„Ganz“ Thomas Fitzner, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Costitx, Mallorca/ESP 16.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

Im

Vertrauen:

Es

Panzert

Erstrangig

Aufgrund

Cholerischer

Entmenschlichung

Andere

Charakterliche

Handlungsmotive

Argumentieren

Nur

Chronische

Empathie-Akrobaten


Thomas Fitzner, 31.8.2022

Thomas Fitzner, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Thomas Fitzner, Schriftsteller

https://thomasfitzner.com/

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Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„Get led to your cushioned seat“ Philipp Hager, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Lunz am See/NÖ 15.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G            Get led to your cushioned seat

I              in the nightmare of

V            victory.

E             Bodies explode like

P            pineapples, dropped from an

E             eleven-story building.

A            All is well, there is no

C            cruelty involved,

E             everything is handled with precision

A            and care. The

C            cancerous, feverish, rabid

H            horrors

A            are well hidden beneath well-ordered

N            nouns andverbs.

C            Confusion being the last

E             escape to truth.

Philipp Hager _ 31.8.2022

Philipp Hager, Schriftsteller 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Philipp Hager, Schriftsteller 

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Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„United States of Absurdia“ Thomas Antonic. Ritter Verlag.

Thomas Antonic, in Österreich geborener und in Wien und Kalifornien lebender Schriftsteller, Regisseur, Musiker, Multimedia-Performer, Literaturwissenschaftler lädt mit „United States of Absurdia“ zu einer faszinierenden Reise in Wort und Bild ein, in der Begegnungen, Erfahrungen, Entdeckungen eines Landes in Gegenwart und Vergangenheit im Mittelpunkt stehen.

Thomas Antonic, Schriftsteller, Regisseur, Musiker,
Multimedia-Performer, Literaturwissenschaftler _ im Hotel König von Ungarn/Wien, in dem auch William S.Burroughs in den 1930er Jahren zu Gast war

Dem mit den USA in vielfältigen Literatur-, Film- und Kunstprojekten bestens vertrautem Autor („One More Step West Is the Sea“ Thomas Antonic, Dokumentarfilm über die Beat Dichterin Ruth Weiss, AT 2021) gelingt eine mitreißende poetische Vision in bester Beat-Tradition, die von der Neugierde über das Leben ausgeht und sich auf das Abenteuer Amerika in Weite, Erfahrung und Begegnung, das sich nur on the road öffnet, einlässt.

Auf dieser Reise, die begleitet von vielfältigen Gesprächen, Erfahrungen, Entdeckungen wie literarischen Treffpunkten/Interviews ist, entfaltet sich die Seele eines Landes, das ständig in Bewegung und nur im Momentum zu sehen, hören und zu spüren ist. Dieses Erleben, Erfahren ist dabei immer auch ein Verschwinden und weist damit auf das Leben selbst hin. Das Bleibende ist dabei das Wort, Bild und die (literarische) Erinnerung. Wie viel, wie spannend, wie impulsgebend, wie nachdenklich und aufregend dies sein kann, beweist jede Seite dieses ganz besonderen Romans.

Die literarische Form der Montage verschiedenster Textsorten, die der Autor meisterhaft einsetzt, verbindet in der Erzählform die großen modernen literarischen Traditionen dieses Landes in Poesie, Prosa, Sprachexperiment wie „visual storytelling“ und kommt so Mensch und Zeit weit über Landesgrenzen hinweg faszinierend in Sinn und Unsinn nahe.

„Ein USA Roman als faszinierendes literarisches Experiment der Zeit“

„United States of Absurdia“ Thomas Antonic. Ritter Verlag. 2022

Walter Pobaschnig 9_22

Fotos Portrait_Walter Pobaschnig _Hotel König von Ungarn _ 6_2021

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„Literatur lässt über sich selbst hinausschauen“ Thea Mengeler, Schriftstellerin _ Krefeld/D 15.9.2022

Liebe Thea, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Aktuell bin ich für ein paar Tage auf Schreiburlaub in Frankreich. Meistens stehe ich gegen 8 auf, frühstücke, koche Kaffee und versuche dann, 2-3 Stunden an meinem Roman zu arbeiten.

Danach spaziere ich mit einem Freund und Kollegen ans Meer, gehen schwimmen oder in ein Café, wo wir über unsere Schreibprojekte sprechen oder noch etwas arbeiten.

Gegen Spätnachmittag spazieren wir wieder hoch auf den Berg, kaufen unterwegs Baguette, kochen etwas, trinken vielleicht noch einen Cidre oder Wein.
Danach bin ich meist so erledigt, dass ich mich hinlege und nur noch etwas auf dem Laptop schaue vor dem Schlafen.

Dieser sehr ruhige Tagesablauf tut gerade besonders gut, weil ich die letzten Wochen viel unterwegs war für Lesungen oder um Freunde zu besuchen. Auch in meinem Brotjob als Werbetexterin habe ich wieder einige Wochen gearbeitet. Jetzt finde ich langsam wieder in einen Schreibrhythmus und in mein Projekt zurück.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich tue mich sehr schwer damit, allgemein gültige Aussagen zu machen – auch deshalb, weil Lebenssituationen so unterschiedlich sind. Ich weiß nicht, wer »wir alle« überhaupt sein sollen.

Wenn ich aber eines grundsätzlich für wichtig halte, dann vielleicht genau eine solche Unentschiedenheit. Eine Meinung zu haben ist wichtig, aber für ebenso wichtig halte ich es, dieser Meinung zu misstrauen, sie zu hinterfragen, unsicher zu bleiben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass es so wenig wie es »die Literatur« oder »die Kunst« gibt, »die Rolle« gibt, die zu erfüllen wäre. Kunst kann sich natürlich mit aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen auseinandersetzen, aber sie muss es nicht.

Was die Literatur aber so gut wie immer tut ist: Uns Einblick in Welten geben, die uns fremd sind. Ich glaube das ist etwas, was zu jeder Zeit und in jeder gesellschaftlichen Situation wichtig ist: Über sich selbst hinauszuschauen und die eigenen Denkmuster zu verlassen.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich gleich zwei Bücher von wunderbaren Menschen und Autor:innen, die ich sowohl persönlich, als auch literarisch sehr schätze: »Schwerer als das Licht« von Tanja Raich; und »So long, Annemarie« von Andreas Unterweger.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Had I been blessed with even limited access to my own mind there would have been no reason to write. I write entirely to find out what Im thinking, what Im looking at, what I see and what it means. [] What is going on in these pictures in my mind?«, schreibt Joan Didion in »Let my tell you what I mean«

Ich finde mich und mein Schreiben darin sehr wieder und ich kehre zu diesem Satz manchmal zurück, wenn ich das Gefühl habe, beim Schreiben nicht zu wissen, was ich tue. Um mich selbst daran zu erinnern, dass das Schreiben für mich vor allem das ist: eine Suche.

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Thea, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Thea Mengeler, Schriftstellerin

Fotos_Portrait Batuhan Aydin; Frankreich _ privat.

13.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Dass wir uns nicht in einen Kulturkampf ziehen lassen“ Frank Rudkoffsky, Schriftsteller _ Stuttgart 14.9.2022

Lieber Frank, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan nicht allzu glamourös: Wie viele anderen Autor*innen auch habe ich einen Brotjob, dem ich mich meistens am Vormittag widme. Derzeit mache ich die Öffentlichkeitsarbeit für die kleine, sympathische Fraktionsgemeinschaft PULS im Stuttgarter Rathaus und bin nebenher als Freier Journalist tätig – und das mache ich beides ziemlich gern. Aber im Mittelpunkt der nächsten Monate steht für mich natürlich besonders die Veröffentlichung meines dritten Romans „Mittnachtstraße“ (Voland & Quist). Gerade bereite ich die kommenden Lesungen aus dem Buch vor und habe auch schon die ersten Interviews gegeben – es stehen also zumindest ein bisschen glamourösere Zeiten an.

Frank Rudkoffsky, Schriftsteller 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Nerven bewahren. Aufeinander zugehen. Zuhören. Und nicht zuletzt: Die Angriffe derer, die den demokratischen Diskurs längst verlassen haben oder auf dem besten Wege nach draußen sind, einfach ins Leere laufen lassen. Alles andere gibt ihnen mehr Raum, als ihnen in unserer Gesellschaft eigentlich zusteht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Es fällt den Menschen in unserer Gesellschaft immer schwerer, Ambivalenzen auszuhalten – weder mit Blick auf andere noch auf sich selbst. So wichtig Haltung und berechtigter Widerspruch auch sind: Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in einen Kulturkampf mit zwei einander unversöhnlich gegenüberstehenden Seiten ziehen lassen, wie er etwa in den USA längst herrscht. Und da sehe ich auch die Literatur, die Kunst in der Pflicht: Empathie lernen wir nur, wenn wir versuchen, andere zu verstehen – und zugleich wagen, uns auch unseren eigenen Widersprüchen zu stellen.

Was liest Du derzeit?

Aktuell lese ich „Die Anomalie“ von Hervé Le Tellier, davor war’s „Die Diplomatin“ von Lucie Fricke. Beides wirklich herausragend gute Bücher. Mein Lieblingsbuch in diesem Jahr war bislang allerdings „Erschütterung“ von Percival Everett – ein Meisterwerk.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In meinem neuen Roman „Mittnachtstraße“ geht es unter anderem um Väter und Söhne und darum, wie schwer es ist, (falsche) Prägungen zu überwinden – und in der heutigen Zeit immer das richtige zu tun. Die Hauptfigur Malte hielt sich stets für einen guten Menschen, einen besseren als seinen cholerischen Vater, den er schon vor Jahren aus seinem Leben verbannt hat. Als dieser plötzlich wieder sein Leben tritt und als Demenzkranker auf seine Hilfe angewiesen ist, setzt das eine Kettenreaktion in Gang, die Malte all seine eigenen Widersprüche vor Augen führt. Wenn er permanent von schlechtem Gewissen und Scham geplagt wird: Ist er dann wirklich so ein guter Mensch, wie er immer dachte – oder ist er bloß ein Heuchler, der sich nach Anerkennung sehnt?

Wie aufrichtig unsere Überzeugungen eigentlich sind, das ist eine Frage, die wir uns alle ab und an stellen sollten – und die gleich bei der ersten Begegnung beider Figuren im Roman auf den Punkt gebracht wird. Als Maltes Vater in erkennbar schlechtem Zustand wieder auftaucht, heißt es:

Trotzdem beteuerte er, als er nach fast zwei Jahren Funkstille unerwartet in Maltes Einfahrt auftauchte, süffisant: »Wie soll’s mir schon gehen? Du weißt doch: Schlechten Menschen geht’s immer gut.«

»Gilt das auch umgekehrt?«, erwiderte Malte gereizt, und damit war fürs Erste alles gesagt.

Frank Rudkoffsky, Schriftsteller 

Vielen Dank für das Interview lieber Frank, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Frank Rudkoffsky, Schriftsteller 

https://rudkoffsky.com/

Foto_Ronny Schönebaum

9.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„EKG unter Aufsicht der Sterne“ Gabriel Wolkenfeld, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Gelsenkirchen/D 14.9.2022

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Gemeinheiten in Geheimschrift

Inkontinenz des Herzens

Väter, verschüttet, Mütter sanft gebettet am

Ende der Enden

Prophet des leisen Wortes  

Echo, pendelnd zwischen den Tauben, geschluckt von den Stummen

Asche auf Asche

Callboy ohne Talent für die Liebe

Eingetütete Ware, aufs Gramm abgewogen, in

Alarmbereitschaft: Hundertschaft der Verschwörungstheoretiker

Cherub, frisch in die Psychiatrie eingewiesen, auch er: Waise der

Hässlichen Jahreszeit Krieg

Am Zweifel verschluckt, hassgemästet

Nicht Nacht soll sich einnisten

Chirurgischer Eingriff am offenen Verstand  

EKG unter Aufsicht der Sterne


Gabriel Wolkenfeld, 31.8.2022

Gabriel Wolkenfeld, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Gabriel Wolkenfeld, Schriftsteller

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„Caute“ Lisei Haardt-Spaeth, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Ferrara/I 13.9.2022

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Caute

Grauen Immer, bei dem Gedanken an Bombenhagel, überall, Menschenschreie, Blut, Schutt, Gänsehaut. Verrückung. Existenzen zerstört. Zerstörte Zukunft. Kriegsmusik.


Profit. Das ist die andere Seite. Gewinne. Wahnsinn. Existenzzerstörung. Grauen. Traumata der Vielen. Das Ergebnis. Auf der anderen Seite. Das ist denen egal. Profit. Caute, Spinzozas Motto. Empathie?

Auf dass die Machtgier und die Profitgier die ganze Welt untergehen lässt.


Caute Holt die Verrückten da weg. Wir haben nur eine Erde. Apokalypse? Oder Rom geht unter? Nein. Nie wieder Krieg! Die Utopie. Schön wärs. Ich hab geträumt, … Caute, Platon wurde als Sklave verkauft. Ende, … oder nicht?


Lisei Haardt-Spaeth, 31.8.2022

Lisei Haardt-Spaeth, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Lisei Haardt-Spaeth, Schriftstellerin

Alle Fotos_privat/Ferrara/I.

Walter Pobaschnig _ 31.8.2022.

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„Auf dass wir teilen unsere Schmerzen“ Helmut Steiner, Schriftsteller _ Thürnthal/NÖ 13.9.2022

Lieber Helmut, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin Abendmensch, schlafe lange und bin erst nach einem doppelten Espresso ansprechbar. Dann widme ich mich meiner Post und helfe meinem Sohn bei der Bewältigung regulatorischer Hürden in seiner Firma. Nach dem Mittagessen – es gibt jetzt viel Gemüse aus dem Garten – erstelle oder korrigiere ich technische Dokumentationen. Am Abend plaudern meine Frau und ich gerne mit Freundinnen und Bekannten beim Heurigen. In den Sommermonaten arbeite ich erst spät abends an meinen aktuellen literarischen Werken und Ideen.

Helmut Steiner, Schriftsteller  

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, das Notwendige vom Unnötigen zu trennen, ungeachtet kurzsichtiger Politik und vermeintlicher Erfordernisse einer global agierenden Wirtschaft, wird uns helfen zu leben und zu überleben im Einklang mit der Natur und mit uns selbst. Ein Blick aus dem Fenster auf die Straßen und Gassen, in die nächste Fabrikhalle und auf die Äcker zeigt uns, was falsch läuft. Wir müssen wieder kleinere Strukturen schaffen und zusammenrücken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ob es ein Aufbruch ist, der uns bevorsteht? Mit Pandemie, Krieg, Inflation, Energieknappheit und dem Geschrei nach Waffen erleben wir hautnah, wie leicht und wie rasch eine heile Welt aus den Fugen geraten kann. Für mich ist es das Mantische, das Seherische der Kunst, das aufzeigt und wachrüttelt. Vielleicht kann es uns dadurch vor Unheil bewahren.

Was liest Du derzeit?

Ian Mortimer, Zeiten der Erkenntnis

            (Wie uns die großen historischen Veränderungen bis heute prägen)

John Freely, Platon in Bagdad

            (Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein wenig Hoffnung (aus dem Gedichtband „Zwischen den Zeilen“):

Langsam, langsam

Langsam, still, klammheimlich

kehrt das Glück zurück

in unsere Kammern,

in unsere Herzen.

Auf dass wir teilen unsere Schmerzen,

um halb zu haben,

was Leid und Weh uns zugefügt im Lauf der Jahre.

Tragen wird uns Liebe,

betten die Hoffnung.

Vielen Dank für das Interview lieber Helmut, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Helmut Steiner, Schriftsteller

Helmut Steiner, 1956 in Krems an der Donau in Niederösterreich geboren, wuchs in einer Arbeitersiedlung am Stadtrand von Krems auf. Er studierte in Wien und verbrachte danach mehrere Jahre in Deutschland. Er lebt und arbeitet in Thürnthal (NÖ). In jungen Jahren als Musiker und Komponist aktiv, hat er über das Schreiben einen neuen Zugang zu kreativem Schaffen gefunden und bedient mit Lyrik, Kurzgeschichten und Romanen ein breites Spektrum der Literatur.

Auswahl Veröffentlichungen:

Ein Schneckenmärchen, 2021 Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt _ ISBN 978-3-7534-1649-6

Klagelieder, 2021 Herausgeber literatur thürnthal, Verlag BoD, Norderstedt, ISBN 978-3-7557-1199-5

Novemberwind, Lyrik, 2014 Verlag Berger Horn/Wien ISBN 978.3-85028-671-8

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13.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„ich : du : wir“ Begeisternde Uraufführung_ Theater Arche Wien _ 12.9.2022

ich : du : wir

Wer bin ich?

Wer bin ich, wenn ich alleine bin?

Wer bist Du?

ich : du : wir

Ich bin!

Ist das genug?

ich : du : wir

Wo bist Du Zuhause?

Wofür brennst Du?….

Es sind diese Fragen, die das Publikum zu Beginn meditativ empfangen und zur Innenschau, zum Blick in den Spiegel einladen, die auch das Bühnenbild bestimmen.

Die Ruhe wird dann jäh vom Soundlärm und Stress der Stadt unterbrochen und in Wort, Tanz und Musik beginnen sich die 4 hervorragenden Schauspielerinnen Manami Okazaki, Paula Krüger, Mirjam Plank und Elke Waibel  in variantenreicher expressiver wie ganz stiller eindringlicher Darstellung den Eingangsfragen nach Zugängen, Gründen, Fragen von Identität, die auch von Intervieweinspielungen ergänzt werden, zu stellen und diese Fragen beeindruckend dialogisch im wunderbaren Gruppenspiel wie in Ansprache an das Publikum zu öffnen.

Regisseurin Jil Clesse gelingt mit „ich : du : wir“ eine Inszenierung, die von Beginn an intensiv das Publikum mitnimmt. Mit dem ersten Wort, der ersten Frage im Dunkel, dem Erzählen, Erinnern, Sagen des hervorragenden Ensembles ist es ein Mittendrin, welches sich in der großartigen Darstellung mit beeindruckenden Tanz, Musik, Gesang Elementen bis zum Finale begeisternd fortsetzt.

Theater zeigt an diesem Abend in größter Spielfreude seine ganze wunderbare Bandbreite an schauspielerischer Vielfalt und deren Möglichkeiten von Publikumsfaszination wie gesellschaftskritischem Impuls und Reflexion.

Ein Abend, der begeisternd staunen wie eindringlich berührt, packt und nachdenken lässt in einer mitreißenden Inszenierung und Darstellung, der rundum zu gratulieren ist!

ich : du : wir _ Uraufführung _ Theater Arche _12.9.2022 _
Ensemble _ Manami Okazaki, Mirjam Plank. Elke Waibel, Paula Krüger (von links)

ich : du : wir _Uraufführung _ TheaterArche Wien

Regie: Jil Clesse

Regieassistenz: Bianca Anne Braunesberger

Ensemble: Manami Okazaki, Paula Krüger, Mirjam Plank, Elke Waibel

Weitere Termine: 13., 16., 17., 19., 20., 26., 27. und 28. September 2022 jeweils 19.30

TheaterArche

Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien

https://www.theaterarche.at/events/ich-du-wir-kooperation/

Walter Pobaschnig 12.9.2022

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„Ich denke, es ist eine Art von „innerer Raum“, der uns hält“ Julia Gradl, Musikerin _ Wien 12.9.2022

Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bei mir gestaltet sich fast jeder Tag anders, dennoch ist mir die Zeit nach dem Aufstehen die kostbarste. Ich nehme mir mehrere Stunden für Atem- und Körperübungen und fürs Schreiben, um mich im Tag einzufinden. Auch abends und nachts erfüllt es mich, noch aktiv zu sein. Das „dazwischen“ ist manchmal voller und manchmal leerer. Je nachdem, was gerade …gemacht gehört….oder, wo gerade der Fokus liegt.

Julia Gradl, Musikerin, Pädagogin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke es ist eine Art von „innerer Raum“, der uns hält, in dem wir uns geborgen fühlen, uns zurückziehen als auch zeigen können, durch den wir uns vernetzen und in Kontakt mit dem Außen treten können. Ein innerer Anker sozusagen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich denke mir, dass, so wie alles immer in Bewegung ist – sei es in der Natur oder auch im Körper – auch Musik und Kunst von diesem „im Fluss sein“ und der pulsierenden Aktivität leben. Im Rahmen einer Fortbildung zu Atem-, Körper und Stimmentfaltung wurde kürzlich der Unterschied zwischen „Spüren“ und „Kontakt“ versucht zu besprechen. Beide Qualitäten ähneln sich und sind doch so verschieden. Die Kunst an sich hätte wohl nicht den Stellenwert, den sie hat, würde sie nicht gespürt, oder würde nicht Kontakt zu ihr aufgenommen werden.

Was lest Ihr derzeit?

Ich lese gerne mehrere Bücher gleichzeitig. Neben einem Roman einer Romanreihe von Joachim Meyerhoff („Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“) setzte ich mich mit dem Werk von Erich Wilk, dem Begründer der Atemtypen, auseinander. Immer wieder greif ich auch zu dem Buch „Spirituelle Traumarbeit“ von Llewellyn Vaughan-Lee.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtet Ihr uns mitgeben?

Albert Einstein beschreibt, dass es zwei Arten zu leben gibt. Die eine ist, so zu leben, als wäre nichts ein Wunder. Die andere ist, so zu leben, als wäre alles ein Wunder.

Und dann noch: Halte dich aus im Innehalten und sei gespannt, was passiert!

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Julia Gradl, Musikerin, Pädagogin 

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8.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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