„we really have to learn how to care“ Eszter Petrany, dancer, choreographer _ Wien 4.12.2022

Liebe Eszter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Dear Eszter, what`s your routine at the moment?

As a freelance dancer my daily routine is constantly changing. At the moment I am doing a research for an upcoming piece, so I have a pile of books on my desk, I am reconstructing an old dance notation. Also, I am travelling a lot between Vienna and Budapest, my life is quite hectic right now, therefore I have some ground rules that are absolutely needed in order to find (and hold onto) some sort of a structure.

I start every day with a huge breakfast and I do a training that includes strengthening, stretching and dance improvisation. I had some injuries in the past and fortunately I was able to avoid surgeries, but that means there are certain rehab exercises which I need to include in my routine every single day.

Another important part of my day is my dog, Mr. Darcy, who needs his big walks and my attention. He gives me so much joy and happiness, I am trying to be a good dog-owner and a little bit of a mother to him. Last but not least we try to find some quality time with my boyfriend too, either it’s a lunch or dinner together, or just walking the dog together.

Eszter Petrány, MA
dancer, choreographer, dance educator

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

What`s now particularly important for all of us?

I am not sure if this is a general question or you mean something specific, but I will just say what came to my mind first. Empathy. I think taking care of ourselves and our environment is more important than it’s ever been. Whether it’s our bodies, our micro-environments, families, workplaces, whether it’s all those unknown people who are currently escaping from war-zones or we talk about our planet itself, we really have to learn how to care. Anywhere. Anyhow. I think kindness, empathy and care are very-very important.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater, der Kunst an sich zu?

New start, new beginning. What will be essential and which roles will dance/theatre, art play?

I don’t really believe in concrete ends and beginnings, life is continuously waving, changing, pulsing, even though we experience more and more of those extreme swings… I can see it very closely how important the role of the theatre is right now, even for those who can’t really afford it. In Hungary the general, public mood is truly awful, but those theatres that offer smart, critical, reflective performances are still constantly sold out. I think it’s because that layer of the society, who want to understand the world, themselves and each other a little bit more, that layer that is full of open-minded, curious people who want to evolve (in one way or another) is for sure existing! I think the role of dance, theatre and all art forms are not changing. It can expand or sometimes go rather into the background, but I still think that its role, importance and power are quite stable and contiunous to be. My biggest wish would be to judge and support dance and theatre companies based on their qualities and successes. It would be a dream to exclude more of those political and highly personal decisions that are working underneath.

Was liest Du derzeit?

What are you reading currently?

I am currently reading the short stories of William Somerset Maugham. They are light and smart. My mother gave me the book and I really like her taste.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Which quote, text will you propose to us?

I have two quotes for you, which are very different, but actually they talk about the same in different contexts. One is from James Baldwin, who said: “Ignorance, allied with power, is the most ferocious enemy justice can have.“ The other one is from my idol, Jane Goodall: “Only if we understand, can we care. Only if we care, we will help. Only if we help, we shall be saved.”

Vielen Dank für das Interview lieber Eszter, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanzprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Eszter Petrány, MA
dancer, choreographer, dance educator

www.petrany.com

Foto_Balázs Koch

29.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Später werde ich über das alles Genaueres schreiben“ 80.Geburtstag Peter Handke, Schriftsteller _ Fotoessay_Wege der Kindheit _ Griffen/Kärnten 4.12.2022

Maria Handke (*1920 +1971) und ihr Sohn Peter Handke (*6.12.1942) _
Peter Handke Museum _ Stift Griffen/Kärnten _ weitere Familienfotos/Portraits
Peter Handke (links) mit Schwester Monika und einem Nachbarsjungen _ Griffen/Kärnten

„Anders als in der Stadt war sie (Mutter Peter Handkes, Anm.) hier stolz, dass sie Kinder hatte, und zeigte sich auch mit ihnen. Sie ließ sich von niemanden mehr etwas sagen…“

„Wunschloses Unglück, Peter Handke ( 1972), auch alle folgenden.

Straßen der Kindheit _ Kindheits-, Jugendort Peter Handkes _
Griffen/Kärnten

„…und wieder wohnte sie (Mutter Peter Handkes, Anm.) in ihrem Geburtshaus, wo man ihr und ihrer Familie in zwei kleinen Kammern Quartier einräumte…“

„Ein lächerliches Schluchzen in der Toilette aus meiner Kinderzeit her…“

„Im Krankenhaus lag sie immer unter vielen in großen Sälen. Ja, das gibt es noch! Sie drückte mir dort einmal lange die Hand…“

„Hinter der Friedhofsmauer begann sofort der Wald. Es war ein Fichtenwald, auf einem ziemlich steil ansteigendem Hügel…“

„Immerhin gab es in der Bevölkerung eine überlieferte Achtung vor den vollendeten Tatsachen: eine Schwangerschaft, der Krieg, der Staat, das Brauchtum und der Tod…“

„Wenn ich schreibe, schreibe ich notwendig von früher, von etwas Ausgestandenem, zumindest für die Zeit des Schreibens. Ich beschäftige mich literarisch, wie auch sonst, veräußerlicht und versachlicht zu einer Erinnerungs- und Formuliermaschine…“

„Wunschloses Unglück, Peter Handke ( 1972)

Stift Griffen _ Peter Handke Museum
Peter Handke _ Biographie _ Museumsgeschichte _
Stift Griffen
Peter Handke, Schriftsteller,
Literatur Nobelpreisträger 2019 (*6.12.1942 Griffen/Kärnten)

„Dann war wieder etwas Heiteres: ich habe geträumt, lauter Dinge zu sehen, deren Anblick unerträglich weh tat. Auf einmal kam jemand daher und nahm einfach das Schmerzhafte von den Sachen, WIE EINEN ANSCHLAG, DER NICHT MEHR GILT. Auch der Vergleich war geträumt.“

„Wunschloses Unglück, Peter Handke ( 1972)

80.Geburtstag _ Peter Handke, Schriftsteller,
Literatur Nobelpreisträger 2019 (*6.12.1942 Griffen/Kärnten)

Text: „Wunschloses Unglück, Peter Handke ( 1972)

Fotoessay: „Später werde ich über das alles Genaueres schreiben“ _Walter Pobaschnig _

Peter Handke Museum _ Stift Griffen

https://www.griffen.gv.at/Peter_Handke/Stift_Griffen/Musuem_Stift_Griffen

Alle Fotos_Walter Pobaschnig 6_20

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„Krieg und Frieden“ Angela Olbrich, Künstlerin _Give Peace A Chance _ Wien 4.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE

KRIEG UND FRIEDEN

„Krieg und Frieden“ 2022 _ Angela Olbrich
„Glücksklee fliegt“ 2021, Angela Olbrich _
13 x 13 cm, Botanischer Sonnendruck

Angela Olbrich, 17.11.2022

Angela Olbrich, Künstlerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Angela Olbrich, Künstlerin 

http://www.kunstpflege.at/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 17.11.2022.

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„ich sehe am Morgen in die Mimik des Tages und jene der Stille“ Kerstin Fischer, Schriftstellerin _ Bremen 3.12.2022

Liebe Kerstin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe sehr früh auf und schreibe Tagebuch. Dann sehe ich in die Mimik des Tages und jene der Stille, die in mir Bilder wecken für meine Gedichte, da ich in erster Linie als Lyrikerin arbeite. Gerne gehe ich dann in die Cafés der Stadt, um mich an Begegnungen aufzuladen. Dabei pendel ich zwischen Hamburg und Achim, da ich in einer Fernbeziehung lebe. Texte entstehen fast täglich. Sie sind mein Überlebenselixier. Jetzt in der Adventszeit brennt, während ich sie schreibe, dazu eine Kerze im Fenster meines Lyrikateliers, die den Winter berührt.                     

Kerstin Fischer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Innere Kräfte aufzubauen, denn das äußere Leben wird immer schwieriger,  nachhaltig zu leben, um unsere treueste Verbündete, die Erde, nicht weiter zu zerstören, Mut, Optimismus und Zuversicht, die angeschlagen sind, wieder mehr zu kultivieren und nicht aufzugeben, positive Visionen einer Zukunft entwickeln, mit dem Regen in die Sonne treiben. Dabei nie vergessen, dass wir alle endlich sind, um übertriebene Lebensansprüche zu relativieren. Und letztlich die Übermacht der Ängste zu brechen mit Vertrauen auf positive Entwicklungen, die immer wieder überraschen können.        

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir müssen mit weniger auskommen und uns zum Beispiel von dieser verhängnisvollen Wegwerfmentalität verabschieden. Das verlangt eine große Umstrukturierung der Wirtschaft. Unser Komsumverhalten steht auf dem Prüfstand. Auch hier wieder kommt den inneren Strömen, die mehr erfüllen als materielle, besondere Bedeutung zu. Und genau da können Kunst und Literatur naturgemäß ansetzen. Sie werden also wieder eine größere Bedeutung bekommen für jene, die sich auf sie einlassen.        

Was liest Du derzeit?

Die Gedichte von Georg Trakl.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Vernunft trägt immer Trauer.“  Ramón Gómez de la Serna

Vielen Dank für das Interview liebe Kerstin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kerstin Fischer, Schriftstellerin

https://kerstinfischer-poesie.com/

Foto_Christine Schwarze

28.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Grundsätzlich waren es diese“ Patricia Hempel_Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 3.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Grundsätzlich waren es diese

In plastik verwickelten symboltiere auf

Verpackungen, die

Erst heute aber wachte jemand nicht mehr auf

Plötzlich unter decke und dach begraben

Ertrunken im meer, das

Aufgeschlossener schluckt als 3 generationen

Chronischer retter

Es fragt nicht nach herkunft, die

Anders als du taiga-

Cowboy

Haben wir die kommenden um-

Armt bis die stoffe ihrer westen

Nass waren und ganz

Cosy brennt der himmel von hier aus

Erhellt von energiesparlicht, das


Patricia Hempel_1.11.2022

Patricia Hempel_Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Patricia Hempel_Schriftstellerin

https://www.klett-cotta.de/autor/Patricia_Hempel/84776

Foto_Dirk Skiba

Walter Pobaschnig _ 1.11.2022.

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„Geben“ Bianca Anne Braunesberger, Tänzerin/Choreographin _Give Peace A Chance _ Wien 2.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE


G eben

I nitiieren

V orbild

E hrlichkeit

P eace

E rdengeschwister

A lle

C hance

E inen

A nnehmen

C haos

H erz

A allgemeingültig

N uancieren

C hance

E ndlich


Bianca Anne Braunesberger, 15.11.2022

Bianca Anne Braunesberger _Tänzerin/Choreographin, Regisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bianca Anne Braunesberger _Tänzerin/Choreographin, Regisseurin

Foto_Claude Hofer

Walter Pobaschnig _ 16.11.2022.

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„Durchhalten und zusammenhalten.“ Axel Aldenhoven, Schriftsteller _ Köln 2.12.2022

Lieber Axel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aktuell arbeite ich an der Illustration eines Kinderbuches. Ich leide seit mehreren Jahren an einer schweren Depression. Durch die Arbeit an meinen Büchern versuche ich etwas Stabilität zu erlangen.

Axel Aldenhoven  _ Schriftsteller, Blogger

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchhalten und zusammenhalten. Ich habe die Hoffnung, dass ich mit meinen Büchern, vor allem mit den Romanen, den Menschen eine Möglichkeit biete, einen Hafen anzusteuern.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wäre das Leben einer Autobahn, wir wären der Rastplatz.

Was lest Ihr derzeit?

 Viel zu viel. Neben den Heftromanen von Perry Rhodan lese ich zurzeit viele Fantasy Romane.Die klassische Literatur darf auch nicht zu kurz kommen. Da steht gerade Nabokov auf dem Programm.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtet Ihr uns mitgeben?

Du sollst nicht töten.

Vielen Dank für das Interview lieber Axel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Axel Aldenhoven  _ Schriftsteller, Blogger

Foto_privat

20.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Natur gibt mir Kraft, baut mich auf, bringt mich auf neue Gedanken“ Anita Hollauf, Schriftstellerin _ Wiener Neustadt 1.12.2022

Liebe Anita, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich gönne mir ein langsames Frühstück, lese die Zeitung. In der Früh brauche ich immer Zeit, um mich selbst zu finden. Dann beantworte und schreibe ich Mails, schaue in die Sozialen Netzwerke. Manchmal halte ich schon am Vormittag eine Schreibwerkstatt, manchmal gegen Abend. Oft nehme ich mir sehr viel Zeit für die Vorbereitung, brüte lange herum.

Freie Stunden verbringe ich mit Lesen und Schreiben. Je nach Wetter mache ich Spaziergänge, am liebsten in menschenarmen Gegenden – in den Weingärten oder im Wald. Die Natur gibt mit Kraft, baut mich auf, bringt mich auf neue Gedanken, lässt mich NACHdenken. Wenn ich Zeit habe, koche ich gerne und probiere neue Rezepte aus.

An den Abenden besuche ich Konzerte, Theatervorstellungen. Treffen mit Freunden dürfen auch nicht zu kurz kommen. Der Austausch und die Gemeinschaft sind mir wichtig. Viel Zeit verbringe ich im Gespräch mit meinem Partner.

Anita Hollauf, Schriftstellerin,
Schreibwerkstattleiterin nach den Methoden der Poesie- und Bibliotherapie

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität entwickeln, empathisch sein, auf das Wesentliche schauen, Ruhe bewahren, Verantwortung tragen, Vertrauen statt Misstrauen, das Gespräch nicht verebben lassen. Dennoch: Genuss und Freude im Leben zulassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass Literatur und jede Art von Kunst einen zweifachen Auftrag haben. Einerseits sollen sie kritisch Missstände und Gegebenheiten aufzeigen, Nachdenken provozieren; andererseits den Menschen Gelegenheit zum Abspannen, zum Vergessen des Alltags geben, Fröhlichkeit hervorrufen.

An einen globalen Neubeginn glaube ich nicht. Am Beginn der Pandemie haben wir noch auf tiefgreifende Veränderungen gehofft. Es ist vielleicht ein schleichender Aufbruch. Die ursprünglichen Hoffnungen sind verblasst. Möglich ist ein persönlicher Aufbruch, ein Umdenken der Menschen, die es für sich selbst zulassen in Richtung Bescheidenheit, Regionalität, Solidarität.

Was liest Du derzeit?

Emine Sevgi Özdamar: Die Brücke vom Goldenen Horn – Sie schildert darin großartig den Kontrast zweier Welten, das Sein in diesem Zwiespalt und die Sehnsucht nach Theater.

Jiri Weil: Mendelsohn auf dem Dach – Der Roman beginnt leicht und unterhaltsam, teilweise komisch und wird zunehmend dunkler. Auf drastische Art und Weise wird das Wüten der Gestapo und SS dargestellt und dringt tief in die Gefühle des Lesers ein.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Mit der Zeit nimmt die Seele die Farben deiner Gedanken an.“ (Marc Aurel)

„Ich muss mir von mir selbst nicht alles gefallen lassen.“ (Victor Frankl)

Vielen Dank für das Interview liebe Anita viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Gerne.

Anita Hollauf, Schriftstellerin,
Schreibwerkstattleiterin nach den Methoden der Poesie- und Bibliotherapie

5 Fragen an Künstler*innen:

Anita Hollauf, Schriftstellerin, Schreibwerkstattleiterin

https://textweberei.com/

Fotos_privat

25.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Regenbogen“ Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin _ Give Peace A Chance _ Wien 1.12.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Bild _ Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin



Regenbogen

Gespenstisch die Leinwand auf der Staffelei. Kein sanftes Schimmern

In diesem Bild, keine Harmonie.

Verwaschen die Farben, gräulich. GRÄULICH.

Endloses Dunkel, von düsterem Rot des Mündungsfeuers durchzuckt.

Pinsel und Malmesser schweigen. Nur die Stille nach dem Knall schreit. Doch da:

Ein freundlicher Punkt, ein winziger.

Aus dem Grau, dem Grauen transformiert sich ein Blau.

Cyan? „Cyanid“, schießt mir ein. Nein, nicht! Ich verwische den Punkt.

Er kehrt wieder. Da, ein zweiter.

Azurblau über Gold. Der Himmel, der über den Ähren strahlt. Doch die Farben werden trüber.

Courage, mein Herz! Die Seele nimmt die Farbe der Gedanken an.

Hoffnung? Sie stirbt zuletzt.

Aufstehen. Auferstehen?

Nicht wegsehen. Nicht weghören.

Charakter zeigen.

Endlich! – Unendlich? Der Regenbogen ist stärker als das Grau.


Mina Albich, 15.11.2022

Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin

www.cre-art-rix.com

Foto_Ania Radziszewska

Walter Pobaschnig _ 15.11.2022.

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„Dass wir alle in derselben Misere sitzen. Die einen mehr als andere“ Falk Fatal, Schriftsteller _ Wiesbaden/D 30.11.2022

Lieber Falk, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist zumindest unter der Woche ziemlich gleichbleibend. In der Regel stehe ich gegen 6 Uhr auf und mache ein wenig Sport. Dann schnappe ich mir unsere Hündin und laufe, wenn ich im Homeoffice arbeite, eine lange Runde durch den angrenzenden Wald mit ihr. Wenn ich im Büro arbeite, laufen wir über einige Umwege zum Verlag. Dann esse ich eine Kleinigkeit und fange an zu arbeiten.

Gegen 13.30 Uhr gibt es eine weitere Runde mit unserer Hündin und eine kleine Mahlzeit.

Dann arbeite ich bis 18 oder 19 Uhr und wenn ich im Büro war, laufen wir heim oder gehen noch einmal Gassi. Dann esse ich etwas. Je nach Wochentag setze ich mich anschließend an den Schreibtisch und schreibe, nehme einen Podcast auf oder habe Bandprobe. Zwischen 23 und 24 Uhr gehe ich dann meist zu Bett, um am nächsten Tag eine neue Runde im Hamsterrad drehen zu können.

An den Wochenenden gibt es keinen festen Ablauf, außer natürlich die Runden mit unserer Hündin. Die will auch an den Wochenenden raus.

Falk Fatal, Schriftsteller, Sänger

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, es bleibt wichtig, was schon immer wichtig gewesen sein sollte: Gegenseitige Empathie, ein Mindestmaß an Vertrauen und Respekt sowie die Akzeptanz, dass die Welt nicht nur aus schwarz und weiß, sondern aus vielen Farbtönen besteht. Vielleicht begreifen wir dann, dass wir alle in derselben Misere sitzen. Die einen mehr als andere, doch letztendlich stehen wir vor Problemen, die uns alle betreffen, und die so groß sind, dass wir sie nur gemeinsam und nicht gegeneinander lösen können.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ganz allgemein gesprochen: So herausfordernd und schwierig dieser Wandel auch ist, dürfen wir unseren Optimismus nicht verlieren. Denn frei nach Brecht: Nur wer den Kampf annimmt, hat überhaupt eine Chance, ihn zu gewinnen. Die Kunst, und hier natürlich besonders die Literatur, wird diesen Wandel begleiten, wird ihn dokumentieren, literarisch zuspitzen und hoffentlich auch den einen oder anderen Impuls setzen. Die Literatur wird aber auch Trost spenden, Hoffnung geben und Mut machen. Sie wird den Wandel aus anderen Perspektiven erleb- und fühlbar machen und uns so, diese Zeit hoffentlich besser verstehen lassen.

Was liest Du derzeit?

Zuletzt habe ich “Grim” von Sibylle Berg gelesen, das ich sehr empfehlen kann. Gerade angefangen habe ich “Vernichten” von Michel Houellebecq. Ich bin sehr gespannt.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.”

Albert Camus “Der Mythos von Sisyphos”

Vielen Dank für das Interview lieber Falk, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke Dir!

5 Fragen an Künstler*innen:

Falk Fatal, Schriftsteller, Sänger

Foto_privat

12.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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