„Begeisterung für die Sprache(n), dies war schon beim Schüler Peter Handke ein Charakteristikum“ HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner_ Station bei Handke_Europagymnasium, Klagenfurt 4.2.2020

IMG_8395g

 

HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner, Schulleiter des Europagymnasiums Klagenfurt seit 2008. Studium der Germanistik und kath:Theologie in Innsbruck. Pädagoge, Pressearbeit, Herausgeber von zwei Büchern in Kooperation.

Zum Schüler/Maturanten Peter Handke:

Peter Handke ist mit 17 Jahren hier an unsere Schule, das Europagymnasium Klagefurt 9020, gekommen und hat zwei Jahre später im Schuljahr 1960/61 hier maturiert. Er war ein ausgezeichneter Schüler (8B Klasse) und maturierte auch mit Auszeichnung.

Unsere Schule wurde bereits 1552 als humanistisches Gymnasium gegründet, damals am Standort Domplatz der Stadt.

 

IMG_8598a

 

Die Begeisterung für Sprache macht ja auch wesentlich das Schreiben Peter Handkes aus.

Sein Interesse für Sprache zeigte sich schon in unserer Schule in seiner Wahl der Freifächer – Slowenisch, Italienisch, Englisch. Dazu kam natürlich das humanistische Pflichtprofil mit Griechisch und Latein, Deutsch.

Es gab auch ein zweistündiges Freifach „Literaturpflege“ zu der Zeit an unserer Schule.

 

IMG_8430

 

Peter Handke maturierte mündlich in Philosophie/Psychologie, Griechisch und Mathematik. Die Noten waren jeweils ein „Sehr gut“.

In seiner philosophischen Maturaprüfung waren die Diskussion der Geschichtsauffassungen im „idealistischen oder ökonomischen“ Ansatz das Thema wie die psychologische Reflexion von Aufmerksamkeit, Assoziation und Gedächtnis.

 

IMG_8460s

 

Ein Textauszug von „Iphigenie auf Tauris“ von Euripides stellte den Schwerpunkt im Fach Griechisch dar.

 

IMG_8480a

 

Kreis, Kegelschnitte waren Aufgabenstellungen in der Maturaprüfung Mathematik.

 

IMG_8535abm

 

 

Peter Handke, Gert Jonke, Egyd Gstättner (BG 2), alle drei Schriftsteller sind Absolventen unserer Schule, und sie verbindet das Eintreten für das Miteinander, das Mitmenschliche, auch der Blick auf das „Menschln“. Sie tragen sicherlich dazu bei, das Europa als Projekt des Miteinander, als Friedensprojekt wesentliche Impulse bekommt.

Das ist auch unser Ziel als erfolgsorientierte Europaschule. Der Begriff Erfolg ist dabei sehr vielschichtig zu sehen. Es geht um Schritte ins Leben. Selbstbewusst, engagiert und frei. Die Literatur ist ein sehr gutes Beispiel, Vorbild dafür. 

 

IMG_8555

 

Ich bin ja selbst Germanist und Theologe. Es ist immer wichtig darauf zu sehen wie Literatur Wurzeln fassen kann. Dies ist eine ständige pädagogische wie humanistische Aufgabe. Schule und Gesellschaft, Leben an sich, verbinden sich hier wesentlich.

Wie geben wir Literatur Raum, wie wirkt Literatur – das sind ganz wichtige Fragen und Transfer-  wie  Reflexionsaufgaben. 

 

IMG_8564

 

Die Frage nach den Ursprüngen ist natürlich eine, die Literatur immer begleitet. Forschung und Lehre trifft und bewährt sich ja in der Schule unmittelbar.

 

IMG_8562a

 

Europa zeichnet sich in seiner Sprachenvielfalt aus. Dies zeigt sich unmittelbar in unserer Namensgebung als Europagymnasium und dem vielfältigen Sprachenangebot, derzeit von Griechisch (auslaufend), Latein bis Italienisch, Russisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Englisch – seit Gründung der Schule 1552,  der Schulzeit Peter Handkes bis zum heutigen Tage. Sprachen sind eine wesentliche Mitte unserer Schule. 

Den Sprachenbegriff selbst sehe ich sehr umfassend. Die Sprache der Musik, der Kunst, der Naturwissenschaft etwa. Sprache bedeutet die Welt. Auch der Musiker und Komponist Thomas Koschat ist Absolvent unserer Schule.

Wir können die Welt nur kennenlernen, erfassen mit der Sprache, mit Sprachen.

 

IMG_8404a

 

Literatur ist wichtig, um seine eigene Position klären zu können, um wertschätzend diskutieren zu können. Um Sichtweisen von anderen verstehen zu können. Wenn es diesen Austausch nicht mehr gibt, geben kann, ist es sehr bedenklich.

 

IMG_8450a

 

Wenn Sprachlosigkeit um sich greift, wird es gefährlich.

 

IMG_8446a

 

Ich selbst schreibe Fachliteratur. Ich habe zwei Bücher in Kooperation herausgegeben. Und Gedichte schreibe ich für mich bzw. sehr vertraute Menschen.

 

IMG_8549a

 

Schule im Lehr- und Lernprozess ist immer über den unmittelbaren Ort hinaus orientiert. Analog oder digital. Sicherlich auch eine Parallele zur Literatur.

 

Türen zu öffnen, Grenzen zu erweitern, dabei in Erfahrung zu begleiten. Das ist eine wesentliche Aufgabe von Schule. Einen Impuls zu geben, um selbst dann Türen öffnen und Grenzen erweitern zu können.

 

IMG_8442

 

Literatur bewegt. In verschiedenster Form. Von Roman, Erzählung, Poesie, Journal bis zu Kochbüchern.

Wenn wir uns auf Literatur einlassen, geben wir selbstverständlich neuen Raum. Das ist ganz wichtig.

 

IMG_8489a

 

IMG_8504a - Kopie

 

 

Unsere Aufgabe in der Schule ist es, Pädagogik wie Literatur hochzuhalten. Raum zu geben – geistig aber auch ganz praktisch als Lern- und Lebensraum, gerade auch in Schularchitektur als Voraussetzung, um Prozesse des Lernens, des Wachsens zu öffnen. Respektvolles Begegnen und Dialog sind dabei der Weg.

 

IMG_8631

 

Ich habe keinen Lieblingstext von Peter Handke. Aber sein Schreiben und das Lesen bedeutet, sich immer wieder auf Neues einzulassen und Gegenwärtiges im unterschiedlichen Licht wahrnehmen zu wollen. Damit ist auch die Pädagogik treffend beschrieben. 

 

IMG_8383a

 

Das Wandern, das Gehen bei Handke. Der bestimmte Ort, das Radln zum See, bei Egyd Gstättner. Die Musik bei Gert Jonke. Die Vielschichtigkeit des Lebens und die Literatur. Die Erfahrung und der Weg. Schule ist einer der wichtigsten, sensibelsten und  besten Orte dafür. 

 

IMG_8389n

Herzlichen Dank Herr HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner für das Gespräch zum Schulabsolventen und Nobelpreisträger Peter Handke und den beeindruckenden Rundgang durch Ihre traditionsbewusste wie innovative Schule!

http://www.europagymnasium.at/

Alle Fotos_am Standort des Europagymnasiums Klagenfurt.

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig 4.2.2020_

 

 

 

 

„Orte haben einen unverwechselbaren Charakter, der prägt und zu (er)spüren ist“ Alina Nedwed, Anthropologin, outdoor Trainerin_Station bei Bachmann_Klagenfurt _1_2020

IMG_2048a

 

„Orte sind Manifestationen von Geschehnissen, Menschen, Gedanken, Stimmungen, die dort im Laufe der Zeit stattgefunden haben“

 

 

IMG_1841b

 

„Und Orte sind unmittelbar daran beteiligt Geschehnisse zu bestimmen und zu prägen mit/durch ihren Charakter“

 

IMG_20191227_173539

 

„Über die Orte haben ich wesentlich neue Zugänge zu Ingeborg Bachmann gefunden. Das Verständnis von Literatur ist unmittelbarer, menschlicher und damit näher, direkter geworden“

 

IMG_1941

 

„Im Gehen, dem Folgen von Gedanken- und Lebensspuren öffnen sich auch Worte ganz neu. Es ist dann ein Unterwegssein in Ansprache. Vom Text her, der Biographie und meinem Jetzt.“

 

IMG_1905a

 

„Die Rückbindung der Literatur an Lebensorte ist nicht nur eine Erfahrung sondern wesentlich eine Bewegung. Ein Impuls und ein Transfer für den Lebensweg an sich.“

 

IMG_2198

 

„Es braucht Orte zur Bewegung und Begegnung – und natürlich Neugierde“

 

IMG_2099

 

„Orte sind ganz still. Aber gerade darin erzählen sie sehr viel und öffnen eigene Gedanken. Da braucht es viel Respekt und Aufmerksamkeit. Im Hinsehen, Zuhören. Es geht um das einfache Da-Sein. Im Außen wie Innen.“

 

IMG_20191227_173635

 

„Einen Ort im Wandel zu erleben ist ganz besonders. Dem Vertrauten wieder begegnen.  Und mitgehen.

Unser Drei-Wege-See Projekt baut für uns als Veranstalter darauf auf. Orte und Wege öffnen sich neu und damit auch die Ansprache und Präsentation für die Gruppe mit uns am Weg.

 

DSC_0710  Drei Wege zum See_2019 _ Schauspielerin Christina Wuga

19944186_242566432916598_4696536854816365898_o

 

„Ein Ort, Ein Weg, eine Türe, das bedeutet immer eine Vielfalt an Ein- und Ausdrücken. Genauso wie in der Literatur an sich.“

 

IMG_2026af

 

„Meine Arbeit hat thematisch viele Schwerpunkte. Ich bin systemische Erlebnispädagogin, Bergwanderführerin, Kanuguide und outdoor Trainerin.  Es geht um Bewusstseinsbildung, um die Vielfalt der Welt. Um Erfahrung, Anerkennung und Respekt für Kulturen und Natur. Die Wertschätzung ist dabei ganz wesentlich. Und auch die Freude am Entdecken. Lebensschätze, die ganz einfach zu heben sind. „

 

IMG_2104

 

IMG_2106

 

„Ingeborg Bachmann in Klagenfurt  – das ist immer wieder ein besonderer Schwellenschritt, wenn sich dieser Raum öffnet. Im Begegnen und wieder neu den eigenen Bezug zu finden, das Jetzt zu erkennen.“

 

IMG_2216ha

 

„Freiheit, Offenheit und Wahrheit, Selbst zu denken, eigene Wege zu gehen. Ja, das ist Wort und Leben von Ingeborg Bachmann.“

Vielen Dank, liebe Alina! Viel Freude auf allen Wegen.

 

Alina Nedwed_Station bei Bachmann_Klagenfurt _ 27.12.2019

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

Terminankündung: Drei Wege zum See_Ingeborg Bachmann outdoors_Samstag 20.6.2020

Anmeldung: Walter Pobaschnig _ Alina Nedwed

 

 

 

 

 

 

 

„Heile mich“ Martin Gruber und aktionstheater ensemble, Uraufführung, 29.1.2020, Werk X,Wien.

dig

 

Die Bühne. Der leere Raum. Da ist das Starre und das Dunkle. Keine Bewegung. Keine Dinge. Wenn ich jetzt da hinkomme. Rauskomme. Zu Dir. Zu Ihnen. Lass` mich reden, weil ich wissen will, dass ich noch da bin. Weil ich wissen will, dass Du mich siehst. Hörst. Ich will ja da sein. Ich will sehen. Ich will verstehen. Aber…heile mich! Wer?

 

sdr

 

Ich bin aufmerksam. Auf das Umgebende. Das Alltägliche. Weil etwas anderes gibt es ja nicht. Darf es ja nicht. Da sind andere da. Das Große geschieht irgendwo. Aber hier geschieht auch was, hörst Du? Ich habe mich verliebt. Und ich will Dir zuhören. Und habe alle Glückskekse mit. Ich will Dir erzählen vom Urlaub. Vom Eichhörnchen. Vom Warten beim Bäcker. Von den Farben und dem Schutz um Dich. Von mir! Aber hörst Du mich…heile mich! Wer?

 

IMG_20200130_201842

 

Jetzt ist Ferdi tot. Der Kater. An die Wand geworfen und verhungert. Die Glückskekse zerbröseln jetzt. Ich bin nackt. Du und Du und Du. Ich nehme die kleine Gitarre. Und singe. Ich will singen, wenn alles…heile mich! Wer?….

 

bst

 

mde

 

Das Aktionstheater Ensemble fragt in seiner neuesten Produktion „Heile mich“ nach dem Menschen hinter den Masken der Rede, der großen und der kleinen. Es fragt nach Bedürfnis und Heilsversprechen.

Das Regiekonzept von Modell und Situation, welches die Einsamkeit und Sehnsucht des modernen Menschen in einem furiosen Spiel- und Wortstakkato setzt, ist ein genialer Kunstgriff, der vom Ensemble in atemberaubender direkter Ansprache und Variation szenisch gesetzt wird. Wie das Ensemble innerste Seelenräume zu öffnen weiß und diese radikal leerräumt und auf die Bühne knallt, das ist Gänsehaut. Das ist Zauber. Das ist Verwandlung und Dialog. Das ist mitdenkendes wie mitreißendes Theater vom Besten. Mitreißend auch die Musik, welche szenisch und atmosphärisch trägt wie selbstbewusst akzentuiert.

mde

sdr

mde

 

Im Theater so auf den Punkt zu bringen was den modernen Menschen bewegt, und das Publikum lachen und ganz still werden zu lassen, ist eine ganz außergewöhnliche Inszenierungs- und Spielleistung. – „Denn hinter den Masken ist kein Mensch lächerlich“ (Ingeborg Bachmann). Und dieser Funke von Inszenierung und Spiel springt über. Von Beginn an. Das Menschliche ist immer das Erste. Und das Ernste. Nichts weiter.

 

mde

bst

 

Das Aktionstheater Ensemble, das sind die Rockstars des modernen Theaters. Diese Präsenz und Spielkraft ist einzigartiges Bühnendynamit, das in Witz, Ironie und Tragik die Widersprüchlichkeiten und Identitätsfallen unserer alltäglichen Lebenslügen mitreißend zündet und lichterloh brennen lässt.

 

 

 

Heile mich, aktionstheater ensemble_Uraufführung_Werk X, Wien 30.1.2020

mde

 Regie, Skript: Martin Gruber | Text: Martin Gruber und aktionstheater ensemble | Dramaturgie: Martin Ojster | Musik: Dun Field Three | Regieassistenz: Laura Loacker | Medienkontakt: Gerhard Breitwieser | Mit: Susanne Brandt, Isabella Jeschke, Kirstin Schwab sowie Andreas Dauböck, Klaus Hämmerle, Michael Lind, Ernst Tiefenthaler, Emanuel Preuschl

 

Weitere Spieltermine: Fr 31. Januar 2020, 19.30 Uhr

Ausverkauft

Sa 01. Februar 2020, 19.30 Uhr

Ausverkauft

So 02. Februar 2020, 19.30 Uhr

 

Theater: WERK X

Oswaldgasse 35A, 1120 Wien

 

Walter Pobaschnig_Besprechung und alle Fotos

https://literaturoutdoors.com/

 

 

 

„…das Übrige müssen die Götter schicken…“ _ „Die unsterbliche Geliebte“ _Szenische Fotografie/Text_mit Daniela Schimpl_Teil I_Station bei Beethoven_ Museum_Wien 26.1.2020.

IMG_6205a

 

Lu, mein Lieber, ich bin da. Ich habe Deinen Brief gelesen. Es war ein weiter Weg zu Dir. Ich bin gestern in Wien angekommen und heute schon am Weg zu Dir – Lu?

 

IMG_7312

 

 

 

IMG_6228a

 

Wir werden uns wohl bald sehen, schriebst Du, ja – ich bin da, endlich!

 

IMG_6201a

 

IMG_6235a

 

 

 

Und nun „vom Äußeren zum Innern“, ich mag Deine Poesie im Schreiben. Deinen Takt. Deinen Rhythmus und Deine Melodie in der Sprache. Ich sagte es Dir ja am ersten Tag. Heimlich. 

Ach, ich habe Dir so viel zu erzählen _ Lu, mein Lieber, wo bist Du?

 

IMG_6299a

 

Lu – bist Du da? Ich weiß, dass Du auch viel spazierst. Bist Du im Garten? Oder am Weg in die Weinberge. Der süße Wein – Lu?

 

IMG_6289a

 

 

Wie schön hast Du über die Natur geschrieben. Wie wir wandeln dürfen in ihr und wie sie uns verwandelt. Ich höre Dir so gerne zu, mein lieber Lu. 

Bist Du im Garten?

 

 

Wie schön ist es hier bei Dir! Ja, ich weiß wie sehr Du das Blühen der Bäume liebst, den Weg der Jahreszeiten. 

 

IMG_7259

 

 

 

Die Natur lehrt uns das Leben, hast Du gesagt, und das Spiel. Das Leichte. Wie recht Du hast, mein lieber Lu. 

 

IMG_7174aa

 

IMG_7185

 

 

Lu? 

Lu, ja, endlich bist Du da! Jetzt ist es gar nicht mehr so kalt. „Mein Engel, mein alles, mein Ich…“ schriebst Du so wunderbar – komm` lass Dich umarmen! 

 

IMG_7277

 

Lach` mit mir Lu – „Erheitere mein Gemüt“ hast Du geschrieben. Ja, wie wichtig ist es in dieser Zeit und für uns beide. Das Ernste und das Leichte. Die Zeit und ich, meine Musik, braucht beides, hast Du gesagt. Und dazwischen den Klang der Liebe. Ihn spüren, wenn sonst nichts mehr gehört werden kann. Lu – ich bin da!

Gefällt Dir mein Kleid? Es ist ganz leicht, wie der Wind, der mich zu Dir bringt. Mein lieber Dichter, das waren Deine Worte und sie haben mich hierher getragen. 

 

 

IMG_6272l

 

„Das Übrige müssen die Götter schicken“, hast Du geschrieben. Die Götter haben mich geschickt Lu. Jetzt hierher zu Dir. Wie sie Dich zu mir geschickt haben. Die Götter sind mit uns Lu, mein lieber Lu, auch wenn es sonst niemand ist. 

 

IMG_6243a

Ende Teil I _ „Die unsterbliche Geliebte“

 

Fotoinszenierung nach _„Brief an die unsterbliche Geliebte“_Ludwig van Beethoven, Komponist und Pianist (1770 – 1827).

In der Rolle der unsterblichen Geliebten Daniel Schimpl, Sportwissenschaftlerin, Yogalehrerin und Delphintherapeutin_Model für Beethoven. 

Fotoinszenierung am Wohnort Beethovens in Wien_Probusgasse 6, 1190. Das letzte Wohnhaus Beethovens ist heute ein Museum. Herzlichen Dank an die Stadt Wien für die freundliche Kooperation!

Kostüm und Acessoires von Kostümverleih Lambert Hofer, costumes for film, theatre, TV, evening wear _Wien –  herzlichen Dank für das Kostümsponsoring und die so freundliche Kooperation und Unterstützung!

Idee, Text und alle Fotos_Walter Pobaschnig 1_20.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Kunst ist Dynamik, die stattfinden muss“ Sophie Esslinger, Künstlerin_Station bei Alfred Kubin_Wien 24.1.2020

IMG_5330

 

Ich bin in Linz geboren und in Kärnten aufgewachsen. Orte und Texte waren und sind für mich ganz wesentlich. Ich habe immer viel gelesen und früh den Bezug zur Literatur gefunden. Kärntner AutorInnen waren dabei auch maßgebend. Etwa Georg Timber_Trattnig, Josef Winkler oder Maja Haderlap. Aber auch Poesie und Sagen. Diese Vielfalt im Wort von kritischer Radikalität und Imagination/Vision inspiriert bis heute. 

 

IMG_5328

 

Es sind fließende Übergänge von Text und Bild. Texte wie Bilder zeigen Spuren von Wahrnehmung und Transformation. Den Versuch etwas abzubilden. Das Gesehene und Gedachte in der Bewegung des Lebens.  Der künstlerische Ausdruck ist dabei die Zwischenstation.  

 

 

IMG_5325

 

Malerei und Grafik hat mich früh begeistert.  Arnulf Rainer, Goya und Alfred Kubin. Mein künstlerischer Schwerpunkt ist die Malerei und Drucktechnik, hauptsächlich Ölfarben und Kohle. 

Kunst ist Dynamik, die stattfinden muss.

Simone, 2019, Acrylics Oil on canvas

 

simone_2019

 

Meine Abstraktion geht vom Blick auf die Natur aus. Der unmittelbare Lebensraum spielte da eine wichtige Rolle. Davon ausgehend kommt es dann zu Wahrnehmungsprozessen und ästhetischen Ausdrucksformen, die Transformationen oder auch Brüche sind.

Es ist eine Spur von Referenzen ohne fixierten Bedeutungsinhalte in meinen Werken. Die Freiheit des Betrachtens ist dabei ganz wichtig. 

 

Untitled, 2019 – Acrylics Oil on canvas

schwarzweic39f.untitled2

 

Meine Bildsprache ist gleichsam ein Alphabet an visuellen Zeichen. Wichtig ist aber vor allem der Spielcharakter von Wahrnehmungsprozessen. Dies drückt sich in Form und Farbwahl aus. 

Untitled 2019

deliriumtremens2

 

 

Beschleunigung und Bewegung kennzeichnen unsere Zeit. In allem.  Kunst ermöglicht eine Auseinandersetzung darin und auch einen Raum außerhalb der Beschleunigung.

 

IMG_5215

 

Kunst ist ein Abbildungsprozess, ein Manifestieren von Gedanken in Zeichen und Bildern.

IMG_5194

 

Kunst kann viel Freiheit schaffen. Gerade auch im Aufbrechen zur Essenz des Lebens.

 

IMG_5270

 

Kunst muss auch sehr reale Fragen stellen, thematisieren und motivieren.

Kunst macht sichtbar.

 

IMG_5080

 

Kunst ist auch wesentlich gelebte Kooperation. Der Austausch und Transfer von Perspektiven ist wichtig. Kunst fördert den Humanismus.

 

IMG_5473

 

Mein nächstes Projekt ist eine Ausstellung zu Parzifal. Es geht um Verwundungsprozesse und auch Erlösung. Die Auseinandersetzung mit den Werken von Christoph Schlingensief und Richard Wagner ist dabei wichtig. Der Stoff beschäftigt mich schon länger. Es ist jetzt eine Annäherung in 4 großformatigen Malereien.

 

IMG_5170

 

Es ist eine Zeitreise in ein anderes Wien. Viele Erinnerungen sind hier an Kubins Lebensort.

 

 

IMG_5729

 

 

Eine besondere Atmosphäre ist zu spüren und zu sehen.

 

IMG_5885

 

 

 

IMG_5906

 

Kubin – das ist auch der Zugang zum Thema des Imaginativen, des Dunklen – der Frage: Was ist Wirklichkeit?

 

IMG_5899

 

Es liegt eine spezifische Wahrnehmung und eine große Sensibilität im Kunstweg Kubins. Ein Charakteristikum von Kunst an sich.

 

IMG_5845

 

Konsequenz und Ausdauer ist ganz wesentlich in der Kunst.

Kunst in das Leben zu integrieren ist immer eine Herausforderung. Als KünstlerIn aber ebenso objektiv in einer Gesellschaft an sich.

 

IMG_6030

 

 

 

Ich kann nicht anders. Kunst ist auch manisch.

 

IMG_20200124_144059

 

Vielen Dank liebe Sophie für den interessanten Vormittag in Gespräch und Bild am Weg zu Alfred Kubin  – viel Freude und Erfolg weiterhin!

Station bei Alfred Kubin _ Wien _

Sophie Esslinger, Künstlerin

Home

 

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _24.1.2020.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wien ist eine große Inspiration“ Julia Santini, Sängerin, Station bei Falco, 17.1.2020

IMG_20200117_171612

 

Ich komme aus einer Familie in der Kunst über Generationen sehr wichtig war und ist. Dies wurde auch bei mir stets gefördert. In meiner Kindheit gab es einen Auftritt mit einem Gesangsprojekt (Wiener Kinder Chor) im Wiener Konzerthaus, von da an wusste ich, ich will singen. Später hatte ich etwa Musical- und Jazzunterricht.

 

IMG_20200117_171903

 

Ich habe meine erste Gitarre mit sechzehn Jahren gekauft. Es folgten Jahre unterschiedlicher künstlerischer Schwerpunkte und Ausbildungswege. Etwa sieben Jahre Gesangsunterricht. Ich habe dann Theater- Film- und Medienwissenschaft studiert. Seit 2016 komponiere und singe ich wieder intensiv. Mit der Gitarre und auch dem Klavier. Ich schreibe alle Lieder selbst.

 

IMG_20200117_171936

 

In meinen Texten geht es um Erfahrungen und Erlebnisse mit Personen, die mir nahestehen bzw.- standen. Privat oder beruflich. Oder es geht einfach um Hormone (lacht).

 

IMG_20200117_161756

 

Beim Songschreiben ist zuerst ein Gefühl da, ein Gedanke, eine Geschichte. Die schreibe ich auf, dann folgen die Akkorde. Es ist ein wechselseitiger Prozess, welcher Musik gleichsam aus dem Leben nimmt und diesem zurückgibt.

 Der erste Gedanke ist meist der Impuls für das Hauptthema, ich setze das dann auch im Refrain.

 

IMG_20200117_173210

 

Texte und Melodien begegnen ständig am Weg durch das Leben und die Stadt. Es fällt mir immer etwas auf und ein. Ich warte nie auf die Muse.

Früher habe ich in mein Tagebuch geschrieben und jetzt schreibe ich Songs.

 

IMG_20200117_162929

 

Die Stadt ist eine große Inspiration. Ich schreibe nur deutsche Texte. Die liegen quasi auf der Straße, wenn wir aufmerksam sind. Ich bin Wienerin und ich liebe Wien. Auch wenn die WienerInnen manchmal nerven aber so bin ich ja auch manchmal.

 

IMG_20200117_172526

 

Ich arbeite gerne selbständig. Meine Kompositionen, meine Texte. Dadurch kann ich auch frei meine musikalischen Wege gehen und bestimmen.

 

IMG_1671

 

Es gibt natürlich viele Inspirationen, vom Blues bis zu Ludwig Hirsch und eben Falco hier – aber mir ist wichtig meine eigene Persönlichkeit auszudrücken. Vorbilder habe ich daher nicht. Ich denke, das Authentische ist sehr wichtig. In der Musik wie überall im Leben.

 

IMG_20200117_160350

 

Falco, Austro Pop war bei mir Zuhause gern gehört, neben Jazz und Klassik. Ich war elf Jahre alt als ich den ersten Falco Song hörte. Seine Songs rannten auch auf den Partys- Jeanny, Vienna Calling.

 

IMG_2123a

 

Was ich an Falco bewundere ist, dass er die deutsche Sprache, die ja sehr eckig und kantig ist, in den Rhythmus bringt. Das konnte er ausgezeichnet. Das ist auch mein musikalischer Weg.

 

IMG_20200117_170237

 

Ja, Musik kann viel bewirken, wenn sie wirklich berührt. Dann kann es auch ein Nachdenken,Veränderung  geben. Die Welt in Anspruch und Möglichkeit ist ein wichtiges Thema meiner Songs. Eine Reflexion des Lebens und der Zeit. Darin liegt viel Kraft, und auch Hoffnung.

Musik soll zum Nachdenken anregen. Wie wir miteinander umgehen.

 

IMG_20200117_165246

 

Der Gedanke ist ja das Erste was passiert bevor etwas passiert. Zuerst müssen wir nachdenken. Musik ist dafür eine wichtige Brücke, ein Weg zum und am Weg durch das Leben. In meinen Songs „Geradeaus“ und „Ausbruch“ geht es auch wesentlich darum.

Du kannst einen Song über alles schreiben. Es muss ja nicht immer ernst sein.

 

IMG_20200117_172625

 

Meine nächsten Pläne sind eine Band aufzubauen. Im Frühling soll meine erste Single – „Ausbruch“ – herauskommen. Es wird spannend, ich freue mich auf alles Kommende, wir hören uns (lacht).

 

IMG_20200117_164754

 

Bestimmt, liebe Julia Santini, vielen Dank für das Interview und die beeindruckende Performance in Falcos Stammlokal – weiterhin viel Freude und Erfolg!

Herzlichen Dank an die Inhabung und die MitarbeiterInnen des Gasthauses „Zum alten Fassl“   für Ihre freundliche Unterstützung!

Station bei Falco_Julia Santini, Sängerin _ Wien 17.1.2020.

Alle Fotos_Walter Pobaschnig.

 

 

„Es muss beim Schreiben um alles gehen“ Birgit Birnbacher, Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, ORF, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

an - Kopie

Es geht in meinem Text „Der Schrank“ auch um elementare Arbeitsprozesse. Die Nähe zu den Dingen im Prozess der Herstellung, im Tun der Arbeit, was heute ja größtenteils nicht mehr so ist.

Ich denke, es wird später über uns gesagt werden, dass wir die Digitalisierung nicht verstanden haben. Im Sinne, dass Maschinen für uns arbeiten.

Wir praktizieren im Umgang mit der Digitalisierung ein großes Missverständnis, wir wollen besser sein als die Maschinen – anstatt, dass wir uns helfen lassen von ihnen. Das ist ein ganz großes Paradoxon unserer Arbeitswelt.

IMG_0560a

 Unsere Aufgabe liegt darin zu begreifen, dass, wenn wir wirklich wollen, dass wir an unserer Arbeitswelt, unserer Lebenswelt nicht zugrunde gehen, müssen wir Maschinen nützen lernen, um uns Zeit zu verschaffen. Doch dies ist in unserer Gesellschaft nicht zu sehen.

Es ist ein immer mehr an Leistung. Ich wundere mich darüber. Gerade auch, warum es nicht umgekehrt ist.

IMG_0557a - Kopie

Erfolg und Anerkennung, ja, das ist ein altes Spiel. Zuerst ist da die Suche nach Anerkennung. Wenn diese da ist, kann man sie nicht glauben, dann ist man sofort misstrauisch, denkt, irgendwann kommen sie drauf, dass es ja ganz anders ist.

Bei negativer Kritik ist es ein gleichsam automatischer Reflex sich innerlich aufzurichten, um stehenzubleiben.

Es kommt im Prozess der Kritik und Diskussion darauf an, sich zu konzentrieren auf das, was wirklich wichtig ist im Prozess des Schreibens. 

IMG_0523a

 

Es ist wichtig als Schriftstellerin sich nicht vom persönlichen Weg abbringen zu lassen.

 

IMG_0562a

 

Was ist ein Thema, was will erzählt werden – dass sind die Fragen einer Schriftstellerin, meine Fragen im Prozess des Schreibens.

Wo bist Du wirklich? Wo schreibst Du echt?

 

IMG_0369a

 

Es muss beim Schreiben um alles gehen.

 

IMG_0351a - Kopie

Ich glaube Leserin und Leser spüren immer genau wie echt ein Text gemacht ist.

„Schreib` einmal einen Satz Landschaftsbeschreibung“, sagte mein Lektor „nur einen“. Naturbeschreibungen, so etwas mache ich nicht, spüre ich nicht.

Je echter ein Text gemacht ist, desto spürbarer ist es.

 

IMG_0487a

 

„Braucht es die Katastrophe, um über das Schöne schreiben zu können?“

 

Ich denke schon. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es SchriftstellerInnen gibt, die aus dem reinen klaren schönen Wohlbefinden Literatur machen können. Ich kann mir das nicht vorstellen – für mich. Ich weiß es nicht ob es das gibt. Gibt es das?

 

IMG_20200115_162727

 

 

Birgit Birnbacher; Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, Staatspreisträgerin Literaturkritik 2019, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

Herzlichen Dank an Charlotte Hartwig, Pressebüro Konzerthaus Wien,  für die freundliche Pressebetreuung!

 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ 15.1.2020 _ Konzerthaus Wien_BRG19 Vienna, Krottenbachstr.