„Das Neue, in das wir uns alle bewegen, ist in seinen Details noch nicht klar“ Angelika Strahser, Schauspielerin _ Wien 19.4.2022

Liebe Angelika, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Eigentlich wie immer… nämlich immer irgendwie anders. Ich habe für verschiedene Tage eine andere Routine… Das hat zugleich was Beständiges und dennoch Abwechslungsreiches. Ich mag mein Leben. Mir ist nie fad. Ich teile mir wohl das Motto mit einem bekannten Baumarkt: Es gibt immer was zu tun !

Angelika Strahser, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

…Wo fange ich an!?

ATMEN. Inhale. Exhale.

Ja. Atmen ist sowas wie das Grund-Wichtigste. Ich atme 2x täglich ( … 😉 nach anderen Techniken). Und ab und zu atme ich aber auch zusätzlich spontan zwischendurch 🙂. Das beruhigt mich, bringt mich wieder zu mir selbst, in meine Mitte.

(Es gibt echt so viele verschiedene Arten zu Atmen. …da kann einem ja gar nicht fad werden 😉 !)

LIEBE. Bedingungslose… wenn möglich.

Wir alle sind Seelenwesen, auch wenn die einen das Leben anders leben als die andern. Das Wirklich-Wichtigste ist für mich, das Verbindende wahrzunehmen und anderen Menschen mit Liebe zu begegnen. Besonders dann, wenn es besonders schwer fällt.

Und HUMOR. Wenn ich nicht auch manchmal über die allerärgsten Dinge lachen könnte, würde ich gelegentlich durchdrehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Neue, in das wir uns alle bewegen, ist in seinen Details – zumindest für mich – noch nicht klar.

Da sich die Kultur(branche) momentan selbst beschränkt und beschämt, wohl weil sie dem Finanzier gefallen will, agiert sie – zumindest für mich – ihrem eigentlichen Wesen als Aufklärung und Provokateur überraschend fremd. Dadurch versagt sie aber als quasi 5. Säule der Demokratie. Es wird also interessant, woher sie die Kraft und Glaubwürdigkeit nehmen will, das was sie jetzt mit anrichtet, später aufzuarbeiten.

Doch jede Zeit hat ihre Kunst. Und so hat wohl auch jede Kunst ihre Zeit.

Ich bin mir also sicher, dass das vor uns liegende Kreative energisch, energetisch und spannend sein wird!

Was liest Du derzeit?

Kybalion – Die 7 Hermetischen Gesetze

[Eine wunderbare Erklärung wie das Leben funktioniert.]

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

A lie doesn’t become truth, wrong doesn’t become right, and evil doesn’t become good, just because it’s accepted by a majority.

(Booker T. Washington)

Vielen Dank für das Interview liebe Angelika, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Angelika Strahser, Schauspielerin

Foto_privat.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geh in dich“ Anka Röhr, Künstlerin _Give Peace A Chance _ Kiel 19.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

eh in dich

I    ch weiß es

ieles liegt dort

E   nde und Anfang



aradies ist abgebrannt

E   rkältet unsere Seelen

benddämmerung

himärengleich in uns und um uns

E   ndzeitstimmung



ber die



hronik der Verzweiflung

ilft vielleicht

nders zu sehen anders zu fühlen

iederzuknien manchmal

hrist nein Mensch zu sein

E   twas / endlich


Anka Röhr, 11.4.2022

„Im Dazwischen …“ Mixed Media Digital Art @Anka Röhr
Anka Röhr, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anka Röhr, Künstlerin

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Foto_Manfred Röhr

Walter Pobaschnig _ 11.4.2022.

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„Geschichten von heldenhaften Kriegern umzuschreiben bin“ Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Ottensheim/OÖ 19.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Geschichten von heldenhaften Kriegern umzuschreiben bin

Ich angetreten. Es ist an der Zeit, den Heldenbegriff der

Vergangenheit zu hinterfragen und nachfolgende Generationen vom

Erbe bisher geführter Kämpfe zu entlasten.



Paralysiert sehe ich Männer und Söhne in

Einen Krieg ziehen, in dem es nur Verlierer geben kann.

Aber Gewalt ist keine Option. Niemals. Und so lasst uns einen

Chor gründen, der mit seinem Gesang das Kriegsgeschrei übertönt und dieser

Erzählung eine andere Wendung gibt, die da lautet:




Auf in den Frieden.




Chorisch erheben sich die Stimmen und rufen:

Halt, stoppt die Gewalt und stoppt die Idee der

Aufrüstung. Erinnert euch daran, dass alle Menschen

Nichts anderes wollen als leben, lieben, und das Töten allein die Angst

Camoufliert, der andere wäre DER Feind, und doch ist er nichts anderes als

Ein Mensch wie du auch.


Corinna Antelmann, 13.4.2022

Corinna Antelmann, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Corinna Antelmann, Schriftstellerin

Startseite – Corinna Antelmann bloggt (corinna-antelmann.com)

Foto_Dirk Skiba.

Walter Pobaschnig _ 13.4.2022.

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„Eichmann in Jerusalem“ Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Hannah Arendt. Piper Verlag.

1961. Die Welt wankt. Es ist die Zeit des Kalten Krieges, doch jetzt hält die Welt den Atem aufgrund der spektakulären Entführung und Verhaftung von Adolf Eichmann, einer Zentralfigur jüdischer Deportation und Ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus, an.  Eichmann wird von Argentinien nach Jerusalem gebracht und die Anklage erregt weltweites Aufsehen. Es erschüttert, die Berichte von Augenzeugen zu hören, Bilder zu sehen und auch die Worte Eichmanns zu hören, der sich jeglicher Verantwortung zu entziehen suchen.

Die Philiosophin und Journalistin Hanna Arendt ist für das us-amerikanische Magazin „The New Yorker“  am Gerichtsschauplatz in Jerusalem vor Ort und fasst die Anklage wie das Prozessgeschehen in Berichten zusammen.

Die Berichte Arendts werden zu einzigartigen Dokumenten eines Zeitzeugnisses in Information wie politisch-philosophischer Reflexion wie moderner Gerichtsbarkeit gegenüber Völkermord und Kriegsverbrechen. Es geht um das Selbstverständnis und Menschenbild im Nationsozialismus wie auch die Mechanismen schrankenloser Gewalt und Brutaltät als menschliche wie gesellschaftliche Problematik an sich. Ausgehend vom Prozessgeschehen, unterzieht Arendt den modernen Menschen  in seiner gesellschaftlichen Verfasstheit in Geschichte und Gegenwart einer kritischen Analyse, die bis heute bahnbrechend ist.

Der Piper Verlag legt nun im Zuge der Neuedition auch dieses zentrale Werk Hannah Arendts wieder auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur historischen wie kritischen Gegenwartsgeschichte.

Walter Pobaschnig  4_22

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„Ganz“ Barbara Deißenberger, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 18.4.2022

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Ganz

Ideologiefrei

Vertrieb

Eine



Poesie

Einmal

Alle

Chaotischen

Eigeninteressen,



Alle



Chronisch

Heillosen

Animositäten

Nachfolgte

Chorische

Einstimmigkeit

Barbara Deißenberger , 8,4.2022

Barbara Deißenberger, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Barbara Deißenberger, Schriftstellerin

https://www.hollitzer.at/buch/malika/

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 8.4.2022.

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„Gemeinsam“ Wanda Ladina Wylowa, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Zürich 18.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gemeinsam

Immaterielles  

Vielseitig

Erleben !



Prinzipieller

Austausch !

Change !

Einssein !



Alle zusammen :



Courage  

Hilft  ! 

Allseitiger

Neubeginn ,

Chance, 

Einmalig  !



Wanda Ladina Wylowa, 1.4.2022

Wanda Ladina Wylowa, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Wanda Ladina Wylowa, Schauspielerin

News

Foto_Sava Hlavacek

Walter Pobaschnig _ 1.4.2022.

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„Aufeinander achtgeben, Vertrauen haben“ Zakk E.Rust, songwriter _ Graz 18.4.2022

Lieber Zakk, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufwachen. Lernen, Lernen, Lernen. Schlafen. Dazwischen muss ich Geld verdienen, in fremden Haushalten mit nicht mehr ganz so fremden Menschen sprechen, viel Autofahren, am Computer sitzen. Dann treffe ich Familie und Freunde. Und nicht vergessen die Grundbedürfnisse decken: Essen, Trinken, Sex, Musik.

Zakk E.Rust, songwriter

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Den Blick vom eigenen Trog heben, links und rechts schauen und sehen, dass wir arme Schweine nicht allein im Leben stehen. Aufeinander achtgeben, Vertrauen haben. Und wer sich heute aus der Solidargemeinschaft verabschiedet, muss wissen, dass er damit sein Recht verwirkt, Solidarität für sich und Seinesgleichen einzufordern. Wir sollten gemeinsam dran arbeiten aus unseren Ställen im Kopf auszubrechen und uns mit Dingen beschäftigen, die uns tatsächlich gut tun.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Aufbrüche – beim Wort genommen – bringen das Darunter zum Vorschein. Wir sehen dadurch vielleicht, was wir lange nicht mehr sehen konnten oder wollten. Gesellschaftlich kann das ein Schlüsselereignis, ein Impuls für notwendige Veränderungen sein. Viele KünstlerInnen sind gute SeismologInnen und machen solche Veränderungen spürbar – für die, die sich darauf einlassen können. Ich bin für meinen Teil aber eher ein Forscher innerer Aufbrüche. Ich glaube mehr an die individuelle als an die gesellschaftliche Bedeutung und Wirkung von Musik.

Was liest Du derzeit?

James Ellroys „Widespread Panic“ – ein sprachliches Sperrfeuer des großen Crime-Fiction-Autors -,  Robbie Kriegers „Set the Night on Fire“ – einmal mehr Exzess erleben (aber nur im Kopf) – und Jürgen Kriz‘ „Grundkonzepte der Psychotherapie“ (vor allem zum „Lernen, Lernen, Lernen“).

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Everywhere there’s lots of piggies living piggy lives“ George Harrison

Komisch, ich summ‘ das Lied seit der Beantwortung der zweiten Frage vor mich hin…

Vielen Dank für das Interview lieber Zakk, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Zakk E.Rust, songwriter

www.mywickedwickedways.net 

Foto_Peter Manninger.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Fröhlich, glücklich, verliebt“ reenacting Romy&Alain_Julia Hagenhofer/Simon Heidegger_Schauspielerin*er _Wien_ 40. Todesjahr_Romy Schneider _ 17.4.2022

Romy&Alain_reenacting_
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien_Simon Heidegger_Schauspieler_Wien _
40.Todesjahr_Romy Schneider_Schauspielerin_ 1938-1982

Liebe Julia, Lieber Simon, die österreichische Schauspielerin Romy Schneider und der französische Schauspieler Alain Delon verliebten sich bei Dreharbeiten zu „Christine“ 1958 in Wien. Die Beziehung, mit Verlobung, ging 1964 in die Brüche. Eine lebenslange Verbindung blieb.

Romy Schneider_Alain Delon_
Paris 1958_Postkarte

Welche Gedanken dazu haben Euch jetzt in der Vorbereitung bewegt?

Julia: Insbesondere der Satz ”Die Beziehung, mit Verlobung, ging 1964 in die Brüche. Eine lebenslange Verbindung blieb“ sagt meiner Meinung nach viel über die Beziehung aus. Die Beziehung von Romy und Alain ging ja insbesondere wegen Alains Untreue in die Brüche. In der Hinsicht finde ich es bewundernswert, dass Romy diese Stärke in sich hatte, einem Mann, der sie anzunehmender Weise sehr verletzt hat, trotzdem noch so sehr zu verzeihen, dass daraus eine Freundschaft entstehen konnte. Besonders schön finde ich, dass eine starke Beziehung, auch wenn es nicht für eine Partnerschaft gereicht hat, trotzdem auf einer anderen Ebene eine lebenslange Verbindung und Freundschaft schaffen kann.

Simon: Ich kannte vorher Romy Schneider klassisch nur aus den Sissy Filmen und meine Großeltern waren mit Karlheinz Böhm befreundet und ich hab früher oft mit seinen Kindern gespielt. Außerdem ist meine Oma ein großer Romy Schneider Fan, deswegen hab ich mich jetzt ein wenig intensiver mit ihr beschäftigt. Ihre Beziehung war ein langes hin und her, das von der tiefen, aber auch vielleicht um es ein wenig spöttisch zu formulieren, blinden Liebe von Romy zu Alain, gelebt hat. Alain, der eher „windig“ unterwegs war, beendete die Beziehung mit einem Strauß von 20 Blumen auf dem Bett und einem Brief in dem zu lesen war: „Ich bin bei Nathalie und komme nicht wieder“ (seiner späteren Frau). Aber vom Glamour her und der damaligen Darstellung der Österreicherin und des Franzosen waren sie damals sicher „das“ Schauspielerpaar der 1950er, 60er.

Die erste Begegnung von Romy Schneider und Alain Delon wurde für den Film „Christine“ von den Produzenten am Flughafen in Paris inszeniert und etwa auch auf Postkaten vervielfältigt. „Ich fand das Ganze geschmacklos und den Knaben uninteressant“, sagte Romy Schneider später im Interview. Während der Liebesbeziehung gab es auch viele öffentliche private Fotos beider.

Wie sieht Ihr die Promotion in Film und Kunst damals und heute wie private Öffentlichkeit und Kunst an sich?

Julia: Heutzutage hat sich natürlich durch die intensivere Nutzung der neuen Medien die Art der Promotion stark verändert und ausgeweitet. Werbungen können auf sämtlichen social media Plattformen, im Internet und im Fernsehen, zusätzlich zu plakativen Werbungen ausgestrahlt werden. In weiterer Folge wird dadurch auch die private Öffentlichkeit im künstlerischen Bereich beeinflusst. Künstler*innen haben heutzutage einfacher die Möglichkeit selbst auf diversen Internet- und social media Plattformen Werbungen zu machen.

Simon: Wie Julia schon sagt, hat es sich intensiv verändert, aber ich sehe dabei eher die negativen Aspekte, als die positiven. Der Künstler an sich bzw seine Darstellung ist nicht mehr so besonders wie früher, weil du grad an Filmen eine enorme Vielzahl hast, die sich ja fast kein Mensch mehr anschauen kann, durch die vielen Streaminganbieter verlieren sie an Bedeutung. Und durch die fast schon ständige Vermarktung über social media, bekommt die Künstlerin bzw. der Künstler nicht die Möglichkeit sich für eine Zeit lang ins stille Kämmerlein zu verziehen, ohne dass man sich fragt, ob etwas vorgefallen sei. Aber auf der anderen Seite ist es für die Promotion ein praktisches Mittel.

Was machte diese besondere Beziehung aus?

Julia: Das beeindruckende der Beziehung ist für mich, dass die beiden bereits verlobt waren, dann getrennt waren und die Beziehung dann zu einer innigen Freundschaft geworden ist. Die Beziehung der beiden ist mit fast jedem Gefühl, jeder Emotion und sämtlichen Höhen und Tiefen in Berührung gekommen.

Simon: Ich finde die Beziehung lebt einfach von zwei sehr besonderen Charakteren, die das  ganze Leben lang befreundet blieben.

Welche Vorteile und Schwierigkeiten seht Ihr in einer Schauspielbeziehung?

Julia: Ich glaube, dass man das nicht verallgemeinern kann. Jede Beziehung hat seine Höhen und Tiefen, seine Vor- und Nachteile. Natürlich braucht man in einer Beziehung mit einer Schauspieler*in, insbesondere wenn man selbst nicht in der Branche tätig ist, eine Akzeptanz zu der Berufung. Als Schauspieler*in ist man seinen Kolleg*innen körperlich näher als in anderen Berufssparten. Oftmals kommen längere jobbedingte Auslandsaufenthalte dazu. All das kann natürlich eine Beziehung belasten. Vorteile in einer Schauspielbeziehung sind das gegenseitige Verständnis, die gleichen/ähnlichen Interessen, die berufliche Zusammenarbeit, das gemeinsame Reisen und die ähnlichen Arbeitszeiten.

Simon: Ich glaube es ist ähnlich wie bei anderen Beziehungen, in denen die jeweiligen Partner*innen im gleichen Berufsfeld tätig sind. Ich glaube das gemeinsame Lodern für die eine Sache, der man meist auch als Hobby intensiv nachgeht, ist etwas sehr Schönes. Jedoch kann das ständige Wechseln von Spielpartnerinnen und Spielpartnern zu einer emotionalen Verwirrung führen, wir sind ja auch alle nur Menschen mit Gefühlen.

Nach dem Ende der Beziehung gab es zwischen Romy Schneider und Alain Delon wiederum eine berufliche Zusammenarbeit. Wie seht Ihr die Trennung von Privatem wie Beruf und Bühne/Filmset?

Julia: Ich denke, dass eine vollständige Trennung zwischen Beruf und Privatleben nie vollständig gegeben ist. Insbesondere in der Schauspielerei ist es notwendig sich zu öffnen und Emotionen und Gefühle zuzulassen. In so einem speziellen Fall wie zwischen Romy und Alain stelle ich mir die erneute berufliche Zusammenarbeit schwer vor, allerdings hatte die Beziehung der beiden ein schönes Ende. 

Simon: Wie schon Sanford Meisner immer wieder anpries, braucht es im Spiel auf der Bühne und im Film einen „wahren Moment“, sprich dass man seine Gefühle, die man dort zeigt mit wahren Emotionen zu wahrhaftigen Menschen verbinden soll, also die Trennung kann nicht vollständig erfolgen.

Wie seht Ihr die künstlerischen Wege von Romy Schneider und Alain Delon?

Julia: Ich finde beide waren erfolgreiche Schauspieler*innen.

Simon: Beide waren sehr erfolgreich, auch wenn Romy mit schweren privaten Schicksalschlägen zu kämpfen hatte, die sie auch beruflich beeinflussten.

Ihr habt Euch in der Vorbereitung mit Fotomotiven der Zeit der beiden beschäftigt. Was ist euch dabei in Ausdruck und Modestil aufgefallen und was ist markant?

Julia: Insbesondere die 1960er Jahre Mode. Also klassische Stile, schlichte Kleidung, spitze Schuhe, Röcke, Kleider, Bluse, Trenchcoat, Mäntel, Halstuch, Lederjacke, Jeanslook,… und sogar Hosen bei Damen. Das war davor so weit ich weiß unüblich.

Simon: Es beeinhaltet eine gute Mischung aus Anzügen und spitzen Kleidern, Leder-und Jeansjacken bzw kurzen spitzen sommerlichen Kleidern. In beiden Fällen wird auch ein bisschen Haut gezeigt, sowohl beim offenen Hemd, als auch den nackten Beinen.

Wie geben bzw. inszenieren beide sich auf den Fotos?

Julia: Man spürt eine tiefe Verbundenheit und Vertrautheit der beiden. Egal ob in den Filmen oder auf den Fotos.

Simon: Fröhlich, glücklich, verliebt.

Der gemeinsame Film „Swimming Pool“ (1969) wurde ein großer Erfolg. Was ist für Euch bemerkenswert an diesen Film?

Julia: Ich finde insbesondere die Tatsache bemerkenswert, dass Romy und Alain im Rahmen dieser Dreharbeiten das erste Mal nach der Trennung gemeinsam vor der Kamera standen. Nachdem Alain Romy betrogen hat, hat es mit Sicherheit viel Kraft seitens Romy gebraucht, um professionell in dieser Situation zu agieren und eine gute schauspielerische Leistung zu erbringen. In weiterer Folge entstand während der Dreharbeiten zwischen beiden eine Freundschaft.

Simon: Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist bemerkenswert, besonders Romy und Alain, aber noch viel mehr die von Alain. Man spürt stark ihre vergangene innige Vertrautheit in jeder gemeinsamen Szene.

Für dieses Projekt zum 40.Todesjahr Romy Schneiders schlüpft Ihr in die Rollen beider. Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede habt Ihr dabei persönlich entdeckt?

Julia: Ich glaube Romy ist mutiger als ich. Ich würde mich, denke ich, nicht trauen, der Liebe wegen in ein anderes Land zu ziehen. Ein weiterer Unterschied ist, dass Romy psychisch stark belastet war und auch einen Suizidversuch begangen hatte. Das ist etwas, mit dem ich mich überhaupt nicht identifizieren kann. Parallelen zwischen Romy und mir sind die Schauspielfreude und das Vergeben. Ich kann Menschen, auch wenn sie mich verletzen, sehr oft verzeihen.

Simon: Ich glaube bis auf die körperlichen Ähnlichkeiten, würde ich sagen Alain ist auch ein Mann wie ich, der gerne das Leben genießt, vielleicht auf ein bisschen andere Art und Weise, als ich 😉

Es ist Frühling in Wien. Was macht für Euch Liebe aus?

Julia: Liebe ist für mich Akzeptanz, Zuneigung, Vertrauen, Spaß, Freude, Glück, Zusammenhalt, Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung

Simon: Ehrlichkeit, Humor, durch Dick und Dünn gehen und man sollte auch gut befreundet sein miteinander.

Gibt es Liebe auf den ersten Blick und gibt es ein Idealbild der Liebe?

Julia: Meiner Meinung nach ist die Vorstellung der „Liebe auf den ersten Blick“ ein Disneyfilm- oder Hollywood-Film-Ideal. Im wahren Leben gehört viel mehr dazu als nur der erste oberflächliche Eindruck. Ich finde nicht, dass es ein allgemein gültiges Idealbild der Liebe gibt. Für jede und jeden ist Liebe etwas anderes, jeder Mensch fühlt sie anders, hat andere Vorstellungen, Vorlieben, Werte und Wünsche. Liebe ist einzigartig, individuell und besonders.

Simon: Ich denke nicht. Wir leben in einer schnelllebigen Welt, in der ein Gefühl, das im ersten Moment wie Liebe erscheint im nächsten nichts mehr wert ist. Ich denke, es entwickelt sich eher mit der Zeit.

Kann aus Liebe Freundschaft werden?

Julia: Ja!

Simon: Schwierig, ich glaube in den meisten Fällen eher nicht.

Was würdet Ihr Romy Schneider und Alain Delon gerne fragen?

Julia: Ich würde gerne wisse, wie beide innerlich mit der Situation Beziehung/Liebe/Freundschaft umgegangen sind.

Simon: Dem schließe ich mich an.

Was könnt Ihr als junge Schauspielerin/junger Schauspieler von beiden als Inspiration mitnehmen?

Julia: Mich hat insbesondere die berufliche Professionalität der beiden beeindruckt und inspiriert. Und natürlich auch deren schauspielerische Leistung.

Simon: Das man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen und den Fokus nicht verlieren soll.

Darf ich Euch abschließend zu einem Romy (Julia) &Alain (Simon) Akrostichon bitten?

Rosemarie Magdalena Albach war Romys bürgerlicher Name.

Oesterreich war das Geburtsland von Romy, Alain war Franzose

Mitten in den Dreharbeiten zu „Christine“ im Jahr 1958 begann ihre Liebesgeschichte

Yomr

&

Alain Fabien Maurice Marcel Delon war sein bürgerlicher Name; Anthony, Anouchka, Alain-Fabien sind die Namen seiner Kinder.

Liebe und lebenslange Freundschaft

“Adieu, ma Puppele” waren die Schlussworte, die Alain in seinem Abschiedsbrief nach Romys Begräbnis an Romy gerichtet hat.

In einem Interview sagte Romy über die Beziehung „Alain hat meinem Leben eine ganz neue Richtung gegeben. Vor ihm wusste ich nichts. Ich liebe ihn. Und ich bin sehr glücklich und dankbar, was immer auch kommen mag.“

Nach all den Jahren und allem was passiert ist, gab es zwischen den beiden bis zuletzt eine innige Freundschaft.

Romy&Alain_reenacting_
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien_Simon Heidegger_Schauspieler_Wien _
40.Todesjahr_Romy Schneider_Schauspielerin_ 1938-1982

Herzlichen Dank liebe Julia und lieber Simon für Eure großartige szenische Darstellung wie Euer Interview! Viel Freude und Erfolg für alle Theater-, Film-, Schauspielprojekte!

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Julia Hagenhofer_Schauspielerin_Wien

Simon Heidegger, Schauspieler_Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_

Schloss Belvedere_Wien _ 6.3.2022

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Walter Pobaschnig 4_22

„Gerade noch lief ich“ Barbara Graber_Lyrikerin _Give Peace A Chance_ Klagenfurt 17.4.2022

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Gerade noch lief ich

Irrlichtern nach; am Übergang

Von nachtschwarzen Fragen zum helllichten Ja.

Eintauchen wollte ich in dieses Mehr.




Pathetisch mit lang gezogenen Tempi.

Eben erst war alles noch Verlangen

Alles haben und erreichen können. Über bleibt ein stummer

Chor aus

Einsamkeit.




Alles auf Anfang.




Clownesk scheint oft was bitter ernst der Mensch nicht

Hören will.

Allerdings liegt Heimat immer innen.

Nur du bewohnst den Raum in dem

Charakter wächst und blüht.

Erstaunlich, was  trotz alledem gedeihen will.



*



Große Gesten verlieren

Immens an Bedeutung

Vielleicht von vornherein vielleicht

Erst im lauen Nachhall.



Barbara Graber, 3.4.2022

Barbara Graber_Lyrikerin, Autorin, Künstlerin, Pädagogin.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Barbara Graber_Lyrikerin, Autorin, Künstlerin, Pädagogin.

Fotos_Martin Rauchenwald

DIE AUTORIN Barbara Graber wurde 1974 in Klagenfurt geboren. Sie widmet sich dem Schreiben, das für sie vor allem bedeutet, die Tiefen und Untiefen der Sprache auszuloten, seit frühester Jugend, findet Ruhe und Zuflucht in der Sprache. Die Pädagogin, Moderatorin und Supervisorin schreibt neben Lyrik auch Texte über das Leben und seine Überraschungen. Sie arbeitet mit dem Schreiben als Methode auch in Coachings und Workshops und ist ausgebildete Poesiepädagogin.

DIE TEXTE Aus dem Leben gegriffen, zu Papier gebracht und mit hohem Wiedererkennungswert für all jene, die, wie die Autorin selbst, gern hinter die Töne hinein hört und zwischen den Zeilen zu lesen vermag. Mehrdeutigkeiten und scheinbar verdeckte Zusammenhänge tun sich in der Beschäftigung mit den Texten auf und laden ein, die Spielarten der Sprache immer wieder zu erkunden und sich selbst darin zu erkennen.

Publikationen: Den Quantenraum erobern, BoD 2011 Leben eben – Wortmalerei: Gedichte Über das Leben, BoD 2012 Wortschätze 1, BoD 2015 Wortschätze 2, BoD 2015 Liebesdinge, BoD 2016

https://lassapurdir.wordpress.com/

Podcast Projekt_ Bundes-Bildungsanstalt und Kolleg für Elementarpädagogik _Klagenfurt

https://www.bafep-ktn.at/podcast/warum-feminismus-maennersache-ist-3-manuel-rubey/

Walter Pobaschnig _ 3.4.2022.

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„Gestern ging ich umher auf der Suche nach Frieden“ Alexandra Friewald, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 17.4.2022

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Gestern ging ich umher auf der Suche nach Frieden

Ich tastete und horchte und schaute nach

Vielleicht oben vielleicht unten

Einem Abglanz dieser fragwürdigen Welt



Pandämonium kam mir in den Sinn 

Ein Ort des Grauens

Aber meine Füße liefen weiter

Changierend im Hauch

Eines fragilen Kosmos



All das sind wir dachte ich im Vorübergehen



Chaos

Hybris

Atmen Atmen Atmen

Noch sind wir

Chronisch Liebende

Eingeschnürt in einen Schmerz


Alexandra Friewald, 8.4.2022

Acryl auf Karton – „Der Baum der Erkenntnis“, 2021
@Alexandra Friewald
Alexandra Friewald, Künstlerin, Lyrikerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexandra Friewald _Künstlerin, Lyrikerin

https://www.alexandra-friewald.at/

Fotos_Alexandra Friewald

Walter Pobaschnig _ 8.4.2022.

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