„Es ist unabdingbar, dass wir uns mehr Zeit für die Kunst nehmen, für die Seelenbildung“ Dana Grigorcea, Schriftstellerin_Zürich _ 5.9.2020

Liebe Dana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Diesen Sommer bleibe ich mit der Familie zu Hause, in Zürich. Ich richte mich ganz nach den Wünschen meiner Kinder, die Ferien haben. Verbringe also fast jeden Tag im Badeanzug am See. Wenn wir nicht schwimmen oder Ping-Pong spielen, lesen wir. Überhaupt ist die Liegewiese der Badeanstalt, in die wir gehen, ein seltsamer Lesesaal: liegende, hockende, merkwürdig verrenkte Menschen am Lesen.  

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es ist wichtig, dass wir nicht tollkühn werden und die Corona-Schutzmaßnahmen missachten. Es ist wichtig, dass wir Rücksicht nehmen auf die Schwächsten unserer Gesellschaft. Und es ist wichtig, dass die Corona-Erfahrung ein Weckruf wird: Dass wir unser Konsumverhalten überdenken und auch möglichst alles, was in Diktaturen hergestellt wird, sowie Unternehmen, die keine Rücksicht nehmen auf Mensch und Umwelt, boykottieren. Außerdem ist es unabdingbar, dass wir uns mehr Zeit für die Kunst nehmen, für die Seelenbildung.    

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur, und Kunst an sich, macht den Menschen idealerweise empathischer. Man übt sich im Standpunktwechsel, bleibt offen für den Anderen. Überhaupt übt man sich im Staunen über die Möglichkeiten der Welt, die Möglichkeiten des Ausdrucks. Literatur kann die Welt verändern. Aber, wie mich unlängst ein Leser aus Indien fragte: Wie kann Literatur die Welt verändern, wenn so viele Menschen gar nicht lesen können? Hierzu kommt Schulen eine wichtige Rolle zu. Ich plädiere dafür, dass Schreibende in Schulen gehen, immerzu die Begegnung suchen mit Menschen, die am Anfang eines Weges stehen.

 

Was liest Du derzeit?

Ich lese schon zum dritten Mal Stefan Zweigs Novelle „Der Attentäter“ und bin restlos begeistert. Die Novelle werden mein Mann, der Schriftsteller Perikles Monioudis, und ich unbedingt in unserem Telegramme Verlag bringen – schon im Herbst! Es ist ein Meisterstück der Literatur, und ich bin voller Demut ob Zweigs literarischem Geschick, Figuren mit Tiefe zu zeichnen, die Atmosphäre zu verdichten …   

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auf meiner Indien-Lesereise letzten Herbst traf ich in Kalkutta eine Schülerin, mit der ich mich lange unterhielt. Sie hatte viel gelesen, machte kluge Exkurse über die Weltliteratur. Bei der Verabschiedung bat sie mich um eine persönliche Widmung in meinen Roman „An Instinctive Feeling of Innocence“, den sie als Parabel über das heutige Indien gelesen hatte. Sie sagte: Sorry ma´am, my name is difficult to write … Shrishti … It means “Universe“.    

Vielen Dank für das Interview liebe Dana, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Dana Grigorcea: Schriftstellerin

https://www.grigorcea.ch/8650277/alle-bucher

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27.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Erkennbar werden in dieser Zeit die gesellschaftspolitischen Notwendigkeiten“ Michael Hedwig, Künstler, Wien _4.9.2020

Lieber Michael, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Eine Mischung aus anhaltender Urlaubsstimmung, ich komme gerade aus Osttirol nach Wien, und Findung eines Überblicks im Atelier. Osttirol ist übrigens jener Bezirk Tirols ohne aktuell nachweisliche Coronafälle. Mein Tagesablauf ist bestimmt durch gemeinsames Kochen mit meiner Frau, Lesen, Zeichnen, Mathematik-Auffrischung mit unserem 10-jährigen Sohn, der in die erste AHS kommen wird. Scooby-Doo-Zeichentrickfilme schauen.

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(Michael Hedwig, Großglockner bewundern, 31.07.2020, Foto: Simina Badea)

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für mich ist jetzt besonders wichtig „da zu sein“. Eine leichte Struktur für den Alltag zu finden die uns als Familie einerseits Freiräume bietet, in der jede(r) ihre/seine Dinge erledigen kann und andererseits Zeiträume schafft, in denen wir zusammenfinden. – Das sollte jede(r) für sich selbst und ihre/seine nähere Umgebung definieren. Die engeren Strukturen kommen mit Schulbeginn wieder wie von selbst.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Ich denke, dem Wunsch nach Aufbruch und Neubeginn wird wohl noch etwas abwartende Geduld vorausgehen müssen. Leichter erkennbar werden in dieser Zeit die gesellschaftspolitischen Notwendigkeiten, von der Neubewertung unserer Gesamtstrukturen mit dem Ziel der Erlangung sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Balance bis zur Realisierung planetarischer Bewusstheit auf der Basis von Mitgefühl und Selbstverantwortung.

Die Kunst, lieber sage ich, „die Künste“ können auf diesem Weg Hinweise geben. Jedenfalls ein möglichst weiter „Künste-Begriff“ vorausgesetzt. Wir lernen aus allen Sparten.

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(Michael Hedwig, distance learning, 2020, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, 50x80cm)

 

Was liest Du derzeit?

Ich lese im „Wanderführer Osttirol“ sozusagen als Nachlese, und immer wieder „Das, was durchscheint durch das, was erscheint“ von Pir Vilayat Inayat Khan.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auf der schmalen Rundwanderung Ködnitztal hat die letzte Station das Thema „Klangspuren – In die Stille horchen“ (Wanderführer Osttirol)

„…Es ist eine Tatsache, dass die Photonen ihrer Aura mit einer Geschwindigkeit von 300 000 Kilometern pro Sekunde durch den Raum reisen. Können Sie sich vorstellen: 300 000 Kilometer pro Sekunde! Schließlich treffen sie die Sterne.“ (Pir Vilayat Inayat Khan, „Das, was durscheint durch das, was erscheint.“ Kapitel 8, Arbeiten mit Licht, Seite 136)

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(Schlaf 1 und 2_Michael Hedwig _ Foto – Simina Badea)

 

Vielen Dank für das Interview lieber Michael, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Vielen Dank!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Michael Hedwig, Künstler

https://www.hedwig.at/

 

9.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Widerstand in Kärnten“ Vinzenz Olip. Hermagoras Verlag.

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Gegenwart und Verantwortung. Geschichte und Verantwortung. Zukunft und Verantwortung. Zeit und Leben befindet sich immer in dieser Perspektive und Aufgabe. Der kritischen Perspektive und verantwortungsvollen Aufgabe zu sehen, zu benennen, zu recherchieren, zu präsentieren was Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft war und ist. Daraus eröffnen sich Wege in ein Morgen in Vertrauen und Hoffnung. In Freiheit und Verantwortung.

Vinzenz Olip, Historiker, legt mit dem Buch „Widerstand in Kärnten – Agenten, Patrouillen, Militärmissionen nördlich der Drau“ eine umfassende historische Recherche und Quellenkunde (Akten der Gestapo wie der Partisanenabteilungen und der alliierten Militärmissionen, weitere) vor, die Einblicke in die Widerstandssituation in Kärnten in der NS-Zeit gibt. Olip geht dabei bis auf die politischen Auseinandersetzungen der 1930er Jahre zurück und spannt dann den Bogen über den Anschluss 1938, die Kriegsjahre und die Entwicklungen und Ereignisse des Widerstandes bis zum Kriegende 1945.

Ganz außergewöhnlich sind auch die Bilddokumente der Zeit, die Einblicke in die Situation und die Aktivitäten des Widerstandes geben. Ein umfassender Anhang mit Quellen-, Archiv wie Orts- und Personenverzeichnis ermöglicht das unmittelbare Zuordnen von Ereignissen und Berichten.

Zusammenfassend ist das große Bemühen des Autors in Quellenrecherche, Dokumentation und Zusammenschau hervorzuheben, welche Grundlage eines Buches ist, welche die weitere historische Perspektive und Forschung befruchtend begleitet wird. Dafür ist dem Autor herzlich zu danken.

 

„Ein Buch, das umfassend erinnert und dokumentiert und damit an Menschrecht, Frieden und Freiheit zu allen Zeiten mahnt“

 

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„Ein gutes Buch bewirkt im besten Fall: Klarheit. Und sei es nur die, dass alles unklar ist“ Paul Auer, Schriftsteller_ Millstatt/Wien _ 3.9.2020 

Lieber Paul, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich verbringe den Sommer am Millstätter See, wo ich ein Appartementhaus betreibe. Genieße das beschauliche Leben am Land … Protzautos, die die durch kleine Dorfgassen brettern; der Lärm der Rasenmäher; die Schlagermusik, mit der die betagte Nachbarin die ganze Siedlung beglückt; und natürlich die unzähligen Baustellen, jene im Nachbarort Seeboden ist mein heuriger Favorit … Wenn der Bürgermeister einer Tourismusgemeinde während der Hauptsaison einen Kreisverkehr errichten lässt, was täglich Staus provoziert, kann nicht alles so schlimm sein. Oder die Apokalypse naht. Diesbezüglich bin ich noch unentschieden und werde erst im Herbst klarer sehen. Wenn im Oktober die Rollläden in Kärnten heruntergezogen werden, löse auch ich mich von meiner Touristiker-Existenz und wechsle in die Winterruhe. Im Gegensatz zum klassischen Kärntner Vermieter verarbeite ich die sommerliche Auslastung nicht am Strand von Thailand, sondern am Schreibtisch von Rudolfsheim-Fünfhaus.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir Nerven bewahren. Die kommenden Zeiten werden nicht leichter, für niemanden. Wie meist ist die persönliche Befindlichkeit nicht scharf von der allgemeinen zu trennen, aber ich spüre doch eine gewisse ans Absurde grenzende Ambivalenz in der Gesellschaft zwischen Angst und Ignoranz. Vielleicht ist das an einem Kärntner See noch einmal deutlicher wahrzunehmen, auf offener Bühne wird das Stück „ein Sommer wie immer“ gespielt, indes SchauspielerInnen und Publikum in jedem Moment mit der Schließung des Theaters rechnen. Da niemand sagen kann, wie lange diese Vorstellung dauert und ob sie danach noch einmal ins Programm genommen wird, wirken alle Beteiligten etwas outriert.

Abgesehen davon sollten wir uns all der schönen Illusionen aus der Zeit des Lock-Downs erinnern, Veränderungen, die wir uns für das eigene Leben und die Gesellschaft gewünscht haben. Wenn auch die dem Virus umgehängten Erwartungen für die Welt, neoromantischer Destruktivismus, vollkommen überzogen waren und mehr von der Sehnsucht nach einem anderen Sein denn dem Wissen um die Trägheit großer Transformationen zeugten. Manche haben ja getan, als lägen nach zwei Wochen Lock-Down 20 Jahre Ausnahmezustand hinter uns, als wären wir Helden, weil wir nicht daran zerbrochen sind. Was womöglich stimmt. Daher: Nerven bewahren.       

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist der Dialog. Empathie zu üben, hierbei jedoch klare Positionen einzunehmen. Und darin sehe ich das größte Problem: Denn um eine klare Position einzunehmen, muss man sich gut kennen, wissen, was und wohin man will, welche Erwartungen man hat. In einer relativierenden Gesellschaft wie unserer ist die Artikulation dieser Klarheit herausfordernd. Wenn Kunst im Menschen über welche Umwege auch immer Klarheit evozieren kann, ist schon vieles erreicht. Das ist es auch, was, um in meinem Metier zu bleiben, ein gutes Buch im besten Fall bewirkt: Klarheit. Und sei es nur die, dass alles unklar ist.   

 

 

Was liest Du derzeit?

Louis-Ferdinands Célines „Reise ans Ende der Nacht“. Jedoch geht in der Lektüre nichts weiter, da mich der Schriftzug einer großen Baufirma am Kran unterhalb meines Hauses in seinen Bann zieht. Ich wage nach Wochen dieses Anblicks zu behaupten, ein Seeblick wird erst durch einen Baukran veredelt.  Zudem werde ich Tag für Tag daran erinnert, dass wir in Zeiten des Umbruchs leben und alle BauarbeiterInnen sind.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus meinem Text „Wilder Vogel“:

„Denn bekanntlich hat jener Mensch in kindischen Zeiten wie diesen verloren, der seine eigenen oder die Bedürfnisse seiner Mitmenschen ernst nimmt (dass der Mensch sich wichtig nimmt, bedeutet nämlich leider keinerlei Ernsthaftigkeit) – denn etwas ernst zu nehmen heißt in erster Linie, sich der möglichen Blöße enttäuschter Erwartungen hinzugeben, was sich nach all den Jahrzehnten grausamer Blutrünstigkeit und peinlicher Pathetik kein halbwegs auf- und abgeklärter Mensch erlauben kann, weswegen nicht nur Gott tot ist, sondern auch alle, die ihn getötet haben, aber eben auch alle, die ihn wiederzubeleben versuchen.“   

 

Vielen Dank für das Interview lieber Paul, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Paul Auer, Schriftsteller

Foto: privat

 

26.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne Atem des Publikums fühlt sich das Theater tot an“ Ambra Berger, Schauspielerin _ Wien 2.9.2020

Liebe Ambra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Eine sehr lebendige Form zwischen kochen, zwei Kinder beschäftigen und sich immer wieder den Raum nehmen um die eigenen Projekte voranzutreiben.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Moment zu sein und die Angst los zu lassen vor dem was kommt…den Aufbruch und die Veränderung wahr zu nehmen. Viel zu lachen, Zeit mit Lieblings – Menschen zu verbringen und der kreativen Streitkultur zu frönen.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Schauspiel,  der Kunst an sich zu?

Ich habe oft darüber nachgedacht was es bedeutet in einem „System relevanten“ Job zu arbeiten und mich gegen diesen Begriff gewehrt aber Kunst gibt es schon so lange und zieht sich durch alle Krisen hindurch…Ich glaube es ist wesentlich weiterhin dran zu bleiben und sich von dieser Schockstarre zu lösen: Dem Theater wurde der Stecker gezogen und es wurde in den virtuellen Raum verbannt aber das funktioniert nicht, denn Theater braucht den Strom des Publikums das ist wie eine gegenseitige Wechselwirkung. Ohne Atem des Publikums fühlt sich das Theater tot an.

Kunst nährt die Seele, im Theater kann man sich in Momente/ Figuren verlieben, man kann träumen, sich verlieren im Augenblick um dann wieder bitterböse mit der Realität konfrontiert zu sein. Im Theater kannst du frei sein, das ganze Leben in einen neuen auch absurden Kontext stellen- das ist einfach herrlich.

 

 

Was liest Du derzeit?

 *Gleis 4“ von Franz Hohler, einem Schweizer Autor… Er zieht mich mit seiner klaren, einfachen Sprache in seinen Bann.

 

 

 Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

*Soll ich essen machen oder Mayonnaise lachen?“  Ein Hoch auf Kazim Akboga.

 

Vielen Dank für das Interview liebe Ambra viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater- und Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Ambra Berger, Schauspielerin

https://www.ambraberger.ch/

 

24.7..2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Herz und Kopf sollten immer Freiheit haben“ Fanny Kant, Autorin _ Station bei Bachmann_Wien 30.8.2020

Orte sind wichtig. Sie können Geschichten erzählen. Da ist viel Kraft. Viel Anziehung oder auch Ablehnung. Ich schaue bei Orten immer genau hin. Etwa hier zum Fenstersims oder diese Taube am Weg. Ich liebe diese Besonderheiten eines Ortes.

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In Wien schätze ich etwa den Arkadenhof und Brunnen im Palais Harrach sehr. Schönheit, Ästhetik, Ruhe. Das ist ein besonderer Ort für mich.

Velden am Wörthersee ist für mich auch so ein „Kraftplatz“ des Rückzugs und der Stärkung. Die Wege, die Natur, das ist mir sehr vertraut und ich schätze dies sehr.

Ich bin in Wien und Kärnten aufgewachsen. Beides ist für mich Heimat, Herkunft. Das Hier und Jetzt ist aber das Wichtige, Wesentliche. Wohin der Weg führt. Weiter führt. 

 

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Worte sind genauso wichtig wie Orte. Auch sie haben viel Kraft. Können trösten wie verletzen. Da liegt auch viel Verantwortung für uns Menschen. Wie bei Orten. Es geht um Respekt, Rücksicht, auch um bewahren.

 

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Sprache in all ihren Möglichkeiten von Ausdruck und Ansprache, etwa auch von Hilfe, kommt leider immer mehr in Vergessenheit. Menschen sprechen weniger miteinander und sie wissen oft nicht mehr wie sie sich ausdrücken sollen in Worten, Sätzen, der Welt der Sprache an sich.

Ich selbst schätze Sprache sehr und gehe sehr bewusst und vorsichtig damit um. Ich sage nicht so schnell etwas, sehe lieber einmal hin. Nicht alles muss kommentiert werden.

 

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In der modernen Kommunikation wird heute oft vergessen, dass auf der anderen Seite auch ein Mensch sitzt. In der Anonymität wird das Wort dann auch leider immer wieder zum Instrument der persönlichen Verletzung. Das hängt auch viel mit Erziehung, Gespräch zusammen. Der Respekt vor dem Menschen ist ganz wichtig. Das vergessen Menschen heute so schnell.

Der Hass im Netz wurzelt in der Unzufriedenheit mit sich selbst, dem eigenen Leben und dies wird nach außen projiziert. 

 

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Schreiben ist alles für mich. Ich habe immer schon geschrieben. Schreiben ist Phantasie, das Öffnen eines Fensters in eine andere Welt. Und dieses Fenster kann ich öffnen wann und wie ich will.

Schreiben und lesen war vom frühesten Zeitpunkt an ganz wichtig. Ich habe gelesen und gelesen. Bücher um Bücher. Diese Begeisterung ist bis heute geblieben. Ich lese überall. In der U-Bahn muss ich allerdings aufpassen, um den Ausstieg nicht zu verpassen.

Die Genres sind dabei sehr vielfältig. Von Paolo Coelho bis Georg Orwell. Ich lese immer wieder gerne Klassiker. Diese sind immer aktuell. Ich lese auch gerne Lyrik, etwa Rilke. Oder auch die poetry slammerin Julia Engelmann.

Schreiben ist der Blick ins Freie. Der Spalt in der Wand. In allem.

 

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Es ist wichtig am Lebensweg nach Vorne zu blicken. Herkunft, Geschichte ist wichtig aber die Gegenwart ist Aufgabe und Ziel. 

Herz und Kopf sollten immer Freiheit haben.

Selbst Gedanken machen! Nicht das Vorgekaute essen.

 

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Ich weiß bis heute sehr genau was ich will. Irrungen und Wirrungen gehören natürlich dazu. Diese sind ja oft Wegweiser.

Es gibt heute so viele Zurufe dieses oder jenes zu tun, zu sein, zu werden. Am Besten nicht darauf hören.

Worte helfen am Weg. Immer. Gesprochene. Gelesene.

Selbstbewusstsein und das Wissen, ich bin als Frau nie allein.

 

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 Wege abseits von Standards stören mich nicht.

 Am Besten ist es, jemanden zu finden, der mit einem den Weg geht.

 

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Das Suchen, Fragen nach sich selbst im Roman „Malina“ bleibt auch heute aktuell, es ist menschlich, zeitlos.

 Sich verlieren, sich suchen und hoffentlich sich finden.

 Lebenssuche ist sehr individuell. Es ist Lebenssehnsucht. Es ist mehr als eine Affäre.

 

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Wissen wer ich bin. Nur das ist der Weg zum happy end. Scheitern gehört dabei dazu. Suche. Versuchen. Immer wieder versuchen. Ohne Fehlversuche gebe es wohl kein Feuer.

Worte, klare Worte eröffnen Wege. Gerade auch neue Wege.

Die Wahrheit muss immer zumutbar sein. Die Wahrheit vor, in und hinter der (stummen) Wand. Der eigenen und der anderen. 

Ich bin eine starke Frau. Wir Frauen können alles.

 

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Lieben und Liebe zulassen können. Keine Angst davor zu haben.

Bauchgefühl ist ganz wichtig.

Liebe auf den ersten Blick – JA!  Der Liebe gegenüber nie verschlossen sein.

 

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Station bei Bachmann _ Fanny Kant _ Autorin, Bloggerin 

https://www.diedrittefrau.at/steckbrief/

 

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 8_20.

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„Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe“ Peter Hodina, Schriftsteller _Berlin 1.9.2020

Lieber Peter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Wesentlichen nicht anders als sonst. Nur zu den Spitzenzeiten von COVID-19
in Österreich, als bereits an bestimmten Orten die Berge abgesperrt worden
waren, kaum noch Autos fuhren, die Busse komplett leer waren, kam es vor,
dass ich ganz gegen die Uhrenvernunft bereits um halb fünf in der Früh einen
Spaziergang machte. Das Schauspiel der leeren Straßen und des reinen Himmels
habe ich auch genossen, in mich eingesogen. Andererseits machte ich schon vor
Corona lange Spaziergänge immer, in langsamem Tempo, wie mir andere
sagen. Durch Corona gab es viel zusätzlich zu schauen. Furcht hatte ich sehr
lange nicht, erst als die Kurve wirklich exponentiell anstieg und es tausend
Neuinfektionen pro Tag gab, teilweise Hamsterkäufe sich abzuzeichnen
begannen, wurde mir die Sache unheimlich. Dann aber gingen bald und
kontinuierlich die Zahlen zurück. Ab Mitte April war für mich Corona kein
wirkliches Thema mehr, zumindest was Österreich betrifft. Als die Gastronomie
wieder aufmachte, war das für mich spürbar eine Lebenserleichterung, weil ich
kein Koch bin. Ich hielt problemlos alle Schutzmaßnahmen ein. Erst im Juli dann
wieder zeichnete sich eine zweite Welle ab.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Maske aufzusetzen, Abstände einzuhalten und nicht die Nerven zu verlieren.
Und es nicht in Leichtsinn umschlagen lassen (Corona-Partys usw.) wie in
einigen Ländern. Das ist unsozial und gemeingefährlich, das müsste mit saftigen
Geldstrafen abgestellt werden.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die alte Rolle und die alte Bedeutung, die sie, seit es sie gibt, gehabt hat. Sie
dient der Konkretisierung der Situation, ihrer Bewusstwerdung, aber vermittelt
diese mit den Gefühlen, sie hat auch eine kommunikative Funktion. Es ist zwar
ein unmodernes Wort: eine tröstende und tröstliche. Und als LeserInnen sind wir
ja schon in eine gewisse Isolation eingeübt: meist sitzt man ja mit sich allein bei
einem Buch. Abwarten, Lesen und Teetrinken. Abenteuerromane lesen, Joseph
Conrad etwa. Oder Camus‘ „Die Pest“, warum nicht?

 

 

Was liest Du derzeit?

Mehreres. Die Heimito-von-Doderer-Biographie von Wolfgang Fleischer, ferner
die Memoiren von Chateaubriand („Aufzeichnungen von jenseits des Grabes“),
einige Bände von Leo Schestow. Auch erarbeite ich mir das philosophische
Hauptwerk von Salomo Friedlaender/Mynona, „Das magische Ich“, das 60 Jahre
brauchte, um posthum veröffentlicht zu werden und das Dokument des
Durchhaltens eines Einzelnen unter widrigsten Außenbedingungen ist: hier eines
jüdischen Künstlerphilosophen im besetzten Paris, der, wenn ich es etwas
salopp formuliere und verkürze, so lange im Bett blieb, bis der
Nationalsozialismus vorbei war.

 
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Tja, das wird jetzt schwierig. Ich schau mal in die Bücher vor mir, ob ich etwas
angestrichen habe. Es bringt ja doch alles nichts, wenn ich eins suche, finde ich
kein Geeignetes. Ja, bleiben wir beim genannten Mynona, einem Freund von
Alfred Kubin: „Das Ich wird nicht gesucht, sondern gefunden.“ Und noch aus der
Bibel, aus dem Buch Kohelet, schicke ich nach: „Besser ein lebender Hund als ein
toter Löwe.“

 

Vielen Dank für das Interview lieber Peter viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Peter Hodina, Schriftsteller

http://www.dielavoir.com/category/hodinas-lavoir-philosophie/

 

24.7..2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Existenzbedrohende Szenarien machen uns wohl als Kunstschaffende noch bissiger, um es mal positiv zu konnotieren“ Slivo Slivovsky_Sänger _ Wien 31.8.2020

Lieber Slivo, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da meine beiden Kinder Ferien haben, vor allem die tägliche Routine als Familienvater. Damit uns nicht allzu fad wird, gehört da natürlich auch immer ein abwechslungsreiches Programm dazu. Wir sind viel im Mostviertel und laufen in der Natur herum oder gehen ins Freibad.

Die letzten Tage hatte ich wieder die Freude, mit meinen KollegInnen vom E3-Ensemble und Thomas Bischof zu arbeiten. Die Tage am Set waren lehrreich, konzentriert und sehr schön. Ansonsten bereite ich mich schon geistig auf den Herbst vor. Da stehen wieder Auftritte als Romantic Slivo im Rabenhof, als auch die verschobene Tournee mit dem neuen Album der 5/8erl in Ehr’n am Programm.

Slivo Slivovsky_ Foto _Astrid Knie

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt, aufmerksam bleiben und der Blick und das Ohr füreinander. Wir, die auf den Bühnen stehen, sind zumindest sichtbar. Der Großteil spielt sich aber im „toten Winkel“, im Hintergrund, ab. Ein Techniker oder eine Technikerin wird wohl eher selten zu einem Interview geladen oder bekommt die Sichtbarkeit, die wir bekommen. Der Arbeitsplatz ist aber der gleiche.

 

 

Vor einem Aufbruch, Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Als Kulturschaffende in der Mitte der Gesellschaft zu stehen und den Spiegel hoch zu halten ist in egal welcher Zeit, eine herausfordernde und wichtige Arbeit. Die Krise ist wie immer auch eine Chance, solange man sich selbige auch „leisten“ kann. Existenzbedrohende Szenarien machen uns wohl noch bissiger, um es mal positiv zu konnotieren.

 

 

Was liest Du derzeit?

Neben dem Drehbuch von Thomas Bischof lese ich gerade „Segel&Riggtrimm“, ein Sachbuch von Ivar Dedekam.

 

 

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Sinnvolle Zitate sind da eher Mangelware aber trotzdem passend fällt mir folgendes ein:

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen manche Mauern und andere Windmühlen“

(unbekannt)

 

 

Vielen Dank für das Interview lieber Slivo, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musik- und Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Slivo Slivovsky_Sänger, Komponist, Texter und Schauspieler.

Foto_Astrid Knie

 

25.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Zorn und Stille“ Sandra Gugic. Roman. Hoffmann und Campe Verlag.

 

Das fast leere Zimmer. Die Kartons am Gehsteig. Das unbenutzte Festnetztelefon. Es ist Erinnerung und Abschied. Jetzt und immer. Der Blick zum Himmel. Fort…

Es ist eine Reise zurück. Der Ausgangspunkt und das danach. Die Tourismuswerbung jetzt in der Botschaft. Die Erzählungen des Vaters kommen zurück. Und die Bilder, das Video und seine kindliche Freude darin, die so fremd war. So ungewohnt. War doch alles stets still. Das Bemühen, die Zurückhaltung und auch der Zorn.

„Wenn du an deinen Vater denkst, was ist deine erste Erinnerung? Ich suchte und fand kein Bild, keinen Geruch, keinen Ton, an dem ich mich festhalten konnte, nur eine Leerstelle…“

Im Gepäck hat sie nicht viel. Kameratasche, Stativ, Laptop, ein paar Kleider. Sie ist Fotografin. Das ist der „Ist-Zustand“ ihres Lebens. Das Unterwegssein, die Bilder und die Erinnerung. Und da ist Ira, und auch die „Normsehnsüchte“ nach Schutz und Geborgenheit, Sicherheit. Zwischen Aufbruch und Rückkehr. Zwischen dem Gestern und dem Heute.

Und der Morgen? Was wird dieser sein? Was war dieser je? Für Vater, Mutter, Tante und den Bruder?  Lass` mich sehen, spüren. Lass` mich erzählen. Gestern, heute, morgen…

 

Sandra Gugic, mehrfach ausgezeichnete österreichische Autorin, legt mit „Zorn und Stille“ einen Roman vor, der das Leben, dort wo es ganz still und wortlos in Sonne und Regen verharrt, in die Mitte der Kraft der Sprache katapultiert und damit weit über Person und Zeit hinausträgt. Die Autorin packt Form und Möglichkeit der Literatur an Herz und Seele. Jeder Satz ist und will Welt. Will das Leben fordern und zur Rede stellen. Im Kontext von Ereignis und Geschichte und weit darüber hinaus. Reflektiert, kritisch, mitreißend.

„Wenn Sandra Gugic erzählt, blickt die Welt in den Spiegel. Eindringlich, mitreißend und unmittelbar.“

 

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„Was da gerade abläuft, können wir nicht ändern, wir müssen damit zurechtkommen“ Roland Zingerle, Schriftsteller_Klagenfurt_ 30.8.2020

Lieber Roland, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da der Großteil meines Alltags aus PC-Arbeit besteht, hat sich am Ablauf kaum etwas geändert.

Geändert hat sich jedoch ein wesentlicher Teil meiner Arbeit: Veranstaltungen sind derzeit kaum organisierbar, weil niemand weiß, wohin die Reise gehen wird und sich deshalb niemand festlegen will. Darüber hinaus haben die Sponsoren ihre Budgets gekürzt, weil sie selbst Einbußen hatten, und viele Printmedien haben wegen der zurückgegangenen Werbeeinnahmen ihren Seitenumfang reduziert, was es schwieriger macht, an die Öffentlichkeit zu kommen.

Alles in allem arbeite ich momentan sozusagen ins Blaue und ich fürchte, dass sich dieser Zustand in absehbarer Zeit nicht ändern wird.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Was da gerade abläuft, können wir nicht ändern, wir müssen damit zurechtkommen. Deshalb: Locker bleiben und neue Wege suchen.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wenn wir aus der Gegenwart etwas Gutes für unsere Zukunft lernen und auch anwenden können, verwandeln wir Hindernisse in Stufen, die uns nach oben führen – das ist etwas, das jeder für sich selbst tun kann.

Was die Rolle der Literatur betrifft: Eine ihrer wesentlichen Leistungen ist, andere Welten zu zeigen, neue Wege, alternative Verhaltensmodelle. Davon kann jeder profitieren, der einen offenen Geist bewahrt.

 

 

Was liest Du derzeit?

„Österreich im Jahre 2020“

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Angst ist ein gutes Stoppschild, aber ein schlechter Wegweiser.

 

Vielen Dank für das Interview lieber Roland, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Roland Zingerle: Schriftsteller, Schreibcoach

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23.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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