Liebe Maureen Reitinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Momentan sind meine Tage gefüllt mit Familie, Freundinnen, Arbeit, Ausbildungsseminaren, Praktikum und meinem Essay Mut, wenig Freizeit, dafür viel wundervolles Neues.
Maureen Reitinger, Autorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zusammenrücken, weg vom Trennenden, hin zum Verbindenden. Hinsehen und nicht wegsehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Wir brauchen beides um mutig, neugierig, offen aber auch entschlossen in die Zukunft zu gehen. Die Wissenschaft, die uns Erkenntnisse und Fakten liefert und die Kunst, um uns unsere Imaginationsräume zu bewahren. Beides bildet eine Synergie, beim Beantworten unserer Sehnsucht, die flüstert „Da ist mehr.“
Was liest Du derzeit?
Chimamanda Ngozi Adichie, Dream Count
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Mut brüllt nicht immer nur. Mut kann auch die leise Stimme am Ende des Tages sein, die sagt: Morgen versuche ich es nochmal.“
Mary Anne Radmacher
Vielen Dank für das Interview, liebe Maureen, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buch-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Maureen Reitinger, Autorin
Zur Person:Maureen Reitinger, (she/her), in Wien geboren, lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich, HTL-Abschluss in Betriebsmanagement & Produktionstechnik. Jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit bei der Caritas und VinziPort. Feministin. Mutter. Großmutter. Leidenschaft für Kunst und Kultur, Kommunikation und Menschen. Absolviert gerade das Psychotherapeutische Propädeutikum.
Aktuelle Buchneuerscheinung von Maureen Reitinger:
„Wenn wir an Mut denken, haben wir sofort spektakuläre Leistungen oder außergewöhnliches Engagement vor Augen. Aber wie viel Mut braucht es für den ganz normalen Alltag? Wen sehen wir gesellschaftlich als mutig an, und wer beweist tatsächlich tagtäglich den meisten Mut? Und was bedeutet es überhaupt, mutig zu sein?
Diesen Fragen geht Maureen Reitinger auf den Grund, wenn sie sich an das Thema Mut in all seinen Facetten herantastet und uns einlädt, unser eigenes Verständnis davon neu zu denken. In ihrem persönlichen, inspirierenden Essay holt sie Alltagsheld:innen vor den Vorhang und erkundet, was unsere Vorstellung von Stärke mit dem Patriarchat und Kapitalismus zu tun hat.
Stellen wir den Mut auf die Probe. Erlauben wir uns den Blick auf den alltäglichen, kleinen Mut, der nur allzu häufig übersehen wird.“ (Pressetext/Verlag)
Station bei Mutzenbacher _ performing_Katrin Fuchs, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ Fotos: Walter Pobaschnig 5/25
„Josefine Mutzenbacher“ _ Der Buchtitel eines 1906in Wien in Privatdruck erschienen Buches „Josefine Mutzenbacher oder die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt“ hat eine ganz besondere gesellschaftskulturelle Wirkungsgeschichte und ist gleichsam zu einem Angelpunkt moderner Sexual-, Aufklärungs- und Moralgeschichte geworden, der etwa in den 1970er Jahren als plakativer Trigger von Publikationen wie Softpornos große Breitenwirkung und Wirkungen erzielte ohne auf den Text selbst, die Voraussetzungen des Milieus der Entstehung und dessen sozialkulturelle Substanz, einzugehen. So bliebe und bleibt bis heute größtenteils der Name „Mutzenbacher“ als vielfältige Projektionsfläche im persönlichen wie gesellschaftlichen Unbewussten.
Die vorliegende Edition, fußend auf einem 2016 von Clemens Ruthner organisierten und geleiteten Symposium im Wien Museum und der darauffolgenden Edition im Sonderzahl Verlag, geht nun in hervorragender wissenschaftlich-kritischer Weise dem Text, der Textüberlieferung, der Worterklärung wie der Autorenschaftsfrage nach. Hier wird ein absolut neuer Standard des Zuganges zu einem zu wirkmächtigen wie tabuisierten Text gesetzt, der hoch zu loben ist.
In diesem wunderbaren wissenschaftlichen Rahmen ergibt sich nun ein vielseitig interessanter wie spannender Zugang zu einem Text, der in so vielem noch Entdeckungen bietet und gesellschaftliche Tabus auch über 100 Jahre nach seiner Entstehung.
„Eine hervorragende wissenschaftliche Edition einer der spannendsten, wirkmächtigsten wie tabuisiertesten literarischen Texte moderner Gesellschaftsgeschichte.“
Station bei Mutzenbacher _ performing_Katrin Fuchs, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ Fotos: Walter Pobaschnig 5/25
Josefine Mutzenbacher. Kritische Ausgabe nach dem Erstdruck mit Beiträgen von Oswald Wiener. Sonderzahl Verlag.
Herausgegeben von Clemens Ruthner, Herausgegeben von Matthias Schmidt, Herausgegeben von Melanie Strasser, Beiträge von Oswald Wiener
424 Seiten,16,5 x 23 cm
September 2021
ISBN 978-3-85449-575-8
€34,00
Walter Pobaschnig 5/25
Fotos: Station bei Mutzenbacher _ performing_Katrin Fuchs, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ Walter Pobaschnig 5/25
V iel Leid und Kummer gibt es auch hinter den schönsten Fassaden
E rreiche die Menschen mit deinem Herzen und der Art und Weise wie du mit ihnen umgehst
P aare sind nicht immer so ehrlich zueinander, wie sie es sich wünschen
E ltern lieben dich für immer und ewig
A ußer sie sind seelische Wracks geworden _gemacht worden
Christ*in sein heißt nicht, dass du deshalb ein guter Mensch bist
E hen können schön sein, jedoch nicht immer für das Ehepaar
A romen wecken Erinnerungen in uns
C lowns lassen Kinderherzen lachen
H eute und hier ist das Leben
A nekdoten bereichern unser Leben
N arren sind nicht bösartig
C ircus ist Balsam für die Seele
E rzähle dir selbst hin und wieder schöne Erinnerungen aus deinem Leben
Klaus Ditz, 6.5.2025
Klaus Ditz_Schauspieler
GIVE PEACE A CHANCE
Klaus Ditz, Schauspieler _ Wien.
Foto Portrait Klaus Ditz_Ulrik Hölzel
Weitere Fotos: Portrait sw_Marie-Luise Schottleitner _Sopranistin, Schauspielerin und Gesangspädagogin _ Wien und „Undine geht“ Motiv/Rosen_Yasemin Cetinkaya, Schauspielerin, Regisseurin _ Wien : Walter Pobaschnig
Michael Mazohl, Autor _ Wien _ vor der Gedenksäule vor dem Kindheits-/Jugendhaus von Hansi Lang in Wien/Hernals Schauspieler, Musiker _ Wien _ Foto_Walter Pobaschnig, folgende.
Michael Mazohl, Autor _ Wien _ vor der Gedenksäule vor dem Kindheits-/Jugendhaus von Hansi Lang in Wien/Hernals Schauspieler, Musiker _ Wien _ Foto_Walter Pobaschnig, folgende.
Der Autor im Wohnhaus von Hansi Lang
Die 1980er Jahre. Ein Jahrzehnt, das in der Gegenwart ein vielfältiges revival erlebt. Etwa in der Mode, der Musik…auch in der Politik?
Michael Mazohl, Wiener Autor, Studium derDigitalen Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, als Journalist im Bereich Wirtschafts- und Sozialpolitiktätig, wirft nun einen umfassenden wie kritischen Blick auf die gesellschaftspolitischen wie -kulturellen Prozesse, Ereignisse wie Nachwirkungen eines Jahrzehnts, das sich vor allem in enormer gesellschaftlicher Bewegung (Aufbruch, Vergangenheitsbewältigung, Fall des „Eisernen Vorhanges“ in Europa) kennzeichnete.
Pointiert referenziell zum soundtrack dieser Zeit (etwa „99 Luftballons“ Nena) geht der in den 80er Jahren geborene Autor von den großen gesellschaftlichen Skandalen dieser Zeit in Österreich (AKH, Noricum) wie den parteipolitischen Umbrüchen (Aufstieg FPÖ) und den neuen wirtschaftsliberalen Ansätzen dieses Jahrzehnts (Übergang von der verstaatlichten Industrie) aus und geht dabei mit großer Sachkenntnis wie spannender Zusammenschau vor, so dass Leserin und Leser mittenhinein in ein Panoptikum der Zeit blicken können und mit vielen Überraschungen belohnt werden.
„ „Ich spiele Leben“ – Österreichs 1980er Jahre am großartigen gesellschaftspolitischen Seziertisch, der gleich neben der Musicbox steht – genial!“
Michael Mazohl, Autor _ Wien _ vor dem Kindheits-/Jugendhaus von Hansi Lang in Wien/Hernals Schauspieler, Musiker _ Wien _ Foto_Walter Pobaschnig.
„Die scheiß 80er-Jahre“ Michael Mazohl. Kremayr&Scheriau Verlag.
Hardcover, gebunden
200 Seiten, Format 13,5 x 21,5
1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2025
25,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01460-1
E-Book
ISBN: 978-3-218-01461-8
Fotos_ „Station bei Hansi Lang“ _Walter Pobaschnig/Wien 4_25
Zur Person:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin, studierte Visuelle Kommunikation. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin in Berlin. In ihrem 2008 gegründeten Damm und Lindlar Verlag verlegt sie vor allem Kunstbände.
Seit 2010 schreibt sie Romane und Erzählungen. Mit monumentalen Schriftbildern ihrer Texte, die in Ausstellungen und Künstlerbüchern zu sehen sind, verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin in Berlin.
Ihr bei DRAVA im März 2025 erschienener Roman »Die Poesie des Buchhalters« ist Ulrike Damms viertes belletristisches Werk.
Liebe Ulrike Damm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens mehrere Stunden schreiben. Danach ist jeder Tag anders.
Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wir alle folgen unseren kleinen Alltagsmodellen. Aber es sind nur Modelle. Weder sind sie absolut, noch reine Wahrheiten. Es sind Spiegelungen unseres Gegenübers, bei denen es immer um die Beziehung zu anderen Menschen geht und um die Umgebung, in der wir leben: Wir setzen uns ins Verhältnis. In allem, was wir tun, vergleichen wir, wägen ab, lernen voneinander, beziehen Stellung. Das müssen wir auch, denn nur so funktioniert die Sache, genannt Gesellschaft.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Abgrenzung hilft uns nicht. Ausgrenzung, als Hauptziel unserer Sprache und Weltsicht, auch nicht. Wir brauchen Unvoreingenommenheit und die Einsicht, dass unterschiedliche Modelle innerhalb eines Lebens nebeneinander existieren können. Feiern wir also die Vielschichtigkeit und die Möglichkeit, besonders dadurch wach und offen ein reiches Leben zu führen. Dazu kann Kunst und Literatur treibende Kraft sein.
Ich zum Beispiel, schreibe und lese vor allem, um das Eigene im Anderen und das Andere im Eigenen zu erfahren. Insofern ist künstlerisches Schaffen immer ein einziges Infragestellen an alles, was wir ‚Welt‘ und ‚Leben‘ nennen. Wir brauchen diesen eigenen Zweifel, um Erfahrungen, die als bewährt gelten und allzu selbstverständlich in unseren Hirnen hausen, immer wieder hinters Licht zu führen.
Was liest Du derzeit?
Helene Bracht „Das Lieben danach“, eine eindringliche Schilderung persönlicher Erfahrung und ein aufklärerisches Buch über die lebenslange Prägung von sexuellem Kindesmissbrauch. In dieser Unerbittlichkeit war mir vieles erschütternd neu.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es will alles gut durchdacht sein, auch wenn es Unsinn ist.“
aus „Die Poesie des Buchhalters“, Ulrike Damm, 202
Vielen Dank für das Interview, liebe Ulrike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin
Zur Person:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin, studierte Visuelle Kommunikation. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin in Berlin. In ihrem 2008 gegründeten Damm und Lindlar Verlag verlegt sie vor allem Kunstbände.
Seit 2010 schreibt sie Romane und Erzählungen. Mit monumentalen Schriftbildern ihrer Texte, die in Ausstellungen und Künstlerbüchern zu sehen sind, verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin in Berlin.
Ihr bei DRAVA im März 2025 erschienener Roman »Die Poesie des Buchhalters« ist Ulrike Damms viertes belletristisches Werk.
Ich stehe mit großen Augen vor ihr und überlege, warum lernen die Menschen nicht dazu?
Verzweifelt versuche ich Argumente zu bringen und an den rationalen Verstand zu appellieren
Echos von Hass und Gewalt scheinen die Antwort zu sein
Panisch versuchen große und mächtige Menschen, das zu bewahren was eh verloren ist
Ekelhaft sind sie in ihrer Selbstgefälligkeit
Aggression hat nichts mit Stärke zu tun
China macht es vor und überholt uns alle in wirtschaftlichen Dingen
Etliche Menschen, die eigentlich ruhig schienen, drehen völlig durch obwohl wir in keinem Kriegsgebiet sind
Angst ist ein gutes Geschäft
Chirurgisch scheint ihr Vorgehen zu sein, alles zu sezieren was uns lieb und teuer ist
Hass hat nichts mit rationalen Denken zu tun
Anonymität bewirkt auch dass es egal ist, wenn man da gerade getötet hat
Narzissmus ist ganz schlecht für die Politik.
Canada und USA
Egomanen fallen immer
Janine Zehe, 4.5.2025
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
GIVE PEACE A CHANCE
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Aktuelle Theaterproduktion mit Janine Zehe: „Warte, bis es dunkel ist“ Krimi von Frederick Knott _ Theater-Center-Forum, Porzellangasse 50, 1090 Wien _ Laufende Vorstellungen
Ensemble: Elisabeth Kofler, Iris Pollak, Marion Rottenhofer, Benjamin Lichtenberg, Edward Lischka, Nagy Vilmos, Florian-Raphael Schwarz und Janine Zehe. Bühne: Erwin Bail
Fotos _ Portrait: privat;
Walter Pobaschnig: Motiv „Hand/Löwenzahn“ Station bei Undine; Sylvia C. Künstlerin _ Wien und „Warte bis es dunkel wird“.
Liebe Janine Zehe, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Vom Hauptberuf her bin ich Bibliothekarin in der Hörbücherei des Blinden und Sehbehindertenverbandes Österreich. Da stehe ich morgens auf, fahre mit dem Taxi hin (habe frisch eine MS diagnostiziert bekommen und deswegen ist das mit Öffis gerade ein bisschen schwer) und absolviere da meine 20 Wochenstunden Arbeit, das tue ich sehr gern, Kollegen und Arbeit sind einfach super. Dann komme ich heim, habe Arzttermine oder tue was sonst so anliegt, oder bin als Sprecherin für Christoph im Theater tätig, was so anliegt. Ich liebe auch in meiner Freizeit das Hören von Hörbüchern und auch mit Freunden mache ich non kommerzielle Hörspiele. Auch dort bin ich als Sprecherin und Regisseurin im Einsatz.
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube besonders wichtig für uns alle ist, mehr Toleranz zu zeigen. Und etwas flexibler in unseren Arbeitsabläufen zu sein, denn künstliche Intelligenz und andere Umbrüche werden unser Arbeitsumfeld verändern, und zwar nachhaltig. Auch werden wir uns auf den Klimawandel einstellen müssen und wir sollten alle dringend die Tiere, die Natur und das Klima wieder mehr achten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Schauspiel und Kunst waren von jeher dafür da, Menschen auf Bewegungen in der Gesellschaft oder gegebenenfalls auf Missstände aufmerksam zu machen. Wir sind die Stimme, die zwar keiner hören will, die jetzt aber umso wichtiger wird, wenn Populisten durch die Gegend brüllen.
Was liest Du derzeit?
Viertens ich lese gerade, eigentlich immer wieder, verschiedene Bücher. Von Thriller über Krimi bis hin zum Liebesroman oder auch manchmal ein Kinderbuch. Derzeit lese ich die Leopardin von Ken Follett.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„wenn der letzte Baum gerodet ist, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen werdet ihr verstehen, dass man Geld nicht essen kann.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Janine, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Aktuelle Theaterproduktion mit Janine Zehe: „Warte, bis es dunkel ist“ Krimi von Frederick Knott _ Theater-Center-Forum, Porzellangasse 50, 1090 Wien _ Laufende Vorstellungen
Ensemble: Elisabeth Kofler, Iris Pollak, Marion Rottenhofer, Benjamin Lichtenberg, Edward Lischka, Nagy Vilmos, Florian-Raphael Schwarz und Janine Zehe. Bühne: Erwin Bail
Fotos _ Portrait: privat; „Warte bis es dunkel wird“: Walter Pobaschnig
Yoko Ono. Einer der klangvollsten Namen in der Kunst der Moderne.
Die 1933 in Japan geborene und danach in London und New York lebende Künstlerin gilt als bahnbrechender Angelpunkt innovativer wie engagierter Kunst etwa in den Bereichen Feminismus und Frieden. Ihre Werke und Aktionen wie multiästhetischen Kooperationen zählen zu den bedeutendsten Meilensteinen der Kunstgeschichte.
Wie ihre Kunst so erregte auch ihre 1969 in Gibraltar geschlossene Ehe mit John Lennon, Musiker (Begründer der Beatles, *9.10.1940 Liverpool +8.12.1980 New York) großes Aufsehen. Hier fanden zwei Liebende wie zwei Kunstgenies zueinander und diese Kreativität zeigte sich in zahlreichen Musik-, Kunstprojekten – etwa der Aktion „war is over if you want it“ mit legendären Plakataktionen und weltweiten Pressekonferenzen „bed ins“.
Nach dem Tod von John Lennon blieb die zweifache Mutter bis heute künstlerisch aktiv und begeistert nach wie vor mit Innovation und Überraschung wie Retrospektiven ihrer so beeindruckenden Laufbahn in Ausstellungen weltweit.
David Sheff, erfolgreicher US-amerikanischer Autor,legt nun eine sehr beachtenswerte Biografie vor, die sowohl den künstlerischen wie biografischen Werdegang Yoko Onos in umfassender Recherche öffnet – viele selbstgeführte Interviews seit den 1980er Jahren – und fundiert wie spannend durch ein unvergleichlich aktives, kreatives wie engagiertes Leben führt. Zahlreiche Fotos begleiten diese umfassende Biografie einer ganz außergewöhnlichen Persönlichkeit.
„Eine spannende biographische Reise in ein unvergleichlich kreatives, mutiges und engagiertes Kunstleben!“
Zur Person Yoko Ono: Yoko Onos (geb. 1933) Leben ist eine erstaunliche Reise. Es spannt den Bogen von ihrer Geburt als Tochter wohlhabender Eltern im Tokio der Vorkriegszeit über ihre erschütternden Erfahrungen als Kind während des 2. Weltkriegs bis hin zu ihrer Ankunft in der Avantgarde-Kunstszene in London, Tokio und New York. Yoko taucht tief ein in ihre Kunst, ihre Musik, kämpft für Feminismus und Frieden. Als Ehefrau von John Lennon wird sie zur öffentlichen Zielscheibe: viele Fans machten sie für das Ende der Beatles verantwortlich. Heute gilt sie als bahnbrechende Künstlerin mit Soloausstellungen in den führenden Museen der Welt.
Zum Autor/Buch:David Sheff ist international erfolgreicher Bestsellerautor (u.a. New York Times-Nummer-1-Bestseller Beautiful Boy, verfilmt mit Steve Carell und Timothée Chalamet). Seine journalistischen Arbeiten sind unter anderem in der New York Times, Outside, Rolling Stone, Wired und Fortune erschienen. Sein Artikel für die New York Times, »My Addicted Son«, wurde von der American Psychological Association als herausragender Beitrag zur Förderung des Verständnisses von Suchterkrankungen ausgezeichnet. Erstmals begegnete er Yoko Ono 1980 anlässlich eines Interviews mit ihr und John Lennon kurz vor dessen Tod. David Sheff lebt mit seiner Familie in Kalifornien.
1980 lernte David Sheff Yoko und John kennen, als er wenige Monate vor dessen gewaltsamen Tod ein ausführliches Interview mit den beiden führte. Nach dem Mord blieben Sheff und Yoko in Kontakt, während sie ihr Leben neu aufbaute, Drohungen und Verrat überlebte und weiter innovative und couragierte Kunst und Musik schuf, sich politisch engagierte. Basierend auf seinen Erfahrungen und Interviews mit ihr, ihrer Familie, ihren engsten Freunden, Mitarbeitern und vielen anderen gewährt uns Sheff einen sehr persönlichen Blick auf ein fast ein Jahrhundert umfassendes, höchst ungewöhnliches und bemerkenswertes Leben.
Liebe Marion Wolf, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich mag keine Routinen, deshalb ist jeder Tag bei mir anders. Im Moment habe ich viel Zeit, woran ich mich ehrlich gesagt noch gewöhnen muss.
Es gibt drei Dinge, die ich jeden Tag zu machen versuche: Meinen Körper zu bewegen, meinen Geist zu fordern und ein paar nette oder beruhigende Worte an mich selbst zu richten.
Marion Wolf, Violinistin, Sängerin, Komponistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zu lernen, zu schätzen. Und zwar nicht nur so larifari am Weihnachtsabend, wenn die Familie zusammen kommt- einmal im Jahr- sondern konsequent, einmal beim Aufstehen und einmal beim Schlafengehen, jeden Tag.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Sensibilität ist etwas, dass bei uns Menschen auf einer dramatisch breiten Skala unterschiedlich hoch oder niedrig ausgeprägt ist. Menschen mit einer Hochsensibilität brauchen kunstvolle Sprache, hochwertige Musik oder gutes Essen wie Luft zum Atmen oder Schlaf, und machen in der Unterscheidung der Wichtigkeit dieser Dinge auch keinen Unterschied. Anderen fällt das Blümchen am Wegesrand nicht auf, was sie auch nicht als Verlust empfinden.
Für diejenigen, die sich im oberen Bereich dieser Sensibilitäts-Skala einordnen ist die Kunst in all ihren Facetten der einzige Zufluchtsort, fast ein göttlicher Ersatz, man könnte eigentlich sagen, ihre Rolle sei heilig.
Als junger Mensch zerbrachen für mich Welten, weil ich nicht annehmen wollte (oder konnte) das andere ihre Umwelt nicht bis in ihre Tiefe spüren und verstehen wollten, kein Bedürfnis danach hatten. Nur 15% der Menschheit sei in der Lage, sich im Raum als Teil des Ganzen wahrzunehmen. Sobald man über diese Zahl auch nur ein wenig nachgedacht hat, kann man sich das Kopfzerbrechen über so Dinge wie den Klimawandel oder den globalen politischen Rechtsruck sparen, sie werden auf bizarre Weise irgendwie selbsterklärend. Ein waches Leben zu führen ist die größte Kunst von allen, aber die meisten Menschen sind nun mal nicht wach, auch nie gewesen, und mittlerweile sind wir einfach zu viele und es beginnt, aufzufallen.
Marion Wolf Quartett
Was liest Du derzeit?
Ich lese seit 2023 jeden Monat mindestens ein „literarisch wertvolles“ Buch; das war einer dieser Neujahrsvorsätze gewesen und ich glaube eigentlich der einzige, den ich in meinem Leben (bis jetzt) konsequent durchgezogen habe. Über Eva Menasse bin ich auf Christian Kracht gekommen; als erstes las ich „Imperium“. Das war noch 2024 – Eurotrash/Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten/1979/Die Toten/Faserland – die habe ich alle dann seit Jänner nacheinander gelesen. Ich bin ein großer Fan von ihm. Im Moment bin ich mitten im Leben eines Taugenichts von Eichendorff und danach kommt entweder Candide oder Heinz Strunks „der Goldene Handschuh“. Malina liegt auch noch bei mir herum und der erste Band von Vernon Subutex. Mich hat tatsächlich schon lange niemand mehr gefragt, was ich gerade lese, meinen Partner vielleicht ausgenommen, das freut mich irgendwie.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Vielleicht besteht das Erbe nicht in dem, was man bekommt, sondern in dem, was man tragen muss.“ – aus Krachts „Eurotrash“ (2021)
Marion Wolf, Violinistin&Sängerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Marion, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Marion Wolf, Violinistin, Sängerin, Komponistin
Zur Person:Marion Wolf
VIOLINE & GESANG, KOMPOSITION
Ich wurde 2000 in Wolfsberg, Österreich geboren. Im Alter von 12 Jahren begann ich mit dem klassischen Violineunterricht an der öffentlichen Musikschule und schloss nach nur 7 Jahren mit Auszeichnung ab. 2019 erhielt ich ein Stipendium der D’Addario-Stiftung für das Munich String Camp an der Musikhochschule München. Im selben Jahr wurde ich zudem in ein staatlich gefördertes Förderprogramm für talentierte junge Musiker:innen an der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik in Klagenfurt am Wörthersee aufgenommen. 2024 schloss ich mein Jazz Violine-Bachelorstudium bei Prof. Max Grosch mit Auszeichnung ab. Ich bin weiterhin im JazzGesang-Bachelor an derselben Institution bei Prof. Caroline DeRooj inskribiert. Zusätzlich absolvierte ich im Januar 2024 die staatliche Lehrbefähigungsprüfung mit Auszeichnung. Seit 2022 unterrichte ich Gesang, Violine und Improvisation in einem privaten Rahmen – für Kinder und Erwachsene aller Niveaus, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Mein aktuelles Projekt ist das „Marion Wolf Quartett“, für das ich das Programm komponiere und arrangiere. Seit Frühling 2024 arbeiten wir an unserem ersten Album. Ich schreibe Lyrik und Songtexte auf Englisch, Deutsch und im österreichischen Dialekt. Darüber hinaus singe ich auch auf Französisch und Portugiesisch. Musikalisch beschreibe ich mich gern als Chamäleon – seit 2014 singe und spiele ich in verschiedensten Besetzungen und Stilrichtungen wie Zeitgenössischem und Original Jazz, Funk, Pop, Latin, A-capella, R&B, Classic Rock, Afro, Weltmusik, Singer/Songwriter…
Ausbildung
Gustav Mahler Privatuniversität für Musik _BA Musical Performance Art, Jazz-Violine 2020 – 2024 ; BA Instrumental- & Gesangspädagogik, Jazz-Violine 2020 – 2024 ; BA Musical Performance Art, Jazz-Gesang 2021 – jetzt Musikschule Wolfsberg Musikschuldiplom für klassische Violine mit Auszeichnung 2012 – 2019 Bundesoberstufenrealgymnasium Wolfsberg _ Matura mit Auszeichnung 2014 – 2018 _ Musikhauptschule Wolfsberg 2010 – 2014
Das Marion Wolf Quartett ist das erste eigene Projekt der Kärntner Geigerin und Sängerin Marion Wolf (24). Die in Wolfsberg geborene Jazz-Musikerin hat die Formation bestehend aus Bassisten Luka Dobnikar (SLO), Pianisten Fabian Mang (AT) und Schlagzeuger Christoph Suttner (AT) 2023 gegründet. Im Mittelpunkt ihrer musikalischen Arbeit stehen die Eigenkompositionen und Arrangements der Bandleaderin. Die jungen MusikerInnen sehen ihre Wurzeln zwar stark im Jazz verankert, möchten ihre musikalische Arbeit jedoch lieber nicht in strikte Schubladen gesteckt sehen- ihr Programm verwendet unter anderem Elemente aus Latin, Hip-Hop, Blues, Pop, Free Jazz und Contemporary ECM. Was die Formation völlig einzigartig macht ist die Fähigkeit der Frontfrau Marion Wolf, den österreichischen Dialekt geschickt in einem modernen Jazz-Kontext zu integrieren. Mit ihren poetischen, themenreichen Texten strebt sie danach, einen frischen Wind in die Szene des österreichischen Vokaljazz zu bringen. Im Moment arbeitet die Formation an ihrem ersten Album, dass im Sommer 2024 erscheinen soll.