„Dass niemand in der Kunst auf einen wartet“ Mareike Fee Ruhmann, Schauspielerin _ Wien 16.12.2022

Liebe Mareike Fee, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag besteht meistens daraus, dass ich schaue was der Tag so zu bieten hat. Nach Corona hab` ich aufgehört zu planen. Ich stehe auf und schau erstmal wie es mir heute geht, dann mache ich meist etwas Yoga um körperlich wach zu werden und dann schreibe ich an meinem eigenen Projekt, denn was ich gelernt habe ist, dass niemand auf einen wartet und wenn man was Tolles machen will, muss man das manchmal selbst in die Hand nehmen, auch wenn’s schwer ist.

Den Rest des Tages verbringe ich am Liebsten mit Freunden oder ganz entspannt zuhause mit einer tollen Serie oder einem Film.

Mareike Fee Ruhmann,
Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Meiner Meinung nach, ist es für uns noch wichtiger geworden, aufeinander zu achten und füreinander da zu sein. Und unsere körperlichen und seelischen Grenzen zu sehen und zu pflegen. Wir sind keine Maschinen und sollten auch keine sein. Jeder ist anders, und mit mehr Mitgefühl und Kommunikation könnten wir alles erreichen, ohne dabei über Leichen zu gehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst, egal in welcher Form, wird oft als selbstverständlich hingenommen. Doch das ist sie nicht! Viele, auch ich, standen/stehen vor der Entscheidung, ob sie Ihre Kunst weiterverfolgen wollen, weil es ein Bereich ist, der unglaublich unsicher ist und Künstler*innen nicht wirklich Unterstützung erhalten.

Das wesentliche meiner Meinung nach ist, das Theater, Schauspieler*innen und Künstler*innen eine Sicherheit erhalten, so wie sie in anderen Berufen bereits vorhanden ist. UND das die Theater endlich mal Stücke spielen, wo es mehr Frauen Rollen gibt, weil es einfach viel mehr Frauen in diesem Bereich gibt! Es kann ja nicht sein, das immer noch 20 Männerrollen vergeben werden, aber nur 2 Frauenrollen. Weil auch Frauen können Männerrollen verkörpern. Ich hoffe, dass das dies bald gesehen wird und es einen Umschwung gibt.

Mareike Fee Ruhmann in „Inhumanity“ Film
Mareike Fee Ruhmann in „Ein Heldinnenepos“ Theater Arche/Wien _
folgendes

Was liest Du derzeit?

Ich lese gerade wieder die Bücherreihe „Game of Thrones“. natürlich auf englisch. Diese Bücher haben alles was ich mir von einer guten Geschichte wünsche. Spannung, Emotionen, Menschlichkeit und starke Charaktere. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich möchte gerne das Zitat aus Kung fu Panda mitgeben, weil es mir immer wieder den Stress nimmt und zeigt das alles zur richtigen Zeit kommt:

„yesterday is history, tomorrow is a Mystery but today is a gift.

That’s why we call it the present” -master oogway

Mareike Fee Ruhmann,
Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Mareike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mareike Fee Ruhmann, Schauspielerin

Fotos_1/5 Martin Jordan; 2/3/4 Mareike Fee Ruhmann/Theater Arche.

11.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ene mene muh“ Ana Drezga, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 16.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Google weiß nichts davon

Insider also:

Viele werden es (nicht) getan haben

Ene mene muh

PS:

Ein Hund ist kein Wolf

Außer vielleicht

Chao sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt

Ene mene muh und raus bist du

Anders gesagt:

Chapter X

Haters und Fuckers

Alleanderen sind unter 18 

No one aber wird innocent sein, so oder so

C wie Chance? eher aber Chaos

Ene mene muh und raus bist du noch lange nicht



Ana Drezga, 11.12.2022

Ana Drezga, Schriftstellerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ana Drezga, Schriftstellerin 

Zur Person_ANA DRZEGA 1984 in Bosnien geboren, in Oberösterreich aufgewachsen. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften an der Universität Wien. Ihre Theaterstücke waren u.a. im Volkstheater Hundsturm und am Deutschen Staatstheater Timisoara zu sehen. 2016 gewann sie den Hauptpreis der Exil Literaturpreise, 2017 den Wiener Werkstattpreis; Sonderpreis der Stadt Wien und 2020 war sie Finalistin des Irseer Pegasus.

Foto_Josef Diermair

Walter Pobaschnig _ 11.12.2022.

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„In jedem Menschen steckt ein Kind“ Zehava Khalfa, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 15.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Lieber Walter, Hier ist mein kleines Lied. Mein Bruder ist im Krieg gefallen. Das Lied wurde aus dieser Sicht geschrieben.


In jedem Menschen steckt ein Kind

Bete für seinen Papa

Er soll heute kommen

Er soll heute Abend zurückkommen

Der Krieg wird bald vorbei sein, sagt Mama jeden Tag

Er soll heute kommen

Lies mir eine Geschichte vor, nimm mich in den Arm

Und ich warte auf ihn

Jeder Mensch ist ein Kind

Ein kleiner Fötus

Im Bauch der Mutter

Das Äußere ist eine Lüge

Wir sind Kinder, die noch spielen wollen

Lass den Krieg enden

Lasst die Kinder wachsen

Lasst uns umarmen

Und Geschichte schreiben


Zehava Khalfa,
22.11.2022

Zehava Khalfa, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Zehava Khalfa, Schriftstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 22.11.2022.

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„nicht vergessen uns selbst etwas Gutes zu tun“ Caroline Hecht, Schauspielerin _ Wien 15.12.2022

Liebe Caroline, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Derzeit tatsächlich wie im Bilderbuch. Ich stehe auf, mache mich fertig, mache Yoga, frühstücke und mache mich an die Arbeit. Abends meist nochmals Sport, Abendessen und ein gemütlicher Abend auf der Couch oder ein spaßiges Abendprogramm oder ein Abend auf der Bühne.

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gelassen zu bleiben, Dinge, die sich nicht ändern lassen versuchen so zu nehmen, wie sie sind und nicht vergessen uns selbst etwas Gutes zu tun.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke ein gesunder Optimismus ist sicher hilfreich. Ich denke aus künstlerischer Sicht wird immer mehr möglich und vom Publikum positiv aufgenommen. Ein Aufschwung der Kreativität ist immer toll.

Was liest Du derzeit?

Im Antlitz des Bösen von Christl Lieben

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat, das mir schon in vielen Lebenssituationen geholfen hat:

Wo ein Tal ist, muss auch ein Berg sein.

Vielen Dank für das Interview liebe Caroline, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Musicalprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Foto_privat

2.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Oooh (s)he is so emotional!“ Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ Station bei Falco _ Wien 15.12.2022

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _
acting Falco _
65.Geburtstag Falco _Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Liebe Mara, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)?

Die erste „Begegnung“ mit Falco an die ich mich erinnere war 1998 als ich als Kind mit meiner Mutter im Auto gefahren bin und der Radio lief – dann plötzlich die Meldung „Falco ist tot! Autounfall“. Daraufhin wurde das Lied „Out oft the dark“ gespielt. Eine Tragödie für viele Leute, das bemerkte ich schnell. Hier war ein Mensch gestorben, der sehr viele in seinen Bann gezogen hatte. Falco war in den darauffolgenden Jahren für mich immer ein Bestandteil der österreichischen Musikszene gewesen – den kennt ma‘ halt. „Amadeus“, DER Erfolg weltweit – weiß ma‘ halt. Darüber hinaus hat mich seine Musik ehrlich gesagt lange nicht näher interessiert. Erst im Zuge einer Chorperformance in der Schauspielschule zum Thema „Falco“ begann ich intensiver zu recherchieren und war mehr und mehr fasziniert von seiner Wortgewandtheit und seinem ganz eigenen Stil mit der Stimme umzugehen.

Nun ein paar Jahre später an seinem letzten Wohnhaus in Wien angelangt, ist ein weiterer Bezugspunkt geschaffen. Ein wunderschönes Haus und sehr nette, offene Nachbarn, die einiges zu erzählen haben. Hier trifft man auf Hans Hölzel.

Was macht für Dich den Künstler Falco aus?

Seine Texte, seine Stimme, sein Rap, seine ganz eigene Körperlichkeit. Man muss ihn einfach ansehen – er zieht die Blicke auf sich. Zumindest in seinen Musikvideos und aufgenommenen Performances. Live konnte ich ihn leider nie zu Gesicht bekommen.

Gibt es Lieblingssongs Falcos für Dich?

Wiener Blut, Jeanny (1), Vienna Calling

Falco hatte hier seinen letzten Wohnsitz. Welche Eindrücke hast Du von diesem Ort und dessen Umfeld? Ist Dir dieses vertraut?

Die Wohnung hat natürlich eine super Lage, mitten im 7. Bezirk – würde ich auch nehmen😉. Man fühlt sich in diesem Haus sofort wohl, ich mag die Altbauatmosphäre. Außerdem durften wir auf zwei sehr nette Nachbarinnen stoßen, das hat bestimmt zum Wohlfühlen beigetragen. Diese Damen haben Falco „hautnah miterlebt“ und können einiges erzählen. Ich kann mir richtig vorstellen wie Falco in diesem Haus aus- und eingegangen bzw. oftmals vermutlich auch getorkelt ist. Bei dem ganzen Angebot von Lokalen in der unmittelbaren Umgebung, war Falco bestimmt viel unterwegs… Denn selbst gekocht hatte er angeblich selten. Mich würde vor allem einmal sein Musikstudio interessieren, welches er sich in der Wohnung eingerichtet hatte – wie es aussieht und die Akustik. Auf alle Fälle ist es spannend zu wissen, dass auch heute namhafte Künstler in diesem Haus (ja, sogar in seiner Wohnung) leben und somit ein gewisser kreativer Geist weiterexistiert.

Dieser Ort ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?
Die Kunstfigur Falco und die Person Hans Hölzl unterschieden sich stark voneinander, wie ich es durch diverse Erzählungen heraushören durfte. Falco bekannt als ein arroganter Gockel – selbstverliebt und unverwundbar. Hans Hölzel angeblich sehr ängstlich, perfektionistisch und mit tiefen inneren Abgründen. Er muss unter einem enormen Druck gestanden haben – Erfolg hat seine Schattenseiten. Zusätzlich dürfte seine (verbitterte) Mutter ihm das Leben auf keinen Fall leichter gemacht haben. Es gab also wie es scheint mehrere Abhängigkeiten in Falcos Leben, nicht nur den Alkohol. Wobei Falco hier bestimmt keine Ausnahme war. Geht es doch so vielen von uns ähnlich… Innere und äußere K(r)ämpfe… Wie damit umgehen? Bei Stars wird dies nur sichtbarer.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Eine weitreichende Frage…

Träume, sei es bei Tag oder Nacht, können mir helfen Rollen zu entwickeln bzw. können Inputs für einen kreativen Prozess liefern. Bei einigen sogenannten Lebensthemen bin ich noch dabei Strategien zu entwickeln, um einen besseren Umgang zu finden…  Angst z.B. ist eine besonders hartnäckige Weggefährtin die so viele Gesichter hat… Manchmal gelingt es mir bereits, dass ich sie für mich persönlich und meine künstlerischen Projekte nutzen kann (- manchmal aber nur manchmal…). Das sind dann besondere Momente und die Motivation etwas Neues anzugehen steigt.

„Oooh (s)he is emotional“!

Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?

Eine gewisse Selbstironie. Spaß an der Sprache. Mich nicht in einer eigens kreierten Kunstfigur zu verlieren. Meine eigene Körperlichkeit zu finden.

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Famous

Amadeus sings

Lovesongs for

Cocaine

Over and over

Vielen Dank, liebe Mara Christine, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _
acting Falco _
65.Geburtstag Falco _Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Station bei Falco_

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_acting Falco_

65.Geburtstag_Falco _ Sänger, Musiker _
 *19.Februar 1957 Wien +6.Februar 1998 Dominikanische Republik

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

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Walter Pobaschnig 12_22

„Genickschuss geht, wenn es einen Soldaten trifft“ Matthias Kröner, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Lübeck 14.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Genickschuss geht, wenn es einen Soldaten trifft

In den Bauch schießen nur, wenn es auf dem Feld geschieht

Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschehen nicht im Kampf

Ein Kopfschuss ist möglich, sofern es einen Heckenschützen erwischt

Panzer dürfen Städte und Dörfer einnehmen

Ein kriegsstrategischer Hinterhalt ist in Ordnung

Außer wenn er aus Heimtücke stattfindet

Chaotische Zustände sind unvermeidbar

Ein Gefangener hat Rechte, weshalb ungern Gefangene gemacht werden

Alles völlig logisch

Chemiewaffen sind verboten

Haben ja andere Möglichkeiten, die nicht verboten sind

Alle Soldaten wissen um diese Regeln

Niemand vergisst sie während des Einsatzes

Chinaböllerlautstarke Flächenbombardements sind legal

Eigentlich gibt es nichts zu beanstanden

Matthias Kröner, 23.11.2022

Matthias Kröner, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Matthias Kröner, Schriftsteller

Home – fairgefischt.de

Foto_Alex Lipp

Walter Pobaschnig _ 23.11.2022.

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„Man muss die Oper wieder auf die Füße stellen, klar und energisch“ Thomas Weinhappel, Heldenbariton _ Wien 14.12.2022

Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich probe derzeit in Bremerhaven an der Nordsee meine erste dramatische Baritonrolle, den Kaspar im Freischütz und beschäftige mich deshalb sehr viel damit, was Menschen dazu treibt, böser und böser zu werden, wie dies bei Kaspar der Fall ist, wie die Umwelt mit ihnen und sie mit der Umwelt umgehen. Da entwickeln sich enorm viele Gedanken, die mir tagtäglich durch den Kopf gehen und mich sicher auch noch nach der Premiere am 25.12.2022 nicht so schnell loslassen werden.

Bei all diesen doch sehr düsteren Gedanken ist es ein großes Glück, dass wir hier am Stadttheater Bremerhaven ein sehr positiv denkendes, grandioses Team haben, von den Kollegen über den Regisseur bis zur Dramaturgie sowie dem Orchester und dem Chor sind alle unglaublich engagiert und beschäftigen sich sehr tiefgehend mit ihren Aufgaben. Hier wird es einem Künstler – vielleicht mehr als sonst – ganz leicht gemacht, seinen Beruf zu lieben!

Thomas Weinhappel, Heldenbariton

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, dass es nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer besonders wichtig für uns alle ist, für einander da zu sein. Empathie, Rücksicht und etwas weniger Egoismus täten uns ebenfalls gerade jetzt wirklich gut.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Für mich ist Kunst – und da im Speziellen die Oper – nicht irgendwas neben dem eigentlichen Leben, sondern vielmehr wunderbarer Bestandteil unseres Seins, dh. man kann sie nicht abkoppeln, sondern muss sie wieder auf die Füße stellen, klar und energisch – für das Publikum, um es sehr ehrlich zu berühren und Empfindungen zu evozieren.

Gerade in schwierigen Zeiten ist dieses echte Berühren für KünstlerInnen und Publikum ganz besonders wesentlich, weil es von den vielen schwierigen, ungelösten Problemen weg- und zu wunderbaren Erfahrungen hinführt. Und diese Erfahrungen können Impulse dafür geben, Aufbruch und Neubeginn neu zu definieren und besser für uns alle zu gestalten.

Was liest Du derzeit?

Die Welt nach Wagner: Ein deutscher Künstler und sein Einfluss auf die Moderne von Alex Ross, Rowohlt Verlag, 2020

und Viva Verdi: Ein biografischer Opernführer von Georg Titscher, Amathea Verlag, 2012

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen!

Vielen Dank für das Interview lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Weinhappel, Heldenbariton

Zur Person:

https://www.thomasweinhappel.com/index.php/de/

https://www.thomasweinhappel.com/index.php/de/thomas/biografie

https://stadttheaterbremerhaven.de/musiktheater/programm/der-freischuetz/

Foto_Elena Prokhorova


30.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„eine Herausforderung nicht aus Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der Menschen unsere Menschlichkeit aufzugeben“ Berni Wagner, Kabarettist _ Wien 13.12.2022

Lieber Berni, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan ist mein Leben etwas stressig – ich hab während der Pandemie einen Job als Wissenschaftler angenommen und den mache ich aus Freude daran nach wie vor, auch wenn meine Auftritte inzwischen wieder alle stattfinden können. Also üblicherweise stehe ich auf, frühstücke – eine Banane – mache etwas Sport und fahr dann zur Arbeit. Auf dem Weg beantworte ich E-Mails die meine künstlerische Arbeit betreffen und betreue mein Social Media.

Dann arbeite ich sechs Stunden am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wenn ich damit fertig bin fahre ich entweder nach Hause und versuche dort noch etwas halbwegs Lustiges zu schreiben oder fahre zu einem anstehenden Auftritt. In den letzten Tagen war ich aber krank also hab` ich hauptsächlich geschlafen und Tee getrunken.

Berni Wagner, Kabarettist

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Darauf hab ich jetzt keine allgemein gültige Antwort… aber ich denke es wird wohl zunehmend eine Herausforderung nicht aus Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der Menschen unsere Menschlichkeit aufzugeben. Dabei wünsche ich uns allen viel Glück.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Kabarett, der Kunst an sich zu?

Dem Kabarett die Eröffnung neuer Perspektiven und die Versöhnung mit dem Scheitern. Der Kunst die Erhaltung der Uneindeutigkeit des menschlichen Erlebens.

Was liest Du derzeit?

Zum Zeitpunkt des Interviews stehe ich tatsächlich exakt zwischen zwei Büchern, das letzte war Alice in Wonderland von Lewis Carroll, gestern fertig gelesen. Das nächste wird „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor E. Frankl – beides Bücher die ich schon sehr lange lesen wollte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“And the moral of that is—’Oh, ‘tis love, ‘tis love, that makes the world go

round!’”

“Somebody said,” Alice whispered, “that it’s done by everybody minding their

own business!”

“Ah well! It means much the same thing”

Vielen Dank für das Interview lieber Berni, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kabarettprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Berni Wagner, Kabarettist

Zur Person _ Berni Wagner (Jg. 1991) kommt ursprünglich aus Oberösterreich. 2010 nach Wien übersiedelt gewann er mit Auszügen aus seinem ersten Programm “Schwammerl” 2013 den Grazer Kleinkunstvogel (Jury- und Publikumspreis) und steht seither auf Kabarettbühnen in Österreich und Deutschland. Von 2015 bis 2017 war er Ensemblemitglied in der “Langen Nacht des Kabaretts”. Inzwischen ist er auch immer wieder im Fernsehen zu sehen, neben aufgezeichneten Bühnenauftritten bei „Pratersterne“, „Im Vereinsheim“, dem „ORF Sommerkabarett“ oder dem „Kabarettgipfel“ auch im Rateteam der ORF Sendung “Was gibt es Neues?” oder als Außenkorrespondent in “Tagespresse aktuell”. Außerdem schrieb er für Comedy- und Kabarettformate auf Radio FM4 („Das magische Auge“) , Radio Ö3 und Ö1 Campus.

Im Juni 2021 hatte er im Wiener Kabarett Niedermair Premiere mit seinem vierten Soloprogramm “Galápagos”, und geht damit auf seine bisher größte Tournee. 2022 erhielt Berni für „Galápagos“ den Programmpreis des Österreichischen Kabarettpreises.

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Walter Pobaschnig _ 8.12.2022.

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„Gehen wir mit bestem Beispiel voran“ Marcel Miska, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ London 13.12.2022

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Gehen wir mit bestem Beispiel voran,

Indem wir selbst ein Beispiel für andere sind.

Vergangenheit muss uns ein Lehrer bleiben – 

Ein Wegweiser.

Pioniere des Friedens, die sich

Einlassen auf die Ansichten anderer.

Avantgardisten, die ohne Waffen in eine

Colorierte Welt vorschreiten und sich bewusst selbst

Erlauben, glücklich zu sein.

Angefangen bei jedem von uns selbst finden wir die nötige

Charakterstärke und das Vertrauen, dass wir mit

Hoffnung, Mut und Liebe 

Alle gemeinsam etwas bewegen können.

Nicht nach Fehlern und Schuld in den Anderen suchen, sondern die

Chancen ergreifen und zu lernen, um mit

Etwas Verständnis dem Frieden ein Stück näher zu kommen.

Marcel Miska, 5.12.2022

Marcel Miska, Schriftsteller,
Schauspieler, Musiker, Synchronsprecher

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Marcel Miska_Schriftsteller, Schauspieler, Musiker, Synchronsprecher

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Walter Pobaschnig _ 5.12.2022.

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„Ein Lächeln auf der Welt“ Eva Reichl, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Ried/Riedmark 12.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gewalt keine Chance geben

Indem wir miteinander reden

Von Angesicht zu Angesicht

Ein Lächeln schenken

Patronen bleiben im Gewehr

Ein Anfang ist gemacht

Andersdenkende gehen aufeinander zu

Chancen werden ergriffen

Ein Lächeln geschenkt

Andersdenkende erfahren Hoffnung

Chancen werden zu Taten

Hoffnung wird Leben

Andersdenkende zu Freunden

Niemand mehr allein

Chance wird Frieden

Ein Lächeln auf der Welt


Eva Reichl, 11.12.2022

Eva Reichl, Schriftstellerin   

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Eva Reichl, Schriftstellerin  

Zur Person_Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und neben ihrer Beschäftigung als Controllerin entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat, das wunderschöne Mühlviertel, in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah.

www.eva-reichl.at

Foto_Lisa Reichl

Walter Pobaschnig _ 11.12.2022.

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