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Fotografie, Literatur, Theater, Film, Kunst. Mail: walter.pobaschnig8@gmail.com

„Peter Grant – Ein Leben für Led Zeppelin“ Die Geschichte des größten Rockmanagers aller Zeiten, Mark Blake. Hannibal Verlag.

 

„Peter Grant – Ein Leben für Led Zeppelin“ Die Geschichte des größten Rockmanagers aller Zeiten, Mark Blake. Hannibal Verlag.

Da war immer viel Geheimnis um Led Zeppelin. Einer der Kultbands der 1970/80er Jahre, die neue Maßstäbe in der Musik und deren modernen Möglichkeiten von Ausdruck, Intensität und Inszenierung setzte. Und da war auch immer viel Geheimnis um ihren Manager Peter Grant, der das bombastische Band-Flagschiff des Rock´n´Roll durch ausverkaufte Stadien, spektakuläre Videoinszenierungen und gigantisches Fan- und Medieninteresse manövrierte. Und Grant war so etwas wie ein Kapitän am Steuer in die schier unendlichen Welten des Rock`n`Roll…

Peter Grant wurde 1935 in Surrey, England geboren. Er war das einzige Kind seiner alleinerziehenden Mutter. Über seinen Vater ist nichts bekannt. Grant wollte zeitlebens nie darüber sprechen. Seine Schulzeit fiel in den Krieg und Mutter und Kind zogen mehrmals um. Es war eine harte Zeit immer neu beginnen zu müssen. Schon in seiner Jugend faszinierte ihn Kunst und Theater und so suchte er Jobs in verschiedenen Varieties und Bühnen. Dann kamen die Jahre im Militärdienst. Schließlich die Rückkehr zum Theater und dem aufstrebenden Rock`n`Roll. Jetzt öffneten sich Türen und Grant stand genau da. Im wahrsten Sinne des Wortes und auch im sinnbildlichen. Er war da wo sich Türen öffneten – bei und in den neuen Möglichkeiten von Musik und Business. Und er wusste diese selbstbewusst zu nutzen. Jetzt begann eine Reise, die auch er selbst nicht für möglich gehalten hatte und es ging weiter und weiter…

Mark Blake, langjähriges Mastermind des Rockmagazins Q, legt mit seiner Biografie über den Led Zeppelin Manager Peter Grant eine rasante wie spannende Reise in das Lebensgefühl der 1950-80er Jahre und der tragenden Rolle von Musik darin vor. Es ist ein Einblick in Träume und Ziele einer Generation und die innersten Bereiche des Rock`n`Roll und dessen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen. Und auch in das intensive Leben auf und abseits der Bühne.

 

„Eine Biographie als schillernder wie wesentlicher Mosaikstein der Geschichte des Rock`n`Roll“

 

Walter Pobaschnig 10_19

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Wasted, Kate Tempest. Fulminanter Theaterabend des Kollektivs Morosis im Werk X Petersplatz, 1010 Wien. 5.10.2019.

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Überall Worte, Zeichen und Bilder am kalten Beton. Gemalt, geritzt, gesprayt. Hinter dem Vorhang die Umrisse von Charlotte, Ted und Danny. Seit den Jugendtagen sind gute 10 Jahre vergangen. Für Danny ging alles viel zu schnell. Für Ted waren es zehn lange Jahre. Charlotte will raus, aus allem hier. Über eine Wahrheit, einen festen Grund für Leben und Liebe können sie nicht erzählen. Da sind sie sich einig. Nur der Tod des Freundes am Ende der Jugend ist so ein Fixpunkt, um den sich auch jetzt alles dreht…

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Der Blick zurück im Spiegel. Dem der Rahmen in der Gegenwart fehlt. Wie die Richtungen, die sich im Kopf voller Fragen drehen wie ein Karussell. Aber jetzt eine Party. Und im Zusammenkommen gibt es viel von Zukunftsplänen zu erzählen. Aber hatten wir das nicht schon mal? Was bewegt sich hier wirklich? Wird Charlotte in den Flieger nach Laos steigen? Ein neues Leben beginnen und nicht mehr ins Klassenzimmer zurückkehren? Alles dreht sich jetzt mit der Musik. Doch wo werden sie am Morgen sein?…

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Vor ausverkauftem Haus im Theater Werk X Petersplatz, 1010 Wien trifft das Morosis Kollektiv mit seiner Inszenierung des Stückes „Wasted“ (Uraufführung 2011 Birmingham) der preisgekrönten britischen Autorin und Sängern Kate Tempest in das Herz der Lebensfragen der Gegenwart. Die Bühne wird zum beeindruckenden Schauplatz des Dramas einer Generation, die ständig im Aufbruch ist, sein muss, ohne anzukommen. Dieser Lebensprozess kostet Kraft und lässt Frustration und Niedergeschlagenheit im ständigen Dialog und Kampf mit Idee und Hoffnung sein. Die Gespräche unter Freunden werden dabei zu gutgelaunten zukunftsorientierten Präsentationsflächen, die im Alleinsein aber im Boden verschwinden lassen. Lebensträume reduzieren sich auf die Faktizität ihres Scheiterns. Immer weniger bleibt davon und das Arrangement mit den Möglichkeiten in Beruf wie Liebe ersetzt das Ideal. Der Aufbruch bleibt immer mehr ein rückwärtsgewandeter. Ein gespielter. Es geht weiter. Mit uns. Aber was bleibt von uns wirklich am Weg?

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Die existentielle Mitte der dramatischen Aussage von Wasted wird vom Theaterkollektiv in variantenreichem Spiel ausgezeichnet umgesetzt. Es ist ein sehr körperliches Theater, das den Text unmittelbar in ganzheitlicher Ansprache zu setzen weiß. Die Szene etwa des körperlich ineinander Knotens, Festhaltens und Weiterbewegens als Generationen-Sinnbild von Hoffnung und Angst ist ein grandioses Highlight der Ausdruckskraft modernen Theaters. Morosis stellt sich auch der Herausforderung von Musik und Wort und beherrscht diesen Tempowechsel souverän. Die Akzente der Musiksequenzen wie der gelungene Kostümwechsel tragen die Aussage und heben das Spiel zu Sinnbildern, in denen das Publikum sich über Generationen hinweg wiederfinden kann. Das Stück greift in seiner Ansprache in Spiel und Bühnenbild sehr gut und vermag anzusprechen und zu begeistern.

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Ein Theaterabend, der ein fulminanter Spiegel der Zeit ist.

 

Walter Pobaschnig 10_19

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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WASTED von Kate Tempest

Deutsch von Judith Holofernes

 

Inszenierung: MOROSIS Kollektiv

– Mit: Anna-Sophie Fritz, Nikolaij Janocha, Onur Çağdaş Şahan

– Bühne: Simon Schabert

– Kostüm: Brigitte Schima

– Musik: YOUCANCALLMEOLIVER

– Dramaturgie: Laura Zielinski

– Regie: Magdalena Suss

 

Weitere Spieltermine:

So 06.10., Mi 09.10., Do 10.10., Fr 11.10.,

Sa 12.10., So 13.10.2019,

jeweils: 20.00 Uhr

Ort: WERK X-Petersplatz, 1010 Wien

 

„Und alles wie aus Pappmachè“ Yannic Han Biao Federer. Roman. Suhrkamp Verlag.

 

„Und alles wie aus Pappmachè“ Yannic Han Biao Federer. Roman. Suhrkamp Verlag.

Es ist das Verschwinden und das Wiedersehen. Im Kopf. Die Bilder der Jugend. Eine Galerie der jungen Meister. Das rasante Leben. Sarah. Jetzt als Model auf allen Plakaten. Er muss immer wieder hinsehen. Auf sie und seine Jugend. Alles fern jetzt und nah…

Und da sind Anna und Bobby in Bonn. Ein Unfall stellte für den Motocross Rennfahrer alles auf den Kopf. Von London nach Deutschland. Anna ist an seiner Seite, jetzt, im neuen Leben. Das dritte Zimmer in ihrer Wohnung ist in Untermiete vergeben. Auch ein Bild für ihre Liebe. Das ist Mascha und Anna. Und Bobby und Anna. Das Zimmer der Nähe. Die offene und die versperrte Tür. Und das Gehen oder Bleiben im Kopf. Das Geschrei im Anblick der nackten Körper. Erwischt. Sich selbst?…

Und dann die Bilder von der Schule natürlich. Frau Wagner. Und Georg und Frank. Zwischen Tafel, Aschenbecher und Schwimmbad. Die Gedanken sind immer irgendwo. Bei Anna, bei den Brüsten von Georgs Mutter, bei Annkathrin zwischen Po und Todesstrafe und natürlich Sarah, die vielleicht jetzt im Bikini vorm Fernseher sitzt…

Und die Welt dreht sich im Kopf. Da und dort. Und alles wie aus Pappmachè

 

Der 3sat Preisträger 2019, Yannic Han Biao Federer, legt mit seinem Debütroman „Und alles wie aus Pappmachè“ eine rasante Zeitreise vor, die das fliehende Herz einer Generation, einer Epoche wie des Menschen an sich im mitreißendem narrativen Verve lebendig macht. Der Autor setzt stilistisch ein interessantes cut up und referiert damit auf eine Welt der Bilder, die assoziativ zum existentiellen Schicksal einer Generation wird, die im unruhigen Blickwechsel nach Selbstvergewisserung sucht. Ein Roman, der über das Erdbeben der Seele einer Generation im außergewöhnlichen Sprachexperiment zu erzählen weiß.

„Ein Roman als mitreißende Galerie junger Meister – das Porträt einer Generation als großer Wurf von Welt und Literatur.“

 

Walter Pobaschnig, Wien, 9_2019

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Foto_Cover Suhrkamp; Bachmannpreis 2019 _ Walter Pobaschnig.

„Ambivalenz ist ein Wesenszug des modernen Menschen.“ Victoria Hauer, Schauspielerin. Porträt_Station bei Bachmann, 20.9.2019

 

Ich bin mit Ingeborg Bachmann schon in frühen Jahren vertraut geworden. Die Einladung zum Interview hat jetzt wieder zu intensiverer Beschäftigung geführt. Das ist sehr spannend.

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Ich denke, Ingeborg Bachmann war eine Suchende, eine mutig und unermüdlich Suchende. Im Leben wie im Schreiben. Da war immer Interesse und Wunsch nach der Welt, nach der Liebe da. Das war sehr direkt und unmittelbar  – aber auch immer in einem umfassenden Sinne. Literarisch wie gesellschaftlich.

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Sie war wohl auch persönlich sehr ambivalent. Sie hatte zwar die Hoffnung und den Glauben an die Liebe, sie hat das nie aufgegeben, aber andererseits war da auch eine Seite, die etwas Zerstörerisches hatte und damit dagegen gewirkt hat.

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Ich merke das auch in der Gegenwart. Ambivalenz ist ein Wesenszug des modernen Menschen.

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Ambivalenz ist wohl letztlich nicht zu begreifen. Es ist wohl einfach zu akzeptieren.

 

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Ingeborg Bachmann hat sich wohl auch jemanden gewünscht, der für Sie da ist und für den Sie auch da sein kann.

 

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Ich bin in Wien aufgewachsen, im Bezirk Josefstadt. Bin aber jetzt gerade umgezogen und mitten in der Wohnungsrenovierung, einer Herausforderung ganz alltäglicher wie umfassender Art.

 

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Wenn mich die Leute fragen, warum ich Schauspielerin geworden bin, sage ich – ich habe das schon immer gewusst, dass ich das machen will.

 

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Ich wollte immer zum Schauspiel, zum Theater, Film. Aber auch die Musik hat mich immer interessiert. Ich singe auch.

 

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Meine Großeltern waren auch am Theater. Meine Großmutter war Tänzerin. Mein Großvater war Schauspieler und Regisseur, er schrieb auch ein eigenes Stück. Ich würde es gern einmal auf die Bühne bringen.

 

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Ich bin die nächste Generation in meiner Familie, die das Schauspiel wieder aufgenommen hat. Aber auch die einzige in dieser. Meine Brüder gehen ganz andere berufliche Wege.

 

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Das Theater, das ist wie eine Stimme in mir – „das machst Du , das ist das wozu Du auch hier bist. Und es wird Dich hoffentlich auch glücklich machen“.

 

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Ich habe jetzt wieder ein Tagebuch als Begleiter für Gedanken und Gefühle. Bin aber zurückhaltend im Schreiben. Vielleicht, weil das Aussprechen oder Niederschreiben von Erlebnissen und Erfahrungen alles wieder so real macht. Es konfrontiert wieder. Das hält mich dann doch manchmal wieder davon ab. Und ich schiebe meine Gedanken und den Stift beiseite.

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Im Beruf als Schauspielerin ist es oft so, dass ein Schritt zurück notwendig ist, um zwei Schritte nach vor zu kommen.

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Sich Zeit nehmen zu schreiben, ist etwas Wunderbares.

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Auf Wünsche zugehen und daran arbeiten wie an ihre Erfüllung glauben, hoffen. Ich denke, ich teile dies auch mit Ingeborg Bachmann.

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Station bei Bachmann_Wien.

Interview_Fotoporträt Victoria Hauer, Schauspielerin, 20.9.2019

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

„Once upon a time . . . in Hollywood“ Quentin Tarantino. Film. 21.9.2019

 

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Filmzeit. Wir schreiben die 1960er Jahre. Sie gehen zu Ende und damit auch eine Fernsehepoche mit ihren rasanten Karrieren, die nun abflugbereit in den Kurven liegen wie der cremefarbene Cadilliac Coupede Ville (1966) des Bildschirmstars Rick Dalton auf den Straßen von Los Angeles und den Hollywood Hills. Dalton kämpft jetzt um seine Möglichkeiten wieder auf die Spur seiner Karriere in sich verändernden Zeiten zu kommen. Doch zu viele andere sind jetzt auf der Überholspar im Hollywood Business. Der Anspruch neuer Herausforderungen setzt ihm zu, das Selbstbewusstsein leidet jetzt in den Produzentengesprächen und Rollenangeboten. Der Alkohol wird zum ständigen Begleiter. Wie auch der Stuntman Cliff Booth, der viel mehr als sein chaffeur ist und zum Halt in diesen harten Zeiten wird.

Dem beruflichen Ringen des alternden Stars steht der Aufstieg der jungen Filmgeneration gegenüber. Da ist der erfolgreiche Regisseur in der Nachbarschaft und seine junge Frau, die ihre ersten Filmrollen im Kinosaal genießt und sich über jeden Zuspruch freut. Doch die Spannung zwischen Untergang und Ruhm ist nicht nur in den Studios zu spüren. Da ist die Kommune der Spahn Ranch, deren junge Frauen und Männer sich um einen Anführer scharen, der vor Gewalt nicht zurückschreckt. Als es Nacht wird über den Hollywood Hills kommt es zur Katastrophe und zu überraschenden Wendungen…

 

Der 56jährige Kultregisseur Quentin Tarantino will es in seinem neunten Film „Once upon a time . . . in Hollywood“ genau wissen. Es geht ihm um die zeitübergreifende Frage: Was bleibt noch von Film und Schauspiel in den rasanten Bilderwelten damals und heute? Das „once upon a time“ ist als eine stilistische Doppelung zu verstehen, die beispielhaft anhand eines filmischen Epochenbruches (1960/70er Jahre) über ein Schauspielleben erzählt wie die Möglichkeiten von Film und Kino über die Zeit an sich reflektiert.

Es ist eine wunderbare melancholische hommage und Verneigung an große Regie- und Schauspielkunst in Charakter, Inspiration und Experiment. An das Spiel des Menschen, um den Menschen und für den Menschen als wesentliche Selbstvergewisserung und Kritik seiner selbst. Als notwendigem Spiegel von hybris und Fall zu aller Zeit. Und als zeitlose Utopie menschlicher Hoffnung auf und vor der Leinwand.

Das innere Ringen einer Schauspielseele zwischen Anpassung und Anspruch wird dabei von Leonardo DiCaprio grandios gespielt. Die Filmszene im Versagen in einem Dreh und der folgende Wutausbruch gehören schon jetzt zu den Meilensteinen moderner Filmgeschichte. Er zieht dabei alle Register eines packenden Psychogramms. Die knappen Dialoge und die ruhige Inszenierung – Brad Pitt setzt den Stuntman Cliff Booth wunderbar in die filmische Umbruchphase der 1960/70 Jahre, Margot Robbie spielt Sharon Tate großartig ausdrucksstark – laden zur Aufmerksamkeit ein, welche die ZuschauerInnen fordert wie im furiosen Finale belohnt wird.
Tarantino spielt mit Andeutungen und Bildverweisen und hebt damit das menschliche Ringen im Hollywood Business zur großen Metapher der Existenz des Menschen an sich zwischen Traum und Wirklichkeit – Vision und Abgrund. Dem Regisseur gelingt da ein besonderer Kunstgriff. Es ist großes Kino in einer Zeit, die großes Kino braucht, weil es um den Menschen geht. Damals und heute. Da und dort.

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Once Upon a Time in Hollywood, 2019
Regie: Quentin Tarantino
Schauspiel:
Leonardo DiCaprio: Rick Dalton
Brad Pitt: Cliff Booth
Margot Robbie: Sharon Tate
Emile Hirsch: Jay Sebring
Margaret Qualley: Pussycat Al Pacino: Marvin Schwarz
Kurt Russell: Randy/„Erzähler“ – weitere.

Aktuell zu sehen im HOLLYWOOD MEGAPLEX GASOMETER Kino,
Guglgasse 11; 1110 Wien
https://www.megaplex.at/kino/hollywood-megaplex-gasometer

Fotos_ Film sony Pictures.

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Walter Pobaschnig 9_19
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„Messer. Ein Fall für Harry Hole“ Jo Nesbo. Neuerscheinung Ullstein Verlag.

 

„Messer. Ein Fall für Harry Hole“ Jo Nesbo. Neuerscheinung Ullstein Verlag.

Da ist das Wasser. Der wilde Fluss. Und das zerrissene Kleid an der morschen Kiefer. Es wird mitgerissen. Stück für Stück. Die Kraft der Natur holt sich jetzt die Leere. Das letzte Weiß im Frühling…Der alte Mann blickt starr hin. Aus dem Schaufenster seines Geschäftes. Sein Schwiegersohn tritt zum Kunden. Der Blick des alten Mannes fällt jetzt leer ins Wasser. Ein Auto. Ein Mann. Ein Todeskampf. Die Stille…

Andernorts das Weiß in den Augen der gequälten Frau. Tränen. Doch Mitleid kennt der Mann davor nicht. Er blickt zu den Messern. Seine Worte sind kalt wie die dunklen Klingen. Ein Todeskampf beginnt…

Und hier das kleine dunkle Zimmer. Die Whiskeyflasche neben dem Bett. Die Erinnerung an Rakel. Die Angst sie zu verlieren. Und so kam es. Wie der Alkohol danach. Und jetzt ist das Weiß der Haut wieder zu sehen. Der Körper fühlt den Schmerz und die Leere. Kann er noch kämpfen? Hat Harry noch Kraft und Mut?…

Auch die Welt draußen liegt im Weiß und Dunkel. In Schatten der Vergangenheit. Den eigenen, den gejagten, den wiederkehrenden. Und Harry nimmt wieder eine Fährte auf. Dem Dunkel dieser Welt hinterher. Mitten im reißenden Fluss von Leben und Tod…

Der norwegische Bestsellerautor Jo Nesbo legt einen neuen Harry Hole Krimi vor, der an seine vielfach gelobte und ausgezeichnete Krimireihe anknüpft. Der Autor versteht es meisterhaft psychologische Narrative und überraschende Handlungsstränge zu verbinden und so einen Kosmos entstehen zu lassen, der in allen menschlichen Rissen und Brüchen in Spannungsschauer folgen lässt.

„Jo Nesbo, zweifellos einer der besten Krimi Autoren der Zeit“

 

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„Ich finde Ironie und Selbstironie in der Kunst sehr erfrischend.“ Lola Lindenbaum, Künstlerin. Station bei Hansi Lang, 15.9.2019

 

 

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Die 1980er Jahre waren ein sehr mutiges Jahrzehnt. Da war viel Bewegung und Experiment in Mode, Musik, Film, Kunst, in der Gesellschaft an sich – das war sehr spannend. Es war aber auch eine Selbstironie, eine Leichtigkeit dabei, eine Persiflage im Spiel der Verwandlung. Meine Wurzeln als Künstlerin liegen in dieser Zeit. In meinen Collagen wird  dies unmittelbar sichtbar. 

 

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Ich finde Ironie und Selbstironie in der Kunst sehr erfrischend. Warum sollte Kunst nicht erfrischen?

 

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Die Gestik war in den 1980er Jahren sehr signifikant. Die Unterarme wurden etwa sehr in Szene gesetzt.

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Der Perfektionismus und Optimierungswahn war in den 1980er nicht so signifikant. Spannend war auch, dass KünstlerInnen mit Genres experimentiert haben.

In meinen Collagen und Selbstbildnissen – da ist viel von den 1980ern.

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Es waren Filme wie 9 1/2 Wochen, Flashdance oder Top Gun, die diese Epoche prägten und impulsgebend waren.

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In den Filmen waren auch viel Psychologie und Projektionsfläche zu sehen. Sowohl im skript wie auch in der Ansprache. Ein Film wie 9 ½ Wochen würde heute nicht mehr gedreht werden. Aber er ist ein gutes Beispiel dafür. Ein Psychogramm über die Zeit hinweg.

 

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Die Gestik, die Mimik, der Tanzstil waren ganz anderes. Ruckartig, improvisiert. Aber damit sehr unmittelbar. Sehr direkt und sehr nahe. In den Videos ist dies gut zu sehen. Es waren einfache Mittel – aber das Ganze der Inszenierung packt.

 

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Die Videos der Zeit waren Sehnsuchtsorte wie escape Szenarios.

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Projektion ist immer ein Teil der Liebe und des Menschseins. Es ist ein Wachstumsimpuls. Gegen die Stagnation. Ich denke, das zeigen die 1980er Jahre sehr gut. Eigentlich in allem.

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Ich kehre immer wieder zu den 1980er zurück. Nicht nur in der Kunst. Sie sind ein Teil meines Lebens. Ein wichtiger Kunst- und Freiraum über und in der Zeit.

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Lola Lindenbaum, Künstlerin   

http://www.lolalindenbaum.com

Station bei Hansi Lang , Sänger, Schauspieler (1955 – 2008), Wien. Fotos am Wohnort von Hansi Lang.

Alle Collagen _ Lola Lindenbaum

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

Model_Lola Lindenbaum