„Ich denke, es ist eine Art von „innerer Raum“, der uns hält“ Julia Gradl, Musikerin _ Wien 12.9.2022

Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bei mir gestaltet sich fast jeder Tag anders, dennoch ist mir die Zeit nach dem Aufstehen die kostbarste. Ich nehme mir mehrere Stunden für Atem- und Körperübungen und fürs Schreiben, um mich im Tag einzufinden. Auch abends und nachts erfüllt es mich, noch aktiv zu sein. Das „dazwischen“ ist manchmal voller und manchmal leerer. Je nachdem, was gerade …gemacht gehört….oder, wo gerade der Fokus liegt.

Julia Gradl, Musikerin, Pädagogin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke es ist eine Art von „innerer Raum“, der uns hält, in dem wir uns geborgen fühlen, uns zurückziehen als auch zeigen können, durch den wir uns vernetzen und in Kontakt mit dem Außen treten können. Ein innerer Anker sozusagen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich denke mir, dass, so wie alles immer in Bewegung ist – sei es in der Natur oder auch im Körper – auch Musik und Kunst von diesem „im Fluss sein“ und der pulsierenden Aktivität leben. Im Rahmen einer Fortbildung zu Atem-, Körper und Stimmentfaltung wurde kürzlich der Unterschied zwischen „Spüren“ und „Kontakt“ versucht zu besprechen. Beide Qualitäten ähneln sich und sind doch so verschieden. Die Kunst an sich hätte wohl nicht den Stellenwert, den sie hat, würde sie nicht gespürt, oder würde nicht Kontakt zu ihr aufgenommen werden.

Was lest Ihr derzeit?

Ich lese gerne mehrere Bücher gleichzeitig. Neben einem Roman einer Romanreihe von Joachim Meyerhoff („Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“) setzte ich mich mit dem Werk von Erich Wilk, dem Begründer der Atemtypen, auseinander. Immer wieder greif ich auch zu dem Buch „Spirituelle Traumarbeit“ von Llewellyn Vaughan-Lee.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtet Ihr uns mitgeben?

Albert Einstein beschreibt, dass es zwei Arten zu leben gibt. Die eine ist, so zu leben, als wäre nichts ein Wunder. Die andere ist, so zu leben, als wäre alles ein Wunder.

Und dann noch: Halte dich aus im Innehalten und sei gespannt, was passiert!

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Julia Gradl, Musikerin, Pädagogin 

Foto_privat

8.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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