Nora Lovrek, Copywriterin, Autorin und Energetikerin
Zur Person_ Nora Lovrek, geboren am 24.8.1971 in Wien. Sie hat nach der Matura einige Jahre Biologie studiert. Mit 21 Jahren hat sie eine Ausbildung zur diplomierten Gesundheitstrainerin und zur staatlich geprüften Heilmasseurin und Heilbademeisterin absolviert. Sie ist Reikimeisterin und .-lehrerin, Glückstrainerin, Reitlehrerin für Westernreiter und Copywriterin und Autorin. Sie hat zwei Bücher veröffentlicht („Der Ausbildungs-Smoothie“, „Fliegerkind und Zuckerwatte“). Mit ihrem damaligen Mann und ihren vier Kindern reiste sie auf der ganzen Welt. Die Kinder lernten im Heimunterricht. Im Augenblick lebt sie in Niederösterreich und arbeitet freiberuflich, erfolgreich als Copywriterin und Energetikerin. Nora fühlt sich als Weltenbürgerin und ist unglaublich gerne unterwegs.
Liebe Elodie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das ist eine schwierige Frage, denn so eine richtige Routine habe ich gar nicht. Da ich Studentin bin, ist das je nach Woche bzw. Monat ganz unterschiedlich bei mir. Über den Sommer habe ich jeden Tag so viel wie möglich an meinem neuen Buch geschrieben, aber wenn Prüfungsphase ist, dann bin ich vorrangig damit beschäftigt, auf die Universität zu gehen und zu lernen. Manchmal habe ich dadurch das Gefühl immer etwas vernachlässigen zu müssen, aber zugleich tut mir dieser Ausgleich sehr gut und letztlich schaffe ich meist doch alles, was ich mir vornehme, wenn auch nicht gleichzeitig.
Im Vergleich zu der Zeit vor Beginn der Coronapandemie ist alles anders – wobei vieles davon weniger an Corona liegt und mehr daran, dass ich seither generell einiges in meinem Leben verändert habe. Ich studiere etwas anderes. Ich arbeite an anderen Projekten. Ich wohne wo anders. Und ganz grundsätzlich habe ich mich als Person in kurzer Zeit ziemlich fundamental weiterentwickelt, wobei ich mir da tatsächlich öfter die Frage stelle, ob das aufgrund der Pandemie so passiert ist oder ob das einfach damit zusammenhängt, dass man sich in den frühen Zwanzigern generell stark verändert.
Elodie Arpa, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Pandemie hat mich dazu gebracht, meine Prioritätensetzung grundlegend zu hinterfragen. Mir wurde klar, wie wichtig meine mentale Gesundheit ist und das es in Ordnung, ja geradezu notwendig ist, fürs eigene Wohlbefinden Grenzen zu setzen. In Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben, ist es denke ich für uns alle wichtig, auf uns zu schauen. Auf sich schauen kann heißen, regelmäßig auszuschlafen, Yoga zu machen und genügend Zeit mit Freunden zu verbringen. Aber aus meiner Sicht hat mentale Gesundheit auch einen gesellschaftspolitischen, einen solidarischen Aspekt, der oft nicht als solcher erkannt wird. Aktivismus und Freiwilligenarbeit, sich informieren, formieren und Veränderung fordern – all das ist gerade jetzt besonders notwendig.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
In unserer Gesellschaft läuft enorm viel schief. Die Klimakrise, die sich verschärfende soziale Ungleichheit und die Gesundheitskrise verdeutlichen uns das tagtäglich. Aus meiner Sicht braucht es eine grundlegende Transformation, eine feministische Revolution zur sozialgerechten Eindämmung der Klimakrise. Dafür braucht es von überall Veränderung und aus meiner Sicht kommen Kunst und Kultur da die ganz zentralen Aufgaben zu, Missstände aufzuzeigen und neue Ideen vorzustellen. Das ist ein unendlich schwieriges Unterfangen. An viele Dinge haben wir uns ja mittlerweile dermaßen gewöhnt, dass wir keine Ahnung haben, was Alternativen dazu sein könnten. Doch genau darin, also im Versuch Alternativen gemeinsam zu erarbeiten, sehe ich die Aufgabe der Kunst und Kultur.
Was liest Du derzeit?
„Patriarchale Belastungsstörung“ von Beatrice Frasl und „When Women Were Dragons“ von Kelly Barnhill.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich bin nicht die größte Zitate-Sammlerin, aber ein Zitat, an das ich in letzter Zeit (gerade auch bezüglich der traurigen Rückschritte in den USA) öfter denke und das ich ebenso treffend wie lustig finde, ist ein Gedanke von der großartigen Feministin Gloria Steinem: „If men could get pregnant, abortion would be a sacrament.“
Vielen Dank für das Interview liebe Elodie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute in diesen Tagen!
5 Fragen an Künstler*innen:
Elodie Arpa, Schriftstellerin
Zur Person: Elodie Arpa, geboren 1999, LL.B. in Wirtschaftsrecht, studiert aktuell Deutsch und Ethik auf Lehramt in Wien. 2018 war sie Abschlussrednerin des Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Im selben Jahr war sie Gewinnerin des bundesweiten Mehrsprachenredewettbewerbs SAG’S MULTI. Als Rednerin und Aktivistin setzt sie sich ein für Feminismus, Jugendpartizipation und ein handlungsfähiges und bürgernahes Europa. Als Autorin verarbeitet sie diese Themen zu Kolumnen und Spoken Word Poetry und tritt auf diversen Bühnen auf.
Zur Person_Alec Richard, Jahrgang 1987, ist ein dichter Dichter und Autor, der sich nicht als Künstler bezeichnen muss, denn er ist Kunst – Eine Kunstfigur im wahrsten Sinne! (Text: Alec Richard)
Charlie Watts, mit vollen Namen Charles Robert „Charlie“ Watts, geboren am 2.Juni 1941, gestorben 24.August 2021 in London. Musiker, Schlagzeuger. Band „Rolling Stones“.
So die biographischen Eckdaten zu einer Persönlichkeit, von der auch in all den Jahrzehnten des großen Erfolges nicht mehr bekannt zu sein scheint. Ein Musiker, Schlagzeuger, ein loyales Bandmitglied mit Leib und Seele, der als Mensch stets im Hintergrund blieb. Und doch den Takt vorgab, den musikalischen Stil prägte und die Musikwelt revolutionierte.
Weltweite Betroffenheit und Beileidskundgebungen begleiten seinen Tod. Auf der Konzerttournee der Stones 2022 wird stets zu Beginn Charlie Watts gedacht. Eine Ehrerbietun, die ihm die Band erweist. Eine Verneigung vor einem ganz großen stillen lauten Künstler und Menschen, der Bühne und Welt verließ…
Doch wer war Charlie Watts? Wo wuchs er auf, wie war sein Weg zur Musik, was prägte ihn? Wie kam er zu den Rolling Stones und wie ging es weiter im Erfolg, im Ausgesetztsein der Öffentlichkeit und dann in den stillen Jahren, die von Tourneen begleitet sind…wer war der Mann am Schlagzeug der Rolling Stones?
Paul Sexton, Autor, Journalist, Radiomacher, bester Kenner der Rolling Stones mit exklusiven Zugängen, legt nun eine einfühlsame wie genau dokumentierende Biographie war, die eintauchen lässt in ein Leben für die Musik wie ein Leben inmitten der Musik. Eine Autobiographie als Erlebnis und Ereignis, das auch von vielen wunderbaren Fotos (von Kindheit an) begleitet ist.
„Die Biographie von Charlie Watts wie ein mitreißendes Konzert der Rolling Stones im sensationellen Lebensbeat des genialen Musikers!“
Charlie’s good tonight, Paul Sexton. Ullstein 2022
Liebe Abla Alaoui, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Da ich im Theater arbeite und die Shows für gewöhnlich abends stattfinden, kann ich gemütlich in den Tag starten. Ich habe Zeit an meinem zweiten Roman zu arbeiten, zu lesen, für weniger romantische Dinge wie Einkauf und Haushalt, und mich in Ruhe einzusingen.
Am frühen Abend geht es dann ins Theater, wo ich verschiedene Stationen ablaufe: Ich gehe in die Maske und bekomme meine Perücke aufgesetzt, schminke mich, singe mich noch gründlicher ein und ziehe mein Kostüm an. Dann gibt es noch einen sogenannten Fight-Call, in dem wir alle Kampfszenen im Musical Der Glöckner von Notre Dame durchgehen, damit es während der Vorstellung zu keinen Verletzungen kommt. Die Show macht viel Spaß und nach dem Schlussapplaus sitze ich oft noch mit Freunden zusammen, bis es dann Zeit zum Schlafengehen ist.
Wo fange ich an? Ich denke, es ist besonders wichtig sich klarzumachen, dass die eigene Sicht auf die Welt nicht die einzig richtige ist. Es ist wichtig, dass wir uns in Empathie üben, in Entschleunigung und Selbstliebe. Wir müssen lernen unseren Gefühlen Raum zu geben und lernen, wie wir sie kommunizieren. Es ist wichtig Grenzen zu respektieren und zu setzen. Wir müssen einsehen, dass es kein „besser“ und „schlechter“ in dieser Welt gibt, sondern nur ein „anders“. Es ist wichtig zu verstehen, dass man als einzelner Mensch einen großen Unterschied machen kann, wenn es um Natur, unsere Mitmenschen oder Tiere geht.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich denke, Kunst und Literatur kann wie nichts anderes neue Sichtweisen aufzeigen, die uns inspirieren neue Wege einzuschlagen. Doch ein Gedicht kann noch so berührend, Prosa noch so fesselnd, ein Portrait noch so einnehmend sein, wenn wir nicht offen sind über neue Sichtweisen zu reflektieren, kann keine Veränderung stattfinden. Wenn wir nicht bereit sind uns zu ändern, wird keine Veränderung stattfinden. Dafür müssen wir uns die Angst vor Veränderung nehmen lassen, und vielleicht schafft dies die Sprache der Kunst.
Was liest Du derzeit?
Three women von Lisa Taddeo.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Die Liebe zum Selbst, die einzig wahre Romanze. La vie en rose, Baby! Ich gehe nicht, ich tanze. – M. Eppler
Vielen Dank für das Interview liebe Abla, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musical-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Zur Person_Abla Alaoui ist Musicaldarstellerin und Hamburgerin mitmarokkanischen Wurzeln. Sie hat ein Herz für gutesEssen, mutige Menschen und gemütliche Schmökertage.Abla Alaoui spielt derzeit die Esmeralda in „Der Glöcknervon Notre Name“ bei den Vereinigten Bühnen Wien. Inihrem Debütroman schreibt sie humorvoll undwarmherzig über etwas, das wir alle kennen: die liebeFamilie und das, was das Herz will.
Roman Neuerscheinung _ Abla Alaoui, Bissle Spätzle, Habibi? Happy Valentine‘s Day! Eine romantic comedy mit Culture-Clash Ullstein Verlag _26.1.2023
Amaya ist in Hamburg geborene Marokkanerin, 30 und Single. Eine Konstellation, die ihre Eltern in stete Sorge versetzt und ihre Schwester dazu veranlasst, das Projekt „Heirat“ für sie anzukurbeln. Bei einer Familienfeier lässt Amaya sich dazu überreden, Minder zu installieren, eine Dating-App speziell für Muslime – und selbst ihre Mutter swipt begeistert für sie. Als Amaya mit Ismael, einem der potenziellen Ehemänner ausgeht, ist es jedoch dessen bester Freund, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Daniel ist allerdings nicht nur Deutscher, was bei Baba schon für Sodbrennen sorgen würde, sondern schlimmer: Schwabe. Das ist von Amayas norddeutschem Aufwachsen weiter entfernt als Marrakesch, wie sie beim ersten Besuch in Stuttgart feststellen muss. Und als Amaya dann auch noch vor lauter Sorge vor der Ablehnung ihrer Eltern den beiden Ismael als potenziellen Schwiegersohn vorstellt, während Daniel staunend danebensitzt, ist das Chaos perfekt. Darauf erst mal ‘ne Portion Spätzle, Habibi….
Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Als Freiberufler erfreulich unterschiedlich, grundsätzlich gehört der Morgen der Literatur, entweder Bücher lesen, Dramaturgisch arbeiten oder Text auswendig lernen. Nachmittags oft Hörbücher einsprechen für die Blindenbibliothek Zürich oder in Antiquariaten herumstöbern, Besprechungen oder Proben, abends meist Aufführungen. Die Strecken zwischen Wohnung und den Arbeitsplätzen möglichst zu Fuss zurücklegen. Nach Arbeitsschluss meist noch eine Folge der aktuellen Serie, denn: Immer einen Roman und eine Serie „in Arbeit haben“; die einen mit ihren Geschichten über die Woche begleiten.
Andreas Storm, Schauspieler, Regisseur
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Sich weniger über seine/Ihre Meinungen zu definieren als über die Fragen, die man stellt. Aber das ist leichter gesagt als getan, auch und gerade für mich. Ach so, und sich im Zweifelsfall immer als Teil des Problems ansehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Film/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Der Kunst und der Kultur kommt die elementare Rolle zu, unsere geistige Gesundheit zu garantieren. Bei Wikipedia steht:
„Der Rechtsbegriff Unterhalt bezeichnet die Verpflichtung eines Rechtssubjekts, die Existenz eines anderen Menschen zu sichern“. Und die vielgeschmähte Unterhaltung sichert die Existenz einer Gesellschaft.
Was liest Du derzeit?
Zuletzt gelesen: „Blutbuch“ von Kim de l’Horizon. Ein Ereignis. Derzeit: Dagmar Leupold, „Dagegen die Elefanten“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wenn etwas nicht mehr zu reparieren ist, dann ist es auch nicht mehr kaputt:
Vielen Dank für das Interview lieber Andreas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Vielen Dank!
Wie wir Norddeutsche sagen: Da nich für!
Andreas Storm, Schauspieler, Regisseur
5 Fragen an Künstler*innen:
Andreas Storm, Schauspieler, Regisseur
Fotos_privat
30.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Da sind das Leben und die Träume. Der Weg nach Wien. Ein Neubeginn fern von Familie und Vertrautem. Mut. Jetzt nur der Tag und das Schreiben. Und der Raum der Stadt. Ein Finden, ein Suchen. Immer wieder. Nach Worten, nach der Liebe, nach dem Leben…
Und auch zum Überleben in der Stadt wird das Papier, das Geschriebene, das Weggeworfene ein Weg. Es wird auf morgendlichen Touren in Altpapierbehältern gesucht, gefunden, aufgehoben, verkauft und literarisch verwertet. Eine Schatzsuche, welche die Miete, den Tag bezahlt und ein Schriftstellerleben ermöglicht und inspiriert…
Und da ist die Liebe. In der kleinen Wohnung. Im Teilen von allem. Im Freuen. Im Weitergehen zwischen, mit Geschriebenem…
Doch dann Wegkreuzungen. Das Schreiben und die Öffentlichkeit. Endlich! Neue Horizonte….
Und die Liebe? Auch sie geht weiter…da und dort…kommt…mittendrin im Ringen zwischen Schreiben, Leben, Erleben…
mittendrin ein Geheimnis…ein glückliches Geheimnis…am Grund einer Gesellschaft…der Weg eines Schriftstellers….
Arno Geiger, 1996 und 2004 Teilnehmer am Ingeborg Bachmannpreis in Klagenfurt, 2005 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, ist einer der bedeutendsten wie einflussreichsten Schriftsteller der Gegenwart, der mit jedem neuen Roman zu überraschen wie zu begeistern weiß.
Diesmal ist es ein autofiktionaler Lebens(rück)blick auf das Wollen, Werden und Leben einer Schriftstellerexistenz in allen Facetten, Nuancen und Farben des Dorthin und des Weitergehens.
Geigers Sprache ist formbewusst einmalig wie im Erzählstrang virtuos. Es ist Seite um Seite ein Mitgerissenwerden in Neugierde und Spannung. Dabei sind Erzähl- und Reflexionsebene in einmaliger Verbindung und greifen weit über ein Leben hinaus und in das Leben an sich hinein. Was bedeutet Schreiben? Was Leben, Liebe? Was Erfolg?
„Ein begeisternd virtuoses wie schonungsloses Buch über das Leben, das Schreiben, die Liebe!“
„Das glückliche Geheimnis“ Arno Geiger. Hanser Verlag. 2023