„Gerade die Kunst verbindet was sich viele für ein glückliches Leben wünschen“ Fridoline Pinselstrich_Künstlerin_ Villach/Kärnten 1.12.2020

Liebe Lisa Maria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Einige Wochen ist es nun her, dass mein Papa gestorben ist. Nicht an Covid, sondern wie alle Menschen: am Leben. Die letzten Wochen glichen einem Zeit- und Herzstillstand. Morgen, Mittag, Nacht –  Zeit verschwimmt und viele wichtig geglaubte Aufgaben verlieren an Bedeutung. Und man stellt sich die Frage: what for?

Vielleicht um zu fühlen.

Also stehe ich auf, sehe aus dem Fenster, sehe mir die Welt an, atme durch. Danach den ersten guten Kaffee des Tages. Dann teilen sich die Tage in: Mama sein, Familie sein, Therapeutin sein, Künstlerin sein, Liebende sein, Entdeckerin sein, alleine sein. Und der Versuch dabei im Moment zu sein.

Fridoline Pinselstrich, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalten, aufeinander aufpassen und Rücksicht nehmen, sich gegenseitig helfen und das Leben in neue Perspektiven lenken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Was sich gerade jetzt in Zeiten der Krise zeigt, ist wie sehr man – bewusst oder auch unbewusst – Freude und Zufriedenheit, die psychische Gesundheit und das eigene Glück mehr oder weniger abhängig von der Außenwelt macht. Und wie schnell somit alles aus dem Gleichgewicht geraten kann. Gerade wenn man nicht hungern, nicht um sein Leben fürchten muss, kann und sollte man sich die Frage stellen: Was möchte ich aus meiner begrenzten Zeit auf dieser Welt machen? Was macht das Leben wirklich lebenswert? Gerade die Kunst verbindet was sich viele für ein glückliches Leben wünschen – die Verbundenheit mit anderen, die Lust am Leben und das Gefühl von etwas Besonderem.

Was liest Du derzeit?

„Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

…“Alma wurde die Idee nicht los, dass man für sie Theater spielte. In jedem Zimmer war eine Bühne errichtet für die endlosen Vorstellungen, in denen alle ihr Bestes gaben und stets heimlich enttäuscht davon waren, dass der Applaus für ihre Mühen ausblieb.“

Ich glaube diese Zeilen treffen auf viele von uns zu. Wir hetzen und mühen uns durch die Tage, arbeiten uns ab, in der Hoffnung gesehen, gelobt und/oder geliebt zu werden.

Vielleicht ist es an der Zeit sich selbst zum Publikum zu machen und sich die Frage zu stellen, ob ich überhaupt selbst meinem Stück applaudieren möchte.

Fridoline Pinselstrich, Künstlerin, vor ihrem Bild

Vielen Dank für das Interview liebe Lisa Maria, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Fridoline Pinselstrich, Künstlerin

https://lisalottchen.jimdofree.com/

Fotos_ 1_Martin Rauchenwald 2_Karin Wernig

14.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Kunst von heute wird genauso geschätzt oder ignoriert wie sie vor C-19 behandelt wurde“ Simone Mestroni, Künstler_Udine _ 1.12.2020

Lieber Simone, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Sommer war die Situation in Italien etwas besser. Als Künstler hatte ich das Glück, in einer Situation, ähnlich wie jener vor der Pandemie zu sein

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 (Simone Mestroni, Künstler, Udine) 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Wichtigste ist die Gesundheit, ohne jedoch die Bedeutung des wirtschaftlichen Aspekts kleinzureden. In Italien ist die Situation unter diesem Gesichtspunkt noch besorgniserregender als die der Gesundheit.

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Ich glaube, dass Kunst etwas ist, das unabhängig von allem existiert. Ich mag die Rhetorik nicht, die in schwierigen Zeiten zu hören ist: „Wir müssen vereint sein“, „Wir müssen aus einer neuen Situation etwas Neues lernen“, „Die Rolle, die dieses oder jenes andere jetzt spielen kann …“ .

Die Kunst von heute wird genauso geschätzt oder ignoriert, wie sie vor dem C-19 behandelt wurde.

Die grobe Wahrheit ist dies.

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Was liest Du derzeit?

„Louis Ferdinand Céline – ein Prophet der Apokalypse“.

Ein Buch, das Interviews, Dokumente und Anekdoten über das sammelt, was Charles Bukowski als den besten Schriftsteller der letzten zweitausend Jahre bezeichnet hat.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich möchte sagen, dass wir uns alle künstlerisch betätigen sollten, wie bisher. Das mag ein Nullachtfünfzehn-Satz sein, aber so ist es.

In Italien beispielsweise wurde der Kunstsektor praktisch an letzter Stelle gesetzt. Dies bedeutet, dass wir zwei Dinge tun können: unseren Weg aufgeben oder auf irgendeine Weise versuchen, ihm weiter zu folgen.

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 („Ingeborg Bachmann“_Hotel Geyer_Klagenfurt_Simone Mestroni, Künstler, Udine) 

Vielen Dank für das Interview lieber Simone, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Simone Mestroni, Künstler _ Città Della Poesia

Alle Fotos_Simone Mestroni

23.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Sich zu finden und in sich zu stehen, sich nicht loszulassen“ Julia Kulewatz, Schriftstellerin _ Thüringen/D _ 1.12.2020

Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablaufaus?

Ich arbeite jetzt noch disziplinierter als zuvor. Dazu gehören aber auch bewusste Auszeiten, in denen ich mich aus der Welt entferne, in denen mich nichts und niemand erreichen kann, in denen ich mein Telefon irgendwo liegen lasse, es verliere und auch nicht über Kunst- und Kulturschaffen nachdenke, denn das bin ich bereits in mir selbst, und dieses Bewusstsein ist alles, was ich bin. Das sind „Zeiten des Vogelsangs“.

Ich lasse mich dann von den Ideen finden. Deshalb gehe ich niemals ohne Notizbuch aus dem Haus. Mein Notizbuch sieht für die meisten Menschen sehr kryptisch aus. Ich kann oft mit einem einzelnen Wort sehr viel anfangen, so ist das für mich auch mit meinen (Mit-)Menschen. Ich stehe Wortneuschöpfungen, also Neologismen (oft ohne Logik) eher kritisch gegenüber, wenn man nicht einmal mehr die so genannten Archaismen der eigenen Muttersprache kennt, ihre Wurzeln bespricht und denkt, dann wird es finster in einer Welt aus Bildworten und Wortbildung. „Muttersprache“ ist eines der Wörter, über das ich viel nachdenke und derzeit auch schreibe.

Julia Kulewatz, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann hier nur für mich sprechen, nicht für alle, das ist unmöglich und steht mir nicht zu. Für mich persönlich ist es wichtig, zu sich zu finden und in sich zu stehen, sich nicht loszulassen, wenn man sich einmal gefunden hat, komme, was wolle. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Menschen derzeit neben sich stehen, mehr noch als zuvor, weil ihnen ihre Orte und das Vertrauen in diese genommen wird. Ein Schutzort kann kein Schutzort mehr sein, wenn man sich für diesen entscheiden muss. Schutz bedeutet für mich auch, die eigenen Ich-Grenzen auszuloten und zu kennen. Menschen überrollen sich gegenseitig, respektieren nicht den Raum ihres Gegenübers, nicht einmal den eigenen, den sie wahrscheinlich niemals wirklich für sich beansprucht haben, oder bspw. den eines Tieres, das kein so genanntes Haustier ist. Dabei muss ich immer an Laubbläser denken, denn Übertretung, das können auch Geräusche und vor allem Lärm sein. Wir sind ein Lärmendes. Das geschieht jeden Tag mit einer Beiläufigkeit, die mich schon als kleines Mädchen erschreckt hat.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ende und Anfang sind für mich ein und derselbe Punkt. Ich möchte diese Frage mit einer literarischen Miniatur beantworten:

„Risse durchzogen ferne Trockenheit, brachen Erde mit feuchter Erinnerung, schufen Verbindungen, vertieften sich in durstigen Miniaturschluchten und flachen Mulden. Vom Zufall beschlossenes Klaffen erzeugte vereinzelt abgetrennte Körperschaften. Ein feines Netz überzog die verwundete Landschaft, die sich wie ein einsam sterbendes Tier in ihr Schicksal ergab, während sie sich vergebens nach dem Geräusch der Tropfen sehnte. Ein feines Schaben balanciert todesmutig und fremd an sich verästelnden Abgründen: siehe da, eine Ameise.“

„WADI“, in: „Vom lustvollen Seufzer des Sudankäfers“, Julia Kulewatz, ed[ition]. cetera, Leipzig 2017, S. 107.

Was liest Du derzeit?

Ich lese gern in anderen Sprachen, das eröffnet mir (neue) Zugänge zu dem, was ich als Welt begreife. Ich habe lange in Korea gelebt. Koreanische Sprachbilder haben sich in mich eingeschrieben und bewohnen jetzt auch meine Literatur. Ich lese viel parallel und gerne auch auszugsweise in Büchern, denen ich bereits vertraue. Jetzt gerade verbinde ich mich sehr mit dem Französischen und lese, wie jeden November, von Gustave Flaubert „Novembre“, dazu von Violette Leduc „La Batarde“, Gedichte von Georg Trakl und Ingeborg Bachmann, und natürlich alte Märchen, falls Märchen jemals altern können.

Immerzu lese ich Herta Müller, denn sie weiß: „In jeder Sprache sitzen andere Augen“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Im Geiste formulierte er Wünsche ins Blaue, die er als Bänder in die fliegenden Haare der Trauerweiden am Flussufer band. Sobald sein Schreiben und Malen hinzukamen, flossen blaue Gedanken und Bilder aus seinen Fingern direkt in die Bäume. Das alles sahen die Eisvögel, während sie kleine Fische im Sturzflug fingen.“

Auszug aus: „Blauhand und die Eisvögel“, in: „Jenseits BlassBlau“, Julia Kulewatz, Ed. Roter Drache, Rudolstadt 2020, S. 81.

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin

Fotos_1 Stephan Herbst. 2_privat.

8.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Sich auf seine Innerlichkeiten besinnen und diese hüten wie einen Schatz“ Anna Herzig, Schriftstellerin _ Salzburg 1.12.2020

Wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Schreiben, hauptsächlich im Kopf, danach am Laptop.

Schlafen, dazwischen, weil die Energien aufgeladen werden müssen.

Kaffee. Viel. Kaffee.

Telefonieren mit den Liebsten.

Schreiben.

Spannend, richtig?

Vor 17 Jahren, als ich zu schreiben begonnen hab, war der Gedanke ans Schreiben romantischer, fast heldenhaft.

Become a writer, they said, it will be fun, they said.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das kann und möchte ich nicht so richtig beantworten, weil diese Antwort sehr subjektiv ist.

Aber ich geb gern was von Schopenhauer weiter:

(Sinngemäß): Es ist wichtig, zu beschützen, was man im Inneren trägt und sich gleichsam vor allem Äußeren zu schützen. Nie nach Dingen im Außen streben, macht nur unglücklich.

Vor allem denke ich, soll man sich auf seine Innerlichkeiten besinnen und diese hüten wie einen Schatz.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur zu?

Literatur macht, was sie im besten Falle immer macht: Aufwecken, berühren, trösten, begeistern und dabei helfen, die Perspektiven zu wechseln.

Was liest Du derzeit?

Die Richterin – Lydia Mischkulnig

Das wirkliche Leben – Adeline Dieudonné

Schwarzpulver – Laura Lichtblau

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Siehe Schopenhauer. 😉

Vielen Dank für das Interview liebe Anna, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Anna Herzig, Schriftstellerin 

https://www.voland-quist.de/autor/?207/Anna+Herzig

Foto_Anna Herzig

4.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne Literatur bleiben wir blind und ahnungslos, vor allem aber lustlos“ Vladimir Vertlib, Schriftsteller _ Salzburg_ 1.12.2020

Lieber Vladimir, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

So wie immer: Ich schreibe intensiv, gehe spazieren, höre Musik, lese, treffe Freunde und Bekannte, führe meine Projekte weiter. Für mich hat sich in letzter Zeit wenig verändert, nur das Leben wurde entschleunigt, die wesentlichen Dinge wurden wesentlicher, und die unwichtigen sind nicht mehr so präsent wie zuvor.

Vladimir Vertlib -20.8.20

 Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich selbst treu und vor allem anständig zu bleiben (oder es zu werden – für jene, die es bis jetzt nicht waren).

 Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur zu?

Literatur kann der Welt den Spiegel vorhalten, und sei es nur ein Zerrspiegel oder der Schatten, den der Spiegel wirft. Ohne Literatur bleiben wir blind und ahnungslos, vor allem aber lustlos.

Was liest Du derzeit?

Franz Welser-Möst: „Als ich die Stille fand. Ein Plädoyer gegen den Lärm der Welt.“, Wien 2020.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Neu anfangen
unbefleckt, unbedruckt,
im Nichts.
Aber es gibt kein Nichts,
es gibt keinen Anfang,
es gibt keinen Nullpunkt,
es gibt keinen Punkt.
Die Vergangenheit ist untrennbar von mir
wie mein Schatten,
dem ich lebenslänglich
ausgeliefert bin.“

Das Gedicht „Neu“ von Tamar Radzyner, in: „Wände… Österreichische jüdische Lyriker, Herbert Kuhner (Hg.), Wien 2015“, S. 178

Vielen Dank für das Interview lieber Vladimir, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen

Vladimir Vertlib, Schriftsteller

Foto_privat.

21.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Jeder verträgt eine andere Dosis an Informationen, Nachrichten und Kommunikation. Wer das nicht im Griff hat, wird erschlagen“ Elke Steiner, Schriftstellerin _ Wien 1.12.2020

Liebe Elke, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Oft wache ich auf und überlege, ob ich mich zweiteilen kann. Dann komme ich drauf, dass es nicht geht und ich nur eins nach dem anderen erledigen kann. Falls es ein Tag mit Brotberufs-Terminen ist, versuche ich, mich darauf zu konzentrieren. Was zwischendurch an Texten und Ideen auftaucht, kritzle ich überall hin, spreche ins Handy usw. Wie ich das alles wieder finde, ist eine andere Sache. Dann gibt es Tage, an denen kann ich mich ganz auf die Literatur konzentriere. Während des Lockdowns gab es ausschließlich solche Tage, das hat der Arbeit an meinem zweiten Roman sehr gutgetan. Und es haben sich interessante Projekte mit anderen Künstlerinnen ergeben. Auch online merkt man sofort, ob die Chemie stimmt. Ich schreibe gerne in den Wiener Kaffeehäusern, was ich derzeit aber vermeide. Wenn der Sommer zu Ende geht, konsumiere ich noch so viele Outdoor-Veranstaltungen wie möglich, denn im Herbst und Winter ziehe ich mich wieder zurück. Schafwollsocken und ein bisschen Totstellen – das tut mir immer ganz gut.

elke

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Da gibt es viel. Spontan fällt mir ein: Achtsamkeit. Auch im Umgang mit den sozialen Medien. Wir dürfen das Filtern nicht den anderen überlassen. Jeder verträgt eine andere Dosis an Informationen, Nachrichten und Kommunikation. Wer das nicht im Griff hat, wird erschlagen. Hier helfe ich mir eher mit Wandersocken und Bewegung.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst und Literatur lassen uns von der einen Wirklichkeit in die andere springen, dadurch können wir verschiedene Qualitäten in uns selbst wahrnehmen. Sie ist eine Art Selbsterweiterung. Vielleicht hilft das im Umgang miteinander, das weiß ich nicht genau, aber ich glaube daran.

 

 

Was liest Du derzeit?

J.M. Coetzee „Szenen aus einem Provinzleben“

Für zwischendurch kugeln im ganzen Haus Literaturzeitschriften und Lyrikbände herum

Für unterwegs am eReader: Michael Köhlmeiers Sagen des klassischen Altertums

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

und wenn

dir kalt

ist, häute

mich.

 

Ein anonymer Aphorismus aus der Literaturzeitschrift JENNY (sehr ansprechend, auf Postkarten gedruckt), die ich mir um zwei Euro aus dem Automaten im MQ gezogen habe.

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Elke, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Elke Steiner,  Schriftstellerin, Künstlerin

https://www.elkesteiner.at/

Foto: Florian C.A.Czech

 

30.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com