das lyrische Ich, das aus dem Fenster blickt, irgendwo zwischen Köln und Südtirol, auf den postchallengeismus. An den Rändern seiner rauschenden dämmerungseingänge kann es sie förmlich schon riechen, die moosige Luft, und sich erinnern, an lettische Sommertage und weinrotes Kokain.
Von deutschem Hip-Hop insbesondere der Neunziger- und Zweitausender-Jahre beeinflusst, mäandern Thorsten Pütz’ Texte zwischen Spoken-Word-Performance, und Poetry Slam, zwischen Gedankenlyrik und Sprechgesang. Und weil sie human sind, erinnern sie daran, dass sich eine virtuell verwachsene Seele grau färbt, wenn man sie analog nicht pflegt – und wir uns dann ein letztes Mal zum Affen gemacht haben.
und einmal stand ich da / und dachte tatsächlich nach / es ist wichtig, das zu erwähnen / die meisten menschen imitieren / das nachdenken bloß / für einen affen recht weit
(Textauszüge erscheinen 2023 in der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift BELLA triste.)
Gedichte /105 x 180 mm / Hardcover, Leinen mit Prägung / 128 Seiten / 1. Auflage /
Unbedingt eine Partei unterstützen, die eine*n geeignete*n BVGh Präsident*in ernennt …ENDLICH, und dann Klimagesetz forcieren!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Im Idealfall greift Theater aktuelle Themen auf und erzählt sie zur besseren Reflexion neu.
Das Kunstverständnis daß mich persönlich dabei interessiert, ist ein offenes, an der handnehmendes, politisch aussagekräftiges, dass sich nicht verschließt sondern sich allen Teilbereichen der Gesellschaft öffnet.
Was liest Du derzeit?
Thomas Mann, Buddenbrooks (bissl anstrengend).
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Vielen Dank für das Interview, lieber Philipp, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Phillipp Laabmayr, Schauspieler
5 Fragen an Künstler*innen:
Phillipp Laabmayr, Schauspieler
Zur Person _ Phillipp Laabmayr, geboren 1996 in Salzburg, begann seine künstlerische Laufbahn im Theaterverein Henndorf. Nach Matura an der HBLA Ursprung für Landwirtschaft und Zivildienst absolvierte er seine Schauspielausbildung an der MUK Wien. Er sammelte Erfahrungen am Theater der Jugend und dem Volkstheater Wien (Volx Margareten).
2021 spielte er bei den Perchtoldsdorfer Sommerspielen RUPRECHT in der zerbrochene Krug unter der Regie von Veronika Glatzner.
Seit 2020 arbeitete er außerdem in prämierten Kurzfilmprojekten von Eric M. Weglehner, Özgür Anil und Sebastian Schmiedl sowie verschiedenen Fernsehproduktionen des ORF mit. Seit 2022 ist er freier Schauspieler und engagiert sich in kollektiven Theaterprojekten, wie über All die Berge, das die Migration über die italienisch-französische Grenze thematisiert. 2023 erhielt er das vom Land Salzburg verliehene Jahresstipendium Darstellende Kunst.
Aktuelle Produktion mit Phillipp Laabmayr _ Schauspiel: „Lagerkollaps! inside/out“Tempora _Wien
In leerstehenden Erdgeschosslokalen und einem Self-Storge-Lagerhaus (MyPlace) zeigt der Verein TEMPORA – Verein für vorübergehende Kunst zum Thema „Self- Storaging“ die eigens für die Produktion verfassten Texte.
Diese gewähren Einblick in skurrile Innenwelten von angemieteten Lagerräumen, in denen Geschichten, Erinnerungen und Artefakte ein Eigenleben führen. In vier kurzen Monologen – gezeigt in vier verschiedenen (un)möglichen und tatsächlichen Self-Storages im 16. Bezirk – geben uns Einblicke in (alternative) Nutzungsmodelle der Selbst_Lagerung und bieten Einblick in Beweggründe und Auswüchse der externen Lagerung von persönlichen und nützlichen Dingen.
Mit „Lagerkollaps! inside/out“ taucht TEMPORA in die Welt der Lagerräume der Stadt ein. Gemietet, aber nicht bewohnt, fensterlos und trocken sind sie Hort, Schatzkammer, Abstellkammer und für manche Rückzugs- oder gar Aufenthaltsorte. Wozu brauchen wir zusätzlichen Raum und was erzählen uns mögliche und unmögliche Nutzungsformen über Lebens- und Konsumweisen der Stadtgesellschaften? Mit „Lagerkollaps inside/out“ nähert sich TEMPORA künstlerisch einem urbanen Phänomen (das einen Wandel der Arbeits-, Lebens- und Wohnrealitäten der Städter:innen deutlich macht): der steigenden Nachfrage nach Self- Storage- Lagerräumen, also dem vermehrten Bedarf nach mehr (Lager-)Raum in der Stadt.
Als Theaterspaziergang angelegt, bewegt sich das Publikum anhand eines Plans frei von Spielort zu Spielort im 16. Bezirk und trifft in tatsächlichen und möglichen Lagerräumen auf vier ganz unterschiedlichen Protagonist:innen, die uns an der Erfahrung der Selbst_Einlagerung teilhaben lassen.
Ein Garten erfreut Herz und Seele. Doch wie nun einen Garten gestalten, dass die Freude im Betrachten, Wandeln und Genießen überwiegt? Was sind die wichtigen und schnellen Handgriffe im Beet dazu? Was muss wann, wie getan werden?
Jean-Michel Groult, Botaniker, Journalist und Fotograf, spezialisiert auf Garten- und Umweltfragen, legt mit „In den Garten, fertig, los!“ eine übersichtliche wie kompakte Anleitung zur jahreszeitlich abgestimmten Gartenarbeit vor. In wunderbaren Fotoanleitungen werden die Schritte der Gartenarbeit erläutert und auch motiviert. Der Text ist dabei auf das Wesentliche konzentriert und fokussiert und führt dabei direkt in den Garten in Inspiration und Impuls über. Eine äußert gelungene Kombination.
Das Buch ist in vier Grundkapitel aufgebaut, die von der grundlegenden Anlage des Gartens und der weiteren Planung & Gestaltung ausgehen, um dann die Details zu Gemüse- und Obstgarten zu erläutern. Information, Anleitung wie Bildsprache begeistern dabei.
„Ein sehr gelungenes Gartenbuch als praktischer wie motivierender und inspirativer Begleiter.“
„In den Garten, fertig, los!“ Mit 400 Handgriffen durch jedes Beet. Jean-Michel Groult. Ulmer Verlag.
Pamela Andersen – Es ist ein klingender Name und eine kometenhafte Karriere, die mit der TV Kultserie der 1990er Jahre „Baywatch“ beginnt und viele Stationen im Film, Mode, Fotografie und Gesellschaft bis zur Gegenwart durchläuft. Unzählige Coverfotos, Schlagzeilen in Wort und Bild begleiten eine Karriere im Rampenlicht wie privatem Blick.
Dahinter ist der Mensch, die Frau, die Mutter Pamela Anderson, von deren Träumen, Gedanken, Herausforderungen, Enttäuschungen das vorliegende Buch beeindruckend erzählt.
Es ist ein Ein-, und Rückblick in ein schillerndes Star-Leben, der in vielen zu überraschen weiß und eine tiefe reflektierende Seele im Sturm des Erfolges zeigt.
Welche Bedeutung dem Erzählen, dem Berichten, dem Nachdenken, dem Fühlen dabei zukommt, zeigt auch, dass das Buch ganz auf Fotos verzichtet und ganz den „inneren“ Menschen im Erleben des persönlichen Kunst- und Lebenswegesin den Vordergrund stellt.
„Ein bemerkenswerter wie vielseitig spannender persönlicher Rück- und Einblick in Leben, Kunst, Zeit.“
„In Liebe, Pamela“ Anderson, Pamela _Tepper, Alan (Übersetzung). Hannibal Verlag
1. Auflage September 2023, 256 Seiten, Klappenbroschur
Liebe Grischka Voss, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Früh aufstehen, Katzen füttern, Katzenklo machen, Sohn aus dem Bett zerren und in die Schule schicken, einkaufen, schreiben oder Text lernen, Mittagessen kochen, proben oder Vorstellung spielen, Katzen füttern, schlafen
Uns als eine Gemeinschaft zu betrachten, in der jede/r gleich wichtig ist, Menschen nicht in Hautfarben, Nationalitäten oder Gender zu unterteilen, sondern ganz unmittelbar als Persönlichkeiten wahrzunehmen und zu schätzen und respektieren wie sind.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich finde gerade in der Kunst ist es wichtig Mut zu beweisen und sozialpolitische Statements abzugeben, ohne Rücksicht auf “political correctness”. Das Theater ist ein Medium, in dem relevante Themen direkt zwischen DarstellerInnen und ZuschauerInnen verhandelt werden, ein Ort, wo man zusammenkommt, um sich mit etwas zu konfrontieren, auseinanderzusetzen, zu informieren, eine Meinung zu bilden oder zu hinterfragen.
Das Theater muss schamlos übertreiben und extrem sein dürfen, um den Fokus auf etwas zu lenken oder etwas aufzudecken, was nicht stimmt. Für mich haben Theater und Künstler die Aufgabe laut, drastisch, ohne Rücksicht auf Verluste Ungerechtigkeiten und Missstände aufzuzeigen, herauszuschreien, was sich andere nicht trauen. Insofern sollte das Theater, die Kunst wie ein David sein, der sich, obwohl er so winzig ist, vor den Riesen Goliath stellt und ihm mit seiner kleinen Faust droht.
Ich finde den Mut, den Menschen oft in einer aussichtslosen Situation entwickeln, um sich zu wehren und gegen etwas aufzubegehren, obwohl sie augenscheinlich überhaupt keine Chance haben, diesen Mut sollten Künstler und Theater haben, um andere Menschen zu empowern.
Was liest Du derzeit?
“Heim gesperrt” von Sylvia Wagner, ein Buch das aufdeckt, dass bis in die 70er Jahre Impfstoffe und Psychopharmaka heimlich an Heimkindern getestet wurden.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Don’t take yourself so fucking serious!
Vielen Dank für das Interview, liebe Grischka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Zur Person _ Grischka Voss (D), Schauspielerin, Autorin, Regisseurin
1993-1995 Ausbildung für Schauspiel und Tanz in New York und Wien
1996 Akademietheater, „Ballade vom Wiener Schnitzel“/George Tabori; Volkstheater „Cyrano de Bergerac“/ Michael Schottenberg
1997-2017 gründete und leitete die freie Künstlerin gemeinsam mit Ernst Weigel „das bernhard ensemble“, das ab 2006 in Wien, im „Das OFF Theater“ beheimatet war.
Sie versteht sich als freie Geschichtenerzählerin mit starken sozialen Anliegen, schuf zahlreiche Stücke für das bernhard ensemble, mit denen sie im In – und Ausland gastierte, spielt, inszeniert und zeichnet zumeist auch für Bühne und Ausstattung ihrer Produktionen.
Im Sommer 2017 verließ sie das bernhard ensemble, trat als Schauspielerin und Autorin bei „Ganymed female“ im Kunsthistorischen Museum Wien, bei den Gmundner Sommerfestspielen mit „Noch ein Fest für Boris“ auf,
verfasste ihre Autobiographie „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ (Amalthea Verlag), aus der sie u.a. beim Literaturfestival „Blätterwirbel“ im Theater in der Josefstadt oder an der Schaubühne Berlin gelesen hat.
2018 schrieb und spielte sie für Veronika Glatzners Projekt „Habenichtse“ im Fasanviertel einen Monolog zum Thema: mündet der Wiederverwertungstrend in eine neue Form des Kapitalismus?
Seit 2017 verfasst sie auch Artikel für die Salzburger Nachrichten
2019 verfasste sie das offensive Ein-Frau-Stück „Bullettproof“ über die Lust der Frau und ihre ständige Unterdrückung, das sie im Jänner 2020 im TheaterDrachengasse in Wien uraufführte und spielte.
2021 Neuausgabe von „Ich bin kein Papagei“ (Amalthea Verlag), für das sie das Nachwort verfasste
2022 schrieb sie ein Theaterstück über das Klimakterium der Frau, Titel “F*ING HOT!”, UA 2023 im Theater Drachengasse
Preise:
Nestroy für die beste Off Theater Produktion 2001, zahlreiche weitere Nominierungen
Stipendien:
2020 COVID 19 Arbeitsstipendium der MA 7 für Roman „Amanda liebt es…“
2020 Einmaliges Arbeitsstipendium vom BMK IV/A/5, für Roman „Tanzen unten ohne“
2023 DramatikerInnen Stipendium der Stadt Wien für “F*ING HOT!”
Werkliste:
1997 „Hundert Gründe eine Diva zu werden“, UA Rabenhof
2001 „Das Kistenmädchen“, UA Stadtinitiative Wien
2004 „Ab und zu kleine Gemütsschwankungen“, UA WUK
2008 „Monster“, UA Das OFF Theater
2009 „Myface – Liebe mich!“, UA Das OFF THeater
2014 „Skinned – Ohne Haut“, UA Das OFF Theater
2017 „INVIDIA – der Böse Blick“, UA Das OFF Theater
Monolog „Zwei Briefe“, UA Ganymed Female KHM
„Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, Autobiographie, Amalthea Verlag
2018 Monolog „willgeben“, UA Fasanviertel, Projekt „Habenichtse“
„Aloha“, Kurzgeschichte für Projekt Koffergeschichten zugunsten der Vinzi Rast
2020 „Bulletproof“, UA Theater Drachengasse
2021 „Neuauflage „Ich bin kein Papagei“, Essay, Amalthea Verlag
Aktuelle Produktion mit Grischka Voss _ Schauspiel/Text: „Lagerkollaps! inside/out“Tempora _Wien
In leerstehenden Erdgeschosslokalen und einem Self-Storge-Lagerhaus (MyPlace) zeigt der Verein TEMPORA – Verein für vorübergehende Kunst zum Thema „Self- Storaging“ die eigens für die Produktion verfassten Texte.
Diese gewähren Einblick in skurrile Innenwelten von angemieteten Lagerräumen, in denen Geschichten, Erinnerungen und Artefakte ein Eigenleben führen. In vier kurzen Monologen – gezeigt in vier verschiedenen (un)möglichen und tatsächlichen Self-Storages im 16. Bezirk – geben uns Einblicke in (alternative) Nutzungsmodelle der Selbst_Lagerung und bieten Einblick in Beweggründe und Auswüchse der externen Lagerung von persönlichen und nützlichen Dingen.
Mit „Lagerkollaps! inside/out“ taucht TEMPORA in die Welt der Lagerräume der Stadt ein. Gemietet, aber nicht bewohnt, fensterlos und trocken sind sie Hort, Schatzkammer, Abstellkammer und für manche Rückzugs- oder gar Aufenthaltsorte. Wozu brauchen wir zusätzlichen Raum und was erzählen uns mögliche und unmögliche Nutzungsformen über Lebens- und Konsumweisen der Stadtgesellschaften? Mit „Lagerkollaps inside/out“ nähert sich TEMPORA künstlerisch einem urbanen Phänomen (das einen Wandel der Arbeits-, Lebens- und Wohnrealitäten der Städter:innen deutlich macht): der steigenden Nachfrage nach Self- Storage- Lagerräumen, also dem vermehrten Bedarf nach mehr (Lager-)Raum in der Stadt.
Als Theaterspaziergang angelegt, bewegt sich das Publikum anhand eines Plans frei von Spielort zu Spielort im 16. Bezirk und trifft in tatsächlichen und möglichen Lagerräumen auf vier ganz unterschiedlichen Protagonist:innen, die uns an der Erfahrung der Selbst_Einlagerung teilhaben lassen.
Geboren 1968 in Neunkirchen, NÖ. Lebt und arbeitet in Wien als Korrektor und Schriftsteller. Schreibt Prosa, Lyrik und Drama. Mehrere Einzelpublikationen, diverse Beiträge in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie im Feuilleton. Mitglied der GAV, des Literaturkreises Podium und seit 2021 im Vizevorstandsvorsitzender des Österreichischen Schriftsteller/innenverbands.
Einzelpublikationen:
„Brammer sieht Schwarz und sie lesen etwas“ (Triton, 2002)
„96 – das fremde buch in mir“ (uhudla-A, 2006)
„Die Wucht des Banalen“ (2012) und „Almabtreibung“ (2014, beide Kitab, Klagenfurt)
„Knappe Titel“, gemeinsam mit Rudolf Kraus (Verlagshaus Hernals, 2021)
„Klopfzeichen aus der Vergangenheit“ (Verlagshaus Hernals, Herbst 2023)
Preise und Auszeichnungen (u. a.):
Die Goldene Margerite 2004, Alois-Vogel-Preis 2014
Projektstipendium 2016/17 des BMUKK
Mehrere Arbeitsstipendien des Kulturministeriums
Fotos_S/W-Foto Matthäus Anton Schmid; Farbfoto: Rudolf Kraus, Bearbeitung: Armin Baumgartner
Ein Jahr bringt Vertrautes wie Überraschungen und öffnet Momente der Sehnsucht. Es gut hier Begleiter:innen zu haben, die Momente der Freude, Inspiration, Mut schenken wie vielleicht Wege öffnet. Literatur kann ein solcher Begleiter sein.
Der Literaturkalender der edition momente ist schon ein traditioneller begeisternder Impulsgeber, der sowohl in literarisch-biographischen Kontexten wie auch ganz besonderen Fotografien von Schriftsteller:innen in Vertrautem überrascht.
„Ein verlässlicher literarischer Jahresbegleiter, der vielseitig inspiriert!“
Der Literatur Kalender 2024. Momente der Sehnsucht. Hg. von Elisabeth Raabe. Gestaltet von Max Bartholl. Edition momente.
Lieber Daniel Angermayr, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Erstmal Kaffee und Zigaretten, davor geht gar nichts. Dann entweder ins Theater, oder frei changierend zwischen Hausmann, Vater von 3 Kindern, Künstler, Ehemann und neuerdings auch Kraftlackel.
Abends koch ich und wir essen alle gemeinsam, da sitzen wir dann oft länger, das finde ich sehr schön.
Daniel Angermayr, Bühnen- und Kostümbildner
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nicht nur jetzt, sondern immer besonders wichtig ist die kleinste gesellschaftspolitische Zelle, die Familie. In ihr werden alle Anlagen gelegt: Wie gehen die Eltern miteinander um? Wie bewältigen sie Konflikte und Krisen? Als Elternteil ist man erstes Role Model einer zukünftigen Gesellschaft. Das ist nichts für schwache Nerven.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich sehe eher ein Land im kollektiven Krisenstress als in Aufbruchstimmung, in dem man vor der Ratlosigkeit in die Mission flieht, vor der Angst in die Radikalisierung, deswegen ja, warum nicht mal bei den Taliban nachfragen wie´s bei denen so läuft. Und was das alles mit Kunst zu tun hat, erklärt uns dann Karlheinz Stockhausen.
Was liest Du derzeit?
Derzeit nur Zeitungen…
„Vernichten“ von Houellebecq liegt noch halb gelesen auf dem Schreibtisch.
Und „The Idle Parent“ von Tom Hodgkinson ist meine Empfehlung für eigentlich alles.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Versteckt nicht eure Töchter – erzieht eure Söhne!
Vielen Dank für das Interview, lieber Daniel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater/Bühnen-, Kostümprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Daniel Angermayr, Bühnen- und Kostümbildner
Zur Person _Daniel Angermayr
*1974 in Vöcklabruck / OÖ
studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst in Wien und arbeitet als Bühnen- und Kostümbildner an Theater- und Opernhäusern ua. in Wien, Berlin, Oslo, Reykjavik, Bayreuth, München, Dresden, Stuttgart, Frankfurt, Bochum, oder Mannheim. Er war Bühnenbildner von Christoph Schlingensief (ua. für „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen von 2004 bis 2007 gemeinsam mit Thomas Goerge) und arbeitet aktuell mit Regisseur*innen wie Thorleifur Örn Arnarsson, Fanny Brunner, Thomas Goerge, Malte C. Lachmann, Hermann Schmidt-Rahmer, oder Una Thorleifsdottir
Ausstellungen seiner fotografischen Arbeiten waren in Wien, Hamburg, Frankfurt, Linz, Vöcklabruck oder Attersee zu sehen.
Daniel Angermayr lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Wien und Alt-Lenzing.