„Musik und Kunst ist für mich ein bisschen der Kitt der Gesellschaft!“ Markus Pechmann, Musiker _ Wien 15.3.2023

Lieber Markus, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Kommt immer drauf an was der Vortag so mit sich brachte! Heut war ich morgens spazieren! Im Augarten! Ist gut für das Herzerl und die Seele! Gestern ging das nicht! Das lag wiederum an vorgestern!

Markus Pechmann, Musiker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gesund bleiben! Und Ruhe bewahren! Und natürlich immer nett sein mit sich
und den Menschen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Aufbruch und Neubeginn gibts es ja immer wieder! Ist ja auch wichtig sich von eingefahrenen Mustern zu trennen und neue Seiten an sich und an anderen zu entdecken!

Musik und Kunst ist für mich ein bisschen der Kitt der Gesellschaft! Da kann es schon mal vorkommen dass Grüne, Rote, Pinke, Türkise und Blaue, oder was es sonst alles noch so an Farben gibt, sich gemeinsam an den Künsten erfreuen und ergötzen!

Was liest Du derzeit?

Viele Noten! Zwischen durch mal einen Hesse! Aber da brauch ich dann
etwas länger!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Früher war sogar die Zukunft besser!

Vielen Dank für das Interview lieber Markus, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Markus Pechmann, Musiker _Trompeter

Foto_Gabriele Roithner

21.12.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Monde vor der Landung“ Clemens J.Setz. Roman. Suhrkamp Verlag.

Da ist die Erde. Der Himmel. Tag und Nacht. Der Mensch. So weit. So gut.

Oder doch nicht so gut?

Der Fliegerleutnant im I.Weltkrieg Peter Bender hat da andere Ansichten. Der Globus ist nicht in der Hand, sondern die Hand, der Mensch im Globus. Die Welt ist ein Hohlglobus. Und Peter Bender ist mittendrin. Alle sind es Auch die Politik. Und die explodiert. Ohne Rücksicht. Voll Tod und Verderben…

Die Welt verdunkelt sich. Ob Innen oder Außen. Was ist ein Leben noch wert?

Jetzt ist jeder gefordert. Auch Peter Bender. Doch wie wird er jetzt damit umgehen? Mit der Welt am Abgrund. Der persönlichen wie allem was rund, harmonisch schien in, um diese seine und aller Welt auf der gnadenlosen Kegelbahn von Leben und Tod…

Clemens J.Setz, Georg Büchner Preisträger 2021, legt mit seinem neuen Roman ein vielschichtig interessantes Lebensbild zwischen individueller manifester Weltsicht wie fordernder Existenz- und Gesellschaftsveränderung in Solipsismus, Mut, Aktion und Tragik vor, das literarisch überzeugt wie zahlreiche Reflexionsimpulse bietet, die Mensch und Weg über Zeit hinweg kritisch in den Blick nehmen.

Der vielfach ausgezeichnete österreichische Schriftsteller beeindruckt in umfassender Faktenrecherche und deren narrativer Aufbereitung im fortlaufendem biographisch-gesellschaftlichen Kontext. Diese thematische wie formale Konzeption und Komposition ist etwas ganz Besonderes, ein Experiment, dem sich Clemens J.Setz im unerschrocken literarischen Transfer stellt und alles gewinnt. Es ist Abgründigkeit, Hintergründigkeit, Tiefsinnigkeit in Existenz-, Erkenntnis- und Gesellschaftstheorie, die hier einmalig mit Sprache tanzt, vom rhythmisch-eleganten Wiener Walzer bis zum schwindelerregenden Twist und Tango. Ein Genuss und Geschenk!

„Clemens J.Setz – das ist literarischer Twist, Tango und Wiener Walzer vom Feinsten, Abgründigsten, Besten!“

„Monde vor der Landung“ Clemens J.Setz. Roman. Suhrkamp Verlag. 2023

Walter Pobaschnig  2_23

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„jede Generation steht vor Aufbrüchen“ Hannes Wendtlandt, Autor _ Klagenfurt 14.3.2023

Lieber Hannes, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unspektakulär. Ein Großteil des Tagesablaufs richtet sich nach dem Terminkalender. Fixer Bestandteil ist aber ausgiebiger Kaffee- und Nachrichtenkonsum am Morgen. Ich stehe gegebenenfalls früher auf, um dafür Zeit zu haben und nicht hetzen zu müssen.

Steht nichts an, kann ich auch wunderbar undiszipliniert sein, in den Tag hineinleben und beinahe nichts tun.

Hannes Wendtlandt, Autor, Übersetzer, Journalist und
Musiker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität zu leben und für Chancengleichheit zu sorgen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bis jetzt stand noch jede Generation vor Aufbrüchen – etliche Male auch vor mehreren zugleich. Die Kunst, vor allem die Literatur, antizipiert Veränderungen und Umwälzungen bisweilen, meistens aber hält sie diese fest oder reflektiert sie. Anleitungen zum Umgang mit, oder gar Lösungen für anstehende Probleme kann und muss sie jedoch nicht bieten. Die ergeben sich eher durch die Erweiterung des persönlichen Horizonts, den die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur mit sich bringt.

Was liest Du derzeit?

Gerade wieder einmal „Humoreske Op.101 Nr.7“, ein ausgesprochen unterhaltsamer, satirischer Heimat-/Kriminalroman aus der Feder meines Freundes A.W. Grill.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Kein Lebendiges ist ein Eins, Immer ist’s ein Vieles.  (Epirrhema, Johann Wolfgang von Goethe)

Vielen Dank für das Interview lieber Hannes, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buch,- , Text-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Hannes Wendtlandt, Autor, Übersetzer, Journalist und
Musiker

https://hannes-wendtlandt.jimdofree.com/

Foto_Marlies Karner-Taxer

24.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gibt es wirklich schon wieder ein Jahr Krieg in Europa?“ Lucia Leidenfrost, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Mannheim/D 14.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gibt es wirklich schon wieder ein Jahr Krieg in Europa?

Ich habe keine Worte und keine

Vergleiche, um dem Schrecken

Entgegenzutreten


Persönlich kann man den Krieg wegdrängen

Es ist auch ein bisschen Alltag geworden

Aber in meinen Klassen sitzen 16 Jugendliche, Vertriebene.

Chancenvolle, hoffnungsvolle

Erwartungen hatten sie


Anwält*in, Ärzt*in und viel mehr wollten sie in einem anderen Land werden


Cherson und Mariupol heißen ihre Städte

Haben den Freund, den Vater, den großen Bruder, den Onkel zurückgelassen

Am Nachmittag büffeln sie für einen ukrainischen Abschluss, von dem sie

Nicht wissen, was er ihnen im fremden Land nützen wird

Charkiw im Kopf, Verliebtsein im Bauch, Deutsch in der Schule und meine

Einschätzung so oft, wenn ich in ihre Gesichter seh, dass sie viel älter sind als…

ein Jahr Krieg.


Lucia Leidenfrost, 24.2.2023

Lucia Leidenfrost, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Lucia Leidenfrost, Schriftstellerin

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Walter Pobaschnig _ 24.2.2023

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„Aber morgen ist ja ein neuer Tag“ Peter Uhl, Schauspieltrainer & Theatermacher _ Give Peace A Chance _ Wien 13.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gackernde Gaukler lenken die Geschicke,

Inmitten dieser wirren Welt.

Viele Fragen bleiben offen

Einige noch nicht einmal gestellt … 


Pragmatisch empört werden Parolen zitiert, 

Eloquent wird das Fehlen von Fortschritt kaschiert.

Anachronistisch wird Geschichte stets revolviert.

Chapeau, dadurch ist wieder nichts passiert!

Es mag ja sein, dass Reden allein nichts revolutioniert.


Abrakadabrisch nur hält die dünne Oberfläche stand!


Clowns und Narren haben ausgedient,

Heute wird über Weitsicht gelacht.

Aber morgen ist ja ein neuer Tag.

Nur das hat noch nie etwas gebracht.

Chancen zu vertagen macht einfach keinen Sinn!

Eine zu nutzen, wär’ zumindest ein Beginn …


Peter Uhl, 24.2.2023

Peter Uhl, Schauspieltrainer & Theatermacher

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Peter Uhl, Schauspieltrainer & Theatermacher

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 24.2.2023

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„Literatur kann ermutigen und Hoffnung machen“ Michael Krause-Blassl, Schriftsteller _ Wetzlar/D 13.3.2023

Lieber Michael, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich frühstücke ausgiebig, lese Zeitung, arbeite oft im Garten. Am Nachmittag setze ich mich an den Schreibtisch, überarbeite meine Texte oder schreibe neue, plane Lesungen, treffe mich mit Freunden.

Michael Krause-Blassl, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde es sehr wichtig, dass wir in diesen Zeiten nicht die Hoffnung verlieren und uns gegenseitig unterstützen, dass wir solidarisch sind mit Schwächeren und dass wir erkennen, dass wir vieles gemeinsam haben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Für mich ist Kunst bzw. Literatur immer eine Form von Kommunikation – mit sich selbst und mit anderen. Literatur kann Missstände beschreiben, aber auch ermutigen und Hoffnung machen, indem sie vom Unglück, aber auch vom Glück dieser Zeit erzählt.

Was liest Du derzeit?

Zur Zeit lese ich die Fantasy-Saga „Eragon“, um ab und zu mal Abstand zu gewinnen und in eine andere Welt einzutauchen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es gibt viel mehr

was uns verbindet

statt zu trennen

höchste Zeit

das zu erkennen

damit diese Welt

endlich Frieden findet.

Vielen Dank für das Interview lieber Michael, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Michael Krause-Blassl, Schriftsteller

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7.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Einzeller“ Gertraud Klemm. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag

Maren, Eleonora, Simone gründen eine WG. Flora und Lilly kommen dazu. Sie sind jünger. Es sind verschiedene Generationen, die hier unmittelbaren Lebensraum teilen und dabei Lebensräume der Gesellschaft thematisieren und diskutieren. Feminismus, Politik, Aktivismus, Lebensstil, Ernährung, Liebe…

Es sind die Herausforderungen des täglichen Zusammenlebens, welche die Tage prägen, Tage, in denen die Gesellschaft in Bewegung ist und sich politische Szenarien abzuzeichnen beginnen, die alles verändern werden…

Und mittendrin in Leben, Gesellschaft, Liebe, Politik…Maren, Eleonora, Simone, Flora, Lilly…

Gertraud Klemm, vielfach ausgezeichnete österreichische Schriftstellerin, Gewinnerin des Publikumspreises 2014 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt, legt mit „Einzeller“ einen faszinierenden Roman als mitreißend unmittelbares wie gesellschaftskritisches Gesellschaftspanoptikum vor, das in Sprachvirtuosität, Sinn und Witz begeistert.

Die Autorin schafft es, die Gegenwart in allen menschlichen Facetten lebendig werden zu lassen und Leserin und Leser sind gleichsam mittendrin in Fragestellungen, Diskussionen, Entscheidungen des täglichen Lebens und gesellschaftlicher Veränderungen.

„Ein Roman, der die unerträgliche Leichtigkeit des Seins in Witz und Sinn begeisternd lebendig werden lässt.“

„Einzeller“ Gertraud Klemm. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag

Walter Pobaschnig 2_23

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„Teorema“ _ 100.Geburtstag P.P.Pasolini_ performing _ Anna Possarnig, Tänzerin, Choreographin _ Wien 12.3.2023

Anna Possarnig, Tänzerin, Choreographin _ Wien _ performing „Teorema“ _
100.Geburtstag _ P.P.Pasolini, Regisseur, Dichter, Autor
(5.3.1922 Bologna – +ermordet 2.11.1975 Rom)
Anna Possarnig, Tänzerin, Choreographin _ Wien _ acting „Teorema“ _
100.Geburtstag _ P.P.Pasolini, Regisseur, Dichter, Autor
(5.3.1922 Bologna – +ermordet 2.11.1975 Rom)

Anna Possarnig, Tänzerin, Choreographin, Dance Teacher  _ Wien_

performing „Teorema“ (Film, 1968, P.P.Pasolini) _

Choreographie_Performance_Anna Possarnig

Regie_Anna Possarnig/Walter Pobaschnig

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

Ort_Schloss Schönbrunn_Wien.

100.Geburtstag _ P.P.Pasolini, Regisseur, Dichter, Autor (5.3.1922 Bologna – +ermordet 2.11.1975 Rom) _

Walter Pobaschnig 3_23

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„Go sweep in front of your own door“ Nici Phoenix, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 12.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Go sweep in front of your own door.

It’s so easy to judge other people.

Very much so if they are just different than you.

Embrace your own „different“.


Please stop discriminating.

End the war of „you are not like me so I don’t like you“.

A good start is to go after your dreams.

Christ said „you should have a full life“.

End the jealousy, because that’s all that judgement is.


A fresh start.


Chances will come if you give them one.

Hold on to your own heart, your own reasons to be on this earth.

And everything will change.

Nobody wants to hate, they just don’t realize whats under their hate.

Can you do whatever you want – yes you can.

Embrace the real you.

Nici Phoenix, 26.2.2023

Nici Phoenix, Schauspielerin, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Nici Phoenix, Schauspielerin, Schriftstellerin

Zur Person_Nici Phoenix, als Nicole Rutrecht in Wolfsberg/Ktn. geboren, findet mit 6 Jahren ihre Leidenschaft im Ballett, welche mit 18 Jahren in den zeitgenössichen Tanz mündet. Sie arbeitet als zeitgenössische Tänzerin und Performerin u.a. für Milli Bitterli, Oleg Soulimenko, Corinne Eckenstein, LISA/Nicolas Flo’c, Willi Dorner, Boris Charmatz, Davis Freeman, Kai Simon Stöger, Daniel Aschwanden… und zeigt ihre eigenen Choreographien „M.I.“ 1-3, „Phönix“, „Taped version of happiness“, „Concrete desire“, „My heart goes BOOM“, „No thing“ unter anderem im Tanzquartier Wien, Festspielhaus St.Pölten und anderen Orten im In- und Ausland. Sie erhält das Impulstanz Danceweb-Stipendium und künstlerische Residenzen bei Impulstanz, d.id/Liz King, AAR Tanzhotel, Tanzfabrik Potsdam, netzwerktanz vorarlberg u.a. und schließt nebenher ein Sport- und Germanistikstudium sowie eine Feldenkraisausbildung ab.

Vor ein paar Jahren trifft sie der Blitz in ihrer ersten Schauspielstunde. Die ersten Filmprojekte umfassen unter anderem „Danse“ von Lisa Isabella Grabner, „1st part conditional“ von Markus Schinwald und „Love Machine 2“ von Andreas Schmied. Sie hat mittlerweile zwei Drehbücher geschrieben, „Audition“ und „Intim“ (in Kollaboration mit Greta Lindermuth) und schreibt gerade das Drehbuch für ihren ersten eigenen Film als auch ein Kabarettprogramm.

In ihrer Kunst geht es darum Menschen zu berühren als auch sich selbst. Sie lacht auch lieber über sich selbst als über andere. Ihre Hauptthematik ist das „anders“ sein im Kleinsten wie im Größten und die Sichtbarmachung und „Akzeptanz-Normalisierung“ dessen.

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 23.2.2023

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„das Wichtigste für jede Gesellschaft ist Nächstenliebe“ Arno Dahmer, Schriftsteller _ Mainz 12.3.2022

Lieber Arno, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vereinfacht gesagt gibt es bei mir drei Arten von Tagen: Die, an denen ich nach Frankfurt fahre, wo ich als freiberuflicher Dozent an der Uni tätig bin; andere, an denen ich mich um meine beiden Söhne kümmere, die jetzt sechs bzw. acht Jahre alt sind, und schließlich Tage, an denen ich literarisch schreibe. In der Regel mischt es sich aber, so dass ich z. B. morgens in Frankfurt bin und nachmittags schreibe (manchmal schon auf der Rückfahrt damit beginne) oder schreibe, solange die Kinder in der Schule sind, und danach ausschließlich „Vater“ bin.

Arno Dahmer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich sehe mich selbst als Individualisten mit ausgeprägtem sozialem Bewusstsein. Insofern tue ich mich mit der Wir-Form schwer. Dennoch möchte ich die Frage gern beantworten: Ich denke (so abgedroschen es klingen mag), das Wichtigste für jede Gesellschaft ist Nächstenliebe – sei es nun die National- oder die Weltgesellschaft, sei es jetzt oder in Zukunft.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Frage scheint mir eine andere zu enthalten (ich hoffe, ich mogle mich jetzt nicht an der eigentlichen Frage vorbei!), nämlich die nach der Bedeutung von Kunst für die Gesellschaft. – Ich glaube, dass Kunst in erster Linie ein Brückenschlag von einem Einzelnen (dem Urheber) zu einem anderen Einzelnen (dem Rezipienten) ist. Die Summe dieser Brückenschläge kann eine machtvolle gesellschaftliche Wirkung haben, die aber schwer greifbar ist. Die Frage „Warum (gerade jetzt) Kunst?“ wird also immer schwierig zu beantworten sein.

Was liest Du derzeit?

„Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die sprache ist allen bekannt und ein geheimnis.“ (Jacob Grimm)

Vielen Dank für das Interview, lieber Arno, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Arno Dahmer, Schriftsteller

Arno Dahmer

Foto_privat

15.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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