„Eulersche Zahl“ Alexander Engelbrecht, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Hof/D 9.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Mein Akrostichon ist ein Gedicht, bei dem die Anfangsbuchstaben der Wörter eine neue Botschaft ergeben:

„Gabe Impliziert, Vergebung,

Ehrlichkeit Pflanzt, Einigkeit!

Atomar Codierte, Ewigkeit!

Arithmetisch?, Chronologisch? Hilfe!

Aber Niemals, Chancenlos Ergeben“

Dieses hier besteht aus 16 Wörtern und 44 Silben.

Es besteht in allen Sprachen aus 5 Einheiten / Sätzen basierend auf der Primzahl 5. Im Original mit 16 Buchstaben in der Botschaft und dadurch auch 16 Wörter (4²) im Gedicht.

Die Anzahl der Silben beträgt genau 44

44 = 2² × 11 oder 4 x 11

Die Zahl 44 wird auch Engelszahl genannt 😉

Auch sehr interessant die Gleichung:

44e16= 4.4e+17 = 4.4 x (10hoch17) = 440.000.000.000.000.064

Die Eulersche Zahl e, die Basis des natürlichen Logarithmus.

Die Eulersche Zahl, mit dem Symbol e bezeichnet, ist eine Konstante, die in der gesamten Analysis und allen damit verbundenen Teilgebieten der Mathematik, besonders in der Differential- und Integralrechnung, aber auch in der Stochastik (Kombinatorik, Normalverteilung) eine zentrale Rolle spielt. Ihr numerischer Wert beträgt:

e=2, 718 281 828 459 045 235 360 287 471 352 …

Die ersten 4 Sätze haben jeweils 3 Wörter (4 x 3=12) +die 4 Wörter im letzten Satz =16. Oder etwas einfacher:

Die 2. Wurzel von 16 ist 4 und die 4. Wurzel von 16 ist 2.

Die Wurzel aus 2 hingegen √(2) = 1.4142135623731……

√(2) ist sooo endlos lang, unendlich in den Nachkommastellen.

Etwa so viel Nachkommastellen wie die Länge unseres Universums in Kilometern.

Der menschliche Verstand und seine Mathematik können dies nicht einmal in Lichtjahren wirklich gut erfassen.

Löscht man nun den 4. Satz

„Arithmetisch?, Chronologisch? Hilfe!“

ist das Ergebnis der Anzahl Wörter die Primzahl 13 und die Anzahl der Silben die Primzahl 41.

Was in Summe wiederum die Zahl 54 ergibt. Die Mathematiker unter uns, haben gleich erkannt:

Die Quersumme der Zahl 41=5

Die Quersumme der Zahl 13= 4 🙂

Also die Fünf und die Vier spielen dabei eine wichtige Rolle.


Alexander Engelbrecht, 6.10.2022

Alexander Engelbrecht, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexander Engelbrecht, Schriftsteller

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Walter Pobaschnig _ 6.10.2022.

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„Das Theater sollte die richtigen Fragen stellen“ Dora Schneider, Regisseurin _ Wien 9.11.2022

Liebe Dora, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe morgens um 6:30 Uhr auf, und wenn mein Sohn in die Schule geht, fange ich an zu arbeiten. Bis zur Premiere am 10.11. geht das durch bis 22 Uhr.

Dora Schneider, Regisseurin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuhören und zusammenhalten.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Theater sollte die richtigen Fragen stellen. Und Begegnung ermöglichen.

Was liest Du derzeit?

Heimito von Doderer: Die Strudelhofstiege

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Nicht Schweigen, sondern Schwatzen ist das Gegenteil des Sprechens (Heimito von Doderer)

Vielen Dank für das Interview liebe Dora, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Dora Schneider, Regisseurin

Zur Person_

Dora Schneider

Seit ihrem Regiestudium am Max Reinhardt Seminar arbeitet Dora Schneider als freischaffende Regisseurin in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ihre Inszenierungen umfassen die Sparten Sprechtheater, Kinder- und Jugendtheater und Musiktheater.

Viele ihrer Arbeiten sind Ur- und Erstaufführungen, sowie Projekte an der Schnittstelle von Schauspiel und Musiktheater.

Seit 2014 ist sie Univ.-Professorin für Schauspiel an der MUK Wien. Außerdem lehrt sie als Gastdozentin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

2021 war sie Jurorin bei den Mülheimer Theatertagen.

Seit 2022 ist sie dort Mitglied des Auswahlgremiums für den Mülheimer KinderStückePreis.

Foto_Michaela Krauss-Boneau

Aktuelle Produktion von Dora Schneider:

INSEL DER UNSELIGEN oder In der Heimat im Exil
von Michaela Ronzoni

Insel der Unseligen_Szenenfoto__Philipp Kerber

Premiere: 10. November 2022

Besetzung: Emese FAY, Dominik KASCHKE, Leila MÜLLER, Monika PALLUA, Sascia RONZONI, Volker WAHL
Regie: Dora SCHNEIDER
Ausstattung: Stefanie STUHLDREIER 
Musik: Thomas RICHTER
Lightdesign: Katja THÜRRIEGL

Termine: 10. (Uraufführung), 11., 12., 18., 19., 20. November 2022 – 19 Uhr

VOLKSKUNDEMUSEUM Wien
1080 Wien, Laudongasse 17    

 www.inselderunseligen.at

8.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Jene Kreativität freizulassen, die ich lange in mir gefangen hielt“ Bernd Märzendorfer, Schauspieler _ Wien 8.11.2022

Lieber Bernd, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aktuell sind meine Tage eine interessante Suche nach mir selbst. Meine Aufgabe ist es, Erziehung und Glaubenssätze der Vergangenheit abzustreifen, um jene kreative Freiheit wieder zu erlangen, die ich hatte, bevor ich von einer fragwürdig gesunden Gesellschaft in den bedeutungsleeren Raum der Angepasstheit getrieben wurde.

Einfacher ausgedrückt: Ich spüre mich einfach so durch und warte entspannt auf das was kommt.

Bernd Märzendorfer, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Demut und Geduld. Bescheidenheit und minimale Erwartungshaltung.

Als ich nach einer sehr erfolgreichen Karriere dem Ruf meines Herzens gefolgt bin, nur noch das zu machen, was ich wirklich als persönlich bedeutsam erachte, war ich von Mut aber auch einer gewissen Naivität getrieben. Diese Naivität ist aber genau das, was ich dringend brauche, um kein Zyniker zu werden und mich in Angst und Kraftlosigkeit zu verstecken. Naivität und Minimalismus sind für mich der beste Boden, um jene Kreativität freizulassen, die ich lange in mir gefangen hielt.

Mit dieser neuen Kraft kann ich mich gelassen auf alles einlassen was rund um mich herum passiert. Ob mich das mitnimmt, oder es mich als Zuseher nur aus der Ferne bewegt, bleibt meine eigene Entscheidung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das ist nicht vorhersehbar oder lenkbar. Ich glaube auch nicht, dass in dieser Sache Ziele dienlich sind. Die Kunst, der Film, das Theater und alle daran Beteiligten werden wie immer in der Geschichte eine bedeutende Rolle spielen. Wie revolutionär das diesmal sein wird, ist eine Frage, die alleine die Zeit beantworten kann. Sofern so etwas wie Zeit überhaupt eine relevante Größe darstellt.

Was liest Du derzeit?

Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg, Die Wohlgesinnten von Johnathan Littell und aus humoristischen Gründen die Twitter-Diskussionen österreichischer Journalisten.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.

A.Camus

Bernd Märzendorfer, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview lieber Bernd, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernd Märzendorfer, Schauspieler

Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Oskar Werner _ Wien 10_22

17.10.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„anderswo / eine andere“ Sylvia Geist, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Flieth/D 8.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE


ganz gerade sehe ich spräche ich aus

im innendämmerlichtsicht etwas wie eine meiner venen

verhandlung zwischen hier und da verstummte ich vor den nachrichten

eine neue fältelung der karte. jetzt ein mund wie ein briefschlitz als hätte ich

panikräume für alle papier zu fressen in der

einzelzelle für mich dich uns sie! wo das zahlwort

andere vokabeln für angst sind viele: die wahre also kaum besiegbare

corps auch corpse schock taubheit oder chimäre zu mir mutiert ja mich

entfernung auch entsetzt. und doch

anderswo abern die botenstoffe meiner angst

charkiv mariupol sjewjerodonezk -chemie mir eine möglichkeitsform mehr ins

herz: hunderte dörfer: nie wusste ich wo genau das war denn wäre ich eine

andere alle lagen in dieser oblast. und sind könnte ich dort sein

nun nicht mehr da  nahe saporischschja in diesen

chrysalidennächten in denen aller anderer orte sich

entpuppen als einer


Sylvia Geist, 12.9.2022

Sylvia Geist, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sylvia Geist, Schriftstellerin

https://www.sylviageist.de/

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Walter Pobaschnig _ 12.9.2022.

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„Simone de Beauvoir – ein modernes Leben“ Kate Kirkpatrick. Biographie. Piper Verlag

Jänner 1908, Paris, Montparnasse. Der Schrei neuen Lebens. Das Jahr beginnt für die Familie de Beauvoir – ihr Vater ist Anwalt mit großem Interesse für Literatur, Theater, ihre Mutter, die Tochter eines Privatbankiers mit religiösen Grundsätzen, die sie auch in die Erziehung einbringen wird – mit der Geburt ihrer ersten Tochter Simone. Die Freude ist groß. Eine zweite Tochter folgt.

Der Krieg wird für die junge Simone zum prägenden Ereignis, welches das so geordnete, vertraute Leben zerstört und für ganz neue Herausforderungen stellt. Simone beginnt zu schreiben, um das Außen und Innen zu benennen und einen Weg in die Zukunft zu ermöglichen. So wird sie es ihr ganzes Leben tun, es wird ihr Halt geben und in ihrem Schreiben, ihren Blick auf Mensch und Gesellschaft wird sie ganz neue Wege gehen. Was ist Leben? Was bedeutet es für mich als Frau? Wie kann, will ich weitergehen? Fragen, die Mittelpunkt ihres Schreibens und auch der Gespräche im Freundeskreis wie mit ihrem langjährigen Lebens- und intellektuellem Weggefährten Jean Paul Sartre zeitlebens bleiben werden. Ihre literarisch-philosophischen Bücher werden zu Meilensteinen modernen weiblichen Selbstbewusstseins wie Welt- und Gesellschaftsverständnisses in einem persönlichen Leben mit so vielen Etappen in Licht und Schatten…

Die britische Philosophin und renommierte Autorin Kate Kirkpatrick legt mit ihrer Biographie der Philosophin Simone de Beauvoir, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Moderne, ein vielschichtig reflektiertes wie spannendes und gut lesbares Lebensbild in Weg, Liebe und Werk vor, das zu überraschen und zu begeistern weiß.

Die Autorin, beste Kennerin des Existenzialismus, folgt in ihrer Konzeption den Lebensstationen Simone de Beauvoirs und verweilt an diesen biographisch, philosophisch, gesellschaftspolitisch mit einem lebensgeschichtlichen- wie werkgeschichtlichem Rundblick, der informiert, Positionen vermittelt, komplexe Zusammenhänge öffnet und auch Impulse zu weiterer Reflexion gibt.

Ein umfangreicher Anmerkungs- wie Fachliteraturteil zu Person und Thema runden diese sehr gelungene Biographie ab.

„Eine fundierte wie gut lesbare Biographie, die Leben und Werk Simone de Beauvoir vielschichtig und spannend zu öffnen weiß.“

„Simone de Beauvoir – ein modernes Leben“ Kate Kirkpatrick. Biographie. Piper Verlag

Walter Pobaschnig  11_22

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„Theater erinnert wer wir sind, was vorher war und wohin wir gehen“ Mariana De Meo, Schauspielerin/Pantomime _ Wien 7.11.2022

Liebe Mariana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe um 5:30 Uhr in der Früh auf. Duschen, anziehen und um 6:20 Uhr sitze ich mit Kopfhörer in der U-Bahn und höre eine Meditation bis meine Arbeit im Pensionisten Heim Gustav Klimt beginnt, wo ich als Teamleiterin der Hausbetreuung arbeite. Nachmittags probe ich meine neue Pantomime Performance „Begegnungen“, treffe mich mit Freunden oder lese, male. Den Abend verbringe ich mit meiner Familie.

Mariana De Meo und Roman Maria Müller, Schauspieler*innen, in ihrer aktuellen Pantomime Produktion „Begegnungen“ _ 10.und 22. November 2022, 19h30 _ Theater Arche, Münzwardeingasse 2A, 1060 Wien
Mariana De Meo _ Schauspielerin, Pantomime

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Persönliche Kommunikation. Die Leute treffen sich viel seltener, um persönlich zu reden, in dem sie sich in das Gesicht, in die Augen blicken und direkt zuhören, um für einander da zu sein und einander zu verstehen versuchen. Jeder steckt seine Nase lieber in sein Handy und lebt in einer fiktiven Welt. Auch bei Kindern ersetzt leider oft virtuelle Freundschaft am Handy ein reales Treffen im gemeinsamen Spielen.  

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass die Magie des Theaters zur realsten Realität wird, in der wir leben werden. Die Leute werden ins Theater gehen, um sich zu erinnern, wer sie sind, was vorher war und wohin wir gehen.

Was liest Du derzeit?

„Das Buch der Geheimnisse“ von Deepak Chopra

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät

Mariana De Meo _ Schauspielerin, Pantomime

Vielen Dank für das Interview liebe Mariana, und viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Pantomimeprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mariana De Meo _ Schauspielerin, Pantomime

www.pantomima.eu

Zur Person:

Mariana De Meo, geboren in Bulgarien, begann bereits mit 14 Jahren als Pantomimin aufzutreten und nahm an einigen Tourneen in Italien teil.

Nach dem Schulabschluss studierte sie vier Jahre an der Akademie für Theater und Filmkunst „Krastyo Sarafov“ in Sofia. Nach dem Abschluss 1995 arbeitete sie als Schauspielerin am Theater „Sofia“ und am „Staatliches reisendes Theater“ und unterrichtete als Pantomimin an Schauspielschulen in Sofia.

2002 gründete sie den Verein „Großzügiges Herz“ in Bulgarien und arbeitete bis zur Schließung als Geschäftsführerin.

2008 und 2010 wurden ihre Töchter geboren, Umzug 2013 mit ihrem Mann und den Töchtern nach Wien.

Seit 2015 unterrichtet sie an Wiener Schulen, in Kindergärten und VHS die Kunst der Pantomime.

Seit 2016 entwickelt sie im „Lycée français“ mit Volksschulklassen ein Pantomimeprojekt mit alljährlichen Aufführungen.

2018 Gründung des Kulturvereins „Neo & De Meo“.

Seit 2018 Zusammenarbeit mit Ruth Rieser, Präsentation ihres Spielfilms „Kinderzauber“.

Seit 2021 arbeitet sie als Teamleiterin Hausbetreuung im Pensionisten Heim Gustav Klimt.

Aktuelle Produktion: „Begegnungen“

„Wenn ein Mann eine Frau trifft und wenn eine Frau einen Mann trifft.

Wir alle sind nicht makellos – Talente brausen in uns auf.
In uns toben Dämonen, wir zittern vor Angst, wir lachen uns tot, wir sind einfach Menschen.
In dieser Vorstellung wird sich jeder selbst erkennen, jeder wird Situationen aus seinem Alltag finden…“

„Begegnungen“ _ 10.und 22. November 2022, 19h30 _ Theater Arche, Münzwardeingasse 2A, 1060 Wien

Begegnungen-Pantomime Vorstellung- Kooperation

Alle Fotos_Rossy Nedyalkova

30.10.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Tal des Friedens“ Michael Krause-Blassl, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wetzlar/D 7.11.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Tal des Friedens (1970)


Stille überall – nie gekannte Ruhe

verbreitet tiefen Frieden

ein inneres Sehnen

verborgene Lust

hat seine Erfüllung gefunden.

Ringsherum Natur

und nur Leben

lege mich nieder

versinke im Gras

in den Blumen

liege tief unten im Tal

und habe mich doch über alles erhoben

bin endlich mein

hier im Tal des Friedens

da darf ich glücklich sein.

Bleibe liegen

bis die Sonne verschwindet

und der Abendhimmel

seinen blauschwarzen Mantel

über mich ausbreitet

beende den Tag hier draußen

bei euch

bei dir

bei mir.

Langsam verlöschen die Empfindungen

alles verschwimmt

und ich sinke

in traumlosen Schlaf hinein

hier im Tal des Friedens

da darf ich glücklich sein.

Frohe, unbeschwerte Tierstimmen

locken mich sanft aus dem Schlaf

ich erhebe mich

ausgeglichener, menschlicher denn je

eile durch die eben erwachte Natur

und blühe auf

wie die vom Tau genährten Pflanzen

finde ich Nahrung in meiner Seele:

ein unerschöpflicher Vorrat!

Laufe, renne, stürme vorwärts

dem fernen Horizont entgegen

atemlos falle ich

in die Steppe hinein

hier im Tal des Friedens

da darf ich glücklich sein.  

Michael Krause-Blassl, 5.10.2022

Michael Krause-Blassl, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Michael Krause-Blassl, Schriftsteller

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Walter Pobaschnig _ 5.10.2022.

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„Über das Anfangen“ ein mitreißender Theaterabend _kubuszwanzig_ Kulturraum Berggasse 3/1090 Wien _ 6.11.2022

„Über das Anfangen. Wortlaute aus dem Wohnzimmer
Alice Mortsch, Alexander Hoffelner, Christian Tesak

Da ist das Wohnzimmer. Die leeren Gläser. Die Bücher. Die Stehlampe. Der Wein. Der Tee. Eine Frau. Zwei Männer.

Namen spielen jetzt keine Rolle. Denn es geht um alles…

Um den Anfang. Von allem.

Das Dunkel und das Licht. Das Fenster und das Wort. Den Mund und die Hand. Das Davor und das…?

Und das Zwischendrin. Das Alltägliche.

Lass` mich fragen. Lass` mich erzählen…Lass´ mich singen…

Das ist viel. Das ist alles…

bis das Licht ausgeht…hier im Wohnzimmer…namenlos…

Die Wiener Erstführung von „Über das Anfangen. Wortlaute aus dem Wohnzimmer“ der Schauspieler:innen/Regisseur:innen Alice Mortsch und Alexander Hoffelner wie des Komponisten und Musikers Christian Tesak setzt im reduzierten Bühnenbild einer Wohnzimmeratmosphäre ganz auf die Wort- und Spielkraft authentisch-autobiographischer Dialoge, die in Offenheit, Reflexion und Humor als bestes Schauspieltheater das Publikum in Aufmerksamkeit, Unterhaltung und Impuls packen. Die Pointen in unterhaltsamen wie tiefsinnigen Erzähl- und Reflexionsebenen werden vom großartigen abgestimmten Bühnentrio wunderbar gesetzt und sind bestes Kammerspiel. Ebenso ist die Musik hervorzuheben, die sehr gut die Dialoge trägt und verbindet. Text und Komposition von Christian Tesak kommen Bestes an und begeistern. Die großartige Stimme von Alice Mortsch ist dabei eine der Überraschungen des Abends, bitte mehr davon!

Alice Mortsch und Alexander Hoffelner zeigen einmal mehr welch innovative Spiel- , Bühnen- und Regieideen, sie zu entwickeln und hervorragend umzusetzen vermögen, herzlichen Dank!

Alice Mortsch, Alexander Hoffelner und Christian Tesak knallen unsere nackte Seele auf den Wohnzimmertisch bis das Licht ausgeht – ein hervorragender, leidenschaftlicher Theaterabend!

„Über das Anfangen. Wortlaute aus dem Wohnzimmer
Alice Mortsch, Alexander Hoffelner, Christian Tesak

„Über das Anfangen. Wortlaute aus dem Wohnzimmer

Ein Abend von und mit Alexander Hoffelner, Christian Tesak und Alice Mortsch und mit der Stimme von Peter Faerber.

Weitere Spieltermine Wien:

Samstag, 19. November Im Altbau (Landstraßer Hauptstraße 6, 1030 Wien)

Samstag, 26. November, Bezirksmuseum Neubau (Stiftgasse 8, 1070 Wien)

Jeweils um 19.00 Uhr bei freiem Eintritt und Spende

Reservierungen unter mail@kubuszwanzig.at

Infos zum Stück: https://kubuszwanzig.at/theater/anfangen/

kubus zwanzig

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 11_22

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„Kunst macht die Welt weniger gefährlich“ Carola von Herder, Regisseurin u. Choreographin _ Odessa/Wien 6.11.2022

Liebe Carola, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Carola von Herder, Regisseurin u. Choreographin _ Odessa/Wien

Seit Mitte März nach meiner Ankunft in Wien nach der Flucht aus Odessa ist mein Tageslauf mittlerweile ausschließlich auf ‚‘Wien tanzt mit Ukraine‘ ausgerichtet‘

Aufwachen um 6 Uhr oder früher, sofort Griff nach dem Handy : Nachrichten.  Bin hellwach, liege aber noch in den Federn, deren Wärme ich sehr bewusst genieße. Irgendwann zw. 7 und 8 große Kanne  grüner Tee und  eine Stunde Tanztraining. Modernes Martha Graham Training, mit Anteilen von klassisch. Erst  langsam und dann ziemlich  gründlich, Spagat, weicher Rücken  pusch ups, auch manchmal an die Schmerzgrenze. Aber immer  ist es anders. Manchmal muss ich mich quälen, schaue alle fünf Minuten ob die Stunde nicht bald vorbei ist, manchmal genieße ich jede Minute. In Odessa hatte ich einen großen Spiegel, oft  entdecke ich neue Bewegungen, wenn ich gut drauf bin. Aber Training passiert 365 Mal im Jahr. Dabei ist das nur Minimum. Wenn ich auftrete, kommt ein zweites Training  abends dazu, auch eine Stunde, während der Nachrichten….normalerweise in Odessa morgens 40 Minuten Rennen ans Meer, 30 Min. schwimmen mit Hund vor dem Training und je nachdem zusätzlich Proben und Unterricht. Mit dem Fahrrad, wo immer ich mich hinbewegen muss. So komme ich auf 20 Stunden Training pro Woche, hier in Wien leider weniger,

Frühstück: große Portion Musli, Bananen etc. griechisches Jogurt, so sahnig wies nur geht 10% Fett.

Dann je nachdem telefonieren viel am Computer, Texte,  viele  viele e mails, Anrufe, Treffen. Wir bekommen zwar Unterstützung von Wien und Bund, aber auch das fiel nicht vom Himmel. Die gesamte Logistik, Theatersuche, Administration bis in kleinste Detail muss ich machen. Träume von den Zeiten wo ich nur Künstlerin sein kann. Ab und zu passiert das, werde ich zu Projekten eingeladen, oder Film: das ist dann eine völlig andere Daseinsform. Aber je ungewöhnlicher ein Projekt,  je mehr muss ich alles selber an Land ziehen.

Carola von Herder, Regisseurin u. Choreographin _ Odessa/Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Meinen wunderbaren bunten Haufen zusammen-, das heißt bei Stimmung zu halten. Jeder muss Freude haben, sich selbst sein zu dürfen. Daher gehen die Proben über einen langen Zeitraum – denn das Stück  entsteht aus der Gruppe. Wir sind ja gemischt Amateure und Profis, jeder bringt die eigene Farbe hinein. Das Vereinende ist das gemeinsame Warm up, wo die Leitung ständig routiniert und jeder Führende zur Musik improvisiert, und alle nachmachen. Hier geht’s weniger um Technik als um Ausdruck und  spontane Umsetzung der Musik. Unsere älteste Teilnehmerin ist 79 unsere jüngste 9. Es herrscht vollkommene Gleichberechtigung und es wird viel gelacht. Für mich ist die Aufrechterhaltung dieser Leichtigkeit zwischen uns das oberste Gesetz.

Die Musiker sind alle Profis und nehmen erst kürzlich in voller Anzahl an den Proben teil. . Wir sind im Endspurt – und wenn alle Musiker in dieser warm up session  Kommunikation zwischen uns allen herstellen, geht die Post ab. Afrikanische Trommel, Marimba, Saxophon, Gitarre, Harmonika – eine sagenhafte Energie, die uns mit  einer unerwarteten Elektrizität plötzlich überfällt und mit so etwas wie einer Riesenvorfreude erfüllt.  Es hapert an allen Ecken noch, einige Szenen sind noch unausgegoren, aber in so einem Moment wissen wir – wir kriegen es hin –  es wird gut, vielleicht so richtig gut.

Tanztheater
WIEN TANZT MIT UKRAINE
 
TheaterArche _ Wien
11/12/13 November 2022
19.30 Uhr

Abends dann vor dem Einschlafen höre ich ukrainische Kriegsberichte und Kommentare  – das ist ein Muss – kann kein Auge zudrücken, ohne meine Informationsspeicher aufzufüllen. Man bekommt die ungeheure Energie der Ukrainer mit, wie sie ihr Land verteidigen, wie heroisch und professionell sie sich hinein werfen. Habe mittlerweile ein völlig neues Verständnis zum sogenannten Heldentum. Normalerweise kann ich Helden nicht leiden. Aber ohne die Bereitschaft, das eigene Leben zu verlieren für die Verteidigung  ihrer Heimat, wären die Ukrainer schon  weg vom Fenster.  Ich zittere mit ihnen und will meine Energie auch hineinwerfen-eben mit diesem Projekt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz, der Kunst an sich zu?

Ja, wir erleben gerade einen historischen Moment und haben das herrliche Privileg, ihn mitgestalten zu können.  Werte bröckeln, neue, konstruktive scheinen durch.  Bis jetzt war das Vorrangige die Erderwärmung. jetzt kommt der Krieg dazu. Er hat sich über Jahre abgezeichnet, aber dass er mit so einer Grenzenlosigkeit, so einer bewussten Zerstörung lang erarbeiteter Tabus hereinbrechen sollte, war glaube ich niemanden klar. Aber auch er, so wie die Erderwärmung ist das Endprodukt vieler verpasster Wahrnehmungen und nicht  realisierter Verantwortlichkeiten. 

Stichwort Krieg: wieso  konnten wir nach dem kalten Krieg nicht erkennen, dass wir ein NEUES  Friedenssystem erbauen müssten  MIT den Russen statt  sich auf die Brust zu schlagen über den Sieg über sie. Ich rede von den Amerikanern. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt muss Putin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gestoppt werden. Er will das prekäre Regelwerk der Nachkriegsordnung  zerstören. Er hat zu viele Jahre absolute Macht gespürt und ist nicht angehalten worden. Er darf unter keinen Umständen Nutzen aus diesem Krieg ziehen. Es muss Gesetzeshaftigkeit die Oberhand behalten. Die Ukrainer brauchen  die Leopold und Haimars  und wir hier dürfen nicht murren, wenn  wir die Zimmertemperatur auf 18 oder 16  drehen. Ich stricke fleißig Pulswärmer für alle meine Freunde – geniales  Oma Rezept aus den Jahren der kalten Winter: macht den ganzen Körper warm.

Soweit zur Eindämmung einer dieser beiden Krisen – aber  wir müssen ja auch die Dynamiken verändern, die dazu führten. Co2 muss runter, verstehen wir ja, und trotzdem erfindet  jemand SUVs und die werden glatt gekauft als Stadtwagen. Die dominierenden Wertigkeiten sind immer noch zu materialismuslastig, obwohl das allgemeine Bewusstsein doch wächst, dass wir alle in einer einzigen prekären Welt leben und sie bewahren müssen. Solange zu viele Menschen  noch meinen: „Ich bin weil ich viel habe“, wird’s schwierig mit dem Co2. Klar, der Mensch will wachsen, ein urmenschliches Bedürfnis, nur müssen wir das Wachstum mehr und mehr ins Ideelle rücken –  aus  der Entwicklung unserer Fähigkeiten Befriedigung ziehen, nicht aus dem erweiterten Besitz.  Fromm brachte es auf den Punkt „Sein oder Haben“  Die jetzt immer größer werdende Frage…

Was ist dann Sein? Wir müssen erst einmal wir selber werden. Darum kommen wir nicht drum rum. Und durch erhöhten Konsum und  Sichtbarmachung unseres Status gibt’s in dem Gebiet keine wirklich befriedigenden Ergebnisse.  Und schon sind wir bei der Kunst.  Sie ermöglicht  Ausdruck, das Hochholen des Inneren ins Äußere, die Kommunikation mit der Welt – der unmittel- und der mittelbaren, samt Kosmos. Die Kunst ist eines der effektivsten Vehikel, unsere Eigenart zu realisieren und damit diesem Urbedürfnis nach SELBST Sein Raum zu geben, auf friedliche Art und Weise.

Und zum Tanz: In den Projekten, von denen ich gerade eins davon leite, kommen alle künstlerischen Prozesse ideal in Einklang: der des  Selbstausdruckes  sowie der der Wahrnehmung und des Respekts für den Selbstausdruck des anderen– es werden Treue und Mut zu sich geschult und gleichzeitig ein großer Sozialisierungsschub bewirkt. Hat alles auch etwas Therapeutisches wegen all dieser Aspekte bin ich der Überzeugung, dass die Gesellschaft der Entfaltung der Kunst viel mehr  Bedeutung beimessen muss – sie hat höchste politische Bedeutung. Nur ein Gedanke: Wenn Hitler damals von der Wiener Kunstakademie wegen seiner Malereien nicht abgelehnt worden wäre, hätte es keinen 2.Weltkrieg gegeben. Ebenso stell ich mir die Frage:  hätte Putin, der kleinwüchsige Vova, eine andere Kindheit genossen als die, in  den Petersburgen Hinterhöfen, wo er bald merkte, dass man ihn erst dann wahrnahm, wenn er mit rücksichtslosen Strassenkampfqualitäten brillierte….. dann ..

Gut, da haben wir eine Menge anderer Aspekte, die diesen Krieg ermöglichten. Will sagen, dass noch vor dem Urbedürfnis zu wachsen,  wir Menschen geliebt und  wahrgenommen werden wollen. Und dass eine Frustration auf der Ebene verdammt viel Unglück  bewirken kann, nicht nur im Falle von Hitler und Putin. Aber vor allem will ich sagen, dass die Gesellschaft Kunst wie die Luft zum Atmen braucht weil die Kunst dem Menschen eine Möglichkeit bietet, sich nicht nur aus seinem Tiefsten mitzuteilen, sich zu verfeinern, die Welt damit zu bereichern, die Wertigkeiten ins Ideelle rückt, sondern sie auch weniger gefährlich macht.

Was liest Du derzeit?

Hab leider fast keinen Platz im Hirn für den Konsum von interessanten Gedanken, so sehr  muss ich den Platz dort leer halten für den Inhalt des Projektes. Kann nicht einmal mein  geliebtes ZEIT Abonnement in meinem Computer lesen. Sehr frustrierend.  ABER habe mir Tanja Maljartschuk: Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur  gekauft und auch etwas reingelugt!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Primer ser hombre, segundo poeta  Atahualpa Yupanqui

(frei übersetzt: erst Mensch werden, dann Künstler oder sonst was sein).

ps ist ein bisschen viel geworden, .sorry. Aber Ihre Fragen  trafen  so genau in meinen schwarzen Punkt

Carola von Herder, Regisseurin u. Choreographin _ Odessa/Wien

Vielen Dank für das Interview liebe Carola, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz- Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Carola von Herder, Regisseurin u. Choreographin _ Odessa/Wien

Zur Person Carola von Herder:

In München geboren.
Schulbildung in Deutschland,Amerika und Frankreich(einjähriges Stipendium in Amerika mit ASSIST, Abschluss Baccalaureat Franco-Almand in Paris).
Tanzausbildung : eine volle klassische sowohl als moderne Tanzausbildung (Ballett Akademie München, Martha Graham School New York, LCDT London-the London Contemporary Dance Theatre).
Universitätsausbildung:Erstes Studium an der LMU (Uni München) und London University, BA in Geschichte und Philosophie. Kürzlich zweites Studium: BA Slavistik LMU.
Sie spricht fünf Sprachen.

Sie tanzte und choreographierte in England, Deutschland, Frankreich, Spanien und der Ukraine und choreographierte über zwei Dutzend abendfüllende Aufführungen. Sie arbeitete als Tänzerin und Choreographin, davon über 10 Jahre in England (London und Lancashire) und fast 10 Jahre in Odessa am schwarzen Meer.

Unter anderem erhielt sie die Auszeichnung ‘Pick of the Fringe’ für ihre Choreographie und Darstellung des Tanztheaters ‘A Dance for Anne Frank’ (Link zu Kritiken) als beste Tanzperformance des Edinburgh Festivals, dem größten Theater Festival der Welt. Gründete die Dance Companie AVIS DANCE.

Tanz ohne Grenzen e.V.

Alle Fotos_Carola von Herder

Aktuelles Tanzprojekt in Wien:

Tanztheater _ WIEN TANZT MIT UKRAINE _Theater Arche

Termine: 11/12/13 November 2022 _19.30 Uhr

https://www.theaterarche.at/events/wien-tanzt-mit-ukraine-kooperation/

4.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Romy Schneiders Natürlichkeit und Authentizität“ Celina Hubmann, Sopranistin_40.Todesjahr Romy Schneider_Wien 6.11.2022

Celina Hubmann_ Sopranistin, Querflötistin,
Gesangs-, Querflöten-& Atempädagogin
Celina Hubmann_ Sopranistin, Querflötistin,
Gesangs-, Querflöten-& Atempädagogin

Liebe Celina, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Romy Schneider ist für mich ein großes Schauspiel-Idol. Ich hatte mich in den vergangenen zwei Jahren tiefer mit ihrer Seele und ihrem Wirken beschäftigt. Schon als Kind faszinierten mich ihre Sissy Filme, die ich mit meiner Oma ganz interessiert guckte. Es gibt Menschen, die mich in der Vergangenheit angesprochen hatten und meinten, sie sähen den Romy-Geist, eine gewisse Ähnlichkeit in mir.

Schloss Goldenstein, Elsbethen bei Salzburg._
Romy Schneider besuchte von 1949 – 1953 hier die Privatschule der Augustiner-Chorherrinnen_
Foto_Celina Hubmann_10_2022

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Besonders die Sissy-Filme, die für mich so viel Ästhetik darstellen, obwohl sie es angeblich in ihrem späteren Schaffen satt hatte, immer nur mit Sissy in Verbindung gebracht zu werden. Ich muss gestehen die anderen Filme kenne ich nicht gut.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Künstlerin die Darstellerin Romy Schneider in Ihrem Kunstgenre?

Ihre Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit beim Spielen sind ein einzigartiges Geschenk an die Welt.

Wie intensiv müssen sich Persönlichkeit und Kunst verbinden, um das Publikum erreichen zu können?

Persönlichkeit und Kunst sollten EINS werden, wobei man sich selbst nie verlieren darf.

Gibt es Momente in der Kunst, in der sich gleichsam die Kontrolle im Kunstprozess verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Selbstverständlich gibt es solche Momente immer wieder. Die innere Bewusstwerdung, dass ich ja immer noch Celina bin und nur in die Rolle schlüpfe.

Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?

Sehr gerne, „Swimmingpool“ und ihren ersten berühmten Sissy-Film. Dazu gibt es die Operette SISSY von Fritz Kreisler, in welcher ich gerne mitwirken würde.

Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera? Ist sie da Schauspielerin oder Privatperson oder beides?

Beides.

Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?

Ich habe mich mit Ihren Fotos auseinandergesetzt. Eine bedeutsame Rolle nimmt für mich die Natürlichkeit der Fotos ein, dass ich mich frei fühle und so zeigen darf, wie ich wirklich bin und nicht verstellen muss. Dafür ist das Vertrauen zwischen Fotograf und Fotomodel und die Umgebung besonders relevant.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich (Kunstberuf)?

Es sollte stets eine gewisse Privatsphäre gesichert sein, um sein Leben ungestört leben zu können.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Kunstberuf?

Das kann ich sehr gut nachvollziehen, dass da bei Romy der Drang nach Neuem ganz stark ausgeprägt war. Ich finde man sollte als Künstlerin flexibel und offen sein für das was kommt und sich nicht selbst zu sehr einschränken.  Der Weg ist das Ziel. Natürlich sollte man selbst seine Stärken dabei im Auge behalten und diese noch mehr ausbauen.

Wie war Dein Weg zur Kunst und welche Erfahrungen hast in Wien gemacht?

Für mich war schon ganz früh klar, dass ich geborene Musikerin, Herzenssängerin bin und dieser inneren Stimme bin ich gefolgt. Ich habe mir meinen persönlichen Lebenstraum erfüllt. Begonnen hatte meine Musikerlaufbahn beim renommierten Kinderchor den Gumpoldskirchner Spatzen, bei denen ich nun selbst als Stimmbildnerin tätig bin. Studiert hatte ich an der Universität Mozarteum Salzburg, sowie an der MUK und momentan noch an der mdw bei KS Daniela Fally und KS Angelika Kirchschlager.

Was wünscht Du Dir für den Kunstberuf?

Mein Herzenswunsch ist es, weniger mit Ellbogentechnik, sprich Konkurrenzdenken durchs Leben zu gehen und dass man Künstler*innen mehr als Mensch und weniger als Maschinen behandelt. Ein schöpferisches Umfeld, wo man ausprobieren, sich entfalten darf, ohne bewertet, abgestempelt zu werden und das Gefühl haben zu müssen, man ist sofort austauschbar.

Was sind Deine aktuellen, kommenden Projekte?

Am 18.10.22 hatte ich das Glück im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins „Die Jahreszeiten“ von J. Haydn mit Ivor Bolton am Dirigentenpult und dem Tonkünstler-Orchester im neu gegründeten „Konzertchor Interpunkt Vokalensemble“ mitzuwirken. Im November und Dezember 2022 stehen einige Operndebüts an, zB. Marzelline und Leonore aus Beethovens „Fidelio“ und Pamina aus Mozarts „Zauberflöte“ mit der Kinderoper Papageno als Deutschland Tournee. Des weiteren Griletta aus Haydns „Der Apotheker“ und den Taumann/Sandmann in Humperdincks „Hänsel und Gretel“ im Schlosstheater Schönbrunn.

Was möchtest Du Musikstudenten*innen mitgeben?

Glaubt an euch und eure Fähigkeiten, wisst was ihr könnt und noch lernen dürft. Habt Vertrauen in Euch selbst. Wenn ihr etwas wirklich wollt, dann bleibt dran, bis es sich manifestiert hat. Ihr lebt einen wunderbaren Beruf – eure Berufung. Herzenswünsche gehen in Erfüllung – erweist Geduld und Fleiß.

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Besonders tragisch, wenn man seinen Sohn verliert und auch im Liebesleben kein Glück hat. Romy schien so verzweifelt zu sein, dass scheinbar für sie der einzige Ausweg erschien, sich das Leben zu nehmen.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

„Wenn Du noch einmal leben und wählen könntest, was hättest Du erkannt und anders gemacht?“

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Ihre Natürlichkeit, Authentizität und dass Ruhm und Ansehen nicht alles ist. Die eigene Berufung zu leben, inneres persönliches Wachstum und Zeit für Familie, Freunde zählen, um ein glückliches Leben zu führen.

Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?

 „Eine günstige Gelegenheit ergreift man nicht zaghaft; man packt sie am Schopf und baut sie aus, mit Fleiß.“

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

R eizend

O ffen für Neues

M itreißend

Y oung

Celina Hubmann_ Sopranistin, Querflötistin,
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40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt_acting Romy Schneider:

Celina Hubmann_ Sopranistin, Querflötistin,
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https://www.celinahubmann.net/home

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Schloss Schönbrunn_Wien_10.2022

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 10_22