„Mein Selbstversorgergarten“ und „Wildkräuter finden“. Neuerscheinungen Ulmer Verlag.

„Ein äußerst gelungenes ansprechendes Buch mit vielen Informationen, Anleitungen und Tipps für alle Garten-Begeisterten und sehr einladenden Bildern für jene, die es noch werden wollen.“

„Wildkräuterfinden – Der Blitzkurs für Einsteiger“ eine informative Ein- und Anleitung, die sich als Spazierbegleiter wunderbar eignet“

Gesamte Besprechung der Bücher – bitte hier klicken:

Mein Selbstversorgergarten_Wildkräuter finden _ Ulmer Verlag _ Besprechung Walter Pobaschnig 5_18

Fotos: Cover_Ulmer Verlag; Waldmotiv _ Walter Pobaschnig.

„Die Geschichte von Adam und Eva“ Der mächtigste Mythos der Menschheit. Stephen Greenblatt. Neuerscheinung Siedler Verlag.

„Ein sehr gelungenes Buch über ein großes Thema der Menschheitsgeschichte, das informiert, erzählt wie zum Nachdenken anregt.“

Gesamte Besprechung – bitte hier klicken:

Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst_H_M Schmidt _ Beck Verlag _ Besprechung Walter Pobaschnig 6_18

 

 

„Hier ist noch alles möglich“ Gianna Molinari. Roman. Neuerscheinung Aufbau Verlag.

 

„Hier ist noch alles möglich“ Gianna Molinari. Roman. Neuerscheinung Aufbau Verlag.

Sie ist auf der Suche. Nicht nach diesem Job, den sie jetzt als Nachtwächterin auf diesem Fabrikgelände annimmt, das längst nur mehr seinem Ende entgegensieht. Sondern nach ihrer Geschichte oder Geschichten. In jedem Fall nach einem Beginn des Verstehens von Ich und Welt inmitten von tagtäglichen Bildern, die im Nebel irren lassen.

Hier soll es einen Wolf geben. Das interessiert sie sehr. Sie ist aufmerksam in allem. Der Chef, Lose, der Koch, Clemens. Sie führt Gespräche und erkundet das „Umland“. Das Zeichnen hilft ihr, Gedanken einen Raum zu geben und diese spielen und wachsen zu lassen. Die Einsamkeit des Ortes und seiner Geschichten fordert das Denken und den Versuch zusammenzufassen heraus. Aber das gelingt jetzt nicht. Die Fallgrube, gut getarnt, ist noch offen. Der Wolf ist noch unterwegs, oder? Der Tote vom Himmel ist begraben. Ohne Geburtsdatum. Und wie viel Leben gibt es hier eigentlich noch? Was sehe ich? Wie sehe ich? Sie blickt auf den Monitor. Dunkelheit. Doch der Wolf lässt nicht los – Ist er schon da? Hier ist noch alles möglich…

Die Schweizer Autorin und Literaturwissenschaftlerin Gianna Molinari, die 2017 bei den 41.Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem 3sat Preis ausgezeichnet wurde, legt mit „Hier ist noch alles möglich“ einen fulminanten Roman vor, der im großartigen Sprachspiel Sinn und Existenz als postmoderne Fabel hintergründig reflektiert. Der Autorin gelingt es meisterlich Deutung und Bedeutung modernen Weltverständnisses, Moral und Selbstbild reduziert wie pointiert erzählend zu öffnen. Der Mensch ist und bleibt in großer Aufmerksamkeit und Orientierung auf der Suche. Hintergründigkeit und Assoziation begegnet dabei in feiner ironischer Dystopie auf jeder Seite des Romans und lädt zum weiteren Nachdenken ein. Ein Roman, der sehr viel zu sagen und zu fragen hat.

„Molinari schreibt eine Fabel moderner Gesellschaft und Existenz – und sie tut dies fulminant“

 

Walter Pobaschnig, Wien 9_2018

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„Wovon Schwalben träumen“ Daniela Meisel. Roman. Neuerscheinung Picus Verlag.

 

Und jetzt stehen sie wieder hier am Baum. Hier begann es vor zwei Jahren. Viel passiert dazwischen. Zwischen Ihnen. Und jetzt der Heiratsantrag. Eigentlich alles perfekt. Doch da ist plötzlich diese Frage bei ihr: Wer bin ich? Und wer werde, könnte ich an seiner Seite sein? Die Worte fehlen ihr. Ein Taxi bringt sie nach Hause. Sie geht in die Wohnung der verstorbenen Großmutter – „Deine Wohnung ist ein Platz zum Atmen…Niemand sucht mich in der Wohnung einer Toten“. Und jetzt beginnt der Weg. Das Bild der Großmutter auf den Knien. Der Weg mit dem Abschied und ihrem Aufbruch – „Ich sitze im Wohnzimmer und alles flüstert deine Geschichte…“. Der Habicht am Fenster des Geburtszimmers, der Vater, der keiner sein konnte, die Tränen der Mutter, die Wiesen der Kindheit, die Jahre der Schule, der Krieg, der Hass, die Gewalt, das Verschwinden, der Tod und das Schweigen, Paul – Wer bin ich? Wie kann es weitergehen? – Der Weg der Großmutter. „…du bist deine Tage so selbstbestimmt angegangen. Wie ist dir das damals gelungen? Ihr Leben und mein Leben. Erinnern und mich wiederfinden. Der Weg beginnt – „Der Staub löst sich und die Teilchen wirbeln ins Blau…“.

Die studierte Biologin, Schriftstellerin und Schreibpädagogin, Daniel Meisel, die für ihre bisherigen Romane und Kinderbücher zahlreiche Auszeichnungen erhielt, legt mit „Wovon Schwalben träumen“ einen fulminanten Erzählbogen sprachlicher wie psychologischer Raffinesse vor, der moderne Fragen von Identität und Lebensentscheidung in einen mitreißenden Dialog mit familienhistorischer wie zeitgeschichtlicher Perspektiventiefe setzt. Eine Selbstsuche im familiären Kontext, in der es die Autorin beeindruckend schafft, die Bedeutung von Erzählung und Geschichte als wesentliche Schlüssel für Selbstverständnis und Selbstbewusstsein zu öffnen.

„Ein Roman, der existentielle wie historisch-kritische Reflexion mit poetischer Sprachkraft verbindet und in Spannung und Anspruch fesselt.“

„Wovon Schwalben träumen“ Daniela Meisel. Roman. Neuerscheinung Picus Verlag.

Walter Pobaschnig 8_18

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