„Give“ Sheida Samyi, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Villach 12.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Give

Immediate

Viral

Ease

Pray for

Endless love

And

Chaos

Ends

As

Clear

Hope

And

No

Chance will ever

Escape

Sheida Samyi, 21.8.2022

Sheida Samyi_Künstlerin, Poetin, Graphik Designerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sheida Samyi_Künstlerin, Poetin, Graphik Designerin

www.sheidasamyi.com

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 21.8.2022.

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„Fretten“ Helena Adler. Jung und Jung Verlag.

„Wir sind daheim, wie man bei uns sagt…“

Da ist der Traum und alles wie es war ist wieder im Kopf bis es explodiert. Das Elternhaus. Der Berg. Das Leben, die Liebe und der Tod ringsum. Der Regen. Die Mücken…Die Abendsonne…und es geht weiter…

Du schläfst auf mir, ich bin Dein Polster, erhöre dich und wiege dich in meinem Atem…“.

Wir sind daheim, wie man bei uns sagt…

Helena Adler, Salzburger Schriftstellerin, legt nach Ihrem Sensationsdebüt „Die Infantin trägt den Scheitel links“ (2020) mit „Fretten“ ihren zweiten Roman vor, der in einem mitreißenden Monolog ein Feuerwerk von Bildsprache als Manifest und Schrei zündet und im rasenden Sprachraum(schiff) durch Zeit und Leben katapultiert. Es gibt hier keinen Anfang und kein Ende, sondern nur ein Mittendrindsein, einen Welt-Raum, der du und ich, damals und jetzt, Tag und Nacht, Traum und Realität umfasst und in dem Leben und Sprache alles ist. Und all das Erlebte, Gesehene, Befürchtete und Erhoffte muss raus. Auf den Tisch, die Erde, in den Himmerl, in das Wort. Expressiv, explosiv und mit einer Zärtlichkeit und einem Zorn, der Liebe ist, war, vielleicht sein könnte. Liebe, die in die Augen, auf und unter die Haut sehen will. Da wo es rot, wund ist, wo Liebe und Leben wohnt, haust, wuchert, weitergeht und endet…

Helena Adler schreibt als würde William Turner mit Edvard Munch in den Sonnenuntergang blicken. So ist es, sagen sie dann, gehen wir jetzt dorthin wo die Farben herkommen, das Licht, der Schmerz, die Form, die Liebe. Am Weg schreiben wir darüber – solange bis es dunkel wird…

„Ein Roman der Mensch, Liebe, Welt bei Schweiß, Blut und Tränen unvergleichlich zu packen weiß.“

Walter Pobaschnig  9_22 _ 1/24

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„Die Natur des Menschen hat das Bedürfnis nach Verbindung“ AnotherR_Leonie Wahl/Desi Bonato _ dancer/choreographer _ Premiere OFF Theater Wien 30.9.2022

„AnotherR – Die Wirklichkeit ist ganz woanders!“ _
Leonie Wahl (rechts im Bild) / Desi Bonato_dancer/choreographer _ Wien

Liebe Leonie! Liebe Desi! „AnotherR – Die Wirklichkeit ist ganz woanders!“ ist der Titel Eurer Tanzperformance, die am 30.9.2022 im OFF Theater/White Box Wien Premiere hat.

Wie kam es zu diesem Thema?

Leonie Wahl (LW): Die Idee ein Tanzstück über den Einfluss virtueller Realität auf Mensch und Gesellschaft, unsere Körper, unsere Emotionen zu konzipieren, hat mich schon lange beschäftigt. Ich habe dann mit Ernst (Ernst Kurt Weigel, Schauspieler, Regisseur, Autor, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer OFF-Theater Wien, Gründer und Leiter des „Bernhard Ensemble“ Wien; Anm.) darüber gesprochen und wir sind dann gleich in den Proberaum, haben die Brillen besorgt und es ging los (lacht).

Wie ist die Choreografie dazu entstanden?

LW: Am Beginn standen persönliche Zugänge zum Thema. Ich habe dann im Studio Fixpunkte der Choreographie erarbeitet, die wir dann in Form und Ablauf weiterentwickelten. Es folgt da ein Schritt dem anderen.

Desi Bonato (DB): Wie beeinflussen sich Realität und virtuelle Realität, wie verbinden sie sich, spielen sie miteinander?Wo werden wir überfordert, vereinnahmt und wann kann virtuelle Realität ein verrücktes Gefängnis werden, ohne dem du nicht leben kannst? Diese Gesichtspunkte sind auch ein Teil des Aufbaus der Choreografie.

Wie gelingt diese beeindruckende Körperdynamik, -expressivität in gemeinsamer Performance?

DB: Jede Bewegung hat einen ganz bestimmten Aufbau und eine „Lesart“ im Ausdruck. Diese ist wiederum Teil einer Struktur, der wir folgen.

LW: Form, Ausdruck, Raum. Das sind die Grundlagen, auf denen eine Choreografie aufbaut. Es fließen dann persönliche Erfahrungen, Erinnerungen ein, die ich ausdrücke und an meine Tanzpartnerin weitergebe und aufnehme.

Jeder Körper, jeder Mensch ist anders. Es geht da nicht um Perfektion in völliger Übereinstimmung, sondern um das Erkennen von individuellen Möglichkeiten, Qualitäten. Dabei ist für mich die gemeinsame Intention ganz wesentlich.

Welche Rolle spielt die Musik in der Performance?

LW: Das ist ein sehr wichtiger Teil. Es freut uns sehr, dass wir mit Bernhard Fleischmann kooperieren (Bernhard Fleischmann ist ein österreichischer Musiker, Komponist und Produzent. Er wurde er 2019 mit dem Österreichischen Filmpreis 2019 in der Kategorie Beste Musik ausgezeichnet, Anm.) und er wird auch live spielen.

DB: Bernhard Fleischmann hat eine ganz außergewöhnliche Fähigkeit eine Tanzchoreografie aufzunehmen und auch impulsgebend zu inspirieren. Auch ein Kreieren von Atmosphäre zeichnet ihn aus, in der wir uns sehr wohl fühlen.

Wie geht Ihr persönlich mit virtueller Realität um?

LW: Desi ist nicht so abhängig (lacht).

DB: Ich gehöre einer Generation an, in der virtuelle Realität eine große Rolle spielt. Es ist ein Statement unserer Persönlichkeit aber auch ein Kampfplatz, in dem es um Macht geht. Ich bin mir auch dessen bewusst und daher nicht der größte Fan von virtueller Realität. Die Gewohnheiten sind in meiner Generation ganz verschieden, jeder Mensch hat da seine eigene Perspektive. Für mich ist eine gute, dosierte Form virtueller Realität hilfreich, etwa um Freude zu erleben, aber nicht mehr. 

LW: Ich benutze das Internet sehr gerne, es ist faszinierend, aber es gelingt mir auch gut virtuell dann wieder auszusteigen. Ich bin in einer Familie ohne Fernseher aufgewachsen, daher fällt mir das vermutlich leichter. Wenn du mit einem Fernseher aufwächst, hast du den Bildschirm ständig vor dir und am Computer ist das dann dasselbe. Da wirst du vielleicht leichter zum totalen virtuellen Junkie (lacht).

Kennzeichnet die moderne Gesellschaft, den modernen Menschen ein Ringen, ein Kampf zwischen Virtualität und Realität?

DB: Es ist unmöglich beide „Welten“ zu trennen. Es gibt Menschen, die ohne Telefon, Internet leben wollen, aber das sind sehr wenige. Persönlich ist immer wieder zu entscheiden, was „zu viel“ ist.

LW: Ich habe keine Angst vor der virtuellen Realität. Für mich ist es wie alles andere, das Freude macht. Wenn es da eine Balance von realer Begegnung, Mensch, Kultur, Natur und virtueller Realität gibt, ist diese für mich nicht beängstigend. „Too much ist natürlich to much“, das ist aber bei allen Dingen so.

Was mir mehr Sorge bereitet, ist die virtuelle Macht an sich, etwa was persönliche Daten und damit Kontrolle betrifft (Konzerne reich macht, Menschen ausbeutet und die Gemeinschaft schwächt). Das macht natürlich Angst.

Wie bei der Entdeckung der Kernspaltung, kann das Internet friedlich zum Wohle aller genutzt, aber auch als Instrument der schlimmsten Zerstörung missbraucht werden. Entscheidend ist, wie wird mit all diesen wertvollen Informationen letztlich umgegangen?

Ich vertraue grundsätzlich in die Natur des Menschen und das Bedürfnis nach Verbindung. Da ist das Internet eine Möglichkeit und keine Atombombe, aber auch eine Erfindung, in der es bestimmt noch Lösungen für die verschiedenen Probleme geben wird.

Trennt oder verbindet virtuelle Realität Menschen?

DB: Virtuelle Realität ist eine Verbindung, aber keine reale, im Gegensatz dazu ist es die Illusion einer Verbindung. Eine „face to face“ Begegnung in der Realität hat natürlich ganz andere Voraussetzungen, Erfahrungen, Wertigkeiten.

LW: Dieses reale Begegnen in allen Emotionen ist auch ein wesentlicher Aspekt der Choreographie. Ebenso wie das gemeinsame virtuelle Spiel, das Freude bereitet. Das ist auch unsere Intention, diese Freude auszudrücken.

DB: Spiel ist immer Freude, die sichtbar ist. Körperlich sichtbar. Unser Stück soll das auch zeigen.

Ihr seid ein großartiges Team! Wie lange arbeitet Ihr schon zusammen?

DB. Es gab bisher eine gemeinsame Produktion und Begegnungen bei unterschiedlichen Projekten und Auditions.

LW: Wir haben viel Gemeinsames, etwa unsere internationalen Stationen als Tänzerinnen. Auch Italien, wo wir aufgewachsen sind, verbindet uns. All das fließt in Projekte ein und macht es zusätzlich sehr spannend.

„AnotherR – Die Wirklichkeit ist ganz woanders!“ _ Koproduktion orgAnic reVolt / DAS OFF THEATER
von links_Desi Bonato_dancer/choreographer; Leonie Wahl, dancer/choreographer, Gründerin, künstlerische Leiterin orgAnic reVolt; Ernst Kurt Weigel, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer OFF-Theater Wien, „Bernhard Ensemble; Mag. Christina Berzaczy
(Regie- und Dramaturgieassistenz)
; Nadine-Melanie Hack, BA
(Social Media)

Herzlichen Dank für die spannenden Probeneinblicke, das outdoors Fotoshooting, das Interview und die Gespräche mit Euren tollen Team!

Viel Freude und Erfolg für die Premiere von „AnotherR – Die Wirklichkeit ist ganz woanders!“ am 30.9.2002 im Off Theater/White Box Wien!

AnotherR _ DAS OFF THEATER, WHITE.BOX, Kirchengasse 41, 1070 Wien _ 30.9./1.10.2022 20h

Koproduktion orgAnic reVolt / DAS OFF THEATER

Die Wirklichkeit ist ganz woanders!

Eine Tanz Performance über den Einfluss virtueller Realitäten auf uns Menschen, unsere Körper, unsere Bewegungen, unsere Emotionen und dadurch auf die gesamte Gesellschaft.

Reality is somewhere else!

A dance performance about the influence of virtual realities on us humans, our bodies, our movements, our emotions and thus on the entire society.

Tanz, Choreografie: Desi Bonato und Leonie Wahl https://www.leoniewahl.com/news
Musik: b.fleischmann
Outside eye: Ernst Kurt Weigel
Lichtdesign: Julian Vogel

Dauer: 45″

Datum / Date:

30. Sept. & 1. Okt., jeweils 20:00 Uhr

DAS OFF THEATER, WHITE.BOX, Kirchengasse 41, 1070 Wien

Programm

„AnotherR – Die Wirklichkeit ist ganz woanders!“ _
Leonie Wahl (rechts im Bild) / Desi Bonato_dancer/choreographer _ Wien

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

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„Vielleicht geht`s jetzt in der Kunst einfach um Unterhaltung, ums Entfliehen“ Maria Lohn, Schauspielerin _ Wien 11.9.2022

Liebe Maria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als Schauspielerin verschieben sich meine Tage stets bis tief in die Nacht hinein, was mir bisweilen das Tageslicht raubt. Ich bin meinem kleinen Sohn unendlich dankbar dafür, dass er mir den Morgen als ganz wichtigen Teil meines Lebens zurückgeschenkt hat. Mit ihm habe ich wieder das Frühaufstehen gelernt.

Ein guter Tag beginnt für mich mit einer Tasse Assam Tee. Dieser Tee und sein Tee-Ei kommen überall hin mit, auch in Hotelzimmer zu meinen Filmdrehs. Das Tee machen ist für mich ein ganz wichtiges Morgenritual, das sich in der Stille und im Winter auch in der Dunkelheit des frühen Morgens am besten vollziehen lässt. Der Tee, der seine Zeit braucht, um sein wunderbares Aroma zu entfalten. Genauso wie meine Gedanken Zeit brauchen, sich ans Wachsein zu gewöhnen, ans Planen, ans Visionen erstellen. 2 Tassen davon werden es sein, bevor ich in meine Marmorhöhle („marble cave“) verschwinde. So bezeichne ich unseren Gewölberaum im hinteren Teil unserer Wohnung, der gänzlich unter der Erde liegt, mit Marmor und Salzlampen ausgestattet.

Hier starte ich in den Tag mit einem Ganzkörpertraining, stets beginnend mit dem Sonnengruß.

Mein Körper ist mein Werkzeug. Ihn zu bewegen, immer wieder aufs Neue zu kräftigen, innigst zu pflegen, sehe ich als meine Aufgabe. Wie das Cello für die Cellistin, das Skalpell für die Chirurgin, die Nähmaschine für die Schneiderin.

Danach ist es höchste Zeit für den Wirbelwind. Es gilt, mein Kind für die Schule vorzubereiten. Da darf es kurz mal wild und ungestüm sein. Da wird Frühstück gemacht, Zähne geputzt, geweint, gelacht. Da haben wir Angst vor dem Zuspätkommen, dann passt die Farbe der Hose nicht, dann wird Orangensaft verschüttet. Da holt mich schnell die Realität ein, da geht es ums echte Leben, da wird mir der Spiegel vorgehalten, da werden mir meine Grenzen und meine Unendlichkeit gezeigt.

Stille.

Maria Lohn, Schauspielerin

Dann verlagert sich mein Fokus ins Virtuelle. Mein Instagram-Account bedarf meiner Aufmerksamkeit, Emails werden beantwortet, Telefonanrufe, Ecastings müssen vorbereitet werden, wofür es Text zu lernen, Kostüme auszusuchen und den Raum auszuleuchten gilt. Castings sind für mich in den letzten beiden Jahren sehr technisch geworden. Als Schauspielerin ist man Mensch für alles geworden. In meiner Ausbildung damals vor fast 20 Jahren, durfte man sich allein auf die Rollengestaltung konzentrieren. Jetzt habe ich gelernt, welche Lichteinstellung welchen Schatten neutralisiert, welche Kostümfarbe zu welchem Hintergrund passt, mit welcher Kameraeinstellung man bestimmte Emotionen am elegantesten zur Geltung bringt. Theoretisch! Das Video wird am Ende immer abgeschickt. Perfekt ist es nie. Und unendlich ist die Hoffnung auf ein gütiges Auge, auf einen wunderbaren Zufall.

Spaziergänge in meinem Bezirk Währing sind mir momentan besonders wichtig. Da gibt es den Türkenschanzpark, den Pötzleinsdorfer Schloßpark. Ich nehme mir Zeit an der frischen Luft, wobei das Wetter selten eine große Rolle spielt.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Um es ganz nüchtern zu betrachten, brauchen wir wohl ein verstärktes Maß an Demokratiebesinnung. Noch nie hat die Europäische Union so sehr an Bedeutung gewonnen wie jetzt, nämlich als das Friedensprojekt, das ihrer Entstehung zugrunde liegt.

Den raschen Ausbau erneuerbarer Energien und den Weg zurück in einfachere Lebensweisen sehe ich als die drängendsten Herausforderungen der kommenden Jahre an.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich war 8 Jahre alt, als der Eiserne Vorhang fiel. Mein Vater war Historiker und in unserem Haus ging es um kein anderes Thema. Meine Eltern pflegten auch einige Freundschaften mit Menschen aus Ostdeutschland, sowie der heutigen Tschechischen Republik. Schon als Kind war ich peripher damit konfrontiert, was gewaltsames physisches Grenzen ziehen, bzw. das Unterjochen menschlicher Existenzen an Leid verursacht.

In der Frage Krieg oder Frieden kann es im Grunde immer nur um Empathie gehen. Europa/Wir ist/sind aus dem Märchenschlaf erwacht. Wir müssen ins Handeln kommen und eben genau diesem Friedensprojekt gerecht werden, dem wir unseren jahrzehntelangen Zustand seliger Schwerelosigkeit verdanken, inmitten einer von Krieg, Hunger und Zerstörung gebeutelten Welt.

Für mich bedeutet meine Arbeit als Schauspielerin immer auch ein Spiegel zu sein. Kunst generell ist vielleicht die Abbildung der Wirklichkeit, aber natürlich auch in unwirklicher Form. Kunst bietet vielleicht die Möglichkeit, sich, sein Handeln von außen zu betrachten und läßt unter Umständen gar einen Funken Reflexion zu.

Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht geht`s einfach um Unterhaltung, ums Entfliehen, bestenfalls um eine Gemütserregung.

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig, da ich je nach Tagesverfassung auch einen bestimmten Text brauche, bzw. gedanklich konstruktiv verwerten kann.

Momentan offen sind:

Fear von Bob Woodward

Tropic of Capricorn von Simon Reeve

Women who run with the wolves von Clarissa Pinkola Estés

Hood Feminism von Mikki Kendall

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„The audience doesn’t come to see you, they come to see themselves.“ Julianne Moore

„Fight for the things that you care about, but do it in a way that will lead others to join you.“ Ruth Bader Ginsberg

Maria Lohn, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Maria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Maria Lohn, Schauspielerin

https://www.maria-lohn.com/

Fotos_1 Volker Schmidt; 2,3 Jan Frankl;

8.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Grob“ Ria Karlotti, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Graz 11.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Grob gehen die Menschen mit ihren Brüdern und Schwestern um.

Ihre Waffen richten sie gegeneinander.

Verlieren tun dabei fast alle.

Einige wenige bereichern sich am Leid der anderen.


Profitgier verleitet sie zu Gräueltaten.

Etliche schließen sich ihnen bereitwillig an.

Andere unternehmen aus Feigheit nichts dagegen.

Chancen bietet nur die Flucht.

Ein Neubeginn in der Fremde.


Aber


Chancen bieten sich manchmal im Kleinen.

Helfende Hände, wo Not am Mann ist.

Anteilnahme und Mitgefühl

Nur miteinander können wir Brücken bauen.

Clinches beilegen und Frieden schließen.

Einfach ist es nicht – aber möglich.


Ria Karlotti, 27.8.2022

Ria Karlotti, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ria Karlotti, Schriftstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 27.8.2022.

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„Was kann mächtiger sein als Kunst?“ Nina Batik, Schauspielerin _ Wien 10.9.2022

Liebe Nina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ganz unterschiedlich. Ich habe immer mindestens 3 Projekte am Laufen, seien es Theaterproduktionen oder Events, bei denen ich beteiligt bin, oder Nebenjobs. Wenn ich früh einen Termin habe, springe ich meistens gleich aus dem Bett und nach einer Dusche, schon zur Tür hinaus. Angezogen natürlich.

Den typischen Tagesablauf habe ich eigentlich nicht. Während den Lockdowns habe ich mir einen groben Rhythmus geschaffen oder besser gesagt, eine tägliche To-Do-Liste, aber eher um in der Untätigkeit nicht durchzudrehen.


Heute muss ich vielmehr sehen, wie ich alles unter einen Hut bekomme. Manchmal nähe ich selbst die Kostüme für Produktionen, an denen ich beteiligt bin. Das spart zwar Geld, aber nicht meine Zeit. Deshalb fühlt sich mein Tag manchmal wie eine Partie Tetris an, aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe lieber viel zu tun als gar nichts.

Nina Batik_Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht die Hoffnung zu verlieren, würde ich sagen. Es gibt glaube ich niemanden, den die Ereignisse der letzten zweieinhalb Jahren kalt gelassen haben.  Ich habe gesehen was die Isolation der letzten zwei Jahre mit manchen Menschen gemacht hat. Vielen geht es nicht gut, mental oder finanziell. Da nicht den Glauben an eine bessere Zukunft zu verlieren ist schwer, aber das ist es, was einen am Ende schließlich weitermachen lässt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Nicht dieselben Fehler zu wiederholen. Immer wenn es einen Neubeginn geben soll, werden am Ende dieselben Fehler gemacht wie zuvor. Und meistens ist der größte Fehler zu glauben, dass man es bereits besser weiß, als die Vorgänger. Das wir klüger und reifer als Menschheit geworden sind. Fakt ist doch: Wann immer man Raum für menschliche Gier, Hass, und Egoismus lässt, wird dieser auch gefüllt werden. Wenn es Gesetzeslücken gibt, werden diese genutzt werden.

Die Kunst, sollte meiner Meinung nach sowohl den Menschen den Spiegel vorhalten, als sie auch zum Träumen einladen. Wenn Kunst nur zerstreuen soll, dann vergessen die Menschen zu leicht die Probleme ihrer Realität. Wenn die Kunst einem nur vorhält, wie schlecht die Welt ist, dann geht wiederum die Hoffnung verloren, es besser machen zu können.

Das Theater, Schauspiel… im Grunde erzählen wir Künstler:innen immer eine Geschichte. Und eine Geschichte kann Gedanken in Bewegung setzten, die alleine nie zum Rollen begonnen hätten. Sie kann inspirieren. Kunst hat die Macht das Denken der Menschen zu beeinflussen und zu verändern, was kann mächtiger sein? Deshalb sehe ich die Aufgabe der Kunst darin, nicht die Menschen von ihrem Leben und ihren Problemen abzulenken, sondern sie auf geschickte Art und Weise heranzuführen, um diese leichter verdaulich zu machen.

Was liest Du derzeit?

Marc Aurels Selbstbetrachtungen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Blick` in dein Inneres. Da ist die Quelle des Guten, die niemals aufhört zu sprudeln, wenn du nicht aufhörst zu graben. – Marc Aurel

Nina Batik_Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin

Vielen Dank für das Interview liebe Nina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musik-, Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nina Batik_Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin

Fotos_https://www.facebook.com/hashtag/mikesphotos

5.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Grab halt tiefer“ Guido Rohm, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Petersberg/D 10.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Grab halt tiefer.“

Ich kann kaum noch.“

Verflixt!“

Er muss doch hier sein.“

Pass auf, dass du ihn nicht beschädigst.“

Es reicht, nerv nicht!“

Atmen!“

Coach mich nicht auf diese Art.“

Es muss sein.“

Atmen!“

Cäsarisches Ungetüm.“

Hoffnung, darum geht es hier. Um Hoffnung!“

Arschloch.“

Nicht so negativ.“

Cä… Da!“

Endlich. Wir haben ihn gefunden.“

Guido Rohm, 28.8.2022

Guido Rohm, Schriftsteller, Künstler

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Guido Rohm, Schriftsteller, Künstler

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 28.8.2022.

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„gegnerbrüder“ Christl Greller, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Wien 9.9.2022

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familien-aufstellung

gegnerbrüder. und gibt es sie

in vielen familien.

vielfältig die gründe – ob

eingebildet, ob echt.

paradebeispiel: kain und abel.

es schafft keine lösung. denn

anfang der gewalt ist das schweigen. der                

chor der stummen tritt nicht in verbindung.

einzig reden hilft.

auch in der menschheitsfamilie. ein

come-together der gegnerbrüder gibt

hoffnung auf ein gespräch.  unverblümt, freimütig

aufarbeiten, was anliegt, wenn anfangs auch schwer.

nach und nach näherkommen, lösungen finden.

come-back des friedens,

endlich.


Christl Greller, 28.8. 2022

Christl Greller, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Christl Greller, Schriftstellerin  

twitter.com/cgreller

www.greller.at

Foto_Renate Ritter

Walter Pobaschnig _ 28.8.2022.

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„Theater muss die Möglichkeit schaffen, den Geist freizulassen“ Jennifer Pöll, Schauspielerin _ Wien 9.9.2022

Liebe Jennifer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf sieht immer anders aus. In diesen Tagen sitze ich viel vor meinem Computer und schreibe Hörfilme für blinde und sehbehinderte Menschen. Nächste
Woche reise ich nach Deutschland und probe für ein neues Stück am Theater Bielefeld.

Jennifer Pöll, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Unseren Optimismus und unsere Empathie nicht zu verlieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei
dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?


Das Theater und die Kunst an sich hat die Aufgabe aufzuzeigen. Zu veranschaulichen, womit die Menschheit sich beschäftigen soll, ja muss. Gleichzeitig muss es die Möglichkeit schaffen, dem Alltag und den Sorgen zu entfliehen und den Geist freizulassen.

Was liest Du derzeit?

Das Textbuch zu dem Stück, dass ich nächste Woche zu Proben beginne. Und
gerade gestern habe ich mir das neue Buch von Ferdinand von Schirach geholt:
„Nachmittage“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich würde gerne das südafrikanische Wort und Lebensgefühl Ubuntu teilen. Es bedeutet in etwa Menschlichkeit, Nächstenliebe und Gemeinsinn, sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist. In vielen afrikanischen Ländern ist Ubuntu ein Lebenskonzept. Das Individuum wird nicht als Einzelkämpfer definiert, sondern als untrennbar mit der größeren Gemeinschaft verbunden. Ein bisschen mehr Ubuntu würde der Menschheit und dem Planeten gerade jetzt guttun

Vielen Dank für das Interview liebe Jennifer, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jennifer Pöll, Schauspielerin

www.jenniferpöll.com

Foto_Severin Koller

31.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Aber so kann ich nicht gehen“ Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ acting Undine geht/Ingeborg Bachmann _ Wien 9.9.2022

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_Wien_
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachman
n

Liebe Mara, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

„Und ich, war ich je einverstanden?“, Undine wird nicht von Hans nach ihrer Meinung gefragt – Undine reflektiert und fragt sich schließlich selbst – Undine geht (einen Schritt weiter).

Frauen sind keine Gefahr für das andere Geschlecht. Es besteht eine Eigenverantwortung auch auf Seiten der Männer. Ich kenne durchaus Frauen, die mit dem Gedankengut aufgewachsen sind, eine Gefahr für Männer darzustellen, sie mussten auf ihr Äußeres und ihr Verhalten achten um „ja niemanden zu verführen!“ Da geht das Selbstbewusstsein oftmals flöten.

Undine denkt, versteht, hört zu – sie kann Hans 1, 2, 3… Parole bieten.

Liebe braucht oftmals nicht mehr als gemeinsam die Zeit vergessen zu können und DA zu Sein.

Nicht zu verbittern. „Aber so kann ich nicht gehen.“

„Undine geht“ wurde vor 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Zum Glück hat sich vieles positiv entwickelt. Ich bin sehr dankbar, für die Errungenschaften mutiger Frauen, die vor oder schon in meiner Zeit gelebt haben/leben. Wenn ich z.B. Werbungen aus den 50/60er Jahren ansehe, dann lässt mich das Staunen, wie Frauen damals noch reden, spielen und sich zeigen sollten… Es ist erleichternd zu wissen, dass solche Werbungen heute keinen Platz mehr haben in unserer Gesellschaft. Das ist natürlich nur ein kleines Beispiel.

Heutzutage finde ich es außerdem seltsam, dass zwar in Texten oder der Bundeshymne gegendert wird aber die Behandlung und Bezahlung am Arbeitsplatz noch immer nicht überall geschlechtsunabhängig ist. Manchmal kämpfe ich aber auch mit Ausdrücken wie z.B. „Frauenquote“. Ist es wirklich so notwendig Frauen durch eine extra Tür hineinzulassen? Warum kann es noch immer nicht überall selbstverständlich sein, dass auch Frauen genauso gute Arbeit leisten können wie Männer.

Durch die vielen Geschlechter-Diskussionen die zurzeit in unserer Gesellschaft stattfinden, wird sich vermutlich noch einiges neu gestalten. Man bleibe gespannt.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Nach wie vor ist sie spürbar. Auch wenn die gesetzlichen Grundlagen bei uns eine machtmäßige Gleichstellung garantieren, sind diese patriarchalen Strukturen heute in verschiedenen Milieus trotzdem noch existent. Es liegt viel an den einzelnen Personen, wie damit umgegangen wird.

Was mir lange nicht bewusst war: Erst seit 1975 dürfen Frauen in Österreich ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander von Mensch und Mensch im gesellschaftlichen Lebens aus. Welche Auswege siehst Du da?

Ehrlich gesagt, finde ich es sehr schwierig auf solche „großen Fragen“ eine Antwort zu geben.

Was mir persönlich ein Anliegen ist und wo ich denke, dass es für ein gutes Miteinander grundlegend ist: Aufrichtigkeit und Vergebung.

„Wenn dir nichts mehr einfiel zu deinem Leben, dann hast du wahr geredet aber nur dann.“

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?

Lernen sich abzugrenzen, wenn es notwendig ist. Nein sagen zu können. Emotionen/Gedanken an- und auszusprechen. Umstände beim Namen zu nennen. Sich zugestehen, wenn etwas zu viel ist / zu viel wird. Aber nicht zu resignieren. Nicht alles Versagen und jeglichen Weltschmerz auf sich selbst zu beziehen. Ungesunde Abhängigkeiten erkennen, eingestehen, auflösen.

Was bedeutet Dir Natur?

Natur ist ein weiter Begriff… Eigentlich gehört der Mensch zur Natur. Sollte ein Teil davon sein. Aber er handelt meist nicht so. Ich brauche es z.B. an einigermaßen „naturbelassene“ Orte zu gehen. Da, wo der Mensch noch nicht alle Finger im Spiel hat. Wo Pflanzen und Tiere ein wenig in Ruhe gelassen werden. Da ich grundsätzlich im Zentrum von Wien lebe, ist das nicht immer so einfach. Aber man findet seine Ecken und Winkel.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Das ist die Frage. Ich denke, wir Menschen, zumindest in der westlichen Welt, müssen auf alle Fälle rasch lernen mit weniger Ressourcen auszukommen (egal ob Strom, Gas, Treibstoff, Essen, Wasser…). Sparsamer zu sein. Doch ich muss ehrlich sagen, manchmal frage ich mich ob der Wille zu dieser Harmonie bei uns Menschen überhaupt noch existiert oder durch Neid und Gier verschüttet ist. Alles natürlich allgemein formuliert. Ausnahmen gibt es zum Glück. Durch meine Nebenarbeit als Archäologin in Hallstatt und am NHM Wien bin ich jedenfalls immer wieder erstaunt wie Leute z.B. in der Bronze- und Eisenzeit ihre Ressourcen effizient genutzt haben und doch einen gewissen Reichtum aufbauen konnten. Oder gerade deshalb jenen Reichtum aufbauen konnten. Man kann als moderner Mensch sehr viel von diesen alten und keineswegs verstaubten Gesellschaftsformen mitnehmen. Der Mensch damals hat sich, wie es scheint, noch viel mehr als Teil der Natur gesehen und sich nicht dermaßen über die Tier- und Pflanzenwelt erhoben. Nachhaltigkeit und Recycling war „normal“.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Zuwendung. Zärtlichkeit. Einsatz. Vergebung.

Was lässt Liebe untergehen?

Bitterkeit, Enttäuschung, Selbstsucht, zu hohe Erwartungen an sich und andere.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Mit einer Kasperl-Folge, in einem Kinder-Magazin abgedruckt, hat es begonnen. Das war mein ersten Lieblingsstück als kleines Kind. Das Nachspielen der Rollen, vor allem der Kasperl selbst hatte es mir angetan, hat die Schauspielbegeisterung in mir ausgelöst. Und die ist bis heute nicht gewichen.

Welche Berührungspunkte/Impulse mit/von Literatur gab es bisher in Deinen künstlerischen Projekten?

Einige. Ich wage zu behaupten, dass Theater und Literatur Hand in Hand geht.

Nicht umsonst gibt es ein eigenes Fach dazu in der Schauspielausbildung. Aber neben Pflichtlektüre habe ich auch selbst Werke gesucht und gefunden. Vor allem in den „eigenen“ Projekten/Performances spielte Literatur bis jetzt eine große Rolle. Wichtige Impulse haben mir z.B. C. Wolf mit „Kassandra“ und H. C. Artmann mit seinen Mundartgedichten geliefert.

Welche Impulse gibt es von der Natur für Dich persönlich?

Ich freue mich über eine schöne, grüne, nach Blumen, Blüten und Gräsern duftende Umgebung. Gute Gerüche sind für mich etwas unglaublich Belebendes. Oder am Wasser. Da ist es natürlich speziell. Bach, See, Meer, Regenpfütze. Die Wellen, die Spiegelungen, die Wasserläufer. Der Meeresgeruch. Das Salz. Gerne auch am Berggipfel mit Aussicht. Das liefert einen tollen Perspektivenwechsel. Rückt die (nur mehr um sich selbst drehenden) Gedanken wieder zurecht. Oftmals helfen aber auch Gewitter, Sturm und Nebel um Stimmungen für sich einzufangen.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Viel, mehr, alles?! Gerade in Dürrezeiten wie diesem Sommer, wo der Wasserspiegel in Flüssen und Seen rundherum sinkt etc., wird man wieder stärker daran erinnert wie kostbar Wasser ist. Wie gut, wenn man an der „Quelle sitzen“ kann. Außerdem, das Gefühl im kühlen Nass unterzutauchen, wenn es draußen heiß ist und alles ächzt, ist unbeschreiblich – der gesamte Körper wird auferweckt, bekommt neue Energie! Die größere Challenge ist es, dann ins Wasser zu hüpfen, wenn es schon lange keine 27°C draußen hat. Aber auch das kann irrsinnig animieren. Und: Laufen im Sommerregen – what a feeling! Wasser hat aber auch etwas Geheimnisvolles und eine irrsinnige Kraft. Man darf es nicht unterschätzen!

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Mittendrin statt nur dabei. Immer wieder freuend, wenn die Tage „wieder länger werden“.

Was sind Deine kommenden Projektpläne?

Ein eigenes Projekt mit zwei Schauspielkolleginnen gespielt im Oktober in der Steiermark und in Wien. Ab November wird wieder mit Ergo Arte für die nächste Produktion geprobt.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Ich liebe das Wasser, seine dichte Durchsichtigkeit, das Grün im Wasser und die sprachlosen Geschöpfe (und so sprachlos bin auch ich bald!), mein Haar unter ihnen, in ihm, dem gerechten Wasser, dem gleichgültigen Spiegel, der es mir verbietet euch anders zu sehen. Die nasse Grenze zwischen mir und mir…

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Achrostikon zu „Undine geht“ bitten? (Wortassoziation zu der Buchstabenfolge – U=Stichwort, N=…..)

U ntertauchen

N achdenken

D ein

I nneres

N eu

E rleben

G efangen

E rlöst

H offnung

T reue

Undine geht….

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_Wien_
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachman
n

Station bei Ingeborg Bachmann_“Undine geht“:

Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_Wien _
acting „Undine geht“ _ Erzählung_ Ingeborg Bachmann _ 1961

Performance/Choreographie/Kostüm_Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin_Wien_

Regie und alle Fotos_Walter Pobaschnig

Interview_Walter Pobaschnig _

Ort_Donau/Wien 8/2022

Walter Pobaschnig 8_22

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