Lieber Titus, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wenn ich nicht gerade zu Lesungen unterwegs bin wie in diesem Moment, dann verlaufen meine Tage sehr ruhig: Ich bringe die Kinder zur Schule und fahre mit dem Fahrrad weiter ins Büro. Dort schreibe ich bis 17 Uhr, komme nach Hause und erlebe den Feierabend mit der Familie.
Titus Müller, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nicht zu verzweifeln. Mit Trotzkraft weiter für das Gute auf der Welt zu kämpfen: Verständnis, Nächstenliebe, Demokratie.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich glaube, die Literatur muss und darf beides: Uns entführen, eine Flucht ermöglichen, eine Erleichterung – und uns Mut machen für Veränderungen im wirklichen Leben.
Was liest Du derzeit?
Habe die Woche gerade „Verbrechen und Strafe“ von Dostojewski beendet und zwei neue Bücher parallel zueinander begonnen: „Die Verwandlung der Dinge“ von Bruno Preisendörfer und „Die seltsamsten Menschen der Welt“ von Joseph Henrich.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wenn es dir möglich ist, die Liebe in der Welt mit auch nur einem kleinen Funken zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.“ (Jack London)
Vielen Dank für das Interview lieber Titus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
P flaster können wir nicht kleben auf messerscharfe Worte, die schnitten
E in Dartspiel erträgt Wutpfeile gegen mich selbst
A uf mein Recht hundert Punkte geschossen
C hangiert die Sicht von schwarz und weiß zu Versöhnung
E ndlich dich wieder in die Arme nehmen
A uf allen Kanälen zur vollen Stunde Kriegsnachrichten
C remefarbene Stimmen mit roten Spritzern im Äther
H astig pulsiert mein Gewissen
A ufstehen
N icht eine Minute länger die
C hance verpassen
E ins zwei drei Freizeichen über ( Telefon) drähte bis dein warmer Frieden über mich tropft
Amina Anja Amelal, 13.12.2022
Amina Anja Amelal, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Amina Anja Amelal, Schriftstellerin
Zur Person_ Amina Anja Amelal, geboren am 21.10.1972; lebt , liebt und lacht in der Kulturstadt Halle/ Saale; Diplom- Erziehungswissenschaftlerin; Mutter von fünf wunderbaren Kindern; Lyrik und Kurzprosa erschienen von ihr in mehreren Anthologien ; eines ihrer Gedichte wurde ausgewählt einen Roman einzuleiten. Sie drückt ihr Erleben, ihr Denken und Fühlen über das Wort, die Musik und das Bild aus. Zwei ihrer Gedichte wurden von der Band Señor Bella vertont, ein Text ist Choral der Oper „Die purpurroten Segel“ von Maria Leontjewa.
Lieber Zdravko, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Die Glocken der Schafe lassen mich morgens erwachen sowie der Blick aus dem Fenster – Wetter, Licht und Landschaftsbild – stimmen mich auf den Tag ein. Nach dem versorgen der Haustiere gibt es Frühstück und danach starte ich im Winter die Gedankengänge über das Abarbeiten der Korrespondenz, über abgelaufene und anstehende Projekte, empfange und verabschiede Besucher, bei geeigneter Witterung besuche ich den Wald, bis sich der Tag neigt hin in die Dunkelheit. Den Abend verbringe ich meistens mit meiner Frau im Gespräch und Spiel.
Zdravko Haderlap, Künstler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Meine begrenzte Lebenszeit selbst zu verwalten, damit ich sie mit anderen teile und mit geöffneten Augen auf die Umwelt einsehen, um sie zusammenhängend zu verstehen, samt ihrer Rhythmen und Geräuschen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Den Aufbruch werden nicht wir bestimmen. Alles, was wir tun können, ist, vielleicht eine Spur legen, die Zukunft zeigt. Dazu eignet sich die Kunst als die perfekte Vermittlungsform.
Was liest Du derzeit?
Gesammelte Werke von Christine Lavant.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Ich bin maßlos in allem!“ (Lavant)
Vielen Dank für das Interview lieber Zdravko, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
in der anderen die Maus dein Kuscheltier mit nur einem Auge
vieles hast du zurückgelassen was geschehen ist wer kann es dir
erklären
Putin ist das schlimmste Schimpfwort in deinen Ohren viel mehr als das
eines Tages wirst du nein du wirst nicht verstehen weil niemand versteht
alles was ich dir wünsche: einen Platz für deine Seele
Charkiw-Tochter
einen hellen Raum aus Licht und Liebe
aber die Fragen bleiben sie schmerzen die Sehnsucht brennt in dir
Charkiw-Tochter
Hand in Hand stehen wir
an deiner Seite
nie sollst du einsam sein
Charkiw-Tochter schenkst mir
ein zaghaftes Lächeln und zeigst mir dein Liebstes deine Maus
Angela Lohausen, 9.12.2022
Angela Lohausen, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Angela Lohausen, Schriftstellerin
Zur Person_ Angela Lohausen, Lyrikerin, promoviert zurzeit über Lyrik im Exil. Sie arbeitet in der Erwachsenenbildung und als freie Autorin und Lektorin. Ihre Lyrik erschien in mehreren Anthologien, u.a. in Anton G. Leitners „Das Gedicht“ und in der von Axel Kutsch herausgegebenen Anthologie „Versnetze“. Sie wohnt in Kreuzau/NRW.
Liebe Ioana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesaublauf ist sehr komplex. Ich wache auf, bringe die Kinder zur Schule, danach gehe ich laufen oder ins Fitnessstudio, ich ˮverliereˮ mich sehr gerne in diversen Parks und beobachte gerne Menschen und ihre Gespräche, mit einem großen Kaffee und einem Buch dabei, in das ich manchmal diverse Sachen notiere, dann später übersetze oder schreibe oder ich illustriere etwas, abends lese ich oder erfinde Geschichten gemeinsam mit meinen Kindern.
Aber die wichtigsten Stunden sind zwischen 13 und 17 Uhr nachmittags, wenn ich mich zwischen verschiedenen Zitaten, grammatikalischen Strukturen und neuen Posen der Bedeutungsspiele verliere, die literarische Texte, ob Prosa oder Poesie, in ihrer Komposition haben.
Aber ich denke, der wichtigste Tagesablauf ist die Zeit mit sich selbst, sich neu zu entdecken, zu polieren, zu definieren.
Ioana Miron, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das Wichtigste ist jetzt die Freiheit in all ihren Formen und der Friede. Und da Frieden ohne Freiheit nicht wirklich existieren kann, denke ich, dass deshalb diese beiden Aspekte der Realität als ein einheitliches Ganzes gesehen werden müssen. Und ich glaube nicht, dass diese Aspekte unmöglich zu erreichen sind. Aber ich denke, das Wichtigste, um dieses einheitliche Ganze zu erreichen, ist dein Friede mit dir selbst und der Versuch, jeden Tag eine bessere Version deiner selbst zu sein, ohne wie ein Klischee oder so zu klingen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabeider Literatur, der Kunst an sich zu?
Kunst und Literatur sind für mich nicht trennbar. Kunst repräsentiert alles, was wir visualisieren und wahrnehmen können, jenseits dessen, was vor unseren Augen präsentiert wird. Und Literatur stellt den Motor dar, der das Visuelle materialisiert, jenseits chromatischer Wahrnehmungen oder sozialer, politischer Eindrücke usw. Ich könnte Kunst und Literatur nicht aus meinem Leben ausschließen. Ich bin mit viel Literatur aufgewachsen und habe das danach mit bildender Kunst, Grafik, Street Art kombiniert.
Kunst und Literatur stellen für mich gemeinsam das höchste Gedicht des Geistes dar, das kontinuierlich geschrieben wird, das tägliche Flussgedicht.
Was liest Du derzeit?
Jetzt lese ich Jon Fosse, die Trilogie. Er ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren, die ich schätze. Ich mag die Atmosphäre, in die es mich einhüllt, und jedes Mal, auf jeder neuen Seite, ist es eine Atmosphäre, die vollständig und vollständig erscheint. Was Jon Fosse schreibt ist ein zeitloses Märchen von großer Zartheit und Poesie. Ich mag seine äußerst poetische Prosa sehr. Es rekonfiguriert meine poetische Wahrnehmung des Schreibens im Allgemeinen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
og jeg følte det gik et/ und ich fühlte, dass es funktionierte
stort uenneligt/ entschieden widersprechen
skrig gennem/ Schrei durch
naturen/ die Natur
Das ist eine Zeile von Edvard Munch, in der ich mich wiederfinde, in der ich alles finde, was eine künstlerische Anstrengung mit sich bringt. Der Schrei der Natur ist der Schöpfungskeim in der Kunst, der sich mehr oder weniger sichtbar manifestiert, bei seinem Schöpfer aber immer mit Intensität einschlägt. Es hat eine sehr intensive, schwere, hyperluzide poetische Ladung. Es fasziniert mich total.
Ioana Miron, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview liebe Ioana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Ioana Miron, Schriftstellerin
Zur Person _ Ioana Miron, geboren am 10. November 1989 in Botoşani, Rumänien, schreibt Gedichte und hat vor kurzem Zeit begonnen, mit Prosa zu jonglieren, um ihre eigene Realität zu überdenken und zu polieren. Sie übersetzt Gedichte und Prosa aus dem deutschen und nordischen Raum. Sie ist auch Illustrator und Grafiker und Mitglied für Pen Rumänien. Sie lebt derzeit in Bukarest.
Fotos_privat
2.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Zur Person: Sabine Schönfellner, geboren 1987, studierte Literaturwissenschaft, Skandinavistik und Deutsch als Fremdsprache,anschließend Promotion in Literaturwissenschaft. Arbeitet als freiberufliche Texterin und Lektorin,organisiert und leitet Schreibwerkstätten. Zahlreiche Preise und Stipendien.
Aktuelle Veröffentlichungen:Herbstwespen (Erzählung, mikrotext, 2020), Draußen ist weit (Roman, Literaturverlag Droschl, 2021).
Lieber Philipp, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Derzeit ist mein Tagesablauf sehr unterschiedlich und hängt meist von den jeweiligen Konzertreisen ab. Wenn es keinen frühen Flug gibt, bin ich nicht unbedingt ein Frühaufsteher und das Erste nach dem Aufstehen ist eine gute Tasse puren, schwarzen Kaffee. Der ganze Tag ist dann gefüllt mit Allmöglichem – Telefon, Email, Programmplanung, Reiseplanung, etc. Und am Schluss gäbe es da auch noch die musikalische Arbeit am Klavier… Einen fixen Tagesablauf gibt es aber an den Tagen, an denen ich unterrichte, da ich seit Anfang 2022 auch einen Lehrstuhl am Johann-Joseph_Fux Konservatorium in Graz habe. Da wird vormittags diszipliniert zwei Stunden selbst geübt und dann den gesamten Nachmittag acht Stunden diszipliniert mit meinen Schüler:innen gearbeitet. Am Abend darf es dann ein gutes Essen mit einem Glas Wein oder Bier geben.
Philipp Scheucher, Pianist
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Besonders wichtig aus meiner Sicht als klassischer Pianist finde ich die Begegnung – Begegnung mit Menschen, Kultur, Musik, alles was uns als Gesellschaft ausmacht. Die Pandemie hat so vieles eingeschränkt und hat uns ebenso faul gemacht, Neues zu entdecken. Sicherlich spricht nichts gegen einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher mit gutem Essen direkt nach Hause geliefert. Ein Erlebnis wie ein Live-Konzert mit anschließenden Gesprächen und einem gemeinsamen Umtrunk kann aber nichts ersetzen. Es ist aber bereits schön zu sehen, dass sich langsam die Folgen der Pandemie – gerade im Konzertbetrieb – erholen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ich glaube Musik ist sowohl Bildung, als auch Unterhaltung; sowohl ein Medium zum einsam sein, als auch zum gemeinsam sein; sowohl Vermittlung von Leiden als auch Vermittlung von Heilung. Ein so universelles Mittel der Kommunikation ist in Zeiten, in denen eine Krise der nächsten folgt, besonders wichtig. Man stelle sich vor, wie ein Konzert Menschen bewegt. Künstler, Konzertsaal und Publikum werden eins. Dies bewirkt in diesem Augenblick eine Situation von Frieden und wirkt hoffnungsvoll auch darüber hinaus weiter.
Was liest Du derzeit?
Nach meinem letzten Besuch bei meinen Eltern habe ich im Bücherregal das Buch „Immer dieser Michel“ von Astrid Lindgren entdeckt. Das war das allererste Buch, das ich als Fünfjähriger verschlungen hatte. Nun lese ich erneut die amüsanten Geschichten von Michel aus Lönneberga und merke, wie das Kind in mir wieder auflebt.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Eine falsche Note zu spielen ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen ist unverzeihlich.“-Ludwig van Beethoven
Dieses Zitat von meinem verehrten Komponisten Ludwig van Beethoven ist meiner Meinung nach nicht nur musikalisch anwendbar. In einer Gesellschaft, in der immer mehr nach Perfektion gestrebt wird, vergessen wir oft, dass wir alle Menschen mit Emotionen sind und nicht fehlerfrei funktionieren. Sicherlich ist es besonders in der Musik zu bemerken, dass ein perfekt gespieltes Konzert uns zwangsläufig nicht so berührt, wie ein Konzert, dass uns emotional auf eine Reise mitnimmt. Das gleiche gilt aber auch in allen Lebenssituationen. Vielleicht denken wir im Alltag auch daran, die Dinge besonders zu genießen und wertzuschätzen, die ins uns Leidenschaft für etwas hervorrufen.
Philipp Scheucher, Pianist
Vielen Dank für das Interview lieber Philipp, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Anne Marie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf hat sich nicht wesentlich verändert. Bereits lange vor Pandemie und Krieg habe ich mein Leben in eine Richtung gelenkt, die nachhaltiger ist und das Essentielle sucht. Ich habe mich dem zugewandt, was mir wirklich wichtig ist und auf viele unnötige Dinge, die man meint, haben oder tun zu müssen, verzichten gelernt. Das hat auch mit meiner eigenen Biographie zu tun, die von tiefen Einschnitten geprägt ist.
Anne Marie Pircher, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Es ist ganz wichtig, in diesen schwierigen Zeiten nicht den Mut zu verlieren und mehr als sonst auf sich selbst und seinen Nächsten achtzugeben. Ich denke, dass Humor und Gelassenheit gute Mittel sind, um Situationen, die unüberwindbar scheinen, zu begegnen. Es gibt derzeit so viel Hass und Unsicherheit, auch so viel Ungerechtigkeit, dass man am liebsten schreien würde. Und viele tun das auch zu Recht. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Ich lerne derzeit mehr Achtsamkeit in Bezug auf meine nähere Umgebung. Es braucht mehr Freundlichkeit unter uns Menschen, auch gegenseitige Wertschätzung. Vor allem aber echte Empathie für den Mensch, der neben uns steht. Es ist leicht, sich in eine Ideologie zu flüchten, viel schwerer ist es, im gelebten Alltag füreinander da zu sein. Kriege beginnen im Kleinen, in den Familien, auf der Straße, im Geschäft, in den Institutionen. Davon bin ich überzeugt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich denke, dass es für uns alle wichtig ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Zu schauen, was passiert und in welche Richtung es geht. Achtsamkeit ist das Gebot der Stunde. Mir macht die Spaltung der Gesellschaft große Sorge, sie ist so stark spürbar, dass es mich jeden Tag auf irgendeine Weise beschäftigt. Ich sehe viel Verbitterung, Kälte und Egoismus zu allen Seiten. Auch reale Armut. Da gilt es, hinzuschauen.
Während der Pandemie habe ich meinen Roman „Iris & Pupille“ geschrieben. Er erzählt vom Ausbruch einer jungen Frau im Südtirol der 1980er Jahre. Ein Text zwischen Abgrund, Rebellion und Neubeginn. Ich habe trotz der Drastik versucht, nicht zu werten, sondern die Menschen darin sprechen zu lassen. Literatur ist unter anderem auch eine Kunst des Zuhörens. Darin sehe ich eine große Chance und meine Aufgabe.
Was liest Du derzeit?
„Geschichte eines Kindes“ von Anna Kim.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es gab Sehnsucht nach etwas, das verloren war, Sehnsucht nach etwas, das sich nicht erfüllt hatte, Sehnsucht danach, etwas zu finden, und manchmal auch danach, etwas zu verlieren.“ Iris Wolff
Vielen Dank für das Interview liebe Anne Marie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Anne Marie Pircher, Schriftstellerin
Zur Person _ Anne Marie Pircher lebt als Schriftstellerin und Lyrikerin in der Nähe von Meran/Südtirol. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt den Roman „Iris & Pupille“ in der Edition Laurin Innsbruck, 2022. War Finalistin beim Literaturwettbewerb „Floriana“ in St. Florian b. Linz. Sie erhielt mehrere Stipendien der Südtiroler Landesregierung.