„Wir Künstler brauchen konkrete Schritte für den Wiederaufbau“ Andrea Narten, Tänzerin_Wien 6.3.2021

Liebe Andrea, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein gewöhnlicher Tagesablauf hat sich diese Tage sehr verändert. Normalerweise habe ich die letzten Jahre vormittags meine Tanzunterricht-Stunden vorbereitet, unterrichtet, meine Choreografien für die Shows kreiert, mit meinen Kollegen (Tänzer, Musiker) geprobt. Nachmittags unterrichtete ich immer meine Schüler. Ab Anfang Februar habe ich angefangen, vormittags zusätzlichen Teilzeitjob im sozialen Bereich für 2 Monate auszuüben. Wegen der aktuellen Situation hat sich meine Arbeit als Tänzerin und Tanzlehrerin sehr reduziert. Damit auch mein Einkommen. Meine kreative Arbeit startet dadurch jetzt nach dem Mittagsessen, wann ich meine verbleibenden Online-Unterrichte vorbereite, online unterrichte und selbst meine Choreografien zu Hause kreiere und übe.

Letztes Jahr musste ich mehrfach meine Arbeit verändern. Alle Auftritte musste ich leider absagen. Die größte Herausforderung der letzten Monate war für mich, meine Arbeit auf Online Unterricht umzustellen und meine Schüler dazu zu motivieren. Bei meinen Kinderkursen war es wichtig, die Eltern und die Geschwister dazu zu ermutigen, mitzutanzen, damit die Kinder das Fehlen des Tanzens in den Gruppen überwinden und weiter in Bewegung bleiben. Ich integriere in meine Online – Kinder-Tanzstunden Ausdruckspiele, fröhliche Feinmotorik Übungen, Interaktion zwischen Tanz und Musik, kreatives Mitwirken der Kinder im Unterricht. Dies alles wirkt auf die Kinder unterstützend, stärkend und hilft ihnen Spannungen und Unsicherheiten abzubauen.

Andrea Narten, Tänzerin


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Aktiv zu bleiben! Nachvorne zu schauen! Nicht in negativen Medien – Nachrichten zu versinken! Ich bereite das Material für meine Unterrichte und für meine kommende mögliche Show auf, bilde mich weiter, setzte mich für die Kunst ein. Die Tanzschulen, Tanzstudios und die Theater können nicht ewig geschlossen bleiben. Die Regierung hat sich die letzten Monate sehr wenig mit der Kunst beschäftigt und sie kaum unterstützt. Wir Künstler brauchen konkrete Schritte für den Wiederaufbau unserer künstlerischen Tätigkeiten. Ich bin bereit, die Initiativen dieser Richtung zu unterstützen. Mit vernünftigen Gesundheitsmaßnahmen und Regeln können die künstlerischen Aktivitäten aus meiner Sicht wieder starten. Gerade in diesen Zeiten ist die heilende Kraft der Kunst extrem wichtig.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz, der Kunst an sich zu?

Die letzten Monate haben uns alle sehr herausgefordert, oft aus der inneren Balance gebracht, verunsichert, psychisch belastet, durch emotionale Achterbahnen geführt. Mehr und mehr werden Studien veröffentlicht, wie viele Kinder und Erwachsene aktuell an psychischen Problemen leiden. Bei einem Neubeginn wird es wesentlich sein, sich auf die Aktivitäten zu konzentrieren, die uns energetisch, psychisch, physisch positiv stärken und die uns helfen, negative Gefühle abzubauen. Dabei spielt die Kunst eine große Rolle. Über die 20 Jahre meines Tanzunterrichts habe ich viel Feedback bekommen, wie das Tanzen meine Schüler inspiriert, befreit, gestärkt und über viele Lebenskrisen unterstützend begleitet hat, ihnen Kraft gegeben hat ihren Alltag zu meistern. Der Ausdruck der Emotionen durch Tanz, Gesang, Musik, Schauspiel und anderen künstlerische Aktivitäten hilft intensiv die eigene innere Balance wieder neu zu entdecken. Gerade diese innere Balance ist so wichtig bei einem Neubeginn, um mutig neue berufliche und persönliche Wege einschlagen zu können. Ich drücke uns allen sehr die Daumen!

Was liest du derzeit?

Auf meinem Nachttisch liegen jetzt: Traumfänger von Marlo Morgan – Die Geschichte einer mutigen Frau, die mit den Aborigines wanderte und die Geheimnisse und Weisheiten eines sehr alten Stammes erfuhr. Land unter im Paradies _von Susanne Götze – Reportagen darüber, wie die Menschen in verschiedenen Ländern und Kulturen mit den Folgen des Klimawandels leben. Fulmaya _von Dorota Nvotová – Reiseroman der slowakischen Musikerin, über ihre Trekking-Reisen in Himalaya Gebirge.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Verlasse dich darauf, dass dich das Leben immer wieder zu dir selbst führen wird!“ (aus dem Buch Traumfänger)

Vielen Dank für das Interview liebe Andrea, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanzprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Andrea Narten, Tänzerin

5 Fragen an KünstlerInnen:

Andrea Narten, Tänzerin

Flamenco Wien – Andrea Narten

Foto_1_Blanka Kefer. _ 2/3 Goran Andric _ 4 Evelyn Lynam

7.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Literatur ist ein reflektierendes Medium“ Andrea Nagele, Schriftstellerin_ Klagenfurt 5.3.2021

Liebe Andrea, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe früh auf und setze mich zum Schreiben hin. Derzeit bin ich am Beenden meines nächsten Thrillers, der im Herbst bei Emons erscheint. Außerdem bereite ich Präsentationen in italienischer Sprache vor, da „Grado nella nebbia“ im Februar bei Emons libri & audiolibri in Rom erscheint. Es ist der dritte Band der Grado-Reihe um die Commissaria Maddalena Degrassi. Im März kommt der sechste Band der Reihe „Grado in Flammen“ auf den Markt. Zu Mittag esse ich gemeinsam mit meinem Mann und danach wandern wir durch den Wald oder zum See. Den Nachmittag verbringe ich in meiner Praxis und wieder am Schreibtisch. Der Abend ist dem Lesen und vielen Serien vorbehalten.

Andrea Nagele, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ausreichend zu schlafen, sich viel zu bewegen und sich gesund gut zu ernähren. Alles zu machen, was die Lebensqualität fördert. Wichtig ist außerdem, im Kontakt mit Familie und Freunden zu bleiben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur ist ein reflektierendes Medium. In der einen oder anderen Weise wird jede Schreibende sich mit der schwierigen Zeit des letzten Jahres auseinandersetzen. Einerlei, ob CoVid in dem Text vorkommt, oder nicht.

Was liest Du derzeit?

James Rhodes Der Klang der Wut

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“ Theodor W. Adorno

Vielen Dank für das Interview liebe Andrea, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Andrea Nagele, Schriftstellerin

Kärntner Bestsellerautorin – Andrea Nagele

Foto_Barbara Essl

7.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir waren schon alle satt, jetzt nährt Hunger wieder die Phantasie“ Alexander M.Helmer, Sänger_Wien 5.3.2021

Lieber Alexander, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Träumen, Schreiben, Laufen, Träumen,… Bis sich der Vorhang wieder heben darf – also ein wunderbar strukturierter Tagesablauf.

Alexander-M.Helmer_Sänger-Schauspieler- Komponist – Texter

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Miteinander wieder viel mehr zu suchen, Behutsamkeit und Geduld in uns zu finden und das eigene Ego ein wenig zu zähmen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Musik, Theater und Kunst – jene Rezeptionen, die das Leben leicht, bunt und festlich machen. Wir müssen wieder unermüdlich verführen, berühren und der Realität strengstens den Zutritt verwehren! Nehmen wir uns nicht zu wichtig, dann werden wir es wieder!

Was liest Du derzeit?

Das Lachen und der Tod / Pieter Webeling

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wir waren schon alle satt, jetzt nährt Hunger wieder die Phantasie.

Vielen Dank für das Interview lieber Alexander viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musik-, Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Alexander-M.Helmer _ Sänger-Schauspieler- Komponist – Texter

Alexander M. Helmer – Wikipedia

Fotos_1. Tatjana Back _2 Simon Jappel   

9.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Literatur macht mündig“ Moritz Heger, Schriftsteller _ Stuttgart 5.3.2021

Lieber Moritz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich sitze ziemlich lange am Laptop. Morgens nutze ich die beste Zeit des Tages zum Schreiben. Danach – ich bin auch Lehrer – viel Online-Unterricht, Video-Konferenzen und so. Mittags fahr ich manchmal zum Restaurant, um sie zu unterstützen und Abwechslung in meinen Speiseplan zu bringen. Und irgendwann muss ich RAUS: aufs Rad oder durch den Schnee laufen! Aber schön zum baden-württembergischen Zapfenstreich wieder daheim sein…  

Moritz Heger, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir nicht selbstgerecht und nicht verbittert werden. Freundlich sein auch unter der Maske. Die reale Diversität möglichst wertfrei aushalten – wir erleben Corona unterschiedlich, wir SIND unterschiedlich. Das waren wir natürlich schon zuvor, aber die Krise mit ihrem Druck treibt es zutage.    

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur macht Stimmen hörbar, gerade auch Unerhörtes. Sie schafft Wegräume und Wegträume. Literatur erzeugt Bilder im (kollektiven) Kopf. Sie macht mündig. Das ist existenziell wichtig in einer Zukunft, die auch aus Traumaverarbeitung und gesellschaftlicher Deutung des Erlebten und Erlittenen bestehen wird. 

Was liest Du derzeit?

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Marie T. Martin: „Rückruf“, Yevgeniy Breyger: „Gestohlene Luft“, Philip Roth: „Der menschliche Makel“, Lauren Groff: „Florida“ , Sasha Filipenko: „Rote Kreuze“, Anne Freytag: „Das Gegenteil von Hasen“, Markus Gabriel: „Fiktionen“, Terry Eagleton: „Opfer – Selbsthingabe und Befreiung“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

To be really wortkarg, one must know every Wort. (Samuel Beckett)

Vielen Dank für das Interview lieber Moritz, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Moritz Heger, Schriftsteller

Aktueller Roman „Aus der Mitte des Sees“ Diogenes Verlag 2_2021

Foto_maurice-haas-diogenes-verlag

11.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Vielleicht besteht die tatsächliche Rolle der Literatur darin, ihr eigenes Ungenügen zu offenbaren“ Pegah Ahmadi, Schriftstellerin_ Köln 4.3.2021

Liebe Pegah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wie immer konzentriere ich mich auf das Lesen sowie das Schreiben und ich führe einige Schreibprojekte durch, Korrespondiere mit meinen Freunden und denke darüber, was in diesen Briefe ausgetauscht wird.

Pegah Ahmadi, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke in der gegenwärtigen Situation, in der der Außenraum beinahe aus unserem Leben entfernt ist und wir mit verschiedenen Bedrängnissen in allen Dimensionen konfrontiert sind, ist es wichtig eine Art Akzeptanz, Toleranz, Empathie und Versöhnung mit dem Inneren üben zu können. Diese kann vielleicht zu einer besseren Harmonie mit uns selbst und anderen führen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Literatur strömt weiterhin. Sie hört nicht auf Fragen zu stellen und bezeugt ihre eigene Betroffenheit, durch das, was sie produziert. Vielleicht besteht die Rolle der Literatur darin, ohne ihre Kraft und Strahlung zu mindern, ihr eigenes Ungenügen zu offenbaren. Und das schließt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit ein. Auf jeden Fall ist es die Literatur, die uns ermutigt weiterzumachen, um in Konfrontation mit dem Desaster etwas Stärkeres zu erschaffen, auch wenn dieses Stärkere unsere Schrecken reflektiert.

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer mehrere Bücher parallel. In jedem Buch kann ein Funke den Geist in eine andere Richtung lenken. Zur Zeit lese ich allerdings ‘’ Wir sagen uns Dunkles’’ von Helmut Böttiger, zwei Gedichtsammlungen von Günter Eich und Ernst Meister und parallel einige Artikel über ihre Poetologie.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

‘’Ich kann mir kein seligeres Wissen denken, als dieses Eine: dass man ein Beginner werden muss. Einer, der das erste Wort schreibt hinter einen jahrhundertelangen Gedankenstrich.’’ – Rilke, Die Prosa

Vielen Dank für das Interview liebe Pegah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Gerne.

5 Fragen an KünstlerInnen:

Pegah Ahmadi, Schriftstellerin

Foto_privat.

7.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst und Literatur ist Leben. Lesen ist Leben“ Alexandra Huß, Schriftstellerin_ Bochum 4.3.2021

Liebe Alexandra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf hat sich nur unwesentlich verändert. Ich schreibe, zwischendurch gibt es eine Mahlzeit und wenn ich vom Sitzen gelangweilt bin, ziehe ich die Joggingklamotten über und drehe eine Runde um den Block. Durch Corona habe ich unseren Garten zu schätzen gelernt. Ein Stück Freiheit, in der wir für einen Augenblick vergessen können.

Alexandra Huß, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Menschlich bleiben und zusammenhalten. Hinhören und hinsehen. Die Straßen sind nicht mehr so bunt wie vor der Pandemie, der Puls der Städte schlägt langsamer und das Blau des Himmels hat einen grauen Anstrich bekommen. Doch auch das wird ein Ende haben und dann werden wir zurückschauen und getrost durchatmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst und Literatur ist Leben. Lesen ist Leben. Gerade deshalb ist es in Zeiten, in denen es an Orientierung fehlt, so notwendig. An diesem roten Faden, der die Gesellschaft erst zu einer macht, muss angeknüpft werden. Einige von uns wird es nach Corona nicht mehr geben, dafür hat die Politik gesorgt, und die, die übrigbleiben, stehen mit gesenktem Kopf vor einer Mammutaufgabe, die Überleben heißt.

Was liest Du derzeit?

Ich habe das aufgeschlagene Buch Paris, links der Seine hier liegen und widme mich anschließend dem Roman Der Wal und das Ende der Welt. Unter Wasser Nacht meiner Kollegin Kristina Hauff kommt mit auf Recherchereise.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn die Angst vom Himmel fällt und sich wie eine Decke über die Menschheit legt, ist es an uns, sie abzustreifen.

Alexandra Huß, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Alexandra, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Alexandra Huß, Schriftstellerin

Alexandra Huß | Autorenwelt

Fotos_Alexandra Huß

25.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Frau rutscht wieder dem veralteten Rollenbild näher“ Natalie Krainer, Sängerin_St.Veit/Glan_ 4.3.2021

Liebe Natalie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

In welchem Bett ich aufwache, ist nicht so ganz sicher. Das kommt ganz darauf an, wer die bessere Überredungsstrategie hat, mein Großer (10 Jahre) oder ich. Mein Mann und mein Kleiner (4 Jahre) machen gemeinsam Frühstück. Danach darf einer in den Kindergarten und der andere in Schule. Uff… Kaffee und Brot mit Marmelade. Yoga. Singen. Musik hören. E-Mails. Kaffee. Lesen. Einkaufen. Kinder. Essen. Unterrichten. Probe. Vorstellung. Fahrt nach Hause. Musik hören. Kurze Zusammenfassung des Tages mit Rob. Gemeinsam durch den nächsten Tag planen. Und wenn das Makeup abgeschminkt und die Geräusche des Tages weit genug weg sind, nehm ich mir eines der Bücher und lese, bis ich nix mehr verstehe. Licht aus und dran denken, dass ich morgen einen neuen Polster kaufen muss.

Natalie Krainer, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für sich selbst eine Entscheidung treffen und die anderer respektieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Neubeginn und Aufbruch. Beginnt etwas Neues, bricht viel Altes weg. Wie leicht oder schwer das sein wird… Für viele aber wird es sehr schwer wieder dahin zurück, wo sie schon waren. Ich denke an alleinerziehende Frauen, die schon vor der Pandemie einen durchgeplanten und strengen Tagesplan hatten, jetzt aber gute Jobs aufgeben müssen, um für die Kinder da zu sein. Demzufolge rutscht Frau wieder dem veralteten Rollenbild näher. Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, Kurzarbeit bringt viele Frauen in die Abhängigkeit. Es ist ja so, dass alltägliche Probleme nicht wegfallen. Es gibt eine Doppel- und Dreifachbelastung. Die Kraft um aufzuschreien, fehlt. 

Jedoch das ganze Ausmaß dieser Zeit zu sehen, gelingt mir nicht mal ansatzweise. Zahlen und Fakten tun nicht viel mit mir. Geschichten schon mehr und in den Geschichten drinnen, leben echte Menschen. Dann versuch ich zu verstehen und zu begreifen. Aber greifbar wird es trotzdem nicht. Denn die Blase aus der ich schaue, gibt mir keine gute Sicht nach außen. Die wird aber platzen und dann werden wir wieder hautnah hören und sehen was uns berührt. Kunst hat dann das Buffet geöffnet und jeder darf sich nehmen was er möchte und braucht. Gekocht, roh, leicht zu verdauen und mit vielem, dass uns sicher schwer fällt zu schlucken.

Natalie Krainer, Sängerin

Was liest Du derzeit?

Too Much Happiness von Alice Munro

Große Erwartungen von Geert Mak

Alice: Memories of a Barbary Coast Prositute von Alice Smith

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jede Frau ändert sich, wenn sie erkennt,

dass sie eine Geschichte hat.“

Gerda Lerner, Professorin für Geschichte

„Wer sich nicht bewegt,

spürt seine Fesseln nicht.“

Rosa Luxemburg (1871 – 1919)

Vielen Dank für das Interview liebe Natalie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte – und für Dein aktuelles Crowdfunding

https://wemakeit.com/projects/what-does-it-matter

wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Natalie Krainer, Sängerin

nmmk.net

Fotos_Rob Bargad.

2.3.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst kann helfen einen zweiten Blick auf unser Sein und unsere gesellschaftliche Realität zu werfen“ Ed.Hauswirth, Regisseur_ Graz 3.3.2021

Lieber Ed., wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt probe ich ganz normal und intensiv, allerdings mit Maske, es schieben sich Dinge ineinander, weil es einen Arbeitsrückstau gab. Im Moment produzieren wir für s Netz und für die Lagerung. Wir werden sehen, was wird.

Ed.Hauswirth_Regisseur

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität. Kann nicht mehr dazu sagen. Wenn der Mensch kooperiert, funktioniert alles besser.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Die Kunst kann das Unbedachte, das Utopische, das an den Rändern, das Unscheinbare, scheinbar Unwichtige ins Zentrum rücken. Sie kann helfen einen zweiten Blick auf unser Sein und unsere gesellschaftliche Realität zu werfen. Und sie kann den Optimismus schüren, dass nicht alles so sein muss, wie es ist.

Was liest Du derzeit?

GRM Sibylle Berg.

Fachliteratur.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Vielen Dank für das Interview lieber Ed, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Ed.Hauswirth, Regisseur, künstlerischer Leiter Theater im Bahnhof_Graz

Team – Theater im Bahnhof (theater-im-bahnhof.com)

Foto:privat.

26.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Theater ist ein Ort für Emotionen in unserer kontrollierten Welt“ Louise Knof, Schauspielerin_ Berlin 3.3.2021

Liebe Louise, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin ein stiller Morgenmuffel und brauche meine Zeit. Ich trinke erstmal  in Ruhe meinen Kaffee. Seit Herbst sitze ich mehr am Schreibtisch als noch vor dem Sommer beim ersten Lockdown. Ich  bereite meinen Unterricht an einem Gymnasium in Berlin vor. Ich habe das Glück dort seit September Darstellendes Spiel zu unterrichten. Zusätzlich nutze ich die Zeit und absolviere gerade eine Weiterbildung und lerne für Prüfungen.

Gerade hilft es sehr gut, halbwegs gefordert zu sein. Ich skype und telefoniere oft mit Freunden und KollegInnen, um mit ihnen in Kontakt und im Austausch zu bleiben. Gehe spazieren.

Louise Knof, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns besonders wichtig?

Geduld ist das Gebot der Stunde. Sich in Geduld zu üben ist schon schwer genug zur Zeit, aber ein kleiner Anfang.

Dann sollten wir uns fragen, welche Dinge wir  steuern und welche wir nicht ändern können. Wir können die jetzige Situation nicht (sofort) ändern, aber können kontrollieren, wie wir mit dieser und mit unseren Mitmenschen umgehen.

Allgemein in Kommunikation bleiben.

Wir sollten ab und zu durchatmen und optimistisch in die Zukunft schauen. Wir werden wachsen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Aufbruch und Neubeginn sind zwei wunderschöne Wörter und machen  erstmal Hoffnung und Freude auf das Leben. Ich hoffe, wir brechen auf mit den Erkenntnissen, die wir jeder durch Corona erlangt haben.

Theater (die Kunst und Kultur an sich!) erfüllt einen wichtigen Bildungsauftrag, ist Versammlungsort, ein Ort für Emotionen in unserer kontrollierten Welt. Theater kann Lebensrezepte und Denkanstöße geben, Perspektiven eröffnen, Bewegung bringen und ist Spiegel der Gesellschaft. Das alles kann es aber nur, wenn es stattfindet.

Was liest Du gerade?

Ausgelesen habe ich gerade das Buch „Trotzdem“ von Alexander Kluge und Ferdinand von Schirach. „Ungezähmt“ von Glennon Doyle lese ich gerade. Danach beschäftige ich mich mit Carl Zuckmayer für mein Engagement im Sommer bei den Festspielen Reichenau. Dazu halte ich dann meine Daumen, dass wir in diesem Sommer spielen dürfen und freue mich auf ein Wiedersehen mit KollegInnen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich möchte laut über die Mauer hinausrufen: O bitte, beachten Sie doch diesen herrlichen Tag! …Beachten Sie doch den Glanz und die Herrlichkeit, die auf diesem Tage liegen, denn dieser Tag kommt nie, nie wieder!

Er ist Ihnen geschenkt wie eine voll aufgeblühte Rose, die zu Ihren Füßen liegt und darauf wartet, dass Sie sie aufheben und an Ihre Lippen drücken.“

– Rosa Luxemburg, 1917-

Louise Knof, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Louise, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke auch und schicke liebe Grüße nach Wien!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Louise Knof, Schauspielerin

Schauspielerin | Louise Knof

Fotos_ 1_Fabian Schelhorn. 2_privat. 3/4 _Philine Hofmann

7.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Umdenken ist gefragt“ Tina Steiner, Schauspielerin_ Spittal/Drau 2.3.2021

Liebe Tina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf und trinke 2 Häferlkaffee und lese die Zeitung. Dann suche ich im Internet, ob man sich wo als Schauspielerin bewerben kann und schicke emails. Dann bereite ich mich für die Sommersaison als Kinderanimateurin ab Ende März vor und überlege Programmpunkte. Ich koche jeden Tag ein gutes Mittagessen und gehe dann spazieren und einkaufen. Am Wochenende schaue ich mit meinem Freund alle Staffeln von Walking Dead. Ab und zu gehe ich Skifahren.

Tina Steiner, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ingwer, Kurkuma, Vitamin C, Honig, Knoblauch, frische Luft, Sonne, Hühnersuppe, heiße Duschen oder Bäder.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Umdenken ist gefragt. Kunst und Kultur gibt es weniger hautnah, vielmehr im Internet und TV. Der Gesellschaft ist Kunst und Kultur wichtig und es wird wieder richtige Vorstellungen geben.

Was liest Du derzeit?

101 Monologe

Zum Vorsprechen, Studieren und Kennenlernen, von Eva Spambalg und Uwe Berend

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Siehe, die Menschheit erschlappt unter diesem Bilde, die Spannkraft des Endlichen lässt nach, und die Phantasie, der mutwillige Affe der Sinne, gaukelt unserer Leichtgläubigkeit seltsame Schatten vor. Nein! Nein! Ein Mann muss nicht Sträuchern – Sei, wie Du willst, namenloses Jenseits – bleibt mir nur dieses mein Selbst getreu. – Sei wie Du willst, wenn ich nur mich selbst mit hinübernehme.

Rolle: Karl von Moor, Schiller, Die Räuber

Vielen Dank für das Interview liebe Tina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Ihre großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Tina Steiner, Schauspielerin

Alle Fotos_Tina Steiner.

7.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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