5 Fragen an Künstler:innen
Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien
Liebe Lilith Noah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe viel zu früh auf, vergesse zu frühstücken und radle in die Arbeit. Esse dort vor lauter Hunger eine Packung Kekse und mache am frühen Nachmittag Feierabend. Dann setze ich mich irgendwann an den Laptop und versuche zu schreiben, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Am Abend dann mit Liebesg’schichten und Heiratssachen oder anderen leicht verdaulichen Dingen ins Bett. Dazwischen manchmal ein bisschen Kultur und eine Prise Sport und ein gigantischer Stapel Bücher.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Eine riesige Menge an Empathie. Ein kleines bisschen Optimismus. Auch mal Zeit zum Weinen nehmen. Kebap mit extra scharfer Sauce bestellen. Sich selbst für Fehler vergeben (die Flecken, die man damit macht).
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Kunst und Literatur dürfen experimentieren, von der Norm abweichen, sollen Existenzberechtigung haben, ohne sich ständig beweisen zu müssen. Und was für die Kunst und Literatur gilt, sollte auch für Menschen gelten.
Was liest Du derzeit?
Ich bin gerade fertig geworden mit „Fiasko“ von Tony Tulathimutte – eine Sammlung an Kurzgeschichten, eine schockierender und sonderbarer als die andere, aber trotzdem habe ich diese einzigartigen Erzählungen geradezu verschlungen. Außerdem lese ich „Famesick“, die Memoiren von Lena Dunham, und als nächstes „Die Dichterin“, ein Roman von Özge Inan.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Einen Auszug aus einem Gedichtband namens „Bright Dead Things“ von Ada
Limón, das Gedicht heißt „Miracle Fish“:
(…)There was a sign and it said, This earth is blessed. Do not play in it. But I
swear I will play on this blessed earth until I die. (…)
Vielen Dank!

Zur Person/über mich: Maria Rohnefeld ist Lyrikerin und Künstlerin, sie schreibt und veröffentlicht unter dem Pseudonym Lilith Noah. Ihr erster Lyrikband „receipts“ wurde 2021 veröffentlicht, ihre Gedichte erschienen unter anderem in „Der Standard“ und waren Teil von Ausstellungen in Wien und Basel. 2024 erhielt sie das Startstipendium Literatur für ihr Projekt „die angst, dass alles anders wird die angst, dass alles so bleibt wie es ist“ – erschien 2026 im Czernin-Verlag und ist ihr deutschsprachiges Debüt.

Lilith Noah
die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist
Gedichte _
Czernin Verlag
ISBN: 978-3-7076-0913-4
Seiten: 80
Ausstattung: Softcover mit offenem Rücken und Fadenheftung Format: 12,5 x 19 cm
Preis Buch: Euro 20,00
»die angst, dass alles anders wird, ist unvermeidlich wie der sonnenaufgang oder kebabflecken auf der frisch gewaschenen bettwäsche«, notiert das lyrische Ich von Lilith Noah.
In ihren Gedichten, die auf Instagram mehr als 90.000 Menschen erreichen, gibt sie dem Lebensgefühl der Generation Z Ausdruck und schafft eine starke emotionale Nähe zu ihren Leser*innen, die sie mit Slogans wie »build your own poem« miteinander ins Gespräch bringt und zu Kompliz*innen ihrer Kunst erklärt.
Zu entdecken ist eine Autorin mit großer Sprachlust und einem unverwechselbaren Sound, die ein neues Publikum für Lyrik begeistert und zugleich einen überraschenden Blick auf die Zumutungen und Zukunftsängste unserer Gegenwart eröffnet.
Die Autorin auf Instagram: @lilithnoah
(Presseinfo Verlag) die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist (Gedichte) – Czernin Verlag – Bücher 25.9.2026
Buchpräsentation: Mittwoch, 30.09.2026, 19 Uhr
Lilith Noah _ die angst, dass alles anders wird …_
phil Cafe & Bookshop _ Gumpendorfer Straße 10 – 12, 1060 Wien Czernin Verlag – Termine

Fotos: Portrait_privat; Cover _ Verlag.
Walter Pobaschnig _ 25.9.2026