Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien _ performing „Beatrixgasse“ _ Originalschauplatz Wien _ Lebensort von Ingeborg Bachmann in Wien 1946-49 _ Walter Pobaschnig 6/26
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
BEATRIXGASSE _ Akrostichon
Text & Performance _ Pia Schiel, Schauspielerin _Wien.
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien _ performing „Beatrixgasse“ _ Originalschauplatz Wien _ Lebensort von Ingeborg Bachmann in Wien 1946-49 _ Walter Pobaschnig 6/26
BEATRIXGASSE
Bist
Einfach
Allein?
Trau
Raus
Ins
Xunde
Grün.
Alles
Sehr
Sonderbar
Erdig.
Pia Schiel, 1.7.2026
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien _ performing „Beatrixgasse“ _ Originalschauplatz Wien _ Lebensort von Ingeborg Bachmann in Wien 1946-49 _ Walter Pobaschnig 6/26
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
BEATRIXGASSE _ Akrostichon
Text & Performance _ Pia Schiel, Schauspielerin _Wien.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin – BEATRIXGASSE _ lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Fotos: Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien _ performing „Ingeborg“ _ Originalschauplatz Wien _ Lebensort von Ingeborg Bachmann in Wien 1946-49 _ Walter Pobaschnig 6/26
im Interview _ Bettina Klix, Schriftstellerin _ Berlin
Bachmannpreisnominierte 1986 und 1993
Liebe Bettina, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?
Schmerz.
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Die besondere Grausamkeit. 1986 vergleichsweise noch harmlos. Aber 1993 ohne Gnade.
Was mir geschah, war nicht völlig einmalig. Ich habe später eine Autorin getroffen, die dort eine ähnliche Vernichtung erlebte und sich auch nie wieder davon erholt hat.
Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?
Beide Male habe ich während der Lesung das Hochgefühl der Gelungenheit erleben dürfen, die Gewissheit, dass ich etwas ganz Unverwechselbares, Besonderes und Schönes mitgebracht hatte und auch, dass ich wirklich gut gelesen hatte.
Sofort danach wurde das alles komplett zerstört.
Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?
Diese Autorin, die damals gelesen hat, ist dort gestorben. Beleg dafür wäre, dass es von mir, also einer in Deutschland völlig erfolglosen Schriftstellerin eine englische Übersetzung meines Frühwerks gibt, „Rapture oft the Depth“ das hauptsächlich aus meinen beiden Suhrkamp-Büchern „Tiefenrausch“ (1986) und „Sehen Sprechen Gehen“ (1993) besteht. (Den beiden Büchern, die bis zur zweiten Teilnahme geschrieben waren.) So als sei ich dann abberufen worden.
„Was für ein Werk hätten wir noch erhoffen dürfen!“
Aber dieses Buch entstand nur durch die völlig unglaubliche Patenschaft des kanadischen Germanistik-Professors Eric Miller und seine trotzige Begeisterung und Beharrlichkeit.
Der Betrieb hatte mich danach aussortiert.
Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?
Vielleicht ist ein Wettbewerb, der unter dem Namen einer Autorin stattfindet, die mit dem Schmerz, dem Leiden so sehr vertraut war, eine völlige Verfehlung, steht sozusagen unter einem Unstern.
Widersinnig, da es ein Unternehmen ist, das Teil eines Betriebs ist, unter dem Bachmann auch gelitten hat, Teil der Selektion usw.
Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Großes Publikumsinteresse bei den Lesungen _ 50.Bachmannpreis 2026
Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.
Klagenfurt – Wörthersee
Foto: Bettina Klix _ privat
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig
im Interview _ Nikolai Vogel _ Schriftsteller, Bildender Künstler_ München
Bachmannpreisnominierter 2005
Lieber Nikolai, Du hast 2005 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?
Ich habe bei der Verlosung der Reihenfolge die eher ungeliebte Nummer 1 gezogen … Als ich morgens im Studio war und gerade in die Maske sollte, wurde ich da dann nochmal zurückgerufen, weil jemand von der Jury gerade kam, und wichtiger war. Es gab keine Begrüßung, kein Hallo, kein aufmunterndes Wort zum Start – das fand ich sehr befremdlich, ich war da aber auch noch zu schüchten oder unerfahren, um das einfach selbst zu übernehmen …
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Live, Fernsehen, you never know …
Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?
Meine Lesung war wie gesagt sehr früh. Die Diskussion ziemlich spannend, auch lustig. Radisch‘ Vergleich mit Bachmanns Undine ziemlich strange …
Die Preisverleihung ist schon interessant. Diese ganze Interessensdynamik. Ich glaube, ich war in meinem Jahrgang vielleicht der Einzige, der seinen Juror vorher nicht persönlich kannte, und habe mitbekommen, dass andere von Ihren Juror*innen halt gefragt worden waren, ob sie nicht einen passenden Text hätten. Auch die ganzen Verlagsinteressen und Manuskripte, die längst in trockenen Tüchern sind und dort dann womöglich noch einen Werbeschub bekommen sollen … Ich empfand es so, dass etliche Juror*innen das als Power Play verstanden, als taktisches Spiel. Es gab sogar eine Jurorin, die sich dann bei mir entschuldigt hat, dass sie nicht für meinen Text gestimmt hat, den sie toll fand, aber sie habe natürlich den eigenen Kandidaten unterstützen müssen …
Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?
The winner takes it all! … Na gut, ich war beim Bachmannpreis. Kollegen hatten mich gewarnt: Willst Du da wirklich hin – aber ich wollte! Ich wusste, dass teils mit harten Bandagen diskutiert wird, aber ich wollte! Ich wusste, ich lese gerne vor Publikum, ich habe kein schlimmes Lampenfieber, sondern nur eine kribbelnde Grundnervosität, die mich wach hält …
Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?
Gute Texte, Juror*innen, die gute Texte gut finden, Autor*innen, die sich darauf einlassen, im Wissen, dass es Fernsehen ist …
Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Mut, Gelassenheit, Neugier, Unangepasstheit!
Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!
Ebenfalls! Rien ne va plus!
Nikolai Vogel _ Schriftsteller, Bildender Künstler
große Begeisterung und Vorfreude beim Publikum vor den Lesungen _ 50.Bachmannpreis _ 2026
Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.
Ingeborg Bachmann auf Ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970
Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.
Klagenfurt/Altstadt
Wörthersee
Foto: Nikolai Vogel _ privat
Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze
Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig
Thomas von Villach – ein klingender, strahlender Name mittelalterlicher Kunst im alpinen Raum. Ein Künstler, der am Ausganspunkt und Arbeitsmittelpunkt Kärnten und darüber hinaus ein gewaltiges sakrales Freskowerk schuf, das bis heute fasziniert und in den Bann zieht. Im Ausgangspunkt biblischer Bildwelten entwickelt der Künstler in/mit seinem Kunstkreis eine selbstbewusste Form an den Schnittstellen zur Neuzeit und deren Aufbrüchen und Umwälzungen. In vielen Kirchen sind diese Zyklen faszinierendes Zeugnis der Ansprache, Vermittlung und Verbindung von Leben, Glaube und Sinn.
Ein Kunstleben, das in allem Arbeitsschwerpunkt aber auch ein gesellschaftlich interessiertes, wahrnehmendes und nach Möglichkeit dialogisches ist, das Wege in eine neue Zeit sucht…
Die renommierte, in Kärnten lebende, Autorin Regina Schaunig legt einen sehr spannenden Roman zu Leben, Werk und Zeit des Thomas von Villach vor, der in seiner Unmittelbarkeit und Lebendigkeit wie historischem Panorama der Zeit begeistert. Es gelingt Leserin und Leser mühelos einzutauchen in Existenz, Kunst und Weg eines kompromisslosen Künstlers zwischen aufgehenden und untergehenden Welten.
Hervorzuheben ist auch die umfassende kunsthistorische und historische Detailkenntnis, die diesen wunderbaren Roman auch zu einem Reiseführer zum Werk dieses einzigartigen Künstlers macht.
„Ein mitreißender Roman als wunderbare Kunstreise zu einer faszinierenden Persönlichkeit und dessen umfassenden Werk im Sturm der Zeit.“
Thomas von Villach, Regina Schaunig. Historischer Roman. Hermagoras Verlag.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Im Interview _ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin _ Gleisdorf/Stm./AT
Bachmannpreisnominierte 1983
Liebe Andrea, Du hast 1983 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?
Ich war sehr allein. Die GAV, deren Mitglied ich damals noch war, gab mir die Empfehlung, nicht mitzumachen, es sei eine rein kommerzielle Sache, so „unmoralisch“ wie der ESC, nichts für „ernstzunehmende Schriftsteller“, ich würde bloß „verheizt“. Der Bachmannpreis hatte noch nicht im Ansatz die mediale Aufmerksamkeit wie heute, die kam erst mit den Aktionen von Josef Winkler oder Rainald Goetz (er las im selben Jahr wie ich, leider erlebte ich seine Lesung nicht; während er sein Blut vergoss, war ich bei einer Lesung in einer Klagenfurter Schule – wir wurden dafür nebenbei „eingeteilt“). Ich hatte niemand vom Verlag bei mir, niemand, der mir bei der Auswahl meines Textes Tipps gegeben oder lektoriert hätte, ich war überhaupt nicht vernetzt und ganz jung auf dem Literaturmarkt.
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Das „Wettlesen“. Und Wettbewerbe, Rankings usw., verhelfen zu Bekanntheit, Öffentlichkeit und medialer Präsenz, verführen aber auch … (siehe die wunderbare heurige Rede von Helga Schubert)
Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?
Als grausam. Ich war eingeladen von Humbert Fink und Ulrich Weinzierl, die mich natürlich verteidigten. Aber Reich-Ranicki packte während meines Lesens bereits zusammen (ich war die Letzte, durch Verlosung und auch alphabetisch), ich war blind und wie betäubt durch die Scheinwerfer, es war wie eine Matura-Prüfung, ich saß vor einer Kommission. Tod oder Leben. Ich hatte das Gefühl, gut und fehlerlos zu lesen und heute noch finde ich meinen Text absolut passabel. Aber ich fiel durch. Die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung ist noch heute ein großes Thema für mich. Im Anschluss an meine Lesung war ich richtig einsam und sehr verwirrt. Es redete niemand mit mir, alles nur Jubel-Trubel um die Preisträger, ich ging zum Bahnhof und fuhr mit dem Zug nachhause. Ich hatte den Eindruck, es wäre keine große Sache gewesen.
Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?
Die Scheu vor Öffentlichkeit, die Angst vor Kritik, Bloßstellung, Sarkasmus, verletzenden Bemerkungen hat sich gesteigert. Die Lust zu schreiben ist geblieben, die Angst vor Öffentlichkeit, vor Lesungen und Auftritten auch.
Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?
Sensibilität, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Achtung und Respekt, wirkliches Interesse – nicht Rankings und Gieren nach Preisen, Macht, Einfluss, Geld …
Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Gute Nerven, Achtung und Respekt, Aufmerksamkeit und Interesse
Großes Publikumsinteresse bei den Lesungen _ 50.Bachmannpreis 2026
Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.
Ingeborg Bachmann, Rom, um 1970
Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.
Wörthersee
Foto: Andrea Wolfmayr _ privat
Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze
Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig
Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin, Musikerin_ Wien_performing „Undine geht“ _ Undine geht, Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _ Walter Pobaschnig 8/24, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _ Brigitte Baur, Schriftstellerin _ Wien
Performance _ Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Mara Christine Koppitsch, Schauspielerin, Musikerin_ Wien_performing „Undine geht“ _ Undine geht, Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _ Walter Pobaschnig 8/24, folgende
UNDINE GEHT
U und willig dem Abschied nach jeder Umarmung
N Nein, natürlich nicht, ich sage ja nur, daß das Unglück der Frauen ein besonders unvermeidliches und ganz und gar unnützes ist
D Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.
I Ich mit der deutschen Sprache dieser Wolke um mich die ich halte als Haus
N nur Luft, Nachtluft, Küstenluft, Grenzluft, um immer wieder Atem holen zu können für neue Worte, neue Küsse, für ein unaufhörliches Geständnis: Ja. Ja.
E Es gibt keine guten Liebhaber. Es gibt höchstens Männer, mit denen es völlig hoffnungslos ist, und einige, mit denen es nicht ganz so hoffnungslos ist.
G Geh Tod! Und: Steh still, Zeit!
E Er war rückfällig geworden, und die Ordnung streckte einen Augenblick lang die Arme nach ihm aus
H Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht
T Tief im Grund verlang ich immer alles restlos zu erzählen, in Akkorden auszuwählen, was an Klängen mich umspielt
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Brigitte Baur, Schriftstellerin _ Wien
Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Foto: Brigitte Baur _ privat.
Fotos: Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _ acting „Undine geht““ _ Erzählung, Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig 8/24.
Die 1960er Jahre – ein ganz außergewöhnliches Jahrzehnt an der Schnittstelle des Aufbruches in ganz unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen.
Und es ist ein farbenfroher Aufbruch in Kultur, Kunst, in Musik, Literatur, Theater, der ganz unmittelbar wie metaphorisch Mensch und Zeit in neues Licht stellt und dieses auch zu strahlen einfordert und dies passiert auch in legendären Meilensteinen, von denen das Konzert/Kunstfestival Woodstock 1969 herausragt.
Es ist aber auch ein Jahrzehnt der politischen Konflikte, Kriege und deren Auswirkungen wie auch Protesten quer durch alle Kontinente. Ein Jahrzehnt besonderer Sportereignisse wie Erfindungen, Erfolgen in Wissenschaft und Technik und Medizin.
Der vorliegende Atlas der 60er Jahre bietet nun einen beeindruckenden Überblick in gut strukturierten Kapitel und wunderbaren Übersichtskarten und Bildern, die visuell unmittelbar eintauchen lassen wie auch mit Zahlen/Zuordnungen umfassend informieren.
„Ein Atlas als ganz lebendiges farbenfrohes Kaleidoskop eines einzigartigen Jahrzehnts!“
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.