Ein Lyrikband, der beeindruckend den Möglichkeiten der Sprache wie dem poetischen Ich im umfassenden Dialog alles abzuverlangen weiß.
Die große Erzählung des Lebens und der Liebe in Jubel, Schmerz und Abschied wird in Kraft, Präzession und Stille eines selbstbewussten lyrischen Doppel-Ich gesetzt, das in Rhythmik und Ansprache begeistert.
Mensch und Wort begegnen sich in jedem Gedicht so nah, dass die brennende Seele zu spüren ist, die jetzt in der Sprache ihre Form findet und finden muss, um zu erzählen aber nicht preiszugeben, sondern offenzulegen als Brücke eines lyrischen ich, von Mensch zu Mensch.
Was lyrisches Sprechen, Erzählen vermag, wird hier eindrucksvoll gezeigt.
„Ein Lyrikband, der eindrucksvoll zeigt, welch hohe Kunst und große Kraft die Poesie ist!“
Lieber Sebastian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Puh, das ist momentan sehr schwer zu sagen. Ich bin vor 14 Tagen zum zweiten Mal Vater geworden, das wirbelt natürlich alles ordentlich durcheinander. Hinzu kommt, es sind Ferien, Sommer, große Hitze. Wir versuchen regelmäßig aufs Land zu flüchten, um der großen Hitze in der Stadt zu entgehen, gleichzeitig habe ich ein paar Drehprojekte für die man zu Kostümproben und Probeaufnahmen hin- und herfahren muss. Also jeder Tag sieht anders aus und birgt spannende, zumeist schöne Herausforderungen.
Sebastian Thiers, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nun ja, wer ist alle? Die gesamte Menschheit? Dann würde ich sagen, vor allem an die Adresse der reichen Industrieländer gerichtet: Das Wichtigste ist JETZT den „Gürtel“ enger zu schnallen und in den sauren Apfel der Reduzierung zu beißen und Emissionen radikal einzusparen wo wir nicht auf erneuerbare CO2-freie Energieträger umstellen können. Für jeden einzelnen Bürger bedeutet das natürlich Verzicht. Also wäre das Wichtigste zu hinterfragen, wo kann ich helfen CO2 einzusparen, aber auch Energie im Allgemeinen. Ich glaube es reicht nicht, beispielsweise, zu denken: „Ich kaufe mir ein e-Auto und dann bin ich umweltfreundlich.“ Sondern wo kann ich ganz auf das Auto verzichten und zu Fuß gehen, den Zug oder das Fahrrad nutzen. Nur wenn wir es schaffen, umzudenken und Gewohnheiten loszulassen werden wir die Klimakrise meistern können. Die Politik muss viel strengere Maßnahmen setzen und jeder Einzelne muss mitziehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Das Theater ist quasi das Labor der Gesellschaft, hier können wir in die Zukunft schauen und Visionen des Zusammenlebens entwickeln. Fragen aufwerfen und diskutieren wie ein „Neubeginn“ aussehen könnte. Wobei ich gar nicht von einem Neubeginn sprechen würde, sondern eher von einem Transformationsprozess. Wir müssen schließlich mit unseren Altlasten umgehen und schauen was wir daraus machen können. Donna Haraway beschreibt das z. Bsp. in ihrem Buch „Unruhig bleiben“, wo in Kanada Indianerreservate erst von Bergbauunternehmen untergraben und ausgebeutet wurden und jetzt zurückgegeben werden. Die Landschaft ist zerstört bzw. verändert worden und jetzt muß man schauen was man daraus machen kann. So wie in der Gegend um Leipzig, wo ich herkomme, dort wurden Braunkohle-Tagebaue stillgelegt und dann geflutet. Jetzt sind Naherholungsgebiete und Wohngebiete am See entstanden. Man muss es nehmen wie es ist und ändern. Das Theater und die Kunst können Anstöße liefern und den Augenmerk auf Sachen richten, die uns helfen umzudenken. Ich finde auch, daß das der gesellschaftliche Auftrag ist, einerseits Missstände aufzudecken und zu kritisieren und anderseits Visionen – auch phantastische und verrückte Ideen – aufzugreifen und darzustellen. Wenn es gelingt das in gute, spannende Geschichten zu verpacken und auf unterhaltsame, humorvolle Weise vorzutragen, dann hat Theater seinen Beitrag geleistet.
Was liest Du derzeit?
Beruflich habe ich gerade gelesen: „Martin Bormann – Hitlers Vollstrecker“.
Privat lese ich derzeit, wenn ich dafür Zeit finde, die Biographie von Ai Wei Wei: „1000 Jahre Freud und Leid“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich mag den Spruch, der dem Film „A serious man“, von den Cohen-Brothers, vorangestellt ist:
„Nimm in Einfachheit alles hin, was dir widerfährt.“ (Raschi)
Dabei denke ich daran, daß wir in den letzten Jahren so eine Aufregung und Empörung entwickelt haben, wenn jemand anderer Meinung ist als wir. Wir müssen wieder dazu kommen uns gegenseitig zuzuhören und verschiedene Meinungen stehen zu lassen, nicht auszuschließen. Wie Marx sagte:
These + Antithese=Synthese
Vielen Dank für das Interview lieber Sebastian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Die 1970/80er. Es ist die Zeit eines Aufbruchs. In Gesellschaft und Kultur. Ein neues Radio-, Fernseh- und Musikzeitalter bricht an. Das Angebot erweitert sich gleichsam täglich und es sind viele neue Formate und Persönlichkeiten, die eine Zeit und Generation prägen werden.
Die Popularität kommt dabei gleichsam für viele über Nacht. Und eine dieser mutigen, talentierten Persönlichkeiten mit großer Strahlkraft in Fernsehen, Musik und Film ist Désirée Nosbusch. Sie begeistert in jungen Jahren in der Moderation verschiedener Fernsehformate und in vielen Projekten, etwa mit dem Superstar Falco in einem Duett „Kann es Liebe sein?“ (1984).
Der Erfolg ist auf Ihrer Seite und eine Hochschaubahn des Lebens beginnt, die so vieles beruflich ermöglicht wie persönlich herausfordert. Immer auf der Suche nach dem Ankommen, dem Weg zu sich selbst in einer Welt von Glanz, Glamour und Schatten…
In Ihrer vorliegenden Autobiographie erzählt und schildert Désirée Nosbusch verschiedenste Stationen ihres künstlerischen wie privaten Lebens und lässt so Leserin und Leser an einer beeindruckenden persönlichen wie kulturellen Zeitreise in Faszination wie Ambivalenz teilhaben.
„Offen, kritisch, beeindruckend – eine Autobiographie, die über Lebensstationen wie eine Kulturepoche mitreißend zu erzählen weiß“
Liebe Antonia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
So etwas wie einen regelmäßigen Tagesablauf kann man glaub ich als freiberufliche Musikerin gar nicht haben. Heute ist es gemütlich mit Kaffee, Video schneiden, Büro-Arbeit, Yoga mit einer Freundin, abends etwas trinken und tanzen gehen. Übermorgen ist es um 5 aufstehen, zum Zug, Probe, Soundcheck und Konzert in München.
Zuhören, besonders den Menschen, die wirklich eine Ahnung und eine Zukunftsvision haben. Wie gut, dass es sie gibt! Und dann handeln; nicht labern!
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Es ist Zeit, dass alle aufhören zu denken, ihnen stehe zu so zu leben wie bisher. Nur weil wir am Wochenende öfter mal nach Rom geflogen sind und unser liebstes Kindheitsgericht ein knuspriges Hendl ist, haben wir kein Recht darauf.
Die MusikerInnen können natürlich nicht nur durch sozialkritische Texte und politische Stellungnamen ihren Beitrag leisten, die Musikbranche an sich muss umdenken: keinen billigen, nicht-fair produzierten Merch, keine Touren mit dem Flugzeug, keine Musikreleases, die wie Massenware produziert werden, um irgendwelche Algorithmen zu befriedigen. Da stimmt vorne und hinten so viel nicht!
Was liest Du derzeit?
„Der Professor“ von Amélie Nothomb, irgendeinen Brunetti, „Leben im Jetzt“ von Eckhart Tolle. Alles irgendwie bis zu Hälfte, nichts davon haut mich gerade um.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
It’s hard to be just fine with what you’ve got, and not to long for all the things you could have had, but you have not.
Vielen Dank für das Interview liebe Antonia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ Wien _ reenacting Romy Schneider
Liebe Mara, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?
Eine große Gemeinsamkeit von Romy und mir ist wohl die Liebe zu Frankreich und der französischen Sprache. Paris ist, durch meinen längeren Aufenthalt dort, ein wenig Heimat für mich geworden… Zumindest das Gefühl, welches mich durchzieht, wenn ich wieder dort hinkomme ist sehr „heimelig“. Wenn ich nur daran denke, kribbelt es in meinem Bauch. Vielleicht werde ich es noch einmal schaffen länger dort zu leben.
Durch die Sissi-Trilogie bin ich (wie so viele Leute in Österreich) schon im Kindesalter Romy „begegnet“ und sie hatte damals bereits eine Faszination auf mich ausgeübt. Die Lockerheit und Authentizität mit der sie bereits diese Rolle verkörperte ist mitreißend – ihrer Schönheit nichts hinzuzufügen.
Die kämpfende und wandelbare „Romy“ die sich trotz widriger äußerer Umstände und seelischer Tiefen nicht geschlagen gibt, ist ein Vorbild. Es ermutigt mich vor allem im Bereich Schauspiel weiterzukämpfen bzw. auszuharren.
Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?
Den Film „Christine“, Regie: Pierre Gaspard-Huit, Hauptrollen: Romy Schneider und Alain Delon
Abgesehen davon, dass mein Zweitname auch Christine ist und der Film in Wien spielt, schätze ich die Werke Arthur Schnitzlers sehr. Dieser Film basiert ja auf Schnitzlers Theaterstück „Liebelei“.
Wobei ich ehrlich sagen muss… Künstlerisch finde ich den Film nicht gelungen… Von Schnitzlers Dialogen ist wenig übriggeblieben und die Charaktere der Figuren sind ziemlich hohl. Aber auch (oder gerade) deshalb konnte ich noch besser nachvollziehen warum Romy genug hatte immer das süße Mädel zu spielen. Sie wollte zeigen, dass sie viel mehr kann. Welcher ambitionierte Mensch möchte sich schon auf ein Püppchen reduzieren lassen?
Spannend finde ich, dass dieser Film eine Art Wendepunkt darstellt. Romy lernt Alain Delon durch die Dreharbeiten kennen. Alain war Beispiel für einen ganz anderen Lebensstil – eine Art wild-boy – das hat sie bestimmt fasziniert.
Romy kommt in Kontakt mit der französischen Sprache und vor allem auch mit der französischen Filmwelt. Das Abenteuer Frankreich konnte beginnen.
-Ein Gedicht von Kurt Tucholksy, welches mir gekommen ist. Natürlich hat es einen anderen (geschichtlichen) Hintergrund aber irgendwie passt es für mich zum Thema Romys Geschichte und die Stadt Paris.
Park Monceau
Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch– und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist.
Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt. Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen und freut sich, wenn er was gefunden hat.
Es prüfen vier Amerikanerinnen, ob Cook auch recht hat und hier Bäume stehn. Paris von außen und Paris von innen: sie sehen nichts und müssen alles sehn.
Die Kinder lärmen auf den bunten Steinen. Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus. Ich sitze still und lasse mich bescheinen und ruh von meinem Vaterlande aus.
Gab es Berührungspunkte zu Werk und Leben Romy Schneiders in Deinen bisherigen Schauspielprojekten?
Nein leider keine wirklich erwähnenswerten Punkte. Ich hoffe sehr, dass sich das noch ändern wird. Das einzige vielleicht… Bei einer meiner ersten Lesungen habe ich ein Gedicht von Kaiserin Elisabeth vorgetragen 😉
Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?
Ihre anfänglich möglicherweise naive Freude am Schauspielen hatte sich im Laufe der Jahre wohl verändert. Das Schauspielen wurde für Romy Schneider vermutlich zunehmend ein Kanal um ihr Privatleben bewältigen zu können. Sie konnte ihre riesige Bandbreite an Emotionen dort einsetzen, hinauslassen, benützen. Es ist faszinierend, wie sehr Romy sich im Film und somit für ihr Publikum öffnen konnte. Sie hatte sich damit schließlich verletzlich und angreifbar gemacht. Der Mut sich alldem auszusetzen – Respekt.
Ich verstehe absolut, dass sie in Interviews nicht über ihr Privatleben sprechen wollte. Man braucht als Mensch sein „Eigenes“. Warum sollte man sein ganzes Leben mit der Öffentlichkeit teilen?
Ich frage mich, wie es Romy in Zeiten von Social Media ergangen wäre…
Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten deines persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?
Romy hatte wirklich Mut. Sie ist in ein fremdes Land gegangen um dort neu Fuß zu fassen. Eine innere Dringlichkeit, die durch diverse Umstände ausgelöst wurde (ihre Mutter, Deutsche Filmindustrie, Fans, Alain…), hatte ihr wahrscheinlich noch zusätzlichen Antrieb gegeben.
Dieser innere Motor, die Dringlichkeit, der Kampf mit dem Kopf über Wasser zu bleiben, kann in den besten Fällen Möglichkeiten eröffnen. Jedoch finde ich es auch wichtig zu lernen, sich an dem zu freuen was man schon erreicht hat. Das kann helfen. Habe zumindest die Hoffnung.
Und, ich habe nichts dagegen für meinen Beruf in ein anderes Land zu gehen. Ich will offenbleiben und mich nicht auf Etwas versteifen.
Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?
Viel! Die natürliche, unaufgeregte, verspielte Spielweise. Locker und authentisch – auch in ihren Interviews wirkt sie nicht aufgesetzt. Ich denke, sie hat sich selbst nie zu ernst genommen. Sie war eine Zweiflerin und genau das macht sie in ihren Rollen so spannend. Der Mut zu Neuem, zu Herausforderungen – sie stellte sich ihren Ängsten. Ihre Neugier. Die Freude sich weiterzuentwickeln.
Ihre Art sich nicht ständig selbst inszenieren zu müssen sagt mir sehr zu.
Gibt es etwas typisch Wienerisches bei Romy Schneider?
Spontan fällt mir nichts Prägnantes ein. Ernst Marischka, der österreichische Regisseur war ein Wiener und hatte Romy soweit ich weiß unter seine Fittiche genommen. Die Filme wie Sissi, Christine etc. spielten vor allem in Wien und sie nannte sich angeblich gerne eine „Österreicherin“…
Was bedeutet Dir Wien/Österreich und welche Erfahrungen hast Du hier im Schauspielberuf gemacht?
Dafür, dass ich mir früher nie gedacht hätte so lange in Wien zu bleiben, bin ich schon recht lange hier und fühle mich wohl. Wien hat als Stadt viel zu bieten und ist trotzdem überschaubar, keine Mega-City.
Weitere gute Erfahrungen habe ich in der Steiermark und in Niederösterreich gemacht. Oftmals findet man am Land, in kleineren Städten noch sehr theaterhungrige Leute, scheint mir zumindest so.
Durch die vielen lieben und super KollegInnen die ich während meiner Ausbildung und bis jetzt kennenlernen durfte hatte ich (finalement – trotz Pandemie!) einen schönen und durchaus spaßigen Einstieg in den Schauspielberuf! Ob es immer Wien bzw. Österreich sein wird…? Vermutlich wäre ein Ortswechsel eines Tages spannend!
Wie siehst Du die Möglichkeiten als Schauspielerin in Wien/Österreich?
Eine gute Frage… Ich denke es ist wichtig zu wissen, wo man sich als Schauspielerin sieht… Theater, Film, Sprechen, Moderation,… Oder alles. Vielleicht gibt es auch eine Nische bzw. einen Bereich der einem besonders zusagt und wo es Nachfrage gibt. Ich merke, dass z.B. im Bereich Wissensvermittlung (Museen etc.) immer mehr Bedarf besteht – Wissen auf eine anregende, spielerische Art weiterzugeben. Es ist die Frage welchen Fokus man sich setzen möchte. Ich bin oftmals auf der Suche – vielleicht ist das etwas was mich mit Romy verbindet?
Zum Thema „klassisches Schauspiel“ – wenn ich aus einer der berühmten, österreichischen Schauspieldynastien stammen würde, oder gute Verbindungen dorthin hätte, wäre es wohl erheblich einfacher an Schauspieljobs zu gelangen. In unserem „Land der Berge“ ist es außerdem als einfache Österreicherin mit den Jobchancen meist noch mal schwieriger wegen der Aussprache… Manchmal wünsche ich mir, ich hätte bereits als Kind einen richtigen deutsch-deutschen Akzent zu sprechen gelernt (oder auch „Deutschisch“ wie wir es in der Familie nennen). Gerade für die Bühne ist das hierzulande von großem Vorteil. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden… Und: Dafüa konn i holt a no steirisch!
Oui. C’est la vie!
Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?
Für den Schauspielberuf allgemein? Dass man auch von außen die Arbeit, die man als Schauspieler hat, anerkennt und den Beruf nicht nur als „Tralala“ ansieht.
Für meinen Beruf persönlich, sozusagen, hätte ich bitte gern ein Stück vom Glück.
Was sind Deine kommenden Projekte?
Nachdem ich im Sommer für ein paar Wochen dem Schauspiel (nach außen hin) den Rücken gekehrt haben werde…
Die Wiederaufnahme „Reigen“ von Arthur Schnitzler mit dem wunderbaren Verein ergoarte unter der wunderbaren Regie von Peter Pausz auf Schloss Artstetten.
Ein eigenes Herzens-Projekt mit zwei Schauspielkolleginnen. „Der Verstorbene“ von René de Obaldia und zwei weitere Einakter, in Wien und der Steiermark.
…
Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?
Ich habe gerade noch ein kurzes Gedicht von Christian Morgenstern gelesen:
„Lass dich nicht nach Menschenweise an den Tanz der Dinge binden. Sprich: Verwirrt mir nicht die Kreise! Alles andre wird sich finden.“
Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?
Was ihre zweite Berufswahl gewesen wäre… Bzw. eine etwas unsinnige Frage (ich nehme an, dass ich Romy mit DU anreden dürfte 😉): Wenn deine Eltern keine Schauspieler gewesen wären, hättest du dich trotzdem so stark für diesen Beruf interessiert?
Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?
Da ich nicht „dabei“ war und auch zu Romys Lebzeiten noch nicht auf der Welt, fällt es mir schwer einen Kommentar abzugeben. Aber ich vermute, dass ihr früher Tod bestimmt den „Mythos Romy“ noch verstärkt hat. Wenn man daran denkt, dass Marlene Dietrich sich die letzten Jahre ihres Lebens der Außenwelt komplett entzogen hatte um als DER Star in Erinnerung der Menschen zu bleiben…In dem Punkt hatte Romy ihr wohl etwas „voraus“. Wenn der Ex-Mann Selbstmord begeht und der eigene Sohn vom Gartenzaun aufgespießt wird, sind die Nachwehen bei einem selbst bestimmt unfassbar schmerzvoll. Ob es Suchtmittelabhängigkeiten gab oder nicht etc. ist nicht wichtig.
Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Schneider Achrostikon bitten?
R- avis
O- ffenherzig
M-utig
Y- eux brillants
Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ Wien _ reenacting Romy Schneider Fin
Vielen Dank, liebe Mara, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!
40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:
Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin _ Wien
Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_5.2022
Liebe Petra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf hängt natürlich von verschiedenen Jobs ab!
Um 7h aufstehen, meistens erledige ich Mails und organisatorische Dinge noch im Bett, oder ich schreibe Ideen, Inputs für neue Shows, Choroes oder Comedyeinlagen auf ( auf meinen Handy Notizen)
Dann Proben, nachmittags Unterricht und abends Vorstellung!
Entweder alles auf einmal oder zumindest proben…
Petra Kreuzer, Schauspielerin, Comedienne, Director
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
… wichtig ist es derzeit durchzuhalten, den Mut nicht zu verlieren und kreativ zu bleiben und positiv in die Zukunft blicken.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
In dieser unsicheren Zeit sind Kunst und Kultur extrem wichtig für unsere Seele. Musik und Theater lassen einem die Realität für einen Moment vergessen und in eine andere Welt entfliehen…die Fantasie wird angeregt und man fühlt sich einfach gut.
Was liest Du derzeit?
Wolf Haas „Müll“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Seid vernünftig, verlangt das Unmögliche
Vielen Dank für das Interview liebe Petra, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Petra Kreuzer, Schauspielerin, Comedienne, Director
Lieber Josef, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag ist anders!
Josef Wurm, Künstler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Achtung! Niemand sollte sich anhand dubioser Informationen von seinen Nächsten trennen, die Gräben dieser Welt sind ohnehin tief genug.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Am Boden bleiben, und Respekt! (allerdings: Jene die andere täglich demütigen, haben ein Recht darauf selbst gedemütigt zu werden!)
In Zeiten wie diesen muss Kunst besonders kompromisslos sein, im besten Fall ästhetisch und mit viel Humor. Opportunismus und Kunst geht nicht.
Was liest Du derzeit?
Kurt Vonnegut.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wir haben das Ticket gekauft, jetzt müssen wir auch die Reise durchziehen“ frei nach Hunter S. Thompson
Josef Wurm _ O.T. 2022, Mischtechnik/Leinwand, 80x100cm
Vielen Dank für das Interview lieber Josef, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Josef Wurm, Künstler
Foto_1 Portrait _ Jasmin Schuller; 2 Josef Wurm.
20.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.