„Sinnliche Sinnsuche“ Marjeta Angerer, Textilkünstlerin _ Köttmansdorf/Kärnten 27.5.2023

Liebe Marjeta Angerer-Guggenberger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Einerseits routiniert, anderseits unvorhersehbar. Notwendiges passiert am Tag, Gewolltes, Künstlerisches in der Nacht.

Marjeta Angerer-Guggenberger, BA _
Textilkünstlerin, Textildesignerin, Gelegenheitsschreiberin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Falsche Prioritäten vermeiden, weniger Irritationen zulassen – oder herbeiführen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Gründe für Politikverdrossenheit beseitigen, sich der Eigenverantwortung nicht entziehen, Angriffslust mindern. Kunst ist die Plattform für dafür geeignete Fragestellungen. Sinnliche Sinnsuche.

Marjeta Angerer-Guggenberger _ „Band/Breite“ –
textil-visuelle Reflexion von „mea ois wia mia“_ Gastland Österreich _ Buchmesse Leipzig 2023_

Zur Installation Band/Breite – einer visuellen Reflexion von „mea ois wia mia“ _ Gastland Österreich _ Buchmesse Leipzig 2023_
Ausdrucksvielfalt, Bedeutungszuschreibungen, Erzählformen, Übersetzung, Verwandlung. Am Schnittpunkt zwischen gesprochener und visueller Sprache bewegen sich die eigenen Bilder im Kopf. Die unterschiedlichen Sprachen, die uns zur Verfügung stehen, bedingen vielschichtige Erzählweisen. Diese lassen sich immer auch querverbinden. Die vernommene Sprache transformiert sich so zur eigenständigen Sinndimension.

Vom „Material der Sprache, aus der man eine Form herausholt“ sprach Ferdinand Schmatz in Katja Gassers Rosa Salon. In jenem Moment erschien so das fertige Bild im Kopf, das mir
eine Umsetzung in visueller Sprache wert war. Anna Marwan sagte neulich, sie denke „in Wolken mit Wörtern befüllt“, und müsse diese stets in gesprochene Sprache übersetzen. Wörter und Sätze beschreiten in meinem Tun den umgekehrten Weg – und finden dabei ihren eigenen Ausdruck. Der Sprachgebrauch kann beglückend sein, langweilig, träge, verstaubt, überlegt, überdreht, inhaltsleer, eigenwillig, korrekt, unkorrekt, ästhetisch, humorvoll, frech, überraschend, weiteres mehr und ja, auch gewalttätig.
Gesagtes macht was mit uns. Schon ein Buchtitel kann bereits ein Genuss sein – wie zuletzt mein Lieblingsroman von Minu Ghedina „Die Korrektur des Horizonts“. Welche Kraft eine Redewendung an den Tag legen kann, wird hier für mich überdeutlich. Wenn das Gesagte, das Geschriebene wie ein Schlüssel die Türe zu der eigenen inneren Landschaft aufsperrt, auftut, dann spätestens wird wohl die Bedeutsamkeit der Sprache und der Literatur für unser Menschsein in allem Umfang manifest.

„Ich bin ich, weil du du bist“, sagte zuletzt Dževad Karahasan im Dialog mit Katja Gasser. Die Installation zeugt vielleicht auch, in der Weise ihres Entstehens, von der Richtigkeit seiner Aussage. Wenn jemand etwas tut, was Andere zur Reflexion, zum Weitertun oder gar dem weiteren Entfalten anregt, dann passiert wohl das Wertvollste, was wir mit Sprache erreichen können – Inspiration, Vergnügen und Sinnstiftung.

Marjeta Angerer-Guggenberger 17. 4. 2023

Marjeta Angerer-Guggenberger _ „Band/Breite“ – textil-visuelle Reflexion von „mea ois wia mia“_ Gastland Österreich _ Buchmesse Leipzig 2023_

BAND/BREITE
kurze Ideenbeschreibung
Der hier offene, raumgebende/raumlassende Rahmen steht für tradiertes, verschrobenes, schräges, gescheites und sonstwie beschaffenes Österreich, in dem sich das Menschsein, die Vielfältigkeit der hier Lebenden, sowie die vielschichtige und kreative Bandbreite, die hierzulande hörbar, lesbar und sichtbar vorzufinden ist, dann doch entfalten kann/darf/soll/will/muss/etc. Eben: „mea ois wia mia“
Die in diesem Fall vorwiegend gestaltende weibliche Schaffenskraft wird hier durch die etwas „aus der Zeit gefallene“ Dirndloptik augenzwinkernd thematisiert und spielt so mit den herkömmlichen Zuschreibungen und Klischees rund um alles, was das ach so Österreichische sein sollte.

Was liest Du derzeit?

Die Korrektur des Horizonts von Minu Ghedina. Verpuppt von Ana Marwan. Und einige Fachbücher.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich bin ich, weil du du bist.“ Dzevad Karahasan

Vielen Dank für das Interview liebe Marjeta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Marjeta Angerer-Guggenberger, BA _
Textilkünstlerin, Textildesignerin, Gelegenheitsschreiberin

Zur Person_Marjeta Angerer-Guggenberger, BA_ geboren 1963 in Ljubljana. Textilkünstlerin, Textildesignerin, Gelegenheitsschreiberin. Abschluss MA visuelle Kultur im Juli 2013 AAU Klagenfurt. Früher in Wien, lebt zurzeit in Köttmannsdorf bei Klagenfurt

Fotos_Marjeta Angerer-Guggenberger


18.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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Bachmannpreis 2023 _ „Ich habe mich total gefreut, und ich feiere immer noch“ Jacinta Nandi, Schriftstellerin _ Berlin 26.5.2023

Bachmannpreis 2023    Teilnehmer:innenvorstellung:

Jacinta Nandi, Schriftstellerin _ Berlin

Jacinta Nandi, Schriftstellerin

Liebe Jacinta Nandi, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung!

Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion? Wie wird jetzt gefeiert?

Ich glaube das war vor einem Monat oder so- Mithu hat mich angerufen. Ich habe mich total gefreut, und ich feiere immer noch.

Mit welchem Text kommst Du nach Klagenfurt?

Zeitmaschine

Die Lesung ist wesentlicher Teil der Textpräsentation. Welche Performance dürfen wir da von Dir erwarten?

Ich lese ganz normal, ohne Schnickschnack und so. Ich habe gehört, dass manche andere Bewerber*innen Schauspielunterricht nehmen? Das werde ich nicht machen, ich werde das so vom Blatt lesen wie ich immer bei Poetry Slams oder Lesebühnen lese! Und ich werde versuchen so Deutsch wie möglich zu klingen natürlich.

Wie sieht Deine Vorbereitung jetzt aus?

Ich meditiere und esse nur Eiweiß – nur Spaß. Ich versuche nicht zu verrückt zu werden und übe den Text so, dass ich so deutlich wie möglich spreche und so Deutsch wie möglich klinge.

Auf was freust Du Dich schon besonders?

Ich glaube seit meinem ersten Kind, geboren 2004, war ich nie so lange ohne Kinder in einem Hotel. Ich freue mich drauf! Vor der Lesung selbst habe ich Angst natürlich. Ich bin jemand, der richtig schlimmes Lampenfieber kriegt, ich hoffe, dass die Zuschauer*innen es nicht mitkriegen

Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Bachmannpreis 2023    Teilnehmer:innenvorstellung:

Jacinta Nandi, Schriftstellerin _ Berlin

Zur Person_Jacinta Nandi wurde 1980 in London geboren und lebt seit 2000 in Berlin. Für die taz schrieb sie die Kolumne »Die gute Ausländerin«, außerdem publiziert sie regelmäßig im Missy Magazine und der Jungle World. Sie war Mitglied der Lesebühnen Rakete 2000 und Die Surfpoeten. Zuletzt erschienen von ihr die Bücher Die schlechteste Hausfrau der Welt (2020) und WTF Berlin – Expatsplaining the German Capital (Satyr 2022).

Aktueller Roman_Jacinta Nandi „50 ways to leave your Ehemann“. Nautilus Flugschrift. 2022 Nautilus Edition.

Jacinta Nandi „50 ways to leave your Ehemann“. Nautilus Flugschrift. 2022 Nautilus Edition.

Nautilus Flugschrift, Originalveröffentlichung. Broschur, 232 Seiten.

Erschienen September 2022

978-3-96054-303-9 20,00 €

Foto Portrait_Andi Weiland

Bachmannpreis 2023 _ von 28. Juni bis 2. Juli finden die 47. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt.

Walter Pobaschnig 5/23

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Bachmannpreis 2023 _ „eine Mischung aus Euphorie und Ehrfurcht“ Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien 26.5.2023

Bachmannpreis 2023    Teilnehmer:innenvorstellung:

Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Anna Felnhofer,  herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung!

Vielen lieben Dank! Es ist eine große Ehre und Chance, dabei sein zu dürfen!

Anna Felnhofer
Schriftstellerin, Wissenschaftlerin,
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin


Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion? Wie wird jetzt gefeiert?

Zunächst hat mich eine positive Rückmeldung zum Text erreicht, aber noch keine offizielle Einladung. Ein wenig musste ich also zittern, bis die Einladung dann auch definitiv ausgesprochen war. Meine erste Reaktion war eine Mischung aus Euphorie und Ehrfurcht. Und nun feiere ich die Tatsache, dass ich diese Nachricht nach Monaten des strikten Schweigens endlich auch mit anderen teilen darf.

Mit welchem Text kommst Du nach Klagenfurt?

Mit dem Gewinnertext hoffentlich 😉 Aber Spaß beiseite: Ich darf leider nicht allzu viel darüber verraten, außer vielleicht, dass der Text mit dem Roman, an dem ich derzeit arbeite, zu tun hat.

Die Lesung ist wesentlicher Teil der Textpräsentation. Welche Performance dürfen wir da von Dir erwarten?

Ich würde es nicht unbedingt Performance nennen 😉 Im besten Fall werde ich meine Nervosität einigermaßen im Griff haben und die Lesung vielleicht sogar ein bisschen genießen können.

Wie sieht Deine Vorbereitung jetzt aus?

Nerven bewahren, ruhig bleiben, nach allen Seiten hin wappnen. Vor allem versuche ich, was ich im Studium und in der Ausbildung zur Klinischen Psychologie gelernt habe, nun im Selbstversuch umzusetzen.

Auf was freust Du Dich schon besonders?

Auf die Begegnung mit den anderen Autorinnen und Autoren und den Jurorinnen und Juroren wie auch generell mit Akteuren aus der Literaturszene, auf das (hoffentlich) ausgelassene Miteinander und den Sprung in den See. Und natürlich: Auf das Gefühl danach, diese ganz besondere Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Herzlichen Dank!

Klagenfurt _ Herrengasse
Klagenfurt _ Lendkanal
Klagenfurt _ Wörthersee

Bachmannpreis 2023    Teilnehmer:innenvorstellung:

Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien

Zur Person_Anna Felnhofer, geb. 1984 in Wien, Studium der Psychologie in Wien und Warschau, Promotion 2015. Arbeitet als Wissenschaftlerin und Klinische Psychologin an der MedUni Wien und ist Gründerin und Leiterin eines Virtuellen Realitäts-Labors (PedVR-Lab) (PedVR-Lab [HYPERLINK: https://kinderklinik.meduniwien.ac.at/paediatrische-psychosomatik/pedvr-lab/]) sowie auch Gründerin und Mitherausgeberin der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift Digital Psychology [HYPERLINK: https://ejournals.facultas.at/index.php/digitalpsychology]. Zu ihrem wissenschaftlichen Werk zählen zahlreiche Publikationen in internationalen Journalen sowie die Herausgabe von vier (Lehr-)Büchern (UTB, BELTZ).

Parallel dazu veröffentlicht sie Erzählungen und Kurzprosa in literarischen Zeitschriften. Im Jahr 2018 war sie auf der Shortlist des FM4 Wortlaut Kurzgeschichten-Wettbewerbs und gewann 2020 den Emil-Breisach Literaturpreis der Akademie Graz (2. Platz, Preis der Energie Steiermark AG). Ihr Debütroman „Schnittbild“ (Luftschacht, 2021, [HYPERLINK: https://www.luftschacht.com/produkt/anna-felnhofer-schnittbild/]) erhielt die Buchprämie der Stadt Wien, wurde mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis 2021 ausgezeichnet und für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises Debüt 2021 nominiert. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2023 liest sie auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.

homepage Anna Felnhofer : https://www.annafelnhofer.at/

Foto_Nina Rechnitzer

Aktueller Roman_Anna Felnhofer „Schnittbild„. Roman, 336 Seiten. Luftschacht Verlag 2021.

Anna Felnhofer „Schnittbild„. Roman, 336 Seiten. Luftschacht Verlag 2021.

Hardcover
12,8 * 20,8 cm
ISBN 978-3-903081-86-4
€ 24.00 [D], € 24.00 [A]

2. Auflage erschienen am 30. März 2023
1. Auflage erschienen am 30. März 2021 (Vergriffen)

auch als E-Book erhältlich
ISBN 978-3-903081-87-1

ausgezeichnet mit dem
Franz-Tumler-Literaturpreis 2021

nominiert für:
Österreichischer Buchpreis 2021 
Debüt

Anna Felnhofer: Schnittbild

Bachmannpreis 2023 _ vom 28. Juni bis 2. Juli finden die 47. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt.

Walter Pobaschnig 5/23

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„Gestern noch ans „Nie-wieder“ geglaubt“ Patricia Falkenburg, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Köln 26.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gestern noch ans „Nie-wieder“ geglaubt und dann doch wieder

In den Aberwitz. Erneut und wieder in die

Verwirrung imperialen Irrsinns. Verzweiflung, Verbrechen und kein

Entrinnen. Könnten wir entrinnen: all der Wut und uns selbst.

Patriotisches Morden und Vaterlandvokabeln den entkinderten

Eltern, die auf Schlachtfeldern verwaisen, weil

Abermals ein skrupelloser Diktator auf Soldatenleibern tanzt im

Cäsarenwahn und den Tod mästet mit Leichenbergen.

Erneut und wieder. Dabei hatten wir das, das hatten wir zu oft, schon zu oft. – Utopie:


Anfangen. Einfach anfangen, unverzagt anfangen, end gültig mit dem Töten aufzuhören.


Chance: den Friedfertigen eine Chance geben, den

Hass zu besiegen, die Habgier. Und die Angst. Auch die

Angst, die uns immerzu blendet, verblendet. Als wüssten wir nicht, was Krieg ist.

Neinsagen. Lernten wir doch endlich Neinsagen, menschenweit, im entscheidenden Moment:

            „Nein: ich töte meinen Nachbarn nicht.“ Und:

            „Niemals wieder Krieg. Mit mir nicht.“ Und:

            „Nein: ich töte nicht.“ Und die Utopie wagen um Wandel wie

Change. Und so ändern, die Weltgeschichte ändern ein für allemal bis zum

End gültigen Frieden.


Patricia Falkenburg, 15.5.2023

Patricia Falkenburg, Schriftstellerin, Bildende Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Patricia Falkenburg, Schriftstellerin, Bildende Künstlerin

Zur Person_ Dr. Patricia Falkenburg wurde 1961 in Mannheim geboren und wohnt mit ihrer Familie in Pulheim bei Köln. Sie ist promovierte Naturwissenschaftlerin, Lyrikerin und Fotokünstlerin und veröffentlicht seit 2015 Gedichte in deutscher und englischer Sprache, Fotovisualisationen und Lyrik-Videos. Texte in zahlreichen Anthologien, Zeitschriften und online-blogs, disziplinen-übergreifende Zusammenarbeit mit Kolleg:innen in unterschiedlichen Kunstprojekten. Falkenburg ist als Literaturfachbeirätin Mitglied des Bundesvorstands der GEDOK, sowie Mitglied der gzl, des Künstlervereins 68elf, der Literaturszene Köln, der Kölner Autorengruppe FAUST und des ARE, und im PEN Freundes- und Förderverein. Einzelveröffentlichungen: „in unsern Mündern lodern Zungen“, Kulturmaschinen-Verlag, Freiburg 2023; LyrikHeft Nr 24 „Portugiesische Notizen“, Sonnenberg-Presse Chemnitz, 2019.

www.patricia-falkenburg.com

Foto_©Isa Falkenburg

Walter Pobaschnig _ 15.5.2023

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„dass die Menschen wieder den (schwarzen) Humor und die Selbstironie entdecken“ Sabina Naber, Schriftstellerin _ Wien 26.5.2023

Liebe Sabina Naber, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Derzeit atypisch, da ich gerade eine Schreibpause einlege, um meinen Kopf wieder einmal frei zu bekommen. Stattdessen beschäftige ich mich stark mit meinem zweiten künstlerischen Standbein, der Fotografie – Aufarbeiten der Frühjahrsausstellung, Vorbereiten eines größeren Auftrags und Planen einer Herbstausstellung. Dazwischen gehe ich bzw. fahre ich Fotografieren, weil ich gerade an einem Projekt über Österreichs Landeshauptstädte arbeite. Und Ausgleich finde ich in meinem jüngst gepachteten Garten, den ich zu gestalten beginne.

Sabina Naber, Schriftstellerin und Fotokünstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Derzeit fände ich es wichtig, dass die Menschen diese Hysterie in Bezug auf alles und jeden, die um sich gegriffen hat, etwas ablegen, sowie dass sie ihre Ohren entstöpseln, um einander wieder zuhören und jenseits der virtuellen auch die reale Welt mitbekommen zu können. Das bereitet nicht immer Spaß, was mir klar ist, aber die unzähligen kleinen Blasen, die sich gebildet haben, sind weder für den einzelnen noch für die Gesellschaft auf Dauer von Vorteil. Denn wir brauchen einander. Und ich fände es substanziell notwendig, was mit dem Beenden der Hysterie Hand in Hand geht, dass die Menschen wieder den (schwarzen) Humor und die Selbstironie entdecken. Entspannung täte uns gut, im Stress löst man selten Probleme, weil man durch den Tunnelblick nur beschränkt denkfähig ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich bin mir nicht sicher, welche Rolle die Kunst mittelfristig einnehmen kann, da ihr im Moment gerade zunehmend Maulkörbe verpasst werden. Sittenwächter und -wächterinnen aus den unterschiedlichsten Lagern versuchen gerade zu bestimmen, was gesagt/getan/gezeigt/dergleichen werden darf oder nicht (siehe Hysterie oben). Glattgebügeltes verbreitet sich. Doch ich denke, Kunst lässt sich nicht auf Dauer den Mund verbieten. Ich hoffe es zumindest.

Was liest Du derzeit?

„Eine Geschichte aus zwei Städten“ von Charles Dickens.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Etwas Wienerisches: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Vielen Dank für das Interview liebe Sabine, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Sabina Naber, Schriftstellerin und Fotokünstlerin

Zur Person_Sabina Naber arbeitete nach ihrem Studium in Wien u.a. als Regisseurin, Journalistin und Drehbuchautorin. 2002 startete sie ihre schriftstellerische Laufbahn, mittlerweile sind etliche Romane und unzählige Kurzgeschichten erschienen (Friedrich-Glauser-Preis 2007 und Nominierung für den Leo-Perutz-Preis 2013 und 2021). Seit Kurzem ist sie auch als Fotokünstlerin tätig.

www.sabinanaber.at

Aktuelle Bucherscheinung_Sabina Naber, Leopoldstadt. Kriminalroman. Emons Verlag.

Tödliche Hitze in Wien

Wien 1966: Ein ehemaliger Besatzungssoldat wird ermordet aufgefunden. Die US-Botschaft will ihn nicht kennen. Wurde er wegen seiner Hautfarbe umgebracht? Oder haben die geheimnisvollen Treffen in einem Hotel etwas mit seinem Tod zu tun? Auf der Suche nach Hinweisen begegnet Chefinspektor Wilhelm Fodor ehemaligen Kämpfern im Spanischen Bürgerkrieg, deutschen Nazis, Südtirol-Aktivisten und liebenden Frauen. Die entscheidende Frage aber ist: Verfolgt ihn der schwarze Mercedes tatsächlich, oder leidet er unter Paranoia?

Sabina Naber, Leopoldstadt. Kriminalroman. Emons Verlag.
Broschiert
13.5 x 20.5 cm
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-1136-5
13,00 € [DE] 13,40 € [AT]
Erscheinungsdatum: 22. April 2021

https://emons-verlag.de/p/leopoldstadt-4624

Foto_Michael Haberle

29.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunsttheorie“ Locher, Hubert. Von der Antike bis zur Gegenwart. Beck Verlag.

Menschliches Leben ist immer Bewegung und Ausdruck. Sucht nach Weg und Sinn. Kunst ist dabei ein wesentliches Momentum in Wahrnehmung, Erfahrung, Reflexion und existentiellem wie gesellschaftlichem Impuls.

Ist Kunst wesentlicher Teil der Menschheitsgeschichte, so ist dies ebenso die Reflexion des Kunstprozesses. Wie und wo beginnt nun erste theoretische Reflexion und Konzeption? Wie gestaltete sich dies in der Antike und den folgenden Jahrhunderten und welche Debatten gab und gibt es da?

Hubert Locher, Professor für Geschichte und Theorie der Bildmedien und Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte/Bildarchiv Foto Marburg an der Philipps-Universität Marburg, legt ein Überblickswerk zur Kunsttheorie vor, das in 14.Kapitel – von Definitionszugängen zu Kunst/Begriff, Theoriebildung in der Geschichte, Formen der Proklamation/Akklamation, Kunst und Politik, Kunstkritik der Gegenwart – wesentliche Theorietopoi öffnet, erläutert und auch zahlreiche Impulse zu Reflexion und Gespräch gibt.

Ein umfangreicher Anhang zu Literatur und Persönlichkeiten/Werk bietet die Möglichkeit weiterer Vertiefung.

„Ein informatives wie spannendes und impulsgebendes Grundlagenwerk zur Kunsttheorie!“

„Kunsttheorie“ Locher, Hubert. Von der Antike bis zur Gegenwart. Beck Verlag.

ISBN: 978-3-406-80011-5 Erscheint am 12. Mai 2023

592 S., mit 60 Abbildungen, Hardcover

Walter Pobaschnig  5/23

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100.Geburtstag Maria Callas „Ihre Energie erinnert an die einer Raubkatze“ Miriam Fontaine, Schauspielerin _Wien 25.5.2023

_ Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas
Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 
100. Geburtstag Maria Callas

Liebe Miriam Fontaine, welche Bezüge gibt es von Dir zu Maria Callas?

Ich erinnere mich, dass meine Großmutter früher Maria Callas gehört und immer sehr ehrfürchtig von dieser großen Sängerin gesprochen hat. Wahrscheinlich verbinde ich deshalb alte Fotografien und Aufnahmen von Callas mit meiner Großmutter, so wie sie in meiner Kinderheitserinnerung ist.

Wenn man im künstlerischen Bereich tätig ist kommt einem dieser Name natürlich auch immer wieder unter. Eine meiner ersten Gesangslehrerinnen hat sie im Unterricht immer wieder herangezogen und Beispiele für ihre Technik genannt.

Du bist Schauspielerin, Sängerin. Wie siehst Du die Bühnendarstellung von Maria Callas?

Da kommen mir Opulenz und toupiertes Haar im Stil der 1960er in den Sinn. Maria Callas hat die Bühne beherrscht.Sie war eine Erscheinung. Sie wurde ja „Tigerin“ genannt,. ich finde das sehr passend. Ihre Energie erinnert an die einer Raubkatze.

Was macht für Dich die Aura der „Callas“ aus?

Nun-es umgibt sie etwas Majestätisches. Sie erinnert mich an eine griechische Göttin. Eine Diva, im wahrsten Sinn des Wortes. Anmutig, stolz, schön aber nie glatt. Der komplexe Charakter und die seelischen Abgründe sind spürbar. Unglaublich interessant, man kann den Blick kaum von ihr wenden.

Gibt es ein bestimmtes Musikstück, das Du hervorheben möchtest und warum?

Es gibt eine Aufnahme von 1962 in Hamburg-Habanera aus Bizet´s Carmen. Callas ist von Anfang an auf der Bühne während das Orchester bereits minutenlang spielt. Ihre Präsenz, ihre Haltung, wie sie mit dem Publikum kokettiert-sie „performt“ von Anfang an. Dann irgendwann beginnt sie (endlich) zu singen mit dieser unglaublichen Leichtigkeit und Unaufgeregtheit. Stolz, cool, singt mal eben eine Arie im Vorbeigehen, so wirkt das ein bisschen. Das finde ich schon sehr beeindruckend und amüsiert mich auch weil sie so glamourös-lässig wirkt.

Wie siehst Du Maria Callas in ihrem künstlerischen Weg, ihrer Entwicklung?

Soweit ich weiß hat sie bereits sehr früh gesungen und ist öffentlich aufgetreten. Ihr Talent wurde erkannt, es gab Förderer und es begann diese unfassbare Karriere , die wohl sehr intensiv, und stürmisch war.

Maria Callas und die Liebe. Kunst und Leben. Wie sieht da die Wechselwirkung aus?

Wie die Wechselwirkung zwischen Kunst und Leben in Maria Callas Fall ausgesehen hat vermag ich nicht zu sagen. Ich würde meinen generell kann das Eine das Andere beflügeln, erweitern, inspirieren, bereichern aber bestimmt auch negativ beeinflussen. Je nachdem.

Was lässt Liebe gelingen?

Gute Frage, lieber Walter.

Das kann man natürlich nicht pauschal beantworten aber ich glaube jedenfalls, dass es wichtig ist, offen und neugierig zu bleiben. Immer wieder aufeinander zuzugehen, bewusst in Kontakt zu bleiben, sich überraschen zu lassen. Dass man sich mit Respekt begegnet und einander zuhört. Der Wille langfristig und immer wieder an sich zu arbeiten-individuell und als Paar. Der Wille zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Verbindlichkeit ist sicher genauso wichtig wie Freiraum. Ich persönlich halte wenig von symbiotischen Beziehungen-man muss auch für sich bleiben (können).

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Es war für mich immer schon klar, dass ich einen künstlerischen Beruf ausüben werde. Tanz war eine große Leidenschaft, Musik ebenfalls, eine Zeit lang hab ich viel gezeichnet und gemalt. Nach und nach hat sich herauskristallisiert, dass es Schauspiel ist, wo ich mich am meisten hingezogen fühle. Auf der Bühne und vor der Kamera.zu stehen-beides erfüllt mich gleichermaßen.

Wie siehst Du Möglichkeiten für das Schauspiel derzeit in Wien, Österreich?

Es herrscht jedenfalls wieder „Normalbetrieb“, die pandemischen Zustände sind glücklicherweise passé. Auch in der Filmbranche gibt es einen regelrechten Aufschwung. Es liegt etwas von Neustart und „Volle Kraft voraus“-Haltung in der Luft.

Was möchtest Du kommenden Schauspieler:innen mit auf Ihrem Weg mitgeben?

Wenn man sich für diesen Beruf entscheidet, weil es einfach keine Alternative für einen gibt, ist Beständigkeit sehr sehr wichtig. Neben der Leidenschaft für den Job sind Selbstdisziplin und ein dickes Fell von Vorteil. Dass man den Weg mit einer ruhigen Kraft geht.

Was kannst Du von Maria Callas auf Deinen künstlerischen Weg mitnehmen?

Ich finde Künstler*innen, die es schaffen einen zu berühren, immer sehr inspirierend. Also wenn jemand sein Handwerk beherrscht und eine Geschichte erzählt, einen Menschen darstellt, der sein Inneres preisgibt – durch welche Art der Darstellung auch immer, dann kann man etwas für sich mitnehmen. Bei Maria Callas war das definitiv der Fall.

Was sind Deine kommenden Projektpläne?

Worüber ich im Moment etwas sagen kann ist, dass ein Musikprojekt mit einem Singer/Songwriter in den Startlöchern steht. Da sind wir gerade dabei ein Konzept, ein Repertoire zu erarbeiten.

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Meisterhaft

Apart

Royal

Inspirierend

Atemberaubend

Charakterstark

Atypisch

Leibhaftig

Leidenschaftlich

Ausdrucksstark

Superb

Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _
acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas

Vielen Dank, liebe Miriam Fontaine, für das wunderbare Fotoshooting& Interview und viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

100. Geburtstag Maria Callas _ 2023

Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien __acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris)

http://www.miriamfontaine.com/miriam_fontaine/welcome.html

Alle Fotos&Interview_ Walter Pobaschnig

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„Kunst revolutioniert den Geist“ Miriam Mercedes Vargas Iribar, Tänzerin _ Wien 25.5.2023

Liebe Miriam Mercedes Vargas Iribar, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich halte jeden Tag eine spartanische Disziplin ein. Neben meiner Arbeit als Tänzerin und Schauspielerin im Odeon Theater trainiere ich Kungfu (Taiji), lese, bete und studiere unentwegt.

Miriam Mercedes Vargas Iribar und Mercedes Miriam Vargas Iribar,
Balletttänzerinnen, Künstlerinnen

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Der Frieden.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Zu allen Zeiten war die Kunst ein einzigartiger Zufluchtsort für die Seele. Ich glaube, dass sie auch in Zukunft ein sehr starkes Ausdrucksmittel sein wird, das den Geist revolutioniert.

Was liest Du derzeit?

– „Der Beweis“ (Agota Kristof)

– „Nicholas Nickleby“ (Charles Dickens)

– „Die Kunst der Erdung“ (Tony Rey García)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 „Wenn du eine edle Gesellschaft erlangen willst, musst du in dich selbst eintauchen“.

Epikur

Vielen Dank für das Interview liebe Miriam Mercedes Vargas Iribar, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine/Eure großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Miriam Mercedes Vargas Iribar und Mercedes Miriam Vargas Iribar,
Balletttänzerinnen, Künstlerinnen

5 Fragen an Künstler*innen:

Miriam Mercedes Vargas Iribar, Balletttänzerin, Künstlerin

Zur Person/Personen_Mercedes Miriam Vargas Iribar und Miriam Mercedes Vargas Iribar, (Balletttänzerinnen, Künstlerinnen)

geb. 1971 in Guantánamo/ Kuba. 1984 besuchten sie die Kunstakademie (ENA) in Havanna. Ausbildung als Tänzerinnen und Tanzpädagoginnen. Schwerpunkte: Moderner Tanz, afrokubanische Folklore und Klassisches Ballett. Seit 1996 und 1999 sind sie ständige Mitglieder des Serapions Ensembles im Odeon Theater Wien.

Miriam Mercedes ist zusätzlich Meisterin der chinesischen Kampfkunst Tai Ji Quan und hat in China den 7. Grad des Kung Fu verliehen bekommen.

Mercedes Miriam hat parallel zum Theater, an der Universität Wien studiert. 2012 hat sie das Diplomstudiums in Romanistik/ Literaturwissenschaft und 2017 das Doktoratsstudiums in Romanistik/ Sprachwissenschaft, erfolgreich angeschlossen. Seit 2019 ist sie als Dozentin für Bewegungslehre an der Filmacademy Wien tätig. Des Weiteren arbeitet sie im Bereich Transkription und Übersetzungen für Kinofilme.

Beide wurden 2023 von der Regisseurin Jacqueline Kornmüller und dem Schauspielern und Produzenten Peter Wolf für das Ganymed-Bridge Stationstheater eingeladen mit dem Stück „Wie die Welt schmeckt“.

Fotos_Alexandra Stanic

21.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gegenwärtig“ Timna Brauer, Musikerin _ Give Peace A Chance _ Wien 25.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

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Timna Brauer, 14.5.2023

Timna Brauer, Musikerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Timna Brauer, Musikerin

Zur Person_Timna Brauer, geboren in Wien, Tochter von Neomi, einer jemenitischen Israelin und dem österreichischen Maler Prof.Arik Brauer verbringt Timna Brauer ihre ersten Lebensjahre in Paris.

Matura am Wiener Lycée Francais, Gitarre, Klavier und Gesangssausbildung (Wiener Konservatorium). Anschließend Studium der Musikwissenschaften an der Pariser Sorbonne und Meisterkurse in Klassik: Elisabeth Grümmer, Simon Baddi, Jazz: Christiane Legrand- CIM Paris, Indischer Gesang: Prof. Javheri,München.

Gemeinsam mit dem israelischen Jazz-Pianisten Elias Meiri gründet Timna Brauer 1985 ein Ensemble. Schwerpunkte: Cross Over, Chansons Kinderprogramme und vor allem Jüdische Musik in all ihren Facetten. Ihr aktuelles CD-Projekt – Chant for Peace -wurde im Frühjahr 2015 von der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Gemeinsam mit den Zisterziensermönchen von Heiligenkreuz singt Timna Brauer jüdische Sakralmusik und gregorianische Choräle.

Mitte der 1990-er Jahre leitete sie an der Wiener Musikuniversität die Abteilung für Jazzgesang. Mit dem Ensemble Modern Frankfurt war die Künstlerin als Jenny in Kurt Weills Dreigroschenoper u.a. beim Schleswig Holstein-Musikfestival sowie beider MusikTriennale Köln erfolgreich, weiters als Evita im gleichnamigen Musical auf der Sommerseebühne Klagenfurt. Ebenso interpretierte sie die Golde im Musical Anatevka im Schloss Kittsee sowie im Jahr 2015 im Stadttheater Bozen.

https://www.brauer-meiri.com/

Foto _ http://www.art.waldsoft.at/

Walter Pobaschnig _ 14.5.2023

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„Liebe“ Frau Tistic _ Give Peace A Chance _ D 24.5.2023

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Frau Tistic, 15.5.2023

Frau Tistic, Künstlerin

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Frau Tistic, Künstlerin

Zur Person_Frau Tistic hatte gerade erst Geburtstag, im Sinne des Wortes, sie kam gerade erst auf die Welt. Sie ist Künstlerin und neurodivers, neurotisch, exotisch, Aspergerin, Ängstlerin, Angeberin, obsessiv, naiv, aktiv, dativ, manchmal vielleicht fantastisch, aber sicher immer autistisch. Frau Tistic schreibt über das Frausein. Mit Autismus. Ohne Autismus. Das Frausein als Mutter. Als Künstlerin. Als Alternde. Als Alberne. Frau Tistic zieht jede Woche Themen, Interviews, Artikel, Studien, Menschen aus ihrem Koffer und fasst das jeden Freitag zusammen, zu einer Art Wochenschau, vielleicht auch Nabelschau, wir werden sehen. Frau Tistic selbst sieht nicht mehr so gut, sie lebt und liebt irgendwo in den Vierzigern, hat Kinder und ein Leben vollgestopft bis oben hin, wie der Koffer, den sie mitschleppt. Und bis oben hin hat sie manches auch satt, auch darüber will sie schreiben, manches reicht ihr dermaßen. Manches nicht. https://www.facebook.com/FrauTistic/

Foto_privat

15.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

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