„Viele politische Entscheidungen sind deutlich von finanziellen Interessen mitgeprägt“ Peter Clar, Schriftsteller _ Wien 25.7.2020

Lieber Peter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gar nicht so anders als sonst, da ich als (mehr oder wenig freiwillig) Selbstständiger ohnehin zumeist von zu Hause aus arbeite. Allerdings ist zeitlich alles wesentlich enger gedrängt als sonst. Ich bin ja nicht allein Schriftsteller sondern auch Literaturwissenschaftler und als solcher gerade als Karenzvertretung einer ÖAD-Lektor_innenstelle in Bratislava tätig. Das hieß in den letzten Monaten online-Lehre für sieben Kurse (plus einen in Wien), das heißt Vorbereitungen für 13 (!) Lehrveranstaltungen im kommenden Semester. Was natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Nebenbei arbeite ich – typisch für uns Prekäre – an Anträgen, (unbezahlt) an zwei Herausgeberschaften etc. Da bleibt leider nicht viel Zeit um konzentriert literarisch zu arbeiten.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Eigentlich nichts, was nicht sonst auch wichtig wäre, vor allem (wie immer) Solidarität. Und zwar mit allen, mit den Älteren wie mit den Jüngeren, mit den Österreicher_innen wie mit den ‚Ausländer_innen‘, mit den Künstler_innen wie mit den Verkäufer_innen und und und. Aber wie im ‚normalen Leben‘ scheint mir auch in Corona-Zeiten diese Solidarität begrenzt zu sein. Wie sonst kann man es sich erklären, dass in Griechenland die Flüchtlingslager immer noch geöffnet haben oder immer noch diskutiert werden muss, ob die EU gemeinsam Schulden aufnimmt, um einander gegenseitig zu helfen, oder – im Kleinen – dass immer noch Menschen ohne Maske in die öffentlichen Verkehrsmittel einsteigen?

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Da bin ich schon bei Deiner Fragestellung skeptisch. Für mich deutet sich nicht unbedingt ein Neubeginn an. Klar, momentan sind alle geschockt und sprechen davon, dass man gelernt hätte, was des Wesentliche sei, dass man gar nicht so viel brauche (nicht so viel Konsum, nicht so viel Reisen etc.). Aber zugleich sind viele Entscheidungen, ob das nun die Grenzöffnungen betrifft, die Lokalöffnungszeiten, die Öffnung der Fußballstadien etc., deutlich von finanziellen Interessen mitgeprägt (warum sonst durften Konzerne – und was anderes sind die nicht – wie Bayern München, Red Bull Salzburg, Rapid Wien etc. Fußball spielen als der Schulsport noch verboten war?). Es zeigt sich jetzt schon, dass die Maxime „Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut“, deren Unrichtigkeit allen, die halbwegs gesellschaftspolitisch interessiert sind bewusst ist, und die nicht zuletzt für die momentane Krise mitverantwortlich ist weiterhin die ist, an die sich die Politik hält (auch weil viele Menschen die Politiker_innen die diese Politik vertreten wählen – das muss schon auch gesagt werden).

 

 

Was liest Du derzeit?

Frank Rudkoffskys Dezemberfieber  (eine für mich etwas ungewöhnliche Lektüre, gefällt mir aber ganz gut),

Roland Barthes Fragmente einer Sprache der Liebe (weil ich dieses wunderbare Buch immer wieder hernehme und reinlese – und weil ich mit einer Kollegin an einem Buch dazu arbeite)

und sonst viel Lyrik, Sophie Reyer, Astrid Nischkauer, Fabjan Hafner.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die absolute Gastfreundschaft erfordert, dass ich mein Zuhause (chez-moi) öffne, und nicht nur dem Fremden […] sondern auch dem unbekannten, absolut Anderen (eine) Statt gebe (donne lieu), dass ich ihn kommen lasse, ihn ankommen und an dem Ort (lieu), den ich ihm anbiete Statt haben (avoir lieu) lasse ohne von ihm eine Gegenseitigkeit zu verlangen (den Eintritt in einen Pakt) oder ihn nach seinem Namen zu fragen. (Jacques Derrida: Von der Gastfreundschaft, S. 27)

 

Vielen Dank für das Interview lieber Peter, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Peter Clar, freier Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Lyrik-Prosa-Literaturwissenschaft

 

 

 

25.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ich denke, dass das Theater eine gesellschaftliche Verpflichtung hat“ Ines Schiller, Schauspielerin_Linz 24.7.2020

Liebe Ines, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Durch das Theaterspielen hat man immer einen ganz genau vorgegebenen Tagesablauf. Auch wenn ich weiß, dass ich abends eine Vorstellung spiele, lebe ich den Tag anders. Dieser Tagesablauf hat sich nun verändert: Ich mache die Dinge, die ich will, was mich eigentlich sehr glücklich macht, obwohl ich das Theaterspielen sehr vermisse. Ich versuche, mich mit all den Dingen zu beschäftigen, die ich schon immer machen wollte oder die mich wirklich interessieren. So ist während der Quarantäne ein Film entstanden, den ich selbst geschnitten, inszeniert und gespielt habe. Das hätte ich zuvor einfach nicht geschafft.

 

Ines Schiller

 

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich habe gelernt, dass aus der Quarantäne, also aus dem Stillstand heraus, sehr viel passieren kann. Wenn wir uns jetzt verweigerten, so wie davor weiterzumachen, uns also bewusst für die Isolation zu entscheiden, dann würde das System wohl in sich selbst zusammenbrechen. Dann gäbe es den Raum für Formen des Zusammenlebens, die unsere kapitalistische, Menschen ausbeutende Weltsicht verneinen. Das heißt, dass wir vermutlich versuchen würden, selbstständig Entscheidungen zu treffen, ohne dass wir uns ständig einer Institution oder vorgesetzten/zuständigen Person anvertrauen müssen.

Ich habe die Situation in Österreich sehr frappierend gefunden. Dass plötzlich so viel Geld da war, das diese eine Regierung für die Flüchtlinge stets verweigert hat. Corona hat uns gezeigt, was alles möglich ist, wenn eine sogenannte Krise stattfindet. Doch ist die Krise schon vor Corona da gewesen. Ich finde es wichtig, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, zu sehen, wie fragil dieses System ist, und dass es jetzt an uns liegt, etwas zu verändern. Wir müssen nicht arbeiten gehen, wir können auch zuhause bleiben. Würden dann die kapitalistisch geprägten Strukturen, in denen wir uns bewegen, zusammenbrechen? Arbeit ist systemrelevant: wenn wir wirklich etwas verändern wollen, unter dem Motto “Eine Andere Welt ist möglich”, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden und diese Entscheidung für sich selbst zu vertreten.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater , der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass das Theater eine gesellschaftliche Verpflichtung hat. Es kann nicht sein, dass Kultur und Kunst an letzter Stelle kommen, denn aus ihnen sind stets relevante Kritiken entstanden. Mittlerweile entpuppt sich das Theater immer häufiger als Sprachrohr für oberflächliche Meinungen und Belustigungen genutzt. Es muss immer mehr und immer schneller produziert zu werden, um im Gespräch zu bleiben. In diesem Getriebe ist es sehr schwierig für Schauspieler*innen, die eigene Haltung zur Welt zu vertreten. Gerade jetzt ist es wichtig, nicht aufzugeben, sich nicht neuen Richtlinien zu unterordnen, sondern genau hinzusehen und zu beobachten, was wirklich wichtig ist zu erzählen: Welche Geschichten wirklich etwas dazu beitragen, dass die Menschen etwas empfinden, wenn sie die Theaterräume verlassen. Auf diesem Weg wäre es meiner Meinung nach wichtiger, sich mit dem Inhalt von Stücken, Büchern, Filmen, Performances usw. auseinander zu setzen, als eine Form, ein Spektakel, einen Konsens zu bedienen. Das heißt grundsätzlich, sich nicht dem allgemeinen Konsens unterzuordnen, sondern endlich die Stücke zu spielen, die wirklich etwas mit unserem Leben zu tun haben.

 

 

Was liest du zur derzeit?

Ich lese wieder!

Ich habe es jetzt schon 2 mal gelesen, das Buch „99 Prozent Feminismus. Ein Manifest”.

 

 

Welches Zitat welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Sie werden schon sehen, dass jede Epoche die Epidemie hat, die sie verdient. Jeder Zeit ihre Pest. (Ödön von Horvath)

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Ines viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater- und Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Ines Schiller, Schauspielerin, Regisseurin

 

24.7..2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne Kunst würden wir verarmen, verrohen, ohne Zärtlichkeit auch“ Susanne Zemrosser, Künstlerin_Wien 23.7.2020

Liebe Susanne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Moment wird mein Tagesablauf stark von meiner kleinen Enkelin bestimmt, aber ich gehe natürlich auch ins Atelier und arbeite wie gewohnt. Hin und wieder ein Ausflug in die Natur und Freunde treffen.

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(Susanne Zemrosser, Die hörbare Stille der Bilder, 2007) 

 

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Möglichkeit einer Besinnung, was ist wesentlich…..sich Zeit nehmen, schauen, zuhören, feinere Klänge wahrnehmen, achtsam sein und wach, aufeinander achtgeben, sich an kleinen Dingen erfreuen. Dankbarkeit üben und Freude kultivieren. Lachen und lächeln und sich nicht von Ängsten treiben lassen. Der Seele Gutes tun und Zuversicht und Mut nähren.

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 (Susanne Zemrosser, Reihe Verbundenheiten „Der wundervolle Reisende“ 2020) 

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Die Pandemie zeigt uns wie verletzlich und verwundbar wir sind und wie verbunden.

Als Künstlerin lebe ich in Verbindung mit dem Publikum. Ich arbeite dzt. an einem Projekt, in dem es um Verbundenheit geht, um Kommunikation und Resonanz. Die Kunst birgt in sich die große Chance, uns zu berühren, mit uns selbst in Berührung zu kommen. Uns zu öffnen und Herz und Blick zu weiten zu mehr Empathie und Zärtlichkeit. Diese Haltung verändert unser Wesen, unsere Hinwendung zu uns und anderen. Ohne Kunst würden wir verarmen, verrohen, ohne Zärtlichkeit auch.

 

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 (Susanne Zemrosser, a kiss for liss 2008/09) 

 

Was liest Du derzeit?

„Zärtlichkeit

Eine Philosophie der sanften Macht“

von Isabella Guanzini

 

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 (Susanne Zemrosser, Reihe – Verbundenheiten, 2020)

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Und es braucht Hände zum Streicheln, die noch feine Verbindungen weben und behutsam die Kanten und Verwicklungen der vielen Lebensgeschichten berühren können, die hier spielen“

Isabella Guanzini, ebd.

 

Susanne Zemrosser

 

Vielen Dank für das Interview liebe Susanne, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Susanne Zemrosser, Künstlerin

http://www.susanne-zemrosser.at/

 

5.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst kann dokumentieren, Gegenentwürfe aufzeigen, Tabus ansprechen“ Maryam Laura Moazedi, Autorin_Graz 22.7.2020

Liebe Laura, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich frühstücke, Erdnussbutter ist eine Konstante, dann Weiterschreiben an Artikeln, Essays und einem Handbuch, das Semester abschließen. Sport ist auch ein integrierter Bestandteil, oft und liebend gerne schwimmen.

Ohne Pandemie stünde eine Reise ins Ausland auf der Tagesordnung, oder die Planung der nächsten Auslandsreise, oder die Vorfreude darauf … auf jeden Fall etwas mit
Reisen und Ausland bzw. ganz viel davon.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Besinnung, Selbstreflexion, Rücksicht, ja, Rücksicht und Menschlichkeit, und Verstand. Das Virus fordert von den meisten von uns vielmehr andere zu schützen als uns selbst. Das macht es wohl wenig sexy …

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Nachdenken, überdenken, umdenken. Und damit es nicht nur bei schönen Gedanken zu unseren Werten, Prioritäten, Fehlern und tradierten Mustern bleibt, würde in einer perfekten Welt Verhaltensänderung folgen. Kunst spielt dabei sicherlich mehrere Rollen, sie wirkt … kann dokumentieren, Gegenentwürfe aufzeigen, Tabus ansprechen, auf Probleme hinweisen und von ihnen ablenken, wenn es zu viel wird, bei Verarbeitung und Interpretation helfen, atmosphärisch begleiten, …

 

 

Was liest du derzeit? 

„Jakob der Lügner“ von Jurek Becker.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wären Leute aus Glas besser? Müssten sie auf andere mehr aufpassen? Der Mensch ist nicht zerbrechlich genug. Mit seiner Sterblichkeit ist es nicht getan. Er müsste zerbrechlich sein.
Elias Canetti

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Laura, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Wissenschaft- und Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Maryam Laura Moazedi, Universität Graz, Autorin

https://www.moazedi.org/

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11.7..2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Kunst ruht nie“ Lisa Karner_ Tänzerin, Performerin _ Wien 21.7.2020

Liebe Lisa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf besteht meist aus Sport (Tanz), Natur und Home Office.

Ich arbeite neben meiner Tätigkeit als Tänzerin und Tanzlehrerin auch Teilzeit im Büro und befinde mich jetzt die letzten Monate im Home Office.

Diese Zeit genieße ich persönlich sehr – Zeit in meinen Vier Wänden, Ruhe genießen und vor allem die Zeit, die ich durch An-und Abreise ins Büro gewonnen habe.

Es ist schön zu sehen wie vieles auch digital möglich war und ist, unter dem Motto „wo ein Wille auch ein Weg“, jedoch wieder aktiv als Tänzerin und Tanzlehrerin tätig zu sein und wieder im Studio zu stehen, genieße ich sehr.

Sonst bin ich viel in der Natur und genieße lange Spaziergänge und höre diverse Podcasts, die mich täglich neu inspirieren.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt, Liebe und sich selbst treu zu bleiben. Auch wenn manche Wege nun etwas anders laufen als vielleicht geplant, ist es wichtig nie die Richtung und das Ziel vor Augen zu verlieren. Wir haben immer, aber vor allem genau jetzt, die Möglichkeit Dinge zu hinterfragen, sich neu zu entdecken, dem nachzugehen was einem gut tut und man wirklich liebt.

Im Endeffekt sitzen alle im selben Boot und dabei ist es wichtig zusammenzuhalten. Wenn wir es schaffen uns auf unseren Wegen auch noch gegenseitig zu unterstützen, dann ist das umso schöner.

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Was sein wird weiß nur die Zukunft.

Die Kunst ist so vielfältig und ich denke jeden Künstler wird diese jetzige Zeit wieder aufs Neue inspirieren.

An meiner Liebe zur Kunst und dem Tanz wird sich nicht viel ändern, vor allem, weil in meinen Augen, die Kunst nie ruht und gerade diese Zeit – durch diverse Einflüsse und Gegebenheiten – wird unsere Kreativität wieder neu anregen.

Klar sind wir dazu gezwungen umzudenken, flexibel zu sein und uns auch anzupassen. Aber mit jeder Veränderung kann auch Wachstum stattfinden. Auch wenn es nicht immer leicht ist, ist es wichtig dabei nach vorne zu blicken und positiv zu denken, denn Grenzen setzen wir uns letztendlich meist nur im Kopf.

 

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Was liest Du derzeit?

Ich komme relativ selten zum Lesen, doch wenn ich mir die Zeit nehme, dann genieße ich den Moment und die Ruhe dabei sehr.

Momentan lese ich „das Wunder der Wertschätzung“…

Ein wunderschönes Buch über Wertschätzung und ihrer Wirkung auf zwischenmenschliche Beziehungen – Wer andere stark macht, wird selbst stark dabei.

In einer Zeit der zunehmenden sozialen Kälte sehe ich ein wertschätzendes Verhalten als einen sehr wertvollen Gegenpol. Empathie, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ist nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern auch für uns selbst wichtig.

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Welchen literarischen Impuls möchtest Du uns mitgeben?

The world only exists in your eyes. You can make it as big or as small as you want – F. Scott Fitzgerald

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Vielen Dank für das Interview liebe Lisa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz- , Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Lisa Karner, Tänzerin, Performerin

https://www.aboutdance.org/

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7.7..2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ruhig halten, dass es uns zerreißt. Entzwei werden wir suchen“ Axel Karner_Schriftsteller_Zlan 20.7.2020

Lieber Axel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

In der Langsamkeit hat sich nichts geändert. Ich warte, ich schaue, stelle fest, privilegiert zu sein. Schreibe kaum. Fehlt Distanz wiederum. Der Alltag rüttelt an der Sprache. Vertu mich andauernd. Gut, dass ich einen Radiergummi bei mir trag.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhig halten, dass es uns zerreißt. Entzwei werden wir suchen. Etwas Neues. Sonst treiben wir´s mit dem Wiederholen. Das bleibt nicht frisch.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schreiben, der Kunst an sich zu?

Den Bogen überspannen. Wie ich´s mir nicht vorstellen kann. Und darüber so kleinlaut bin. Ums Überleben zu rennen. Der Befehl: Todesmarsch in die Befreiung, aber nur, wer überlebt. Zu welchem Zweck werden die Opfer zurückgelassen? Die Mörder sich an Hoffnung klammern.

Der Marsch wird für die Opfer eine neue Tortur. Das Gejammer der Schergen begleiten.

Wahrreden ist genauso gut lügen. Das Falsche ist das am Namen Letzte.

 

Was liest Du derzeit?

Hugo Ramnek, Die Schneekugel. Ein Roman in Erzählungen. Wieser 2020

Martina Wied, Die Geschichte des reichen Jünglings. Roman. Sisyphus 2005

(eine der vergessenen oder verdrängten, äußerst lesenswerten österreichischen Autorinnen wie etwa auch Hannelore Valencak, Die Höhlen Noahs)

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Er pfiff auf den Fingern und schon stand Lazarus auf, wieselflink.“ (Dylan Thomas, Die sechs Heiligen)

 

Vielen Dank für das Interview lieber Axel, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Axel Karner, Schriftsteller

Axel Karner

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9.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Diese Selbst- und Fremd-Ausbeuterei im Kultur- und Literaturbetrieb müsste aufhören“ Anja Nora Schulthess, Schriftstellerin_Luzern 19.7.2020

Liebe Anja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer anders, ich arbeite an der Struktur, wobei ich diese, falls sich überhaupt eine etabliert, dann gerne wieder umwerfe. Wenn ich mich nicht um meine vierjährige Tochter kümmere, schreibe oder recherchiere ich morgens und gehe nachmittags zum See, lese, höre Musik. Abends bin ich meistens zuhause –  corona- und schwangerschaftsbedingt – koche, gieße Pflanzen, erzähle meiner Tochter die immergleichen Gute-Nacht-Geschichten. Gerade geht es eher unspektakulär zu und her.

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es scheint mir etwas anmaßend, diese Frage für die Allgemeinheit zu beantworten, aber gut: Wichtig ist vermutlich diese Unsicherheit auszuhalten, nicht vereinfachenden Narrativen zu verfallen, kritisch zu bleiben und solidarisch – wobei ich nicht jene geheuchelte und «gehashtagte» Solidarität meine, sondern Rücksichtnahme und Umsicht im Stillen.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe, dass wir vor einem Aufbruch stehen, bezweifle es jedoch auch immer wieder. Wesentlich wäre eine radikale Umwertung von Arbeit. Diese Klatscherei für die Systemrelevanz braucht niemand. Es braucht faire Löhne, gerade für Care-Arbeit und Wertschätzung, auch in finanzieller Hinsicht, für unbezahlte Reproduktionsarbeit in der Familie. Und diese Selbst- und Fremd-Ausbeuterei im Kultur- und Literaturbetrieb müsste aufhören.

Was die Rolle der Literatur und Kunst betrifft, sofern man das verallgemeinern kann, würde ich meinen, dass sie die Aufgabe hat uns zu stören und zu irritieren, unsere Seh-, Hör- und Denkgewohnheiten zu durchbrechen und dadurch den Blick zu öffnen. Das ist jetzt sehr emphatisch. Ich finde: auch kluge Unterhaltung und Katharsis haben ihre Berechtigung.

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Was liest Du derzeit?

Prosa von Natalia Ginzburg, «Glück» von Dragica Rajčić, Interviews mit Ilse Aichinger, Reportagen von Niklaus Meienberg, «Chaos gegen den Terror» von Pasolini und viele Kinderbücher.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 „Für mich wird der Umgang mit der normalen Sprache immer schwieriger. Sie kommt mir so leer vor, wie leere Patronenhülsen … Je unmöglicher für mich die Sprache wird und klischeehafter –wenn man schon sagt »Wie geht es Ihnen«, das stimmt ja alles nicht mehr! – desto mehr ist es vonnöten, mit der Sprache wieder etwas zu sagen; vielleicht dadurch, dass man sie aufbricht.“

(Ilse Aichinger, Es muss gar nichts bleiben, Interviews)

 

Vielen Dank für das Interview liebe Anja, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Anja Nora Schulthess, Schriftstellerin

http://www.anjanoraschulthess.ch/

Anja Nora Schulthess, geb. 1988, studierte Philosophie, Kulturanalyse und Literaturwissenschaft in Zürich. Sie schreibt kulturwissenschaftliche Texte, Essays, Lyrik und Prosa. 2017 erschien ihr Lyrikdebüt «worthülsen luftlettern dreck». Ihr Buch «Müllern, Spotten, Brechen!» zu den Untergrundzeitungen der Zürcher Jugendbewegung erscheint im Herbst 2020 im Limmat Verlag. Sie lebt mit ihrer Tochter in Luzern. 

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9.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Der Kunst kommt alles zu“ Tanja Salbrechter, Künstlerin _ Klagenfurt 18.7.2020

Liebe Tanja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt. Ich stehe oft früh auf. Ich liebe die kühle, frische Luft morgens und das Licht, wenn die Sonne noch nicht ganz da ist. Nach dem 2. Kaffee gehe ich mit meinen Hunden spazieren. Dabei saug` ich Bilder der Natur auf, wie ein Kind, dass das erste Mal sieht.

Wenn ich arbeite, ich bin Assistenz für Menschen mit Behinderung, habe ich jeden Tag das Gefühl wertvoll zu sein. Wenn ich nicht arbeite, male ich. Beim Malen verliere ich jedes Gefühl für Zeit oder Raum.

Der Geruch der Farben, das Geräusch des Pinsels oder des Stiftes. Beim Malen werden alle meine Sinne eins. Ich male, weil ich male.

Die Zeit jetzt ist gut. Anfangs, als der Lockdown kam, war ich zwei Wochen in sozusagen Schockstarre. Oida, was geht da ab?

Dann explodierte ich in Bildern.

Jetzt. Ich mache weiter wie bisher, mit dem Unterschied, dass ich mir noch mehr bewusst bin, dass alles unsicher ist. Alles. Das ist JETZT nicht schlecht gemeint. Ich denke, es ist sogar gut, sich nicht zu sicher zu sein.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, für jeden ist etwas anderes besonders wichtig. Weil wir anders sind, jeder einzelne für sich und doch ähnlich. Für mich zum Beispiel ist es wichtig Zeit zum Spazierengehen und Malen zu haben. Keinen Schub zu bekommen (Autoimmunerkrankung). Keine Schmerzen zu haben. Und dass es nicht zu heiß ist.

Auf die Zeit wegen, nach, mit covid-19-2 bezogen und was wichtig ist, besonders? Ich denke, wie vorher auch schon, dass wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Einfach ausgedrückt: ich habe 5 Kartoffel und brauche nur 3, daher gebe ich 2 Kartoffel, demjenigen der keine hat. Dafür bekomme ich einen Strauß Petersilie. Ja, ich weiß, ein wenig träumerisch.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Gesellschaftlich, wäre es nett, wenn sich nicht alle zerfleischen. Okay Scherz beiseite.

Wesentlich ist, dass aus Kunst keine Kunst gemacht wird.

Der Kunst kommt alles zu. Kunst ist für mich Kreativität. Arbeit. Flow. Lächeln, weinen, staunen. Gefühl, Berührung, hinschauen. Wegschauen.

 

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Was liest Du derzeit?

Rechtsextremismus in Österreich nach 1945, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 5. Auflage. Wien 1981, Österreichischer Bundesverlag.

Hermann Hesse, Die Gedichte, Erster Band, suhrkamp. “Alle Lyrik ist Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich, Antwort des Ich auf die Welt, ist Klage, Besinnung und Spiel einer ganz und gar bewußt gewordenen Vereinsamung”

So B. It – Sarah Weeks, Road-Novel, Deutscher Taschenbuch Verlag

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

Turn the pain into power

Und ja, ohne Enten geht’s nicht

 

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Vielen Dank!

Danke – WTD – What the duck

 

Vielen Dank für das Interview liebe Tanja, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Tanja Salbrechter, Künstlerin

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„Für mich ist Ingeborg Bachmann die bekannteste Klagenfurterin. Interessant, dass es kein Ehrengrab hier ist.“ Ronya Othmann, Schriftstellerin_ Stadtschreiberin Klagenfurt _ 15.7.2020

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„Ich bin jetzt seit zwei Wochen in Klagenfurt. Ich gehe gerne schwimmen, war schon öfters beim See, etwa beim Loretto Bad, und bin durch die Stadt gelaufen. Die Stadt und die Nähe zum See ist besonders. In den Parkanlagen schätze ich auch die Ruhe. Ich arbeite auch an Gedichten hier“

 

Wir sind am Weg zum Friedhof Annabichl und dem Grab von Ingeborg Bachmann.

 

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„Erinnerung hat immer mit Geschichtsschreibung zu tun. An wen und was erinnert man? Erinnern ist immer politisch. Ich beschäftige mich in meinen Texten etwa mit dem Erinnern im Zusammenhang der Kulturen der Jesiden, Armenier und der Shoa.

Erinnern ist ein Prozess, der Orte und Menschen einbezieht. Viel bleibt vor Ort ungesagt, verdrängt, vergessen“

 

 

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(Mahnmal _Den Opfern für ein freies Österreich – Friedhof Annabichl)

 

„Schreiben als Frau?

Ich wurde zum Beispiel oft gelobt, dass mein Deutsch so gut ist, aber ich bin in Deutschland aufgewachsen. 

Wir leben in einem Patriarchat. Bücher von Frauen werden seltener rezensiert, bekommen weniger Aufmerksamkeit, werden anders rezensiert…

Man kann die Situation nicht ändern, sich höchstens wehren, verweigern“

 

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(Grab der in Klagenfurt geborenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann 1926 – 1973;  Friedhof Annabichl)

 

„Ein relativ schlichtes Grab. Ich finde es cool, dass es ein normales Grab ist, dachte ja auch Ingeborg Bachmann wäre in Rom begraben. Es ist kein Tempel – das weist auf die Wichtigkeit von Texten hin. Das ist ja das Wesentliche“

„Zu Gräbern zu gehen, wenn man die Person nicht kennt, ist immer auch merkwürdig. Es hat etwas von „Pilgern“ – erinnert an ein Heiligtum, Gebeine von Heiligen, wie etwa zentrale Heiligtümer in der Jesidischen Religion. 

Ingeborg Bachmann hat für jede Leserin eine andere persönliche Bedeutung, sie ist kanonisiert, Schullektüre, vor allem Lyrik.

Sie ist eine der wesentlichen Autorinnen des 20.Jahrhunderts. Ihre Texte sind präsent“

 

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„Ich bin gegen eine Mystifizierung von Schriftstellerinnen. Es soll um Texte gehen, das „Erschriebene“. Texte sollen als Texte gelesen, nicht nur auf die Person bezogen werden. 

Man schöpft zwar aus seinem Leben aber schreibt ja nicht über sich selber.

Hier in Klagenfurt ist kein Personenkult zu sehen – es ist ein normales Grab von Ingeborg Bachmann.

Interessant, dass es kein Ehrengrab ist. Für mich ist Ingeborg Bachmann die bekannteste Klagenfurterin. Wer bekommt ein Ehrengrab?“

 

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Herzlichen Dank liebe Ronya Othmann für den gemeinsamen Stadtweg auf den Spuren Ingeborg Bachmanns!

 

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Ronya Othmann: Schriftstellerin, Autorin, Journalistin, BKS Publikumspreisträgerin 2019 (Stadtschreiberin Klagenfurt)

https://bachmannpreis.orf.at/v3/stories/2978634/

 

Vielen Dank an die Stadtwerke Klagenfurt für die Bereitstellung eines Gratistickets der öffentlichen Verkehrsmittel!

 

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„Wir können mit unserer Kunst die Menschen wieder zum Träumen bewegen“ Melanie Leyendecker, Schauspielerin_ München 17.7.2020

Liebe Melanie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich schlafe jetzt länger, da die Schule später beginnt, also sehr entspannt mit Frühstück mit den Kindern und dann entweder Homeschooling oder Schule/Kindergarten. Danach meditiere ich oder mache Yoga. Dann setze ich mich an den Rechner und schreibe weiter an meinem Projekt und recherchiere den aktuellen Produktionsspiegel und was gerade im TV, Streaming oder Kino läuft.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir aufeinander Acht geben, Respekt haben und Empathie zeigen. Einfach mal versuchen, mein Gegenüber zu verstehen und mich in ihn hineinzuversetzen, höflich sein, freundlich sein. Anderen Erfolge gönnen und sich für sie freuen. Nicht immer nur an sich selbst denken.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

In der Krise zeigt der Mensch sein wahres Ich. Viele haben persönliche Abgründe und Abscheulichkeiten aber auch wundervolle neue Seiten an sich selbst und dem direkten Umfeld erlebt. Wir Künstler können mit all diesen Seiten anfangen zu spielen, sie weiterentwickeln in Zukunftsszenarien, sie neu interpretieren, die Gegenwart neu schreiben und erspielen.

Wir können mit unserer Kunst die Menschen wieder zum Träumen bewegen, sie für eine kurze Zeit aus ihrem anstrengenden, sonderbaren Alltag herausholen und in eine andere Realität versetzen. Sie glücklich machen, zum Nachdenken anregen und den Moment der Realität vergessen lassen. Das ist unsere Aufgabe, das ist unser Talent, deshalb gibt es uns alle.

 

 

Was liest Du derzeit?

„Das achte Leben“ Nino Haratischwili

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wenn Inneres sich bewährt, ist Gutes zu erkennen.

Es ist zu würdigen, von Menschen zu benennen,

ist anwendbar, wie sehr die Menschen widerstreben

Es ist zu achten,

nützt

und ist nötig in dem Leben.

“ Das Gute“ Friedrich Hölderlin

 

Vielen Dank für das Interview liebe Melanie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Film-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Melanie Leyendecker, Schauspielerin

http://www.melanieleyendecker.com/index.php

Foto_Alan Ovaska

8.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com