„Gemeinsames“ Tanja Dückers, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wisconsin/USA 18.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gemeinsames

Innehalten

Verluste rinnen  von zerstörten Bordsteinkanten in auf kaputte Gullis

Erinnerungen kalenderweise   fliegend-fliehendes Papier   irrlichtern loh

Pan-geographie, Pan-empathie!

Endlos unentschiedenes

Aalglattes

Chaotisches

Europa – blaue-gelbe Worte  graue Ideen

Ankerpunkte tunken zukünftige Wortstrecken in Fahrrinnen nach Osten Westen O Lisboa Enerhodar Ende

Chance genau

Home der Ukrainer genauso

Ankommen Abendbrot Ah ein Bier (oder Heiße Schokolade)

Nicht hier doch hier  ein wir  kein ihr (sind doch eine Remoulade)

Chronik der Bewegung Ortstrecken  O Odessa Edinburgh Ende

EUkraine


Tanja Dückers, 11.9.2022

Tanja Dückers, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tanja Dückers, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin, Publizistin _ Berlin _ aktuell writer-in-residence-Aufenthalt in den USA

www.tanjadueckers.de

Schokoladenedition
Preussisch süß
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Foto_Anton Landgraf       

                           

Walter Pobaschnig _ 11.9.2022.

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„Literatur hält fest, wer wir sind“ Zarah Weiss, Schriftstellerin _ Wien 18.9.2022

Liebe Zarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im ersten Jahr der Pandemie hat sich in London ein Writers‘ Salon gebildet – eine große Gruppe von Schreibenden und Kunstschaffenden trifft sich online, bis zu viermal am Tag, für je eine Stunde, meist über hundert Menschen aus aller Welt. Ich hätte nicht gedacht, dass es etwas für mich ist, aber dieses gemeinsame leise Arbeiten, mit einem inspirierenden Zitat am Anfang und einem Austausch über die Projekte in den Chats hilft mir sehr, dem Schreiben so viel Raum zu geben wie möglich – ich kann es nur empfehlen!

Zarah Weiss, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuhören und immer weiter lernen. Offen sein, die eigenen Grenzen kennenlernen, sich engagieren. Immer wieder Energie suchen, nach Geschichten Ausschau halten, staunen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Empathie zu schaffen. Literatur und Kunst vermögen vielleicht oft nur im kleinen Raum verändern, aber sie prägen uns doch in allem, was wir sind und sie halten vor allem fest, wer wir sind und in welcher Welt wir uns bewegen. Der Breaking-Bad-Hauptdarsteller Bryan Cranston schreibt in seiner Autobiografie: „Storytelling is the essential human art. It’s how we understand who we are.“ Und das führt zu Empathie: Durch Geschichten sehen wir unsere Komplexität, unsere Schatten, unsere Wünsche und Gefühle, unsere Vielfältigkeit und Diversität. Und verändern vielleicht doch etwas.

Was liest Du derzeit?

„Notes of a Native Son” von James Baldwin

Und immer wieder greife ich für einige kleine Ausschnitte nach Maggie Nelsons „Bluets“ und Rainer Maria Rilkes „Briefe an einen jungen Dichter“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Do stuff. Be clenched, curious. Not waiting for inspiration’s shove or society’s kiss on your forehead. Pay attention. It’s all about paying attention. Attention is vitality. It connects you with others. It makes you eager.”

– Susan Sontag, Vassar College Commencement Speech (2003)

Vielen Dank für das Interview liebe Zarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zarah Weiss, Schriftstellerin

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Foto_Paulina Weiss

18.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Grigoryevka“ Maria Lohn, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 17.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Grigoryevka

Izmayil

Vinnytsya

Enerhodar

Poltova

Eupatoria

Alchevsk

Chernihiv

Enakievo

Antratsyt

Chernivtsi

Horlivka

Alushta

Nizhyn

Cherkasy

Eine Liste ukrainischer Dörfer und Städte, in denen zur Stunde Menschen unermessliches Leid erfahren!


Maria Lohn, 11.9.2022

Maria Lohn, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Maria Lohn, Schauspielerin

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Foto_Jan Frankl

Walter Pobaschnig _ 11.9.2022.

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„Dass Vielschichtigkeit als selbstverständlich angesehen wird“ Zoe Hutmacher, Schauspielerin _ Berlin 17.9.2022

Liebe Zoe, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich gehe morgens joggen oder mache Yoga, dann heißt es Lesen und Schreiben – immer mit Tee in der Tasse vor mir. Vieles läuft international und digital ab, Kanäle wie Zoom sind mittlerweile Standard in unserer Branche. Im Moment bin ich mit verschiedenen Projekten am Start und ab September wieder auf der Bühne. Darauf freue ich mich sehr und bin froh, wenn die Begegnungen dann wieder vermehrt persönlich stattfinden. Das kann das Digitale nicht ersetzen, trotzdem hat es auch seine Vorteile. Es ist nicht mehr so wichtig, wo man sich befindet, das hilft mir als globaler Mensch enorm.

Zoe Hutmacher, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es ist so viel los in der Welt und aktuell auch grad sehr viel in Europa, positiv bleiben fällt zunehmend schwerer. Aber spontan würde ich sagen: Ruhe bewahren, Zusammenhalt, Akzeptanz!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Jemand hat mal gesagt: Die Schwierigkeit ist nicht, das Neue zu entfachen, sondern das Alte loszuwerden. Ich hoffe, dass viel Neues entsteht in der Post Covid-Ära, in der wir uns nun befinden. Eine Zeit, mit der auch ein neues Sehen und Verstehen verbunden ist, ein Umdenken. Dass z.B. Differenziertheit und Anderssein in Film und Theater nicht mehr groß diskutiert werden, sondern Vielschichtigkeit als selbstverständlich angesehen wird. Das ist das neue “Normal”.

Was liest Du derzeit?

Ich lese oft zwei bis drei Bücher auf einmal. Für meine Seele sind auf jeden Fall immer Comics dabei, im Moment ‘Promethea’, von Moore/Williams/Gray. Dann lese ich noch ‘The Power’ von Naomi Alderman und ‘Tribes Of Mentors’ von Timothy Ferriss.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

There’s a starman waiting in the sky

He’d like to come and meet us

But he thinks he’d blow our minds

-The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars

Vielen Dank für das Interview liebe Zoe, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zoe Hutmacher, Schauspielerin

Foto_privat

11.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Unglaubliche Inspiration“ Nora Krehan, Schauspielerin _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 17.9.2022

Nora Krehan, Schauspielerin _ Wien
_ acting Romy Schneider
, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)

Liebe Nora, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Ich habe mir vor allem früher sehr gerne Bilder von ihr angesehen und beim Betrachten ihrer Bilder hatte ich immer das Gefühl, auch zu meiner eigenen Seele Zugang zu finden.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Ich kenne die Filme zu wenig. Habe als Kind die Sissi-Filme bewundert und sie gemeinsam mit meiner Oma angesehen. Die Sehnsucht, die dadurch in uns beiden ausgelöst wurde, hat uns in diesen Momenten sehr verbunden.

Gab es Berührungspunkte zu Werk und Leben Romy Schneiders in Deinen bisherigen Schauspielprojekten?

Ich glaube, dass ich ein etwas ähnlicher Frauentyp bin und dadurch auch für ähnliche Rollen in Frage komme. Und natürlich verbindet uns auch Wien und die immerwährende Liebessehnsucht.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?

Romy Schneider war von Anfang an berühmt, da war das Spannungsverhätnis ein anderes als bei vielen Schauspielern, die das Leben dafür geben würden und geben, um überhaupt diesen Beruf ausüben zu dürfen. Das bedeutet oft viel Verzicht, abgelehnt werden und Schmerz. Romy musste um den Beruf an sich nicht so kämpfen, da war es eher das Leben, das ihr innere Herausforderungen und Schmerzen zugefügt hat. Und das wiederum hatte bestimmt auch Auswirkungen auf ihr Schauspiel.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?

Ich war früher sehr frei, überall hinzureisen, wo mir eine Rolle angeboten wurde und habe das auch getan. Momentan sind meine Freiheiten diesbezüglich sehr eingeschränkt durch meine Kinder. Die letzten Jahre habe ich kaum gespielt, dafür aber einen wundervollen neuen Beruf erlernt, der mir mindestens ebenso viel Freude bereitet und den vielleicht jeder Schauspieler zumindest im Ansatz erlernen sollte: Shiatsu. Vielleicht werde ich Shiatsu demnächst an Schauspielschulen unterrichten.

Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Unglaubliche Inspiration und ein Seelenstrahlen, das nicht anders kann als tief zu berühren.

Gibt es etwas typisch Wienerisches bei Romy Schneider?

Diese Melange aus tiefer Sehnsucht und süßester Süße

Was bedeutet Dir Wien/Österreich und welche Erfahrungen hast Du hier im Schauspielberuf gemacht?

Da müsste ich zu sehr in der Vergangenheit wühlen. Es würde mich mehr interessieren, welche Erfahrungen ich hier noch in Zukunft machen könnte.

Wie siehst Du die Möglichkeiten als Schauspielerin in Wien/Österreich?

Gute Möglichkeiten für den Start und irgendwie geht immer irgendetwas, aber richtig berühmt werden hier nur die wenigsten.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Mit großer Freude und Leichtigkeit spielen zu dürfen ohne zuvor jemals wieder vorsprechen zu müssen.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Eine Frauenwoche mit Yoga und Shiatsu und weiterer Aufbau meiner Shiatsupraxis

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

Es ist wichtig, viele Lebenserfahrungen zu machen. Alles fließt ins Schauspiel ein und verleiht ihm mehr Tiefe. Körperarbeit ist auch gut und wichtig. Aber das Schauspiel soll nie der einzige Lebensinhalt sein. Und auch nicht das einzige Ziel. Sonst wird es hohl und leer. Glaube an dich und folge deiner Freude!

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Ich würde ihr gerne Shiatsu geben 🙂

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Bestimmt war der Tod ihres Sohnes sehr, sehr schmerzhaft.  Seit ich selbst Mutter bin, kann ich ahnen, welche Verzweiflung und Leere das in ihr ausgelöst haben muss. Ihr großer Ruhm und die damit verbundene Angst vor dem Fall hat vielleicht auch dazu beigetragen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Schneider Achrostikon bitten?

Ruhm

Ohnmacht

Mut

Yachtenmuse

Nora Krehan, Schauspielerin _ Wien
_ acting Romy Schneider
, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)

Nora Krehan, Schauspielerin _ Wien_ acting Romy Schneider

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) 

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_8.2022

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Walter Pobaschnig 9_22

„zu überleben“ Cassandra Rühmling, Regisseurin _ Salzburg 16.9.2022

Liebe Cassandra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan habe ich einen fast 14-Stunden Arbeitstag, weil ich ein Gastspiel meiner Salzburger Inszenierung von Thomas Bernhards „Der Ignorant & der Wahnsinnige“ in meiner Heimat Schwerin vorbereite. Bis zum Tag der Aufführung muss noch viel getan werden und meine nächsten Produktionen in Salzburg, Budapest und Deutschland stehen schon in den Startlöchern.

Cassandra Rühmling
Regisseurin, Schauspielerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wohl keiner von uns hat damit gerechnet, noch in unserer Lebenszeit vor gleich vier Weltkatastrophen zu stehen: Klimawandel, Krieg, Corona, Energiekrise. Besonders wichtig ist… es zu überleben.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Gerade jetzt wird Kunst besonders wichtig, die zum Denken anregt, Lösungen aufzeigt oder auch einfach nur zu entspannen hilft.

„Man kann mit Kunst über die Zeit ohne Brot kommen, aber niemals mit Brot über die Zeit ohne Kunst.“

Was liest Du derzeit?

Erich Fromm – Kunst des Liebens

Marc Aurel – Selbstbetrachtungen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Du musst Chaos in dir tragen, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ Friedrich Nietzsche

Vielen Dank für das Interview liebe Cassandra, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-. Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Cassandra Rühmling, Regisseurin, Schauspielerin, Sängerin

Foto_privat

6.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ganz“ Thomas Fitzner, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Costitx, Mallorca/ESP 16.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

Im

Vertrauen:

Es

Panzert

Erstrangig

Aufgrund

Cholerischer

Entmenschlichung

Andere

Charakterliche

Handlungsmotive

Argumentieren

Nur

Chronische

Empathie-Akrobaten


Thomas Fitzner, 31.8.2022

Thomas Fitzner, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Thomas Fitzner, Schriftsteller

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Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„Get led to your cushioned seat“ Philipp Hager, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Lunz am See/NÖ 15.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G            Get led to your cushioned seat

I              in the nightmare of

V            victory.

E             Bodies explode like

P            pineapples, dropped from an

E             eleven-story building.

A            All is well, there is no

C            cruelty involved,

E             everything is handled with precision

A            and care. The

C            cancerous, feverish, rabid

H            horrors

A            are well hidden beneath well-ordered

N            nouns andverbs.

C            Confusion being the last

E             escape to truth.

Philipp Hager _ 31.8.2022

Philipp Hager, Schriftsteller 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Philipp Hager, Schriftsteller 

https://www.philipp-hager.com/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„United States of Absurdia“ Thomas Antonic. Ritter Verlag.

Thomas Antonic, in Österreich geborener und in Wien und Kalifornien lebender Schriftsteller, Regisseur, Musiker, Multimedia-Performer, Literaturwissenschaftler lädt mit „United States of Absurdia“ zu einer faszinierenden Reise in Wort und Bild ein, in der Begegnungen, Erfahrungen, Entdeckungen eines Landes in Gegenwart und Vergangenheit im Mittelpunkt stehen.

Thomas Antonic, Schriftsteller, Regisseur, Musiker,
Multimedia-Performer, Literaturwissenschaftler _ im Hotel König von Ungarn/Wien, in dem auch William S.Burroughs in den 1930er Jahren zu Gast war

Dem mit den USA in vielfältigen Literatur-, Film- und Kunstprojekten bestens vertrautem Autor („One More Step West Is the Sea“ Thomas Antonic, Dokumentarfilm über die Beat Dichterin Ruth Weiss, AT 2021) gelingt eine mitreißende poetische Vision in bester Beat-Tradition, die von der Neugierde über das Leben ausgeht und sich auf das Abenteuer Amerika in Weite, Erfahrung und Begegnung, das sich nur on the road öffnet, einlässt.

Auf dieser Reise, die begleitet von vielfältigen Gesprächen, Erfahrungen, Entdeckungen wie literarischen Treffpunkten/Interviews ist, entfaltet sich die Seele eines Landes, das ständig in Bewegung und nur im Momentum zu sehen, hören und zu spüren ist. Dieses Erleben, Erfahren ist dabei immer auch ein Verschwinden und weist damit auf das Leben selbst hin. Das Bleibende ist dabei das Wort, Bild und die (literarische) Erinnerung. Wie viel, wie spannend, wie impulsgebend, wie nachdenklich und aufregend dies sein kann, beweist jede Seite dieses ganz besonderen Romans.

Die literarische Form der Montage verschiedenster Textsorten, die der Autor meisterhaft einsetzt, verbindet in der Erzählform die großen modernen literarischen Traditionen dieses Landes in Poesie, Prosa, Sprachexperiment wie „visual storytelling“ und kommt so Mensch und Zeit weit über Landesgrenzen hinweg faszinierend in Sinn und Unsinn nahe.

„Ein USA Roman als faszinierendes literarisches Experiment der Zeit“

„United States of Absurdia“ Thomas Antonic. Ritter Verlag. 2022

Walter Pobaschnig 9_22

Fotos Portrait_Walter Pobaschnig _Hotel König von Ungarn _ 6_2021

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„Literatur lässt über sich selbst hinausschauen“ Thea Mengeler, Schriftstellerin _ Krefeld/D 15.9.2022

Liebe Thea, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Aktuell bin ich für ein paar Tage auf Schreiburlaub in Frankreich. Meistens stehe ich gegen 8 auf, frühstücke, koche Kaffee und versuche dann, 2-3 Stunden an meinem Roman zu arbeiten.

Danach spaziere ich mit einem Freund und Kollegen ans Meer, gehen schwimmen oder in ein Café, wo wir über unsere Schreibprojekte sprechen oder noch etwas arbeiten.

Gegen Spätnachmittag spazieren wir wieder hoch auf den Berg, kaufen unterwegs Baguette, kochen etwas, trinken vielleicht noch einen Cidre oder Wein.
Danach bin ich meist so erledigt, dass ich mich hinlege und nur noch etwas auf dem Laptop schaue vor dem Schlafen.

Dieser sehr ruhige Tagesablauf tut gerade besonders gut, weil ich die letzten Wochen viel unterwegs war für Lesungen oder um Freunde zu besuchen. Auch in meinem Brotjob als Werbetexterin habe ich wieder einige Wochen gearbeitet. Jetzt finde ich langsam wieder in einen Schreibrhythmus und in mein Projekt zurück.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich tue mich sehr schwer damit, allgemein gültige Aussagen zu machen – auch deshalb, weil Lebenssituationen so unterschiedlich sind. Ich weiß nicht, wer »wir alle« überhaupt sein sollen.

Wenn ich aber eines grundsätzlich für wichtig halte, dann vielleicht genau eine solche Unentschiedenheit. Eine Meinung zu haben ist wichtig, aber für ebenso wichtig halte ich es, dieser Meinung zu misstrauen, sie zu hinterfragen, unsicher zu bleiben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass es so wenig wie es »die Literatur« oder »die Kunst« gibt, »die Rolle« gibt, die zu erfüllen wäre. Kunst kann sich natürlich mit aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen auseinandersetzen, aber sie muss es nicht.

Was die Literatur aber so gut wie immer tut ist: Uns Einblick in Welten geben, die uns fremd sind. Ich glaube das ist etwas, was zu jeder Zeit und in jeder gesellschaftlichen Situation wichtig ist: Über sich selbst hinauszuschauen und die eigenen Denkmuster zu verlassen.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich gleich zwei Bücher von wunderbaren Menschen und Autor:innen, die ich sowohl persönlich, als auch literarisch sehr schätze: »Schwerer als das Licht« von Tanja Raich; und »So long, Annemarie« von Andreas Unterweger.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Had I been blessed with even limited access to my own mind there would have been no reason to write. I write entirely to find out what Im thinking, what Im looking at, what I see and what it means. [] What is going on in these pictures in my mind?«, schreibt Joan Didion in »Let my tell you what I mean«

Ich finde mich und mein Schreiben darin sehr wieder und ich kehre zu diesem Satz manchmal zurück, wenn ich das Gefühl habe, beim Schreiben nicht zu wissen, was ich tue. Um mich selbst daran zu erinnern, dass das Schreiben für mich vor allem das ist: eine Suche.

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Thea, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Fotos_Portrait Batuhan Aydin; Frankreich _ privat.

13.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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