„Ohne Patriarchat hätten wir alle besseren Sex“ Nico Wind, Theatermacherin _ Laa an der Taya/NÖ 21.2.2023

Liebe Nico, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf, gehe aufs Klo, Zähneputzen, Tiere füttern… 

und dann jeder Tag anders…

Nico Wind, Theatermacherin, Regie

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es wäre mal für alle Menschen wichtig sich der Verantwortung gegenüber der ganzen Schöpfung bewusst zu sein und danach zu handeln und sich als Erdgebundene Wesen wahrzunehmen und nicht als „etwas Besonderes“.

„Nieder dem Anthropozän!“

Ich glaube Themen des Klimawandels, der Solidarität, des Posthumanismus, und wie wir das Patriarchat sprengen können und eine solidarische Welt für alle Erdgebunden Lebewesen ansteuern können geht uns alle was an. Aber wie wichtig diese Themen gerade sind hängt davon ab, ob die in einer Großstadt als weiße Person mit guter Ausbildung lebst oder ob du gerade im Mittelmeer ertrinkst…

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Wer ist denn alle? Den Hühnern ist das glaube ich scheißegal. Den Bäumen auch – aber es wurde weniger geflogen – dass hat ihnen gefallen.

Ich glaube das Wesentliche ist die Veränderung anzunehmen und nicht im Gestern stecken zu bleiben und sich selbst nicht für den Nabel der Welt zu halten… nicht zu verallgemeinern… 

Kunst und Theater kann der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und neue Gedanken verbreiten, Ideen erwecken, Wissen vermitteln, Trösten, Verstören, Unterhalten, Verärgern, und Neue Wege zeigen….

Über Piratinnen– Geschwestern der See _
Eine zirzensische Theaterperformance mit Tanz und Akrobatik Elementen für junges Publikum ab 10 Jahren. Es geht um das Aufbrechen von traditionellen Rollenbildern mittels 5 historischen Piratinnen-Biografien. Foto Credits:  Barbara Palffy
Bravo Girl – Die Zeiten gendern sich
Die Töchter der Kunst präsentieren eine schrille, witzige,
ironische Collage für junge Erwachsene, die Elemente des
Theaters, des Tanzes, der Wissenschaft und neuen Medien mischt.
Foto credit: Robin Daneluk

Es hat schon einen Grund, dass Kunst in totalitären Systemen verboten oder eingeschränkt wird…

Kunst ist ein soziales Event und führt zusammen – Es ist wie Humus – ein Versammlungs- Ort. Ein Diskursraum.

Was liest Du derzeit?

Die Känguru-Chroniken, Marc Uwe Kling

BOBOVILLE, Andrea Maria Dusl

Unsichtbare Frauen _wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert , Caroline Criado-Perez

Konradine und Effi – ein Theaterstück von Hanna Valentina Röhrich

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ohne Patriarchat hätten wir alle besseren Sex (Quelle Unbekannt)

It makes a difference what stories we cultivate.  How we tell the world changes the world. (Donna Haraway)

Vielen Dank für das Interview liebe Nico, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nico Wind, Theatermacherin, Regie

Zur Person_Nico Wind, Niederösterreicherin. Tanzausbildung Studio an der Wien. Schauspieldiplom am Konservatorium Wien. Akademische Kulturmanagerin. Studium Genderstudiedies. Weiterbildungen im Bereich Dramaturgie, Regie und Theaterpädagogik. Engagements im Bereich Schauspiel, Regie- und Projektassistenz, u.a. bei Szene Bunte Wähne, Willkommen Österreich (ORF), Angewandte Innovation Laboratory der Universität für Angewandte Kunst, 3raum-Anatomietheater, Viertelfestival.

Seit 2009 Inszenierungen mit und für Kinder und Jugendliche. 2017 war ihr Jugendtheaterstück “Frieden, oder so…” im Theater Drachengasse zu sehen. 2018 feierte sie Erfolge mit der Inszenierung „Bravo Girl – Weil ich ein Mädchen bin – RRReloaded“ im Theater Drachengasse. 2019 war eben da ihr Projekt „Chaos & Utopia – Verdrehte Welt Wunderland“ Ein Sprechtheater mit Zirkus-Elementen für Menschen ab 10 Jahren zu sehen. 2021 war die Premiere ihres Stückes „Über Piratinnen – Geschwestern der See“ im Dschungel Wien. 2022 „Bravo Girl – die Zeiten gendern sich“ in Salzburg, Wien, Nö. Sie ist Gründungsmitglied und Obfrau der Töchter der Kunst und im Vorstand der Assitej Austria. 

Töchter der Kunst
Verein zur Förderung neuer Formen der freien Künste

www.toechterderkunst.at

www.facebook.com/pages/Töchter-der-Kunst

Foto_Johannes Wahl 

2.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Warum ich schreibe“ George Orwell. Die großen Essays. Penguin Random House. 2022

Der englische Schriftsteller George Orwell, * 25. Juni 1903 in Motihari, Indien † 21. Januar 1950 London, ist eine der bedeutendsten literarischen Stimmen der Moderne. Mit seinen Werken „animal farm“ (1944) und „1984“ (1949) setzte er Maßstäbe im vielseitigen literarischen Stil, in dem besonders auch gesellschaftskritisches wie visionäres Schreiben eine wichtige Position hat. Bis heute sind seine Werke wesentlicher Kanon einer Gesellschaft, die Demokratie und Freiheit als wesentliche Werte ansieht.

Der literarische Schreibprozess bei Orwell ist aber wesentlich geprägt von biographischen wie beruflichen Stationen, an denen der Autor als Journalist, Essayist tätig war. Der unmittelbare Blick auf die Welt – der Essayband beginnt mit der erschütternden Schilderung einer Hinrichtung in Burma 1931 – wie auch die Analytik und Kritik zeichnen diesen wie auch die weiteren Essays, welche die Jahre 1931 – 1946 umfassen und Nationalismus, Faschismus, Krieg wie auch Friedensinitiativen als Hauptthema haben, aus.

„Ein großartiger Essayband, der in jedem Satz zum Spiegel einer Gesellschaft in ihrem Bemühen oder Verlust von Demokratie und Freiheit wird.“

„Warum ich schreibe“ George Orwell. Die großen Essays. Penguin Random House. 2022

Walter Pobaschnig   2_23

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„Come on, dance, hab Mut, hier und sofort“ East Princess, Künstler _ Give Peace A Chance _ Berlin 20.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

East Princess, Künstler, Berlin

Glaubenssätze sind naturgemäß

Immer unglaubwürdig, im Krieg

Vor allem aber in der Friedenszeit

Es glaubt nur, wer nicht weiß


Pardon, wer braucht ein blütenreines Gewissen

Es zählt nicht, nichts zählt wider besseres Wissen

Auf 100 x Krieg sag ich 100 x Ohne mich, Give peace a

Chance, und manch x brauch ich dafür Waffen, Defense

Ein Nie wieder gibt’s nicht geschenkt, It’s in your hands


Antikrieg ist kein Nichtstunmüssen


Come on, ohne Wehr ist Frieden gewiss ein

Heuchlerisches Wort für Sichergebenmüssen

Auf Nicht unser Krieg folgt bald Vergessen

Nach der Friedenspfeife tanzen heißt Helfen

Come on, dance, hab Mut, hier und sofort

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut


East Princess, Berlin _ 26.1.2023

East Princess, Künstler, Berlin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

East Princess, Künstler, Berlin

http://www.ostprinzessin.de

Fotos_privat


Walter Pobaschnig _ 26.1.2023

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„Zusammenhalt und Empathie!“ Anita Kirchbaumer, Künstlerin _ Klagenfurt 20.2.2023

Liebe Anita, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf hat nur wenig Fixpunkte und ist meist abwechslungsreich. An Auftragsarbeiten arbeite ich täglich und ich versuche mich dann in solchen Phasen von negativen Alltagsmeldungen abzuschotten.

Um mental im Gleichgewicht zu bleiben, liebe ich Yogaeinheiten und auch im Winter das Untertauchen im Wörthersee.

Anita Kirchbaumer, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wichtig finde ich Zusammenhalt und Empathie!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

… Wir geben nicht auf…

Mit Farben und Formen kann ich sprechen und fühle mich auf diese Art wohl.

Anita Kirchbaumer

Was liest Du derzeit?

Ich lese zur Zeit von Armin Risi „Unsichtbare Welten“ Der Kosmos ist multidimensional

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. Unbekannt

Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.  Unbekannt

Anita Kirchbaumer, Künstlerin _
Altstadtgalerie Gmünd/Kärnten

Vielen Dank für das Interview liebe Anita, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anita Kirchbaumer, Künstlerin

Fotos_Anita Kirchbaumer

Zur Person_Anita Kirchbaumer_geboren 1961 in Villach, Kärnten. Mehrere Jahre Privatschülerin von Prof. Franz Schneeweiß. 1976 bis 1981 Fachschule und Meisterprüfung für Modedesign. 1982 bis 1990 Künstlerische Beratung intern. Modefirmen und Stoffmalerei. Seit 1990 Beschäftigung mit Malerei und Entwicklung verschiedener Techniken, Fortbildung in Italien, Deutschland, Griechenland, England, Frankreich, USA. 1998 Künstl. Gestaltung eines Märchenbuches/Verlag “Märchen fürs Leben“. Ständige Fortbildung und Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern

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11.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Iphigenie“ Begeisternde Uraufführung _ TAG Theater Wien 18.2.2022


Da ist das Dunkel. Der leere Raum und die Trümmer. Die Menschen. Der Körper. Die Macht, die Gewalt. Bestimmend. In allem…


Iphigenie befindet sich in der Mitte dieses Fadenkreuzes patriarchaler Beziehungslosigkeit und Skrupellosigkeit. Sie trägt die Familiengeschichte in sich und will sich jetzt dieser Kette des Todes entziehen…


Sie weist den Heiratsantrag zurück. Das wird ihr nicht verziehen. Jetzt soll auch Iphigenie töten. Die beiden Fremden, die auf der Flucht sind…

Doch wie wird Iphigenie jetzt damit umgehen? Und wer ist dieser Fremde? Die Vergangenheit kommt ans Licht und das Dunkel nimmt weiter zu…


Das TAG Theater Wien stellt sich in der Inszenierung des „Iphigenie“ Stoffes klassischer Dramakonzeption von Euripides bis Goethe und der traditionsreichen Theatergeschichte mit aller Wirkung und deren Zuschreibungen. Wie damit umgehen? Davor zurückschrecken? Nein, das ist die Sache von Regisseurin Angelika Messner und des Ensembles nicht.

In der neuen Textfassung von Angelika Messner trifft die Dichte von Ort, Handlung paradigmatisch auf die Gegenwart in exemplarischer Realität und deren gescheiterten gesellschaftlichen wie existentiellen Ansprüchen von Identität, Freiheit, Humanität und Vision. Messner hebt und setzt das Drama in die Mitte von Fragen, Prozessen nach gesellschaftlicher Rolle und deren Scheitern in Wert und Richtung von Mensch zu Mensch. Es ist ein mutiges Konzept, das in Konzeption, Intention und dramatischer Originalität überrascht wie beeindruckt. Der Schlüssel dazu ist in jedem Fall der Ensembletransfer.

Und hier kann sich die Regisseurin auf das hervorragende TAG Ensemble verlassen, das in einzigartiger Spielpräsenz eine mitreißende Bühnenspannung erzeugt, die mit langanhaltendem Applaus belohnt wird. Dabei zieht das Ensemble alle Register von Sprach-, Körper-, Bewegungsspiel und begeistert in einzigartiger Präzession wie Ausdruckskraft und Aussage. Ebenso ist auf die großartige Musikakzentuierung wie das Bühnenbild hinzuweisen, mit und auf dem das Ensemble einen Theaterabend der Sonderklasse zaubert.

Im Team von Regie, Ensemble, Bühnenbild, Musik ergibt sich ein dramatisches Ganzes, das nachdenken lässt wie unterhält und in direkter Ansprache Fragen von Menschlichkeit, Sinn, Frieden impulsgebend öffnet.

Es sind wunderbare Mosaiksteine der Kraft, Möglichkeit und der Begeisterungsfähigkeit modernen Theaters, die diesen Abend zu einem Geschenk an das Publikum werden lassen.

„Das TAG Theater begeistert einmal mehr in Innovation und Spielkunst der Sonderklasse!“

„Iphigenie“ von Angelika Messner

Frei nach „Iphigenie auf Tauris“ von J.W. von Goethe

Text/Regie: Angelika Messner

Ensemble: Jens Claßen, Emanuel Fellmer, Andreas Gaida, Michaela Kaspar, Jon Sass, Lisa Schrammel, Georg Schubert

Ausstattung: Heike Werner

Musik: Jon Sass

Electronic Sounds: Wolfgang Schlögl

Dramaturgie: Tina Clausen

Licht: Katja Thürriegl

Maske: Beate Bayerl

Regieassistenz: Renate Vavera

Kostüm- und Requisitenbetreuung: Daniela Zivic

Tontechnik: Peter Hirsch

Dekorationsbau: Hans Egger, Andreas Wiesbauer, Manuel Sandheim, Hanno Maria Frangenberg

Weitere Spieltermine: 14./15./29./31.März 1.April 2023, jeweils 20h  

TAG Theater an der Gumpendorfer Straße

Gumpendorfer Straße 67; 1060 Wien

Spielplan – dasTAG.at

Walter Pobaschnig 19.2.2023

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„in guten Geschichten sind Visionen zu finden, die eine neue Realität denkbar machen“ Alina Lindermuth, Schriftstellerin _ Wien 19.2.2023

Liebe Alina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr unterschiedlich. Aber in den meisten Fällen beginnt er mit Frühstück (in Richtung Wochenende gerne auch mit einem weichen Ei) und endet mit einem Spaziergang durch den 9ten Bezirk. Dazwischen liegt tägliche eine neue Komposition aus Aufgaben rund um meine Bücher, Kundenterminen für mein Storytelling-Unternehmen Textory und Treffen mit den Menschen, die mir wichtig sind. Es ist schön so viel Variables im Tag zu haben.

Alina Lindermuth, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir brauchen mehr positive Zukunftsnarrative. Wir können uns aktuell sehr gut vorstellen, wie alles wird – „wenns nix mehr“ wird. Aber wie unsere Zukunft aussehen könnte, wenn sie gut wird – dazu fehlen uns oft die Geschichten. Ich denke, dass in guten Geschichten Bilder und Visionen zu finden sind, die eine neue Realität überhaupt erst denkbar machen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Allen voran ist das meiner Meinung nach Toleranz. Ich habe das Gefühl, dass oft schon bevor jemand ein Argument zu Ende formuliert hat, die erste Wertung dagegen in Stellung steht. Dabei brauchen wir gerade jetzt, in einer Zeit von verkrusteten Verhärtungen, die Fähigkeit andere Meinungen zu akzeptieren. Und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Die Kunst kann dabei einen Raum erschaffen, einen Moment des Innehaltens, eine voreilige Wertung vielleicht verhindern. Weil sie zum Beispiel wie ein Spiegel wirkt auf das eigene Sein, oder aber eine völlig andere Lebensrealität überhaupt erst begreiflich macht. In jedem Fall aber einen Perspektivenwechsel ermöglicht. Und ich denke, je mehr Perspektiven der Mensch sieht oder sogar erlebt, desto leichter kann ihm Toleranz auch fallen.

Was liest Du derzeit?

„The Seven Moons of Maali Almeida” von Shehan Karunatilaka, ein Roman über den Bürgerkrieg in Sri Lanka, der 2022 mit dem Booker Prizes ausgezeichnet wurde und

„Der bittere Weg“ von Ella Maillart, die Erzählungen über einen Roadtrip zweier Frauen von der Schweiz bis nach Afghanistan in den 1930er und 40er Jahren.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Besser ein paar Brandblasen, als ein ganzes Leben lang kalte Finger.“  (Christine Nöstlinger)

Alina Lindermuth, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Alina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Alina Lindermuth, Schriftstellerin

Zur Person1992 in Villach geboren. Nach dem Schulabschluss ging sie nach Indien, im Anschluss folgten Studien der Südasienkunde, BWL und VWL in Wien und Singapur. Ihre Kurzgeschichte „Zum Schreien“ wurde 2010 mit dem Bachmann Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 2020 erschien ihr Debütroman „Die Wahrscheinlichkeit des Zufalls“ (Text/Rahmen Verlag). 2022 war sie Writer-in-Residence in Sri Lanka, Stipendiatin der Werkstatt für junge Literatur und erhielt den Sonderpreis des Wiener Werkstattpreises.

2023 erschien ihr zweiter Roman „Fremde Federn“ (Kremayr&Scheriau). 

Buchinfo zum aktuellen Roman _Fremde Federn:

Wer kümmert sich um Oma?
Was passiert, wenn ein Familienmitglied plötzlich auf Pflege angewiesen ist? Alina Lindermuth fängt ein, was sonst im Verborgenen bleibt. 

Tom zieht bei seiner Großmutter ein und erfüllt ihr den Wunsch eines lang ersehnten Hühnerstalls im Garten. Die unkonventionelle Wohngemeinschaft funktioniert überraschend gut, bis Rosmarie nach einem Unfall nicht mehr allein zurechtkommt. Neben seinem Start-Up-Job ist Tom überfordert mit der Situation und entscheidet sich schließlich für ein 24-Stunden-Pflegemodell. Als dann Betreuerin Kata ins Haus kommt, blüht Rosmarie auf. Doch der zweiten, Josipa, traut sie nicht über den Weg. Hat sie es etwa auf die Hühner abgesehen? 

www.alinalindermuth.at

Fotos_Mercan Falter

16.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Give me a lullaby, to let a dictator fall asleep“ Verena Stauffer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 19.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Give me a lullaby, to let a dictator fall asleep
It should be about a man who wins over all countries
Viaducts, rivers, seas, silver, lithium, hills, salt and veal
Everything he would need, to have an endless reign set


Pacifism has not brought any end to any reigns of emperors
Endless man and woman had to let their life go to bring the
Aggressors down. It was not Peace which brought Peace
Count the butterflies, the birds, the rabbits, foxes and wolfs
Endless Admirals fluttering to carry the world away, but


Admiral, where will you endure this winter? Where to fall asleep?


Counting the lost soldiers of your company, or the ones still alive?
Hustling like a dying Admiral, remembering the frozen pain of a small boy
A winterly childhood without the warm laughter of parents and grandparents
Neither of them in a tree shadowed summer garden, spitting cherry stones
Caressing babies, gathering apples and blueberries from heavy branches
Endless nights telling each other winters tales of a dictator peacefully asleep


Verena Stauffer, 13.2.2023


Fotos_Walter Pobaschnig

Foto_Admiral (Schmetterling) Christian Fischer

Verena Stauffer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Verena Stauffer, Schriftstellerin

http://www.verenastauffer.at/wordpresshome/?page_id=13

Fotos_Walter Pobaschnig

Foto_Admiral_Christian Fischer.


Walter Pobaschnig _ 13.2.2023

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„Man sieht ganz Wien, Wien, Wien is so herrlich hin, hin, hin“ Ines Schiller, Schauspielerin_Station bei Falco _ Wien 19.2.2023

Ines Schiller, Schauspielerin_Wien _
Station bei Falco „Ganz Wien“ _ 25.Todestag _

Falco, Sänger, Musiker (*19.2.1957 Wien +6.2.1998 Dominikanische Republik)

GANZ WIEN

Er geht auf der Straß’n
Sagt net wohin
Das Hirn voll Heavy Metal
Und seine Leber ist hin


Seine Venen san offen
Und er riecht nach Formalin
Des alles macht eam kan Kummer
Weil er ist in Wien.

Ganz Wien – ist heut auf Heroin
Ganz Wien – träumt mit Mozambin
Ganz Wien – Wien, Wien, greift auch zu Kokain überhaupt in der Ballsaison
Man sieht ganz Wien, Wien, Wien is so herrlich hin, hin, hin
Kokain und Kodein, Heroin und Mozambin
Machen uns hin, hin, hin, 1,2,3

Kokain und Kodein, Heroin und Mozambin
Machen uns hin, hin, hin

Einmal wird der Tag kumman
Die Donau außer Rand und Band
Im U4 geigen die Goldfisch‘
Der Bruno längst im sich’ren Land,
Der Hannes A

Dann lernen wir Schwimmen
Treib’n tan ma eh.
Alle Teuferl weisses Gewandl
Und weiss wie Schnee

Wien

Kokain und Kodein, Heroin und Mozambin
Machen uns hin, hin, hin, that you know
Kokain und Kodein, Heroin und Mozambin
Machen uns hin, hin, hin

Ganz Wien
da, da, da, da
Ganz Wien

GANZ WIEN

1982 / Text: Falco / Musik: Falco

Ines Schiller, Schauspielerin_Wien _
Station bei Falco „Ganz Wien“ _ 25.Todestag _

Falco, Sänger, Musiker (*19.2.1957 Wien +6.2.1998 Dominikanische Republik)

Station bei Falco_

Ines Schiller, Schauspielerin_Wien

2023 _ 25.Todesjahr_Falco, Sänger, Musiker (19.2.1957 Wien +6.2.1998 Dominikanische Republik)

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Wien 2_23

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Walter Pobaschnig 2_23

„Guernika ist nicht nur ein Bild“ Lothar Lempp, Bildender Künstler _ Give Peace A Chance_Bad Mergentheim 18.2.2023

Lothar Lempp, Bildender Künstler, Clown und Puppenspieler

GIVE PEACE A CHANCE


GUERNIKA IST NICHT NUR EIN BILD

ICH, DER KRIEGSDIENST-

VERWEIGERER

ERINNERT SICH AN DIE


PRÜFUNG DES GEWISSENS:

ERKLÄRE ICH PAZIFISMUS ZUR

ALLGEMEINEN MAXIME, VERKENNE ICH DEN

CHARAKTER DER GEGENWART

EIN NAIVER FEHLER?



ABER ICH DENKE AN DEN WÜNSCHENSWERTEN


CHARAKTER DER ZUKUNFT

HABEN WIR EINE CHANCE AUS DER MÜHLE AUSZUSTEIGEN?

ANGENOMMEN ICH ANTWORTE AUF ANGRIFF MIT PASSIVEM WIDERSTAND –

NEIN, EINE GANZE NATION MÜSSTE SO ANTWORTEN!

CHANCE ZU GEWINNEN: KURZFRISTIG NAHE NULL…

EIN SCH…. SPIEL


Lothar Lempp _23.1.2023

Lothar Lempp, Bildender Künstler, Clown und Puppenspieler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Lothar Lempp, Bildender Künstler, Clown und Puppenspieler

Objekt- Figuren- und Clowntheater

https://www.lothar-lempp.de/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 23.1.2023

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„Wie ein zur ewigen Unvollständigkeit verdammtes Mosaik mit stabilisierenden Elementen“ Annette Schoenmueller, Mezzosopran _ Wien 18.2.2023

Liebe Annette, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wie ein zur ewigen Unvollständigkeit verdammtes Mosaik mit stabilisierenden Elementen.

Annette Schoenmueller, Mezzosopran     

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die klare  – individuelle wie kollektive – Ortung dessen, was überhaupt (noch, immer schon) besonders wichtig ist (war, sein wird). In diesem sich ständig verändernden Spannungsfeld Balance und Haltung, Zuversicht, Originalität und Würde bewahren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Kunst trägt stetigen Aufbruch und Neubeginn immerwährend in sich eingeschrieben. Klarheit, Radikalität.

Was liest Du derzeit?

Hanno Millesi: „Der Schmetterlingstrieb“

Andrej Tarkowski: „Die versiegelte Zeit“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Andrej Tarkowski: „Zur Verantwortung sollte man mich ziehen, wenn ich in meiner Kunst lüge.“

Vielen Dank für das Interview liebe Annette, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Annette Schoenmueller, Mezzosopran   

Zur Person_Annette Schönmüller ist als international gefragte Vokalsolistin gleichermaßen im Feld klassischer Oper wie auch in zeitgenössischen Formaten tätig, u.a. am Theater an der Wien, Opernhaus Zürich, Münchener Biennale, Wiener Konzerthaus, Ruhrtriennale, Concertgebouw Amsterdam uvm. Projekten im Übergang Schauspiel/Musiktheater, sowie dramaturgisch-konzeptioneller Arbeit an der Schnittstelle Libretto-Komposition – Inszenierung gilt ihr besonderes Interesse.

www.schoenmueller.at

Foto: Nafez Rerhuf/Wien Modern

16.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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