Über wortweg08

Fotografie, Literatur, Theater, Film, Kunst. Mail: walter.pobaschnig8@gmail.com

Mauer – Uraufführung 7.11.2019, Theater Arche, 1060 Wien.

IMG_2670aa

 

Und da stehen Sie jetzt. Im Licht. Vor der Mauer. Geschlagen. Zusammen. Gebunden.

Dann beginnen die Erzählungen. Sprechen was zerstört, wenn eine Mauer gebaut wird. Da und dort. Damals und heute. 1961 oder 2019. Die Mitte einer Mauer ist immer dieselbe. Das Zerrissene ist dahinter. Das Verschwindende. Das Stürzende.

 

IMG_2708a

 

Und das blind Tanzende. Das Begehrende. Vernichtende. Vor und hinter Mauern.

 

IMG_2881a

IMG_2992a

 

Und die Flucht. Der Tunnel? Das Ankommen? Wo?

 

IMG_2779a

 

 

IMG_2556a

IMG_3002a

Regisseur Jakub Kavin setzt in seiner Uraufführung MAUER ganz auf den Spannungsbogen von Schauspiel und Raum. Der Text wird dabei gleichsam zum Blitzlicht und fordert die starke körperliche Spielkraft des Ensembles in Bewegung und Figur. Ein Kunstgriff der Inszenierung, der sich so der historischen wie gegenwärtigen Thematik von Mauern/Grenzen zu stellen versucht. Und dies gelingt hervorragend! Das Theater wird zum packenden Möglichkeitsraum, der historische wie zeitgeschichtliche Dimensionen von MAUERN anhand von biographischen Skizzen und Assoziationen, von Lebensversuchen und Scheitern, öffnet. Es entsteht eine Aufmerksamkeit, die emotional anspricht wie mit- und nachdenken lässt. Das hervorragende Ensemble erzeugt ein Ereignisfeld, das erzählt wie konfrontiert. Ein Abend, der zeigt was Theater in Regie, Ensemble, Bühne/Technik zu leisten vermag, wenn es darum geht vom Menschen in Geschichte und Gegenwart und den Mauern aus Stein, Kopf und Herz zu erzählen.

IMG_2814a

 

 

 

„Ein Theaterabend von gewaltiger Inszenierungs- und Spielkraft. Zweifellos ein Meisterstück.“

 

IMG_2953aa - Kopie

 

 

MAUER

Regie und Dramaturgie: Jakub Kavin

Kostüme: Erika Farina

Musik: Bernhardt Jammernegg, Tom Jost und Maksymilian Suwiczak

Regieassistenz und dramaturgische Mitarbeit: Odilia Hochstetter

Regiehospitanz: Christina Schmidl

mit Pegah Ghafari, Eszter Hollosi, Bernhardt Jammernegg, Tom Jost, Jakub Kavin, Nagy Vilmos, Manami Okazaki, Agnieszka Salamon, Maksymilian Suwiczak und Ivana Veznikova

 

Theater Arche

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

 

Weitere Spieltermine:

7., 8., 9., 14., 25., 26., 28., 29., 30. November um 19:30

Zusatzvorstellung: am 3 Dezember um 19:30

 

Besprechung und alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

 

„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

774847_72dpi_xl

„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

  1. Der Krieg und der Tod. Das Unvorstellbare Grauen, das Ende und doch auch die Hoffnung. Die Liebe und die Schönheit. Judy und David. Die Schauspielerin und der Soldat, der verwegen zwischen der Küste Englands und der Normandie kreuzt und das Leben von so vielen rettet. 1945 kommt ihr erstes Kind auf die Welt – Andrew.

Im Dezember 1946 kommt ihre erste Tochter. Es ist eine sehr schwere Geburt. Das Baby kommt viel zu früh. Es wird in eine Schachtel gelegt und auf die Heizung gestellt. Eine nasse Windel deckt es zu. Das Mädchen hat Kraft und Wille. Es überlebt. Und sie wird es so oft wieder tun…

Munkey, ein Plüschaffe in Jockeykleidung, ein Onkel hatte diesen bei einer Tombola gewonnen und dann Jane geschenkt – er wird nun zum ständigen Begleiter einer Kindheit, Jugend und dem Eintritt in die Welt des Films und der Musik. Der großen Liebe und der letzten Stunden dieser. Jane legt Munkey zu ihrem verstorbenen Mann dem Musiker Serge Gainsbourg mit in den Sarg. Es ist ein großer Teil von ihr, ein stiller Zuhörer in Erfahrungen und Herausforderungen eines bewegten Lebens. Doch die Erinnerungen an Munkey, der im Tagebuch-Schreiben über die Schulter blickt, bleiben. Und Munkeys Erinnerungen bleiben und können so vom Starleben und ganz persönlichen Momenten erzählen. Über die Lebensstationen von Jane Birkin, Schauspielerin („swimming pool“ 1969 mit Romy Schneider/Alain Delon) und Sängerin, die mit dem Duett „Je tàime moi on plus“ 1969 mit ihrem Mann und Komponisten Serge Gainsbourg für einen Skandal sorgte und einen Meilenstein moderner Pop Musik setze.

All darüber weiß Munky zu erzählen…

Eine fulminante autobiographische Lebens- und Zeitreise in Wort, Zeichnungen und Fotos. Stilistisch sehr aufmerksam gesetzt und mitreißend erzählt.

 

„Je tàime moi on plus – Leben und Liebe der Jane Birkin, großartig!“

 

Walter Pobaschnig 10_19

https://literaturoutdoors.com

„Kunst darf keine Angst haben“ Iza Mortag Freund, Artist. Station bei David Bowie_Berlin 26.10.2019 – Performance&Interview.

Iza 2

 

David Bowie hat mich schon in sehr jungen Jahren inspiriert. Etwa seine Kunstfigur Ziggy Stardust und die Verbindung von Musik, Performance, visual art. Der umfassende Ausdruck und die Verwandlungskraft der Kunst , ich dachte, ja, das verstehe ich. 

 

Iza 3

 

Kunst hat mein Leben schon in sehr frühen Jahren wesentlich bestimmt. Ich habe immer getanzt, gesungen, mit visuellem Ausdruck gearbeitet. Licht, Bühne gestaltet, Choreographien, Stücke geschrieben. Viele Texte und auch viele Performances gemacht. Auch viel Musik – weltweit. 2012 habe ich meine Schauspielausbildung abgeschlossenen. 

 

Iza 9

 

Es gab in meinen Anfangsjahren viele Gespräche mit KünstlerInnen über persönliche Richtungen und Wege. Sie sagten, Du musst Dich entscheiden, welcher Künstlertyp willst du sein. Ich dachte immer, dass muss man nicht entscheiden, weil für mich ist es etwas Umfassendes und Zusammengehörendes.

 

Iza 13

 

Für mich ist das Wahrnehmen, Zuhören, Sehen sehr wichtig in der Kunst und in Berlin gibt so viele Möglichkeiten dazu. Ich habe in Berlin von 2012 bis 2017 gelebt und komme immer wieder gerne zurück. 

 

Iza 14

 

Ich bin immer unterwegs. Es ist wichtig meine Adresse in Kopenhagen zu haben, aber auch wieder das Wegzufahren (Aufbrechen). Ich brauche verschiedene Kulturen um richtig zu leben. 

Die eigene Herkunft zu verstehen ist ganz wesentlich. Kunst ist ein Weg dazu. Eine Brücke und ein Horizont.

 

Iza 6

 

Ich bin in meiner Kunst eine Geschichtenerzählerin

 

Iza 8

 

Kunst, das ist auch wesentlich die Freiheit nicht immer alles vom Leben wissen und sich um alles kümmern zu wollen.

 

Iza 5

 

Leben ist wesentlich Vertrauen auf Entscheidungen. Und in der Kunst ist es genauso.

 

Iza 7

 

Mythische Kontexte, Symbole, Träume und Phantasie, Archetypen und vor allem Musik sind ganz wichtig für meine Performance. Es ist ein Aufnehmen und Zusammenwirken.

 

Iza 11

 

Wir tragen Herkunft und Kultur(en) immer unter der Haut. Kunst macht dies sichtbar. Gibt unserer Seele ein Bild. Das ist sehr wichtig.

 

Iza 12

 

In der Kunst ist der Zeitpunkt immer das Jetzt. Das Leben kann davon lernen.

 

Iza 4

 

Es geht in der Kunst immer um das Leben, das eigene und das umgebende. Und Kunst dient dazu die eigene innere Kraft und deren Möglichkeiten darin zu verstehen.

Es ist auch Befreiung von persönlicher Geschichte. Erlebnissen und Erfahrungen. Das Zurücklassen. Auch das Wertschätzen. Und das finden und gehen von neuen Wegen.

 

IMG_20191027_215422

 

Innere Kraft und Kontrolle. Diese Balance macht auch wesentlich die Kunst in Ausdruck und Darstellung aus – wie das Leben an sich.

 

IMG_20191028_191128

 

Kunst muss immer nach dem Grund von allem fragen. Nach Tiefe und Höhe. Für mich ist das so. Es geht um Bedeutung. Fragen, die in der Kunst immer neu gestellt werden sollen. In individueller Intention und Ausdruck. Eine wichtige Form der Reflexion und Transzendenz für Mensch und Kultur.

 

IMG_20191028_205222

 

Kunst muss selbstbewusster Ausdruck sein. Dann kann diese in die Tiefe gehen und Bedeutung auch für andere öffnen.

„art should be fearless“ _ „Kunst darf keine Angst haben“

 

IMG_20191026_235838

 

Leben, Kunst, Schönheit ist wesentlich Begegnung. Und Begegnung kommt von überall. Und geht überall hin. Bewegung, Veränderung ist die Konstante darin.

 

IMG_20191027_173601.jpg

Iza 15

 

Es gibt viele Projekte. Es passiert im Moment ganz viel mit mir. Auch in Verbindung mit anderen. Ein Projekt in Copenhagen, eigene Projekte, Performance mit Musik.

Sinn und Sinne, die Kultur in allem. Es geht um Achtsamkeit für die Welt und das Füreinander. Um einen Ausdruck. Ein neues Menschenbild. Ich denke, wir stehen vor einer neuen Renaissance.

 

Iza 2

 

 

 

 Iza Mortag Freund _ Artist_Station bei David Bowie _ 26.10.2019

Performance, Fotos&Interview im Wohnhaus von David Bowie in Berlin (1976-78). 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Janis Joplin – Nothing Left To Lose“ Holly George-Warren. Biografie. Droemer Verlag.

Nothing left to lose_Cover

„Janis Joplin – Nothing Left To Lose“ Holly George-Warren. Biografie. Droemer Verlag.

Der Himmel über Texas war rot wie nie. Als sie aufbrach und als sie jetzt, 1970, als Superstar zurückkehrte. Alles war dasselbe geblieben. Das Klassenzimmer und die Menschen. Damals und jetzt im Wiedersehen auf dem Gipfel ihres Erfolges. Vielleicht hatte sie etwas gesucht in der Zusage zum Treffen der High School AbsolventInnen hier. Sie wusste es nicht. Nur die Bühne ließ sie im rastlosen Unterwegssein ankommen. Sie wusste nur warum sie aufbrechen musste von hier. Zu ihr selbst, zur Musik, zur Welt und ihren ungeahnten Möglichkeiten…

Die legendäre Rock`n`Roll und Blues Sängerin Janis Joplin (1943 – 1970) prägte die musikalische wie gesellschaftliche Aufbruchsepoche der 1960er Jahre ganz wesentlich mit. Ihre kraftvollen Bühnenauftritte in unverwechselbarer Ausdruckskraft und Intensität begeisterten Publikum und Medien. Doch auch abseits der Bühne wurde sie zum stilprägenden Superstar und Idol einer Generation, die nach neuen Lebensidealen und Wegen in die Zukunft suchte. Die Musik war eine wesentliche Inspiration und Antriebskraft dazu. Die Sängerin war sich dessen bewusst und lebte ein öffentliches Künstlerinnenleben am persönlichen Limit zwischen Erfolg und Einsamkeit…

Die renommierte Musikjournalistin/-chronistin und Biografin Holly George-Warren legt nun eine umfassende Zusammenschau in Wort und Bild von Musik und Leben der texanischen Sängerin Janis Joplin vor. Es ist eine detaillierte biographische und musikalische Chronologie, die im pointierten Erzählstil zur mitreißenden Reise in das Herz des Rock`n`Roll wie der Seele einer Sängerin und einer ganzen Generation wird…

„Eine Biographie wie ein Rockkonzert, das bis zur letzten Zeile atemlos applaudieren lässt.“

 

Walter Pobaschnig 10_19

https://literaturoutdoors.com

„Dorian Gray – Die Auferstehung“, Mara Mattuschka, Mitreißende Uraufführung, TAG Theater Wien, 19.10.2019.

IMG_20191015_185133aa

Menschen reisen. Worte reisen. Durch und auch über die Zeit hinweg. Überall Koffer auf dem langen bunten Teppich der Erzählungen, Erinnerungen und dem Jetzt…

Ein aussagekräftiges wie mehrdeutiges Bühnenbild empfängt das Publikum mit ersten starken Eindrücken. Ein Ankommen gibt es nicht. Nicht im Wort und nicht im Leben. Die Aufmerksamkeit ist es, die vielleicht diesen Raum betreten lässt, in dem der Teppich jederzeit fliegen oder einfach unter den Füßen weggezogen werden kann.

IMG_20191015_194642a

 

Und die Koffer, die können aufspringen vor lauter herausplatzenden Geschichten. Wie jener von Dorian Gray und dessen magischen Bildes, welches Leben und Alter des Betrachters aufnimmt und Ewigkeit verheißt. Doch gibt es vielleicht dieses Bild doch? Muss es das nicht geben? Das wäre doch genau in die Zeit passend? Und Wien ist doch ein wunderbarer Ort dafür?

 

dav

 

Also einfach aufgemacht den Koffer und Dorian Gray springt in Zeit und Gesellschaft. In die Buntheit menschlicher Seele und deren Abgründe. In das „Aus-Dem-Rahmen-Fallen“ dieser Welt in Sehnsucht und Sucht nach Dauer und Ewigkeit. Ein Rahmen für all das. Das Passepartout wird gespannt. Und nun getanzt auf dem fliegenden Teppich des Dorian Gray und seiner Auferstehung…

 

IMG_20191015_195556a

 

Mara Mattaschuka, eine der bedeutendsten Avantgarde_Regisseurinnen und facettenreiche Künstlerin, inszeniert am TAG Theater Wien den „Dorian Gray“ Oscar Wildes in fulminanter Weise. Mattuschka katapultiert gleichsam das existentielle Herz des Romanstoffes in die Mitte der gesellschaftlichen Gegenwart und deren Konflikten und Herausforderungen in Erkenntnis, Wahrheit und Authentizität. Der Bilderrahmen, zentraler dramatischer Angelpunkt des Bühnenbildes, wird zur großartigen Projektionsfläche menschlicher Eitelkeit und Einsamkeit.

 

IMG_20191015_194124a

IMG_20191016_000952

 

Komödie und Tragödie setzt Mattuschka dabei variantenreich wie zielsicher. Die Übergange sind mit viel Aufmerksamkeit und Ansprache gesetzt und formen so einen Bühnendialog zu Kunst und Leben, der bis zum Ende unterhaltend wie tiefsinnig folgen lässt.

 

IMG_20191015_201333a

 

Dem Ensemble ist dabei zu dem anspruchsvollen Rollenwechsel zu gratulieren. Es ist ein sehr direktes Spiel, welches die Inszenierungsidee sehr gut trifft. Es ist kraftvolle Sprach- und Körperpräsenz auf höchstem Theaterniveau.

 

 

IMG_20191015_203045_1a

 

Ein einzigartiger Theaterabend, der Sein und Schein unserer Welt in fulminantem Witz wie Tiefsinnigkeit auf der Bühne zerschmettert

 

IMG_20191015_193755a

 

Walter Pobaschnig 10_19

https://literaturoutdoors.com

 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

DORIAN GRAY

Die Auferstehung

 

Uraufführung

Von Mara Mattuschka

Sehr frei nach „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde

Eine Koproduktion mit The Practical Mystery

 

Premiere

SA 19. OKTOBER 2019, 20.00

Vorstellungen

MI 23.*, FR 25. UND SA 26. OKTOBER 2019, 20.00

FR 8., SA 9., DI 12. UND MI 13. NOVEMBER 2019, 20.00

DO 19. UND FR 20. DEZEMBER 2019, 20.00

* Im Anschluss an die Vorstellung vom 23. Oktober findet ein Prublikumsgespräch statt.

 

Es spielen Alexander Braunshör, Alexander E. Fennon, Anna Mendelssohn, Raphael Nicholas, Georg Schubert, Elisabeth Veit

Text und Regie Mara Mattuschka

Recherche Alexander Braunshör, Alexander Martos

Bühne Paul Horn, moritz m. polansky

Kostüme Peter Paradise

Musik Moritz Wallmüller

Regieassistenz Sandra Moser

Kostümassistenz Angel

Licht Hans Egger/Katja Thürriegl

Ton/Video Peter Hirsch

Bühnentechnik Andreas Nehr

 

Die Edda _ Begeisternde Premiere_Burgtheater Wien 19.10.2019

Am Anfang ist das Dunkel. Dann das Wort, das Licht und die Musik. Im Nebel des Werdens. Im Beginn von allem. Mythologie und Religion..

 

 

Und dann das Leben. Das Schwere. Der Weg, die Macht, das Leiden und die Fragen bis zum Ende. Von der Geburt bis zum Tod.

dig

IMG_20191017_184746a

Jetzt das Sterben des Vaters. Das Zurückgehen in das Dunkel. An seiner Seite sein. Mit allen Bildern gemeinsamen Lebens im Kopf. Das Stille und das Leiden. Und die Religion. Das Innere, die große verschlossene Weite. Das Schwinden. Umgeben vom Weiß. Daliegend. Stumm und bloß. Gib mir Kraft jetzt. Für den Morgen dieser, meiner Welt im Loslassen und Losgelassen-Werdens…

 

dig

 

Der Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson und der Autor Mikael Torfason begeistern das Wiener Theaterpublikum mit einer großartigen existentiellen Reise zu den großen Erzählungen der Menschheit in Mythologie und Religion. Text und Inszenierung scheuen sich dabei nicht den Brückenschlag zu den Herausforderungen moderner Existenz in Seele und Sinn zu wagen. Und sie tun dies in einem furiosen Spannungsaufbau und mythologischen Dialog im Sterben des Vaters. Beeindruckend ist dabei auch das kritische Ineinandergreifen von Psychoanalyse und Kulturtheorie, das auf der Bühne in sensationeller Bildsprache manifest wird und zur Reflexion einlädt. Text und Regie gelingen ein Kunstgriff, der Maßstäbe modernen Theaters setzt.

IMG_20191017_182711a

Herausragend auch die Ensembleleistung, welche in den großen An- und Herausforderungen der Inszenierung Spiel, Ausdruck und Ansprache bis zum furiosen Ende eindrücklich zu setzen weiß. Ebenso ist das Bühnenbild/Kostüm und dessen Variationen und Realisierung hervorzuheben, es ist genial was hier geschaffen und geleistet wird.

IMG_1375a

Thorleifur Örn Arnarsson hat 2018 den Deutschen Theaterpreis für „Die Edda“, Schauspiel Hannover, gewonnen. In der aktuellen Wiener Inszenierung kommt es zu spannenden wie gelungenen weiteren Akzentsetzungen in Text, Inszenierung wie Bühnenbild. Der Regisseur ist aktuell Schauspieldirektor an der Volksbühne in Berlin.

IMG_0993aa

 

Ein Theaterabend, der in Inszenierung, Spiel und Bühne mitreißt und begeistert.

 

Die Edda

Regie Thorleifur Örn Arnarsson

Bühne Wolfgang Menardi

Kostüme Karen Briem

Musikalische Leitung Gabriel Cazes

Licht Friedrich Rom

Dramaturgie Anika Steinhoff Dramaturgie Judith Gerstenberg Dramaturgie Johannes Kirsten

Übersetzung Damiàn Dlaboha

 

Ensemble_

Die Völva/Frigg Dorothee Hartinger

Urd/Freyja Andrea Wenzl

Verdandi/Sif/Thor Marie-Luise Stockinger

Skuld/Gerd/Elli Mavie Hörbiger

Bergelmir/Mimir/Erklärbär/Thrymur/Galar Dietmar König

Fenriswolf Stacyian Jackson

Odin/Mikael Markus Hering

Frey/Baldur Jan Bülow

Loki Florian Teichtmeister

Snorri/Midgardschlange Marta Kizyma

Skapanorn/Hel Elma Stefanía

Ágústsdóttir Gabriskyr (Live-Musik) Gabriel Cazes

 

Weitere Spieltermine_22./23.10 2019_ 1./8./16./17.11.2019

Walter Pobaschnig 10_19

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Kunst ist die Freiheit da zu sein wo man sein will“ Erzsebet Nagy Saar _ Künstlerin_Station bei Bachmann _ 18.10.19

Kunst ist die Freiheit da zu sein wo man sein will und das ist eine Entscheidung, die zu treffen  – und die nicht immer einfach ist.

IMG_20191018_101525a

 

Diese Freiheit des Tuns und der Ruhe, das Entkommen von Anspruch und Ablenkung des Lebens, ist ein Privileg aber auch ein Recht der Kunst und des Lebens. 

Malen ist ein Dialog von Innen und Außen in Reflexion und künstlerischem Prozess.

 

Erzsebet Nagy Saar _ Frequency II, 2019

erzsebetnagysaar _ Frequency II 2019

 

Ich arbeite auf ganz großen Leinwänden, die ich dann zerschneide. Die Grundlänge ist 10m, ich rolle das immer ein. Dann mache ich Ausschnitte, das wird dann ausgestellt. Letztes Jahr stellte ich meine erste 10m Rolle aus. 6 Bilder. Heuer sind es 4 Bilder.

 

erzsebetnagysaarart a

 

 

Ich arbeite gerne auf dem Boden. Ich würde auch 100m bemalen – Malen ohne Grenzen. Ich male auf Leinen mit Acryl oder Öl. Und aus der Zerstörung erwächst neues Leben, ein neues Werk. Da ist Verbundenheit und auch eine Geschichte dazu. Jede Trennung trägt dies in sich. In der Kunst wie im Leben. 

 

dav

 

 

Das Schaffen wie Trennen, Zerstören ist ein Teil des künstlerischen Prozesses, des Reflexionsprozesses im Tun und danach. Es hat mit Geburt und Tod wie dem steten Wandel zu tun. Es ist tiefe Empfindung, der die Kunst da Raum gibt und Räume wie Wege öffnet. 

Erzsebet Nagy Saar _ Frequency III, 2019

erzsebetnagysaar _ Frequency III 2019

 

Ich liebe Details in der Kunst. Darin kannst Du verloren geht. Das gibt mir sehr viel.

Mutig sein, Leidenschaft, die Welt zu sehen in allen Facetten, zu spüren – das wird in einem Kunstprozess ganz stark gefordert.

 

dav

 

Kunst kann nie halbherzig sein. Es geht gar nicht anders. Und ich genieße diesen Prozess. Von Anfang bis zum Ende. Ein Bild ist dann vollendet, wenn es innerlich Ruhe gibt. 

Meine abstrakte Kunst  jetzt ist auch eine große innere Befreiung. Meine Arbeiten sind ganz Ich. Ich habe da viel mehr zu mir selbst gefunden. Es ist eine Einladung tief einzutauchen. In die Malerei und auch die Menschen, die mich beauftragen.

 

Erzsebet Nagy Saar _ Frequency I, 2019

erzsebetnagysaar _ Frequency I 2019

 

Kunst ist wesentlich unbewusst. Vielleicht dem Traum vergleichbar. Türen öffnen sich nach Innen und Außen.  Es gehört viel Aufmerksamkeit und Geduld dazu. 

 

IMG_20191018_110805a

 

Kunst ist Ehrlichkeit und Überraschung.

 

IMG_20191018_114714a

 

Nachbarschaft ist ganz wichtig und ganz prägend. Künstlerisch und menschlich. Ich hatte und habe immer ganz wichtige Nachbarn.

Kunst lebt im ganz normalen Alltag. Wir bereichern uns in stiller Anwesenheit oder im Gespräch. Das ist vielleicht auch eine Gemeinsamkeit mit Ingeborg Bachmann hier. 

 

IMG_20191018_115516a

 

Worte, Literatur spielen eine ganz wichtige Rolle für mich. Ich liebe auch das Theater. Auch die Musik ist eine große Inspiration.  All dies ist für mich ein gemeinsames Ganzes, gerade auch für meinen künstlerischen Prozess. 

 

Erzsebet Nagy Saar _ Anna, 2012

image a

 

Das menschliche Wesen interessiert mich, Bewusstsein, Unbewusstes, Naturwissenschaft wie Spiritualität, es ist wesentlicher Teil meiner künstlerischen Arbeit.

 

IMG_20191018_114758a

 

Ich lebe mit den Jahreszeiten, es gehört zum Leben. Ich bin in meinem Atelier umgeben von Natur, Lieblingsbäumen und auch Tieren. Vögel und Schmetterlinge etwa, da ist der Rhythmus des Leben zu beobachten und wahrzunehmen. Ein wunderbarer Ort um zu malen. Hier bei Bachmann ist das ja auch stark zu spüren. 

IMG_20191018_112335a

 

 

Wenn ich den Himmel sehe, wenn ich die Möglichkeit habe ihn anzusehen, hat das  eine große Bedeutung, da spüre ich das Leben unmittelbar, bin ganz nahe dran. 

 

IMG_20191018_114941a

 

Ich liebe Wien und auch das Spazieren in dieser großartigen Stadt der Kultur.

 

IMG_20191018_120049a

 

Es ist faszinierend wie wir Menschen sind. Da ist sehr viel zu entdecken, da setzt die Kunst an, das ist faszinierend. Auch wenn nicht alles zu erklären ist. Das ist wohl gerade auch eine Grundaussage der Kunst und des Lebens.

 

dav

sdr

 

Erzebet Nagy Saar _ Künstlerin _ Station bei Bachmann, Wien  18.10.2019.

https://www.erzsebetnagysaar.com/

Bilder_ Interview: Erzebet Nagy Saar _ Künstlerin 

Alle Fotos_ Porträt_Walter Pobaschnig