„Für mich ist die Kunst das Brot für die Seele“ Siegi Kleindienst, Künstlerin _ Eibiswald/Österreich 25.7.2024

Liebe Siegi Kleindienst, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Einige Stunden am Tag widme ich mich meiner Kunst, derzeit div. Arbeiten und organisatorische Vorbereitungen auf meine Ausstellungsbeteiligungen im Sommer/Herbst. Daneben gibt’s laufend immer wieder Arbeiten für den Kunst und Museumsverein Eibiswald wo ich mich engagiere. Vorrangig organisiere ich die laufenden Ausstellungen in der Galerie im Lerchhaus.

Dazwischen die üblichen – manchmal doch lästigen, aber notwendigen Arbeiten im Haushalt/Garten, etc.

Die Abende verbringe ich meist mit Lesen oder ich besuche verschiedene Kulturveranstaltungen (Ausstellungen, Theater, Konzerte), und dann gibt es auch noch div. Vereinsbesprechungen.

Siegi Kleindienst, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität, das Gemeinsame in den Vordergrund stellen.

Wachsam sein auf die uns bevorstehenden großen Herausforderungen. Mich macht es Angst, wenn ich an die derzeitige Weltlage denke (Kriege, der Raubbau an der Natur, Entsolidarisierung, Nationalismus, Ungerechtigkeit, etc.).

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Kunst und Kultur sind enorm wichtig für eine Gesellschaft, vielen ist das leider erst bewusst geworden als der Lockdown alles zum Erliegen brachte.

Für mich ist die Kunst das Brot für die Seele.

                                                             

Siegi Kleindienst, Künstlerin

Was liest Du derzeit?

Stefan Zweig „Die Welt von Gestern“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Doch bleib nicht liegen, denn sonst gräbt sich etwas fest in deinem Hirn, was dir irgendwann den Mut zum Atmen nimmt. Und auf einmal prägt dir einer dieses Zeichen auf die Stirn, dass die Wege die du gehen willst, bestimmt.

(Konstantin Wecker )

Vielen Dank für das Interview, liebe Siegi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

 Gerne

5 Fragen an Künstler*innen: Siegi Kleindienst, Künstlerin

Zur Person: 1962 geboren in Eibiswald

1982 Übersiedelung nach Graz

1985 Abschluss der Sozialakademie, Graz

1986 Besuch der Sommerschule für Artistik und Straßentheater

1991 Beschäftigung mit der Bildenden Kunst, div. Ausbildungen im Bereich Malerei

2001 wohnhaft in die Südweststeiermark

2013 Mitglied des Vereins für Bildende Kunst „Atelier Ying Yang“ Galerie Centrum, Graz

2019 Mitbegründerin des KünstlerInnenkollektivs

„starke frauen“ https://starkefrauen.jimdosite.com/

 2019 Kulturarbeiterin

Die Künstlerin arbeitet mit vielen unterschiedlichen Techniken und Materialien – hier steht das Experimentieren im Vordergrund. In ihren künstlerischen Arbeiten kommen vor allem die Rosttechnik und viele Mischtechniken zur Anwendung.

Seit 2013 hat auch die Fotografie, Installationen sowie  skulpturale Arbeiten                          einen fixen Platz in der künstlerischen Ausdrucksweise. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen sind ihr in ihrer Kunst ebenso wichtig, wie das Experimentelle oder Projekte im Bereich Kunst im öffentlichen Raum. In vielen Motiven der Künstlerin geht es um  „memento mori“  Botschaften, den Zyklus des Werdens, des Seines, des Vergänglichen, des Spurenhinterlassens. Dies sind immer wiederkehrende                      Themen neben der Ausdrucksform des abstrakten Expressionismus. 

https://www.siegi-kleindienst.com/news/

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 22.7.2024

https://literaturoutdoors.com

„Wir brauchen viel mehr Achtsamkeit für unsere Mitmenschen und die Erde“ Rita Luksch, Schauspielerin _ Wien 24.7.2024

Liebe Rita Luksch, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gerade probe ich mit meinem Mann Georg ein neues Theaterstück. Er komponiert die Musik, ich schreibe die Texte, dann lassen wir alles zusammenwachsen. Es kommt auch noch ein Film zum Stück dazu von Experimentalfilmer Erich Heyduck.

Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Insgesamt brauchen wir viel mehr Achtsamkeit für unsere Mitmenschen und die Erde. Leider ist weltweit gesehen viel zu viel Krieg und Kampf unter den Menschen. Wir brauchen Frieden und Mitgefühl, auch für die Tiere und unsere Umwelt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst kann Reflexion ermöglichen und so zu einer feineren Wahrnehmung von zwischenmenschlichen Zusammenhängen beitragen.Theater und besonders die Schauspielkunst helfen, damit wir uns hoffentlich alle etwas besser verstehen. Natürlich ist es auch schon viel, wenn wir schöne, packende gemeinsame Stunden erleben und dabei noch in eine ganz andere Zeit und Lebenswelt eintauchen können.

Was liest Du derzeit?

Mich haben die Erzählungen von Ada Christen besonders gepackt. Immerhin hat sie hier gelebt, wo ich auch lebe, nur eben 150 Jahre vor mir. Sie war zuerst auch Schauspielerin, gegen den Willen ihrer Mutter, und wurde dann Schriftstellerin. Sie liebte Blumen, hat sich mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten beschäftigt. Bei der Laxenburger Straße hat sie eine große Gärtnerei angelegt. Da staune ich schon über die Parallelen, auch wenn es damals für eine Frau noch viele schwieriger war als heute, sich als Künstlerin zu behaupten. Ada Christen hat es mit viel Glück und Geschick geschafft, zu Wohlstand zu kommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Seit 33 Jahren verdiene ich mir mein Brot selbst, seit meinem dreizehnten Jahre verdiene ich es auch für meine Mutter. Jetzt will ich mein Recht.“ Ada Christen

Vielen Dank für das Interview, liebe Rita, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin

Zur Person:  Rita Luksch (Autorin/Schauspiel/Regie)

in Wien geboren, Schauspielstudium an der Bruckner Universität Linz, Studium Theater- Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien – Abschluss mit Auszeichnung;

als Schauspielerin in Kino- und Fernsehfilmen wie „Sisi” Regie: Xaver Schwarzenberger, „Schlawiner” Regie: Paul Harather, „Copstories”, „Tatort“; spielte viele Hauptrollen u.a. am Theater Dortmund, Stadttheater Klagenfurt, Stadttheater Berndorf, am Burgtheater Wien in „Helena“ mit dem Regisseur Luc Bondy, Janet in „The Rocky Horror Show“, die Wirtin in 

„Die Nervensäge” Regie Leo Bauer; „Helen Keller“ in der Inszenierung von Herbert Gantschacher am Schauspielhaus Wien, seit 2014 Leitung des Ensemble21, Uraufführungen „Der Sturz der Möwe“, „Schönwettermenschen im Regen“, „Cissy&Hugo a Caracas“, „Therese“, „Der Kleine Prinz“, „Elektra“,  „Kaleidoskop der Leidenschaft“, „Kassandra 4D“.

www.ritaluksch.at

Aktuelles Theaterprojekt: URAUFFÜHRUNG ADA CHRISTEN Die Stimme der Verlorenen

Ein Theaterstück mit Musik von und mit Schauspielerin und Autorin

RITA LUKSCH

und Musiker und Grammy-Gewinner

GEORG O. LUKSCH

visueller Background von Experimentalfilmer

ERICH HEYDUCK

Schauspielerin Rita Luksch holt die kleinen Leute vor den Vorhang: Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, Witwen.

Die Liebesgedichte von Ada Christen waren schlagartig ein Sensationserfolg, mit gesellschaftskritischen Erzählungen macht die große Favoritner Schriftstellerin auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!

Dazu gibt es feinste Klanglandschaften von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und Visuals von Erich Heyduck.

ADA CHRISTEN – DIE STIMME DER VERLORENEN

Zum 150 jährigen Jubiläum des 10. Bezirks holen wir die Stimme der kleinen Leute vor den Vorhang, die es damals gar nicht leicht hatten: die Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, mittellose Witwen. Mit ihren gesellschaftskritischen Werken beeinflusste Ada Christen die frühen Naturalisten und machte auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!

Ihre Gedichte waren schlagartig ein Sensationserfolg, heute ist sie ungerechtfertigt in Vergessenheit geraten. Die Rolle der großen Favoritner Schriftstellerin wird von Rita Luksch gespielt, dazu gibt es feinst komponierte mikrotonale Klanglandschaften auf verschiedenen Instrumenten von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und einfühlsame, emotionale Visuals von Erich Heyduck.

Als Ada Christen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ihre Werke schrieb, hatten große Teile der Bevölkerung noch keinen richtigen Zugang zu Bildung, die Kinder der armen Leute sollten bereits früh etwas dazuverdienen. Im Winter wurde um Brennmaterial gerauft und das letzte Brot musste genau eingeteilt werden. Die Zeitdokumente erzählen, dass die „gute, alte Zeit“ nicht für alle Menschen so gut war. Trotzdem resignieren diese Menschen nicht, es überwiegt die Hoffnung auf eine bessere Welt und die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.

  • Ada Christen

lebte von 1839-1901, gab aber selbst als Geburtsjahr 1844 an – und feiert somit heuer selbstgewählt ihren 180. Geburtstag!

Sie lebte in späteren Jahren im 10. Bezirk auf ihrem Gut „Einsamhof“, einer kleinen selbstangelegten Gärtnerei bei der Laxenburger Straße. Es erinnert heute noch die nach ihr benannte Straße bei der Per-Albin-Hansson Siedlung an sie. Im 19. Jh. war es für eine Frau noch sehr ungewöhnlich und schwierig als Autorin aufzutreten.

Ihre Werke wurden aber von Literaturgrößen wie Theodor Storm, Ludwig Anzengruber, Friedrich Hebbel und Ferdinand v. Saar sehr geschätzt. Ihren Künstlernamen setzte sie aus dem Namen ihres zweiten Mannes Adalmar und ihrem richtigen Namen Christiane zusammen.

Ihr Vater war ein wohlhabender Kaufmann in Wien, kam nach der Revolution 1848 aber ins Gefängnis, erkrankte und starb bald darauf. Für die Mutter war es ohne soziale Absicherung sehr schwer die Kinder und sich zu ernähren. Sie zogen in eine kleine Wohnung in der Vorstadt, Christiane musste bereits als Kind arbeiten und verdiente als Handschuh-Näherin oder Blumenmädchen etwas dazu. In der Jugend nahm sie Schauspielunterricht und ging mit einer Theatertruppe auf Tournee. In Ungarn heiratete sie einen Richter, als sie ein Kind bekam, starb dieses bereits bei der Geburt. Auch der Richter erkrankte und starb. Die junge, mittellose Schriftstellerin hatte in Wien das Glück in Künstlerkreisen Unterstützung zu finden.

Durch den Sensationserfolg ihres ersten Gedichtbandes „Lieder einer Verlorenen“ konnte sie zu Wohlstand kommen. Mit Adalmar von Breden lebte sie bereits 8 Jahre in „wilder Ehe“ zusammen, dann legalisierten sie ihr Verhältnis. Ada Christen schrieb für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen, sie veröffentlichte Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke.

Eine Produktion von Ensemble21

www.ensemble21.at

29. 8. 2024 (19.30 Uhr) PREMIERE

Weitere Vorstellungen (jeweils 19.30 Uhr):

13., 14., 21., 22., 28. September 2024

4. & 5. Oktober 2024

Gleis21 Kulturraum

A-1100 Wien; Sonnwendviertel/Bloch-Bauer-Promenade 22

Karten: VVK € 23,-/AK € 26,-/Stud. € 16,- Tel. 0677 / 634 715 33 ticket@ensemble21.at

Foto_Ensemble 21.

Walter Pobaschnig _ 17.7.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Hedy Lamarr_ „unkonventionell“ Katharina Aschauer, Schauspielerin _ Graz 24.7.2024

Station bei Hedy Lamarr_ „Ekstase“ (Film, 1933)_
Katharina Aschauer, Schauspielerin, Autorin_ Graz_
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_
Station bei Hedy Lamarr_ „Ekstase“ (Film, 1933)_
Katharina Aschauer, Schauspielerin, Autorin_ Graz_
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Zum Projekt: Das Literatur outdoors Projekt „Station bei“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Katharina Aschauer, welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Hedy Lamarr?

Das erste Mal kam ich bewusst 2020 anlässlich der Ausstellung „Lady Bluetooth – Hedy Lamarr“ im jüdisches Museum am Judenplatz mit ihr in Berührung. Ich fand Hedy Lamarrs Biographie sehr interessant und recherchierte danach etwas weiter.

Was macht für Dich die Schauspielerin Hedy Lamarr aus?

Ich denke am meisten beeindruckt mich Ihre Unkonventionalität. Sie war schön und klug, das sind Eigenschaften die einfach eine große Anziehung auf mich ausüben.

Wie siehst Du die Wirkungsgeschichte ihres „Skandalfilms“ Ekstase?

Einfach bahnbrechend. Ich hab mir vor unserem Fototermin noch einmal einige Szenen angesehen und finde die subtile Kameraführung sowie einzelne Szenenbilder wirklich großartig in Szene gesetzt.

Wie siehst Du Nacktheit in Film, Theater, Kunst heute? Warst Du auch nackt auf der Bühne?

Ich glaube Nacktheit regt mittlerweile kaum noch auf. Ich selbst habe mit 21 bei einem Amateurfilmprojekt mitgewirkt, wo ich in einer kurzen Szene auch nackt zu sehen bin. Es kommt einfach darauf an, was die dargestellte Nacktheit mitzuteilen hat. Das ist ein sehr breites Spektrum…

Möchtest Du weitere Filme Hedy Lamarrs hervorheben?

Ich bin/war schon immer eine Bewunderin von „Monumentalschinken“, daher die „Delilah“ im Film Samson und Delilah.

Wie siehst Du die Erfinderin Hedy Lamarr?

Meine ganz ehrliche Meinung dazu ist, dass ich es großartig finde, dass sich Hedy Lamarr neben ihren Filmrollen und ihrer Familie auch wissenschaftlich  engagierte, wenn auch nicht im Alleingang.

Was hast Du mit Hedy Lamarr gemeinsam?

Die dunklen Haare. Aus einem Interview hab ich entnommen, dass für sie das Schauspielen einfach nur ein Beruf war, um Geld zu verdienen. Das ist bei mir nicht so. Für mich fühlt es sich eher wie eine Berufung an.

Wie erfinderisch bist Du?

Ich fotografiere gerne. Ich hab eine Vorliebe für Szenenbilder in Verbindung mit Farben und Formen.

Hast Du auch Filmerfahrungen und ist dies auch ein künstlerischer Schwerpunkt?

Ich komme vom Theater. In Studentenjahren hab ich bei dem ein oder anderen Filmprojekt mitgewirkt, es blieb aber dabei. Ich habe großen Respekt vor dem Medium Film, bevorzuge jedoch eher die Bildsprache. Stummfilmschauspielerin wäre ich wahrscheinlich gerne gewesen.

Gab es in Deinen Theaterprojekten bisher Berührungspunkte zu Hedy Lamarr?

Nein nicht vordergründig, obwohl meine letzte Rolle „Stella“, in der ich eine zum Leben erwachte Statue mime, ich sehr wohl die ein oder andere Diva und sicher auch Hedy Lamarr bei der Rollenerarbeitung vor Augen hatte.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Momentan genieße ich den spielfreien Sommer, um zu relaxen und zu reflektieren. In Planung ist ein Kinderbuch, welches im Herbst in den Druck gehen soll. Über eine eigene Homepage denke ich auch seit einiger Zeit nach.

Was möchtest Du Künstler:innen am Anfang Ihres Weges mitgeben?

Glaubt an euch! Lasst euch nicht entmutigen. Schürt euer inneres Feuer solange es lodert. Setzt euch Ziele.

Hättest Du mit Hedy Lamarr gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Ich glaub wir hätten wenig Berührungspunkte, aber ja, vorstellen könnte ich mir einen gemeinsamen Spaziergang am Zentralfriedhof vorzugsweise im Winter.

Darf ich Dich abschließend zu einem Hedy Lamarr Akrostichon bitten?

HochZeit

Einer

Diva

YouTube

Lässt


Auch

Manchen

Aussergewöhnlichen

Revolutionären Kultfilm

Reanimieren

Station bei Hedy Lamarr_ „Ekstase“ (Film, 1933)_
Katharina Aschauer, Schauspielerin, Autorin_ Graz_
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig  7/24

https://literaturoutdoors.com  7/24

„Sprung ins Leere“ Heinrich Steinfest. Roman. Piper Verlag

Die Kunst umgibt Klara täglich in ihrer Arbeit im Museum. Und die Kunst führt sie auch jetzt von Wien nach München, um den Nachlass einer Künstlerin zu sichten. Diese ist Klaras Großmutter und neben den zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen fällt ihr eine Fotografie auf, die einen Sprung von Frau/Mann zeigt.

Klara ist fasziniert und jetzt verweben sich Kunst- und Familiengeschichte in der Expressivität dieses Fotos, denn ihre Großmutter verschwand als ihre Tochter Britta, Klaras Mutter, zwei Jahre alt war. Das künstlerische Werk der Mutter interessierte Britta zeitlebens nicht, doch jetzt stößt Klara in diese „Leere“ vor und die Fotografie ist dabei ein rätselhafter Wegweiser, eine mysteriöse Spur, ein „Sprung ins Leere“, der bis nach Japan führen wird…

Heinrich Steinfest, einer der bedeutendsten und vielseitigsten Schriftsteller der Gegenwart legt mit „Sprung ins Leere“ einen wunderbaren Roman vor, der Kunst-, Familien-, Gesellschafts- und Weltgeschichte in einmaliger Weise spannend verwebt und darin in Sommerlesefreude verlieren lässt.

Die Spurensuche Klaras wird zum krimigleichen Kunstroman, der Lebenswege und Expression erschütternd wie großartig darstellt.

„Ein Meisterwerk, das in Sprache, Spannung und Reflexion einmalig ist!“

Sprung ins Leere. Heinrich Steinfest. Roman. Piper Verlag

€ 24,00 [D], € 24,70 [A]

Erschienen am 29.02.2024

496 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag

EAN 978-3-492-07215-1

Walter Pobaschnig  7/24

https://literaturoutdoors.com

„Christiane“ Rita Luksch, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 24.7.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gute Musik hilft in jeder Lebenslage.

Ist eine Frau allein, ohne Absicherung im 19. Jahrhundert, hat sie es nicht leicht.

Viele Frauen trauen sich nicht das zu, was sie eigentlich können.

Erst wenn du dein wahres Talent entdeckt hast, wirst du glücklich sein!


Publikum ist wichtig, für die Motivation der Künstlerin.

Ein Theaterstück zu schreiben, ist wie auf einen hohen Berg zu steigen.

Alle Träume haben einen Sinn.

Christen. Ada.

Eine faszinierende Schriftstellerin, die nicht vergessen werden soll!


Aus einer anderen Zeit, vor 150 Jahren in Favoriten.


Christiane war ihr richtiger Name.

Hat sich aber Ada Christen genannt, weil es damals noch schwierig war, als Frau Texte zu veröffentlichen.

Adalmar von Breden war ihr Mann, er schrieb auch, war Herausgeber von mehreren Zeitungen und gründete die Inzersdorfer Konservenfabrik.

Nun habe ich ein Stück über diese Schriftstellerin geschrieben und freue mich schon sie am 29.8.24 selbst auf der Bühne im Gleis 21 zu spielen.

Christl haben sie ihre Freund:innen auch genannt, sie nimmt oft die Perspektive der Kinder ein.

Ein Theaterstück ist für mich am schönsten mit live gespielter, eigens zur Inszenierung komponierter Musik von Georg O. Luksch!



Rita Luksch, 17.7.2024

Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin

Zur Person:  Rita Luksch (Autorin/Schauspiel/Regie)

in Wien geboren, Schauspielstudium an der Bruckner Universität Linz, Studium Theater- Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien – Abschluss mit Auszeichnung;

als Schauspielerin in Kino- und Fernsehfilmen wie „Sisi” Regie: Xaver Schwarzenberger, „Schlawiner” Regie: Paul Harather, „Copstories”, „Tatort“; spielte viele Hauptrollen u.a. am Theater Dortmund, Stadttheater Klagenfurt, Stadttheater Berndorf, am Burgtheater Wien in „Helena“ mit dem Regisseur Luc Bondy, Janet in „The Rocky Horror Show“, die Wirtin in 

„Die Nervensäge” Regie Leo Bauer; „Helen Keller“ in der Inszenierung von Herbert Gantschacher am Schauspielhaus Wien, seit 2014 Leitung des Ensemble21, Uraufführungen „Der Sturz der Möwe“, „Schönwettermenschen im Regen“, „Cissy&Hugo a Caracas“, „Therese“, „Der Kleine Prinz“, „Elektra“,  „Kaleidoskop der Leidenschaft“, „Kassandra 4D“.

www.ritaluksch.at

Aktuelles Theaterprojekt: URAUFFÜHRUNG ADA CHRISTEN Die Stimme der Verlorenen

Ein Theaterstück mit Musik von und mit Schauspielerin und Autorin

RITA LUKSCH

und Musiker und Grammy-Gewinner

GEORG O. LUKSCH

visueller Background von Experimentalfilmer

ERICH HEYDUCK

Schauspielerin Rita Luksch holt die kleinen Leute vor den Vorhang: Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, Witwen.

Die Liebesgedichte von Ada Christen waren schlagartig ein Sensationserfolg, mit gesellschaftskritischen Erzählungen macht die große Favoritner Schriftstellerin auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!

Dazu gibt es feinste Klanglandschaften von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und Visuals von Erich Heyduck.

ADA CHRISTEN – DIE STIMME DER VERLORENEN

Zum 150 jährigen Jubiläum des 10. Bezirks holen wir die Stimme der kleinen Leute vor den Vorhang, die es damals gar nicht leicht hatten: die Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, mittellose Witwen. Mit ihren gesellschaftskritischen Werken beeinflusste Ada Christen die frühen Naturalisten und machte auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!

Ihre Gedichte waren schlagartig ein Sensationserfolg, heute ist sie ungerechtfertigt in Vergessenheit geraten. Die Rolle der großen Favoritner Schriftstellerin wird von Rita Luksch gespielt, dazu gibt es feinst komponierte mikrotonale Klanglandschaften auf verschiedenen Instrumenten von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und einfühlsame, emotionale Visuals von Erich Heyduck.

Als Ada Christen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ihre Werke schrieb, hatten große Teile der Bevölkerung noch keinen richtigen Zugang zu Bildung, die Kinder der armen Leute sollten bereits früh etwas dazuverdienen. Im Winter wurde um Brennmaterial gerauft und das letzte Brot musste genau eingeteilt werden. Die Zeitdokumente erzählen, dass die „gute, alte Zeit“ nicht für alle Menschen so gut war. Trotzdem resignieren diese Menschen nicht, es überwiegt die Hoffnung auf eine bessere Welt und die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.

  • Ada Christen

lebte von 1839-1901, gab aber selbst als Geburtsjahr 1844 an – und feiert somit heuer selbstgewählt ihren 180. Geburtstag!

Sie lebte in späteren Jahren im 10. Bezirk auf ihrem Gut „Einsamhof“, einer kleinen selbstangelegten Gärtnerei bei der Laxenburger Straße. Es erinnert heute noch die nach ihr benannte Straße bei der Per-Albin-Hansson Siedlung an sie. Im 19. Jh. war es für eine Frau noch sehr ungewöhnlich und schwierig als Autorin aufzutreten.

Ihre Werke wurden aber von Literaturgrößen wie Theodor Storm, Ludwig Anzengruber, Friedrich Hebbel und Ferdinand v. Saar sehr geschätzt. Ihren Künstlernamen setzte sie aus dem Namen ihres zweiten Mannes Adalmar und ihrem richtigen Namen Christiane zusammen.

Ihr Vater war ein wohlhabender Kaufmann in Wien, kam nach der Revolution 1848 aber ins Gefängnis, erkrankte und starb bald darauf. Für die Mutter war es ohne soziale Absicherung sehr schwer die Kinder und sich zu ernähren. Sie zogen in eine kleine Wohnung in der Vorstadt, Christiane musste bereits als Kind arbeiten und verdiente als Handschuh-Näherin oder Blumenmädchen etwas dazu. In der Jugend nahm sie Schauspielunterricht und ging mit einer Theatertruppe auf Tournee. In Ungarn heiratete sie einen Richter, als sie ein Kind bekam, starb dieses bereits bei der Geburt. Auch der Richter erkrankte und starb. Die junge, mittellose Schriftstellerin hatte in Wien das Glück in Künstlerkreisen Unterstützung zu finden.

Durch den Sensationserfolg ihres ersten Gedichtbandes „Lieder einer Verlorenen“ konnte sie zu Wohlstand kommen. Mit Adalmar von Breden lebte sie bereits 8 Jahre in „wilder Ehe“ zusammen, dann legalisierten sie ihr Verhältnis. Ada Christen schrieb für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen, sie veröffentlichte Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke.

Eine Produktion von Ensemble21

www.ensemble21.at

29. 8. 2024 (19.30 Uhr) PREMIERE

Weitere Vorstellungen (jeweils 19.30 Uhr):

13., 14., 21., 22., 28. September 2024

4. & 5. Oktober 2024

Gleis21 Kulturraum

A-1100 Wien; Sonnwendviertel/Bloch-Bauer-Promenade 22

Karten: VVK € 23,-/AK € 26,-/Stud. € 16,- Tel. 0677 / 634 715 33 ticket@ensemble21.at

Foto_Ensemble 21.

Walter Pobaschnig _ 17.7.2024

https://literaturoutdoors.com

„Im Inneren zur Ruhe finden und Zeit für Reflexion nutzen“ Angelika Strasser, Schauspielerin _ Linz 23.7.2024

Liebe Angelika Strasser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Neben meinen künstlerischen Tätigkeiten bin ich im Büro beschäftigt und habe vor wenigen Jahren den Bauernhof meiner Eltern übernommen. Es kommt daher nicht selten vor, dass mein Tag kunterbunt gestaltet ist. Grundsätzlich mag ich es, früh aufzustehen und gleich mal mit einer „Sporteinlage“ in den Tag zu starten und ein paar Zeilen lesen runden das Ganze zu einem perfekten Tagesbeginn ab.

Ich liebe die vielen Möglichkeiten, die das Leben zu bieten hat und lasse daher immer wieder gerne Spontanität in meinen Tagesablauf einfließen. Meine „Me-Time“ verbringe ich gerne, wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, in der Natur; in Bewegung oder an einem schönen Platz vertieft in ein Buch oder auch mal in Tagträume, so lade ich meine Batterie wieder auf 🙂

Angelika Strasser, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Inneren zur Ruhe finden und Zeit für Reflexion nutzen. Das Erkennen von grundlegend Wichtigem und auf sich selbst achtgeben. Ein wohlwollendes, tolerantes und zwischenmenschliches Aufeinander-Zugehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst ist vielfältig und wird immer ihren Weg finden, jedoch würde ich mir wünschen, dass diese stets in jedem Kulturkreis Ihre Freiheit widerfährt und Anerkennung genießt. Notwendigerweise und ich begrüße das durchaus, lockert oder durchbricht die Kunst in ihren vielseitigen Ausdrucksformen und Zugängen, – auch durch wohldurchdachte Provokationen – festgefahrene Muster und Ansichten.

Was liest Du derzeit?

„Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ von John Strelecky,

„Iss dich klug“ von Dr. Manuela Macedonia und

„Invicto – unbezwingbar“ von Marcos Vázquez

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es hört doch jeder nur, was er versteht (Johann Wolfgang von Goethe)

Angelika Strasser, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Angelika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Angelika Strasser, Schauspielerin

Fotos_Station bei Romy Schneider/Schönbrunn _ Walter Pobaschnig 7/24.

Walter Pobaschnig _ 20.7.2024

https://literaturoutdoors.com

„Courage“ Martina Berscheid, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Homburg/Saar 23.7.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G roßherzigkeit

I nteresse

V erständigung/Verständnis

E mpathie


P arität

E nthusiasmus

A ussöhnung

C hancengleichheit

E inheit


A ufmerksamkeit


C harakterfestigkeit

H offnung

A nteilnahme

N achsicht

C ourage

E invernehmen



Martina Berscheid, 17.7.2024

Martina Berscheid, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Martina Berscheid, Schriftstellerin

Zur Person: Martina Berscheid, geboren 1973 in Kaiserslautern, studierte Biologin, schreibt Prosa – Kurzgeschichten, Erzählungen, Romane -, aber auch Haikus. Sie liebt vielschichtige Figuren und hat ein Faible für Sprachbilder. In ihren Texten lotet die Autorin die Beziehungen zwischen den Menschen aus, das Ungesagte, Verborgene. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden in Anthologien und Literaturzeitschriften publiziert.

2015 erhielt sie den Hans-Bernhard-Schiff-Literaturpreis der Stadt Saarbrücken.
Veröffentlichungen: „Leichtgewichte“, (Erzählungen, 2017), „Das Echo unseres Schweigens“, (Roman, 2018, Rabenwald Verlag, „Die Klassenkameradin“, (2023, Edition Schaumberg,   2020 Longlist des Blogbuster-Preises), „Fremder Champagner“ (Erzählungen, April 2024).

Martina Berscheid lebt mir ihrer Familie in Homburg/Saar.

Aktueller Erzählband von Martin Berscheid:

„Ein Familienfest, scheinbar ohne konkreten Anlass. Und wie immer in den letzten Jahren dominieren Belanglosigkeiten und Sticheleien das Gespräch – über wirkliche Probleme sprechen weder die drei erwachsenen Kinder noch ihre Eltern. »Nirgends wird so viel gelogen und verschwiegen wie in Familien«, denkt Claire. »Oder ist das nur in unserer so?« Doch dann werden die Geschwister unverhofft mit ihren Kindheitserinnerungen konfrontiert …

Fünfzehn Erzählungen über Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, einfühlsam und genau beobachtet, mit einem feinen Gespür für Stimmungen und zwischenmenschliche Beziehungen. Spannend und mit überraschenden Wendungen.“

Martina Berscheid:
Fremder Champagner
Erzählungen
Mirabilis Verlag, 16.04.2024
ISBN 978-3-947857-25-8
Hardcover, Schutzumschlag, Fadenheftung
Umschlaggestaltung: Florian L. Arnold, „THE MORE YOU SEA“, 2021
236 Seiten
24 €

https://mirabilis-verlag.de/produkt/martina-berscheid-fremder-champagner-erzaehlungen/

Foto _ privat.

Walter Pobaschnig _ 17.7.2024

https://literaturoutdoors.com

Warum wir träumen, Dr. Rahul Jandial. Rowohlt Verlag

Träumen – ist eines der erstaunlichsten und rätselhaftesten Phänomene menschlichen Lebens. Seit Jahrtausenden suchen Menschen diesem so eindrücklichen Geschehen des Gehirns auf die Spur zu kommen. Die Deutungen reichen dabei über Religion, Kunst, Psychoanalyse bis zur modernen Psychologie und Neurobiologie.

Dr. Rahul Jandial, Gehirnchirurg und Neurowissenschaftler in Los Angeles/USA legt nun ein in neun Kapitel strukturiertes gut lesbares Fachbuch vor, das ausgehend von seinen Tätigkeiten und der unmittelbaren Erfahrung des im wahrsten Sinne des Wortes Hirneinblickes Funktion wie kulturgeschichtliche Zugänge zum Phänomen Traum öffnet.

Hervorzuheben ist der Praxisbezug des praktizierenden Chirurgen und die darauf bezogene Zusammenschau von Theorie und Praxis wie die spannenden Schlussfolgerungen und Hypothesen zu Funktion und Sinn des Traumes.

„Die Welt des Traumes auf dem spannenden Prüfstand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse“

Walter Pobaschnig 7/24

Warum wir träumen, Dr. Rahul Jandial. Rowohlt Verlag Was uns das Gehirn im Schlaf über unser Leben offenbart

Übersetzt von: Elisabeth Liebl

Erscheinungstermin: 18.06.2024

304 Seiten

ISBN: 978-3-498-00379-1

Gebundene Ausgabe: 26 EUR

E-book: 22,99 EUR

Walter Pobaschnig 7/24

https://literaturoutdoors.com

Undine geht _ „Wir Frauen sehen die ganze Wahrheit“ Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien 23.7.2024

Pia Schiel, Schauspielerin, Schriftstellerin  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Pia Schiel, Schauspielerin, Schriftstellerin  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Pia Schiel, Schauspielerin, Schriftstellerin  _ performing „Undine geht“.

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Ingeborg Bachmann, 1962, Rom. Foto: Heinz Bachmann

Fotos_Donau_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Pia Schiel, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Zunächst wie ein Rausch, dann langsam, bedacht, Notizen nehmend. Welche Grundaussagen gibt es für mich? Immer wieder wiederholt sie den Ruf, dieses Element zieht sich durch den Text, wie das Element Wasser. Der Ruf Der bloßfüßigen Undine, der Freiheit, die die Männer ruft und vor der sie sich doch fürchten. Sie fürchten sich, von ihrem Kuss zu sterben, und doch streben sie danach. „Befreie mich von meiner Männlichkeit, aber nimm sie mir nicht.“

Wie siehst Du „Undine“?

Die Überlegene, die Unverstandene, die Betrogene, die Schwerelose. Überlegen in ihrem Element, in ihrem Wasser, in ihrem Vergessen, in ihrer Liebe und Klugheit. Unverstanden von Männern, die vergeblich die Sicherheit in ihr suchen. Betrogen von den Männern, die die Sicherheit nicht finden konnten. Schwerelos zurück im Wasser.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Der Text ist erschreckend aktuell, wenn man den Text so liest, könnte man meinen, es hätte sich nichts verändert. In den Grundfesten wenig verändert. Männer, die sich Frauen zu Eintagsfrauen, Wochenendfrauen, Lebensfrauen machen und sich selbst zu ihren Männern machen, die die Welt verstehen wollen und sie dabei so unverständlich machen, um sich darin finden zu können. Frauen, die sich unverstanden fühlen in ihrer Klugheit, die Männer dafür beneiden, dass sie es sich leisten können, nur die halbe Wahrheit sehen zu können. Wir Frauen sind verdammt dazu, die ganze Wahrheit sehen zu müssen, sind schlau genug, die ganze Wahrheit sehen zu können.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was patriarchale Macht bedeutet. Wenn man als Frau in dieser Welt erzogen wird, kennt man ja nur diese Welt, in der man weniger Respekt bekommt, einem weniger zugetraut wird, man belächelt wird, gemustert, herabgesetzt, stumm gemacht. Deswegen denkt man, das wäre so, und unterdrückt den wilden Drang, zu Tanzen, laut zu sein, seinen Körper zu zeigen und zu spüren. Was mir mitgegeben wurde: Versteck dich, ziehe keine Aufmerksamkeit auf dich, mach dich klein. Das wollen Männer, und das ist ihre Macht.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Sich gegenseitig vertrauen, kommunizieren, vergeben.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

Alles. Der Text ist so unglaublich aktuell- er spricht mich direkt an.  Die Faszination, mit der sie über Männer schreibt, aber auch das Unverständnis über ihre Ungeschicktheit, die sie sich erlauben können.

Was bedeutet Dir Natur?

Natur bedeutet für mich Ruhe. Abschalten und zu mir selbst finden.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Nie bin ich so ruhig wie am Wasser, am Meer, am See, in den Wellen. Ich liebe das Grün, das Blau. Ich liebe es, unterzutauchen und in endloser, kalter Farbe zu schweben. Oder zwischen Algen zu tauchen, hinab zu sinken an den Grund, zu den Fischen.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Ich versuche, ihn zu wertschätzen, und meinen Körper walten zu lassen, aber es ist schwer in dieser Zeit, in der die Jahreszeiten keine Rolle spielen. Ich liebe Frühling und Sommer, liebe dann auch den Herbst und den Beginn des Winters, wenn es kalt wird und fokussiert.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Ich weiß es noch nicht.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Vertrauen.

Was lässt Liebe untergehen?

Eifersucht.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Von innen heraus, eine Kunst die sich immer schon ausdrücken wollte, und sich unglaublich gerne auf einer Bühne ausdrückt. Ich wollte immer schon Schauspielerin sein, seit ich ein Kind bin.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Ich arbeite momentan an einem Kurzfilm zu dem Thema Abtreibung. Ich organisiere den Film gemeinsam mit dem Kameramann Sebastian Schadler und der Regisseurin Yasemin Hickl und finde den Prozess sehr spannend. Im September drehen wir, und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, zu spielen.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Doch vergesst nicht, dass ihr mich gerufen habt in diese Welt, dass euch geträumt hat von mir, der anderen, von eurem Geist und nicht von eurer Gestalt, die auf euren Hochzeiten den Klageruf anstimmt, auf nassen Füßen kommt und von deren Kuss ihr zu sterben fürchtet, wo wie ihr zu sterben wünscht und nie mehr sterbt: Ordnungslos, hingerissen und von höchster Vernunft.“

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

Und

Nadja

Dankte

Ihm

Nie,

Er

Ging.

Endlich.

Heute.

Träumen.

Pia Schiel, Schauspielerin, Schriftstellerin  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Pia Schiel und Walter Pobaschnig 7/24

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 7/24

„Frieden“ Hermann Trox, Schriftsteller _ Bottrop/D 22.7.2024

Lieber Hermann Trox, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da wir, meine Frau und ich Rentner sind, haben wir nicht viel Abwechslung und so habe ich viel Zeit zum Schreiben.

Hermann Trox, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Hm! Für uns alle! Wenn es die ganze Welt bedeuten soll, gibt es ja nur eines, den Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Da wir alle unterschiedlich sind, kann ich das Wesentliche nicht beantworten!

Das Befrieden der „Seele/n“ (Hirn?)!

Was liest Du derzeit?

Das Rad der Zeit. Gedichte der alten Meister!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder so, wie er mag.“

Vielen Dank für das Interview, lieber Hermann, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Hermann Trox, Schriftsteller

Zur Person: Hermann Trox, geb. 22.7.1945 als Sohn eines Bergmanns, welcher wiederum der Sohn eines Bergmannes war. Meine Schulbildung war mit der 8. Klasse der Volksschule eigentlich abgeschlossen. 1974 zwei Jahre Umschulung zum Elektrofacharbeiter, Prüfung vor der Industrie und Handelskammer Münster. Verheiratet seit 1976, ein Sohn erblickte 1977 das Licht der Welt. Mein Schicksalsjahrzehnt waren die 90er des vorigen Jahrhunderts. Meine Frau „Elke“ wurde Pflegebedürftig. Etwas später wurde mein Sohn „Torsten“ an beiden Hüften operiert. Ab 1995 kümmerte ich mich um meine kleine Familie. Eine kleine Berufsunfähigkeitsrente und Tageszeitung austragen (Fahrrad) des Nachts, ermöglichte es mir. Seit 2008 sammle ich meine Kurzgeschichten und Gedichte. Heute bin ich Altersrentner und lebe mit meiner Frau zusammen.

Text von Hermann Trox: Platzl in der Lobau

„Drunt` in der Lobau, wenn ich das Platzl nur wüsst…!“ 

Das ist das Dumme an diesen Plätzen, welche so versteckt und vor allen Dingen so weit weg sind. Wie komm´ ich dahin? Finde ich auch das was ich suche? Nun, was suche ich überhaupt? Bin ich melancholisch, traurig oder wütend, wenn ich sage, das Leben? Am „Fastende“ meines Lebens? (Na ja, ich hoffe, dass ich noch einige Jährchen habe!) Hatte ich nicht genug in mein Leben? Nein! Es ist, in meinem Sinn, zu kurz für ein normales Dasein und zu lang um die Widrigkeiten des Lebens mit Gleichmut zu ertragen. Deswegen suche ich einen Platz auf dem man die Stimme erheben und seinen Frust loswerden kann. Nützen wird es mir nichts, das weiß ich ja, aber wenn ich diesen fast mystischen Platz kennen würde, ja dann…! Was dann? Kommt jemand um mich zu trösten? Oder mir die Lebenszeit oder -kraft zu schenken welche ich, vielleicht, nicht hatte? Nehmen wir an, SO EINER käme wirklich an diesem Platz, braucht ja nicht in der Lobau zu sein, obwohl…! Käme also SO EINER, gäbe mir recht und gäbe mir diese Jahre zusätzlich, hängt sie mir sozusagen dran… Würde ich sie nehmen wollen? Einfach anhängen lassen? Was hätte ich dann von diesen, mir zustehenden extra Jahren? Mit einem ausgelaugten Körper und einem unzufriedenen Geist, welcher immer mehr in der Vergangenheit lebt und dann, vor lauter Frust, sich verweigert? Empört würde ich DEMJENIGEN die Schenkung virtuell vor seinen vielleicht nicht vorhandenen Füßen werfen. Einen Ersatz würde ich haben wollen, nicht nur einige schmerz- und leidvolle zusätzliche Jahre. Einen Ersatz, welcher mich in jeglicher Hinsicht zufrieden stellt. Ein neues, volles Leben also! Mit Garantie auf Zufriedenheit!

Ich werde mich also auf die Suche begeben, wo dieser Platz sein könnte. Virtuell natürlich! Im Geist also würde ich mich, nach erfolgreicher Suche, dorthin begeben.  Zuerst aber würde ich das Platzl in der Lobau suchen wollen, möchtest du mir helfen bei meiner Suche?

H.Trox 7/24

Aktuelles Buch von Hermann Trox:

Foto Portrait_ Frank Gebauer.

Walter Pobaschnig _ 15.7.2024

https://literaturoutdoors.com